Beiträge von Penthesilea

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    Guten Tag.


    Nach deiner Definition handelt es sich hierbei also auch um eine Verfilmung biblischer Stoffe?


    Ich habe schon gedacht. dass solche (eher ironisch gemeinte) Frage auftauchen würde. Aber ich habe ja auch nicht so genau formuliert, was biblische Stoffe angeht. Egal, wenn man das so oder so anders sehen will, sollte man das tun. Wenn jemand meint, dass "Ben Hur" so wenig mit Bible zu tun hat wie "South Park", dann ist das auch eine respektable Meinung. "South Park" ist ja immer hin viel lustiger als "Ben Hur". Aber wegen der fehlenden christlichen Religiösität ist "South Park" meilenweit davon entfernt, irgendwie mit Bibel zu tun zu haben.


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Abend.


    Zitat von »Penthesilea«
    "Ben Hur"-Remake reitet gerade auf der Welle der Verfilmung von biblischen Stoffen in Hollywood mit.


    Wobei Ben Hur kein biblischer Stoff ist, sondern eine Erfindung von Lew Wallace.


    Deshalb spricht man von Verfilmung von biblischen Stoffen (nicht von Bibelverfilmung, oder einfach Romanverfilmung). Nicht unmittelbar mit Bibel zu tun, aber wenn ein Film biblische Ereignisse bzw. Figuren beinhaltet, dann kann man das schon als "Verfilmung biblischer Stoffe" bezeichnen. Warum solche verfeinerte Kategorisierierung? Ich weiß nicht.


    Ach ja, noch eine dringendere Frage wäre, wie schwul das Remake sein wird. An dem Punkt wird "Ben Hur" von 1959 mit Sicherheit dem Remake phallushoch überlegen sein.


    Schönen Abend.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Ich habe nix dagegen, Ben Hur neu zu verfilmen. Wer das sehen will, sollte das tun. Wer nicht will, dann nicht.


    "Psycho"-Remake


    "Psycho"-Remake war wirklich überflüssig, weil Gus van Sant einfach Hitchkock nacheiferte, ohne irgendeinen Sinn der Neuverfilmung zu geben. Ben Hur-Remake geht deutlich in eine andere Richtung. Das zeigt ja die Regie-Auswahl von Timur Bekmambetov. Es wird sicher so ein sinnbefreites Action-Spektakel, dass jeder Zuschauer sein Eintrittsgeld mit dem Rest seines noch vorhandenen Hirns an die Kinokasse abgeben sollte. Also, "Ben Hur" für die Generation Justin Bieber. Warum auch nicht?


    lieber Blockbuster-Aufgüsse als neue Impulse in Sachen Unterhaltungskino.


    "Ben Hur"-Remake reitet gerade auf der Welle der Verfilmung von biblischen Stoffen in Hollywood mit. Ich denke mal, dass mehr solche Remakes von Klassikern ins Kino kommen könnten, wenn "Exodus" am Weihnachten Hollywood einen Kassenerfolg bescheren würde.


    Und wenn Timur Bekmambetov mal so einen blutrünstigen "Ben Hur" wie "wanted" liefern würde, werde ich sicher den besichtigen. Aber "Abraham Lincoln: Vampirjäger" war echt lahm… ein paar nette Action-Szenen, aber sonst…. nur noch pfui.


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.

    Wieso? Gibt's da ein Director's Cut?


    Eindeutig Jain. Auf BR befindet sich sog. "extended action cut". Dabei sieht man ein wenig mehr Blut. Aber Handlung selbst bleibt mehr oder weniger unverändert. Auf DVD gibt es nur noch die Kinofassung. Genauere Unterschiede sind hier gelistet:


    "http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=594947"



    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Aber kaum tritt so jemand als C-Promi in einem Schlagerwettbewerb auf, jubeln ihm/ihr alle zu.


    So einfach war das nicht, zumindest glaube ich. Sie/Er begann eigentlich als ein chancenloser Außenseiter (bei einigen Wettbüros. Frag mich nicht, welche. Ich habe auch nur so ungefähr in einer Zeitung gelesen). Nur, im Vorfeld dank osteuropäischer Anti-schwuler Propaganisten wie der armenische Kandidat Aram MP3 (zu der/dem Wurst: "unpassend", "nicht normal", "man muss sie/ihn heilen" - Ironie an: Hat Herr/Frau Wurst eine deutsche Krankenversicherung? Dann kann sie/er die Heilungskosten über die Krankenversicherung sicher abrechnen lassen: Ironie aus) und der russische Politiker Witali Milonow (Eurovision sei "europaweite Schwulenparade", "die Ausstrahlung der Sendung ist die Beleidigung auf Russen", "der Auftritt des Transvestiten auf derselben Bühne mit den russischen Künstlerinnen verdirbt die russische Seele" usw.) ist der Sympathie-Wert der Wurst unfreiwillig enorm gestiegen. Ich habe schon angenommen, dass Herr/Frau Wurst ganz vornen landen würde. Aber dass das sogar für den Sieg reichen würde, damit habe ich nicht gerechnet). Ich fand einfach herrlich, dass viele gegen solches homophobe Gelabber Telefon gegriffen und fleißig angerufen haben.


    keinem Interpret der Show auch nur einen Titel kaufen.


    Ich fand Isländer Pollapönk mit "No Prejudice" ganz witzig. Aber meine Lieblingskandidatin war natürlich die Polin (dazu am Ende noch mehr). Hier noch zu sehen und hören:


    "http://www.srf.ch/player/tv/eurovision-song-contest/video/esc-2014-%E2%80%93-island-pollapoenk-mit-no-prejudice?id=b109f056-ab6d-4995-8ec8-ccf7180356d7"


    die Punktvergabe, das finde ich immer lustig


    Ohne Punktvergabe hat die "europaweite Schwulenparade" gemäß Witali Milonow wirklich keinen Sinn. Ich sehe jedes Jahr eigentlich nur noch die Punktvergabe, aber der Wirbel um die Wurst hat mich dazu getrieben, die ganze Show anzugucken.


    Polen im Schnitt auf Platz fünf


    Ich hätte die Polin lieber auf Platz eins gesetzt. Was sie gesungen bzw. gerappt hat, interessiert mich überhaupt nicht. Aber die Butter machende Landarbeiterin in einer Tracht noch mal auf der Bühne zu sehen, hätte ich sie nach oben auf Platz eins geschoben... Dazu noch mit einer molkenden Bäuerin hätte die Polin den Platz eins gesichert. Einfach herrlich.


    "http://www.srf.ch/player/tv/eurovision-song-contest/video/polen-donatan--cleo-mit-my-s%C5%82owianie-we-are-slavic?id=77eba2e2-87c4-41fc-b818-835808ed956d"


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


     


    Ein ziemlich beeindruckender Film. Knapp 130 Minuten waren sogar viel zu kurzweilig (hätte noch mehr von dem Film gesehen). Von dem letzten Wagon mit der untersten Schicht zu dem dekadenten Leben der ersten Klasse hat man viel Zeit zum Nachdenken, ohne filmische Spannung zu verlieren. Und die Arbeit des Originalzeichner Jean-Marc Rochette kann man während des Films stets bewundern (er selbst ist im Film nicht zu sehen, nur seine zeichnenden Hände und die Zeichnungen).


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Für alle Matthäuspassionisten: Das niederländische Radio4 bietet z. Z. ein Matthäuspassion-Overkill an mit Koninklijk Concertgebouworkest.
    "http://concerthuis.radio4.nl/zaal/1/Oude_muziek_zaal/605/eerder_uitgelicht/"


    30er – Mengelberg (Ausschnitte)
    70er – Jochum
    80er – Harnoncourt
    90er – Chailly
    2010er – Iván Fischer & Philippe Herreweghe


    Matthäuspassion zum Unterladen (De Nederlandse Bachvereniging unter Peter Dijkstra):
    "http://www.radio4.nl/matthausdownload"


    Viel Vergnügung.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    als Wiener


    Hmm… BR wird über die Grenze zu Preußen hinaus gesendet, aber zu Österreich… unwahrscheinlich (noch). Aber Russland sendet hier ununterbrochen über Radio Impala seine k*tzige Propaganda über den geschiedenen kommenden Weltherrscher (wenn das so weit ist, werden wir alle auch ein Radio kriegen, das nur aus regimetreuer Propaganda besteht und nicht abschalten lässt wie in Nordkorea). Vielleicht überlegt noch BR auch über die Ausstrahlung in Österreich.


    Webradio


    Eh… DAB+ ≠ Web- bzw. Internetradio.
    "http://de.wikipedia.org/wiki/DAB%2B#DAB.2B"


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    BR Klassik soll ab 2016 nicht mehr über UKW sondern nur noch über DAB und per Internet ausgestrahlt werden.


    Als ein Nicht-Bayer habe ich zu dem Thema nichts zu melden (über UKW kann ich in dieser preußischen Provinz sowieso keine BR-Klassik empfangen). Nun, aber doch höre ich gerne mal mit meinem Küchenradio BR-Klassik, da sie auch hier über DAB+ ausgestrahlt wird. Und ich bin immer noch begeistert von dem rauschfreien Empfang. Das Küchenradio war auch der Anlass, komplett auf DAB+ umzusteigen. Mir gefällt auch die Zusatzinformation die während der Sendung eingeblendet wird: Musiktitel, Komponist, Interpreter usw. Deshalb, ich bin ziemlich leidenschaftslos, was UKW angeht.


    Sachsen ist noch rigoroser. Ab 2015 ist da mit UKW Schluss.


    Die freiwerdende Sendefrequenz soll das bisher digitale Jugendradio Puls bekommen.


    Ja. Für junge Smartphone-Generation eine nachvollziehbare Entscheidung. Alles-Könner-Smartphone ist i. d. R. nicht DAB+-fähig, aber noch UKW-fähig, daher… ;+)


    Mag auch BR Klassik über mein Radio empfangen - aber geht leider nicht


    Vielleicht doch.
    "http://www.digitalradio.de"
    Hier einfach unter "Empfang" Postleitzahl eintippen. Dann wird gezeigt, welche Sender man dort über DAB+ empfangen kann.


    Und ich bin kein DAB+-Lobbyist und verkaufe kein DAB+ Radio.


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Am Théâtre des Champs-Élysées gab es im Dezember eine Aufführungsserie von Poulencs "Dialogues des Carmélites" in absoluter Luxus-Besetzung, mit der Crème de la Crème der französischen Sängerinnen


    Die komplette Aufführung am 21. Dezember 2013 kann man über Internet oder Arte-Concert (Mediathek über smart-TV) gucken. Hier die Internetseite:


    "http://concert.arte.tv/de/olivier-py-inszeniert-poulencs-oper-dialogues-des-carmelites"


    Oder über Fernseher in die Mediathek von Arte reinschalten (rote Taste auf Fernbedienung). Wenn eine leistungsfähige Internet-Verbindung zur Verfügung steht, auch in circa HD-Qualität (720p) anguckbar. Mir scheint jedoch das Bild etwas zu unscharf als HD. Ich werde irgendwann mal genau reinschauen.


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Mit "Gehyptem" tue ich mich schwerer: Nominieren würde ich aber "Letztes Jahr in Marienbad", 1961 von Alain Resnais.


    Wer beleidigt einen meiner Lieblingsfilme?


    berhaupt "Jackie Brown": wie Tarantino hier auf das afro-amerikanische Kino der 70er Jahre anspielt (inkl. Besetzung von Pam Grier), das ist schon sehr gekonnt!


    Eine seiner Stärken von Tarantino wäre so eine absurde aber effektive Hybride herzustellen wie "Jackie Brown": "Foxy Brown" als Stellvertreter von Blaxploitation, gekreuzt mit "Die Rechnung geht nicht auf (The Killing)" von Stanley Kubrick. Man merkt erst mit "Jackie Brown", was für ein Visionär Stanley Kubrick tatsächlich ist. "Jackie Brown" kopiert 1:1 einen 50er Film "die Rechnung...". Und es funktioniert einwandfrei, immer noch.


    "Breaking the Waves" braucht das "Schmalz" als Schmierstoff


    Lars von Trier und Schmalz? Das wäre wirklich neu für mich. Lars "Ich bin ein Nazi" von Trier malträtiert gern seine weibliche Hauptrolle (wenn ich schon an "Antichrist" denke, was er meine hübsche Charlotte Gainsbourg und ihren kleinen Saftpresser angetan hat...). Das Leiden seiner weiblichen Protagonisten dient nur als ein Katalysator, der die unmittelbare psychische und physische Reaktion der Zuschauer hervorrufen soll. Diese gezielte Manipulation hat selten gemein mit Sentimentalität. "Breaking the waves" scheint mir sowieso eine freizügige Adaption von "Justine und das Unglück der Tugend" von Marquis de Sade, und Emily Watson als Justine (und ein bisschen Juliette). De Sade hätte sicher auch nicht gewollt, dass seine Leser so viel Mitleid für Justine empfinden würden.


    Catwoman ist einfach nur eine "gewöhnliche" Diebin, die, würde sie nicht einen Haarreif tragen, der an Katzenohren erinnert, ihren Namen gar nicht verdienen würde


    Wenn man Halle Berry als "Catwoman" gesehen hat, wird man Anne Hathaway "Cat" gegenüber nur kniend heulen können. Sogar atheistischer Ich würde in diesem Fall sagen: "Gott, ich danke dir!"


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.

    Da liefen in den Nebensektionen Panorama und Forum viele bessere Filme, die sich sicher im Wettbewerb gut gemacht hätten. The Demon within habe ich auch gesehen, aber bis auf die furiose Schlusssequenz mit der explodierenden Tankstelle habe ich den Film eigentlich schon längst wieder vergessen. Schade, dass Du offensichtlich nicht die beiden anderen chinesischen Wettbewerbsbeiträge Blind massage und Black coal thin ice gesehen hast. Das waren schon andere deutlich gewichtigere Kaliber. Und dem letztgenannten Film ist der goldene Bär von Herzem zu gönnen.


    Ich schaue mir selten Filme aus der Wettbewerb-Sektion an. Meiner Erfahrung nach beträgt die Wahrscheinlichkeit, einen guten Film dabei zu erwischen, unter 30 %. Bei Panorama-, Forum-, und Generation-Sektion eher über 50 %. Und wie immer, bei Retrospektive mehr als 90 %.


    Erwähnenswert ist, dass es bis vor kurzem noch streng verboten gewesen ist, Getränke und Nahrungsmittel in die Festivalvorführungen zu bringen. Das hat sich anscheinend zumindest in den Cinestar- und Cinemaxx-Kinos geändert. Vor ein paar Jahren habe ich es noch erlebt, dass ein Zuschauer mit einer Bierflasche in der Hand den Saal nicht betreten durfte. Dieses Jahr wurde nicht mehr so streng kontrolliert. Selbst im Friedrichstadt-Palast kullerte eine Flasche während der Vorstellung die Treppe hintunter. Zugeständnis der Berlinale an die Kinobetreiber?


    Ach ja, da fällt mir ein: Während der Vorstellung "the midnight after" holten ein Pärchen zwei Reihen vor mir mit aller Seelenruhe sein Sushi-Bento aus der Tasche, machte das Sojasoße-Tütchen auf, mischte mit Wasabi und fraß mit Dolby-Surround-Schmatz seine Sushis. Auf der Leinwand wurde gerade ein Mädchen zu Tode vergewaltigt und nach dem Tod noch weiter Leichenschändung getrieben. Es war irgendwie so surreal… Ich war schon längst von dem Film so genervt, dass mein Gedanke bereit irgendwo außerhalb des Kinosaals schwebte. Deshalb hatten mich das Gestank und Geschmatz von Sushi und Sojasoße nicht weiter gestört (obwohl ich auch gerne mal Sushi esse).


    Berlinale preist sich selbst als Publikumsfestival, aber mit solchem schlechten Programm unter dem Motto "Quantität statt Qualität" und mit solchem provinziellen Publikum muss man sich langsam fragen, wozu Berlinale überhaupt gut sein sollte. Vielleicht ist auch langsam Zeit, mal einen Neuanfang von Berlinale zu wagen. Haben Herr Kosslick und seine inkompetente Mannschaft langsam nicht das Rentenalter erreicht?


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Ich bin gerade nicht so verträglich mit schwer verdaulichen Themen, so habe ich diesmal gezielt unterhaltsame Filme (soweit ich vom Programmheft entnehmen konnte) ausgesucht. Und landete ich direkt in die Hölle der Depression. Ich weiß nicht, ob das meine Fehlentscheidung war, oder ob die meisten Filme diesjähriger Berlinale so abartig deprimierend waren. Einige Filme waren trotz ihrer freudlosen Grundstimmung durchaus interessant bis beeindruckend.



    Ein einsamer Erlöser: Calvary (John Michael McDonagh)


    Als John Michael McDonagh vor ein paar Jahren in Berlin seinen Film "The Guard" vorstellte, hielt ich den Film für "zu viel gewollt, aber zu wenig gedacht". Trotz der guten Ausgangsidee hielt der Film nicht bis zum Ende die Spannung. Einfach gab es zu viele nicht zu Ende gedachte Baustellen im Film. Umso mehr freut man sich zu sehen, dass er mit "Calvary" einen Riesenschritt nach vorne gebracht hat. Ein Erlöser-Drama, das überhaupt nicht tief religiös, sondern mehr humoristisch und herzlich wirkt. Nun macht ein Erlöser die Welt nicht besser, wenn keiner erlöst werden möchte. Lustig, traurig und nachdenklich – und das alles gleichzeitig hinzukriegen, das muss man erst schaffen. Und wunderbare Landschaftsaufnahmen von Irland taten den übermüdeten Berlinale-Augen echt gut wie ein Balsam.



    Thomas Hitzlsperger Syndrom: Sturmland (Viharsarok, Ádám Császi)


    Als ob es sich nach der Filmbeschreibung im Programmheft bei diesem Film um schwule Fußballer handeln würde, fand ich das schon einen ziemlich billigen Marketing-Gag. Wahrscheinlich die Erfolgsschiene des letzten Jahres "freier Fall" (schwule Polizisten!) wollte jemand kontinuierlich fortsetzen (Beide Filme werden von Salzgeber & Co. vertrieben). Ärgerlich, aber nun zurück zum Film: Zwei bzw. drei Jungs verlieben sich. Aber die böse Hetero-Welt zerstört die Liebe. Nun aber, Herr Császi nimmt mehr als genug Zeit, halbnackt Fußball spielende oder schwimmende Jungs zu zeigen (gut, wenn er denkt, dass er damit besser seinen Film verkaufen kann, bitte schön). Eigentlich das Interessante wie die innere Konflikte oder das Interagieren der Protagonisten wird so selten oder knapp filmisch dargestellt, dass ich die ganze Gefühlswelt der Protagonisten nur noch "ahnen" konnte. Und wiederum wie die schwulen Jungs von anderen Heterojungs derartig gemobbt werden, dafür hat man plötzlich so viel Zeit (aber Südkoreaner sind mit dem Thema Mobbing viel weiter. Dieses Jahr sogar mit zwei Filmen in Berlinale – "10 Minuten" und "Nachtflug". Nur die Mobbing selbst wird drastisch dargestellt, keiner der beiden Filme fragt sich nach warum wieso weshalb. Wie kann man so ein sozialproblematisches Thema behandeln und so wenig den Hintergrund nachfragen? Deshalb fand ich beide Filme eher voyeuristisch).


    Es macht mich wirklich wütend, dass wieder mal Heteros an den Pranger gestellt werden. So viel Selbstmitleid unter dem Motto "Wir sind Opfer, ihr seid so böse" geht mir echt langsam auf die Eier. Manche schöne Momente - besonders hat Herr Császi ein gutes Händchen für sehr leise aber einprägsame Bilder, obwohl es manchmal wie Rosamunde Pilcher ZDF Filme scheint – zeigen wie viel Potenzial eigentlich in diesem Film steckt, wenn alles nicht so platt dahin geplatscht wäre.



    Coen-Payne-Kopie: Kumiko, the treasure hunter (David Zellner)


    Eine japanische Hobby-Schatzsucherin Kumiko, findet eine geheimnisvolle VHS-Kassette, die ein Versteck von Unsumme von Geld zeigt. Problem ist nur, dass es sich bei dieser VHS-Kassette nichts anders als "Fargo" von Coen-Brüdern handelt…
    Als der Name Alexander Payne (About schmidt, Sideways, The descendants und Nebraska) als Produzent über die Leinwand lief und erst "Fargo" als Film in Film gezeigt wurde, war alles klar: ziemlich skurrile und absurde Momente und Charaktere im Film erinnerten mich unmittelbar an all die Filme von Coen-Brüdern und Alexander Payne, ohne die Raffiniertheit deren Filme wirklich kopieren zu können. Eigentlich hat mir der Film gut gefallen, wenn man nicht unbedingt Anspruch auf Originalität hat. Besonders hauchte der Film so eine plötzliche Leichtigkeit mit der Traumsequenz am Ende rein, dass die trübe, depressive Atmosphäre des Films mit einem Schlag weggeblasen hatte.


    Zwischenfazit: Ich denke, dass Ádám Császi und David Zellner sein Handwerk gut beherrschen und viele gute Ideen haben. Wenn sie beide wieder ihre zukünftigen Filme zu Berlinale schicken, werde ich sicher alles besichtigen. Vielleicht schaffen sie genauso einen großen Schritt nach vorne wie John Michael McDonagh.



    Berliner Flughafen: No man’s land (Ning Hao), that Demon within (Dane Lam) & the midnight after (Fruit Chan)


    Drei chinesische Filme (genau gesagt, ein chinesischer Film und zwei Hongkong-chinesische Filme) waren wirklich lobenswert genial zum Fremdschämen. Ein chineischer Western "No man’s land" eifert "beim Sterben ist jeder der Erste", "zwei glorreiche Halunken", "no country for old men" und schließlich einen koreanischen Western "the good, the bad & the weird" (der wiederum „zwei glorreiche Halunken“ mit mehr Respekt zitiert) nach. Aber was bringt all die Schlägerei und Schießerei in fünf Minuten-Takt, wenn all die Protagonisten mehr oder weniger an Totgeburt leiden? Wenn alle ohne Sinn und Verstand blöd in die Kamera schauen und ununterbrochen gegenseitig in die Fr*sse hauen, bringt das manchen Zuschauer zum Lachen. Für mich war das nur verlorene Lebenszeit. Und was hat so ein Film sogar im Wettbewerb zu suchen?
    "That Demon within" ist eine Kreuzung von "Psycho" und "My bloody Valentien 3D" ohne einen einzigen spannenden Moment. "The midnight after" wäre eine gute Folge von "Lost", "Fringe" oder "Akte X" gewesen, wenn man ein Drehbuch zu Ende geschrieben hätte. Ein Patchwork-Film, ohne durchgehende Erzählweise. Klingt experimentell. Nein, es war eindeutig, ein Drehbuch gab es nie (sowas gab es oft bei Hongkong-Film Szene. Ich dachte aber, die Zeit ohne Drehbuch ist schon vorbei). Manche müde Gags funktionierten ab und zu, aber nichts im Film wurde zu Ende gedacht und am Ende blieb nur noch die quälende Müdigkeit durch so abartig dummes Geschwätz der Protagonisten.


    Alles nur noch so halbfertige Ideen und noch schlechtere Ausführung davon. Am Ende funktioniert nichts, überhaupt gar nix. So wie Berliner Flughafen.



    Griff in die Kloschüssel: Publikum


    Erstaunlich desinteressiertes Publikum dieses Jahr. Alle haben Ihr Handy auf Helligkeit von Supernova gestellt und alle 10 Sekunden holen sie aus der Tasche und tippen irgendwas drauf los. Ich hatte Gefühl im Kino, dass ich im Feld der Glühwürmchen sitze (Es war nicht romantisch gemeint. Es war absolut nerventötend). Und manche haben wirklich eine Aufmerksamkeitsspanne von Goldfisch (10 Sekunde). Wie oft sie ihr Handy rein und raus holen, war fast auf dem Niveau von Schizophrenie.


    Aber ein Knaller war nicht Handy-Junkies, sondern zwei Omas hinter mir während des Films "Sturmland": Bei jeder Szene, wenn zwei Jungs gegenseitig fummeln oder einfach verliebt zugucken, fingen sie sofort an zu kichern oder zu kommentieren. Scheinbar haben sie ihre Sozialkunde seit ihrem letzten Treffen von Bund deutscher Mädel nicht aktualisiert. So viel Intoleranz der BDM-Omas rechtfertigt nun mal leider das böse Hetero-Bild im "Sturmland". Und man sollte sich auch nicht wundern, warum Thomas Hitzlsperger erst nach seinem Karriere-Ende bekannt gab, dass er lieber Bratwurst, nicht Miesmuschel, in den Mund hält. Wir sind vielleicht wirklich so intolerant und so grundsolid böse wie BDM-Omas. Echt beschämend.


    Guten Abend.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Habe mir mal die Zeit genommen, fünf Spielzeiten der Berliner durchzusehen, bis auf die Faustszenen kein Schumann dabei.


    Bist du ganz sicher? Ich kann mich dunkel erinnern, dass Abbado und Berliner vor ein paar Jahren Schumanns "Manfred" komplett in Philharmonie aufgeführt hatten. Leider war es so ein halbherziger Versuch, szenisch darzustellen. Das hat mehr gestört als geholfen. Deshalb habe ich schon längst die Aufführung vergessen... Vielleicht würde ein reines Tondokument des Konzertes einen ganz anderen Eindruck vermitteln, wenn sowas überhaupt existieren würde.


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Tag.


    Chowanschtschina - unvergesslich, ein ganz großes Werk, das hätte es ohne Abbado in Wien nicht gegeben, gibt es als CD Ausgabe und auf DVD. Eindringliche Regiearbeit von Alfred Kirchner, der in dieser Zeit auch viel am Burgtheater inszeniert hat.


    Ja. eindeutig eine der besten Aufnahmen die Claudio Abbado hinterlassen hat. Aber die CD-Ausgabe und die DVD-Ausgabe sind nicht so ganz identisch.


    Abgesehen von Musorgski-Schostakowitsch hat er nie Schostakowitsch aufgenommen, stimmt doch, oder?


    Leider ja. Als Claudio Abbado sich offiziell von Berlin verabschiedete, hatte er "König Lear" von Schostakowitsch gespielt. Vielleicht möglicherweise eventuell schummert eine Aufnahme davon irgendwo in Archiv. Aber es ist nur meine Vermutung…


    Bei Sony gibt es übrigens auch die Faust-Szenen, außer dem Klavierkonzert (Pollini, Perahia...) anscheinend fast der einzige Schumann, den er aufgenommen hat.


    Ein bisschen mehr schon:


     


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Abend.


    Und natürlich der Skandal-Film von Cannes 1978!
    Nagisa Oshimas Ai no corrida - Im Reich der Sinne (nach realen Ereignissen aus den 30er Jahren) :


    Ich glaube, es war der Skandalfilm von Berlinale 1976. Und der eigentliche Skandal war nicht der Film selbst, sondern dass die damalige Staatsanwaltschaft Berlin den Film für einen Hardcore-Porno hielt und Beschlagnahme und Ausführungsverbot bewirkt hatte. Solche Provinzialität ist mittlerweile eher entzückend im Vergleich zu dem Berliner Nicht-Flughafen.


    Es gibt weitere Filme über Abe Sada, die ihren Geliebten erwürgte und dessen Geschlechtsteil rausschnitt. Z. Z. scheinbar nur dieser Film in DE erhältlich:



    Eine leichte Softcore-Version von "Im Reich der Sinne", die man nett ansehen und dann getrost vergessen kann.


    Schönen Abend.
    Penthesilea

    Guten Abend.



    Mir haben am besten gefallen…


    "La grande bellezza": Wie fein Paolo Sorrentino die Welt des Scheins und Seins nachzeichnen kann… Hochachtung.


    "Zero dark thirty": Kathryn Bigelow vermischt die Fiktion und die Wahrheit so virtuos, dass man einfach nur noch mit Staunen zugucken muss.


    "No": Pablo Larraín macht aus dem Ende der Pinochet-Ära einen spannenden nostalgischen Medien-Thriller.


       



    Mir ziemlich gut gefallen haben sind die…


    "The grandmaster" von Wong Kar Wai: Die unausgesprochene Gefühlswelt der Protagonisten in der Zeit der japanischen Invasion und Kulturrevolution in China. Eine Art "In the mood for love" mit Kung Fu.


    "Inside Llewyn Davis" von Coen-Brüdern: Eigentlich ist der Film viel zu ähnlich wie "a serious man" oder "the man who wasn't there". Trotzdem wirkt dieser Film erstaunlich erfrischend.


    "Liberace" von Steven Soderbergh: Ich habe selten so viel gelacht im Kino des letzten Jahres.


    "Venus im Pelz" von Roman Polanski: Typisch Polanski. Ein Theater, eine Schauspielerin und ein Schauspieler reichen für seinen Film mehr als genug.


    "Only lovers left alive": So ein ausgelutschtes Thema wie Vampirismus seit Twilight oder True Blood kann in der Hand von Jim Jarmusch doch wie neu auferstanden frisch sein.


     


     



    Enttäuschungen des Jahres…


    "Only god forgives" von Nicolas Winding Refn und "Blau ist eine warme Farbe" von Abdellatif Kechiche: So sinnlos aufgeblasen wie die T*tten von Dolly Buster. Aber eine lahme Ente ist eine lahme Ente.


     


    Schönen Abend.
    Penthesilea

    Guten Morgen.


    Blau ist eine warme Farbe
    (La vie d’Adèle – chapitres 1&2) - Gewinner der diesjährigen goldenen Palme in Cannes.


    Ehrlich gesagt, habe ich mich zu Tode beim Film gelangweilt. Eigentlich hat der Film wunderbare Bilder, gute Schauspieler und durchaus interessante Liebesgeschichte. Was mich nervt, ist die naturalistische Tendenz in letzter Zeit: "Passiert-Nix-Filme-mit-Überlänge". "Blau ist eine warme Farbe" trifft genau diese Tendenz. Mir fehlt einfach die Mühe und Anstrengung des Filmemachers, die das Geschehen und die Atmosphäre verdichtet und komprimiert und dadurch was Essentielles sucht und auch findet. Ungefähr ähnlich war auch "Es war einmal in Anatolien" von Nuri Bilge Ceylan. Der Film beobachtet ca. 12 Stunden lang Polizeiarbeit. Daraus wird ein knapp 3stundiger Film (obwohl dieser Film wesentlich interessanter, weil einfach die türkische Polizeiarbeit - diplomatisch ausgedruckt - "befremdend unreif und undemokratisch" war). Manche lieben solche langatmige Romanerzählung, mir ist zu wenig "Kino".


    Aber ich habe mich gefreut, wieder mal Léa Seydoux zu sehen. Sie ist mir schon sehr markant aufgefallen, leider nur zu kurze Auftritte bei "Midnight in Paris" und "Mission: Impossible – Phantom Protokoll".


    Schönen Tag.
    Penthesilea

    Guten Abend.


    Am Heiligenabend gab es bei uns diese Filme zu sehen:



    spielt auch an Weihnachten. Sonst? Weniger weihnachtlich mit Serienmörder, Kindesmissbrauch und Vergewaltigung.



    Brennende Schule statt brennendes Weihnachtsbaums (Prosit!). Und eine fundamentale Christin. Horror pur.


    Schönen Abend.
    Penthesilea