Beiträge von Peter Jott

    Das Wiener Konzert von 2022 gibt es ab sofort bis 13.2.2023 auf 3sat online

    Ein wirklich tolles Konzert - Danke für den Tip, Alexander! Beethovens op. 31,3 hat mich allerdings nicht völlig überzeugt. Pianistisch natürlich untadelig, aber ich finde, dass Wang das Humoristisch-Kapriziöse des Stückes nicht so recht trifft. Prolematisch empfand ich, dass sie fast alle Wiederholungen, sogar in Scherzo und Menuett, weglässt, was v.a. bei den Mittelsätzen das Formgefüge beeinträchtigt. Der Rest aber überzeugend, Höhepunkte für mich die beiden atemberaubenden Ligeti-Etüden.


    Leider beinhaltet der Mitschnitt nicht das komplette Programm und auch die Reihenfolge wurde verändert (was auch an Wangs Kleiderwechsel erkennbar ist). Besonders bedauerlich, dass Schönbergs Suite op. 25 weggelassen wurde.

    Mi 14.12., 19.30 Uhr / Komische Oper Berlin

    ML: Dirk Kaftan / I: Herbert Fritsch

    Wagner: Der Fliegende Holländer

    u.a. mit Günter Papendell (Holländer), Daniela Köhler (Senta)


    Kaum noch Karten für die weiteren Vorstellungen (Premiere war am 27.11.), was ich erfreulich finde angesichts der vielen freien Plätze, die ich in Philharmonie, Opern usw. in den letzten Monaten wahrgenommen habe.

    Danke, Sadko, für deinen schönen Aufführungsbericht (und die viele Mühe, die du generell in deine Berichte investierst).


    Interessant finde ich deine recht kritische Beurteilung von Asmik Grigorian. Ihre Berliner Jenufa wurde in den Rezensionen überschwänglich gelobt. Ich habe sie live noch nicht erlebt, ihre Lisa in Petrenkos konzertanter Pique Dame hatte sie leider abgesagt, die nächste Berliner Jenufa gibt's erst im April (ein Ticket habe ich bereits). In Streams, die ich gesehen und gehört habe, - Bayreuther Holländer, Salzburger Trittico - hat sie mich sehr beeindruckt. Ihren besonderen Stimmcharakter, der sich von Denoke sicher stark unterscheidet, muss man freilich mögen, auf puren Schönklang scheinen ihre Rollengestaltungen nicht angelegt zu sein.

    Die überwältigende Resonanz zu Mahlers 7. Sinfonie unter der Leitung von François-Xavier Roth in Baden-Baden

    Die 7. Mahler ist in der ARD Mediathek verfügbar. Ich habe sie mir gerade angehört und -gesehen. Eine sehr schöne transparente Aufführung, in den Mittelsätzen mir allerdings zu schnell (die Gesamtspieldauer liegt bei gerade gut 70 Minuten) und, scheinbar damit einhergehend, viele Akzente zu leicht überspielend (das col legno der 2. Geigen am Anfang 2.Satz hab ich z.B. kaum wahrgenommen), als ob Roth das "schattenhaft" des 3.Satzes auch auf die Nachtmusiken übertragen hätte. Der 1. Satz und weitgehend auch das Finale haben mich aber sehr überzeugt. In der DCH will ich mir demnächst zum Vergleich nochmal die (in der Presse teilweise stark kritisierte) 7. unter Petrenko vom August anhören, die ähnlich stark auf Transparenz angelegt war, aber meinem (Live-)Eindruck nach "wuchtiger" und kräftigere Akzente setzend klang.

    Eine sehr gute Wahl, denke ich!


    Roth ist sicher der Richtige, auf dem, was Currentzis mit dem Orchester entwickelt hat, aufzubauen und gleichzeitig ganz eigene Akzente zu setzen. Das, was ich von ihm, einmal live und vielfach auf Tonträgern, gehört habe, fand ich sehr überzeugend.


    Ist denn überhaupt bekannt, ob die Nicht-Vertragsverlängerung für Currentzis von Orchersterseite und nicht von ihm entschieden wurde?

    Im Moment kostenlos in der Digital Concert Hall (nach Registrierung):

    Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter Petrenko mit dem kürzlich verstorbenen Lars Vogt von 2009 mit Beethovens 3. Klavierkonzert und Elgars 2. Symphonie.

    Klavierkonzert Nr. 3 von Ludwig van Beethoven | Digital Concert Hall
    Klassik-Konzert online ansehen: Das Klavierkonzert Nr. 3 von Ludwig van Beethoven & die Symphonie Nr. 2 von Edward Elgar mit den Berliner Philharmonikern.
    www.digitalconcerthall.com

    Ich habe das Currentzis-Konzert nicht erlebt und kann das daher nicht richtig beurteilen, aber es erscheint mir trotzdem etwas plakativ an einzelnen Stellen aufzustehen und sich danach wieder hinzusetzen. Die Musik braucht so eine „Personenregie“ nicht.

    Was ich zu den Bläsern im vorherigen Beitrag geschrieben habe, ist nicht ganz korrekt. Richtig ist: Während längerer Spielpausen haben sie sich hingesetzt und sonst gestanden.

    Das kommt davon, wenn man die vorangegangenen Posts nicht gründlich durchliest ;) ! Bei musicAeterna haben in der Tat die Streicher durchgehend gestanden und die Bläser während Ihrer Passagen... Wie gesagt, ich empfand das schnell als ganz natürlich. ..

    Ich hatte Mahler V und Schostakowitsch IV mit Musica aeterna, das Verdi-Requiem mit den Philharmonikern und dem aeterna-Chor in Berlin und Mahler IX mit dem SWR-Orchester in Mannheim gesehen und gehört.


    Beim Berliner Requiem hatte der Chor ja, wie music lover schon geschrieben hat, ganz "normale" Kleidung an, so dass ich zu den Kutten nichts sagen kann. Was das Stehend-Spielen bei Schostakowitsch IV und Mahler V betrifft, so erscheint mir music lovers Bericht, dass dies eine Idee des Orchesters war, unmittelbar plausibel, besonders wenn ich an den wunderbaren Konzertmeister Afanasy Chupin denke, der seinem Bewegungsdrang nun freien Lauf lassen konnte, was aber auch auf viele andere der Musiker zuzutreffen schien. Dass diese gesteigerte Bewegungsfreiheit positiven Einfluss auf den Klang hat, kann ich mir absolut vorstellen, aber ich weiß natürlich nicht, ob ein sitzendes Spiel zum gleichen beindruckenden Ergebnis geführt hätte. In jedem Fall wirkte das Stehen der meisten Musiker (bei einigen ist es spieltechnisch ja nicht möglich) eigentlich von Beginn an ganz natürlich und nicht wie ein künstlicher Effekt.


    Das Herunterdimmen der Beleuchtung bei Mahler IX hätte ich wohl nicht unbedingt gebraucht, es hat mich eher etwas abgelenkt, was aber vielleicht auch damit zu tun hatte, dass es in Mannheim nicht ganz perfekt, d.h. nicht völlig stufenlos, klappte und die Beleuchtung auch nicht bis zur völligen Dunkelheit erloschen ist.

    Michael Wollny und Pierre-Laurent Aimard

    werden am 17. Mai 2023 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie gemeinsam ein Ligeti-Programm aufführen:

    Das hab ich mir im Kopf auch schon mal vorgemerkt. Auf die Kombination wäre ich nicht ohne weiteres gekommen.... Allzu viel 4-händiges Repertoire wird es von Ligeti wohl nicht geben (?), aber das wäre bei den beiden Akteuren wohl eh zu banal gedacht.