Beiträge von Hueb'

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    Anton Bruckner (1824-1896)

    Symphonie Nr. 5

    Philharmonia Orchestra, Benjamin Zander

    Telarc, DDD, 2008


    Und noch ein B5. Klanglich top, soviel war eindeutig zu vernehmen. Ansonsten eher nebenbei gehört, muss ich gestehen.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:


    Es gab eine Zeit, da habe ich dieses Konzert rauf und runter gehört. Es wird Jahre her sein, dass ich es zum letzten Mal auf den Ohren hatte. Und es packt mich gleich wieder. Da gibt es (für mich) Momente reinster Transzendenz und eine "Dichte von Gänsehautstellen" wie bei wirklich nur wenigen Tonträgern.

    Müsste mit auf die berühmte, einsame Insel, keine Frage.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Aram Khachaturian (1903-1978)

    Cellokonzert e-moll

    + Rhapsodie für Cello & Orchester

    Torleif Thedeen, Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Daniel Raiskin

    CPO, DDD, 2015/2016


    Das Aushängeschild armenischer Musik mit selten gehörten, farbigen Werken, die man sich nicht besser dargeboten wünschen kann und die zudem klanglich exzellent eingefangen wurden. Meiner Ansicht nach ein "Must" für jeden Cello-Fan. Die Kritik von Norbert Florian Schuck kann ich nicht nachvollziehen, was aber in erster Linie meiner mangelden Fachkompetenz geschuldet sein mag. Ich bin ja reiner "Bauchhörer". ;)


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Johannes Brahms (1833-1897)

    Symphonien Nr. 3

    Sinfonieorchester Aachen, Marcus Bosch

    Coviello, DDD, 2011


    Ich bleibe bei Black&D...Bosch in Aachen. :D

    Brahms 3 wird ordentlich gespielt, weniger fein wie weiter oben noch Bruckner. Der Zugriff scheint mir hier etwas "fester".

    Muss man sicher nicht haben. Aber wer diesen Brahms kauft, begeht damit anderseits keinen Fehler und erwirbt IMHO eine der (unüberschaubar vielen) guten Aufnahmen des Werks. Gramophone: "Spirited routine – and that’s the most I can manage, I’m afraid, aside from some justified praise for generally good sound."


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Anton Bruckner (1824-1896)

    Symphonie Nr. 5

    Sinfonieorchester Aachen, Bosch

    Coviello, DDD/LA, 2005


    Eine Live-Aufnahme der Urfassung von Bruckners 5. Trotz vermeintlichem Zweitliga-Orchester sehr gut gespielt. Allerdings tendenziell sanft, leicht zurückhaltend und eher ätherisch, denn mit Druck die Struktur herausarbeitend. Wer z. B. auf "amerikanisches Blech" à la CSO oder Cleveland Orchestra steht, wird sich mit dieser Interpretation vermutlich nicht so sehr anfreunden können.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Georges Onslow (1784-1852)

    Klaviertrios Vol. 1: Klaviertrios op. 14, 2 & op. 27

    Thomas Palm, Katrina Schulz, Inka Ehlert, Trio Cascades

    CPO, DDD, 2004/05


    Gefällige Werke des "französischen Beethoven" (KLICK), die für Freunde der Wiener Klassik eine gute Ergänzung des Speiseplans darstellen dürften. CPO hat sämtliche Klaviertrios auf 4 CDs verteilt vorgelegt, die zur Zeit jedoch alle "physisch" gestrichen sind. Vermutlich gibt es sie irgendwann als schlankes Böxchen...

    Zitat von klassik. com 10/07 zu Vol. 2

    »Die drei Musiker von Trio Cascades verstehen es aufs Beste, die Musik Onslows sowohl mit schwereloser Eleganz als auch tiefempfundener Innerlichkeit zu präsentieren.«

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Am besten fand ich in diesem Zyklus die drahtige Dritte. Die anderen Sinfonien - sehr schön gespielt, aber vielleicht nicht viel mehr in meinen Ohren. Da fehlte es mir an Stringenz, bisweilen auch einfach an Gestaltungswillen jenseits des schönen Vorspielens der Noten.

    Danke für's Teilen deiner Eindrücke! :)

    Ich empfand den Kamu-Zyklus als insgesamt sehr hörenswert und mir fehlte eigentlich nichts.

    :cincinbier:

    [u]Anton Bruckner (1824-1896)[/u]

    Symphonie Nr. 3

    London Philharmonic Orchestra, Stanislaw Skrowaczewski

    LPO, DDD, 2014


    Bruckner 3 mit einem der großen Bruckner-Dirigenten (gibt ja nicht so wenige) in einer veröffentllichungswerten Live-Aufführung, mit Wärme und Hingebung gespielt, fein ausgehört interpretiert.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Maija Einfelde (geb. 1939)

    Violinsonaten Nr. 1-3

    + Sonate für Violine solo

    Magdalena Geka, Iveta Calite

    Skani, DDD, 2020


    Neuland in jeder Hinsicht. Auf diese CD mit Werken der lettischen Komponistin Maija Einfelde wurde ich durch den jpc-Mail-Newsletter aufmerksam. Es handelt sich um Weltersteinspielungen dieser zeitgenössischen Musik. Als Quelle der Inspiration fällt mir Bartok ein, wobei jener für mein Empfinden dramatischere und spannendere Lösungen gefunden hat, in seinen Gattungsbeiträgen. Nicht so 100%ig mein Ding, diese Musik.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Felix Draeseke (1835-1913)

    Streichquartette Nr. 1 & 2 (op. 27 & op. 35)

    Constanze Quartett

    CPO, DDD, 2017


    Die beiden Quartette sind für meinen Geschmack wundervolle, lyrische Werke, die man gerne erneut hören mag. Ein ganz heißer Tipp für Kammermusik- und Streichquartettfreunde. Zur Zeit für nur 7,99 EUR zu haben.

    Zitat von jpc

    In unserer ersten Zusammenarbeit mit dem Constanze Quartett aus Salzburg kommt es auch erstmalig zur Gesamtaufnahme sämtlicher Streichquartette von Felix Draeseke, einem deutschen Komponisten und Vertreter der Neudeutschen Schule, sowie Zeitgenosse von Franz Liszt, Richard Wagner und Johannes Brahms. Draesekes Streichquartette sind stilistische Unikate. Oft findet sich Wagners Einfluss in den Quartetten, wenn auch nicht in Form einer Nachahmung Wagnerschen Komponierens, sondern als schöpferischer Nachvollzug der Klassiker, wie sie Draeseke von Wagner vermittelt bekommen hatte. Die Idee des „melodischen Fadens“, der die Musik als einheitsstiftendes Band zusammenhält, ist überall in diesen Stücken greifbar. Beide Quartette bestätigen eindrucksvoll die Worte des Draeseke-Kenners Christoph Schlüren: „Draeseke als primär lyrische Natur ist zugleich von einer bestechenden Herbheit und erkundet die dunklen, introvertierten Ausdruckswelten mit einzigartiger Fantasie. Das weitragende Melos ist auf die kontrapunktische Tauglichkeit zugeschnitten, der Rhythmus zumal für deutsche Verhältnisse besonders lebenssprühend und abwechslungsreich. Stilistisch gibt es erkennbare Bezüge nicht nur zu Beethoven, sondern auch zu Mendelssohn, doch ist seine äußerst farbenreiche, mit teils überraschenden Modulationen gespickte harmonische Sprache eine individuelle Weiterentwicklung der von Wagner und Liszt ausgehenden neudeutschen ‚Fortschritts’-Haltung. Draesekes herausragende Statur als Streichquartettkomponist beruht vor allem auf seiner gänzlich originellen architektonischen Meisterschaft in einer Gattung, in der zwar Beethoven und Schubert Unübertreffliches schufen, wo aber Draeseke – gemeinsam mit Brahms, Tschaikowsky und dem späten Dvorák – von den Erfahrungen Schumanns und Mendelssohns ausgehend entscheidend Neues kreierte.“

    Zitat von Kritik

    Musik & Theater 07/2020: »Sowohl das erste Quartett aus dem Jahr 1880 als auch das zweite von 1886 gestalten die Musikerinnen meisterhaft - mit wunderbarer Tongebung, herrlich aufeinander abgestimmtem Spiel sowie einer hohen Phrasierungs- und Modulationskunst.« FonoForum 06/2020: »Faszinierende Quartettmusik«


    klassik-heute.de 12/2019: »Das mit dieser Aufnahme debütierende Constanze-Quartett löst die anspruchsvolle Aufgabe formidabel. Phrasierungen und Klangvaleurs sind auf das Feinste abgestimmt, der Satz ist jederzeit durchhörbar, ohne dass der Gesamtklang jemals auseinanderfiele. Die wegen der raffinierten Modulationen keinesfalls einfache Intonation ist perfekt. Aufnahmetechnisch wüsste ich nichts zu beanstanden. Der Booklet-Text von Norbert Florian Schuck verdient wegen seiner ausführlichen, wohlrecherchierten biographischen Angaben und den klugen Werkanalysen einen Extra-Stern. Bravo cpo für diese Ersteinspielung!

    Fazit: Ein Muss für alle Kammermusikfreunde und Spätromantikgenießer. Professionelle Quartette, die sich an Dvorák, Fauré, Debussy und Ravel sattgespielt haben, sollten überlegen, ob sie eines der Werke nicht ebenfalls in ihr Repertoire aufnehmen. Eindeutige Empfehlung.«

    »Großartige Aufführungen zu Unrecht vernachlässigter Musik, die es wert sind, klar und sicher zu sein, mit dem Vertrauen in den Wert der Musik, um sie natürlich atmen zu lassen. Die Musik ist eloquent - und so sind auch die Aufführungen dieser jungen Musiker.« (musicweb.com)

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Bela Bartok (1881-1945)

    Konzert für Orchester

    + 4 Orchesterstücke op. 12

    Chicago Symphony Orchestra, Pierre Boulez

    DGG, DDD, 1992


    Und noch einmal großartige Musik, hier gespielt in exemplarischer Klarheit, Deutlichkeit und Perfektion. IMHO eine traumhaft gute Einspielung.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Paul von Klenau (1883-1946)

    Streichquartette Nr.1-3

    Sjaellands String Quartet

    DaCapo, DDD, 2008


    Hier mal eine sehr eigenständige Komponistenstimme und jemand, der vielschichtige, stimmungs- und abwechslungsreiche Werke anzubieten vermag. Engagiert und vollmundig vorgetragen vom mir unbekannten "Sjaellands String Quartet". Mit Ausnahme von Dacapo hat sich bisher leider kein Label intensiver um sein Schaffen bemüht. Seine drei Streichquartette sind jedenfalls auf dieser CD versammelt und in meinen Ohren schreien Deutung und Klangqualität alles Andere als nach Alternativen.

    Zitat von Wiki

    Klenaus Werk zeigt vielfältige Einflüsse, besonders von deutscher Musik. Durch seine frühen Kompositionen schimmert gelegentlich die Tonsprache seiner Lehrer Bruch und Thuille, aber auch die Richard Wagners und Anton Bruckners durch. Allerdings vermochte es der Komponist bereits hier, seinen eigenen Weg vorzuzeichnen. Für Klenaus spätere Laufbahn als Komponist wurde die Beschäftigung mit der Zwölftonmusik Arnold Schönbergs wichtig, die er aber einer vorwiegend tonalen Ordnung unterwarf. Da es Klenau gelang, die Nationalsozialisten davon zu überzeugen, dass seine Form der Zwölftonkomposition ein Gegenstück zur „jüdischen“ Richtung Schönbergs darstelle, vermochte er sich nach 1933 als moderner Komponist auf den Spielplänen zu halten. Sein Werk umfasst 9 Symphonien, Opern, Ballette Lieder und Kammermusikwerke.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Paul von Klenau (1883-1946)

    Streichquartette Nr.1-3

    Sjaellands String Quartet

    DaCapo, DDD, 2008


    Hier mal eine sehr eigenständige Komponistenstimme und jemand, der vielschichtige, stimmungs- und abwechslungsreiche Werke anzubieten vermag. Engagiert und vollmundig vorgetragen vom mir unbekannten "Sjaellands String Quartet". Mit Ausnahme von Dacapo hat sich bisher leider kein Label intensiver um sein Schaffen bemüht. Seine drei Streichquartette sind jedenfalls auf dieser CD versammelt und in meinen Ohren schreien Deutung und Klangqualität alles Andere als nach Alternativen.

    Zitat von Wiki

    Klenaus Werk zeigt vielfältige Einflüsse, besonders von deutscher Musik. Durch seine frühen Kompositionen schimmert gelegentlich die Tonsprache seiner Lehrer Bruch und Thuille, aber auch die Richard Wagners und Anton Bruckners durch. Allerdings vermochte es der Komponist bereits hier, seinen eigenen Weg vorzuzeichnen. Für Klenaus spätere Laufbahn als Komponist wurde die Beschäftigung mit der Zwölftonmusik Arnold Schönbergs wichtig, die er aber einer vorwiegend tonalen Ordnung unterwarf. Da es Klenau gelang, die Nationalsozialisten davon zu überzeugen, dass seine Form der Zwölftonkomposition ein Gegenstück zur „jüdischen“ Richtung Schönbergs darstelle, vermochte er sich nach 1933 als moderner Komponist auf den Spielplänen zu halten. Sein Werk umfasst 9 Symphonien, Opern, Ballette Lieder und Kammermusikwerke.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Ludwig van Beethoven (1770-1827)

    Symphonie Nr. 4

    London Philharmonic Orchestra, Georg Solti

    Decca, ADD, 1951


    Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

    Symphonien Nr. 3

    London Symphony Orchestra, Georg Solti

    Decca, ADD/m, 1953


    Schorsch lässt es krachen, wie man es selten hört, gerade bei dieser 4. von Beethoven. Das ist derartig energetisch aufgeladen, dass man sich diesem Sturm von einer Deutung nur schwerlich entziehen kann. Die eher etwas im Schatten stehende 4. Sinfonie "braucht" das IMHO vielleicht nicht unbedingt. Es ist aber spannend und packend anzuhören. Ein Teil des Höreindrucks mag auf den historischen Mono-Klang zurückzuführen sein. Der hat für mein Empfinden etwas recht "Unmittelbares".


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Arnold Bax (1883-1953)

    Symphonie Nr.6

    + Into the Twilight; Summer Music

    Royal Scottish National Orchestra, David Lloyd-Jones

    Naxos, DDD, 2002


    Ja, selbst wenn die 6. immer noch nicht gerade "mega catchy" ist, scheint sie mir "greifbarer" bzw. zumindest mit dem Potenzial dazu versehen (nach mehrfachem Hören). Wer Bax nicht kennt: trotz der Lebensdaten ist er ja kein "Neutöner", sondern tief in der Tradition der Komponisten seines Landes und der Romantik verwurzelt.

    Mir hat es übrigens das Cover-Gemälde von Edward Robert Hughes besonders angetan. Es passt wunderbar zu Bax' Musik: weich, verträumt, etwas verschwurbelt und farbkräftig.

    Zitat von jpc-Text

    In dem Jahrzehnt, das die ursprüngliche Fassung der Sommermusik von ihrer Revision trennte, vollendete Bax fünf seiner sieben Sinfonien und fand sich von einem deutschen Kritiker als " Kopf der modernen englischen Schule" gefeiert. Der langsame Satz der Sechsten Sinfonie, und vielleicht auch der größte Teil des ersten Satzes, hatte als Teil einer Bratschensonate begonnen, die Bax 1933 zu schreiben begonnen hatte. Er erkannte jedoch bald, dass sich das Material besser für eine orchestrale Bearbeitung eignete, und die Sinfonie wurde am 10. Februar 1935 in Morar an der Westküste Schottlands vollendet.

    Der erste Satz beginnt mit einem Präludium, in dem eine wiederholte Figur im Bass ein marschartiges Thema auf Hörnern und Holzbläsern begleitet. Das turbulente Allegro, das einer Reihe grandioser Akkorde folgt, basiert auf dem vorhergehenden Material und weicht schließlich einem langsameren Abschnitt mit einem neuen Thema, das von drei Flöten im Unisono gespielt wird. Die schnelle Musik wird für einen stürmischen Durchführungsteil fortgesetzt, gefolgt von einer kurzen Pause, bevor der Satz in einem Wirbelsturm wie das Zuschlagen einer Tür zu seinem emphatischen Ende eilt.

    Der langsame Satz basiert auf zwei gegensätzlichen Ideen: einer expressiven Melodie, die zuerst auf Streichern zu hören ist, und dann einem sanften Trompetenthema mit einem für die schottische Volksmusik charakteristischen "Scotch Snap". Die Entwicklung dieses Materials gipfelt in zwei marschartigen Abschnitten, der erste rau und unheilvoll, der zweite ein ruhiger, stattlicher Zug, der in die friedliche Coda mündet.

    Das dreiteilige Finale (Einleitung, Scherzo und Trio und Epilog) ist das einzige unter Bax' Sinfonien, das ruhig eröffnet wird. Die gewundene melodische Linie der Solo-Klarinette, aus der der Satz wächst, wird von den Streichern, nun mit begleitenden Harmonien, wiederholt, bevor die Holzbläser ein neues Thema liturgischer Natur ankündigen, das der "Sine Nomine"-Melodie in Vaughan Williams' später fünfter Sinfonie sehr ähnlich ist. Am Ende der Einleitung wird das Tempo allmählich beschleunigt und mündet in das Scherzo, in dem das Eröffnungsmaterial nun in eine Art symphonischen Jig voller nervöser Energie verwandelt wird. Einen Kontrast dazu bildet ein langsamerer Abschnitt (das Trio), nach dem das Scherzo mit einem unbeweglich strengen Rhythmus seinen kopflastigen Verlauf wieder aufnimmt. Es kommt zu einem auffallend dramatischen Moment, in dem die Hörner wütend schmettern und die Streicher über ihnen ein Thema aus Sibelius' Tapiola singen, ein Werk, das Bax beim ersten Hören zu Tränen gerührt hatte. (Die Bewunderung der beiden Komponisten beruhte auf Gegenseitigkeit: Sibelius würdigte die Widmung von Bax' fünfter Symphonie und nannte ihn "einen der großen Männer unserer Zeit"). Es kommt zu einem gewaltigen Höhepunkt, bei dem das liturgische Thema von den Blechbläsern triumphierend herausgeschmettert wird, und dies führt zum friedlichen Epilog, in dem die rätselhafte Eröffnungsmusik der Klarinette durch das Solohorn in etwas von erlesener Schönheit verwandelt wird, vor einem Hintergrund von plätschernder Harfe und geteilten Streichern. Die musikalische Textur wird allmählich spärlicher, und der Satz verklingt langsam, um zu einem Ende zu führen, das manche nicht nur als Bax' symphonisches Meisterwerk, sondern als eine der schönsten Symphonien des zwanzigsten Jahrhunderts betrachten.

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier: