Beiträge von Lasse

    Bei Quobuz gibt es das Eldrige-und-Dizzy-Album zum Download für 3,69 € (Der Trumpet Blues fehlt zwar, aber bei dem Preis will ich mal nicht so sein)

    The Complete Roy And Diz Sessions (Remastered Version) (Doxy Collection), Roy Eldridge, Dizzy Gillespie - Qobuz
    Unbegrenzt The Complete Roy And Diz Sessions (Remastered Version) (Doxy Collection) von Roy Eldridge, Dizzy Gillespie anhören oder in Hi-Res Qualität auf…
    www.qobuz.com

    **seinerzeit in einem Studio in Offenbach entstanden; was sich dort heute wohl befinden mag - Möbellager oder Discounter, schätz ich mal, oder längst abgerissen . . .

    Ich glaube, ich kenne das Studio. Es existiert schon lange nicht mehr, aber es passt dort kein Lager oder Discounter rein. Dort haben auch Boney M. ihre Platten aufgenommen. Ich tippe zumindest auf das Studio. Sicher bin ich mir nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch.

    Boney M. ist richtig

    https://www.discogs.com/de/label/285852-Europasound-Studios

    Das Studio befand sich wohl entweder in der Rathausgasse oder in der Rathenaustraße 27 (Quelle). Laut letzterer Quelle ist es bereits Anfang der 1980er verzogen.

    Donnerstag trat das Minguet Quartett in Leverkusen auf:

    Joseph Haydn
    Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3; Hob. III: 77
    "Kaiserquartett"
    (1. Satz)

    York Höller
    "Drei Fragmente" (1966)

    Arnold Schönberg
    Scherzo für Streichquartett F-Dur

    York Höller
    "Assonanzen"-Quintett (2017/18) – mit Nikolaus Friedrich an der Klarinette

    Johannes Brahms
    Klarinettenquintett h-Moll op. 115 – mit Nikolaus Friedrich an der Klarinette

    Der WDR übertrug. Es ist noch bis zum 10. Februar 2024 online zu hören.

    Geburtstagskonzert mit Kammermusik von Haydn bis Höller
    York Höller ist einer der bedeutendsten lebenden Komponisten im Rheinland und war Leiter des elektronischen Studios des WDR. Anlässlich seines 80. Geburtstags…
    www1.wdr.de


    Ist es eigentlich normal, dass es sich aufgezeichnet deutlich besser anhört als live? Ist an sich ja nachvollziehbar da die Mikrophone üblicherweise einen besseren Platz als man selber haben.

    „Karajan war nie nur Mitläufer, sondern aktiver Täter“

    So die Überschrift des von Lasse zitierten Beitrags in der "Aachener Zeitung". Büste hin, Büste her - Karajans Vergangenheit und seine Schuld waren uns mehr oder weniger bewusst. Und dennoch haben wir uns blenden lassen von seinem glatt gebügelten Supersound. Auch ich, in den 1970er Jahren, anlässlich seines Auftrittes mit Dvoraks "Aus der Neuen Welt" in der Mainzer Rheingold-Halle. Irgendwann fand ich die Karajan-Interpretationen als zu oberflächlich. Mit dem Wissen von heute ist das aber nur unwichtiges "musikalisches Geplänkel". Unsere schlimme Vergangenheit holt uns immer wieder ein. Da kann man es nur mit Max Liebermann halten und seinem Entsetzen angesichts des Einzugs der braunen Horden: "Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen müsste!" O Freunde, nicht diese Töne, sondern lasst uns angenehmere anstimmen - und freudenvollere. Ohne Herrn von Karajan!

    Hmmm.....

    seine Schuld war uns mehr oder weniger bewußt? Also, bei Michael Kater, der ja nun weiß Gott keinen ungeschoren gelassen hat, der auch nur ansatzweise kollaboriert hat, kommt Karajan als karrieregeiler Opportunist davon. Immerhin, aber das war's dann auch schon. Für aktive Täterschaft sieht er keine Indizien. Auch die Entnazifizierungskommission hat ihn (im Gegensatz zu Furtwängler) ziemlich verschont. Waren das alles Anhänger von ihm? Für eine headline-Fettung als "aktiven Täter" ist das jedenfalls reichlich dünn.

    Im Deutschlandfunk wird auch über Riehles Buch berichtet. https://www.deutschlandfunk.de/neues-buch-ueb…er-ein-100.html

    Offenbar stuft Riehle ihn auch nicht als überzeugten Nazi, sondern als karrieregeilen Opportunisten ein, der aber halt nicht nur mitlief, sondern für das eigene Vorankommen zu etlichen Schweinereiens bereit war.

    Ansonsten gibt es wohl auch noch den Verdacht, dass Karajan für den Sicherheitsdienst spioniert habe. Die Briten hatten ihn wohl auf einer entsprechenden Liste von 1943 gefunden.

    Hätten wir in Karajans Situation, in seiner Zeit, als junger begabter Mensch mit Ambitionen anders gehandelt? Vielleicht … hoffentlich, …aber der Wahrscheinlichkeit nach eher nicht.

    Sehe ich auch so! Man würde es sich zu leicht machen, etwas anderes zu behaupten...

    Danke übrigens für den Hinweis auf die ARTE-Doku. In der Tat sehenswert und sehr sensibel gemacht.

    LG Bernd

    Ich bin da vielleicht etwas befangen, weil ich es bereits für einen sehr unangenehmen Charakterzug halte, wenn Leute grundsätzlich nur dann hilfsbereit sind, wenn sie das Gefühl haben, dass es ihrem eignen Vorankommen nutzt.

    Aber wenn jemand sich bei Leuten anbiedert, die gerade dabei sind, den kompletten Kulturbetrieb zu säubern und nach deren Sturz sogleich die Fronten wechselt und sich als Kritiker geriert, dann mag dies nichts an der künstlerischen Qualität ändern. Aber ehrwürdig ist es halt auch nicht. Und darum geht es ja dann bei derlei Büsten ja auch irgendwie.

    In einem Interview mit dem Karajan-Biographen Klaus Riehle nannte dieser

    Leo Fischer, den langjährigen Bratscher im Aachener Sinfonieorchester, der als Österreicher jüdischer Religion, nach Holland emigrierte und ›wohl mit einem der Hollandtransporte im Jahre 1942 nach Auschwitz transportiert, wo er in den Gaskammern den Tod fand.‹

    Pál Kiss, ungarischer Pianist, ›der nach einem seiner letzten Konzerte in Berlin – Johann Sebastian Bachs Konzert für vier Klaviere – mit den Solisten Conrad Hansen, Ferry Gebhardt und Herbert von Karajan wegen Rassenschande angezeigt und auf dem Todesmarsch von Auschwitz nach Mauthausen ermordet wurde.‹

    Über letzteren gibt es wohl auch ein Buch:

    In der Aachener Zeitung gibt es ein Interview mit dem Karajan-Biographen Klaus Riehle, dessen Forschungen ihren Teil zur Verräumung der Büste beigetragen haben.


    Da es eine Paywall gibt, hier einige Stichworte:

    • Es gehe nicht darum, Karajans musikalische Leistungen zu schmälern, dies seien zwei Paar Schuhe
    • Es ist wichtig, dass die Büste nicht eingemottet oder entsorgt, sondern ins Museeum geschafft wird, wo sie kontextualisiert ausgestellt werden kann
    • Neben den Verstrickungen Karajans wiegt für ihn besonders dessen Schweigen nach 1945 schwer. Karajan habe niemals ein bedauerndes Wort darüber gefunden, dass der langjährige Bratscher des Aachener Sinfonieorchesters Leo Fischer in Auschwitz ermordet wurde oder dass der ungarische Pianisten Pál Kiss, der nach einem seiner letzten Konzerte in Berlin – Johann Sebastian Bachs Konzert für vier Klaviere – mit den Solisten Conrad Hansen, Ferry Gebhardt und Herbert von Karajan wegen Rassenschande angezeigt und auf dem Todesmarsch von Auschwitz nach Mauthausen ermordet wurde.

    Als Opernlaie, der bei Schuberts Winterreise recht gute Erfahrungen mit dem vergleichenden Hören verschiedener Einspielungen gemacht habe, habe ich beschlossen, mit den Don Giovanni vorzuknöpfen und habe mir als erste Amtshandlung Bruno Walter, Wilöhelm Furtwängler, Otto Klemperer und den auszugsweisen Richard Bonnynge zu humanen Preisen 2nd Hand erworben. Die Registerarie zeigte schon einmal schöne Facetten auf.

    Ich danke für diesen Thread und die Empfehlungen.

    Da meine Erstbegegnung mit Streichquartett-Musik über das Minguet Quartett stattfand (und dies auch mein Zugang zur E-Musik war) freue ich mich darauf am 11. Januar nach Leverkusen in den Spiegelsaal des Schlosses Morsbroich zu fahren:

    Minguet Quartett und Nikolaus Friedrich

    zum 80. Geburtstag des Komponisten York Höller

    Veranstaltungsbeschreibung

    Ulrich Isfort, 1.Violine


    Annette Reisinger 2.Violine


    Aida-Carmen Soanea, Viola


    Matthias Diener, Violoncello


    Nikolaus Friedrich, Klarinette


    Joseph Haydn (1732-1809) Allegro (1. Satz) aus dem Streichquartett op. 76 Nr. 3 „Kaiserquartett“


    York Höller (*1944) Drei Fragmente (1966)


    Arnold Schönberg (1874-1951) Scherzo für Streichquartett (F-Dur) (1897)


    York Höller Assonanzen-Quintett (2017/18)


    Johannes Brahms (1833-1897) Klarinettenquintett op. 115


    Der am 11. Januar 1944 in Leverkusen geborene Komponist York Höller gilt als Pionier der Neuen Musik. Zu den Interpret:innen seines umfangreichen und vielfältigen Schaffens zählen Klangkörper wie die Berliner Philharmoniker, das Chicago Symphony Orchestra, das WDR Sinfonieorchester Köln, das Ensemble Modern und Dirigenten wie Pierre Boulez, Daniel Barenboim, Lothar Zagrosek, Michael Gielen, Peter Eötvös, Semyon Bychkov und Hans Zender. Seine Oper „Der Meister und Margarita“ wurde 1989 in Paris uraufgeführt, in Köln und Hamburg nachgespielt und von der Fachzeitschrift Opernwelt als „Meisterwerk der Moderne“ bezeichnet. Anlässlich Höllers 80. Geburtstag spielen das renommierte Minguet Quartett und der Klarinettist Nikolaus Friedrich Kammermusik des Jubilars: „Drei Fragmente“ ist der Titel eines Frühwerks für Streichquartett aus dem Jahr 1966, das bereits von Höllers klanglicher Sensibilität zeugt. Umso stärker gilt dies für das 2018 durch das Minguet Quartett und Nikolaus Friedrich uraufgeführte „Assonanzen-Quintett“, in dem neben den Streichern die selten zu hörende Bassettklarinette zur Geltung kommt. Eingerahmt werden die Kompositionen Höllers durch wichtige Werke der Klassik, der Romantik und der klassischen Moderne, die einen historischen Kontext eröffnen.

    Diese CD habe ich dereinst in einem 2nd-Hand-Laden mit dem festen Ziel erworben, mich mit Webern zu befassen. Stattdessen wurde eine Leidenschaft für Mendelsohns op. 80 geweckt, was mich dann über Umwege in dieses Forum führte. Ein Meilenstein meiner Musikentwicklung. :alter1:

    Hört hier eigentlich außer mir niemand Jazz? Maurice, sag' doch auch mal was! ?(

    Ich höre tatsächlich derzeit meist andere Dinge. Aber letztens habe ich mich auf Arbeit hiervon bedröhnen lassen:

    Sketches & Ballads, by FULL BLAST & FRIENDS
    1 track album
    fullblastjazz.bandcamp.com

    PETER BRÖTZMANN – Tenor Sax + Tárogató


    KEN VANDERMARK – Bariton Sax + Klarinette


    THOMAS HEBERER – Trompete


    MARINO PLIAKAS – E-Bass


    DIRK ROTHBRUST – Percussion + Timpani


    MICHAEL WERTMÜLLER – Drums + Komposition

    Die 12" ö der Kölner Gruppe wst mit einem völlig wahnsinnigen cwra, bei dem jemand einfach über The NWRA von The Fall drüberredet (nicht über ein Instrumental, sondern über den Song als solchen), was das Original, in welchem Mark E. Smith eigentlich auch nur über die Musik drüberredet, quasi doppelt.

    Gestoßen bin ich darauf in der Radiosendung des auf weirde Klänge spezialisierten Kölner Plattenladens a-musik: https://m.mixcloud.com/dublab_de/a-mu…-november-2018/ (etwa ab Minute 50).

    Da es die Scheibe bei den Partnern nicht zu geben scheint, verlinke ich stattdessen den a-Musik Mailorder: https://www.a-musik.com/p/product/wst-wst-12-105031.html