Beiträge von Hueb'

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    Ludwig van Beethoven (1770-1827)

    Violinsonaten Nr. 8-10

    Frank Peter Zimmermann (Violine), Martin Helmchen (Klavier)

    BIS, DDD, 2020


    Ich hatte hinsichtlich dieser neuen Gesamteinspielungen höchstes künstlerisches Niveau erwartet - und wurde nicht enttäuscht.

    Die beiden spielen wunderbar zusammen, wie aus einem Guss, und gestalten die Brüche und Kontraste der Werke auf dem Unterbau einer perfekten Spieltechnik. Das kann man wohl anders, IMHO aber nicht besser darstellen.


    Edmund Rubbra (1901-1986)

    Symphonien Nr. 2 & 4

    + Edmund Rubbra führt in die 4. Symphonie ein (in englischer Sprache)

    BBC Symphony Orchestra, Adrian Boult, Edmund Rubbra

    Somm, ADD/m, 1954/1942


    Zurück auf die Insel mit diesen historischen Rundfunkeinspielungen. Der Klang der 2. unter Boult aus dem Jahre 1954 ist sehr ordentlich und unverzerrt, trotz "live" und selbst die noch einmal deutlich ältere 4. (ebenfalls live aufgezeichnet) steht dem kaum nach. Zwei faszinierende Dokumente und noch ein Brite, mit dem ich mich näher beschäftigen möchte. Die Hickox-GA (Chandos) habe ich in der Sammlung.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Arnold Bax (1883-1953)

    Sinfonien Nr. 4 & 5

    BBC Philharmonic Orchestra, Vernon Handley

    Chandos, DDD, 2002


    Eine andere Deutung der 4. (und die 5. gab es direkt hinterher). Und ich bleibe bei meinem bisherigen Eindruck. Stimmung und Atmosphäre der Werke können gefallen - dennoch bleibt bei "Teflon-Bax" irgendwie (bei mir) kaum etwas haften. Muss es vielleicht auch nicht.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Bohuslav Martinu (1890-1959)

    Violinkonzerte Nr. 1 & 2

    + Bartok: Sonate f. Violine solo Sz. 117

    Frank Peter Zimmermann, Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa

    BIS, DDD, 2018/2019


    Frank Peter Zimmermann ist einer der profiliertesten Geiger unserer Zeit und in meinen Ohren Garant für durchgängig beste, aufrichtige Deutungen. Hier wird er passend begleitet vom tschechischsten aller deutschen Orchester und eingefangen von der state-of-the-art-BIS-Klangtechnik.

    Hier wurde IMHO eine neue Referenz eingespielt, an der sich künftige Aufnahmen messen lassen müssen.

    Nicht weniger gelungen als die beiden Martinu-Konzerte ist Bartoks Solo-Sonate.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

     

    Samuel Barber (1910-1981)

    Cellokonzert op.22

    + Medea-Suite op. 23; Adagio for Strings

    Wendy Warner, Royal Scottish National Orchestra, Marin Alsop

    Naxos, DDD, 99/00


    Ich finde diese Serie mit Orchersterwerken Barbers, aufgenommen durch Marin Alsop für Naxos, sehr gelungen. Wendy Warner hat einen sehr schönen Celloton zu bieten, eher schlank als übermäßig vollmundig, und spielt das Werk gefühlvoll und intensiv. Das überaus universelle und von verschiedenen Labeln für Nischenprogramme immer wieder gerne eingesetzte RSNO ist ihr ein hervorragender Begleiter. Die Produktion muss sich hinter Poltera/ Bergen PO/ Litton (BIS) nicht verstecken, IMHO. :)


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:


    Alun Hoddinott (1929-2008)
    Sinfonie Nr. 6
    + Lanterne des Morts op. 105, 2; A Contemplation upon Flowers op. 90; Scena for String Orch. op. 119

    Watson, BBC National Orchestra of Wales, Thomson
    Chandos, DDD, 89


    Gut, setzen wir uns eben... :D
    jpc listet schon ein bisschen was, mit Werken des 2008 verstorbenen, walisischen Komponisten, vorwiegend auf Lyrita. Gezeigte Chandos-CD ist gestrichen, wird mir im Stream aber noch angeboten. Wiki schreibt "Seine Stilrichtungen wandelten sich vom neoklassizistischen Klarinettenkonzert zu einer Form der seriellen Musik, welche tonale Eckpunkte einer Struktur zuließ." Der englische Text geht da ein wenig weiter und ist wohlmöglich auch treffender: "his style evolved over a long and distinguished career, from the neo-classicism of the Clarinet Concerto to a brand of serialism which allowed a tonal framework to the structure, combining a penchant for dark textures and brooding harmonies similar to that of another British composer, Alan Rawsthorne, with Bartokian arch-forms and palindromes."
    Eine eigene Meinung kann ich dazu noch nicht entwickeln. Übermäßig fasziniert hat mich die Scheibe ad hoc jedenfalls nicht.


    Viele Grüße
    Frank

    :cincinbier:

    Das Cellokonzert von Honegger! - Man beachte allein schon dieses dezent charmante, wirklich attraktive Thema des Kopfsatzes. Man beachte die für den Komponisten so spezifische Reizharmonik des Tutti am Beginn. Das ist alles schlicht und dennoch unverwechselbar.

    Ja, da hast Du sehr Recht, Wolfgang!

    Der Hoddinott stört zumindest in keiner Weise

    Nie gehört, den Namen. :/ Klingt ein wenig wie ein Einrichtungsgegenstand. Vielleicht ein Sitzmöbel in einem Loriot-Sketch? :sofa2:

    "Da, wo er steht, stört der Hoddinott wirklich kaum..." (sorry, meine Fantasie geht gerade ein wenig mit mir durch... :saint: ^^ )

    :cincinbier:

     

    Arthur Honegger (1892-1955)

    Cellokonzert

    + Cellosonate; Sonatine für Cello & Klavier; Sonatine für Violine & Cello

    Christian Poltera, Kathryn Stott, Christian Tetzlaff, Malmö Symphony Orchestra, Tuomas Ollila-Hannikainen

    BIS, DDD, 2006


    Ich wollte heute mal was von Honegger hören, was für mich weitgehend unbekanntes Terrain ist. Das Cellokonzert ist schon mal sehr spannend, treibend und mitreißend, mit 15 Minuten Spieldauer kurz und kurzweilig. Die Aufnahme des Konzerts mit Christian Poltera gibt es unsäglicher Weise noch in einer anderen Repertoirekopplung, siehe nebenstehendes Cover.

    Zitat

    N.Hornig in FonoForum 02/08: "Auch in seinen Werken für Cello sind Honeggers Aussagen kraftvoll und markant. Sie liegen hier in expressiven Interpretationen vor, die den Katalog substantiell bereichern und die das Interesse an Honegger weiter beleben könnten."

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Anton Bruckner (1824-1896)

    Sinfonie Nr. 7

    Royal Concertgebouw Orchestra, Eduard van Beinum

    Decca, AAD/m,1956


    Trotz mono recht transparent und tiefe Einblicke gewährend, mit toll gestalteten Bögen, denen man die heutige Klangtechnik wünschte.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Jean Sibelius (1865-1957)

    Sinfonien Nr. 5-7

    Wiener Philharmoniker, Lorin Maazel

    Decca, ADD, 1963-1968


    Ich wollte ja eigentlich bloß die 5. hören, um kurz meine Vorbehalte zu bestätigen oder sie zu entkräften. Dann bin ich "leider" hängengeblieben und habe gleich noch die Sinfonie 6 & 7 hinterhergeschoben. Nein, Maazel erscheint mir heute keineswegs blass und kühl. Vielmehr gestaltet er sehr klangschön, mit großer Ruhe und die Gesamtsicht auf das Werk. Dabei wird er von der hervorragenden Decca-Klangtechnik jener Zeit unterstützt. Nach wie vor nicht meine erste Wahl, was diese Sibelius anbelangt, aber unterschätzen sollte man diese GA keineswegs.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)

    Sinfonie Nr. 4

    London Symphony Orchestra, Gianandrea Noseda

    LSO, DDD, 2018


    Jetzt mal ein anderes Kaliber, als das heute bereits Gehörte. Diese Tiefe und die geballte Kraft des vertonten historischen Kontextes kann man wahrscheinlich auch nicht zu jeder Zeit ertragen. Noseda und das LSO loten das alles sehr gut aus, IMHO. Wird bestimmt eine (weitere) relevante Gesamtschau, wenn sie fertig ist.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Franz Schubert (1797-1828)

    Sinfonien Nr. 2 & 6

    + Ouvertüren im italienischen Stil D. 590 & D. 591

    City of Birmingham Symphony Orchestra, Edward Gardner

    Chandos, DDD, 2019


    Für mein Empfinden eine "volle", "runde" Deutung, die klanglich sehr gut gelungen ist. Ich mag's eher etwas schlanker.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Alan Hovhaness (1911-2000)

    Symphonie Nr. 63

    + Gitarrenkonzert Nr. 2; Fanfare for the New Atlantis op. 281

    Javier Calderon, Royal Scottish National Orchestra, Stewart Robertson

    Naxos, DDD, 2007


    Mit Hovhaness braucht man wohl etwas Geduld - zumindest mir geht es so. Denn irgendwie "passiert" in seiner Musik nicht gar so ungeheuer viel. Muss es auch nicht, denn schöne Stimmungen liefert er allemal. Angesichts der Fülle seines Schaffens - allein 67 Sinfonien - würde ich dennoch die Behauptung wagen, dass bspw. eine Gesamtaufnahme seiner Sinfonien nicht gar so zwingend nötig erscheint.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Camille Saint-Saens (1835-1921)

    Septett op. 65

    André Previn etc. (siehe Backcover bei Amazon)

    RCA, DDD, 1995


    Auf unablässigen Druck seitens Wolfgang hin... :D

    Ja, doch ein wirklich schönes Werk im klassizistischen Stil und mit ungewöhnlicher Instrumentierung und bei überschaubarer Spieldauer. Fraglos gut gemacht.


    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier:

    Camille Saint-Saens (1835-1921)

    Sonaten für Cello & Klavier Nr. 1 & 2

    + Suite für Cello & Klavier op. 16

    Maria Kliegel, Francois-Joel Thiollier

    Naxos, DDD, 2004


    Die 1. Sonate ist ein kraftvolles, drängendes Werk, dass mir sehr viel Freude gemacht hat. Nicht weniger die grüblerische, in sich gekehrte Suite op. 16. Maria Kliegel und ihr Partner sind hervorragende Interpreten, wie diese Cellistin in allem ihrem unprätentiösen Tun eigentlich immer eine dicke Empfehlung darstellt. Schade, dass sie kaum noch mit neuen Produktionen in Erscheinung tritt.

    Zitat

    Stereo 04/07: "Die Cellosonate Nr.1 zieht durch ihren leidenschaftlichen Duktus in den Bann. Im Wechsel von Poesie und vehementem Aufbruch, ohne glättende Züge, wird die an Beethoven gemahnende Musik mit all mit all ihren Feinheiten vergegenwärtigt. Für Freunde des brillanten Duo-Spiels eine nachdrückliche Empfehlung."

    Viele Grüße

    Frank

    :cincinbier: