Beiträge von Florian Voß

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    Und ganz klar, wenn sich jemand wie Florian dann durch uns begeistert für ein 11 Jahre altes Spiel, dann hat er Probleme an der Backe, das auf einem modernen Rechner gut zum Laufen zu bringen.


    Wieso alte Spiele? Für mich sind das ganz neue Hits. Das letzte Spiel, das ich gedaddelt habe war Commander Keen, 1991. Gothic und Morrowind sind für mich geradezu revolutionär.
    Von solchen Games habe ich in meiner Jugend immer geträumt. Damals gab es nur Treasures of Tarmin für die Intellivision-Konsole. Aber das war immerhin für die Zeit auch ein unglaubliches Spiel - das erste 3D-First-Person! 1982! Hab ich nächtelang vor gesessen.


    Davon abgesehen schafft mein Notebook sowieso keine neueren - 1.6 Ghz hat die Kiste - leider auch nicht Oblivion, das ich sehr gerne installieren würde; lässt es sich aber nicht, keine Chance...
    Bekomme es nicht mal zum Laufen. Wäre das so, könnte ich ja die Grafik runter regeln. Aber offensichtlich schafft meine Grafikkarte nicht mal das Starten.

    Ich kann nur raten, vor dem Beginn eines Spieles sich die Zeit zu nehmen- ein paar Tage und auch Wochen- und sich durch alle möglichen Foren zu lesen.


    Ähm, was vermutest Du, was ich die letzte Woche gemacht habe? :D
    Mir schwirrt der Kopf, wirkt wie zwanzig Reiseführer über Atlantis.... 8|
    Das Perspektivenproblem habe ich im Übrigen vor allem in freier Landschaft, weniger in den Dungeons.


    (Und ich vermisse die Heilkräuter aus Gothic, die gleich wieder die Lebenskraft hergestellt haben).

    So, weil ihr hier dermaßen von Morrowind geschwärmt habt, habe ich mir das Spiel nun gekauft und installiert. Sieht phantastisch aus. Nur eines stört mich ziemlich: meine First-Person-Perspektive scheint die eines Froschs zu sein, mein Blickwinkel ist auf Höhe von Pflanzen und Steinen. Was mache ich falsch? - Kann es damit zusammenhängen, dass ich zugleich mit Tasten und Maus steuere, also W zum Nachvornlaufen, die Maus für Bewegungen nach rechts und links (derweil ich mit W mich weiter nach Vorne bewege)? Oder an einer moderenen Bildschrimgröße (breitwandiger als 2001)? Oder...???


    Und: hat hier jemand auch Gothic gespeilt?

    Ich habe mit dem Übertragen von Gedichten keine großen Probleme. Mir sind im Zweifel mittelmäßige Nachdichtungen lieber, als schlecht verstandene Orginale. Und darauf zu pochen, doch bitte lieber eben die Orginale zu lesen... nunja... ich hätte nie z.B. die moderne litauische Dichtung kennengelernt, die ganz hervorragend ist.
    Selbst solche kaum übersetzbaren Gedichte wie Inger Christensens "Alphabet" verlieren relativ wenig im Deutschen, wie ich finde.


    Ärgerlicher finde ich solche Versuche, wie sie George unternommen hat, der würgt die Gedichte fremder Autoren gerne so lange, bis sie nach George klingen.
    Das kann man aber auch mit George selbst machen; das nennt sich dann Pastiche 8| :D


    Was stefan george wirklich dachte


    Komm in die zugeparkte stadt, du sau
    Und immer hau auf lächelnde visagen
    Der blöden augen trübgeschautes blau
    Erhellt den plüsch der puff-etagen


    Dort nimm erst einen steifen grog
    Gegen den alten writer´s block
    Die fetten schenkel welken noch nicht ganz
    Und schlauchbootlippen heben deinen schwanz


    Vergiss dann das bezahlen nicht
    Die falschen scheine, lass sie liegen
    Und auch was übrig blieb von feuchten trieben
    Wisch es nicht aus dem rosigen gesicht

    Moderne Lyrik ist aber noch nicht gemeinfrei. Ich hab weder Zeit noch Lust, mich stundenlang in eine Buchhandlung vor das Lyrikregal zu setzen und zu suchen. Also geht das meiste vermutlich an mir vorbei.


    Liebe Heike, dir kann geholfen werden. Es gibt im Netz die Seite Poetenladen; da findest du - meiner Einschätzung nach - etwa zwei Drittel aller relevanten DichterInnen unter 50.


    "http://www.poetenladen.de/"
    "http://www.poetenladen.de/poeten.html"


    Viele Grüße Florian

    Hans H. Jahnn ist überschätzt. Allein das Holzschiff, ein völlig motivations- und motivloses dahintaumeln durch zusammengeschraubte Szenerien. Fluss ohne Ufer kaum besser. Dieser dröge Anfang, die gewollt düstere Stimmung, die in so ne Hafenkneipenromantik kippt. Fassbinder hätte das verfilmen sollen.


    Klassiker, ha! Von Thomas Mann wolln wa erst jar nich sprechen. Das Grauen im Galopp. Literatur mit abgespreiztem Finger. Und immer noch ne hübsche Parataxe. Nee, mein Guter, lieber nich, wa.

