Beiträge von diskursprodukt

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Ich überlege im Mai ins schöne Wien zu fahren und habe entdeckt, dass es in der Staatsoper nicht nur einen Figaro, sondern auch ein Rheingold gibt (das Teil eines Zyklus zu sein scheint). Kann mir jemand eine Empfehlung geben, wie ich die Wahrscheinlichkeit Karten zu bekommen maximieren kann? Dieser Vorverkauf ist ja nicht ganz transparent und wird durch Covidl-Kontingentierungen vermutlich nicht durchschaubarer...

    Meine Pläne in den kommenden Tagen:


    Sonntag, 22. Januar – Aalto-Theater Essen: Il Trittico, drei Opern von Giacomo Puccini (I: Roland Schwab, ML: Roberto Rizzi Brignoli) mit nahezu dem gesamten Essener Ensemble und den Essener Philharmonikern


    Freitag, 28. Januar – Konzerthaus Dortmund: Seven Stones, Oper für vier Solisten und zwölf Chorsänger von Ondřej Adámek (konzertante Aufführung, ML: Léo Warynski) mit Solisten und dem Chor Accentus


    Samstag, 29. Januar – Konzerthaus Dortmund: Ensemble Resonanz mit Jean-Guihen Queyras (Cello) und Ondřej Adámek(ML): Richard Strauss – „Metamorphosen“ Studie für 23 Solostreicher; Carl P.E. Bach – Konzert für Cello, Streicher und Basso Continuo a-Moll Wq 170; Ondřej Adámek – Neues Werk (Uraufführung)

    Danke für die Initiative! :clap:


    1. Richard Strauss – Die Frau ohne Schatten


    2. Richard Wagner – Parsifal


    3. Peter I. Tschaikowski – Eugen Onegin


    4. Richard Wagner – Das Rheingold


    5. Richard Wagner - Tannhäuser


    6. Richard Wagner - Siegfried


    7. Gioachino Rossini – l’Italiana in Algeri


    8. Franz Schreker – Die Gezeichneten


    9. Richard Wagner - Götterdämmerung


    10. Benjamin Britten – Peter Grimes


    11. Richard Wagner - Lohengrin


    12. Erich Wolfgang Korngold – Das Wunder der Heliane


    13. Leoš Janáček – Die Sache Makropulos


    14. Erich Wolfgang Korngold – Die tote Stadt


    15. Béla Bartók – Herzog Blaubarts Burg


    Liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr!

    Das neue Jahr beginnt - ich kann immer noch nicht glauben, dass die DOB das tatsächlich stattfinden lässt - mit meinem tatsächlich ersten zyklischen Ring (und einer Verdi-Intervention):



    Dienstag, 4. Januar – Deutsche Oper Berlin: Das Rheingold, Vorabend zu „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner(I: Stefan Herheim, ML: Donald Runnicles) mit u.a. Derek Welton (Wotan), Markus Brück (Alberich), Annika Schlicht (Fricka), Thomas Blondelle (Loge) und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin


    Mittwoch, 5. Januar – Deutsche Oper Berlin: Die Walküre, Erster Tag von „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner (I: Stefan Herheim, ML: Donald Runnicles) mit u.a. Nina Stemme (Brünnhilde), John Lundgren (Wotan), Brandon Jovanovich (Siegmund), Elisabeth Teige (Sieglinde), Tobias Kehrer (Hunding) und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin


    Donnerstag, 6. Januar – Philharmonie Berlin: Berliner Philharmoniker mit dem Rundfunkchor Berlin und Daniel Barenboim (ML): Giuseppe Verdi – Ouvertüre zu „Les Vêpres Siciliennes“, Giuseppe Verdi – Streichquartett e-Moll (Fassung für Streichorchester), Giuseppe Verdi – Quattro pezzi sacri


    Freitag, 7. Januar – Deutsche Oper Berlin: Siegfried, Zweiter Tag von „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner (I: Stefan Herheim, ML: Donald Runnicles) mit u.a. Clay Hilley (Siegfried), Nina Stemme (Brünnhilde), Iain Paterson (Wanderer), Jordan Shanahan (Alberich), Ya-Chung Huang (Mime) und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin


    Sonntag, 9. Januar – Deutsche Oper Berlin: Götterdämmerung, Dritter Tag von „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner (I: Stefan Herheim, ML: Donald Runnicles) mit u.a. Clay Hilley (Siegfried), Nina Stemme (Brünnhilde), Jordan Shanahan (Alberich), Albert Pesendorfer (Hagen) Okka von der Damerau (Waltraute), dem Chor der Deutschen Oper Berlin und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin


    Noch nicht gestartet ist der Vorverkauf für:


    Dienstag, 11. Januar – Semperoper Dresden: Tannhäuser, Große romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner(I: Peter Konwitschny, ML: Marc Albrecht) mit u.a. Elena Zhidkova (Venus) Malin Byström (Elisabeth), Stephen Gould (Tannhäuser), Michael Volle (Wolfram), Georg Zeppenfeld (Landgraf Hermann), dem Sächsischen Staatsopernchor, de Sinfoniechor Dresden und der Sächsischen Staatskapelle Dresden


    Bis zum 9. Januar sind alle sächsischen Häuser geschlossen. Allfällige Verlängerung ist bis heute unklar. Ich werde spontan entscheiden müssen.


    Bereits abgesagt wurden die Meistersinger am 2. Januar in Leipzig, für die ich allerdings schon eine Karte hatte... :rolleyes:

    Meine Pläne rund um Weihnachten:



    Mittwoch, 22. Dezember – Theater Osnabrück: Fremde Erde, Oper in vier Akten von Karol Rathaus (I: Jakob Peters-Messer, ML: Andreas Hotz) mit u.a. Susann Vent-Wunderlich (Lean Branchista), Jan Friedrich Eggers (Semjin), Olga Privalova (Anschutka), Opernchor und Extrachor des Theaters Osnabrück und dem Osnabrücker Symphonieorchester



    Sonntag, 26. Dezember – Musiktheater im Revier Gelsenkirchen: Otello, Dramma per Musica in drei Akten von Gioachino Rossini (I: Manuel Schmitt, ML: Giuliano Betta) mit u.a. Khanyiso Gwenxane (Otello), Rina Hirayama (Desdemona), Adam Temple-Smith (Iago) sowie dem Opernchor des Musiktheaters im Revier und der Neuen Philharmonie Westfalen



    Bereits ausgeladen wurde ich für Mittwoch, 29. Dezember – Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel: Norma, Tragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo Bellini (I: Christophe Coppens, ML: Sesto Quatrini) mit u.a. Sally Matthews (Norma), Enea Scala (Pollione), Michele Pertusi (Oroveso), Raffaella Lupinacci (Adalgisa) sowie dem Orchestre Symphonique und den Choeurs de la Monnaie – hier werden aus Seuchenschutzgründen nur noch Abonnent:innen eingelassen.



    Donnerstag, 30. Dezember – Oper Köln im Staatenhaus: Die Vögel, Oper in zwei Akten von Walter Braunfels (I: Nadja Loschky, ML: Gabriel Feltz) mit u.a. Young Woo Kim (Hoffegut), Joshua Bloom (Ratefreund), Wolfgang Stefan Schweiger (Wiedehopf), Gloria Rehm (Nachtigall), Samuel Youn (Prometheus) sowie dem Chor der Oper Köln und dem Gürzenich-Orchester


    Mal sehen, was davon wirklich stattfinden wird...

    Recht vorweihnachtliches Repertoire bei mir am vierten Adventswochenende:


    Freitag, 17. Dezember – Aalto-Theater Essen: La Bohème, Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini (I: Silviu Purcarete, ML: Matteo Beltrami) mit u.a. Carlos Cardoso (Rodolfo), Tobias Greenhalgh (Schaunard), Jessica Muirhead (Mimi) und den Essener Philharmonikern


    Samstag, 18. Dezember – Oper Frankfurt: Die lustige Witwe, Operette in drei Akten von Franz Lehár (I: Claus Guth, ML: Takeshi Moriuchi) mit u.a. Johannes Martin Kränzle (Graf Danilo), Annette Dasch (Hanna Glawari), Barnaby Rea (Baron Mirko Zeta), Michael Porter (Camille de Rosillon) sowie dem Chor der Oper Frankfurt und dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester


    Sonntag, 19. Dezember – Oper Frankfurt: Die Nacht vor Weihnachten, Oper in vier Akten von Nikolai Rimski-Korsakow (I: Christof Loy, ML: Sebastian Weigle) mit u.a. Georgy Vasiliev (Wakula), Julia Muzychenko (Oksana), Enkelejda Shkoza (Solocha), Andrei Popov (Teufel) sowie dem Chor der Oper Frankfurt und dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester

    Kurzberichte aus der Staatsoper Berlin:


    Sa., 11.12.2021 - Samson et Dalila, I: Damián Szifron; ML: Thomas Guggeis


    Am Samstag sah und hörte ich Samson et Dalila in Berlin. Eine bildgewaltige und blutrünstige Inszenierung. Kategorie: Historienschinken der eindringlichen Art.

