Beiträge von Ekke

    Gestern eine Doku über Gerry Rafferty gesehen. Warum? War in meiner Timeline. Wäre ich nicht drauf gekommen. Gelernt, dass er ja nicht nur "Baker Street" gemacht hat (Überraschung). Und wenn man sich das noch mal in Ruhe anhört, ist dieser Song nicht nur weiterhin cheesy, sondern eben auch hart an der Perfektion. Wobei es eben lustig ist, wie so eine Perfektion entsteht - wenn also der Gitarrist erzählt, dass er ein Solo improvisieren musste und wohl einfach "einen guten Tag hatte", und immer noch lächelt, wenn er das erzählt, weil er ja weiß, dass ihm das ein Stückchen Unsterblichkeit eingebracht hat. Und dann ja noch Lieder wie "Stuck in the middle with you" mit Stealers Wheel. Und so eine traurige Lebensgeschichte.

    Ist aber trotzdem nicht so richtig meine Musik, ich kann sie jetzt nur besser hören, weil mir da keine Haltung in die Quere kommt. Aber so an einem frühen Sonntagmorgen läuft hier "Warm Chris" von Aldous Harding.

    Sie heißt ja anders (Hannah Sian Topp) und macht die entspannteste schlaue Musik, die ich kenne. Sie hat sich schon als "Jim Carrey der Indie-Welt" bezeichnet, wie laut.de den Guardian zitiert. Darüber knobel ich lieber nicht allzu lange, sie meint damit wohl, dass sie sich als "Song-Actor", weniger als reine Musikerin sehe. Ok. Das Album jedenfalls ist schlicht großartig. Und jetzt, da um mich herum alles Ruhe und ein bisschen Sonnenschein ist, kann die insgesamt verhaltene Musik auch den erforderlichen Raum nehmen. Das ist ja viel weniger kunstvoll oder elaboriert als beispielsweise "Baker Street", aber in seiner Einfachheit viel origineller und tiefer (für mich).

    Ich weiß ja kaum, wie ich die 90er hätte überstehen sollen, ohne Portishead. Nun also nach langer Wartezeit ein neues Album, nicht von der Band, aber ihrer Sänergin. Beth Gibbons, "Lives Outgrown". Der Spiegel ist ganz begeistert. Ich nicht ganz so. Aber ein gutes Album, zweifellos. "Floating on a moment" wohl der Höhepunkt.

    Aber dies hier, Julia Holter "Somethin in the room she moves",

    ist mir noch lieber, weiterhin.

    Und dann präsentiert Apple Music derzeit "Die 100 besten Alben". Ich weiß ja grundsätzlich nicht, und sofern am Ende nicht "Revolver" auf der 1 ist, bin ich ohnehin dagegen, aber man wird ja doch angeregt, manches wiederzuhören. Nicht mal Portishead. Hier läuft also seit langem mal wieder

    Gut, das jetzt die Sonne hinter Wolken steckt. Das passt einfach besser.

    Heute Strohwitwer. Noch auf dem Balkon mit Büchern (und Macbook), bald im Wohnzimmer mit Musik, dann ins Flimmerzimmer.

    "Drive my car" ist in der Arte Mediathek. Ebenso einer meiner Lieblingsfilme: "Der schlimmste Mensch der Welt". Beide werde ich vermutlich nicht schaffen (wollen). Unter Umständen noch die ebenfalls dort entdeckte Paul-Auster-Bio.

    Schon erstaunlich, wie bequem oder besser: einfach es einem das Streamen gemacht hat, ein Unmenge an Kultur sofort zur Hand zu haben.

    Wie heißt es bei ECM: The most beautiful sound next to silence. Insofern ist "Silent, Listening" das Album, das schon prototypisch passt. Und das eben nicht nur vom Titel.

    Fred Hersch mit seinem ersten Solo-Album bei ECM. Für mich ein wunderbares Album. Ruhig im Gestus, tief im Ausdruck.

    Wim Wenders, "A Perfect Day".


    Und er ist in meinen Augen großartig... Zur Thematik verweise ich auf den Film selbst. Wenders wandelt hier erkennbar auf den Spuren des von ihm so sehr verehrten Yasujiro Ozu. Erinnerte mich aber auch etwas an Jarmuschs "Petterson". In den ersten zwei Dritteln fast handlungsfrei und pseudodokumentarisch, dann bekommt der Film dich noch ein bißchen Dialog und Geschichte (was er garnicht gebraucht hätte). Bildgewaltig wie meist bei Wenders und von zarter Poesie und großer Humanität. Wie schön daß es in Zeiten die durch Superheldenfilme und krachender Überwältigungsästhetik so etwas noch gibt. Ich bin tief beglückt und werde ihn sehr oft schauen!

