Beiträge von Khampan

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    R. Strauss, Also sprach Zarathustra, Tod und Verklärung, Don Juan, Till Eulenspiegel, Metamorphosen. Staatskapelle Dresden, Herbert Blomstedt.


    Ich habe die DENON-Originale nicht, kann also nichts zum Transfer sagen. Jedenfalls sehr feine Deutungen, wie ich meine.

    ist das Label "Union Square Music" bzw. "Dal Segno" bekannt? Mir sagt das nichts.
    Möglicherweise haben sie nicht die Digitalversion von DENON, sondern die Analogversion von VEB Deutsche Schallplatten (= Berlin Classics) lizensiert*. Ähnliches hatten wir vor einiger Zeit mit Supraphon (Smetana Quartet spielt Beethoven).


    Falls du investigativ tätig werden willst: Sollten die CDs mit Emphasis aufgenommen sein, dann sind es eindeutig die unveränderten DENON-Aufnahmen. Andersherum ist die Sachlage leider weniger klar.
    Aber schon irgendwie spannend.
    Ob Emphasis oder nicht, kann man z.B. feststellen indem man mit EAC ein Image erstellt und im CUE-File nachsieht, da wird irgendwo EMPH ON angezeigt.
    :wink: Khampan


    (*disclaimer: damit ist nicht gesagt dass die frühe Digitaltechnik besser war als die damalige Analogtechnik)

    Und mit Brahms hatte ich im Gegensatz zu so manch anderem komischerweise einen recht leichten Start. Er ist auch der einzige, der über die Jahre stetig geblieben ist. Vielleicht liegt es daran, dass er ein oller Fischkopp ist, so wie ich auch. Ich habe ehrlich keine Ahnung woran es liegt.

    An dem Fischkopp kanns nicht liegen, war nämlich bei mir süddeutscher Landratte ziemlich das gleiche, Liebe auf den ersten Ton.

    Stark. Präzise, sauber (Khampan mag mich korrigieren), sentimental, zupackend, energisch, gesanglich, und noch dazu gut aufgenommen.

    da gibt's nix zu korrigieren <3
    Schöne Aufnahme, lobend hervorzuheben wäre noch die Expo-Wiederholung im 1. Satz (daher Vorsicht beim Spielzeitenvergleich).
    Mir wäre etwas mehr Hall recht gewesen, aber die meisten mögen es ja so direkt, ist auch in Ordnung.
    :top: Khampan

    Hier eines meiner Musikstücke für die Insel in der Kategorie "selber Spielen" (herrliche 1. Bratschenstimme) .


    Brahms Streichsextett B Dur

    bitte nichts gegen die 1. Bratschenstimme im 2. Streichsextett op 36 -
    32 Takte lang g-fis-g-fis... macht mich jedesmal von Anfang regelrecht betrunken.


    Seltsamerweise kann ich von Brahms mit dem jeweils ersten von den zwei Streichsextetten / Streichquintetten / Orchesterserenaden wenig anfangen, wogegen ich für das jeweils zweite (op 36, 111 [!!!], 16) alles liegen und stehen lassen würde.
    ...............................................


    Hier mal wieder Zeit für Eduard Tubin



    CD 1 Sinfonie 1+5
    Erfahrungsgemäß ist erst wieder Ruhe, wenn ich die ganze Box durch habe. Die wichtigste Entdeckung, die ich Freund teleton (u.a.) zu verdanken habe. Für mich nach Sibelius und Nielsen der bedeutendste nordische Sinfoniker. Erstklassige BIS-Aufnahmen.


    :wink: Khampan

    Lieber Dominik,


    du hast vollkommen recht. Ich habe es mir extra verkniffen, Currentzis zu erwähnen.
    Allerdings finde ich dass es wenig bringt, zwei benachbarte Extrempositionen zu vergleichen (Vergleiche sind ohnehin immer problematisch).

    Interessant in diesem Zusammenhang auch die ersten fünf Sinfonien von Savall, die ich für sehr gelungen halte und vielleicht sogar Järvi vorziehen würde. Leider fehlt da halt noch 6 bis 9 ...

    auch hierzu volle Zustimmung.

    kurz zu Adam Fischer - Beethoven

    Ich komme über keine Expo hinaus - schalte dann jedesmal auf Antonini um. Ich finde Fischer einen Hauch verbissen.

    kann ich nachvollziehen.
    Nur würde ich das nicht verbissen nennen, sondern A. Fischer treibt einfach die gegenwärtige Mode der Detailüberzeichnung noch ein wenig weiter als andere.
    Wer den Nervenkitzel sucht, wird hier reichlich fündig. Wie ein Amazon-Rezensent schreibt: "Fischers Spiel mit laut und leise, mit Crescendi und decrescendi, die Akzentuierung von Einzelheiten, die ich so noch nicht wahrgenommen hatte, finde ich aufregend und fesselnd."
    Für mich ist das allerdings zum größten Teil Effekthascherei. Wer findet noch eine Stelle, wo man ein Crescendo oder Decrescendo einbauen, eine Pause verlängern, die Hörner hineinrotzen lassen kann?
    Ist die Musik sonst zu langweilig...?!


    Ein Lob und ein Tadel für die Tontechnik:
    Der Klang ist super. Auch leicht zugespitzt, aber das passt zur Interpretation. Beispielsweise sind die antiphonischen Violinen weit links und rechts fast solistisch zu orten, immerhin dadurch die Wechselspiele klasse zu verfolgen (diese Effekte sind tatsächlich einkomponiert und so gut selten zu hören).
    Eine sehr unsensible Wiederholungskopie ist mir aufgefallen. Da werde ich bei Gelegenheit etwas stiefer schürfen.


    Wenn Mauerblümchen durch ist, gibt es doch hoffentlich ein Fazit im entsprechenden Thread?
    Grüße,
    Khampan

    aber speziell murailles d'eau - da wächst kein Gras mehr

    eine Marotte von mir ist, dass mich Einzelsätze nur im Zusammenhang interessieren...
    Zunächst sehe ich mir Satzbezeichnungen oder -beschreibungen gar nicht erst an (soweit es sich vermeiden lässt), um einen Eindruck rein aus der Musik heraus zu bekommen.
    Also schaun wir mal. Kann ein paar Monate oder Jahre dauern.


    Manchmal ist der Eindruck freilich so stark wie im 3. Satz von L'Ascension, dass ich heulend da saß und mir sagte: Ich-will-das-spielen! (Mein Lehrer gibt mir die Noten. Ich nach einer Woche: schluck... und der 2. Satz ist noch schwerer)
    :wink: Khampan

    Messiaen Orgelwerke

    Nicht wahr? Eine völlig singuläre Tonsprache, dabei irgendwie fasslich ... das Cover der DG-Box passt m. E. großartig zur Musik.


    Danke euch beiden für die Anregung. Die Quasi-Trilogie aus L'Ascension (das ich selber immer wieder versuche zu spielen), Messe de la Pentecôte und Méditations sur le Mystère de la Saint Trinité gehört seit langem zu meinem unverzichtbaren Kanon.


    Bei bisherigen Durchhörsitzungen - gleiche Aufnahme aus dieser Wunderkiste

    - bin ich allerdings meist beim Livre d'Orgue ausgestiegen, mit dem ich nicht klar komme.


    Jetzt also direkt Start bei Track 8 von CD 12, Le Livre du Saint Sacrement. Erstmalig mit meinen neuen subwooferbestückten Lautsprechern. Live feeling.
    Ich höre unter anderem für Messiaen ungewohnte Tonarten, Des-Dur, As-Dur, Es-Dur, nanu? Überhaupt scheint der Klang ein noch wichtigerer kompositorischer Aspekt geworden zu sein als in früheren Werken (mag ich falsch verstehen, egal). Jedenfalls überraschend wenig Gemeinsamkeiten mit dem vorangeganenen Livre d'Orgue. Erheblicher Suchtfaktor spürbar.
    Mehr will ich fürs erste gar nicht sagen und wissen. Erst mal für ein paar Jahre den Nachholbedarf ausgleichen, dann weiß ich vielleicht mehr.
    <3 Khampan

    Ich habe etwas zum Theme Energieverbrauch gefunden, weiss aber nicht, wie verlässlich es ist. Langer Artikel hier:


    https://www.iea.org/commentari…ct-checking-the-headlines

    hm, der Artikel bleibt aber noch ziemlich ungefähr. Was interessieren mich 30 Minuten Netflix-Stream... es geht um MB bzw. GB.
    Unklar bleibt auch ob nur die Energie der data centres berücksicht wurde oder auch die Infrastruktur plus durchschnittlicher Verbrauch beim Konsumenten. Und genau hier wäre noch nach mobilem und "stationären" Empfang zu unterscheiden.
    Immerhin wird meine Vermutung bestätigt, dass mobiles Streaming viel mehr Energie verbraucht, aber auch hier fehlen konkrete Zahlen.


    (Ich lade mein Smartphone einmal in der Woche auf und finde das muss reichen)

    Laut dieser Seite janavirgin.com/CO2/CO2GLE_about.html benötigt die Übertragung von 1 GB ca. 13 kWh oder gut 7 kg CO2.

    das ist leider keine sehr auskunfstfreudige Seite. Gerade der Link, der diese 13 kWh pro 1 GB belegen soll, ist nicht mehr aktiv.
    Neuere und vor allem ernstzunehmende Zahlen würde mich sehr interessieren. Wir haben doch einige IT-Spezialisten hier an Bord?


    Auf alle Fälle denke ich dass Streamen per mobile Verbindung sehr viel energiehungriger ist als über Kabel (nur so ein Gefühl. vielleicht täusche ich mich). Eine Bilanzierung des Energieverbrauchs sollte u.a. hier differenzieren.

    ich muß überlegen, ob mir so etwas wie ein bluetooth- Kopfhörer nützlich sein kann .

    bei Blauzahn sollte man immer bedenken, dass die Klangqualität unweigerlich deutlich eingeschränkt ist. Das geschieht automatisch, und es führt leider kein Weg dran vorbei. Höhersetzen der Datenrate wie bei mp3 ist auch nicht möglich.
    Zum Hören beim Joggen oder Autofahren mag das noch in Ordnung sein, aber ernsthaft zu Hause und auch noch Klassik kann man damit nicht empfehlen.

    kurze Anmerkung zu Bismuth spielt Biber Rosenkranzsonaten...

    Heute war mir danach. Keine Ahnung, wie diese Aufnahme von den Experten eingeordnet wird. Vom Hörvergnügen her ist es bei mir nicht ungetrübt, aber noch befriedigend.

    es beruhigt mich, dass die tontechnischen Mängel (mal gemutmaßt dass die für dein eingeschränktes Vergnügen verantwortlich sind) nicht unbemerkt bleiben. Vor 6 Jahren schrob ich hier was dazu, oder auch da. Seitdem sind noch einige hervorragende Aufnahmen dazugekommen, was den Qualitätsunterschied umso evidenter erscheinen lässt.


    Khampan

    Wie auch immer die DG auf die Idee kam, ausgerechnet diese beiden für das Brahms-Projekt zusammenzubringen - das Resultat finde ich durchaus überzeugend. Und das, obgleich ich den Pianisten Barenboim ansonsten zumeist nur so mittelgut finde ...


    Du meinst, zwei Pianisten wie Ugorski und Barenboim tun sich zusammen, um so einen Schinken wie Brahms op 34 b einzustudieren?!
    Nee nee, das wird hier natürlich wie alle anderen vierhändigen Stücke von Alfons und Aloys Kontarsky gespielt.

    Ja, du könntest Recht behalten. Will ich nicht hoffen. Musikalischer Fluss wird sodann als Makel empfunden, zerhackt als Lob. Moderne Zeiten.

    Modeerscheinungen müssen anscheinend erst bis zum Extrem getrieben werden, bis man ihrer überdrüssig wird. Da ist (leider) noch Luft nach oben.

    Bruno Leonardo Gelber - ein Kapitel für sich

    :top:

    Hier lief auch Bruno-Leonardo Gelber, aber mit der 2. Chopin Sonate, die mir gerade den Atem verschlagen hat.
    Es steht dabei es sei eine Studio Aufnahme von 1979.


    Gelber hat weniger als andere einen Unterschied zwischen Konzert und Studioaufnahme gemacht. Es ging ihm nicht um Perfektion, jedenfalls nicht mehr als auch im Konzert möglich war, und er hat nur so viele Takes gespielt wie es ihm mit vollem emotionalen Einsatz möglich war. Ich denke das hört man.

    Ich finde die Homburger in deiner Liste garnicht... Tomaten auf den Augen?


    Oh sorry. Nein, ich hatte Tomaten auf den Augen, hab aus Versehen in die Aufnahme von Susanne Lautenbacher hineingehört.
    Böse Verwechslung. Homburger kenne ich nur ausschnittweise, die Aufnahme hat ihren Reiz (nur klanglich nicht so).


    Dass ich "jede Version als bereichernd empfinden" könnte, kann ich für mich nicht ganz sagen. Aber im Grunde hast du recht, dass die unglaublich vielfältigen Realisierungsmöglichkeiten der Rosenkranzsonaten eine große Bereicherung anbieten, musikalisch, geistig, geistlich, klanglich.

    Wie immer, ich mag diese Version zwar sehr, aber ganz oben auf meiner persönlichen Skala liegt nicht sie, da steht Manze, knapp gefolgt von Holloway und Alice Pierot.


    Mit den Rosenkranzsonaten ist's halt so, daß ich noch jede Version als bereichernd empfand. Es gibt so viele unendlich scheinende Möglichkeiten sie zum Leuchten zu bringen...

    :cincinbier: Khampan

    Die Aufnahme ist in meinen Ohren ganz famos, aber ich finde sie bei keinem Vertragspartner mehr, sie scheint restlos vom Markt verschwunden - was ein Jammer wäre...

    bei Youtube ist sie nebst vielen anderen Aufnahmen der Rosenkranz-Sonaten anzuhören, siehe meine Liste im einschlägigen Thread.
    Angesichts vieler geigerisch (und auch aufnahmetechnisch) sagenhaft guter Konkurrenzaufnahmen kann ich deine Begeisterung nicht so ganz teilen, gönne dir aber die Freude daran.

    Sir Charles Villiers Stanford: Partsongs

    Zwei kleine persönliche Wermutstropfen: der Klang ist mir deutlich zu hallig und der klangliche Fokus liegt - meine ich - zu stark auf den hohen Stimmen.


    Das Problem ist richtig erkannt, wenn auch nicht ganz korrekt beschrieben.
    Die tiefen Frequenzen fehlen bei dieser Aufnahme leider völlig. Der reichliche aber eigentlich schöne Hall wäre in Ordnung, wenn er über das ganze Frequenzspektrum abgebildet wäre. Auf dieser Aufname fehlen die tieffrequenten Hallanteile, wodurch es unnatürlich und überhallig wirkt.
    Ein klarer Makel der Aufnahmetechnik. Vermutlich wurden nur Nierenmikrofone benutzt, die eine Balance der Stimmen in erster Näherung erleichtern, aber genau solche Effekte hervorrufen können (nebst fehlender Tiefenstaffelung). Nieren haben keinen Bass außerhalb der optimalen Entfernung < 2 m. Dass der Frequenzgang entfernungsabhängig ist, wird leider häufig ignoriert.
    [Bei Kugelmikrofonen ist das vom Prinzip her anders, da ist der Frequenzgang unabhängig von der Entfernung. Seltsamerweise werden Kugelmikrofone in Amateurkreisen seltener eingesetzt. Ich kämpfe seit eh und je hartnäckig dagegen an.]
    Schade um den guten Chor und das schöne Repertoire.

    Ergebnis: Jede Gruppe bestätigte nach dem Hören, was ihr vorher über das Stück gesagt wurde. Jedenfalls stark überwiegend.

    ... dass eine der vielen Herausforderungen beim Musikhören darin bestehen könnte, sich von den Einflüsterungen anderer frei zu machen.


    Ich denke, der Schluss aus diesem Experiment ist, dass man leicht in die Falle gerät, das zu hören was man zu hören erwartet.


    Mein Klavierlehrer berichtete von einem ähnlichen Experiment, bei dem zwei Gruppen ein und dieselbe Klavieraufnahme vorgespielt wurde. Der einen Gruppe wurde der richtige Pianist genannt (ich glaube es war Backhaus), der anderen wurde gesagt, es handelte sich um einen Studenten.
    Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen.


    Bei Musikaufnahmesessions besteht immer die Gefahr zu glauben, dass es von Take zu Take besser wird. Oft genug haben am Ende einfach nur alle die Schnauze voll und bilden sich des lieben Friedens willen ein, der letzte Take wäre der beste gewesen.


    In eine ähnliche Richtung geht die Erfahrung, die wir vermutlich alle schon gemacht haben, nämlich dass wir eine Aufnahme umso besser finden, je öfter wir sie gehört haben. Natürlich ist das nicht immer so, und es ist auch gar nichts schlimmes dabei.


    Es zeigt nur dass Hörempfindungen ziemlich leicht beeinflussbar sind. Ich nehme mich diesbezüglich keineswegs aus.
    Eine für mich interessante Frage wäre noch, wer von den beiden Hörtypen (emotional / analytisch) urteilssicherer ist, also weniger häufig in die besagten Fallen tappt. Ich fürchte, der emotionale Hörer hat die Nase vorn, möglicherweise weil er sich weniger von kleinen Details ablenken lässt.