Beiträge von Cherubino

    Bei mir einmal wieder Klaviermusik von Ethelbert Nevin, gespielt von Donna Amato:

    Water Scenes op. 13 (1891)
    May in Tuscany op. 21 (1896)
    A Day in Venice op. 25 (1898)

    Wirklich schöne Musik, kann man gut hören! Diese Stücke brauchen sich meiner Meinung nach im Kontext dessen, was in dieser Zeit so für Klavier geschrieben wurde, absolut nicht verstecken.

    So, wie ich dich hier im Forum kennen gelernt habe, fällt es mir schwer zu glauben, dass du dieses Lied wirklich "eben gehört" hast. ;)

    Aber es ist sehr schön und passt in die Jahreszeit!

    Bei mir Musik von Dimitri Schostakowitsch:

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    Klavierquintett g-moll op. 57 (1940)

    Nadine Blumenstein, Hovhannes Mokatsian, Violine
    Dirk Niewöhner, Viola
    Valentin Scharff, Violoncello
    Maria Ollikainen, Piano

    Ich fasse jetzt auch einfach mal ein paar der letzten Rollen kurz und knapp und ohne viele Begründungen zusammen:

    Von der Suor Angelica habe ich zwei Aufnahmen. Eine Studioaufnahme mit Lucia Popp und einen Livemitschnitt mit Asmik Grigorian. Und weil ich mich bereitwillig dafür belächeln lasse, bei Puccini hemmungslos genussvoll sentimental zu werden, liebe ich auch die zweite Hälfte dieser Oper (die erste Hälfte finde ich auf der Bühne wirkungsvoll, aber beim bloßen Hören verzichtbar). Den Livemitschnitt habe ich bisher nur einmal gehört, meine Suor Angelica ist und bleibt also Lucia Popp.

    Wagners "Parsifal" gehört zu den Werken, die ich mir lange und beharrlich erarbeiten musste. Wenn ich ihn höre, dann ist mein Gurnemanz Robert Holl.

    Als "Siegfried"-Siegfried habe ich Lauritz Melchior nie (oder selten) gehört. Mich haben Siegfried Jerusalem und Andreas Schagerl beeindruckt.

    Als Brünnhilde sollte ich vielleicht tatsächlich mal Martha Mödl hören. Tendenziell habe ich in dieser Rolle mehr Sängerinnen gehört, die mir nicht gefallen haben, als solche, die ich gut fand. Zu letzteren gehörten Linda Watson, Nina Stemme und Gabriele Schnaut.

    Wo wir schon bei der Brünnhilde sind, kann ich auch noch etwas zum Wotan sagen: Hans Hotter, James Morris und Falk Struckmann.

    Zum Schluss für heute Nacht noch die Dorabella - eine meiner absoluten und großen Lieblingsrollen im gesamten Opernrepertoire, ein Vorschlag, der auch von mir hätte kommen können. Ich habe nie eine schlechte Dorabella gehört, viele gute (darunter die hier von den meisten favorisierte Christa Ludwig und Annelies Burmeister) und zwei, in die ich mich verliebt habe: Erst Brigitte Fassbander und danach (mit Bild) Liliana Nikiteanu.

    Manche der Antworten hier erforderten ein bisschen Nachdenken und Informieren und ich sehe, dass ich Lachenmann Unrecht getan habe. Ich nehme mir als Musikhörer heraus, bestimmte Musik gern zu haben und andere nicht. Lachenmanns Musik mag ich einfach nicht und das hat mich zu Sottisen geführt, die nett oder witzig klingen sollten, hinter denen aber keine besondere Sachkenntnis steckte. Inzwischen weiß ich, dass Lachenmann in einer Schublade mit Stockhausen ziemlich falsch aufgehoben ist. Man kann Lachenmann vieles vorwerfen und unterstellen, aber nicht Esoterik. Er steht auf der gegenüberliegenden Seite, auf der, die das Sinnliche, das Magische, das Emotionale, das Geminschaftsstiftende aus der Musik heraushalten möchte. Das ist das Eine.

    Hm, ist das wirklich so, dass man es muss? Man kann es auch einfach „hören“ und sich ein Bild machen. Und: was bedeutet „krude“? Wer entscheidet, was (daran) „krude“ ist? Klar, man verstellt sich selbst (aus gedanklicher Faulheit?) den Zugang zu weiten Teilen moderner Kunst (gilt ja nicht nur für Musik), wenn man es unterlässt, sich mit ihren (theoretischen, strukturellen und methodischen) Voraussetzungssystemen zu befassen.

    Das Andere ist aber doch ein großes Mitteilungsbedürfnis. Lachenmann ist wie viele seiner Zeitgenossen ein Künstler, der gerne und ausführlich seine Kunst erklärt und deshlab ist die Frage ob das wirklich so ist, dass man das muss (nämlich "einen ganzen Wust an Texten, Selbstaussagen, esoterischen Phantastereien und krudem selbstreferentiellem Überbau wegräumen, wenn man sich ihm nähern will"), gar nicht so leicht zu beantworten. Klar, eigentlich muss man das nicht, man kann die Musikstücke von Lachenmann auch einfach hören und auf sich wirken lassen. So habe ich das in der letzten oder vorletzten Woche mit Stockhausens "Refrain" gemacht und versucht, mir einen eigenen (und damit notwendig ganz subjektiven) Zugang zu diesem Stück zu schaffen. Das geht auch mit Lachenmanns Musikstücken, wenn man so wie hier auf sie gestoßen wird.
    Wenn aber Lachenmanns Stücke uns nicht hier im Forum begegenen, sondern im Konzert, dann geht das schon schwerer, denn da kommen sie nur in speziellen Neue-Musik-Reihen mit dem entsprechenden Kontext zu uns. Ist es in der Praxis nicht also durchaus oft so, dass man diesen "Wust" (bildlich gesprochen) erst wegräumen muss, um einfach hören und sich ein Bild machen zu können?
    Hinzu kommt ein zweiter Aspekt: Lachenmann selbst ist, wie ich inzwischen gelernt habe, ein Künstler, der sich vehement gegen ein unvoreingenommenes und gewissermaßen naives, selbstbestimmtes Hören wendet. Wenn man also seine Stücke einfach hört und sich selbst ein Bild macht, handelt man gegen die Rezeptionshaltung, die dem Autor selbst wichtig war. Das kann man selbstverständlich tun, aber es bedeutet dann schon nicht mehr unbedingt, einfach zu hören und sich ein Bild zu machen, sondern es bedeutet, Lachenmann und seine Musik gegen den Strich zu hören, es bedeutet eine Art selbstbewusster Rebellion gegen den Komponisten, dem eigentlich wichtig ist, dass man nicht einfach hört und sich ein Bild macht, dem eigentlich wichig ist, dass man seine Selbstaussagen ernst nimmt. Auch in diesem Sinne hat die Formulierung, dass man "einen ganzen Wust an Texten, Selbstaussagen, esoterischen Phantastereien und krudem selbstreferentiellem Überbau wegräumen muss, wenn man sich ihm nähern will" vielleicht doch eine eingeschränkte Berechtigung: Man muss erst den Komponisten mit seiner intendierten Rezeptionshaltung beiseite schieben, um einfach hören und sich ein Bild machen zu können. (Texte, Selbststaussagen und selbstereferentiellen Überbau lasse ich stehen, esoterische Phantastereien und das Adjektiv krude nicht. Das eine tut Lachenmann ganz sicher, das andere vielleicht Unrecht)
    Bei Stockhausen habe ich das übrigens genau so gemacht: Ich habe das Video von "Refrain", dass du verlinkt hast, beim Beginn der Aufführung gestartet und nicht die Interviews davor und danach gesehen.

    Darin spricht sich aber auch ein merkwürdiger Modus im Umgang mit Kunst als solcher aus, weil man “sich” für bedeutender hält als das “Werk”, auf das man sich eben nicht einzulassen (sich ihm “auszusetzen”) bereit ist, weil es den eigenen eingeübten Rezeptionskonventionen/-modi nicht kommod ist. Weiß nicht. Ich finde das faul. Sorry.

