Beiträge von Lasse

    Ich höre eigentlich immer "krass", aber ich will euch nicht so viel mit meinen Drone-Orgien langweilen. Das neue Album von Mathias Grassow allerdings ist so exzellent, das will ich euch nicht vorenthalten:


    "The Tarart Mima Mystery" (Spieldauer 1:46:51), nur digital auf Bandcamp, https://mathiasgrassow.bandcam…9-the-tarart-mima-mystery


    Auch wenn Entspannung auch nur eine als angenehm empfundene Version der Langeweile ist, würde ich doch die Formulierung »…ich will euch nicht so viel mit meinen Drone-Orgien entspannen« bevorzugen. :sessel1:


    Stefanie Schrank - Unter der Haut eine überhitzte Fabrik


    Die Kölner Indiepopband Locas in Love hat von americana-beeinflusstem Folkpop über verzerrte Gitarren bis zu Fluxus-Anleihen bereits alle möglichen Genres abgegrast. Nun stürzt sich die Keyboarderin und Bassistin Stefanie auf den Krautrock und zwar unterkühlt, maschinell und mit wunderbar kryptischen Texten.


    Auch wenn ich als Locas-in-Love-Fan schon aus Prinzip begeistert bin werde ich es auch nochmal als Anlass nehmen mir endlich mal die Klassiker von Neu! zu erwerben.


    Auch bei Bandcamp anzuhören

    Ausstellung in der Stadtbibliothek zeigt Aufnahmen des Dirigenten aus seiner Aachener Zeit

    Der Aachener Lokalpresse vermeldet, dass in der Aachener Stadtbibliothek »Aufnahmen des Dirigenten aus seiner Aachener Zeit« ausgestellt würden. Bevor sich jetzt jemand in der Hoffnung nach audiophilen Schätzen auf den Weg macht, sei sicherheitshalber darauf hingewiesen, dass die Überschrift »Karajan in Badehose am Weiher« lautet und es sich um Photographien handelt


    https://www.aachener-nachricht…-ganz-privat_aid-46227343



    Ist vermutlich für dieses Forum nicht relevant, aber die Stilblüte mit den Aufnahmen war in Kombination mit dem Threadtitel mit Licht und Schatten war doch zu verlockend.

    McCoy Tyner: Coltranes Erbverwalter und Hochplateau des Jazzpianos

    Alfred McCoy Tyner (alias Sulaimon Saud) wurde am 11. Dezember 1938 in Philadelphia geboren, sang im Schulchor und kam mit 13 Jahren zum Klavier.


    Bereits unter den ersten Aufnahmen an denen er 1960 als Sideman beteiligt war, befanden sich zwei Klassiker:




    Es folgte die Zeit im Coltrane-Quartett, wozu ich der Einfachheit halber, auf den entsprechenden Thread zu Coltrane verweise. Diese endete Ende 1965 mit Coltranes Hinwendung zum Free Jazz. Seitdem verwaltet er das Erbe des klassischen Quartetts unter Berücksichtigung von Einflüssen aus der Jazz-Tradition, Gospel, Avantgarden und Elementen diverser Musikkulturen (von Afrikanischer Musik bis zu Streichquartetten von Claude Debussy).


    Die nach Aussage des Jazz-Lexikons von Martin Kunzler empfehlenswerten 42 Alben unter eigenem Namen gehen von Solopiano bis Bigband und Orchester. Interessant ist, dass offenbar nichts aus diesem Hochplateau herausragt:


    Der Rolling Stone bewertete zwei Alben mit voller Punktzahl:



    Im Jazzbuch von Berendt/Huesmann gibt es vier andere Empfehlungen:



    (hieraus Reaching Fourth)





    Grammys gab es wiederum für diese Alben:






    Zur Technik, mit der Tyner zum »überragenden Mann« (Behrend/Huesmann) des Mainstream-Jazzpiano wurde, könnte ich jetzt viel aus guten Büchern abschreiben, aber vielleicht findet sich auch jemand mit Ahnung von der Materie.


    Nur noch ein Nachtrag zur geschichtlichen Einordnung: Tyner selber benannte Thelonious Monk und Bud Powell als seine Haupteinflüsse, Coltrane-Biograph Bill Cole hörte neben Monk noch Red Garland und Wynton Kelly heraus, während Richie Beirach auf Einflüsse von Art Tatum verwies: »Natürlich sind es andere Töne, aber McCoy nahm das Stride-Piano als eines seiner stilistischen Hauptelemente – mit den Quinten im Bass und den Akkorden in der Mitte der Klaviatur«. Als von Tyner beeinflusste Pianist_innen nennen Behrend/Huesmann Hal Galper, John Hicks, Hilton Ruiz, Jorge Dalto, Henry Butler, Joanne Brackeen und Joachim Kühn.


    Echt, VIVA hat Boa-Videos gezeigt? Vielleicht hätte ich doch mal VIVA schauen sollen in den 1990ern... Aber ich mochte schon damals kein Fernsehen.


    Ich vermute es zumindest. Irgendwo muss mir jedenfalls mal Deep in Velvet begegnet sein, wovon ich mir dann sogar die Maxi-CD mit den Remixen von LFO und Aphex Twin gekauft habe.




    Das Boa kein Englisch kann - geschenkt.


    Die lausigen Englischkenntnisse bezogen sich auf mich. Seine kann ich ja nicht beurteilen :versteck1:

    Danke auf jeden Fall für die Boa-Erläuterungen. Ich hatte ihn aufgrund von Videoclips, die ich in meiner Jugend auf VIVA gesehen hatte in die ›Rockmusik aus der Zeitschrift Vision‹-Langweiler-Rubrik gepackt. Nun habe ich glatt mal bei Youtube in Container Love reingehört und prompt ist er in die ›Vermutlich packt er mich nicht, weil meine Englischkenntnisse so lausig sind‹-Rubrik aufgestiegen. Hilft zwar auch nicht wirklich weiter, könnte aber dazu führen, dass ich es mir irgendwann noch einmal anhöre.

    hm... Ich kann ankreuzen, was und wie ich will - es kommt immer irgendwas von Wagner raus... :D
    Komisch. Meine Präferenzen liegen ganz woanders. Ist das vielleicht eine Anleitung zur Bewußtseinserweiterung...? So nach dem Motto: "...kennst du wahrscheinlich nicht..."? ?(
    Aber vermutlich ist "Wagner" automatisch vorgegeben, wenn man 2 Stunden sitzen kann, ohne auf's iPhone gucken zu müssen... :herrje1:


    Ich würde eher darauf tippen, dass es die Zustimmung zur folgenden Aussage schnurstracks zu Wagner führt:


    Zitat

    Ein Erwachsenen-Puzzlespiel mit 1000 Teilen, ein Tolkien-Thementag mit allen drei Teilen der Verfilmung von Herr der Ringe, ein ausgedehntes Rollenspiel-Wochenende mit Freunden im Wald – oder eine achtstündige Bergwanderung in Tirol: Ich bin dabei!

    Ergänzung: Als ich die Frage, ob ich den Klang der russischen Sprache trotz Putin möge bejahte, wurde mir
    »Wir gratulieren!« von Mieczysław Weinberg empfohlen. Einen Youtube-Link gab es nicht, allerdings liest sich eine Rezension so, als könne es mir gefallen.

    Der Oper-o-Mat

    Ich wurde vor einiger Zeit auf den Oper-o-Maten aufmerksam gemacht, bei dem man sich durch verschiedene alberne Fragen hindurchklicken muss, um dann die zu einem passende Oper ausgegeben zu kriegen.


    Üblicherweise ist so etwas ja maximal ein kurzer und nicht ernstzunehmender Zeitvertreib, allerdings hat der Komponist, Musikwissenschaftler und Musikkritiker Arno Lücker wohl 200 Opern eingebaut, so dass selbst ich, der ich mich bislang für einen vollständigen Opernmuffel hielt, etwas passendes ausgegeben bekam (In meinem Fall Hindemiths »Neues vom Tage«)


    https://van.atavist.com/operomat


    Falls der Thread doch besser im Forum für Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung aufgehoben sein sollte, so möge man ihn einfach dorthin verschieben.

    Solopiano als Grenzbereich?

    Vielleicht sprengt es ja das Thema Crossovers zwischen Klassik und Jazz, aber wie sieht es eigentlich mit dem Thema Solopiano aus? Hier wurde bereits von Mozart und Beethoven – die ja unzweifelhaft der Klassik zugeordnet werden können – improvisiert und grundsätzlich müsste es ja Einspielungen geben, die beiden Bereichen zugeordnet werden können (oder gerade deswegen keinem der beiden Bereiche).


    Der 13. Variation bei Rzweskis ›The People United Will Never Be Defeated‹ wurde ja beispielsweise ein Jazzeinfluss nachgesagt.

    Danke für den Link. Nachdem mir Mauerblümchen die Sinfonie im Vorstellungsthread empfohlen hatte, hatte ich spontan in eine Einspielung des hr-Sinfonieorchesters unter Andrés Orozco-Estrada hereingehört, die mir teilweise zu süßlich war. Da hat mir die Einspielung das Interesse an der Sinfonie gerettet. :verbeugung1:

    Der Thread zu Felix Mendelssohn - Streichquartett in a-Moll, op. 13 provozierte mich, für 10,99 € die Einspielung der Streichquartette 1-6 durch das Cherubini Quartett zu kaufen:





    Wo ich schon einmal dort war, nutzte ich die Gelegenheit auch noch ein vier-CD-Set mit sechs McCoy-Tyner-Alben für 14,99 € dazuzukaufen



    Beim Heraussuchen der Bestellnummer stelle ich nun fest, dass es offenbar noch einmal heruntergesetzt wurde. Die Preisbestimmung durch Angebot und Nachfrage habe ich mir immer anders vorgestellt. ?(

    Um mich in die Stimmung für den Kauf der Complete-Atlantic-Recordings-Box, aus dem Thread für Charles-Mingus-Empfehlungen zu bringen, habe ich nochmal ›Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus‹ reingeschmissen:



    Charles Mingus (b), Jerome Richardson (sax, fl), Dick Hafer (ts, cl, fl), Richard Williams (tp), Don Butterfield (tu), Jaki Byard (p) sowie


    …in den Stücken 1 und 4–7: Booker Ervin (ts), Eddie Preston (tp), Britt Woodman (tb), Walter Perkins (dr)
    …in den Stücken 2 und 3: Eric Dolphy (as, fl), Charlie Mariano (as), Rolf Ericson (tp), Quentin Jackson (tb), Dannie Richmond (dr)


    Sehr geschmeidige Bigband-Musik, die in unaufmerksamen Momenten allerdings auch schonmal davongrooven kann und plötzlich merkt man, dass mehrere Stücke an einem vorbeigegangen sind, weil man mal kurz nicht aufgepasst hat.

    Ich wurde einmal von einem Bekannten, der wusste dass ich Jazz mag, zum Alexander von Schlippenbach Trio mitgeschleppt. Beim dem Versuch den frei improvisierenden Herren irgendwie zu folgen bzw. unvorbereitet eine Struktur in der Musik zu erkennen, habe ich mich geistig derart überanstrengt, dass ich irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen bin. Ob ich geschnacht habe, weiß ich nicht, es würde mich aber auch nicht wundern, wenn dies als hochwillkommenes Bonusgeräusch (Angeblich ist Routine bei Gruppenimprovisationen ja ein Problem) in die Improviation integriert worden wäre.


    Gleiches Trio, anderes Konzert: https://www.youtube.com/watch?v=Bi5iNHwilJQ

    Jetzt muß ich mal wieder etwas anderes hören , etwas altvertrautes . Aus Neuseeland kamen immer diese wunderbaren kleinen Bands vom äußersten Ende der Verästelungen . Anfang der 80er zählte The Victor Demisich Band ( feiner Name , zumal ein Victor Demisich nie in der Band spielte ) dazu , deren 5 Track EP .auf Flying Nun (1983) schwer beeindruckte . Später war die EP auf einer ultra-raren Compilation CD enthalten (My Name Is K , 1997), um dann 2013 mit einigen Live-Stücken auf einer LP wiederveröffentlicht zu werden . Nischenmusik ?


    https://www.youtube.com/watch?v=ALh4vVPPwkA

    Danke für den tollen Hinweis. Für mich ist es endlich der logische nächste Schritt, der nach dem langsam-krachigen Punkrock der Melvins folgen muss.



    https://www.youtube.com/watch?v=w35MKJkuprI

    Im Herbst letzten Jahres, war ich bei der leider letzten Ausgabe des Maschinenfests sehr begeistert von Alarmen. Für die meisten Menschen ist es vermutlich Krach, ich finde es entspannend. Nun habe ich einmal mittels Bandcamp in die anderen Veröffentlichungen des Audiophob-Labels reingehört und sogleich die -∞ dB-Compilation erworben. Hier findet sich dann auch tatsächlich Krach, allerdings nicht in Form von Getöse, sondern eher als postapokalyptische Entspannungsmusik.