    Ich zitiere mich ja selten selber, aber gerade musste ich feststellen, dass wir die entsprechende Diskussion schon vor zwei Jahren hatten :hide: . Ich bekomme wohl so langsam Alzheimer und bitte die oben gestellte Frage zu entschuldigen! :schaem:


    Herzliche Grüße


    Bernd


    Tja, so erledigen sich die Dinge von selbst... :D
    Ich hätte aber auch schon geantwortet, wäre ich nicht in München gewesen. Bin gerade erst zurück in Berlin. Herzlich Florian

    CD 71


    Ah, perfido! Hier singt Christine Brewer den Sopran in der bekannten Arie von Beethoven, der er die Opusnummer 65 gab, also offensichtlich wichtig nahm. Und wirklich; ein beeindruckendes Werk, selbst für mich, der ich Opernstimmen nur in Ausnahmefällen goutieren kann. Hier reißt es mich mit.
    Und auch die folgenden zwei irischen Volkslieder, in einer frühromatischen Bearbeitung, gehen wunderschön ins Ohr. Es folgen weitere irische, walisische und schottische Lieder, aber keines ist so melancholisch und sanft wie die zwei Ersten. Letztendlich sind es alles Brotarbeiten des Komponisten, die die Werk-ohne-Opus-Nummern 152 bis 156 tragen, aber was für welche!


    Es überrascht mich immer wieder, wie weit sich Beethoven in seinen Liederbearbeitungen vom Klangideal der Klassik hin zu dem der Romantik entfernt. Es könnte sein, dass genau hier der Ursprung der Romantik als Musikform liegt, in den Volkslied-Bearbeitungen Beethovens.

    Ich habe das Zitat schon in einem anderen Thread verbraten, aber zum einen finde ich es doch sehr aussagekräftig und bezeichnend, zum anderen kann man diesen Faden ja noch mal auf Wiedervorlage bringen.


    Das ist ein rechter Dreck!
    Gut für das Scheißpublikum!
    (Beethoven über sein Viertes Streichquartett)


    Ich habe über die Frage in den letzten Jahren oft nachgedacht, ob das Publikum ein Scheißpublikum ist, dem man unter keinen Umständen nach dem Maul schreiben darf, sei es Musik, sei es Literatur, und ich muss sagen: ja, genau das muss die Haltung sein, wenn man wesentliche Kunst schaffen will. Denn das Publikum in seiner Masse, und die bildet sich sowohl in den Verkäufen, also dem Erfolg, als auch in den Feuilletons ab, die sich ja leider nur fortschrifttlich vorkommen, letztlich aber immer den Meanstream bedienen, und sei es der Meanstream des Bildungsbürgertums; dieses Publikum also kann den (schaffenden) Künstler nur in seiner Konzentration stören, zumindest im Schaffensprozess.


    Der Künstler muss das Publikum ignorieren, er kann es allenfalls mit sich mitziehen. Hört er auf das Publikum, zieht es ihn auf Dauer in die Beliebigkeit, schleift ihn ab, höhlt ihn aus.

    CD 51


    Schon vor zwei Jahren hat mir, soweit ich mich erinnere, das Kodaly-Quartet gut gefallen, und mittlerweile gefällt es mir immer besser. Es ist ein Stürmen und Drängen, das die vier Musiker hier Beethovens Streichquartette Nr 4 bis 6 angedeihen lassen (op. 18,4 - 18,6). Ins Besondere der eine Violinist (ich nehme an, Attila Falvay) spielt mit Pathos und Schmelz, ohne zuckrig oder kitschig zu werden.
    Die Einspielung ist wirklich weltklasse, wie ich finde, und Beethovens frühe Streichquartette gehören sowieso mit zu dem Schönsten, was Beethoven geschrieben hat. Ins Besondere die Nr. 4 liebe ich sehr. Beethoven schrieb es mit 29 Jahren, und er ist hörbar auf der Höhe seiner emotionalen Kraft. Auch Beethoven selbst beurteilte das Quartet in dieser Richtung, allerdings mit einem mehr selbstkritischen Unterton: es sei "natürliche Empfindung darin, aber wenig Kunst". Er ging sogar noch weiter und äußerte dem Kollegen Dolezalek gegenüber: "Das ist ein rechter Dreck! Gut für das Scheißpublikum". Mein Geschmack scheint also etwas plebejisch zu sein.

    CD 26


    Die Hammerklavier-Sonate Nr. 29, op. 106 scheint Frau Ruso schon mehr zu liegen, aber auch hier entsteht in den ersten zwei Sätzen keine wirkliche Tiefe, würde man die Darbietung in einer Schulaula hören, würde man sagen: ein großes Talent. Ich finde, sie spielt farblos. Man muss ihr aber lassen, dass sie die perlenden und die glockenhellen Passagen sehr ansprechend darbietet. Den dritten Satz spielt sie dann wie auf Heroin - knapp 32 Minuten! - aber für so eine Herangehensweise habe ich ja was übrig. Endlich gelingt es ihr, mich zu interessieren. Und immerhin meistert sie die Sonate technisch, was eine Kunst für sich ist, denn die Hammerklavier-Sonate gilt ja gemeinhin als technisch ausgesprochen schwierig, zu Beethovens Lebzeit wurde sie als unspielbar empfunden, Liszt war der Erste, der sie aufführte.


    Zuvor spielte die mir völlig unbekannte Sylvia Capova die "Les Adieux", Sonate Nr. 26, op. 81a. Das machte sie nicht schlecht, aber schon jetzt habe ich ihre Interpretation wieder vergessen. Über Ruso kann ich mich immerhin ärgern, Capova entfleucht mir unversehens.


    (Ich bin wirklich gespannt, wie ich die Ruso'sche Kunst vor zwei Jahren beurteilt habe. Wenn ich sie phantastisch fand, würde das tief blicken lassen).