Beiträge von Antracis

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Habe auch gerade wieder die Regal aus dem Regal genommen. :D



    Kann mich dem Jubel nur anschließen...eines DER Blues Live-Alben. Und King als Alleinunterhalter.


    Bei


    "...I gave you seven children


    and now you wanna give 'em back"


    kreischen die ganzen Mädels noch den Saal zusammen, weil Alice Schwarzer zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise nicht über Wuppertal-Elbersfeld hinausgekommen war. Das waren noch unschuldige Zeiten damals. 8+)


    lg
    Anti

    ...nicht zu vergessen der großartige Souffleur. :thumbup:


    Aber ja, die Aufnahme sollte man im Schrank haben. 1-2 mal im Jahr tue ich mir del Monaco in vokaler Hochform mit dieser Aufnahme an, deutlich öfters die Tebaldi in dem grandiosen Finale. Da sitzt das Publikum geradezu auf der Rasierklinge, und sie singt auf selbiger...Drama pur. Man merkt richtig, wie der Saal immer ruhiger wird. Sogar der Souffleur hält irgendwann die Gusche. :)


    lg
    Anti

    Jo, man sollte dann auch, denke ich, die Rockgitarristen in ein eigenes Ranking stecken. Manche Übergänge sind zwar fließend, aber Jimmy Page mit B.B.King und Ry Cooder in einer Top Ten zu listen, halte ich auch für wenig sinnvoll. Und dann ist auch wieder Platz für Kurt Cobain...irgendwo hinten. :D


    lg
    Sascha

    Lieber Graf,


    das mit live ist bei mir so ein Konflikt: Prinzipiell stehe ich drauf, kaufe deshalb ungern Studioplatten, weil sie mir bei Rock meist zu steril sind. Deshalb hab ich mich mit Zeppelin-Käufen auch lange Zeit schwer getan, bis ich gemerkt habe, dass die im Studio erstaunlicher Weise nicht steril klingen.


    Die andere Seite beschreibst Du treffend: Leider sind viele Live-Rock-Platten, trotz Nachbearbeitung, musikalisch grenzwertig.


    Weil wir ja jetzt schonmal das Thema Rockgitarristen gestreift haben, könnten wir ja dazu auch mal einen Diskussionsthread starten. Geht ja nicht, dass sich nur die HIP-ler und Opernfreunde bis aufs Messer streiten. :D


    Witzig ist da als Diskussionsgrundlage die Rolling-Stone-Magazin-Liste der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. Jimmy Page auf Platz 9 ist ja noch O.K, aber auf Platz 10 schon Keith Richards, auf Platz 12 Kurt Cobain vor Carlos Santana und Jeff Beck, und als Krönung George Harrison vor Mark Knopfler. Naja, Blackmore ist mit Platz 55 immerhin deutlich vor Angus Young eingeordnet. :thumbup:
    Auf der anderen Seite: Robert Johnson in die Top Ten einzuordnen, beweist Kenntnis.


    Gruß
    Sascha


    PS: Und noch einer der ganz großen (und vielseitigsten) ist auf Platz 8:


    "http://www.youtube.com/watch?v=CXKQlCQKtIg"


    Weiß nicht, ob das hierher passt, aber Jazz ist es auch nicht wirklich und in Weltmusik guggt ja keiner rein, auch wenn es das am ehesten ist, was Cooder verbricht. :wink:

    Lieber Graf,


    jo, früher war sie Gülden, und das traf es auch. Es gibt mittlerweile auch zusätzlich alle 3 Japan-Konzerte live, die "Made in" ist ja im Original vor allem vom zweiten Abend gemacht.


    @Led Zeppelin: Hab schon gedacht, dass ich damit adeligen Gegenwind provoziere. Aber ich will auch gar nicht bestreiten was Du da jetzt anführst. Für mich ist es so, dass Led Zeppelin insgesamt deutlich mehr gute Musik hinterlassen hat, als die tieflilanen - vor allem auch wegweisender - und im Studio sowieso um Klassen besser. Und das mit den adäquaten Partnern meinte ich jetzt gar nicht mal musikalisch, sondern eher von der Live-improvisationsfreudigkeit. Ich hab von Led-Zeppelin wenig Live-Material finden können, wo es diese größer/gleich 10-Mins- Improvisations-Strecken gibt, die bei Deep Purple so spannend sind. Bzw. wenn ich welche gehört habe, dann ist mir vor allem Page ins Auge gestochen. Das war aber einfach auch ein anderer Live-Stil, vor allem scheint es auch leider nicht so viele legale Mitschnitte zu geben. Empfehlungen nehme ich gerne zur Kenntnis.


    Und auf Bonham achte ich jetzt nochmal verstärkt. ;)


    lg
    Sascha

    Ich hatte bei dem kurzen Berlin-Sit-in Wulf ja weinseelig meine pubertären Neigungen gestanden und wollte deshalb hier auch Spuren hinterlassen :D



    Mit dieser Scheibe quäle ich gerade meine Nachbarn: Ist nüscht weniger als eine der besten Live-Hardrock-Platten in History. Leute, glaubt mir: Deep Purple ist soviel mehr gewesen als die paar Powerchords von "Smoke on the water" ( Für mich in der Tat einer ihrer schlechteren weil konventionellsten Songs). Wobei ich das natürlich präzisieren muß: Deep Purple als eine der besten und vor allem stilbildenden Rock-Bands grenze ich auf die Mark II-Besetzung von 1969 bis 1973 ein. Alles andere sind schlechtere Jahrgänge, verwässert oder gar gepanscht, trotz einigem trinkbaren. Und Purple muß man live hören, weil das Wesen dieser Mucke in den spontanen Improvisationen zwischen den einzelnen Musikern besteht, vor allem zwischen Blackmore, Paice und Lord. Das hatte damals wohl niemand besser drauf. Emerson, Lake und Palmer vielleicht noch, aber die waren stilistisch ganz anders. Und Jimmy Page fehlten die adäquaten Partner, außerdem habe ich viele wirklich gute Live-Scheiben von Led Zeppelin nicht finden können, die haben dafür großartiges im Studio hinterlassen.



    Deep Purple dagegen, und das ist wirklich cool, ist live deutlich besser als im Studio - und wurde nie besser aufgenommen als auf den Japan-Takes. Richie Blackmore ist in absoluter Topform und liefert sich mit Jon Lord einige atemberaubende Soloduelle. Der heimliche Star des Albums ist für mich aber Ian Paice. Der spielt nicht nur technisch unglaublich gut und schnell, sondern extrem abwechslungsreich. Allein, wie er sich des öfteren an die Soli seiner Kollegen anpasst, ein Ohrenschmaus. Hört mal vergleichsweise mal viele andere Bands aus der Zeit, und schaut was da an den Drums abgeht, wirkt das bis auf ein paar interessante Fill-ins eher konventionell. Und über Kopfhörer, wenn man dann auch mal den Bass besser hört, merkt man, dass auch Roger Glover so einiges drauf hat.



    Die Stilbreite des Konzerts ist auch interessant. Highway Star weisst schon Richtung Metal, während Lazy eher auf Rhythm & blues zurückgreift. Lazy halte ich übrigens auch für den besten Track aus musikalischer Sicht, da zeigen sie wirklich was sie können.
    Gibt auch ein schönes Video aus der Tournee, in Dänemark aufgenommen, allerdings musikalisch nicht so cool, wie die Japan-Version (auch langsamer :D)
    Aber man bekommt einen Eindruck von den musikalischen Skills.


    "http://www.youtube.com/watch?v=G6x8GGXrCFQ"


    Let´s Rock
    Anti

    Das liegt an den vielen Lebkuchen und Schokoladenweihnachtsmännern, die seit Ende August in den Regalen stehen. Dadurch verändert sich das Raum-Zeit-Kontinuum. Das ist alles relativ kompliziert und hängt mit Dingen wie dem Plankschen Strahlungsgesetz und Johannes Heesters zusammen. Jedenfalls rückt dadurch der Advent immer mehr in den November. Man kann auch bestimmt ausrechnen, wann Weihnachten auf den 23.12 vorgezogen werden muss, um die Entstehung schwarzer Löcher zu vermeiden!


    lg
    Sascha

    Den Simone hab ich mir mit Absicht gespart, ich bündle meine zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die Domingo-Highlights der längergezogenen Abschiedtournee: 2019 ist ja zumindest der Abschied von der Opernbühne geplant mit einem (Rollendebüt!)-Auftritt als Nachtwächter in den Meistersingern. Der Maestro verspricht diesmal auch einwandfreies Deutsch und feilt gerüchteweise bereits seit letztem Jahr an der Aussprache der umfangreichen Partie. Ob dann mit dem Open-Air-Liederabend der Winterreise in der Arena di Verona 2025 wirklich Schluss sein wird, ist auch noch nicht klar. Ich hab aber schon mal Karten bestellt!


    :wink:
    Sascha

    Och, das der Neunten ist doch großartig...




    Bei mir gerade zum besten Kauf der letzten Monate erkoren:



    Wahnsinn, was Pollini da macht. Der Stravinski strotzt nur so vor rhythmischer Finesse bei virtuosem Zugriff.
    Auch der Prokofiev ist ein Hammer. Pollini erzeugt im zweiten Satz mit seiner üblichen, sehr klaren und schnörkellosen Interpretation doch eine solche Gefühlstiefe, dass ich nicht wirklich dahinter komme, wie er das macht. Viele finden ja sein Spiel zu kühl und abgeklärt, ich empfinde es meist als ungemein intensiv, ohne jedoch gefühlsmäßige Überzuckerung, wie man sie so oft hört. Aber daran werden sich wohl die Geister scheiden. Das Precipitato ist jedenfalls atemberaubend. Aber auch der Webern und Boulez würden jeder für sich den Kauf der Platte rechtfertigen. Nur fehlt mir die Zeit, dass jetzt hier zu kommentieren.


    Die MV naht und ich hab pünktlich dazu am WE ein Fortbildungsseminar, dass ich sogar mitorganisieren muß, hoffe also, ich kann dennoch ausreichend präsent sein.


    :wink:
    Sascha

    Liebe Hemilole,


    vielen Dank für den Tipp, den Ziegenrücker hab ich mir tatsächlich schon mittlerweile besorgt, und bin sehr zufrieden. Ist tatsächlich vom Aufbau her gut häppchenweise zu erarbeiten, da ist mir dann nach der Lektüre auch manches im Grabner wieder zugänglich gewesen.
    Danke auch für die anderen Tips, werde ich mir demnächst mal anschauen.


    :wink:
    Sascha


    Gestern mal den ersten Akt gesehen und gehört, wobei das Sehen deutlich mehr Freuden brachte, als das Hören. Die Regie von Friedrich macht schon, für die Zeit gesehen, starken Eindruck. Musikalisch wird das Ganze überschattet von Spas Wenkhoff als Tannhäuser, eine mittlere Katastrophe für sensible Ohren. Er singt schon von Anfang an gepresst und röhrt teilweise ganze Phrasen unartikuliert auf einem Einheitslaut, so dass ich für den weiteren Verlauf der Partie nicht wirklich optimistisch bin. :wacko:
    Vermutlich gehts erst am Wochenende weiter, dann auch genaueres.


    :wink:
    Sascha

    Lieber Areios,


    o.k., dass mit der Schauspielerin mit Gesangsausbildung war für mich so aus der letzten Formulierung nicht ersichtlich, dagegen hast Du Dich klar auf die Altpartie bezogen, was ich wiederum beim Lesen ein wenig zu großzügig interpretiert habe. ;+)
    Und tatsächlich ist diese Partie nicht so virtuos, wie die anderen. Dennoch würde ich anzweifeln, dass jemand ohne klassische Gesangsausbildung der Partie gewachsen wäre, denn man kann vor dem Hintergrund des zeitlichen Kontextes davon ausgehen, dass die Cibber dennoch ein hohes Niveau absolvieren konnte. Und die Technik ist ja nicht nur eine Sache der virtuosen Koloraturen, sondern auch eine der Tonbildung und dem Bewältigen langer Haltenoten und Phrasen. Da hätte ich Angst, dass jemand ohne klassische Ausbildung zu sehr ins Deklamieren kommt.


    Aber über die Absicht Händels ist natürlich interessant zu spekulieren: Die gesamte Truppe der Uraufführung war wohl sängerisch nicht so dolle, jedenfalls gibt es überlieferte zeitgenössische harsche Kritiken, zum Beispiel vom einflussreichen Schriftsteller Horace Walpole (über den bei Wikipedia zu lesen ist, dass er Musik, Mathematik und Anatomie studierte aber, wie unter Gentlemen damals üblich, keinen Abschluß machte :D ), dessen Verriss darin gipfelt, dass Händel sich bei der Aufführung "der Dienste all jener Göttinnen des Possenspiels und jener erbärmlichen Sänger versichert, die in den Intermedien unser beiden Theater auftreten." Horace argumentiert sichtlich aus der Tradition des Belcanto, während Zeugnisse existieren, dass Händel vor allem Cibber wegen Ihrer Ausdruckskunst bewunderte. Die Version von 1750 ist ja, vor dem Hintergrund, dass viel bessere Sänger zur Verfügung standen, ungleich virtuoser geraten. Insofern dürfte tatsächlich die Altpartie in der Version von 1943 einen gewissen Sonderfall darstellen.
    Für mich wäre dann vor allem wichtig, dass die besetzte Sängerin zu einem dramatischen Gesangsvortrag befähigt ist. Man muss hier auch berücksichtigen, dass natürlich "mitreißende Ausdruckskunst" einer singenden Schauspielerin im 18. Jahrhundert höchstwahrscheinlich etwas ganz anderes bedeutete, als heute. Dennoch bin ich ja auch, im Extrem betrachtet, kein Verfechter der größtmöglichen Authentizität, sondern der bestmöglichen künstlerischen Wirkung.


    Weshalb ich allerdings etwas vehement gegen den nicht klassisch ausgebildeten Sänger votiere, gründet sich auf die Tatsache, dass man - neben vielen herausragenden Leistungen - heute schon so oft genug in diesem Repertoire große dramatische Ausdruckskunst bei mangelndem sängerischen Feinschliff präsentiert bekommt. Als jüngstes Beispiel fällt mir Johannes Weisser in der Brockes-Passion von Telemann (Jacobs-Aufnahme) ein. Der Sänger beeindruckt da wirklich durch vieles, aber vokales Finish ist nicht darunter. Und es gibt halt auch Sänger, die beides bieten.


    Jetzt stellt sich mir nur die Frage: Wie nennen wir den neuen Thread, wenn uns jetzt hier gleich die Operetten-Experten wegen völligem Off-Topic rausschmeißen ? :D
    Machen wir einen erweiterten Thread über Händels Messiah daraus, oder einen über die interessante Tatsache, dass selbst in der Hochphase des virtuosen Kunstgesanges bereits ein Streit der Kritiker zwischen singenden Schauspielern und schauspielernden Sänger tobte ? :whistling:


    :wink: aus Bärlin
    Sascha

    Lieber Ludwig,


    unerträglich finde ich die Formulierung mir den "anderen" Adjektiven, die man nennen könnte, weil Du hier einen Vorwurf nachdrücklich in den Raum stellst, indem Du Ihn gerade nicht konkret formulierst.
    Letztlich verlangen Regeln immer eine Auslegung, was eine inhaltliche Wertung des Sachverhaltes unabdingbar macht. Und hier besteht aus meiner Sicht das Problem, dass sich die Äußerungen sehr wohl in einer Grauzone zwischen Kunst/Kultur und politischer Meinungsäußerung bewegen. Diese Feststellung wurde in diesem Thread nicht nur von Peter getroffen, aber in seinem Fall gehört es zu seinen Aufgaben, eine solche Einschätzung vorzunehmen. Wenn wir schon bei den hochgreifenden Vergleichen sind, so scheint mir das eine gängige Aufgabe eines Richters zu sein.


    :wink:
    Sascha


    Du behauptest, nicht zum Richter werden zu wollen, sondern nur neutral für und wider abzuwägen, machst dich aber vehement zum Anwalt des Threads. Das finde ich merkwürdig, um nicht andere Adjektive zu benutzen, die eigentlich näherliegend wären.


    Hallo Ludwig,


    Solche bewußt vage in den Raum gestellten Andeutungen finde ich unerträglich. Wenn Du gewichtige Vorwürfe an Peter vorzubringen hast, müssen sie auch klar formuliert werden. Anderseits entsteht für mich der Eindruck, bewußt vage Anklagen vorzubringen, um sich im Zweifelsfall um eine konkrete Beweisführung drücken zu können. Peter vertritt hier die Forenregeln. Bitte zeige doch klar auf, inwieweit Dieu le Roi gegen diese verstoßen hat. Andernfalls erklärt sich nämlich sehr einfach, weshalb sich hier offizielle Organe des Forums zum Anwalt des Threads machen.


    Gruß
    Sascha

    Ich hätte nicht nur die Operette gern öfter mit nichtklassischen Sängerinnen und Sängern, sondern auch etwa Barockmusik. Ich denke da z. B. an die Sängerin, Schauspielerin und Schriftstellerin Susannah Cibber, für die Händel mehrere Altpartien, unter anderem die des Messias, komponierte und die auch häufig in Werken ihres Bruders Thomas Arne auftrat, der aber schon von Zeitgenossen die fehlende Gesangstechnik vorgeworfen wurde. Sie kompensierte das mit einem am Schauspiel geschulten, intensiven und nuancierten Vortrag. "By a natural pathos, and perfect conception of the words, she often penetrated the heart, when others, with infinitely greater voice and skill, could only reach the ear." (Charles Burney) Schade, dass noch niemand daran gedacht hat, einmal eine Schauspielerin für eine Messias-Aufnahme zu engagieren.


    Lieber Areios,


    das ist aber aus meiner Sicht eine problematische Schlußfolgerung aus den historischen Fakten. Susannah Cibber war Sängerin und Schauspielerin. Und die Kritik an ihrem sängerischen Finish ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund des hohen sängerischen Niveaus dieser Zeit zu sehen, in der noch die Kastraten die Bühne dominierten und mit transzendentaler Virtuosität aufwarteten. Glücklicherweise hat aus meiner Sicht noch niemand daran gedacht, das mit einer Schauspielerin ohne sängerische Ausbildung zu besetzen, denn das wäre ein Desaster und höchstens als Karikatur tauglich. Letztlich war im Barock nicht zuletzt die sängerische virtuose Verzierung ein zentrales Ausdrucksmittel und der Messias ist voll davon. Nicht zuletzt wurden ja solche Oratorien auch oft zu Zeiten aufgeführt, wo die Opernstars gerade Sommerpause hatten. Die Pamina ist da dann auch eine vollkommen andere Baustelle.


    Letztlich ist es natürlich wichtig, dass Barockgesang nicht zur Kanarienvogelmusik degradiert wird, sondern die Virtuosität und andere Mittel in den Zweck des dramatischen Ausdruckes gestellt werden. Aber das wird heutzutage in vielen HIP-Einspielungen auch so besetzt und realisiert. Letztlich wäre ein Sängertypus wie beispielsweise Maria Callas, die dramatische Intensität und Virtuosität zu ihrer besten Zeit vereinte, generell für dieses Repertoire eine ideale Besetzung. Schauspieler ohne oder nur mit rudimentären sängerisches Mitteln sind da vollkommen fehl am Platze, zumal im Barockrepertoire.


    Letztlich gibt es teilweise leider heute schon einen großen Anteil an singenden Schauspielern, wo ich schauspielernde Sänger doch eindeutig vorziehen würde.


    :wink: aus Bärlin
    Sascha

    Heute abend festliche Instrumentalmusik eines Schütz-Zeitgenossen:



    Liebe Stichnote,


    da die Hörschnipsel mich neugierig gemacht haben und mir die Interpreten schon auf einer schönen Aufnahme mit Osterkantaten von Pachelbel gefallen haben, ist die (günstige) CD mal auf meinem Merkzettel gelandet.


    Nicht frei von Ironie ist, dass einiges von Händel in meinem Regal steht, aber weder Feuerwerks,- noch Wassermusik. Dennoch jetzt Händel, aber Oper:



    Furios von Minkowski dirigiert und sängerisch toll besetzt. Mir gefällt die Dramatik des Werkes, vor allem der dritte Akt tönt für meine Ohren recht innovativ.
    Ganz schaffen werd ichs heute aber wohl nicht mehr.


    :wink:
    Sascha

    Das zentrale Problem ist, dass größtmögliche Freiheit nur funktionieren kann, wenn die Nutznießer damit verantwortungsvoll umgehen. Unter diesem Gesichtspunkt empfinde ich die "Gegenwelt", obwohl formal und inhaltlich meiner Einschätzung nach den Forenregeln entsprechend, nicht gerade als hilfreich, wenn es darum geht, diese Freiheit weiter zu ermöglichen. Vor allem, wenn man angesichts des Inhalts auf seinem Recht eines unkommentierten Threads besteht. Aber man wird mit solchen Einzelfällen leben müssen. Und diese zu vermitteln suchen mit dem Recht der anderen User auf einen Kommentar.


    Ganz ehrlich: Wenn man nun seitens der Mods erlauben würde, direkt in dem Aphorismenthread zu kommentieren, worin bestünde dann der Kompromiss der Kommentatoren ?


    Die aktuelle Lösung halte ich dagegen unter den schwierigen Umständen für eine gute. Das die Originale dupliziert werden und damit nachvollziehbar kommentiert werden können, sehe ich als Kompromiss des Threadstarters an. Er verstößt schließlich gegen keine Regeln. Andererseits kommt man den Kommentatoren entgegen, indem eine Plattform für die Kritik geschaffen wird, die formal gut nachvollzogen werden kann.


    Das diese Lösung nun nicht akzeptiert wird, liegt aus meiner Sicht einzig an der inhaltlichen Kontroverse und ihrer politischen Natur. Da riskiert man lieber weiteren Forumszwist, als hier nachzugeben.


    Aber diese Debatten wollen wir doch nicht in einem Forum zu Musik und Kultur haben?! Weißt du, was die Folge nach unserer Öffnung wäre, wenn wir solche rein politischen Debatten dulden würden? Was sich dann plötzlich alles bei uns im Forum tummeln würde?


    Das kann, liebe Severina, ja so genau keiner vorhersagen. Wenn das so ausartet, dann werden wir die Freiheit drastisch einschränken müssen. Aber das sollte aus meiner Sicht das letzte Mittel sein.


    :wink:
    Sascha