    Ja, den hab ich gestern auch gesehen und teile das von dir Geschriebene. War schon dankbar, dass Arte Ozu-Filme zeigte. Auch den Verweis auf "Paterson" finde ich richtig (auch der ist groß). Das Einzige, was mich ein klein wenig störte, waren die in meinen Augen Wenders-typischen Baum-Aufnahmen aus der Frosch-Perspektive; gefühlt gibt es die in jedem seiner Filme, gern auch mit dem dann immer leicht mystisch wirkenden Rauschen der Blätter im Wind (s. auch "Blow-up" von Antonioni).

    "Anselm" ist dann am Wochenende dran.

    :wink:

    Ach, und hintendran gleich noch diese:

    "V", das fünfte Album des Unknown Mortal Orchestra. Ok, kein Orchester im hiesigen (klassischen) Sinne.

    Auch entspannt, aber völlig anders. Und so geht es also beschwingter weiter.

    Ganz neu von Aki Takase und eine Freude:

    Und dann noch das fröhlichste, sonnigste Jazz-Album, das ich kenne:

    ALLERDINGS: Nicht diese Version, sondern nur drei Stücke davon, bei denen Martin Tingvall am Rhodes sitzt, und nicht am Klavier. Und das kommt dem Ganzen mE zugute, der Sound wird runder, freundlicher. "Three Birds" nennt sich die entsprechende EP, zu der es bei Youtube einen Schnipsel gibt, die auf der Website der Band jedoch nicht in der Diskographie auftaucht, die gleichwohl zB bei Qobuz zu streamen ist.

    Hier der Schnipsel:

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Zeitgenössisch:

    Julia Holter. Nicht so eingängig wie "Have you in my wilderness", meines Erachtens verwinkelter, überraschender, lohnender.

    Interessant beispielsweise der bundlose Bass, nicht so dominant wie von Mick Karn, gut eingepasst in den vielfach sphärischen, fließenden Sound. Sonne und Wasser spielen eine wichtige Rolle. "Ich habe versucht, eine Welt zu erschaffen, die fließend und wasserähnlich klingt und an die innere Klangwelt des Körpers erinnert", wird Holter bei jpc zitiert.

    Ich weiß auch nicht, es wird reine Nostalgie sein, aber ich höre jetzt auch immer mal wieder gern XTC.

    Cover kenne ich so gar nicht, aber die Lieder eben schon. Ein ruhigeres Album, das erschien, nachdem sie das Ende ihrer Konzerttätigkeit erklärt hatten. Erscheinungsjahr 1983. Ich erinnere mich noch daran, es damals gekauft zu haben. Nostalgie also, aber wenn ich es jetzt höre, finde ich, dass es gut gealtert ist.

    Ich weiß ja nicht, ob das als Kunstmusik durchgeht, aber so radiotauglicher Rock/Pop ist es wohl weniger - dafür ein großes Vergnügen:

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Tortoise spielen ihr Album "TNT". Das höre ich an sich schon gern, aber das Video gefällt mir zusätzlich, weil das eines der wenigen Rock-/Pop-Konzerte ist, bei dem ich gern gewesen wäre. Wie sagt man so schön (heutzutage): Ich liebe alles daran.

    Wizards of Ooze kannte ich natürlich nicht. Qobuz schon. Läuft jetzt. Es bleept.

    Achso, Konzert. GoGo Penguin haben ein Konzert-Album veröffentlicht: "From the North - GoGo Penguin live in Manchester". Sehe gerade, dass es die entsprechende LP ab 3. Mai bei JPC gibt.

    Man kann das Album aber jetzt schon streamen. Wird generell unter Jazz wegsortiert, aber auch JPC findet, dass es sich um einen Mix aus Jazz, Klassik, Indierock, Ambient, Triphop, Minimal, Jungle und Gottweißwasnoch handelt, ist es vielleicht ja auch Kunstmusik. Angenehm zu hören jedenfalls.

    Es ist, wie es hier eigentlich immer ist. Am Ende wird es persönlich. Man ist diesem oder jenem nach dessen Empfinden mal dumm gekommen, und dann wird nach einer Gelegenheit gesucht, es "heimzuzahlen" oder den anderen für etwas blöde dastehen zu lassen. Nun ja.

    Ich habe jedenfalls auch schon ein paar Absagen/Änderungen bei Konzerten oder Opernabend erlebt. Komischerweise hatte ich eigentlich kaum das Gefühl, dass sich dadurch der Abend besonders verschlechtert hätte. Sei es, dass der Tenor im zweiten Aufzug seine Stimme verlor und auf der Bühne nur markierte, während ein Einspringer (ohne Kostüm) am Bühnenrand sang. Sei es, dass es statt Mahler, dann doch lieber Brahms gegeben wurde. Ich bin vielleicht auch zu genügsam.

    Man liegt für mein Empfinden nie falsch, wenn man jedwede Mutmaßung unterließe, wenn es um die Gesundheit anderer geht. (Also sofern man nicht der behandelnde Arzt ist - und dann wäre ja die Schweigepflicht im Spiel.)

    Ich verstehe Enttäuschung, aber auch nicht mehr. Und Mitgefühl? Bitte. Wenn, dann mit demjenigen, dem es nicht gut genug geht, seinen Job zu machen.