Beiträge von Hueb'

    Bruno Walter (1876-1962)

    Klavierquintett, Violinsonate A-Dur

    Mari Sato, Ekaterina Frolova, Patrick Vida, Lydia Peherstorfer, Sybille Häusle, Stefanie Huber, Le Liu

    Naxos, DDD, 2012/2013


    Für meinen (spätromantischen) Geschmack definitiv eine Entdeckung mit zwei ansprechenden Werken des großen Dirigenten Bruno Walter.

    Die Werke stecken voller Kreativität und Walter gelingen hier im gegebenen Korsett durchaus Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert. Den im Kritikausschnitt beschriebenen Mangel an Nachdruck kann ich nicht nachvollziehen.

    Zitat

    »Die Geigerin Ekatarina Frolova und Mari Sato am Klavier spielen die Sonate mit Nachdruck und großem spätromantischem Ton, farbig, aber nie schwülstig. Auch das Quintett ist durchaus eine Entdeckung, hätte aber entschlossener gedeutet werden können, gerade in den Ecksätzen. Das ›Geheimnisvoll bewegt‹ gelingt umso schillernder.« (Fono Forum, Januar 2017)

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Ralph Vaughan Williams (1872-1958)

    Symphonien Nr. 9

    Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Vernon Handley

    EMI, ADD/DDD, 1973-1993


    Ja, gefällt mir besser als Manze, der mir distanzierter, gleichzeitig etwas rauer erscheint, aus der Erinnerung heraus.

    Interessanterweise das selbe Orchester, wobei natürlich viele Jahre zwischen den Einspielungen liegen.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Ralph Vaughan Williams (1872-1958)

    Symphonien Nr. 9

    Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Andrew Manze

    Onyx, DDD, 2018


    Für mein Empfinden eine Sinfonie doch recht eigener Art, von der ich nicht so recht weiß, ob sie mir gefällt oder gefallen wird.

    Die Besprechungen der Aufnahme waren durchweg mindestens gut: 1, 2, 3.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Adolf Busch (1891-1952)

    Streichquartett op. 57

    + Quintett op. 68 für Flöte, Violine, 2 Violas, Cello; 9 Stücke für Streichquartett op. 45

    Dimitri Vecchi, Sarastro Quartett

    CPO, DDD, 2019


    Nochmal Nische, dieses Mal aber "aus der Kammer" und sozusagen "fangfrisch". Und auch, wenn sich der Vergleich natürlich verbietet, packt mich das ad hoc deutlich weniger, als vorhin noch die Sinfonie von Louis Glass. Obwohl echt nicht mein favorisiertes Instrument, hat mir hier vor allem das Flötenquintett op. 68 sehr gut gefallen und es scheint mir noch am ehesten Potenzial dafür zu haben, "das etwas hängenbleibt", vom Gehörten. Für mich Musik für den 2. oder 3. Hörversuch.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Da hänge ich meine Eindrücke mal dran:


    Louis Glass (1864-1936)

    Symphonie Nr.4 e-moll op.43

    Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Daniel Raiskin

    CPO, DDD, 2014


    CD Nummer 3 in CPOs' verdienstvoller Glass-Reihe. Keine Ahnung, warum es zwischen Aufnahme und Veröffentlichung ganze acht Jahre brauchte. Aber Hauptsache, das Werk wird zu Gehör gebracht. Denn in meinen Ohren ist das mal wieder ein Treffer, innerhalb des qualitativ heterogenen Nischenrepertoirs. Die 1911 vollendete Vierte des Dänen ist fest in der (spät-)romantischen Tradition verhaftet, ohne wesentliche Anklänge an die modernen Strömungen ihrer Entstehungszeit. Verglichen mit Carl Nielsen war jener sicher der mutigere Komponist. Das viersätzige, großangelegte Werk (Spieldauer: rd. 54 Minuten) bietet IMHO viel Klangschönheit, wirkt auf mich "weich und harmonisch", scheint aber voller Ideen und Lösungen, so dass bei mir der Eindruck großer Eigenständigkeit erwächst. Nicht selten habe ich "in der Nische" den Eindruck, dass lediglich Vorbilder kopiert wurden - hier nicht. Wenn ich Vergleiche ziehen sollte, dann muss ich manchmal an Mahler in dessen kontemplativen Momenten denken, wobei mir jener gleichfalls moderner und "Doppelbödiger" erscheint. Dicker Tipp!

    Die unterschwellige Kritik (?) an den Interpreten kann ich - sofern so gemeint - nicht ganz nachvollziehen. Ob da ein first class-Orchster wirklich viel mehr zu sagen hätte oder zu leisten im Stand gewesen wäre? Was fehlt dir denn, Lutz?


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Louis Glass (1864-1936)

    Symphonie Nr.4 e-moll op.43

    Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Daniel Raiskin

    CPO, DDD, 2014


    CD Nummer 3 in CPOs' verdienstvoller Glass-Reihe. Keine Ahnung, warum es zwischen Aufnahme und Veröffentlichung ganze acht Jahre brauchte. Aber Hauptsache, das Werk wird zu Gehör gebracht. Denn in meinen Ohren ist das mal wieder ein Treffer, innerhalb des qualitativ heterogenen Nischenrepertoirs. Die 1911 vollendete Vierte des Dänen ist fest in der (spät-)romantischen Tradition verhaftet, ohne wesentliche Anklänge an die modernen Strömungen ihrer Entstehungszeit. Verglichen mit Carl Nielsen war jener sicher der mutigere Komponist. Das viersätzige, großangelegte Werk (Spieldauer: rd. 54 Minuten) bietet IMHO viel Klangschönheit, wirkt auf mich "weich und harmonisch", scheint aber voller Ideen und Lösungen, so dass bei mir der Eindruck großer Eigenständigkeit erwächst. Nicht selten habe ich "in der Nische" den Eindruck, dass lediglich Vorbilder kopiert wurden - hier nicht. Wenn ich Vergleiche ziehen sollte, dann muss ich manchmal an Mahler in dessen kontemplativen Momenten denken, wobei mir jener gleichfalls moderner und "Doppelbödiger" erscheint. Dicker Tipp!


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Johannes Brahms (1833-1897)

    Streichsextette Nr. 1 op. 18

    Tabea Zimmermann, Jean-Guihen Queyras, Belcea Quartet

    Alpha, DDD, 2021


    In meinen Ohren eine großartige, sehr feinsinnige Einspielung dieser hoch-romantischen, emotionalen Musik. Brahms at it's best!


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Und jetzt:


    Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

    Klavierkonzerte Nr. 1 & 2

    + Capriccio brillant h-moll op. 22 für Klavier & Orchester

    Lars Vogt, Orchestre de Chambre de Paris

    Ondine, DDD, 2021


    Mit den Werken fremdel ich nach wie vor ein wenig. Im Kontext anhörenswert.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Ralph Vaughan Williams (1872-1958)

    Konzert für Violine & Streicher, The Lark Ascending


    Edward Elgar (1857-1934)

    Serenade für Streicher op. 20; Introduction & Allegro op. 47

    Tamsin Waley-Cohen, Orchestra of the Swan, David Curtis

    Signum, DDD, 2014


    Hat mir sehr gefallen, aber abgesehen von Elgars' op. 47 kenne ich die Werke zu wenig, um mich dazu zu äußern.

    Muss ich erneut hören.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    (geströmt und keine CD mit Cover auffindbar)

    Alban Berg (1885-1935)

    Violinkonzert "Dem Andenken eines Engels"

    Joseph Szigeti, Minneapolis Orchestra, Dimitri Mitropoulos

    Arkadia, ADD/m, 45


    Für mich eines der großartigsten Konzerte überhaupt. Hier in hochinteressanter Konstellation und in gut anhörbarem Mono eingefangen, trotz "live".


    Alban Berg (1885-1935)

    Violinkonzert "Dem Andenken eines Engels"


    Johannes Brahms (1833-1897)

    Violinkonzert op. 77

    Christian Tetzlaff, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Robin Ticciati

    Ondine, DDD, 2021


    Und gleich hinterher diese noch sehr neue Einspielung mit dem großartigen Christian Tetzlaff, klanglich natürlich klar im Vorteil.

    Das nicht minder großartige Brahms-Konzert durfte es dann auch mal wieder sein. Ich habe es tatsächlich länger nicht gehört.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Franz Schubert (1797-1828)

    Klaviertrios Nr. 1 & 2, Sonatensatz D. 28

    Trio Wanderer

    harmonia mundi, DDD, 2000


    Feinsinnig, farbig, lebendig und in größter Ensembleharmonie präsentiert das Trio Wanderer diese wohlbekannten Kammermusikwerke. Das kann man sicher anders interpretieren, "besser" für mein Empfinden kaum. Mittlerweile hat das Trio einen Gutteil des für diese Formation verfügbaren Standardrepertoires eingespielt, mit durchweg tollen Ergebnissen und besten Rezensionen. In dieser qualitativen Beständigkeit sowie bei der nachhaltigen Erarbeitung "ihres" Repertoires sind sie vielleicht nur noch mit dem Beaux Arts Trio vergleichbar.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Welche 6. von Klemperer bezeichnest du als Power-Bruckner ?

    Das war allgemein gesprochen, zu Bruckner mit Klemperer. Ich habe wahrscheinlich nur seine EMI-Studioeinspielung der 6. mit dem (New) Philharmonia Orchestra.

