Beiträge von Ekke

    Mein Gott, wir sind so alt lebenserfahren! Ich werde nächstes Jahr 57 - und bin bei der musikalischen „Laufbahn“ klar Beatles-isiert. Dann über Sex Pistols zu Punk und dann auch New Wave usf.

    Blues und Vergleichbares oder Abzuleitendes haben bei uns damals „die mit den langen Haaren und Schlaghosen“ gehört. Dazu gehörten wir ja nun nicht. Also, klar, so ein Generationending.


    Und garcia das mit der Barock-Rezeption ist tatsächlich drollig.

    Vive la différence! :cincinbier:

    Gern!


    Bin weit davon entfernt, Krausser-Experte zu sein. Aber ich lese ihn gern (und habe festgestellt, dass mir glücklicherweise noch einige seiner Bücher fehlen).


    Bei Musikinteressierten kann es nahe liegen, „Melodien“ (sein Durchbruch, denke ich; den er noch mal überarbeitet hat) oder „Die kleinen Gärten des Maestro Puccini“ (Mix aus Biographie und Roman samt Entschlüsselung einer zuvor unbekannten Geliebten) oder „Alles ist gut“ (über einen Komponisten, der versucht, im modernen Opernbetrieb zu reüssieren - Krausser ist selbst auch Komponist) zu lesen.

    Ansonsten (aber auch in den genannte Büchern) sind Liebe und Verführung immer wieder wichtige Themen. „Der große Bargarozy“ wurde beispielsweise verfilmt (mit Til Schweiger, naja - dafür aber mit Corinna Harfouch in der anderen Hauptrolle).

    Vielleicht ist generell etwas Kürzeres wie „Kartongeschichte“ ein guter Einstieg, zudem es eben die immer wiederkehrenden Themen behandelt. Und das in erstaunlichem Tempo. Es ist immer eine Freude, Krausser beim Denken und seinen Einfälle zu folgen.

    Wiederum anders, aber für mich sehr wichtig, die Tagebücher und Autobiographisches. Deshalb kann ich „Substanz“ (Best-of der Tagebücher) und „Deutschlandreisen“ (vermischte Texte) dringend empfehlen.

    garcia

    Ich kann keine Rangliste aufstellen (ich weiß, soll ich auch gar nicht). Aber ich betrachte mich dabei einfach selbst und stelle fest, dass mir eigentlich alles fremd bleibt. Und da merke ich, wie wichtig die musikalische (Selbst-)Sozialisation ist. Punk (auch früher Punk) geht - Patti Smith funktioniert eher nicht. Warum auch immer.

    GD kann nicht funktionieren. Mich hat Blues immer fertig gemacht. Es klingt einfach alles gleich für mich. So wie Dixieland-Gedudel (oder auch der Großteil von Barock-Musik mit Ausnahme von Bach zB), das ich auch nicht vertrage. Und bei allem gilt natürlich, dass meine Ablehnung keine Bedeutung hat, weil ich da einfach zu ignorant bin. Aber leider ändert sich daran auch nichts, wenn ich es mal wieder probiere. Und Van Morrison ist bestimmt klasse - erreicht mich aber nicht.


    Und bei Pentangle dachte ich kurz: Ach, Gitarrenmusik - bevor es mir zu verhuscht wurde. Aber bei Gitarre erinnerte ich mich an „Yacht Dance“ von XTC und hörte nun diese



    Was für ein großartiges Album! Das kann ich nach all den Jahren quasi abnutzungsfrei hören.

    Japanisches habe ich zuletzt auch (übersetzt natürlich) gelesen:

    Ein ruhiges, aber eindringliches Buch. Es geht um Identität, den Ausbruch aus der eigenen, das Annehmen einer anderen Identität; und der japanische Rassismus gegen Koreaner wird gleich mitverhandelt.

    Für mich kein „Stiller“, aber ein sehr lesenswertes Buch, das mich immer wieder überrascht hat, und mir Japan nähergebracht hat.


    Und dann aktuell unter anderem dies hier

    Ich mag Krausser einfach sehr. Und ich will mich gar nicht damit überfordern, die Handlung erzählen zu wollen (so weit sie mir bislang bekannt ist). Aber man liegt mE nicht falsch, wenn man sagt, dass es ein Buch über die Liebe ist.

    Ihr hört schon komisches Zeugs. Echt mal ;) . Aber dank der Segnungen des Streamings kann ich manches davon jetzt auch mal hören. Das war früher ja doch weit komplizierter. Ewiges Probehören war auch in genügsamen Läden nicht möglich, der Kauf jedweden Tonträgers wollte aber auch reichlich überlegt sein. Aber manche der Cover, die ich damals in Händen hielt, laufen jetzt eben doch über die heimische Anlage. Und als Beleg meiner Einfalt kann ich sagen, dass ich vieles eben doch nicht vermisse.


    Hier die neue von Interpol



    Und die kann ich gut hören. Was auch daran liegt, dass sie eigentlich wie die vorherige klingt. Was mich dann wiederum grundsätzlich ermüdet. Was einerseits angenehme Vertrautheit erzeugt, lässt andererseits die Aufregung des Ungehörten vermissen. Also ein klares Jein.


    Deshalb noch kurz ein alter Liebling:



    Für mich immer richtig.

    Tja, man lernt immer Neues (kennen). Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den Cluytens Beethoven mit den BPhil nicht kannte. Das habe ich vorhin aufgrund der hiesigen Hör-Hinweise geändert. Ich mag das außerordentlich. Mit Cluytens sollte ich mich wohl eingehender befassen/mehr von ihm hören.


    Hier begann es wieder mit Nézet-Séguin

    es folgte Savall

    und dann eben Cluytens


    Nézet-Séguin auch mit der 6. schlank und sehnig im Klang, dabei manchmal etwas harsch und im Ganzen weniger fließend, manchmal etwas buchstabiert und doch auch voller schöner, klarer Momente. Mir bislang die liebste aus seiner GA. Savall auch schlank und dabei doch viel, viel lebendiger, auch selbstverständlicher. Und dann Cluytens, der in den eben positive genannten Belangen punktet und darüberhinaus für mich noch mehr Gefühl vermitteln kann. So wird Beethoven wirklich niemals langweilig.

    Ich bezog mich darauf, dass die Publikumsreaktion allein nicht der absolute Gradmesser sein muss und insofern auf den Chereau-Ring verwiesen, der bei seiner Premiere noch weit heftigere Ablehnungen hervorrief. Mehr nicht.


    Cherubino hat natürlich einen Punkt, wenn er sagt, dass die Ablehnung diesmal einhellig, also auch seitens der professionellen Musik-Kritik ausfällt. Aber das war ja wie gesagt nicht dein Punkt, dir genügte die Publikumsreaktion, und das halte ich für nicht hinreichend/überzeugend.


    Bezüglich der von dir heraufbeschworenen „Trendwende“ hat wiederum Cherubino das Entscheidende angemerkt.

    Hier mal den neuen Nezet-Seguin gehört, genauer hieraus:



    die 3. Beethoven mit dem Chamber Orchestra of Europe. Kleine Besetzung, entsprechend schlanker Klang. Das wirkt also transparent, die Stimmen sind gut zu hören. Und so sehr ich Nezet-Seguin sonst auch mag, irgendwie klingt es gerade in den Tutti-Passagen teilweise hohl.


    Dann also doch wieder erst mal diese hier, die wohl mein Favorit bei den Gesamteinspielungen bleiben wird:


    Und je mehr ich mich mit den beiden beschäftige, desto mehr mag ich es/sie. Mit das beste Video, das ich seit langem gesehen habe, weil es einfach Spaß bringt:


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    Kommentar darunter: „JD Beck inspired me to stop learning drums.“ Kann ich nachvollziehen.

    Dieses Duo wurde offenbar unglaublich gehyped - leider nicht so sehr, dass ich es mitbekommen hätte, aber eben indirekt doch, weil es mir beim Streaming-Anbieter prominent bei Jazz-Neuerscheinungen angeboten wurde. Und deshalb höre ich jetzt DOMi & JD BECK (teilweise unterstützt von Thundercat oder auch Herbie Hancock oder Anderson .Paak) - und mag das sehr. Ab der ersten Note.



    Und beim Werbepartner jpc heißt es denn auch sehr - nun, originell: „Zwei Wunderkinder erfinden das Rad neu“. Davon sollte man sich meines Erachtens nicht abschrecken lassen. Unterhaltsam, vielschichtig und bei allen Unterschieden insgesamt ein geschlossenes Album, das mir gute Laune verschafft. Das „Jazz Echo“ hat hier etwas über sie geschrieben.

    Das ist etwas schräg, weil man ja gar nichts gegen diese Musik einwenden darf, ohne gleich als zynisch zu gelten. Hm.

    Musikalisch überhaupt nicht meins. Aber klar, das ist berührend.


    Gilt auch für dies hier:

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    Rhiannon Giddens ist eine beeindruckende Frau, insofern danke für den Hinweis. Intellektuell bin ich da vollumfänglich dabei (s. Beitrag des Deutschlandfunks zu ihr), musikalisch eben weniger.


    Hier lief zuletzt diese, die ich lange nicht hörte:



    „Let‘s make this precious“ ist schon ein Brett.

    … dem Probenmuffel Knappertsbusch …

    Wenn ich mich recht entsinne (im Urlaub kann ich das leider nicht nachschlagen), war Abbado auch eher ein „Probenmuffel“. Er ließ demnach Passagen, auf die es ihm ankam, proben, anderes blieb weniger beachtet, und am Ende galt für die Musiker, dass sie nie so ganz genau wussten, was abends auf sie zukam, vieles blieb in der Schwebe. Daraus habe sich dann für das Konzert eine besondere Spannung abgeleitet, man habe auf der Stuhlkante gesessen, um genau darauf zu achten, was Abbado dann am Abend wirklich wollte.

    Ich habe das mit Abbado immer nur schwer zusammenbringen können, da ich ihn für einen ausgesprochen bedachten Menschen hielt, aber so wurde es meiner Erinnerung nach geschildert.

    Apropos Cover-Versionen. Davon bin ich generell kein Freund, aber natürlich gibt es gute Interpretationen. Wie „Twist and shout“ von den Beatles (nicht wahr, Ferris?). Wobei ich Cover von Beatles-Songs immer schwierig fand (dafür mag ich sie zu sehr). Aber es gibt auch Ausnahmen.


    „Dear Prudence“ von Siouxsie


    Und bei Talk Talk ist es ähnlich wie bei den Beatles, aber „Life‘s whar you make it“ von Duncan Sheik mit Rachael Yamagata ist wirklich schön


    Habt ihr Lieblings- oder empfehelnswerte Cover-Versionen von (Lieblings-)Songs?

    Erdmöbel - Ausstellungseröffnung, das passt ja ganz gut. Für mich sind die schon sehr camp, und ich weiß dann auch nicht, wie gut ich damit auf Dauer klar komme, weil manches dann zu Tode ironisiert wird. Andererseits haben sie beispielsweise in Integrationsfragen wieder eine sehr dezidierte Meinung, also wenn es drauf ankommt, wissen sie auch, wann Haltung gefragt ist.

    Am Ende gehen mir aber diese dauernden Cover-Versionen irgendwie auf die Ketten. Das war bei den Lemonheads anfangs noch ganz unterhaltsam (s. „Mrs. Robinson“, besser „Different drum“) oder Dead Kennedys („Rawhide“), führte bei Johnny Cash in interessante, neue Sphären, wird mir aber auf Dauer auch mal etwas bemüht. Und Erdmöbel sind eben nicht Johnny Cash.

    Wobei wir mit den Cover-Versionen eben auch bei Distelmeyer sind. „Songs from the bottom“ war für mein Empfinden ein trauriger Tiefpunkt. Das ist Lagerfeuer-Klampfe-Unerträglichkeit in meinen Ohren. Da wird auch nichts aufs Wesentliche reduziert oder so. Und nun die gefühlten Wahrheiten. Ja, Schlager. Und damit letztlich nur die konsequente Weiterentwicklung seit „Old nobody“ - damals hatten sie aber immerhin Helmut Berger fürs Video dabei (witzig, wie linkisch Distelmeyer in ebendiesem Video mit Berger umgeht).

    Blumfeld standen immer für Befindlichkeitsmusik, aber auf den ersten beiden Alben wurde das noch mit etwas Lärmigem gebrochen und war auf einer Wir-sind-doch-alle-Studenten-Ebene in Sachen Selbstfindung in all seiner Textlastigkeit einfach gut. Wenn es wie nun immer konventioneller erzählt wird, kippt es ins Beliebige weg.

    Dabei läuft im Hintergrund diese

    und die höre ich immer noch gern.

    In meinen Augen heißt das eher, dass das, was in Deinen Ohren 'hinten dabei herauskommt', für das Orchester ziemlich marginal ist.

    Ok. Harte Wahrheiten muss man akzeptieren.

    Vielleicht sind Orchester aber auch nur zu sehr auf das Miteinander fixiert, vielleicht sollten sie mehr auf so schlaue Köpfe wie hier im Forum hören. Gut denkbar.

    Tja. Selbst schuld, nicht wahr?

    Der exakte Jahrestag ist verpasst, aber vor ziemlich genau 40 Jahren - am 25. Juni 1982 - erschien „The lexicon of love“ der englischen Band ABC. Wenn man (wie ich) mit dem kleinen Schock zurechtgekommen sein sollte, dass man das Album quasi „live“ miterlebte, kann man sich dem vielleicht ja mal wieder zuwenden.



    Natürlich besteht angesichts dessen, was hier sonst gern konsumiert wird, die eminente Gefahr, dass man als Popper erster Ordnung identifiziert wird, wenn man „so etwas“ hört. Und ja, da ist natürlich viel Oberfläche dabei, aber ich finde, da ist noch mehr.


    „Ah, mm, whoa, whoa, whoa“


    So fängt „The look of love“ an. Wohl das bekannteste Stück des Albums. Es liefert auch eine der Schlüssel-Textzeilen des „Lexicon“: „When your girl has left you out on the pavement“ - und sehr wichtig das beiläufig-üble „goodbye“ einer Frauen-Stimme dazu (Steve Pafford, auf den ich mich hier mehrfach beziehe, zitiert hierzu den Produzenten Trevor Horn, der sagt, dass die Stimme von der Frau stammt, die ABC-Sänger Martin Fry verließ, und damit einen Anstoß für das Album gab).


    ABC, das waren zu dem Zeitpunkt Martin Fry (Gesang, Keyboard), Mark White (Gitarre, Keyboard), Mark Lickley (Bass - allerdings stieg er zu der Zeit auch schon wieder aus und ist nur auf 3 Liedern zu hören), David Palmer (Schlagzeug) und Stephen Singleton (Saxofon). Die Band stammt aus Sheffield (wie auch Human League, die zur selben Zeit erfolgreich waren). Bei Wikipedia wird ABC als New-Wave-Band bezeichnet. Das wird manchem schwer im Magen liegen, ist aber meines Erachtens gar nicht so abwegig. Pafford zitiert Fry: „We were trying to fuse our love of Chic and Earth, Wind and Fire and Change with our love of Joy Division and Bowie and Roxy and Costello….and countless others. Two worlds colliding.“


    Für das Album besonders wichtig ist der schon erwähnte Produzent Trevor Horn. Er ist vielen vermutlich vom Song „Video killed the radio star“ bekannt (der Clip lief denn auch als erster zum Start des Musiksenders MTV 1981). Mit verschiedenen Mitstreitern (s. Anne Dudley, verantwortlich für die Arrangements) sorgte er für den besonderen Sound von „Lexicon“. Später bildete sich aus diesen Leuten dann die Band Art of noise.


