Beiträge von Florian Voß

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    Weil oben in diesem Thread von Bach auf dem Lautenklavier geschrieben wurde, hier mal ein Hörbeispiel ... ein sehr schönes Instrument, wie ich finde. Hört sich für mich an, wie eine Mischung aus Laute und Tangentenflügel (wenig verwunderlich).


    "https://www.youtube.com/watch?v=jDFX2nWCkHo"


    Und hier:


    "https://www.youtube.com/watch?v=NvsjJhCcDmA"

    Und schließlich noch eine (relative) Neuentdeckung. Ein Komponist, von dem ich gern viel mehr hören würde. Es gibt aber bislang nur eine CD von ihm, und die ist zu allem Überfluss auch noch schwer zu bekommen.
    Francesco Venturini:


    Ich bin ja ein ziemlicher HIP-Verfechter, doch es gibt einen Pianisten, dem ich Barock auch auf modernem Flügel abkaufe. Kein anderer Pianist scheint mir in der Lage, die Durchlässigkeit, Klangklarheit und mathematische Schönheit von zB Bach aufzuzeigen. Nur Gould kann das auf einem so wuchtigen Instrument, wie einem zeitgenössischen Konzertflügel.
    (Wobei auch seine einzige Aufnahme, in der er Cembalo spielt interessant anzuhören ist ... dort interpretiert er Händel).


    Ich finde die Nähe Schumanns weder zu Beethoven noch zu Mahler sonderlich ausgeprägt. Seine Empfindsamkeit verknüpft ihn eher mit Schubert, seine späte Lautmalerei eher mit Debussy oder Faure.
    Nota bene: Beethovens Vokalkompositionen sind sicher keine Versuche, aber doch großteils Lohnarbeiten, insofern nicht gerade eine Höhepunkt seines Schaffens. Die Dichterliebe hingegen ....

    Was zeitgenössische Sprache in Dichtung ist, fällt mir, auf die Schnelle, wirklich schwer festzulegen, ich möchte hier ja nicht einen poetologisch Essay schreiben, das würde ich im Zweifelsfalle eher in der Neuen Rundschau machen; aber ich kann dir DichterInnen nennnen, denen das geglückt ist: Daniel Falb, Monika Rinck, Jan Skudlarek, Markus Hallinger, Ulrike Draesner, Gerhard Falkner, Thomas Kling - um nur ein paar deutschsprachige zu nennen. (Und einige von jenen arbeiten selbstredend auch mit vergangener Sprache, aber sie arbeiten eben damit, sie immitieren sie nicht).

    Ich weiß, dass Lyrik Arbeit macht, umso unverständlicher ist mir, dass man eine geborgte Sprache nutzt, in deinem Falle die des späten 19ten Jahrhunderts - aber, und das ist bemerkenswert, nicht die der damaligen Avantgarde, wie Arno Holz oder Wolf von Kalckreuth, sondern die der Gartenlauben.
    Es entsteht für mich dadurch eine Künstlichkeit, die kaum von Kitsch zu unterscheiden ist. Und ich befürchte, es ist nicht ästhetischer Wille, der so etwas hervorbringt, sondern Unvermögen in einer zeitgenössischen Sprache Gedichte zu schreiben. Denn das ist dann wirklich Arbeit.

    Oh, du hast schon mal um 1870 eine Reinkarnation gehabt? - Mal ernsthaft, und die Antwort interessiert mich wirklich, was bringt dich dazu, in so einer altertümelnden Sprache zu schreiben, die absolut nichts mit deiner eingeborenen Sprache zu fun hat?
    Ich lese dergleichen ja immer wieder, und ich frage mich das jedesmal: es fühlt doch niemand mehr wie in 19ten Jhdt, wieso also diese Sprache verwenden?

    Wow. ich bin ja völlig geplättet von einer Mod, die gerade mal drei Fans der Elder-Scrolls-Reihe erschaffen haben, und die so groß ist, wie ein komplettes Spiel. Unfassbar, was manche Leute in ihrer Freizeit hinbekommen.
    Ich spreche von ARKTWEND, einer Totalumwandlung des Spiels MORROWIND, daher: die Engine, die Meshes, also die Oberflächen der Grafik, etc. werden genutzt, um ein völlig neues Spiel zu erstellen. Und dieses Spiel ist riesig, ähnlich groß wie Morrowind selbst. Ich renne jetzt seit 25 Stunden über den Kontinent Arktwend, und ich habe nicht mal ein Viertel überhaupt gesehen.
    Natürlich gibt es auch Nachteile, so sind z.B. relativ zur Größe des Spiels wenig Questreihen eingefügt, aber die Spielwelt an sich: unglaublich, was sich aus der Morrowind-Engine rausholen lässt. Ich finde Arktwend grafisch sogar besser als OBLIVION.
    Das später vergrößerte Team hat im Übrigen auch die Oblivion-Totalumwandlung NEHRIM gebaut, die ja Micha und Tasha schon gespielt haben, und die ebenfalls sehr gut sein soll. Aber wie steht es mit Arktwend? Hat das schon jemand durch, oder zumindest angespielt?


    Runterladen kann man sich die Mod hier, es lohnt sich wirklich (man braucht aber dazu ein installiertes Morrowind nebst Addons): "http://sureai.net/projects/arktwend/"

    Naja, das Spiel ist ja fast "von vor 14 Jahren". Und es IST karg, aber so soll es sein. Und die NPC sind fast alle unfreundlich, und, ja, auch das soll so sein.
    Im Zweifelsfalle bin ich immer dafür, ein Spiel so zu belassen, wie es gemeint war. Ich bin da Purist.
    Allerdings bin ich versucht, bei Morrowind doch etwas Gras zu installieren ...

    Weil ich Morrowind grafisch für ein echtes Kunstwerk halte. Ich geh ja auch nicht ins Museum und überarbeite die Werke der Internationalen Gotik mit der malerischen Technik der Renaissance, weil die Bilder dann realistischer aussehen würden.
    Alle grafischen Mods, die ich bisher für Morrowind gesehen habe, verändern das Spiel zwar zum Realistischen, aber nicht zum Guten hin. Was vor allem daran liegt, dass solche Mods meist von Teenagers erstellt werden, die es gerne schön bunt im Stile der High Fantasy mögen - und das mag zu Fable II passen, aber nicht zu Morrowind.
    Vardenfell ist ein karges, düsteres Land. Bunte Pilze, quietschgelbe Äxte, sexy Rüstungen halte ich für dort fehl am Platz. Und Mods, die die Meshes verfeinern, mögen sinnvoll sein, sind meist aber auch bunter als die Orginale.
    Wenn man Morrowind hochmoddet, kann man auch gleich Skyrim spielen. Nichtsdestotrotz bin ich sehr gespannt auf die Total-Conversation Skywind, allein der Sprachausgabe wegen (deren Fehlen bei Morrowind mE das einzig wirkliche Manko ist.).

    So, nun habe ich wieder mit Morrowind angefangen. WIRKLICH ein Kunstwerk. Und nachdem ich Oblivion gespielt habe, komme ich in Morrowind auch viel besser zurecht.
    Was mich interessieren würde ist, mit welchen Mods ihr spielt? - Ich persönlich finde ja Grafik-Mods bei so einem Spiel die reine Sünde, aber neue Quests würde ich schon installieren. Nur welche?

    Ja, mit Nehrim muss ich mich noch eingehend beschäftigen. Irgendwie werd ich es schon zum Laufen bringen.


    Mods habe ich keine bei Oblivion, spiele aber einen Krieger, den ich ziemlich konsequent geskillt habe. Zudem leveln die Gegner ab Level 23 nicht mehr mit, soweit ich das überblicke. Und das ist auch gut zu merken. Ich habe Stärke 111 und Schwertkampf 154, Schadensreflektion von 74 % und meine Rüstung auf 80. Mir kann keiner mehr was. Aber ich kann allen, mit meinem selbst verzauberten Schwert Eiswind.


    Und du hast schon recht, in der Landschaft sind etwas wenig NPC (Monster rennen ausreichend rum, finde ich) aber letztlich stört mich das nicht, solange die Botin des Rappenkuriers vorbeireitet, und sich die kaiserlichen Jäger gegenseitig mit ihren Bögen beschießen :D 8| .

    Meine Güte, 700 Stunden in Skyrim. Ein langer Winterurlaub bei den freundlichen Nords.
    Interessant finde ich, dass du auch KotN besser fandest als SI. In allen Foren zu TES sind die Spieler exakt der gegenteiligen Meinung. Ich fand, wie erwähnt, KotN auch deutlich spannender. Nur leider kann ich dieses großartige Kreuzritterschwert nicht mehr anlegen, weil ich die Diebesgilde nach KotN durchgespielt habe, und meine Infamie-Werte sind jetzt nicht mehr sehr heilig. :D 8|
    Oblivion-Tore habe ich auch nur 8 geschlossen. An sich fand ich die Ebene gut gestaltet, aber das ewige Suchen nach dem richtigen Weg, von Turm zu Turm, ging mir irgendwann auf die Nerven. Immerhin habe ich das große Tor in der Hauptquest innerhalb von 13 Minuten geschlossen, im ersten Anlauf, ohne das Martin den Geist aufgab!
    Steril wirkt Cyrodill auf mich gar nicht (und ich spiele auf "niedrige Details" und "ohne Gras" - habe nur 2,0 Ghz), allein die verschiedenen Architekturstile der Städte (Skingrad! Chorol! - Nur Leyerwin geht mir auf die Nerven, mit dem endlos schlechten Wetter dort) ...


    Es gibt nur eines, was mich bei Oblivion etwas stört; der unausgewogene Schwierigkeitsgrad: bis Level 10 ist es genau richtig, zwischen 10 und 20 ist es wirklich bockschwierig (habe zweimal den Schwierigkeitsregler ganz nach links gezogen - einmal, weil ich Umbra haben wollte :D ...), jenseits von Level 20 wird es dann total leicht, zu leicht. Ich bin jetzt Level 41, spiele teilweise absichtlich mit schlechter Rüstung, und haue alles mit zwei Schlägen weg (außer Oger, auf die muss ich einkloppen, anhaben können mir die aber trotzdem nichts. Vermutlich könnte ich mittlerweile Mehrunes Dagon besiegen 8o ..).


    Was Morrowind anbelangt: solange ich keinen Rechner habe, der Skyrim bewältigt,wird mir nichts anderes übrig bleiben. Vielleicht groovt es ja beim zweiten Anlauf. Ich habe mich beim ersten mal auch böse verskillt. Bei Morrowind muss man zwingend zu anfangs Schnelligkeit hoch ansetzen, sonst fühlt man sich wie ne Omi.


    Und noch eine Frage: hat hier jemand schon Nehrim gespielt?

    So, nach 225 Stunden habe ich demnächst OBLIVION durch. Das war das großartigste Spiel, das ich jemals gespielt habe. Vor mir habe ich noch einige freie Quests und einen größeren Teil des Shivering-Island-Addon. Wobei ich sagen muss, dass ich - im Gegensatz zu fast allen Oblivion-Spielern - diese Erweiterung ein wenig langweilig finde; die Knights-of-nine-Quest hat mir wesentlich besser gefallen.
    Oblivion hat zwar einige kritikwürdigen Punkte - die ewigen Oblivion-Tore, die Masse an generierten Dungeons - aber letztlich ist in Cyrodill so viel zu sehen und erleben, dass ich aus dem Staunen kaum rauskam. Allein die verschieden gestalteten Städte, die außergewöhnlichen Quests wie "Dunkel durch einen Traum" oder die Hauptquest (die ja auch häufig als fad kritisiert wurde, die ich aber großartig fand), die unterschiedlichen Charaktere ...


    Die Frage ist nun: was spiele ich als nächstes? Skyrim läuft mit meiner bescheidenen Grafikkarte nicht (Geforce 8400m - ich war schon froh, dass ich Oblivion zum Laufen gebracht habe), Nehrim bekomme ich nicht installiert (warum auch immer) und mit Morrowind habe ich Problem.


    Morrowind habe ich anfänglich auch etwa 50 Stunden gespielt, und ich war/bin mit der Grafik zufrieden, daran liegt es nicht, aber die fehlende Vertonung macht mir das Spiel etwas öde - die Welt wirkt dadurch so unbelebt. Auch sind mir in Morrowind zuviele Begleite-den-, Hole-dies, Sammel-jenes-Quests enthalten (schon in Oblivion hat mich die Nirnwurz-Suche ein wenig genervt, auch wenn ich letztlich 150 gefunden habe).
    Ich bedauere, dass ich in Morrowind nicht so richtig reinfinde, denn das Spiel sieht ja toll aus, fast schon ein Kunstwerk. Es wäre schön gewesen, wenn jedenfalls die Questgeber vertont worden wären, und ich glaube, das wäre machbar gewesen. - Vielleicht sollte ich auf die deutsche Version von Skywind warten; das kann zwar noch ein paar Jahre dauern, aber dann hätte ich auch bessere Hardware.


    Schlussendlich habe ich mir letzte Woche "The Elder Scrolls Adventure: Redguard" gekauft. Und da ich noch einen alten Windows-98-Rechner im Schrank habe, dachte ich, ich würde es zum Laufen bekommen. Pustekuchen, ich bekomme es nicht mal installiert.


    Was waren eure Erfahrungen und Erlebnisse in Tamriel?

    Walter Gerwig war der Lautenist, der dem Instrument im 20ten Jahrhundert wieder Bedeutung verschaffte.
    Aus der Wandervogelbewegung kommend, in der er anfänglich Gitarre spielen gelernt hatte, wendete er sich Mitte der 1920er Jahre dem orginären Zupfinstrumente der Renaissance und des Barocks zu. Nach vielfältiger Forschungsarbeit zu Lautenwerken der Musikgeschichte gründete er 1928 zusammen mit Fritz Jöde die erste deutsche Volksmusikschule in Berlin und lehrte zeitgleich Lautenspiel an der Berliner staatlichen Akademie für Kirchen- und Schulmusik.
    Nach dem Krieg machte er als Pionier die Lautenwerke von Renaissance bis zur Vorklassik bekannt, insbesondere durch seine zahlreichen Aufnahmen für die ARCHIV-Reihe der Deutschen Grammophon Gesellschaft.
    (Für eine vollständige Biographie kann ich darüber hinaus auf den informativen Wikipedea-Artikel verweisen).


    Walter Gerwigs Spiel zeichnet sich durch große Empfindsamkeit wie auch durch technische Perfektion aus, kaum ein Lautenist nach ihm hat zum Beispiel jemals wieder die Lautenwerke Bachs in solch einer Komplexität eingespielt. Trotzdem war Gerwig über Jahrzehnte fast in Vergessenheit geraten, und seine Aufnahmen waren nur gebraucht als Schallplatten erhältlich.
    Nun hat Universal/Deutsche Grammophon einen Querschnitt seiner ARCHIV-Aufnahmen auf CD wiederveröffentlicht. Und diese CD-Box ist eine Offenbarung, auch klanglich. Selbst als MONO-Einspielungen wirken die Stücke klar und frisch, durchscheinend und berückend.
    Von dieser Box mit vier CDs abgesehen sind weiterhin seine richtungsweisenden Bach-Aufnahmen erhältlich, die er kurz vor seinem Tod aufnahm, und die mit das Schönste an Bach-Interpretationen sind, was ich kenne.
    Für Besitzer eines Plattenspielers möchte ich noch auf eine LP-Box hindeuten, die recht oft und günstig auf den üblichen Online-Markplätzen erhältlich ist, und die sich wirklich zu kaufen lohnt: http://www.amazon.de/Lautenmus…-6&keywords=walter+gerwig