    Andreas Schager funktioniert als Samson überraschend prächtig; die Dynamikschwächen, die mich bei ihm immer ein bisschen bangen lassen, fielen bei dieser Rolle nicht so ins Gewicht. Anna Lapkovskaja war als Dalila eingesprungen. Hat gut funktioniert. Ihr mon coeur s'ouvre à ta voix war jedoch etwas aus dem Tempo. Das wundervolle Bacchanal im 3. Akt startet verhalten, wird aber ekstatisch. Insgesamt mehr was für's Auge als für die Ohren, was die Berliner da so machen. In Düsseldorf (ausgerechnet!) habe ich das schon besser gehört...


    So., 12.12.2021 - Lohengrin, I: Calixto Bieito; ML: Thomas Guggeis


    Sonntag nun Lohengrin. Inszenierung nicht Fisch noch Fleisch. Fängt mit starken Video-Bildproduktionen an (dem Ertrinken entkommender Gottfried; kreißende Frau im Vorspiel zum 3. Aufzug, die dann vom Brautchor entbunden wird), führt jedoch keine davon zu Ende oder leitet auch nichts auseinander ab. Andreas Schager immer wieder ein bisschen schreiend und mit ziemlich liederlicher Intonation. Überraschend gelungen seine Gralserzählung, obwohl er ja eigentlich nicht leise kann... Nicht immer ganz schlüssig, wann die Staatskapelle Gas gibt und wann sie sich zurück hält. Insgesamt ziemlich laut (außer im Brautchor, da fast intim kammermusikalisch). Highlight Einspringerin Okka von der Damerau, die eine fantastische Ortrud hinlegt. Elza van den Heever liefert eine solide Elsa, Martin Gantner einen sehr vornehmen Telramund. Chor auf Bestniveau, durchgehend sehr transparent und gut abgestimmt. Eine Produktion, die vor allem durch ihre Darsteller:innen überzeugt.

    Fazit: Es hat nicht den geringsten Zweck, zurzeit irgendwelche Konzerttickets zu kaufen.

    Naja, „nicht den geringsten Zweck“ ist eine offenbar von deinem Unmut getriebene Übertreibung. Aber es gibt natürlich ein erhöhtes Risiko für Ausfälle und Umbesetzungen. Solange man wenigstens über Ausfälle nicht erst am Veranstaltungstag informiert wird, finde ich dass ehrlich gesagt zwar schade, aber überhaupt nicht ärgerlich. Wir haben halt keine normalen Zeiten. Man muss sich doch ehrlich gesagt wundern, dass sich alle mit so viel Engagement um Veranstaltungen und sogar Tourneen bemühen!

    An diesem Wochenende geht’s bei mir nach Berlin!


    Freitag, 10. Dezember – Philharmonie Berlin: Berliner Philharmoniker mit Håkan Hardenberger (Trompete) und Andris Nelsons (ML): Jüri Reinvere – Maria Anna, wach, im Nebenzimmer, Notturno für großes Orchester; Mieczysław Weinberg – Konzert für Trompete und Orchester op. 94; Igor Stravinsky – Le Sacre du Printemps


    Samstag, 11. Dezember – Staatsoper Berlin: Samson et Dalila, Oper in drei Akten von Camille Saint-Saëns (I: Damián Szifron, ML: Thomas Guggeis – als ich gebucht habe, war noch Daniel Barenboim angesetzt) mit u.a. Elīna Garanča (Dalila), Andreas Schager (Samson), Michael Volle (Oberpriester des Dagon), Jongmin Park (Abimélech) sowie dem Staatsopernchor und der Staatskapelle Berlin



    Sonntag, 12. Dezember – Staatsoper Berlin: Lohengrin, Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner (I: Calixto Bieito, ML: Thomas Guggeis) mit u.a. Andreas Schager (Lohengrin), Elza van den Heever (Elsa), Martin Gantner (Telramund), Ekaterina Gubanova (Ortrud) sowie dem Staatsopernchor und der Staatskapelle Berlin

    Freitag, 3. Dezember – Konzerthaus Dortmund: Concertgebouworkest mit Janine Jansen (Violine) und Valery Gergiev (ML): Dmitri Schostakowitsch – Konzert für Violine und Orchester # 1 a-Moll op. 77; Igor Stravinsky – Ballettmusik zu „Le baiser de la fée“

    Fällt leider aus...

    Stimmt. Und am Sonntag gibt es eine Umbesetzung: statt Yuja Wang kommt Seong-Jin Cho. Und statt Rachmaninow KK #2 gibt es Tschaikowski KK #1. Offenbar keine gute Zeit für den Tourneezirkus.

    Sofern es keine Beschränkungen gibt, habe ich für das kommende Wochenende diese Pläne:


    Freitag, 3. Dezember – Konzerthaus Dortmund: Concertgebouworkest mit Janine Jansen (Violine) und Valery Gergiev (ML): Dmitri Schostakowitsch – Konzert für Violine und Orchester # 1 a-Moll op. 77; Igor Stravinsky – Ballettmusik zu „Le baiser de la fée“


    Samstag, 4. Dezember – Oper Frankfurt: Maskerade, Komische Oper in drei Akten von Carl Nielsen (I: Tobias Kratzer, ML: Titus Engel) mit u.a. Alfred Reiter (Jeronimus), Susan Bullock (Magdelone), Michael Porter (Leander), Liviu Holender (Henrik) sowie dem Chor der Oper Frankfurt und dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester


    Sonntag, 5. Dezember – Konzerthaus Dortmund: Rotterdams Philharmonisch Orkest mit Yuja Wang (Klavier) und Lahav Shani (ML): Sergej Rachmaninow – Konzert für Klavier und Orchester # 2 c-Moll op.18; Sergej Rachmaninow – Sinfonische Tänze op. 45

    Für die, die noch rausgehen:


    Ich kann „Lucia di Lammermoor“ in Essen wärmstens empfehlen! Die Regie von Dietrich Hilsdorf ist belanglos; musikalisch aber ist das ganz vortrefflich! Alle Rollen toll besetzt, Chor stark. Hila Fahima als (Lucia) sticht dabei besonders heraus. Aber auch die Ensemblesolisten Carlos Cardoso (Edgardo), Ivan Krutikov (Enrico) und Baurzhan Anderzhanov (Raimondo) sind richtig gut drauf. Die Essener Philharmoniker unter Leitung von Giuseppe Finzi lösen ihre Aufgaben ebenfalls ganz hervorragend.


    Ein sehr schöner Abend. Mit leider zu vielen Premierengästen, die in der Pause Coronaparty feiern. Leider geht man offenbar auch wieder erkältet in die Oper; um mich herum wurde wieder nach Herzenslust geröchelt.

    Hinweis: Die nachfolgenden Beiträge wurden aus dem "Wo wir so hingehen - Anstehende Besuche von Oper, Theater und Konzert"-Thread in diesen bestehenden Thread verschoben, da das inhaltlich besser passt.
    Die Moderation


    Ach übrigens: "Für Elise" ist oben zwar satirisch gemeint, aber in der real existierenden Kulturlandschaft kein Scherz. Wurde, wenn man der Rezension im Hamburger Abendblatt Glauben schenken darf, am Wochenende von Lang Lang allen Ernstes als Zugabe nach den Goldbergvariationen (!) gespielt. Das Lang Lang-Publikum dürfte sich gefreut haben ...

    Ich finde, "Für Elise" ist als Zugabe ein völlig legitimes Statement. Je nachdem ist es sogar mutig, weil man da nun wirklich bei jedem und jeder Hörerwartungen irritieren kann. Und wenn ein Dudel-Weltstar wie Lang Lang das macht, entbehrt es auch nicht einer gewissen Selbstironie.

    Das ist eine wundervolle Besetzung! Ich habe das vor vier Jahren mal ganz ähnlich im Konzerthaus Dortmund gehört, auch mit Mark Padmore und dem famosen Roderick Williams. Sein "Mache dich, mein Herze, rein!" ist eines der ergreifendsten Stücke Musik, an das ich mich in den vergangenen Jahren erinnere. Ich wünsche dir ein ganz ähnliches Erlebnis!

    Tristan und Isolde, Deutsche Oper am Rhein (Duisburg), 7.11.2021

    Gestern Abend war ich im Theater Duisburg, der kleinen und sympathisch abgegriffenen der beiden Rheinopern-Schwestern, um zum ersten mal nach 607 Tagen wieder einer Live-Wagnerei zu lauschen. 608 Tage zuvor war übrigens an selber Stelle ein Lohengrin mein letzter Opernbesuch vor dem ersten Lockdown. Seinerzeit, an jenem 8. März 2020, haben sich schon alle wie verrückt im Theater die Hände gewaschen und sind absichtsvoll umeinander herumgeschlichen; von mehr wusste man noch nichts Genaues. Und an Masken war noch nicht zu denken. Letzteres war gestern genauso, was ich allerdings sehr spooky fand. Die Veranstaltung war 2G (was ich allerdings erst im nachhinein heute früh gelesen habe). Es wurde ohne Abstand verkauft und dementsprechend auch gesessen. Am Platz durfte man seine Atemwege entblößen. Ich mache das allerdings nicht, auch wenn ich nicht zu den Obervorsichtigen gehöre und auch nicht zu den FFP2-Masochisten. Leider ist in diesem November nicht nur 2G eingetreten, sondern auch eine wunderbare Erkältungswelle. Und es wird auch im Theater wieder nach Herzenslust rumgeröchelt, gehustet und geniest. Ich habe mich jedenfalls seit der Wiedereröffnung der Theater noch nie so schutzlos-exponiert gefühlt wie gestern. Nun aber genug der Vorrede.


    Die Inszenierung, die Dorian Dreher verantwortet, folgt dem Konzept, die drei Aufzüge an drei Abenden auf die Bühne zu bringen - ohne Pause, ohne Gastro, das in der letzten Saison ja nicht unübliche Einakter-Ding. Das war vor der Sommerpause in der Rheinoper auch so gelaufen. Nun, im Lichte der besseren (?) Pandemielage, hat man sich entschieden, den auf drei Abende angelegten Tristan offenbar ohne größere dramaturgische Nachbearbeitungen dann doch in einem Rutsch zu bringen. Ein Regiekonzept, das mich nicht überzeugt hat.


    Die Aufzüge 1 und 2 begannen mit Prologen, die sowohl Sprechtexte als auch musikalische Zitate aus dem 3. Aufzug enthielten. Die Sprechtexte wurden per Tonband eingespielt, die musikalische Begleitung leistete eine Bühnenmusik (Streichquartett plus Englischhorn). Hat mich beides nicht überzeugt, zumal eine kammermusikalische Vorwegnahme der Sehnsuchtswehe aus dem 3. Aufzug im Vorfeld zum Orchestervorspiel zum 1. Aufzug musikalisch zusammenhanglos und m.E. entstellend ist. Entstellt war dann auch die weitere Einbindung des Bühnenquintettes in das Orchestervorspiel. Da passten Raum und Zeit nicht gut zusammen, und GMD Axel Kober (den ich sehr schätze, und dessen umsichtigen Dirigaten ich viele schöne Abende verdanke) war auch mit den Tempi teils überfordert. Allerdings steigerten sich Kober und die Duisburger Philharmoniker im Laufe des Abends, und die musikalische Arbeit verlagerte sich auch spätestens nachdem die ebenfalls unsicher agierenden Chorherren Feierabend hatten auf eine geringere Zahl anzuspielender Orte. Das hat dem Ergebnis hörbar gut getan.


    Auch die solistischen Darsteller (Alexandra Petersamer als Isolde, Katarzyna Kuncio als Brangäne und Daniel Frank als Tristan) brauchten ihre Zeit, um, wie man heute so schön sagt, "vor die Probleme" zu kommen. Im ersten Aufzug überzeugte allein Richard Šveda als Kurwenal. Halt, stimmt nicht! - Steuermann Jake Muffett war auch solide... Alexandra Petersamer immerhin steigerte sich enorm im Laufe des Abends und hat schließlich einen hinreißenden Liebestod hingelegt. Daniel Frank war dieselbe Steiegerung leider nicht vergönnt. Ich finde ihn als Tristan auch fehlbesetzt. Er soll besser Tamino singen. Als Siegmund habe ich ihn auch mal gehört; das war auch passend. Aber für die Heldentenorpartien fehlen ihm m.E. sowohl Wumms als auch klangliche Dramatik. Wie immer hinreißend anzuhören war Hans-Peter König als Marke.


    Soviel hierzu; soll ja nur ein Telegramm sein.
    Gesamturteil: Eingeschränkt empfehlenswert. Wenn man in der Gegend ist, ok.

    Auch im November steht bei mir Einiges an:



    Mittwoch, 3. November – Konzerthaus Dortmund: Quatuor Nevermind (Anna Besson – Flöte, Louis Creac’h – Violine, Robin Pharo – Viola di Gamba, Jean Rondeau – Hammerklavier) mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach und Wilhelm Friedemann Bach


    Samstag, 6. November – Deutsche Oper am Rhein im Theater Duisburg: Tristan und Isolde, Oper von Richard Wagner (I: Dorian Dreher, ML: Axel Kober) mit u.a. Daniel Frank (Tristan), Alexandra Petersamer (Isolde), Katarzyna Kuncio (Brangäne), Richard Sveda (Kurwenal), Hans-Peter König (Marke), dem Chor der Deutschen Oper am Rhein und den Duisburger Philharmonikern – das ist nun endlich meine erste Live-Begegnung mit einer Wagnerei seit dem Duisburger Lohengrin am 8. März 2020, der letzten Show, die ich vor dem ersten Lockdown gesehen habe... 607 Tage ohne R.W.!


    Sonntag, 7. November – Konzerthaus Dortmund: Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino; ML: Zubin Mehta; Anton Bruckner – Sinfonie # 9 d-Moll


    Donnerstag, 11. November – Tage Alter Musik in Herne – Kreuzkirche Herne: Hypnos – Musikalische Traumreisen zwischen Mittelalter und Moderne mit Werken von Antoine de Févin, Ludwig Senfl, Giacinto Scelsi, Arvo Pärt, Heinrich Isaac u.a. – Ensemble La Tempête, ML: Simon-Pierre Bestion


    Freitag, 12. November – Tage alter Musik in Herne – Kreuzkirche Herne: Selbstfindung frommer Seelen – Musik der Schwestern und Brüder vom Gemeinsamen Leben aus niederländischen Quellen des 15. Jahrhunderts – Ensemble Le Miroir de Musique, ML/Fidel/Bariton: Baptiste Romain


    Freitag, 12. November – Tage alter Musik in Herne – Kulturzentrum Herne: Spiel der Elemente – Die Genese von Natur und Kunst in der französischen Barockmusik von Jean-Fréry Rebel, Louis-Nicolas Clérambault und Francois Couperin – Ensemble Il Giardellino mit Myriam Arbouz (Sopran) und Korneel Bernolet (ML).


    Samstag, 13. November – Tage alter Musik in Herne – Kulturzentrum Herne: AuszeitEnea in Caonia von Johann Adolf Hasse mit dem Enea Barock Orchestra und Stefano Montanari (ML, Cembalo)


    Samstag, 13. November – Tage alter Musik in Herne – Künstlerzeche Unser Fitz in Herne: Bauerntanz im Spiegelsaal – Der Weg der Tanzmusik vom spanischen Dorfreigen ins französische Hofballett. Mit Werken von Santiago de Murcia, Gaspar Sanz, Marin Marais, Jean-Baptiste-Antoine Forqueray, Jean-Phillippe Rameau u.a. – Ensemble Accademia del Piacere mit Fahmi Alqhai (ML, Viola di Gamba)


    Sonntag, 14. November – Tage alter Musik in Herne – Kulturzentrum Herne: ElfenköniginThe Fairy Queen von Henry Purcell mit l’Arte del Mondo, Solistinnen und Solisten des WDR Rundfunkchores, dem WDR Rundfunkchor und Stefan Parkman (ML).


    Freitag, 19. November – Konzerthaus Dortmund: Budapest Festival Orchestra; ML: Iván Fischer; Gustav Mahler – Sinfonie # 9 D-Dur


    Samstag, 20. November – Oper Dortmund: Frédégonde, Drame lyrique von Ernest Guiraud und Camille Saint-Saens (I: Marie-Eve Signeyrole; ML: Motonori Kobayashi) mit u.a. Hyona Kim (Frédégonde), Anna Sohn (Brunhilda), Sergey Romanovsky (Mérowig), Mandla Mndebele (Hilpéric), dem Opernchor des Theaters Dortmund und den Dortmunder Philharmonikern


    Sonntag, 21. November – Konzerthaus Dortmund: Das schlaue Füchslein, Oper von Leos Janacek (konzertante Aufführung; ML: Mirga Grazinyte-Tyla) mit u.a. Roland Wood (Förster), Elena Tsallagova (Füchslein Schlaukopf), Angela Brower (Fuchs), Elizabeth Cragg (Schopfhenne), Robert Murray (Schulmeister, Mücke, Pásek), dem Jugendkonzertchor der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund, Mitgliedern des Trinity Boys Choir und dem City of Birmingham Symphony Orchestra


    Donnerstag, 25. November – Konzerthaus Dortmund: Swedish Radio Symphony Orchestra mit Daniel Harding (ML) und Christian Gerhaher (Bariton): Antonin Dvorak – Othello-Ouvertüre op. 93; Antonin Dvorak – Biblische Lieder op. 99; Johannes Brahms – Sinfonie # 4 e-Moll op. 98


    Freitag, 26. November – Konzerthaus Dortmund: Orchestre des Champs-Élysées und Collegium Vocale Gent mit Philippe Herreweghe (ML), Regula Mühlemann (Sopran), Sophie Harmsen (Mezzosopran), David Fischer (Tenor) und Kresimir Strazanac (Bass): Wolfgang A. Mozart – Sinfonie # 40 g-moll KV 550, Wolfgang A. Mozart – Missa c-Moll KV 427 („Große Messe“)


    Samstag, 27. November – Aalto-Theater Essen: Lucia di Lammermoor, Dramma tragico von Gaetano Donizetti (I: Dietrich Hilsdorf, ML: Giuseppe Finzi) mit u.a. Hila Fahima (Lucia Ashton), Ivan Krutikov (Enrico Ashton), Carlos Cardoso (Edgardo di Ravenswood), Dmitry Ivanchey (Arturo) und den Essener Philharmonikern


    Sonntag, 28. November – Staatstheater Wiesbaden: Tristan und Isolde, Oper von Richard Wagner (I: Uwe Eric Laufenberg, ML: Michael Güttler) mit u.a. Andreas Schager (Tristan), Barbara Haveman (Isolde), Khatuna Mikaberidze (Brangäne), Thomas de Vries (Kurwenal), Young Doo Park (Marke), dem Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und dem Hessischen Staatsorchester Wiesbaden

    Eine Richard-Wagner-Str. z. B. wurde sicherlich zu einer Zeit so genannt, als man bereits wusste, dass Wagner ein ekelhafter Antisemit gewesen ist (…)

    Nun, die meisten Richard-Wagner-Straßen dürften in einer Zeit benannt worden sein, in der man Wagners Antisemitismus schlicht und ergreifend noch nicht so problematisiert hat wie heute. Ich halte R.W. wie gesagt trotz seines ekelhaften Antisemitismus für einen vertretbaren Namenspatron, weil schlicht und ergreifend sein musikalisches Werk seine persönlichen Abgründe (und derer gab es ja einige, nicht nur antisemitische…) überragt und weil man ihn nun nicht für die NS-Diktatur verantwortlich machen kann. Bei Pfitzner wäre ich da schon deutlich kritischer, da er nicht nur Antisemit, sondern eben auch glühender Nationalsozialist war. Richard Strauss hingegen war im NS-Staat ein alterskonservativ gewordener, opportunistischer Funktionär, aber eben kein getriebener Antisemit.


    Wenn man Straßen generell nicht nach Ungustln (Antisemiten, Rassisten, Maskulinisten, Chauvinisten) aller Zeiten benannt wissen wollte, wäre das zwar ethisch durchaus begründbar, aber führte doch - wenn man es zu Ende denkt - in eine schwierige Situation: Es dürfte im 18. und 19. Jahrhundert nicht allzu viele Menschen gegeben haben, die einem rezenten Universalismus verpflichtet waren. Über all diesen nun den Stab zu brechen, wäre hanebüchen. Ein plausibler Maßstab könnte sein, ob jemand einem zu seiner Zeit vertretbaren Wertegerüst verpflichtet war und darüber hinaus nicht unmittelbar und persönlich in aus heutiger Sicht schwerwiegende historische Normverletzungen verstrickt war.