Beiträge von Toni Bernet

    Mein Tipp für heute:

    Camille Saint-Saëns (1835-1921): Violinkonzert Nr. 2 in C-Dur, op. 58 (1858 / 1880)

    Saint-Saëns meinte einmal: «Das Solo eines Konzerts muss wie eine dramatische Rolle angelegt und behandelt werden». In diesem C-Dur-Violinkonzert – so könnte man sagen - übernimmt der junge Saint-Saëns musikalisch die Rolle eines jungen und freien romantischen Künstlers des 19. Jahrhunderts.

    Mehr zu diesem Konzert von Saint-Saëns vgl.

    Camille Saint-Saëns: Violinkonzert Nr. 2 in C-Dur, op. 58 (1858 / 1880)
    Camille Saint-Saëns geboren 9. Okt. 1835 in Paris gestorben 16. Dez. 1921 in Algir Entstehung: 1858 in Paris 1879 herausgegeben bei Durand & Fils, Paris…
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    Ob es noch andere Capriccio-Musikfreunde gibt, die an den Violinkonzerten von Andreas Romberg (1767-1821) ihre Freude haben? Vor allem die Aufnahme mit der sensationell spannenden Geigerin Chouchane Siranossian könnte noch so manchen Freund klassischer Musik für diesen vergessenen Komponisten der norddeutschen Klassik begeistern.

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    Mehr zum Violinkonzert Nr 12 g-moll von Andreas Romberg vg. auch:

    Andreas Romberg: Violinkonzert Nr. 12 g-moll (1800)
    Andreas Romberg geboren 27. April 1767 in Vechta, Deutschland gestorben 10. November 1821 in Gotha, Deutschland Entstanden: 1800 CD-Aufnahme: Chouchane…
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    Mit einem typischen Sturm-und-Drang-Orchestergestus, wohl beeinflusst von Sinfonien der Wiener Klassik, beginnt dieses Konzert fulminant und stürmt selbstbewusst und wuchtig aufs Publikum los. Ein g-es-b-Motiv antwortet sanft und fast zögernd, zuerst in den Streichern, dann in den Holzbläsern. Erst mit der Zeit nimmt das Orchestervorspiel vermehrt auch melodiösen Schwung mit auf und verwandelt sich in eine mehrmals wiederholte Moll-Melodie.

    So beginnt Andreas Rombergs Violinkonzert Nr. 12 in g-moll. Wer diese Konzerte heute hört, merkt sofort die Nähe zum Stil der Wiener Klassik, man spricht denn auch bei den Rombergs von der Nord-Deutschen Klassik. Es war nicht direkte Beeinflussung aus Wien, es war die zeitgemässe Art zu komponieren. Doch im Unterschied vieler Musiker der Zeit stachen Andreas Rombergs Kompositionen wegen ihrer Originalität, ihrem Witz und ihrer Überraschungseffekte hervor. Er komponierte Opern, Symphonien, Kammermusik und viel geistliche Musik.

    Die Violinkonzerte verschwanden leider bald aus dem Konzertleben, nicht zuletzt deshalb, weil sie wohl nur für die persönlichen Auftritte komponiert wurden. Andere Geiger wie Spohr in Deutschland, Kreutzer und Rode in Frankreich waren Konkurrenten. Noch heute liegen Rombergs Violinkonzerte-Manuskripte fast versteckt in den Archiven der Stadt- und Universitätsbibliothek Hamburg.

    Ob es noch andere Capriccio-Musikfreunde gibt, die an den Violinkonzerten von Andreas Romberg ihre Freude haben? Vor allem die Aufnahme mit der sensationell spannenden Geigerin Chouchane Siranossian könnte noch so manchen Freund klassischer Musik für diesen vergessenen Komponisten der norddeutschen Klassik begeistern.

    Mehr zum Violinkonzert g-moll von Andreas Romberg vgl. auch:

    Andreas Romberg: Violinkonzert Nr. 12 g-moll (1800)
    Andreas Romberg geboren 27. April 1767 in Vechta, Deutschland gestorben 10. November 1821 in Gotha, Deutschland Entstanden: 1800 CD-Aufnahme: Chouchane…
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    Die Wiederentdeckung des Violinkonzertes von Julia Perry

    Julia Perry wies nach einer guten Ausbildung als Musikerin in den 50er und 60er Jahren sowohl in den USA wie auch in Europa erstaunliche Erfolge auf. Sie dirigierte ihre Werke mit den Wiener Philharmonikern und dem BBC Orchestra. Sie wurde eine der ersten afroamerikanischen Komponistinnen, deren Orchesterwerke von den New Yorker Philharmonikern und anderen großen amerikanischen Orchestern aufgeführt wurden. Obwohl sie in ihrem frühen Leben eine vielversprechende Karriere aufwies, wurde diese durch eine Reihe von Schlaganfällen, die zu einer teilweisen Lähmung und schließlich zu ihrem Tod im Alter von 55 Jahren im Jahr 1979 führten, tragisch beendet. Ihre Werke verschwanden aus der Öffentlichkeit. So gehört Juli Perry zu den ungewohnt schnell vergessenen Komponistinnen, weil sie nicht nur Frau und erkrankt, sondern zusätzlich zur benachteiligten farbigen US-Bevölkerung des 20. Jahrhunderts gehörte.

    Julia Perry war Geigerin, Dirigentin und Komponistin, studierte erstmals 1951 bei Luigi Dallapiccola in Tanglewood, wo sie ihr Stabat Mater für Sopran und Streichorchester fertigstellte und mit großem Erfolg aufführte. Dallapiccola förderte sie, sie kam nach Europa und studierte später auch bei Nadia Boulanger. Vor allem das ihrer Mutter gewidmete Stabat mater begründete Perrys Karriere und wurde zum meistaufgeführten Werk ihres Lebens.

    Das zwischen 1963-68 entstandene Violinkonzert, das wegen ihrer Krankheit zu ihrer Lebzeiten nie aufgeführt wurde, stellte einen kompositionsmässig eigenständigen Beitrag zur seriellen wie auch atonalen Musik ihrer Zeit dar. Schon der formale Aufbau des Konzerts entzieht sich der Tradition der Dreisätzigkeit und gestaltet eine abwechslungsreiche Abfolge von wechselnden Tempo-, Motiv und Formabschnitten. Um sich in Perrys Tonsprache zu vertiefen, hilft es, sich den Zeit-Kontext sowohl politisch wie auch musikgeschichtlich zu vergegenwärtigen. Musikalische Vorbilder sind neben Dallapiccola Komponisten wie Schönberg, Bartok, Berg und andere, die in ihren Konzerten nach einer neuen Harmonik, Form und Inszenierung von Solo und Orchester suchten. Auch politisch prägen neue Aufbrüche das Zeitgeschehen in den USA: die Präsidentschaft John F. Kennedys, der Kampf um Aufhebung der Rassentrennung, Martin Luther King’s Bürgerrechtsbewegung, die Proteste gegen den Vietnam-Krieg, die Studentenbewegung an den Universitäten und das Aufkommen der feministischen Bewegung. Julia Perry lebte diese Epoche des Aufbruchs in den USA intensiv mit. Aufbrechen in neue musikalische und klangliche Dimensionen war denn auch Programm für das Komponieren ihres eigenen Violinkonzertes. Perry beendete ihr Violinkonzert 1968, aber es dauerte mehr als vier Jahrzehnte, bis der Komponist Roger Zahab die endgültige Partitur rekonstruierte. Uraufgeführt wurde das Werk erst 2022.

    Mehr zum Violinkonzert von Julia Perry siehe

    Julia Perry: Concerto for Violin and orchestra (1963 - 1968)
    Julia Perry geboren 25. März 1924 in Lexington, Kentucky, USA gestorben 24. April 1979 in Akron, Ohio, USA Entstehung und Uraufführung Komponiert zwischen 1963…
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    Die Wiederentdeckung des Violinkonzertes von Julia Perry

    Julia Perry wies nach einer guten Ausbildung als Musikerin in den 50er und 60er Jahren sowohl in den USA wie auch in Europa erstaunliche Erfolge auf. Sie dirigierte ihre Werke mit den Wiener Philharmonikern und dem BBC Orchestra. Sie wurde eine der ersten afroamerikanischen Komponistinnen, deren Orchesterwerke von den New Yorker Philharmonikern und anderen großen amerikanischen Orchestern aufgeführt wurden. Obwohl sie in ihrem frühen Leben eine vielversprechende Karriere aufwies, wurde diese durch eine Reihe von Schlaganfällen, die zu einer teilweisen Lähmung und schließlich zu ihrem Tod im Alter von 55 Jahren im Jahr 1979 führten, tragisch beendet. Ihre Werke verschwanden aus der Öffentlichkeit. So gehört Juli Perry zu den ungewohnt schnell vergessenen Komponistinnen, weil sie nicht nur Frau und erkrankt, sondern zusätzlich zur benachteiligten farbigen US-Bevölkerung des 20. Jahrhunderts gehörte.

    Julia Perry war Geigerin, Dirigentin und Komponistin, studierte erstmals 1951 bei Luigi Dallapiccola in Tanglewood, wo sie ihr Stabat Mater für Sopran und Streichorchester fertigstellte und mit großem Erfolg aufführte. Dallapiccola förderte sie, sie kam nach Europa und studierte später auch bei Nadia Boulanger. Vor allem das ihrer Mutter gewidmete Stabat mater begründete Perrys Karriere und wurde zum meistaufgeführten Werk ihres Lebens.

    Das zwischen 1963-68 entstandene Violinkonzert, das wegen ihrer Krankheit zu ihrer Lebzeiten nie aufgeführt wurde, stellte einen kompositionsmässig eigenständigen Beitrag zur seriellen wie auch atonalen Musik ihrer Zeit dar. Schon der formale Aufbau des Konzerts entzieht sich der Tradition der Dreisätzigkeit und gestaltet eine abwechslungsreiche Abfolge von wechselnden Tempo-, Motiv und Formabschnitten. Um sich in Perrys Tonsprache zu vertiefen, hilft es, sich den Zeit-Kontext sowohl politisch wie auch musikgeschichtlich zu vergegenwärtigen. Musikalische Vorbilder sind neben Dallapiccola Komponisten wie Schönberg, Bartok, Berg und andere, die in ihren Konzerten nach einer neuen Harmonik, Form und Inszenierung von Solo und Orchester suchten. Auch politisch prägen neue Aufbrüche das Zeitgeschehen in den USA: die Präsidentschaft John F. Kennedys, der Kampf um Aufhebung der Rassentrennung, Martin Luther King’s Bürgerrechtsbewegung, die Proteste gegen den Vietnam-Krieg, die Studentenbewegung an den Universitäten und das Aufkommen der feministischen Bewegung. Julia Perry lebte diese Epoche des Aufbruchs in den USA intensiv mit. Aufbrechen in neue musikalische und klangliche Dimensionen war denn auch Programm für das Komponieren ihres eigenen Violinkonzertes. Perry beendete ihr Violinkonzert 1968, aber es dauerte mehr als vier Jahrzehnte, bis der Komponist Roger Zahab die endgültige Partitur rekonstruierte. Uraufgeführt wurde das Werk erst 2022.

    Mehr zum Violinkonzert von Julia Perry siehe

    Julia Perry: Concerto for Violin and orchestra (1963 - 1968)
    Julia Perry geboren 25. März 1924 in Lexington, Kentucky, USA gestorben 24. April 1979 in Akron, Ohio, USA Entstehung und Uraufführung Komponiert zwischen 1963…
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    Hinweis:
    Dieser Beitrag wurde in den Bereich "Klassik - Komponisten und Werke von der Aufklärung bis in die Gegenwart / Orchestermusik" kopiert, siehe hier.
    Die Moderation

    Der belgische Geigenvirtuose Henri Vieuxtemps (1820 – 1881) komponierte sein 4. Violinkonzert 1850/51 und führte es in Paris mit grossem Erfolg und rauschendem Beifall erstmals auf. Als 30jähriger Geiger befand sich Vieuxtemps im besten Virtuosenalter, um für sich ein Konzert für die Geige zu schreiben, das heisst, die Geigenstimme für seine virtuosen Möglichkeiten voll anzureichern. Aber Vieuxtemps 4. Violinkonzert ist ambitionierter. Im Vergleich zu vielen anderen Virtuosenkonzerten der Zeit erweitert er den symphonischen Beitrag des Orchesters, und zwar noch vor den bekannteren Violinkonzerten von Schumann und Brahms. Ebenfalls neu ist es, formal vier Sätze zu komponieren, deshalb folgt das Konzert auch nicht der klassischen Dreisätzigkeit. Der 30jährige Vieuxtemps erweitert die dreiteilige klassische Konzertform mit einem Scherzo und beansprucht damit für ein Violinkonzert mehr Inhalt als nur virtuose Selbstdarstellung. Auch Brahms hatte ursprünglich die Absicht, seinem Violinkonzert ein Scherzo beizufügen, verwarf diese Idee dann wieder. Aber schon Vieuxtemps geht es um Tieferes, Lebensrelevantes, sozusagen um romantisch-religiösen Inhalt, wie das ja auch die Überschrift des besonderen zweiten Satzes zeigt: Adagio religioso. Doch ist Sehnsuchtsmusik nicht getrennt von der im Scherzo auftauchenden irdischen Lebensfreude im Scherzo, wenn es um die ganze Breite von Spiritualität geht. Man kann sich durch Hören auch zu solchen Gedanken anregen lassen.

    Mehr zu diesem Violinkonzert findet sich hier: https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/romantik/vieuxtemps/

    Ein Stück wirklich neue Musik!

    Martin Demmler über die sinnlich geprägte Musik von Beat Furrer: «Es sind hochfragile Tongebilde, angesiedelt zwischen Stille, Geräusch und Klang, die seine Werke inzwischen bestimmen. Furrers Markenzeichen ist ein physisch erlebbarer Klang bei gleichzeitig strengster Fokussierung auf ein klar umrissenes, reduziertes Ausgangsmaterial.»

    Das Konzert kann in drei Teilen beschrieben werden, drei Teile, die aber in grossem Bogen ineinander übergehen. Beat Furrer eröffnete selbst: »Die grundsätzliche Idee war, dem Geigenklang eine Resonanz zu geben – von den höchsten Lagen bis in die Tiefe. Durch langsame harmonische Verschiebungen werden stets unterschiedliche Beleuchtungen erzeugt.«

    Hier auf youtube zu hören:

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    Hörbegleiter: https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/21-jahrhundert/furrer/

    Ich bin auf weitere Kommentare gespannt!

    Neu entdeckt für mich:

    Eine Besonderheit fällt beim Hören gleich zu Beginn auf: Das normal dem vollen Orchester vorbehaltene Eingangs-Ritornello wird von der Sologeige sogleich mitgestaltet. In den Bässen setzt zweimal ein absteigendes Unisono-Thema mit rhythmisch markanter Entschiedenheit ein. Dem setzt die Sologeige sofort zweimal eine entschiedene Abwärtsfigur entgegen, bevor sie mit einer einfachen rhythmisierten Melodie in Doppelgriffen einen Abschluss des Ritornello vorschlägt. Doch die Bässe insistieren gegenüber dem vorzeitigen Geigensolo und spielen ihr rhythmisches Unisonothema nochmals. «Konzertierend», also spielend streitend, finden sie einen gemeinsamen Abschluss des Eröffnungs-Ritornellos.

    Erst jetzt sollte eigentlich das Konzertieren der Sologeige beginnen, was dann auch sofort geschieht. Dieser und die folgenden Soloabschnitte der Geige präsentieren ganz verschiedene Varianten von sich abwechselnden Solo-Figurationen, die sich mit dem als Ritornello immer wieder auftauchenden Unisonothema ablösen.

    Ob man als Hörhilfe in diese Partitur auch Bilder hineinprojizieren darf? Wenn es eine Hilfe zum Hören ist, warum nicht? Vivaldi liebte es, nicht nur in den Vier Jahreszeiten mit Klängen bildliche Assoziationen zu wecken. Hören Sie hier auch einen wilden Ritt, Jagdhörner oder gar Kanonensalven und Pferdegetrampel? Wie auch immer, in die Moderne übersetzt könnte man sagen: Es ist die Freude an Tempo, Mobilität und Freiheit, die uns entgegenklingt....

    Mehr zu den Violinkonzerten von Vivaldi:

    Antonio Vivaldi: Concerti RV 226; RV 243; RV 254; RV 278; RV 314A; RV 333
    Antonio Vivaldi geboren 4. März 1678 in Venedig gestorben 28. Juli 1741 in Wien Entstehung: Concerto D-Dur RV 226, nach 2020-24 Concerto d-moll RV 243 («senza…
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    Kennt jemand den polnischen Komponisten Jan Wincenty (auch Vincent geschrieben) Hawel. Zu welcher Stilrichtung gehört er? Sein Violinkonzert hat etwas Verwirrendes, atonales und Geordnetes lösen sich ab, vermitteln neue Klangmomente sowie eine eigenartig zielgerichtete, aber auch immer wieder überraschende Klangdramaturgie.... Ich bin etwas ratlos beim Hören dieser Musik?

    Sehr zu empfehlen ist auch die neu erschienene CD mit andern Werken von Dieter Ammann:


    Zum Violinkonzert "unbalanced instability" (2013) von Dieter Ammann vgl. auch den Hörbegleiter:

    Dieter Ammann: unbalanced instability, Konzertsatz für Violine und Kammerorchester (2011-13)
    Dieter Ammann geboren 17. Mai 1962 in Aarau, aufgewachsen in Zofingen (Schweiz) Uraufführung Uraufführung 28.04.2013, Witten durch Carolin Widmann…
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    Träumen mit dem israelischen Violinkonzert von Paul Ben-Haim: es könnte alles anders sein in Palästina, wenn sich die Vernünftigen durchgesetzt hätten....

    Einen Hörbegleiter zu diesem Violinkonzert findet man hier:

    Paul Ben-Haim: Violinkonzert (1960)
    Paul Ben-Haim geboren 5. Juli 1897 in München gestorben 14. Januar 1984 in Tel Aviv Entstehungszeit: 1959-60 in Tel Aviv CD-Aufnahmen: Itzhak Perlman 1990…
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    Unter den vielen erst im 21. Jahrhundert neu entdeckten und beim Label cpo eingespielten Orchesterwerken des Komponisten und Dirigenten Felix Weingartner (7 Symphonien, mehrere symphonische Dichtungen, Serenaden usw.) sticht das Violinkonzert von 1911 als eines der unproblematischen Werke hervor. Es ist melodienreich, überschaubar, spätromantisch in Harmonik und Stil, und – was ein Violinkonzert ausmacht – dankbar für den Solisten, virtuos und unmittelbar wirksam in seiner Ausstrahlung auf das Publikum. Glückliche Klänge des Orchesters holen die Zuhörenden unmittelbar ab und lassen sie staunen über die Schönheit und Eleganz des Geigenspiels.

    Felix Weingartners Violinkonzert wurde 1911 für den noch am Anfang seiner Karriere stehenden Fritz Kreisler (1875 – 1962) komponiert, der es am 28. Oktober 1912 in Wien mit grossem Erfolg uraufführte.

    Darauf erschien am 1. November in der «Neuen freien Presse» unter dem Kürzel «J.K.» eine begeisterte und höchst kompetente Konzertkritik, aus der ich hier gerne Ausschnitte wie den folgenden zitiere: «So will auch Weingartners Konzert vor allem ein kleines, lebensfrohes Fest der Geige sein, bei dem allerdings auch das in modernen Farben prangende Orchester mitfeiert. Die Faktur ist die sicherste, der gefällige Inhalt von Laune und Geist eingegeben» (J.K.). J.K. ist übrigens niemand anders als Julius Korngold, der Vater von Erich Wolfgang Korngold, dessen Violinkonzert es ohne seinen Vater geschafft hat, berühmt zu werden.

    Weiter zur Originalkritik von Julius Korngold, siehe:

    Felix Weingartner: Violinkonzert G-Dur op. 52
    Felix (von) Weingartner geboren 2. Juni 1863 in Zadar (Kroa-tien, ehm. Kaiserreich Österreich) gestorben 7. Mai 1942 in Winterthur (Schweiz) Uraufführung: 28.…
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    Weihnächtlich schön, vor allem dieses zauberhafte Andante des Konzerts D-Dur op 10 No 3 von Jean-Marie Leclair. Wie es in einem historischen Bericht über Leclair geschrieben steht: "Leclair, mit seinem makellosen lieblichen Ton, wisse, wie man Herzen stehle".

    Bemerkenswert ist auch die Interpretation von Théotime Langlois de Swarte, Violine.

    Mehr zum Violinkonzert D-Dur op 10 No 3 von Jean-Marie Leclair findet sich hier:
    https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/barock/leclair/

    Norbert Moret

    geboren 20.Nov. 1921 in Ménières, Schweiz

    gestorben 17. Nov. 1998 in Fribourg

    Erst 1974 wurde Moret am Schweizerischen Tonkünstlerfest in der Deutschschweiz als bedeutender Schweizer Komponist entdeckt, und Paul Sacher wurde auf ihn aufmerksam. Seine Musik gilt als klangsinnlich und analytisch sehr durchdacht: obwohl strukturell komplex komponiert (Moret kommt ursprünglich von der Zwölftonmusik, geht dann aber seine eigenen kompositorischen Wege), sind seine Werke stimmungsmässig auch für ein Nicht-Fachpublikum nachvollziehbar. Paul Sacher hat Norbert Moret als Komponisten gefördert und ihm mehrere Aufträge vermittelt. Für Slava Rostropovitch schrieb er ein Cellokonzert und 1988 für die Settimane musicali Ascona und für Anne-Sophie Mutter ein Violinkonzert mit dem die Hörfantasie anregenden Titel «En rêve».

    Es lohnt sich, dieses Violinkonzert erneut anzuhören. Einen Hörbegleiter dazu findet sich hier:
    https://unbekannte-violinkonzerte.jimdofree.com/20-jahrhundert/moret/