Beiträge von Fallada

    Eine meiner bevorzugten Aufnahmen von Arturo Toscanini ist diese:

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    die EROICA mit dem NBC Symphonie-Orchester vom 6.12.1953. Eine strenge, unerbittliche, vorwärtsdrängende Darstellung, die das Bild vom ursprünglichen Widmungsträger, Napoleon Bonaparte, förmlich aufdrängt. Außerdem tempomäßig nahe den Metronomangaben Beethovens. Lange bevor es Leibowitz gab!

    LG, Fallada

    Aber eben eher Alptraum, weil bereits die Ouvertüre mit 15 Minuten zu Buche schlägt und der Hochzeitsmarsch ist nur was für HardCore Fans, eher für Rollatoren interpretiert.

    O Gott, das hört sich ja fürchterlich an!
    Wie gesagt, ich kenne den Mitschnitt nicht, kann mich auch nicht erinnern, ihn jemals in den Katalogen gesehen zu haben. Vielleicht war es ein privater Mitschnitt?

    In seiner Londoner Studio-Aufnahme benötigt Klemperer für die Ouvertüre 12.50 Min., das ist auch nicht gerade flott, aber im Vergleich zu Kubelik (11.44) und Kempe (12.05) auch nicht daneben. Leinsdorf ist mit 12.48 praktisch gleichauf mit Klemperer. Für den Hochzeitsmarsch braucht Klemperer exakt 5 Min., da ist er sogar schneller als Kempe (5.16), wird allerdings von Kubelik (4.39) und Leinsdorf (4.23) auf die Plätze verwiesen.

    LG, Fallada

    Ich erinnere mich noch an die 2. Mahler

    Hallo, Armin Dietrich,

    stimmt! Die hatte ich total vergessen (bin nicht so der Mahler-Fan).


    Bei Emi gabe es Folgendes aus "Bayern"
    Mahler 2, Bruckner4, Beethoven 4 und 5, Mendelssohn 3 mit Schubert 8, Mitsommernachts(hier eher ein Alp)traum, mit Hebriden.

    Hallo Doc Stänker,

    an einen "Sommernachtstraum" aus München kann ich mich allerdings nicht erinnern. Es gibt m.W. nur die Studioproduktion aus London, von 1960:

    und die ist alles andere als ein Alptraum! Für mich eine der schönsten Aufnahmen dieser Musik.
    Außerdem gibt es noch einen Mitschnitt der Ouvertüre aus Amsterdam, mit dem CGO.

    LG, Fallada

    Eine ebenfalls schon betagte, aber sehr schöne Aufnahme wurde bisher hier noch gar nicht genannt:

    mit Suzanne Danco (Sopran), Gerard Souzay (Bariton),
    sowie dem Orchestre de la Suisse Romande & Chor, Dirigent: Ernest Ansermet.
    Die Aufnahme stammt aus der frühen Stereozeit, ca. 1960 produziert, klingt aber für ihr Alter ganz fabelhaft.

    Die Solisten sind erste Sahne, der Dirigent war ein anerkannter Spezialist für (nicht nur) französische Musik, nur der Chor klingt ein wenig schwach. Das ist aber leicht zu verschmerzen, angesichts der übrigen Leistungen.

    LG, Fallada

    Bei der Neunten unbedingt auch mal in die alte EMI-Einspielung noch mit dem Philharmonia Orchestra reinhören, es lohnt sich !!

    Auch wenn die Eintragung schon 2 Jahre alt ist (habe sie eben erst entdeckt), hier spielt Karajan nicht mit dem Philharmonia Orchester, sondern mit den Berliner Philharmonikern. Die Aufnahme wurde in Berlin produziert, Ende 1957/Jan. 1958, und ist eine der ersten mit den Berlinern nach seiner Ernennung zum Chefdirigenten. Webers "Aufforderung zum Tanz" wird vom Philharmonia Orchester gespielt, aufgezeichnet 1958 in London (beide bereits in Stereo).

    LG Fallada

    das Sibelius - VC mit Francescatti/Bernstein

    Hallo teleton,

    ja, auch ich halte die Aufnahme für eine der besten dieses Konzerts, in einer Reihe mit Heifetz/Reiner und Oistrach/Ormandy.
    Zino Francescatti war ein großartiger Geiger - seine Aufnahme des Beethoven-Konzerts mit Bruno Walter zählt bis heute zu meinen Lieblingsversionen:

    Warum sie mit der Aufnahme Oistrach/Ormandy des Sibelius-Konzerts gekoppelt wurde, wird wohl ein Geheimnis von SONY bleiben. Nichtsdestotrotz versammelt die CD in der günstigen "Essential Classics"-Serie zwei wunderbare Interpretationen.

