Beiträge von diskursprodukt

    In der zweiten Novemberhälfte gibt es in NRW (und der Pfalz) viel Spannendes auf die Ohren und Augen:



    Donnerstag, 17. November, Oper Dortmund:

    La Juive von Fromental Halévy

    I: Lorenzo Fioroni, ML: Philipp Armbruster



    Freitag, 18. November, Konzerthaus Dortmund:

    Oslo Philharmonic

    mit Klaus Mäkelä (ML) und Sol Gabetta (Cello):

    Stravinsky – Divertimento aus Le baiser de la fée; Schostakowitsch – Cellokonzert # 1; Sibelius – Sinfonie # 2



    Sonntag, 20. November, Oper Wuppertal:

    Vollmond

    ein Stück von Pina Bausch



    Freitag, 25. November, Schauspielhaus Bochum:

    Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat nach dem Roman von Hervé Guibert

    I: Florian Fischer



    Samstag, 26. November, Pfalztheater Kaiserslautern:

    Tannhäuser von Richard Wagner

    I: Gabriele Rech, ML: Daniele Squeo



    Sonntag, 27. November, Oper Bonn:

    Asrael von Alberto Franchetti

    I: Christopher Alden, ML: Hermes Helfricht



    Montag, 28. November, Konzerthaus Dortmund:

    MusicAeterna und Teodor Currentzis (ML)

    Messa da Requiem von Giuseppe Verdi mit u.a. Andreas Schager (Tenor), Eve-Maud Hubeaux (Mezzosopran), Zarina Abaeva (Sopran) und Matthias Goerne (Bariton)

    Eigentlich hätte hier Tristan und Isolde von Richard Wagner mit u.a. Andreas Schager (Tristan), Birgitte Christensen (Isolde) und Matthias Goerne (Kurwenal) dargeboten werden sollen – doch ist, sofern ich es richtig mitbekommen habe, aus politischen Gründen und wegen Absagen das Repertoire getauscht worden



    Mittwoch, 30. November, Aalto-Theater Essen:

    Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti

    I: Ben Baur, ML: Andrea Sanguineti

    Für mich immer ein Höhepunkt der Saison: Die Tage Alter Musik in Herne. Tolle Konzerte in Fußlaufweite.


    Freitag, 11. November, Kreuzkirche Herne:

    La Florida Capella

    mit Marian Polin (ML, Cembalo) und Federico Fiorio (Sopran)

    Arien, Canzonen, Capricci und Sonaten von Barbara Strozzi, Antonio Cesti, Giovanni Battista Vitali, Giovanni Buonaventura Vivani u.a.


    Freitag, 11. November, Kulturzentrum Herne:

    Pia et fortis mulier von Johann Caspar Kerll

    mit La Capella Ducale, Musica Fiata, Roland Wilson (ML, Zink) und Regina Münch (Sprecherin)


    Samstag, 12. November, Kulturzentrum Herne:

    Werkstattkonzert der Stadt Herne mit Studierenden des Instituts für Alte Musik der HfMT Köln mit Gerald Hambitzer (ML, Moderation)


    Samstag, 12. November, Kreuzkirche Herne:

    Concerto Romano und Alessandro Quarta (ML) mit Sakralwerken von Giacomo Carissimi, Agostino Diruta, Bonifacio Graziani und Francesco Rossi


    Samstag, 12. November, Kulturzentrum Herne:

    L’Huomo von Andrea Bernasconi

    mit dem Ensemble 1700 und Dorothee Oberlinger (ML) und Solist:innenensemble


    Samstag, 12. November, Künstlerzeche Unser Fritz in Herne:

    Johannes Pramsohler und Roldán Bernabé (beide Violine) mit Werken auf der musikalischen Spurensuche nach den Barockgeigern Jean-Marie Leclair, Giovanni Pietro Ghignone und Louis Gabriel Guillemain


    Sonntag, 13. November, Kulturzentrum Herne:

    Olga Pashchenko (Hammerflügel) mit Werken von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Jan Ladislav Dussek und Ludwig van Beethoven


    Sonntag, 13. November, Kulturzentrum Herne:

    La fedeltà premiata von Joseph Haydn

    mit der Capella Augustina und Andreas Spering (ML) und Solist:innenensemble

    Meine Termine der nächsten Tage:


    Samstag, 5. November, Philharmonie Essen:

    Ariodante von Georg Friedrich Händel

    konzertante Aufführung mit Il Pomo d’Oro und George Petrou (ML)

    mit u.a. Franco Fagioli (Ariodante)


    Sonntag, 6. November, Konzerthaus Dortmund:

    Mahler Chamber Orchestra

    mit Christoph Koncz (ML), Andrew Staples (Tenor) und José Vicente Castelló (Horn):

    Schubert - Sinfonie # 8 D 759; Britten – Serenade für Tenor, Horn und Streicher; Schubert – Sinfonie # 4 D 417 – leider nicht mit Joana Mallwitz, die aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hat. Ihre Nürnberger FroSch war echt klasse. Schade, dass ich sie nicht so schnell wieder erleben darf.


    Donnerstag, 10. November, Oper Wuppertal:

    Kontakthof

    Ein Stück von Pina Bausch

    Aus Wien zurück. Dieser Tage in NRW unterwegs:


    Samstag, 22. Oktober, Oper Wuppertal:

    Intolleranza 2022 nach Luigi Nono

    I: Dietrich W. Hilsdorf, ML: Johannes Harneit


    Mittwoch, 26. Oktober, Konzerthaus Dortmund:

    Der Joker - Überraschungskonzert: unbekannte Interpret:innen, unbekanntes Programm


    Sonntag, 30. Oktober, Aalto-Theater Essen:

    Faust von Charles Gounod

    I: Philipp Stölzl, ML: Friedrich Haider

    Starkult" ist hier einfach ein falscher Begriff. Sowas gibt es bei Dieter Bohlen und Menschen die unter 16 sind ;)

    Ich finde, Starkult ist in Bezug auf Currentzis (und ein wenig auch in Bezug auf Trifonov, zumindest in meiner Klassik-Bubble) der völlig richtige Begriff! Und das kann man auch daran erkennen, dass music lover in seinen Beiträgen 921, 923, 925, 927, 929 und 930 sich maßgeblich mit den Reaktionen auf das Konzert beschäftigt (und sich an diesen für meinen Geschmack ein wenig zu sehr berauscht), nicht aber mit dem Konzert selbst. Ich habe da übrigens gar nichts gegen einzuwenden, wie schon an anderer Stelle hier beschrieben. Ich finde, Starkult und ein bisschen Zirkus gehören zur Klassikwelt eben auch dazu. Und dass Currentzis der Allgemeinheit nicht so bekannt ist wie einstens Herbert Karajan, hat natürlich mit der Differenzierung und damit auch Demokratisierung von Medien, von Genres und von Szenen zu tun. Und damit, dass er noch keine Gigs bei der Eröffnung einer Fußball-WM, bei einer Königshaushochzeit oder ähnlichem gegeben hat. Das führt (Beispiel: Zubin Mehta) zu weltweiter Wahrnehmung und dann auch einer gewissen Bekanntheit außerhalb der Bubble.

    A propos keine Gelegenheit auslassen: Nach tatsächlich 20 Jahren reise ich erstmalig wieder nach Wien.



    Sonntag, 9. Oktober, Konzerthaus Wien:

    Utopia

    mit Teodor Currentzis (ML):

    Stravinsky – l’Oiseau du Feu; Ravel – Daphnis et Chloé Suite # 2; La Valse



    Dienstag, 11. Oktober, Musikverein Wien:

    Wiener Philharmoniker

    mit Franz Welser-Möst (ML):

    Wagner – Parsifal-Vorspiel; Strauss – Tod und Verklärung; Dvořák – Sinfonie # 8



    Mittwoch, 12. Oktober, Staatsoper Wien:

    Jenufa von Leoš Janáček

    I: David Pountney, ML: Tomás Hanus

    u.a. mit Asmik Grigorian (Jenufa)

    Ich finde den Personenkult, der um Currentzis (auch hier) getrieben wird, befremdlich. Ob das Publikum ihn liebt, ist aus meiner Sicht musikalisch vollkommen irrelevant. Das Publikum liebt auch Andrė Rieu. Aber Currentzis ist schlichtweg einer der besten und inspirierendsten Musiker unserer Zeit. Und deswegen lasse ich mir keine Gelegenheit entgehen ihm und seinen musikalischen Projekten zu lauschen.

    Der Oktober beginnt für mich mit einer kleinen Reise und zwei „Lauschpremieren“ (Gera und Nürnberg):



    Samstag, 1. Oktober, Theater Gera:

    Dantons Tod von Gottfried von Einem

    I: Kay Kuntze, ML: Ruben Gazarian


    Sonntag, 2. Oktober, Opernhaus Nürnberg:

    Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (Premiere)

    I: Jens-Daniel Herzog, ML: Joana Mallwitz

    Ein Wiedersehen mit Künstler:innen, die früher an der Oper Dortmund gewirkt haben, z.B. Sangmin Lee als Barak...


    Montag, 3. Oktober, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf:

    Falstaff von Giuseppe Verdi

    I: Michael Hampe, ML: Axel Kober


    Donnerstag, 6. Oktober, Deutsche Oper am Rhein Duisburg:

    Der fliegende Holländer von Richard Wagner

    I: Vasily Barkhatov, ML: Patrick Lange

    mit u.a. James Rutherford (Holländer) und Gabriela Scherer (Senta)


    Freitag, 7. Oktober, Aalto-Theater Essen:

    Un ballo in Maschera von Giuseppe Verdi

    I: Dietrich W. Hilsdorf, ML: Elias Grandy

    Meine Termine bis Ende September:


    Freitag, 23. September, Konzerthaus Dortmund:

    Árstíðir


    Samstag, 24. September, Oper Wuppertal:

    Água

    ein Stück von Pina Bausch


    Sonntag, 25. September, Oper Dortmund:

    Die Zauberflöte von Wolfgang A. Mozart

    I: Nikolaus Habjan, ML: Motonori Kobayashi


    Mittwoch, 28. September, Aalto-Theater Essen:

    Tannhäuser von Richard Wagner

    I: Paul-Georg Dittrich, ML: Tomáš Netopil

    Ich wäre demonstrativ sitzengeblieben

    Wenn du schon einmal bei einem öffentlichen Zeremoniell dabei gewesen wärest, bei dem es üblich ist sich zu erheben, wüsstest du, dass du keinesfalls sitzen geblieben wärest.


    Im Konzerthaus Dortmund gab es am Donnerstag ebenfalls eine (SEHR kurze) Schweigeminute für die Königin. Man steht da selbstverständlich auf, auch wenn ich es für ein fremdes Staatsoberhaupt schon ein bisschen ungewöhnlich fand. Aber ganz ehrlich: ich bin schon aus seltsameren Anlässen gebeten worden mich zu erheben und habe das klaglos getan. Sich bei Kollektivritualen durch individuelle Verweigerung absetzen zu wollen, finde ich einfach rüpelhaft. Und dass in der Londoner Oper angesichts des Todes des eigenen Staatsoberhauptes ein solches Kollektivritual stattfindet, halte ich für in höchstem Maße angemessen.

    Mein „Taktstock-Erlebnis“ hatte ich mit Günter Wand. Mitten in einer Bruckner-Sinfonie flog sein Taktstock hoch durch die Luft und schlug direkt in der Reihe vor mir ein

    Das ist Kategorie „Wurf“. Hatte ich auch schon, mit Marc Albrecht bei einer Audi-Walküre in Amsterdam, bei der das Orchester auf der Bühne saß. Das hätte auch schief gehen können! Dann wäre nicht nur Wotan, sondern auch ein Tuttigeiger einäugig gewesen… ape01

    Immer hieß es „Tickets derzeit nicht erhältlich“.

    Ich habe ähnliches erlebt, aber irgendwann gab es dann auf einmal doch Tickets zu kaufen und ich konnte drei Karten für das Benefizkonzert schießen, und zwar in Reihe 2 links im Parkett. Das war ziemlich schön (und auch etwas günstiger als 198 €). Außerdem war es nice dabei gewesen zu sein als Alan Gilbert in der Luft seinen Taktstock zerbrochen hat. Hatte ich auch noch nicht… Grins2

    Sie hat übrigens jetzt auch für Donnerstag in Dortmund abgesagt. An ihrer statt kommt Mao Fujita (mur unbekannt). Ich werde selbstverständlich trotzdem hingehen und bin gespannt. Aber ich gehe auch eher hin, weil ich das Gewandhausorchester mit Andris Nelsons zur Saisoneröffnung hören möchte (und, wie schon gesagt, eigentlich alle terminlich passenden Gastspiele im KH Dortmund mitnehme, solange sie nichts mit Hengelbrock oder Tjeknavorian zu tun haben).

    Wenn wir annehmen, dass ein Künstler X 10% der geplanten Aufführungen wegen Krankheit absagen muss (was mir durchaus großzügig bemessen scheint), dann hat Kartenkäufer Y eine Chance von 1:10.000 vier Mal hintereinander eine Niete zu ziehen (0,1*4). Oder sehe ich das falsch?

    Ich habe übrigens nirgendwo gelesen, dass Yuja Wang vier der musiclover'schen Konzerte in Folge abgesagt habe. Er ist, ausweislich seiner Erklärungen, in Sachen Yuja Wang ein heavy User. Und schrieb, dass es ihm in den letzten Jahren vier mal passiert sei, dass sie absagte (unter einer deutlich größeren Grundgesamtheit).


    Aber vermutlich hat dieser Sachverhalt für die Diskussion hier längst keine Bedeutung mehr...

    Weil ich Künstlern, die es mir wert sind, dieses Geld zukommen lassen möchte.

    Ich vermute, dass dieses vermeintlich ehrenwerte Argument nicht sticht. Die Konzerthäuser sind allesamt Zuschussbetriebe. Das einzige, was kommerziell funktioniert, ist ein Soloabend für teures Geld. Aber so bald irgendwo ein Orchester am Start ist, finanziert Vater Staat dein Hobby & nicht du die Künstler…

    Was hast Du gegen Daniel Hope einzuwenden?

    Das ist ein Künstler, dessen Vermittlungsbemühungen zwar löblich, aber mir persönlich schlicht unerträglich sind. Und bevor es mir jemand krittelnd hinterherruft: Ja, das ist kein Urteil über die musikalischen Leistungen, sondern schlicht ein Geschmacksurteil.


    Da muss ich nochmals einhaken:

    Niemand wird gezwungen, 198 Euro für die Karte auszugeben. Wie ich bereits geschrieben hatte, kann man ab 15 Euro auch dabei sein.

    Ich habe hier das Gefühl, dass du das Gelingen der Kommunikation hier absichtsvoll unterläufst: Natürlich muss niemand 198 Euro ausgeben. Es ist aber doch legitim und zumindest abstrakt für einen verständigen Menschen nachvollziehbar, dass diejenigen, die sich als Fans verstehen, das tun. Und dann auch enttäuscht sind, wenn die Sause mit anderem Personal stattfindet. Man kann ja (einmal) schreiben, dass man das nicht tun würde und da andere Schwerpunkte setzt. Aber darauf zu beharren, dass der eigene Standpunkt der einzige ist, der Geltung beanspruchen kann, finde ich schräg. Kommunikation ist etwas mehr als der beharrliche Austausch von Standpunkten.


    Ja, man kann für 15 Euro dabei sein. Und ja, wer 198 Euro ausgibt, bekommt in der Regel etwas geboten (Nähe zum Star, besserer Sound, ein unmittelbarer Blick auf Yuja Wangs Hände, höheres Sozialprestige oder sonst irgendetwas), für das er/sie offensichtlich den Mehrpreis zu zahlen bereit ist. Kompliziert zu verstehen ist das meines Erachtens eigentlich nicht.

    Ich habe mir nun die Mühe gemacht und meine Archive durchgesehen: Ich habe Yuja Wang seit 2011 fünfmal (Dortmund 2011, zweimal 2019, 2021 und Hamburg 2022) gehört, zweimal (in Dortmund) hat sie abgesagt. Insofern hat sie auch in Dortmund eine ähnlich hohe Absagequote wie music lover sie für Hamburg beschrieben hat.

    Es gibt also keine Veranlassung zu insinuieren, dass sie das Hamburger Publikum weniger lieb habe als andere Menschen.


    Ich verstehe gut eine gewisse Enttäuschung, wenn ein:e persönlich sehr geschätzte:r Künstler:in absagt. Allerdings gehöre ich nicht zu den Menschen, die deswegen wütend würden. Ich höre grundsätzlich allen Musizierenden gerne zu (außer vielleicht Hope, Tjeknavorian - den ich freilich in Leipzig auch schonmal als Einspringer hatte - und Hengelbrock). Das letzte mal als Yuja Wang abgesagt hatte (5.12.21) kam stattdessen der mir zuvor unbekannte Seong-Jin Cho und hat hinreißend musiziert. Und zwar das besonders selten gespielte Tschaikowski-Klavierkonzert # 1 statt des von Wang geplanten Rachmaninows. Also eigentlich in der Welt der Besetzungs- und Spielplanänderungen ein potenzieller Mega-Aufreger.


    Ich empfehle: einfach einen Gang runterschalten, trotzdem hingehen und hinhören. Vielleicht wird es ja bereichernd...

    Lieber Sadko,


    ich habe eine Beschreibung für die Geisteswelt liefern wollen, die das Werk und dessen Urheber:innen in den Mittelpunkt stellt und die Interpret:innen dahinter zurückstehen lässt. Das hat erstmal gaar nichts mit Dir und Deiner Positionierung hierbei zu tun. Du warst nur zufällig Derjenige, der diese Position weiter oben als Replik zu einem anderen Beitrag als Erster einnahm.