    :cincinbier:

    Anton Bruckner (1824-1896)

    Symphonie Nr. 6

    Sinfonieorchester Aachen, Marcus Bosch

    Coviello, DDD/LA, 2009


    Bruckner aus Aachen, via Stream. Die SACD-Box liegt schon lange - und bisher ungehört - herum und drückt auf's schlechte Hörgewissen. Für meinen Geschmack eine sehr gute, stimmungsvolle aber trotz guter Transparenz eher "weiche" Einspielung. Kein "strenger Power-Bruckner" wie bei Old Klemp. Mir gefällt die Aufnahme.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    @Rott:

    Ich habe die Sinfonie vor Jahren mal im Köln mit dem WRDSO unter Papa Järvi gehört. War ein sehr schönes Erlebnis.


    Ralph Vaughan Williams:

    Sinfonie Nr. 5 D-Dur

    London Symphony Orchestra, Bryden Thomson

    Chandos, 4/1987, DDD


    Ja, eine wunderbare Aufnahme. Wobei es für mein Empfinden wirklich viele sehr gute Gesamteinspielungen der Sinfonien von RVW gibt und ich ganz sicher zu wenig "Experte" hinsichtlich seiner Werke bin, um da klare Favoriten benennen zu können. Die "neue" GA mit Hickox sowie der Fortführung durch Andrew Davis ist IMHO ebenfalls klasse, soweit ich sie kenne.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)

    Klavierquintett op. 57

    Borodin Quartet, Alexei Volodin

    Decca, DDD, 2017


    Typischer Schostakowitsch. Geheimnisvoll, tiefschürfend, mitunter schön, mitunter emotional an der Grenze des Erträglichen. Ganz groß.

    Sehr fein und ausdrucksvoll dargeboten, in dieser tollen (gestrichenen?!) Aufnahme.

    (Werkshinweise)


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Hans Rott (1858-1884)

    Symphonie E-Dur

    + Gustav Mahler: Andante allegretto "Blumine"

    + Anton Bruckner: Symphonisches Prelude c-moll

    Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa

    DGG, DDD, 2021


    Länger nicht gehört, diese erste und einzige Sinfonie von Hans Rott. Mir sagt sie durchaus sehr zu und wer Gefallen an Mahler findet, sollte auch Rott mögen können. Letzterer keineswegs ein Epigone von Mahler. Möglicherweise hat der berühmtere Mahler sich sogar von ihm inspirieren lassen.

    Die Biographie Rotts' ist leider tragisch und tragisch kurz. Dankenswert und richtig, dass nach Frankfurt/Järvi sich mit den Bambergern unter Hrusa das nächste hochkarätige Team einer Einspielung annimmt. Zehn Aufnahmen insgesamt habe ich gerade bei jpc gezählt. :)


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Aaron Copland (1900-1990)

    Dance Panels: Rodeo (Ballett); El Salon Mexico; Danzon Cubano

    Detroit Symphony Orchestra, Leonard Slatkin

    Naxos, DDD, 2012


    Wahnsinnig viel tut sich ja nicht, in Sachen der Diskographie Aaron Coplands. Es gibt kaum mal neue Produktionen. Neben Slatkin, der ihn immer wieder aufgenommen hat, dürfte sich zuletzt John Wilson auf Chandos für ihn eingesetzt haben (die Ballette dann aber lediglich gekürzt bzw. als Suite eingespielt). Bleiben daher als Referenzpunkte nur alte Aufnahmen von Bernstein, Copland selbst, Morton Gould oder auch Slatkin (EMI) selbst.

    Und in der Tat schneidet diese noch recht junge Produktion (auch schon wieder 10 Jahre alt...) exzellent ab, denn hier kommen feinsinniges Musizieren, der nötige Drive, das Zupackende und eine hervorragende Klangtechnik zusammen. Das DSO gehörte ja mal mit zu den "Big 5" in den USA (und in dieser Einspielung zumindest gehören sie das immer noch). Das How Down höre ich immer wieder sehr, sehr gerne. :)


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Ne, ich fand den nicht so gut. Vielleicht bin ich einfach "tatortmüde", denn so wirklich überzeugt oder bewegt hat mich schon länger keiner mehr. Den letzten Wiener habe ich ausgeschaltet, da weder Krimi, noch Horror. Dabei mag ich die Beiden wirklich sehr. Und der Fall gestern war zwar einerseits erfreulich "Hausmannskost" mit dem (zumindest in Ansätzen) richtigen Blick für sozial Probleme (typisch Köln), andererseits stören mich solche überkonstruierten Fälle und Zufälle. Konnte man sich zwar ansehen, wirklich "gut" fand ich ihn jedoch nicht.

    :cincinbier: