Beiträge von Cherubino

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    Das ist eine tolle und spannende Neuigkeit! Klaus Mäkelä gehört zu den Dirigenten, die mich in der letzten Zeit am tiefsten beeindruckt haben (ich habe ihn ja auch beim Dririgenten-Ranking letztes Jahr schon genannt): Sehr jung, sehr charismatisch, zugewandt, jemand, der Leute motivieren und begeistern kann, das beste aus einem Orchester herausholen, dabei mit einer großen Ernsthaftigkeit und sehr genauen Vorstellung von den Stücken, die er dirigiert und ihrer emotionalen Kraft. Ich habe das Gefühl, da ist jemand, der musikalisch wirklich etwas zu sagen hat.


    Aufnahmen von ihm gibt es bisher tatsächlich offenbar noch nicht, ich habe ihn zuerst durch YouTube kennen gelernt, dann auch in Radioübertragungen gehört. Auf dem YouTube-Kanal der Osloer Philharmoniker kann man auch Sibelius´ erste Symphonie in der Besetzung der neuen Aufnahme hören und sehen:

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    Die Sibelius-Kenner und -liebhaber können dadurch vielleicht schon einen Eindruck gewinnen, was von dem neuen Zyklus zu erwarten ist.

    Nö. Eine ernsthafte Diskussion zu diesem Thema kann es nur geben, wenn es Diskussions-Teilnehmer gibt, die dies nicht offensichtlich finden. Die Feststellung, dass es die Diskussion gerade deswegen gibt, weil es jedem klar ist, unterstellt letztlich, dass eine Seite der Diskussion es nicht ernst meint, sondern die Diskussion nur um ihrer selbst willen führt.

    Richtig. Den Beleg dafür findet man allenthalben in diesem Thread.

    Ich war mir nicht sicher, drum frug ich.

    Du warst dir nicht sicher, ob ein Ort ein Ereignis ist? Aha.

    Ich denke, der Schauplatz einer Handlung, der Ort, an dem ein Ereignis stattfindet, hat natürlich oft einen Einfluss auf dieses Ereignis, er ist aber nicht dieses Ereignis, die Handlung selbst, sondern der Schauplatz. Die Sprache bietet uns die Möglichkeit, da zu differenzieren: Zwischen der Handlung eines Stückes und seinem Schauplatz (der für die Handlung mehr oder weniger wichtig sein kann, ebenso für andere Elemente des Stückes), zwischen der Handlung und dem Wortlaut des Textes eines Stückes.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Duden-Redaktion das maßgebliche Gremium bei der Frage ist, worum es in Opern geht.

    Ich bin mir sicher, dass der Duden ein maßgebliches Nachschlagewerk bei der Frage ist, was ein Wort in der deutschen Sprache bedeutet und wie man es verwendet. Deshalb ist es ja so gut, dass es an dieser Stelle darum ging und nicht darum, "worum es in Opern geht". Wer wäre für diese Frage maßgeblich? Opernführer?

    Das zentrale Forschungsinstitut für Musiktheater in Bayreuth als Duden-Redaktion der Oper? Nur der Blick in den Stücktext?

    Das heißt, die Verlegung des "Maskenballs" nach Boston ist eine Veränderung der Handlung?

    Handelt es sich beim Schauplatz der Handlung um Ereignisse oder Vorgänge(, die das dramatische Gerüst bilden)?

    Na ja, Argumente wie "Vernunft" oder "jedem ist sowieso klar, dass ..." sind in solchen polarisierten Diskussionen oft wenig hilfreich. Wäre jedem alles klar, gäbe es die Diskussion ja nicht, oder?

    Doch, gerade dann gibt es diese Diskussion, oder?

    Das wäre so ziemlich genau meine Frage.

    Das habe ich mir gedacht. Um zu wissen, was ein Wort bedeutet, bietet sich ja ein Blick ins Wörterbuch an. Der Duden weiß:

    "Handlung: Abfolge von zusammenhängenden, miteinander verketteten Ereignissen, Vorgängen, die das dramatische Gerüst einer Dichtung, eines Films oder dergleichen bildet; Fabel, Plot"

    Handlung
    Definition, Rechtschreibung, Synonyme und Grammatik von 'Handlung' auf Duden online nachschlagen. Wörterbuch der deutschen Sprache.
    www.duden.de


    EDIT: Weil das in den letzten Jahren in diesem Thread so oft schon Thema war, musste ich doch erstmal nachgucken - und siehe da: Auch das "Regietheater" hat es samt Definition inzwischen in den Duden geschafft: https://www.duden.de/rechtschreibung/Regietheater

    Wenn Du anführst, dass "Veränderungen der Handlung" für das Wiener Publikum eine "rote Linie" seien, dann setzt das voraus, dass das Publikum sich irgendwie einig ist, was denn die "Handlung" des Stücks ist.

    Da musst du mich verwechseln. Ich bin in meinem Leben zwei Mal in Wien gewesen, als Tourist und nie in der Oper, für Aussagen über "das Wiener Publikum" bin ich der Falsche. ^^

    Da dies aber Elemente der Interpretation beinhaltet, frage ich mich, durch welches massenspychologische Phänomen das Wiener Publikum in der Lage ist, sich auf diese interpretatorische Frage einigen zu können, um anschließend eventuelle Abweichungen von der Handlung feststellen und mit Missfallen kommentieren zu können.

    Man kann das Argument auch heraumdrehen: Wenn alle in der Lage sind, sich darauf einigen zu können, was die Handlung eines bestimmten Stückes ist, dann kann die interpretatorische Frage so groß und so offen nicht sein.

    Ist eine Abweichung vom Libretto auch automatisch eine Abweichung von der Handlung?

    Nein, natürlich nicht: Eine Abweichung vom Libretto ist eine Abweichung vom Libretto und eine Abweichung von der Handlung ist eine Abweichung von der Handlung. Würde man das eine meinen, würde man ja nicht das andere sagen. Also kann einer von uns den anderen als nächstes jetzt fragen: "Was ist denn die Handlung?" ^^

    Du hast 63 Beiträge, das ist weit, weit oberhalb jeder Begrenzung dafür. Und wenn ich links auf deinen Namen gehe, so wie von Allegro beschrieben, bekomme ich auch das kleine weiße Symbol angezeigt, um dir eine Nachricht zu schreiben.

    Ich hab gerade mal den Anfang gehört, die ersten Minuten... das klingt wie ein völlig anderes/neues Stück. Aber nicht unbedingt wie ein schöneres.


    EDIT: ...obwohl die drei sehr schön und gut spielen!

    Das ist wirklich seltsam. Als ich Bernd Anfang Januar geschrieben habe, hatte ich auch Sorge, dass die PN nicht funktionieren könnte, weil er sein Profil ziemlich restriktiv eingestellt hat. Offenbar hat aber ja alles gut geklappt. Ich kann mich allerdings ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, wie ich das gemacht habe. ape01

    Bei Allegro sehe ich auf genau die Art und Weise, die sie beschrieben hat, die drei weißen Symbole, die sie beschrieben hat und von denen ich bis gerade eben noch nichts wusste. Ich könnte ihr also auf diesem Wege offenbar problemlos schreiben.

    Deshalb wird sie aus diesen Verträgen sicher auch nicht einfach wegen "keine Lust" oder "den Spaß am Musikmachen verloren" rauskommen...

    "Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie habe sie den Spaß am Musikmachen verloren, schrieb sie. Stattdessen wolle sie sich um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden kümmern, auch eine Reise kündigte sie an". Glücklich, wer diese Freiheit hat!



    PS:

    Eine bittere Ironie findet sich, wenn man auf der verlinkten Seite nach unten scrollt, zu "weitere aktuelle Nachrichten":


    Sachsen: Kultureinrichtungen dürfen wieder öffnen

    Kritik an Auflagen (13.01.2022)


    Mecklenburg-Vorpommern: Kultureinrichtungen wieder geschlossen

    Staatstheater Schwerin schließt bis Ende Februar (12.01.2022)

    Ich weiß absolut nicht, was ich von diesen irgendwie ganz unbarocken, traumverlorenen Goldberg-Variationen halten soll... aber nachdem ich sie einmal probiert habe, komme ich in den letzten Tagen doch immer wieder dazu zurück (allerdings nie komplett, nur in Häppchen). Weil Fray wirklich etwas erfrischend anderes zu sagen hat, oder weil seine Version des Stückes einfach nur besonders leicht nebenbei zu konsumieren ist? Ich weiß es nicht...

    Am Sonntag habe ich die Bach-Kantate zum ersten Sonntag nach Epiphanias in einer ziemlich angejahrten Aufnahme gehört: Hermann Scherchen als Dirigent, Wien 1951, als Basssolist Alfred Poell, um den es hier vor vielen Jahren ging. Und weil gerade Poell mich in dieser Aufnahme sehr beeindruckt hat, sei der Kommentar aus dem "Eben gehört"-Sumpf noch einmal hier eingefügt: "diese kernige, markante, dunkle Stimme von Alfred Poell als vox Christi ist schon ein kleines Erlebnis."

    Ja, den höre ich auch seit langem sehr gerne! Die beiden machen das echt toll und sehr informativ!

    Ergänzend kann ich noch diese Podcast-Folge mit Michael Maul empfehlen, die ich heute Nachmittag zufällig gehört habe: https://www.classicalcontempor…auf-bach-mit-michael-maul

    Was ich die ganze Zeit schon fragen wollte: Liebes Mauerblümchen, wie hat dir diese Aufnahme gefallen, auch im Vergleich zu Harnoncourts älterer Aufnahme aus den 1970ern, die du in der Weihnachtszeit ebenfalls gehört hast?

    Der Hintergrund der Frage ist folgender: Ich bin im Frühjahr zum Angebots-Opfer geworden und habe die dicke Harnoncourt-Box von Sony erstanden mit seinen Aufnahmen, die er vor allem zu Beginn dieses Jahrhunderts für dieses Label gemacht hat. In dieser Box ist auch dieses Weihnachtsoratorium von 2006, so dass naheliegenderweise dieses Jahr dieses Weihnachtsoratorium bei mir in den CD-Spieler kam. Ich tue mich etwas schwer mit einer Meinung zu der Aufnahme. Ich fand sie durchaus gut, das ist lebendig gespielt, da geht nichts schief, die Sängerinnen und Sänger, die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten machen durch die Bank ihre Sache tadellos - aber ich könnte nicht sagen, was das Besondere nun gerade dieser Aufnahme des Weihnachtsoratoriums ist, was das ist, was mir von ihr in Erinnerung bliebe. Kannst du das für dich sagen?

    Ein glücklicher Kauf, ein wunderbares Klavieralbum:

    Marc-André Hamelin spielt das "Hexaméron", eine von Liszt für ein Wohltätigkeitsevent der Fürstin Trivulzio Belgiojoso zusammengestellte Variationenfolge über ein Thema von Bellini, außerdem vier Opernfantasien, je zwei von Liszt und zwei von Thalberg.

    Kulturgeschichtlich interessant, musikalisch genussvoll, pianistisch überwältigend - ich mag´s.

    Heute Mittag bei mir die Bach-Kantate zum Tage: 1. Sonntag nach Epiphanias, die gläubige Seele sucht ihren Heiland


    Johann Sebastian Bach

    Liebster Jesu, mein Verlangen BWV 32


    Magda Lászlò, Alfred Poell

    Wilhelm Hübner (Solo-Violine), Hans Kamesch (Oboe)

    Wiener Akademie-Kammerchor / Orchester der Wiener Staatsoper

    Hermann Scherchen


    Ich möchte mir die Kantate bei Gelegenheit noch einmal in einer modernen Aufnahme anhören, um zu erkennen, wie man diese Musik auch "machen" kann, dieser Ansatz hier ist nicht so fremd, wie man vielleicht denken könnte, aber teilweise selbstverständlich weit weg von unseren aktuellen Hörgewohnheiten. Wie auch immer, diese kernige, markante, dunkle Stimme von Alfred Poell als vox Christi ist schon ein kleines Erlebnis.

    Das trifft alles auch mehr oder weniger auf Wagner zu, der bekanntlich Musik für Unmusikalische geschrieben hat, nicht wahr?

    Absolut, gerade auch die Nähe zur Filmmusik. John Williams hat sich in seiner Arbeit für die Star-Wars-Reihe ja explizit auf Wagner bezogen. Aber bei Wagner wird gesungen - und das macht ihn für ungeübtere Klassik-Hörer schon wieder schwerer verdaulich. Außerdem erzählt Wagner Geschichten; zu einem Adagio von Mahler kann man sich seine eigene Geschichte erträumen. Aber der "Walkürenritt" ist natürlich Kult! ;)

    Neben Mahler und Wagner gilt vieles davon (Gewaltigkeit, Drama, Nähe zur Filmmusik) auch für Bruckner und tatsächlich können glaube ich die meisten, die von Hans Zimmer zu Gustav Mahler kommen auch gut mit Anton Bruckner weiter machen. Warum ich persönlich mit Mahlers Symphonien viel, mit Bruckners wenig anfangen kann, kann ich dann allerdings auch nicht erklären... :versteck1: