Beiträge von Jean

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    Bonjour ma chère Cosima,


    zunächst herzlichen Dank für die Eröffnung und Gestaltung dieses herrlichen >Konversationsfadens<. Chapeau!


    Meine erste und nachhaltige Begegnung mit diesem Ausnahmepianisten hatte ich mit seiner Interpretation von Schuberts Klaviersonate D. 960 in nachfolgender Einspielung:


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    FRANZ Schubert (1797-1828)
    Klaviersonate D. 960
    S. Richter
    MELODIYA/eurodisc, Salzburg, 08/1972


    Zunächst war ich durchaus irritiert von seinen breiten, getragenen Tempi. Im Booklet stolperte ich dann über einen Verweis auf Dieter Schnebels Schubert-Essay "Auf der Suche
    nach der befreiten Zeit", dessen Lektüre mir den Zugang zu Richters Interpretationsansatz weit geöffnet hatte. Bei Richter konnte man wirklich hören, wie er "Zeit befreit" hatte.
    Seit dieser Zeit ist Richter IMO Referenz, nicht nur bei Schubert. Exemplarisch seien m. E. vornehmlich Beethoven, Brahms, Chopin, Liszt und Schumann genannt.


    Viele Grüße
    Jean

    Vlado Perlemuter

    Salut!


    Dies ist mein erster Beitrag innerhalb einer Thread-Reihe, in der ich PianistInnen vorstellen möchte, die mir persönlich viel bedeuten. Natürlich werde ich im Verlaufe des jeweiligen >Konversationsfadens< darlegen, warum dem so ist. Aus gegebenem Anlaß möchte ich gerne mit einem Künstler starten, der IMO durchaus mehr Beachtung verdient hätte, obwohl ich heute noch nicht sein gesamtes "Erbe" an Aufnahmen genießen durfte. Dies werde ich im Rahmen dieses Threads freilich nachholen.


    VLADO PERLEMUTER: Geboren am 26.05.1904 in Kowno (heutiges Litauen). Gestorben am 04.09.2002 in Paris (andere Quellen nennen Genf).


    [Blockierte Grafik: http://www.pianobleu.com/img/perlemuter.jpg]


    Bereits im zarten Alter von 15 Lenzen (1919) hat er am Pariser Konservatorium den 1. Preis gewonnen: Er spielte Faurés >Thema und Variationen<. Der compositeur Fauré war zugleich Direktor des Konservatoriums und Vorsitzender der Jury. Er musste - wie so viele andere Künstler auch - seine Karriere während des 2. Weltkrieges und danach unterbrechen. Anno 1950 begann er erneut, in Paris zu konzertieren.


    Ein Pianist, der mir bisher nur als exzellenter Interpret des Ravelschen Œuvre für Klavier bekannt war. Jahrgang 1904, war dieser französische Pianist polnischer Abstammung nicht nur mit Maurice Ravel befreundet, sondern hat auch dessen Werke mit dem compositeur gemeinsam erarbeitet. Anno 1929 spielte er - als erster Pianist überhaupt - Ravels Gesamtwerk für Klavier. Seine Interpretationen gelten also auch als authentisch.


    Vlado Perlemuter war Schüler von Moritz Moszkowski und - vor allem - von Alfred Cortot. Auch deshalb sind für mich seine Chopin-Interpretationen von besonderem Interesse, da ich Cortots Chopin-Einspielungen durchaus schätze.


    Sein qualitativer Lebensschwerpunkt lag in seiner Lehrtätigkeit am Pariser Konservatorium, die er im Jahre 1951 aufnahm - und die bis 1977 andauerte. Leider hat er eine sehr überschaubare Diskografie hinterlassen. Aber dieses Schicksal teilt er ja auch mit anderen Musikern von Rang. Seinen >Debussy<, >Mozart<, >Schumann< kenne ich indes – noch – nicht. Dies wird sich ändern, da mir eine breiter gefächerte Beurteilung des Pianisten, die mir durchaus geboten scheint, sonst nicht möglich ist.


    Einen ersten vergleichenden Beitrag zu seinen Aufnahmen - relativ zu Einspielungen anderer Interpreten - werde ich starten mit Chopins Études opp. 10 & 25.


    Cordialement
    Jean

    Bonjour chère Cosima,


    Auf dieser Aufnahme aus 1995 erweist sich Thibaudet als exzellenter Brahms- [...]Interpret!


    ich kenne diese Brahms-Einspielung von Thibaudet bis dato leider nicht. Da du Kennerin der Pianisten-Szene bist, würde mich eine kurze vergleichende Einschätzung sehr
    interessieren (bspw. Katchen, Arrau u.a.).


    Viele Grüße
    Jean