    LG Fallada

    Keine Sinfonie von Jean Sibelius eignet sich zum Einstieg besser als seine Zweite. Viele herausragende Aufnahmen sind hier schon genannt und gewürdigt worden. Eine aber fehlt, und die gehört ganz sicher zu den besten, die ich bis heute gehört habe:

    Carl von Garaguly mit dem Gewandhausorchester Leipzig (Aufnahme: ca. 1963).
    Der Dirigent, gebürtiger Ungar, wirkte lange Jahre in Skandinavien und später auch in der DDR. Aus dieser Zeit stammt die vorgestellte Aufnahme, die nicht nur klanglich, sondern auch interpretatorisch in die erste Reihe gehört. Leider ist Garaguly bei uns so gut wie ein Unbekannter; kaum jemand weiß seinen Namen. Er wurde 1900 in Budapest geboren und starb 1984. Sein unermüdlicher Einsatz für Sibelius hat ihn, vor allem in Skandinavien, berühmt gemacht. Bei uns fristet er bis heute ein Schattendasein. Deshalb möchte ich ihn mit dieser aufsehenerregenden Aufnahme in Erinnerung bringen.

    LG Fallada

    Es ist heute kein Geheimnis mehr (Heyworth), dass Klemp zur Zeit der Studioaufnahme der 7. in nicht besonderer Verfassung war.

    Hallo Doc,

    das halte ich nun aber für ein Gerücht. So wird z.B. immer wieder die Schumann-Sinfonie 4 unter Klemperer besonders hervorgehoben, als die mit Abstand beste des ganzen Zyklus, der zwischen 1960 und 1969 entstand. Es heißt, daß Klemperer im Mai 1960, also in etwa zu der Zeit, als auch Bruckner 7 in den Kasten gelangte, einen künstlerischen Standard erreicht hatte, der später kaum je wieder erreicht oder gar übertroffen wurde.
    Im übrigen lobt der Kritiker Karl Schumann in der Siebenten von Bruckner die "große herbe Strenge, ohne Theaterdonner und falsche Weltanschaulichkeit", andere heben die großen Steigerungen, die durchgehaltene Spannung, die wunderbaren Blechbläser und Pauken (das Philharmonia Orchestra galt damals als eines der herausragenden Orchester Europas) hervor, und FonoForum nannte die Aufnahme einen "Gipfel der Bruckner-Rezeption".

    Natürlich kommt das alles immer auf das Auge des Betrachters (hier besser: auf das Ohr des Hörers) an, und persönliche Vorlieben mögen auch eine Rolle spielen, aber davon abgesehen ist die alte Klemperer-Aufnahme für mich ein Paradestück. Die von Dir genannten Live-Mitschnitte kenne ich leider nicht; um solche mache ich meist einen großen Bogen, wegen der zahlreichen Unwägbarkeiten, wie Nebengeräusche, Tonschwankungen etc. Das hat sich inzwischen deutlich verbessert, aber als Klemperer noch öffentliche Konzerte gab, musste man das mit in Kauf nehmen, und mir verleidet das dann die ganze Aufführung.

    LG Fallada

    Da bringe ich jetzt mal eine ganz eigenwillige Aufnahme ins Spiel, die bisher noch nicht genannt wurde:

    Leopold Stokowski und das National Philharmonic Orchestra (Aufnahme: November 1976, London).
    Der musikbesessene Amerikaner ergeht sich in einem wahren Farbenrausch, "mehr Stokowski als Sibelius", möchte man an manchen Stellen sagen, aber die Darstellung ist im ganzen faszinierend und wirft ein ganz neues Licht auf das Werk. Klanglich ist die Aufnahme ganz große Klasse. Auf der Doppel-CD, die ganz dem Komponisten Sibelius gewidmet ist, gibt es außerdem noch das Violinkonzert (Francescatti/Bernstein), Karelia-Suite & Valse triste (Ormandy), Finlandia (Hickox) und die 2. Sinfonie (New York PO, Schippers). Alles hörenswerte, z.T. sogar großartige Interpretationen (Violinkonzert!)

    LG Fallada

    Erstaunlich finde ich, dass ein so bedeutender Bruckner-Dirigent wie Otto Klemperer in diesem Thread, der immerhin inzwischen auf 8 Seiten angewachsen ist, so gut wie keine Rolle spielt! Dabei hat er die Sinfonien No. 4-9 sämtlich im Studio aufgenommen, und seine Siebente finde ich ganz besonders gelungen:
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    Die Aufnahme entstand im November 1960 in der Kingsway Hall, London; Produzent war Walter Legge.
    Es war seinerzeit meine allererste Erfahrung mit Bruckner, noch auf LP, und später habe ich mir die Aufnahme wieder auf CD zugelegt. Eine fein strukturierte, typische Klemperer-Interpretation, wie aus einem Guss, die Tempi sind moderat, und der Stereoklang ist nach digitaler Aufbereitung ausgezeichnet. Hier noch die Spielzeiten: 1. 19.48 - 2. 21.46 - 3. 9.35 - 4. 13.40 Minuten.
    Trotz Wand, Karajan (2x), Böhm, Rosbaud und Jochum gehört meine Vorliebe noch immer Old Klemp, wenn es um dieses Werk geht.

    LG Fallada

    Lieber b-major,

    vielen Dank für den Hinweis auf Tschaikowskys Vierte mit Fritz Reiner. Ich habe von ihm lediglich die Nr. 6 mit dem CSO, eine Studioproduktion von RCA, während es sich hier ja um eine Live-Aufführung handelt. Trotzdem - jede Reiner-Aufnahme ist wertvoll und sollte beachtet werden. Ich wusste bis heute nichts von der Existenz dieses Mitschnitts.

    LG Fallada

    Gleich zwei "Mignons" zieren meine CD-Sammlung:
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    Es sind allerdings Querschnitte, deutsch gesungen, aber vom Feinsten:
    1) Pilar Lorengar (Mignon), Ruth-Margret Pütz (Philine), Fritz Wunderlich (Wilhelm Meister), Gottlob Frick (Lothario),
    mit dem Chor der Komischen Oper Berlin & Berliner Symphoniker, Dirigent: Berislav Klobucar (Aufnahme: EMI-Electrola 6/1961, Grunewaldkirche Berlin).

    2) Irmgard Seefried (Mignon), Catherine Gayer (Philine), Ernst Haefliger (Wilhelm Meister), Kieth Engen (Lothario);
    Chor Raymond St. Paul, Lamoureux-Orchester Paris, Dirigent: Jean Fournet (Aufnahme: DGG 1963, Paris).

    Beide sind so gut gelungen, und in beiden wird ganz herrlich gesungen, so dass ich nie Lust auf ein französisches Original verspürt habe. Auch tontechnisch sind die Stereo-Aufnahmen in bester Ordnung.

    Ein Vergleich Rosenkavalier / Mignon scheint mir doch recht gesucht, handelt es sich doch um gänzlich unterschiedliche Werktypen. Richard Strauss war mit seinen Kritiken an Werken seiner "Konkurrenz" nicht zimperlich. So äußerte er nach einem Dirigat von Flotows "Martha": " ….. und schwer ist der Mist auch noch!" Das sollte man alles nicht zu ernst nehmen - Futterneid eben!

    LG Fallada

    Ich habe da andere Daten gefunden: 19. & 21. September 1962.

    Hallo,

    zunächst einmal habe ich mich über die lebhaften Reaktionen auf meinen Beitrag gefreut. Vielen Dank.

    Ja, mit den Aufnahmedaten das ist so eine Sache: b-major schreibt "1.-4.9.1962", Josquin Dufay nennt den 19. u. 21.9.1962.
    Auf meiner CD (das ist die aus der "Historic"-Reihe, mit den Egmont-Auszügen) steht vermerkt: "Recorded 11 & 13 September 1962". Wie auch immer, feststeht wohl, dass sie im Sept. 1962 eingespielt wurde.
    Für mich war und ist der Name "Szell" immer ein Gütesiegel gewesen, ich kenne von diesem Dirigenten nichts Schlechtes. Vielleicht mag sein Brahms "besser" sein als sein Mozart, aber das scheinen mir wirklich Nebensächlichkeiten zu sein. Ich war jedenfalls von der Tschaikowsky 4 richtig begeistert, sie ist klanglich super, und Szell ist mit Eifer und Akribie bei der Sache.
    Jetzt bin ich natürlich gespannt, welchen Eindruck b-major von der Live-Aufnahme aus 1968 mit dem Cleveland O. gewinnt. Vielleicht teilt er uns diese demnächst hier mit.
    Die alte Fricsay-Aufnahme von 1953, die Mauerblümchen genannt hat, ist auch in meinem Besitz, ich habe sie aber sehr lange nicht gehört. Bei den großen Orchesterwerken ist mono nun einmal ein großer Nachteil, alles klingt zu kompakt.

    LG Fallada

    Habe kürzlich diese alte Aufnahme ausgegraben und fand sie ganz einfach fantastisch:
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    George Szell und das London Symphony Orchestra (Aufnahme: 9/1962, Walthamstow Assembly Hall, London).
    Eine ganz großartige Stereo-Aufnahme in typischer DECCA-Qualität, und Szell holt das Letzte aus dem Orchester heraus.
    Allerdings bin ich im Bekanntenkreis überhaupt nicht auf Gegenliebe damit gestoßen; man fand sie vordergründig, grell, unengagiert, kurzum, alles was Szell normalerweise ausmacht, wurde dieser Aufnahme abgesprochen. Ich kann das negative Urteil nicht teilen. Kennt jemand hier die Aufnahme? Es gab (gibt) sie in verschiedenen Ausgaben auf CD.
    Als Argument wurde u.a. vorgebracht, daß Szell die Veröffentlichung zu seinen Lebzeiten verhindert hat. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber für mich ist es neben Mrawinsky (DGG) eine der schlüssigsten Versionen dieser Sinfonie.

    LG Fallada

    Ich bin mit dieser alten Aufnahme der Streicherserenade quasi großgeworden:

    Um den Thread nicht zu verlassen, beschränke ich mich auf Tschaikowski: hat mich ganz nett unterhalten, aber nicht begeistert.

    Ich bin mit dieser alten Aufnahme der Streicherserenade quasi groß geworden:
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    Ferenc Fricsay mit dem RIAS Symphonie-Orchester Berlin; Aufnahme: 1952, Jesus-Christus-Kirche, Berlin.
    Obwohl es eine Monoproduktion ist, klingt sie sehr schön und transparent. Ich ziehe sie noch heute meinen anderen Versionen (Karajan 2x, Ormandy, Barbirolli, Orpheus CO) vor.

    Und mich hat sie von Anfang nicht nur nett unterhalten, sondern regelrecht begeistert. Vor allem der 2. Satz (Walzer) ist ganz großartig, erinnert mich immer an eine Schlittenfahrt.

    Gruß Fallada

    Eine durchlichtete, wunderbar heitere Interpretation von KV 467 ist hier noch gar nicht genannt worden:

    Artur Rubinstein, Klavier und das RCA Symphony Orchestra, Dir.: Alfred Wallenstein (Aufnahme: 4/1961, stereo).
    Der große Künstler spielt im 1. und 3. Satz eigene, schön angepasste Kadenzen, und das gekoppelte Konzert KV 466 (mit der Beethoven-Kadenz im Kopfsatz) ist ebenfalls großartig gespielt.

    Gruß, Fallada

    Im Reigen der großen AIDA-Aufnahmen darf diese hier m.E. nicht fehlen:
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    mit Leontyne Price (Aida), Grace Bumbry (Amneris), Plácido Domingo (Radamès), Sherrill Milnes (Amonasro) u.a.
    John Alldis Choir & London Symphony Orchestra, Dirigent: Erich Leinsdorf.
    Über diese - leider hierzulande wenig beachtete - Aufnahme schreibt Michael Wersin in seinem CD-Führer: " ..... eine hinsichtlich der Qualität der Sänger und der dramatischen Durchgestaltung überragend geschlossene Version von 1970. Leontyne Price ist eine in puncto Gestaltungskraft und stimmliche Präsenz kaum zu übertreffende Aida, und .... Plácido Domingo sowie ..... Grace Bumbry sind ebenbürtige Partner in dieser glühenden, mitreißenden Aufnahme".
    Nach meinem Empfinden singt die Price hier noch weitaus besser als in der bekannten Solti-Aufnahme von 1962 (Decca), in der sie ein bisschen kühl und unbeteiligt rüberkommt.