    „When your world is full of strange arrangements“


    Es beginnt mit Streichern, die den Raum öffnen und weiten (hier passiert Großes), es folgen Bläser, wie eine Fanfare (gleich ist es soweit), dann knallt das Schlagzeug mit dem akzentuierten und deutlich vernehmbaren Bass dazu - „Show me“. So geht es los. Und so bleibt es letztlich auch. Ein „perfekt“ wirkender Sound, makellos, schwelgerisch, rhythmisch - jede Menge sehr eingängiger Melodien dazu. Immer das richtige Füllsel, permanent passiert etwas. Man könnte sich nicht vorstellen, noch etwas ergänzen zu können (oder wegzunehmen).


    Joy Division höre ich da weniger als Chic. Aber ob es ohne Joy Division denkbar wäre, ist etwas anderes. Roxy Music auf jeden Fall (für mich insgesamt am nähesten dran), Bowie (der bei den Aufnahmen von „Lexicon“ übrigens vor Ort und begeistert war) und auch Porter oder Sinatra. Und natürlich Soul und Disco - der Bandname ABC ist ja auch eine Verneigung vor den Jackson 5.


    Dazu der Gesang von Martin Fry, der auf dem Coverbild ganz gut dargestellt wird. Theatralisch, romantisch, selbstverliebt. Dazu aber reimt er „cupid“ auf „stupid“. Und das gibt dem Ganzen immer wieder einen Spin, der ohne Joy Division denn vielleicht doch nicht so leicht denkbar wäre. Bei aller Perfektion ist es eben kein luftleeres Pop-Album, das permanent gute Laune verströmt. Es irritiert. Und deshalb höre ich es auch 40 Jahre später immer wieder gern.

    Mich erinnert diese Diskussion fatal an die Diskussion, dass die Berliner Philharmoniker vor (?) 4 Jahren auch nicht wussten, was sie taten, als sie KP gewählt haben. Und finde es erneut ungemein lustig, dass CD-Hörer besser wissen, was einem Orchester guttut als das Orchester selbst ... aber das ist dann halt hier so.

    Fühle mich als ein „CD-Hörer“ dann mal einfach angesprochen. Mal abgesehen davon, dass ich (#3451) klar gesagt habe, dass ich mein Urteil natürlich nicht über das der Musiker stelle, muss das doch nicht bedeuten, dass ich gar nichts mehr dazu schreiben darf, oder? Verneinendenfalls könnten wir das Forum allerdings auch gleich ganz dicht machen.

    Und natürlich ist es sehr schön, wenn du in einem Konzert einen Eindruck von der Schlagtechnik des Dirigenten und dem Miteinander der Musiker gewinnen kannst - aber ist nicht auch ein wenig von Belang, „was hinten dabei rauskommt“ - also beispielsweise wie eine Aufnahme davon gelingt, die ich dann per Streaming, Radio oder eben auch CD höre?


    Überhaupt mag mir das „Fatale“ an solchen Diskussionen nicht einleuchten. Das ist doch der nette Part, dass man sich mal Gedanken darüber machen kann, wer warum zu welchem Orchester passen könnte. Dass das nicht einen Hauch von Belang für die tatsächlichen Entscheidungen haben, ist doch allen Beteiligten klar.

    Habe mir jetzt auch noch mal Gatti angehört. Wagner, Mahler, Debussy. Und die Verve, mit der Rosamunde sich hier für ihn ins Zeug legt, verstehe ich noch weniger. Ich bin da bei Cherubino, also in der Tendenz empfinde ich seine Dirigate als langsam mit einem Stich ins Langweilige - quer durch die gehörten Aufnahmen.

    Und ja, der Hinweis auf den Abgang beim Concertgebouw muss man wohl auch anfügen. Nicht nur, weil so oder so was hängenbleibt, sondern weil die Vorwürfe in ihrem Kern ja auch von Gatti offenbar gar nicht bestritten sind.

    Und nein, hier geht es nicht darum, die Expertise der Musiker, die ihn wählten, anzuzweifeln. Wie auch, das sind - anders als beispielsweise ich - Profi-Musiker. Ich kann ja nur sagen, warum ich als Außenstehender die Entscheidung nicht verstehe und bedaure.