    Damit kann ich wieder an den Beginn meines Beitrages zurückkommen: Ich nehme mir als Musikhörer heraus, bestimmte Musik gern zu haben und andere nicht. Das empfinde ich erst einmal nicht als faul und auch nicht als einen merkwürdigen Modus im Umgang mit Kunst. Das Kunstwerk muss etwas haben wie den "Anfang" einer Tesafilmrolle, etwas, wo ich zugreifen kann. Es muss etwas haben, was mich interessiert, neugierig macht, an meine Erfahrungen, Erlebnisse oder Gefühle anknüpft. Wenn da nichts ist, was meine Neugierde weckt, nichts, was mir Bereicherung verspricht, dann habe ich keinen Anreiz, mich auf das Werk einzulassen.
    Ja, das hat etwas damit zu tun, sich für bedeutender zu halten als das Werk. Wenn ich mir ein Musikstück aus dem Barock, der Klassik oder auch von lebenden Komponisten anhöre, dann tue ich das ja für mich, und nicht um dem Werk oder dem Komponisten einen Gefallen zu tun. Das Werk ist ein Gegenstand und den Komponisten kenne ich nicht persönlich, beiden muss ich keinen Gefallen tun. Ich lasse das Werk in mein Leben, weil ich das will und weil ich mir eine Bereicherung für mich davon verspreche. Das heißt aber nicht gleichzeitig, sich über diese persönliche Erfahrung hinaus fpr bedeutender zu halten als das Werk oder sein Autor. Die Bedeutung des Werkes liegt ja gerade darin, über dieser einen persönlichen Erfahrung zu stehen und vielen unterschiedlichen Personen an vielen unterschiedlichen Orten zu vielen unterschiedlichen Zeiten solche persönlichen Erfahrungen zu ermöglichen.
    Anders sieht das aus, wenn man sich beruflich oder mit einem wissenschaftlichen Interesse mit einem Kunstwerk beschäftigt. Dann muss man sich darauf einlassen, dann darf man nicht faul sein, sondern muss sich ein Werk erarbeiten. Abseits davon nehme ich mir heraus, mir nur Werke zu erarbeiten, die eine Bereicherung für mich und mein Leben sind. Das magst du bequem finden (obwohl diese Werke schon genug Arbeit sind!), faul finde ich es nicht.
    Faul finde ich es nicht, Lachenmanns Musik nicht zu mögen oder nicht hören zu wollen. Faul finde ich es, mich trotzdem zu ihr geäußert zu haben.

    Manche der Antworten hier erforderten ein bisschen Nachdenken und Informieren und ich sehe, dass ich Lachenmann Unrecht getan habe. Ich nehme mir als Musikhörer heraus, bestimmte Musik gern zu haben und andere nicht. Lachenmanns Musik mag ich einfach nicht und das hat mich zu Sottisen geführt, die nett oder witzig klingen sollten, hinter denen aber keine besondere Sachkenntnis steckte. Inzwischen weiß ich, dass Lachenmann in einer Schublade mit Stockhausen ziemlich falsch aufgehoben ist. Man kann Lachenmann vieles vorwerfen und unterstellen, aber nicht Esoterik. Er steht auf der gegenüberliegenden Seite, auf der, die das Sinnliche, das Magische, das Emotionale, das Geminschaftsstiftende aus der Musik heraushalten möchte. Das ist das Eine.

    Hm, ist das wirklich so, dass man es muss? Man kann es auch einfach „hören“ und sich ein Bild machen. Und: was bedeutet „krude“? Wer entscheidet, was (daran) „krude“ ist? Klar, man verstellt sich selbst (aus gedanklicher Faulheit?) den Zugang zu weiten Teilen moderner Kunst (gilt ja nicht nur für Musik), wenn man es unterlässt, sich mit ihren (theoretischen, strukturellen und methodischen) Voraussetzungssystemen zu befassen.

    Das Andere ist aber doch ein großes Mitteilungsbedürfnis. Lachenmann ist wie viele seiner Zeitgenossen ein Künstler, der gerne und ausführlich seine Kunst erklärt und deshlab ist die Frage ob das wirklich so ist, dass man das muss (nämlich "einen ganzen Wust an Texten, Selbstaussagen, esoterischen Phantastereien und krudem selbstreferentiellem Überbau wegräumen, wenn man sich ihm nähern will"), gar nicht so leicht zu beantworten. Klar, eigentlich muss man das nicht, man kann die Musikstücke von Lachenmann auch einfach hören und auf sich wirken lassen. So habe ich das in der letzten oder vorletzten Woche mit Stockhausens "Refrain" gemacht und versucht, mir einen eigenen (und damit notwendig ganz subjektiven) Zugang zu diesem Stück zu schaffen. Das geht auch mit Lachenmanns Musikstücken, wenn man so wie hier auf sie gestoßen wird.
    Wenn aber Lachenmanns Stücke uns nicht hier im Forum begegenen, sondern im Konzert, dann geht das schon schwerer, denn da kommen sie nur in speziellen Neue-Musik-Reihen mit dem entsprechenden Kontext zu uns. Ist es in der Praxis nicht also durchaus oft so, dass man diesen "Wust" (bildlich gesprochen) erst wegräumen muss, um einfach hören und sich ein Bild machen zu können?
    Hinzu kommt ein zweiter Aspekt: Lachenmann selbst ist, wie ich inzwischen gelernt habe, ein Künstler, der sich vehement gegen ein unvoreingenommenes und gewissermaßen naives, selbstbestimmtes Hören wendet. Wenn man also seine Stücke einfach hört und sich selbst ein Bild macht, handelt man gegen die Rezeptionshaltung, die dem Autor selbst wichtig war. Das kann man selbstverständlich tun, aber es bedeutet dann schon nicht mehr unbedingt, einfach zu hören und sich ein Bild zu machen, sondern es bedeutet, Lachenmann und seine Musik gegen den Strich zu hören, es bedeutet eine Art selbstbewusster Rebellion gegen den Komponisten, dem eigentlich wichtig ist, dass man nicht einfach hört und sich ein Bild macht, dem eigentlich wichig ist, dass man seine Selbstaussagen ernst nimmt. Auch in diesem Sinne hat die Formulierung, dass man "einen ganzen Wust an Texten, Selbstaussagen, esoterischen Phantastereien und krudem selbstreferentiellem Überbau wegräumen muss, wenn man sich ihm nähern will" vielleicht doch eine eingeschränkte Berechtigung: Man muss erst den Komponisten mit seiner intendierten Rezeptionshaltung beiseite schieben, um einfach hören und sich ein Bild machen zu können. (Texte, Selbststaussagen und selbstereferentiellen Überbau lasse ich stehen, esoterische Phantastereien und das Adjektiv krude nicht. Das eine tut Lachenmann ganz sicher, das andere vielleicht Unrecht)
    Bei Stockhausen habe ich das übrigens genau so gemacht: Ich habe das Video von "Refrain", dass du verlinkt hast, beim Beginn der Aufführung gestartet und nicht die Interviews davor und danach gesehen.

    Darin spricht sich aber auch ein merkwürdiger Modus im Umgang mit Kunst als solcher aus, weil man “sich” für bedeutender hält als das “Werk”, auf das man sich eben nicht einzulassen (sich ihm “auszusetzen”) bereit ist, weil es den eigenen eingeübten Rezeptionskonventionen/-modi nicht kommod ist. Weiß nicht. Ich finde das faul. Sorry.

    Damit kann ich wieder an den Beginn meines Beitrages zurückkommen: Ich nehme mir als Musikhörer heraus, bestimmte Musik gern zu haben und andere nicht. Das empfinde ich erst einmal nicht als faul und auch nicht als einen merkwürdigen Modus im Umgang mit Kunst. Das Kunstwerk muss etwas haben wie den "Anfang" einer Tesafilmrolle, etwas, wo ich zugreifen kann. Es muss etwas haben, was mich interessiert, neugierig macht, an meine Erfahrungen, Erlebnisse oder Gefühle anknüpft. Wenn da nichts ist, was meine Neugierde weckt, nichts, was mir Bereicherung verspricht, dann habe ich keinen Anreiz, mich auf das Werk einzulassen.
    Ja, das hat etwas damit zu tun, sich für bedeutender zu halten als das Werk. Wenn ich mir ein Musikstück aus dem Barock, der Klassik oder auch von lebenden Komponisten anhöre, dann tue ich das ja für mich, und nicht um dem Werk oder dem Komponisten einen Gefallen zu tun. Das Werk ist ein Gegenstand und den Komponisten kenne ich nicht persönlich, beiden muss ich keinen Gefallen tun. Ich lasse das Werk in mein Leben, weil ich das will und weil ich mir eine Bereicherung für mich davon verspreche. Das heißt aber nicht gleichzeitig, sich über diese persönliche Erfahrung hinaus fpr bedeutender zu halten als das Werk oder sein Autor. Die Bedeutung des Werkes liegt ja gerade darin, über dieser einen persönlichen Erfahrung zu stehen und vielen unterschiedlichen Personen an vielen unterschiedlichen Orten zu vielen unterschiedlichen Zeiten solche persönlichen Erfahrungen zu ermöglichen.
    Anders sieht das aus, wenn man sich beruflich oder mit einem wissenschaftlichen Interesse mit einem Kunstwerk beschäftigt. Dann muss man sich darauf einlassen, dann darf man nicht faul sein, sondern muss sich ein Werk erarbeiten. Abseits davon nehme ich mir heraus, mir nur Werke zu erarbeiten, die eine Bereicherung für mich und mein Leben sind. Das magst du bequem finden (obwohl diese Werke schon genug Arbeit sind!), faul finde ich es nicht.
    Faul finde ich es nicht, Lachenmanns Musik nicht zu mögen oder nicht hören zu wollen. Faul finde ich es, mich trotzdem zu ihr geäußert zu haben.

    Wobei man ergänzen muss, dass Wang ein Superstar ist und daher biederes, pflichtgetreues Verhalten als unprofessionell gewertet werden muss. Ein Superstar ist kapriziös, das gehört zur Jobdescription. Man stelle sich vor, man hätte Freddy Mercury jedes mal "unprofessionelles" Verhalten vorgeworfen, wenn er "verhindert" war.

    ... und auf der anderen Seite ist es fast ein Topos in Sängerinnen-Autobiographien, dass die Protagonistin nach einem schweren Schicksalsschlag, etwa dem Tod naher Angehöriger, am Abend auf die Bühne geht und pflichtbewusst ihre Show abliefert. "Und wie´s da drinnen aussieht, geht keinen was an". Damit ließ sich immer gut erzählen, was dieser Beruf an persönlichen Opfern fordert und welche Disziplin und Kraft die Protagonistin aufgewand hat.

    ihr hier sehr klar Unprofessionalität, mangelnde Kontrolle und Emotionalität vorgeworfen wird

    Nun hat Klaus Mäkelä aber keine Konzerte abgesagt, sondern Yuja Wang. Es liegt also in der Sache begründet, dass man Mäkelä keine Absagen vorwerfen kann. Wo nichts ist, kann man auch nichts vorwerfen oder diskutieren. Wang sagt ab und macht ihre Probleme öffentlich. In dem Moment wird das zum Thema: Was zwischen den beiden vorgefallen ist, geht uns nichts an und darüber brauchen wir nicht zu reden. Ob und unter welchen Umständen Yuja Wang auftritt, geht diejenigen, die ihre Konzerte besuchen möchten, etwas an und ist damit ein Thema für die klassikliebende Öffentlichkeit.

    Nachdem ich hier von den ganzen monumentalen Orgelgebirgen heute Nachmittag gelesen habe, gab es dann auch bei mir ein solches:

    Paul Damjakob
    Introduktion, Thema, Varationen und Fuge über das Paderborner St. Liborius-Lied

    gespielt vom Komponisten selbst an der Orgel des Würzburger Doms

    Aber die Mère Marie ist ihrem Alter sicher angemessener, denn Frau Petibon - Jahrgang 1970 - ist inzwischen schon 54, was man kaum glauben mag, weil sie viel jünger wirkt.

    Ich habe sie Ende des letzten Jahres im Weihnachtskonzert aus Wien ("Christmas in Vienna") nach langer Zeit wieder gesehen und fand da schon, dass man Frau Petibon inzwischen anmerkt, dass sie etwas in die Jahre kommt. Sie hat da keine gute Figur gemacht, weder stimmlich noch in der Performance. Mich hat das etwas wehmütig gemacht, weil ich aus älteren Aufnahmen weiß, wie beeindruckend sie mal sein konnte.

    Was habt ihr denn dann stattdessen gemacht?

    Bei dem Trio von Madeleine Dring haben wir es nach zwei Proben geschafft den ersten Satz einigermaßen fehlerfrei durchzuspielen. Beim Gassenhauer Trio war die Pianistin eine Wiedereinsteigerin und die Cellistin relativ unvorbereitet. Beim Vivaldi war der Flötist nicht fit.

    Das heißt, ihr habt durchaus intensiv an den Stücken gearbeitet, aber ihr wart erstmal damit beschäftigt, dass alle den Notentext sicher drauf haben und dass das Zusammenspiel klappt und seid deshalb kaum zu Interpretationsthemen gekommen? Dann hatte ich deinen Satz einfach falsch verstanden.

    Auf jeden Fall eine tolle Sache! So etwas ist immer sehr motivierend und ich vermisse es, nicht auch ab und zu Kammermusik spielen zu können.

    Verstehe ich und sehe ich im Prinzip genauso! Trotzdem: Eigentlich müsste Dir dann auch Beethoven unsympathisch sein.

    Nein, nein, da sehe ich schon noch einen Unterscheid! Beethoven war als Mensch sicherlich auch kein sympathischer Zeitgenosse, aber diese Stilisierung als Guru, als Welterklärer, als großer Heros der Nation, der ist nicht auf seinem Mist gewachsen, sondern ein Produkt der Jahrzehnte nach seinem Tod. Beethoven selbst war nach meinem Verständnis auf jeden Fall ein Künstler, dem es um weltanschauliche Aussagen ging, keine Frage, aber im Gegensatz zu den anderen drei genannten Komponisten ist er nicht mit Büchern und Vorlesungen auf Tournee gegangen, sondern mit Musikstücken.
    Dieses kunstreligiöse Ideal, die Bereitschaft, den Künstler als Propheten zu sehen, entwickelte sich zu seiner Zeit ja gerade erst. Darauf konnte die Beethoven-Rezeption aufbauen, aber nicht Beethoven selbst. Der war damit beschäftigt, künstlerische, innermusikalische Ausdrucksformen zu finden für seinen Kommentar zur Welt.

    Da muss ich dann halt ein wenig abstrahieren und vorher sowie hinterher entscheiden, ob es sich lohnt oder gelohnt hat und inwiefern.

    Genau so sehe ich das auch. Ich höre ja auch (inzwischen) mit großer Begeisterung Wagners Opern. Ich kann seine Weltanschauung und vor allem den Wagner-Kult mit seiner ganzen Kunst-Religion als historisches Phänomen einordnen und davon abgesehen in den Opern das finden, was mich persönlich mit meinen Gedanken und Gefühlen anspricht. Bei Stockhausen oder Lachenmann kann ich das ehrlich gesagt nicht in dem Maße, weil erstens die historische Distanz noch nicht so groß ist wie zur Wagner-Religion und weil ich zweitens in ihren Werken mich mit meinen eigenen Gedanken und Gefühlen viel weniger wiederfinde als in denen Wagners, die mir auch ein ästhetisches Vergnügen bereiten.

    Verstehe ich und sehe ich im Prinzip genauso! Trotzdem: Eigentlich müsste Dir dann auch Beethoven unsympathisch sein.

    Nein, nein, da sehe ich schon noch einen Unterscheid! Beethoven war als Mensch sicherlich auch kein sympathischer Zeitgenosse, aber diese Stilisierung als Guru, als Welterklärer, als großer Heros der Nation, der ist nicht auf seinem Mist gewachsen, sondern ein Produkt der Jahrzehnte nach seinem Tod. Beethoven selbst war nach meinem Verständnis auf jeden Fall ein Künstler, dem es um weltanschauliche Aussagen ging, keine Frage, aber im Gegensatz zu den anderen drei genannten Komponisten ist er nicht mit Büchern und Vorlesungen auf Tournee gegangen, sondern mit Musikstücken.
    Dieses kunstreligiöse Ideal, die Bereitschaft, den Künstler als Propheten zu sehen, entwickelte sich zu seiner Zeit ja gerade erst. Darauf konnte die Beethoven-Rezeption aufbauen, aber nicht Beethoven selbst. Der war damit beschäftigt, künstlerische, innermusikalische Ausdrucksformen zu finden für seinen Kommentar zur Welt.

    Da muss ich dann halt ein wenig abstrahieren und vorher sowie hinterher entscheiden, ob es sich lohnt oder gelohnt hat und inwiefern.

    Genau so sehe ich das auch. Ich höre ja auch (inzwischen) mit großer Begeisterung Wagners Opern. Ich kann seine Weltanschauung und vor allem den Wagner-Kult mit seiner ganzen Kunst-Religion als historisches Phänomen einordnen und davon abgesehen in den Opern das finden, was mich persönlich mit meinen Gedanken und Gefühlen anspricht. Bei Stockhausen oder Lachenmann kann ich das ehrlich gesagt nicht in dem Maße, weil erstens die historische Distanz noch nicht so groß ist wie zur Wagner-Religion und weil ich zweitens in ihren Werken mich mit meinen eigenen Gedanken und Gefühlen viel weniger wiederfinde als in denen Wagners, die mir auch ein ästhetisches Vergnügen bereiten.

    Was Cherubino schreibt, kann ich mir schon lebhaft vorstellen. Nachlesen will ich eigentlich nicht - aus Zeitgründen vor allem, denn es gibt mit Sicherheit viel ... und viel, viel bessere Literatur, die ich aus nämlichen Gründe genauso wenig verarbeiten kann. Was ich von Lachenmann kenne, nehme ich schlicht als offenes Hörangebot. Es muss nicht immer meiner privaten Ästhetik entsprechen - was es auch keinesfalls immer tut - aber es interessiert mich. Zumindest einmal im Leben, und manches davon eben nicht nur einmal.

    Auch Stockhausen interessiert mich. Seine esoterischen Wahnvorstellungen ideologischen Eskapaden machen ihn mir nicht sympathischer - das ist schon richtig. Doch wenn ich hier mal einen frechen Vergleich ziehen darf: Ist es sympathisch, wenn ein Komponist dem Geiger, der immerhin seine Musik zur Aufführung bringt, bedeutet, dass ihn sein elendes Instrument nicht kümmere?

    Von Wagner - Richard ist schon gemeint? - ganz zu schweigen - das ist wieder eine völlig andere Baustelle.

    Grins1:)

    Wolfgang

    Egal ob Wagner, Stockhausen oder Lachenmann, mir sind Komponisten, die sich selbst zu einer Art Guru stilisieren, einfach unsympathisch.

    Was Cherubino schreibt, kann ich mir schon lebhaft vorstellen. Nachlesen will ich eigentlich nicht - aus Zeitgründen vor allem, denn es gibt mit Sicherheit viel ... und viel, viel bessere Literatur, die ich aus nämlichen Gründe genauso wenig verarbeiten kann. Was ich von Lachenmann kenne, nehme ich schlicht als offenes Hörangebot. Es muss nicht immer meiner privaten Ästhetik entsprechen - was es auch keinesfalls immer tut - aber es interessiert mich. Zumindest einmal im Leben, und manches davon eben nicht nur einmal.

    Auch Stockhausen interessiert mich. Seine esoterischen Wahnvorstellungen ideologischen Eskapaden machen ihn mir nicht sympathischer - das ist schon richtig. Doch wenn ich hier mal einen frechen Vergleich ziehen darf: Ist es sympathisch, wenn ein Komponist dem Geiger, der immerhin seine Musik zur Aufführung bringt, bedeutet, dass ihn sein elendes Instrument nicht kümmere?

    Von Wagner - Richard ist schon gemeint? - ganz zu schweigen - das ist wieder eine völlig andere Baustelle.

    Grins1:)

    Wolfgang

    Egal ob Wagner, Stockhausen oder Lachenmann, mir sind Komponisten, die sich selbst zu einer Art Guru stilisieren, einfach unsympathisch.

    Vermutlich harte Sache das! ;):) Schönen Dank an Gurnemanz!

    Von Lachenmann kenne ich mittlerweile - auch mit Hilfe Gurnemanzens - ein knappes Dutzend Musik der harten Art und auch noch ein paar Nummern in seiner eher etwas ironischen Altmeister-Manier, dies dank einer einzelnen CD.

    :cincinbier: Wolfgang

    Klänge "der harten Art" ist vermutlich alles, was Lachenmann je geschrieben hat. Und ihn verbindet mit Stockhausen, über den wir hier vor zwei Wochen so intensiv diskutiert haben, dass man einen ganzen Wust an Texten, Selbstaussagen, esoterischen Phantastereien und krudem selbstreferentiellem Überbau wegräumen muss, wenn man sich ihm nähern will. Ich selbst habe das nie versucht, aber von den Neue-Musik-Spezis in meinem Umfeld höre ich sehr unterschiedliche Meinungen darüber, ob das, was dann noch übrigbleibt, die Mühe lohnt. Ich glaube, Lachenmann hätte sich einen Gefallen getan, wenn er sich öfter an den eigenen Satz gehalten hätte, den Gurnemanz von ihm in seiner Signatur zitiert. ;)