Beiträge von Melzer

    Gut, dann wolltest Du also sagen, dass die "Prügelfuge" keine Fuge ist, und Du hast Argonaut nur zur Untermauerung und als Autorität in Sachen Meistersinger zitiert. Schön, dass Du das anerkennst.

    Es gab eine lange Diskussion mit Luxorioes, ich glaube, so hieß er damals und er hat wirklich Überzeugungsarbeit geleistet. Mit diversen Begründungen, Hinweisen und Noten-Beispielen. Ich habe mich damals sehr mit dem Thema beschäftigt, auch den Klavierauszug (Partitur habe ich nicht) genauestens studiert und bin schließlich zu dem Schluß gekommen, daß er recht hat.

    Danke, lieber Wolfram, da kann ich Dir zustimmen.

    Stolzing als der Vertreter einer veralteten Gesellschaftsschicht ist nun gerade derjenige, der das aufstrebende Bürgertum, offensichtlich längst wieder mit seinen Kunsterneuerungen erstarrt, überholt und das Neue präsentiert.

    Richtig. Und Wagner sah sich ja sowohl als Stolzing als auch als Sachs, so wird es zumindest kolportiert.

    Dann sind wieder andere Gruppen aufgefordert, 'Kinder, schafft Neues' zu verwirklichen.

    Mit diesem Satz hat Wagner allerdings keine modernen Inszenierungen gemeint, sondern neue Werke.


    Und selbst Maximilian I. als der letzte Ritter bevorzugte ja eigentlich nur folkloristische Merkmale dieser Epoche, nämlich die Turniere.

    Da gibt es den schönen Satz: "Er war ein großer Kaiser. Mit einem Fuß stand er noch im Mittelalter, mit dem anderen winkte er einer neuen Zeit entgegen." ^^


    LG!

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber schau Dir die letzten 35 Min. auch noch an, vielleicht findest Du dann die Antwort auf Deine Frage. Jedenfalls lohnt es sich, den GANZEN Film anzuschauen.

    Interessanterweise, ohne jetzt zu bewerten, wie mir die Stimme selber gefällt, fand ich nun Jaho generell viel überzeugender in ihrem Vortrag als Hannigans. Hannigans kam mir nicht annähernd so authentisch in ihrem Ausdruck vor.

    Ermonela Jaho hat es natürlich auch leichter. Bei Puccini oder auch Verdi kann sie natürlich viel mehr Ausdruck in ihre Stimme legen, als Barbara Hannigan mit ihrem modernen Programm. Ein Ligeti oder auch ein Satie spricht die Emotionen sicherlich nicht in gleichem Maße an wie beispielsweise Suor Angelica von Puccini.

    Es geht darum, dass mit dem Aufkommen der pulvergetriebenen Schusswaffen die Bedeutung der Ritter in den Schlachten abnahm.

    Lieber Wolfram, das wollte ich gestern noch anfügen, es ging dann aber irgendwie unter.

    Florian Geyer und Götz von Berlichingen, die Anführer der Bauernkriege, waren Reichsritter.

    "Umbrüche von Althergebrachtem" sind schleichende Prozesse und passieren niemals über Nacht (so viel an die Adresse von ChKöhn). Im Falle der Züchtigungen von Schutzbefohlenen dauerte es sogar Jahrhunderte.

    Auch brauchte es natürlich eine Weile, bis die Renaissance, die in Italien entstand, sich in Deutschland etablierte.

    Danke Cherubino, Du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht.

    Es hat manchmal förmlich weh getan, dabei zuzusehen, wie sich diese drei Damen verausgaben. Das ist weit weg von einem normalen Leben.

    Und genau, es hat nichts mit den normalen Interviews und Sängerportraits zu tun, wie ich auch schon sagte.

    Ich kenne diesen Satz auch "Das Publikum muß weinen, nicht Du" (kann es sein, daß er ursprünglich von Julia Varady stammt?), bei Ermonela Jaho kann man zusehen, wie sie sich förmlich quält, um ihren eigenen Emotionen gerecht zu werden. "Eine gequälte Seele hilft in der Kunst", sagt sie. Sie sagt es vorsichtig, fast entschuldigend." (Tagesspiegel)

    extrem berührend, aber auch irritierend bei Barbara Hannigans Klavierbegleiter, dem wir im Film dabei zusehen, wie er auf die Knochen abgemagert, kaum noch in der Lage zu stehen bis zum Tod Satie aus sich herausquält.

    Ja, das war richtig schlimm. Und extrem rührend, wie Barbara Hannigan ihn lange in den Arm nimmt.


    Zitat Tagesspiegel:

    "Aber der Film nähert sich dem Feuer an (und verbrennt sich mitunter daran), mit dem freien, wilden Assoziieren via Kopfhörer, mit intimen Nahaufnahmen während der Proben und Aufführungen, und mit Gesprächen."


    Der Film geht richtig unter die Haut, man wird ganz still. Und ich kann ihn nur jedem empfehlen, er ist wirklich etwas ganz Besonderes.

    Wie fandest du selbst den Film?

    Inzwischen habe ich ihn gesehen, ich fand ihn großartig, sehr beeindruckend. Das waren nicht die Sängerporträts, wie sie allgemein üblich sind, sondern etwas ganz Besonderes. Man kommt den drei Sängerinnen durch den Film sehr nahe, und das ist zutiefst berührend.

    Ja, stimmt, wie sie mit den Herausforderungen ihrer Kunst umgehen, ist manchmal tatsächlich ein wenig irritierend.

    Man erfährt, wie sie das Publikum emotional erreichen wollen. Ermonela Jaho geht ganz auf in ihrer Rolle, sie verschmilzt förmlich mit ihr, und kann sich auch vor dem Bühnenvorhang - wie im Beispiel der Violetta - noch nicht von der Rolle lösen. Während Barbara Hannigan eher auf etwas Distanz setzt, um das Publikum emotional aus der Reserve zu locken.

    Auch was man über bestimmte Techniken lernt, ist sehr interessant. Ich finde auch, die Kritik im "Tagesspiegel" beschreibt das alles sehr gut und treffend.

    Barbara Hannigan und Asmik Gregorian kenne ich nur von Übertragungen, aber Ermonela Jaho habe ich einige Male live erlebt. Als Suor Angelica, Violetta und Butterfly. Und das war jedesmal ein Ereignis.

    Aus ihrer Sicht vielleicht, die war aber nicht mehr maßgebend. Sie spielten als Ritter keine Rolle mehr, auch aus militärischen Gründen

    Wie bitte? Du meinst es gab keine Kriege mehr? Bauernkriege? Waren das keine Kriege?

    Dass Regeln und ein Regelwerk veraltet, dass immer etwas Neues geschaffen werden muss, ist doch gerade ein Thema in den 'Meistersingern'.

    Eben, und das zeigt doch, daß gerade ein Umbruch weg von Althergebrachtem im Gange war.


    Aber ich geb's jetzt auf. Ich bin es wirklich leid. Ich habe keine Lust mehr, gegen Beton anzurennen.

    Und wie man aus dem 'Don Quichote' ja weiß

    Der "Don Quichote" ist entscheidende Jahrzehnte später angesiedelt. Ich habe dieses Mammutwerk gelesen.

    Natürlich darf Sachs dem Stolzing eine runterhauen, aus der damaligen Zeit heraus, wie auch von einer möglichen Anlage der Figur auf der Bühne her.

    Aus der damaligen Zeit heraus absolut nicht (ich habe das mehrmals ausgeführt), da die Inszenierung aber in die Jetztzeit versetzt ist, kann man natürlich alles machen. Ob es Sinn macht oder nicht.

    Gut, noch einmal. So ein Blödsinn kann nicht unwidersprochen bleiben.

    dass das Stück nicht, wie Du annimmst, im Mittelalter spielt

    Eben, es spielt in der Renaissance (durch die Brille Wagners betrachtet),

    Nein. Weder für Wagner, noch überhaupt.

    Das Stück spielt im ausgehenden Mittelalter (Reformationszeit!).

    Wenn man von dieser Zeit als von Renaissance spricht, betrifft das lediglich die Architektur, die Malerei und die bildende Kunst.

    Der angebliche Standesunterschied zwischen Handwerker und Ritter, den Du für so bedeutend hältst, ist also im Gegenteil aufgehoben.

    Was für ein Unsinn. Ein Ritter, der zum Ritter geschlagen wurde, bleibt ein Ritter. Egal, wo er lebt. Viele Ritter lebten in den Städten oder Dörfern, weil sie sich eine Burg gar nicht leisten konnten. Aber an ihrem Stand änderte das gar nichts.

    Vielleicht tut sich Melzer auch einfach schwer, die eigenen Gedanken mit der für eine schriftliche Auseinandersetzung notwendigen Präzision zu formulieren, so dass eine permanente Divergenz von Gemeintem und Geschriebenem besteht, und wundert sich dann, wenn die "Gegner" das Gelesene wörtlich nehmen, als ob es präzise formuliert wäre ...

    Entschuldigung: gegenüber dem langatmigen Geschwurbel, das ich hier oft lese, bin ich glasklar. Daß ich nicht präzise sei, wurde mir noch nie attestiert.

    Nein, das ist mir nicht entgangen. Nur ist Dir die Bedeutung entgangen. Von mir aus "darf" jeder Regisseur machen, was er will, so lange ich mir den Schrott nicht ansehen muß. Und ich habe auch nirgendwo geschrieben, daß das "ein Vergehen" ist.

    Das Einzige, was Du hier fertig bringst, sind Verdrehungen, Falschaussagen und

    Unterstellungen mir gegenüber. Chapeau, das ist mal eine Leistung.

    Ich schlage vor, dass Du jetzt wieder mit ein paar Schimpfworten reagierst, deren Sinn ist wenigstens allgemeinverständlich.

    Ich kann nichts dafür, wenn Du so schnell überfordert bist.

    Und ab sofort reagiere ich überhaupt nicht mehr

    Was ein Anführungszeichen bedeutet, weißt Du also auch nicht??

    Wie wäre es mit einem Volkshochschulkurs in Deutsch?

    Dahinter hatte ich übrigens noch das hier gesetzt: 8o Was Du tunlichst weggelassen hast. Das ist eine fiese Tour.


    Anführungszeichen können außerdem verwendet werden, um Wörter, Wortgruppen oder Teile eines Textes oder Wortes hervorzuheben, zu denen man Stellung nehmen, über die man eine Aussage machen oder von deren Verwendung man sich – etwa ironisch oder durch die Unterlegung eines anderen Sinns – distanzieren möchte. Diese Verwendungsarten werden unter dem Sammelbegriff modalisierende Funktion zusammengefasst (von modal ‚die Art und Weise bezeichnend‘).


    Anführungszeichen – Wikipedia

    München

    Die Teufel von Loudun" in München. Exorzismus auf der Bühne

    Im Fokus der Oper "Die Teufel von Loudun" stehen erotische Fantasien einer Nonne und Ausschweifungen eines Priesters. Daraus entsteht eine Gemengelage, die sogar einen Exorzismus nach sich zieht – Teufelsaustreibung. Unter Folter bereut der Pfarrer seinen Lebenswandel, legt aber kein Geständnis im Sinne der Anklage ab und stirbt schließlich auf dem Scheiterhaufen – als Opfer einer politischen Intrige. Im Rahmen der Münchner Opernfestspiele kommt das Pendereckis radikales Werk nun auf die Bühne der Bayerischen Staatsoper. Premiere ist am 27. Juni. BR-KLASSIK überträgt live.


    "Die Teufel von Loudun" in München: Exorzismus auf der Bühne | BR-Klassik
    Exorzismus, sexuelle Hysterie, Blutrausch, religiöser Wahn: "Die Teufel von Loudun" von Krzystof Penderecki ist radikales, zukunftsweisendes Musiktheater. Zum…
    www.br-klassik.de