Beiträge von mela

    Sehr interessant! Das wusste ich alles nicht. Ich habe nur meine GL gefragt, ob ich das R bei "Que fais-tu" rollen soll, und sie sagte ja. Vielleicht auch nur, weil ich sowieso dazu neige, dass mir die Stimme zu sehr nach hinten rutscht - aber dass es vielleicht gar nicht mehr üblich sein könnte, daran hab ich gar nicht gedacht :D


    Hallo Fliu,


    jetzt stellt sich mir als Gesangslaien natürlich die Frage, wo man bei "Que fais-tu" ein r rollt? ;)


    Aber ich bin ja schon wieder weg.


    Viele Grüße,


    Melanie

    Ich habe auch nicht gewußt, daß er schon zu Lebzeiten, aber noch bis zur Mitte des 15.Jahrhunderts hinein, als Dichter wesentlich berühmter war wie als Komponist.
    Es wäre interessant, auch die übrigen Vokalwerke nach und nach vorzustellen, und mehr über die Rezeption von Machauts musikalischem Werk, die bereits Mitte des 18.Jahrhunderts begann, zu schreiben. Immerhin war er der erste Komponist des MA, dem in der Neuzeit eine Gesamtausgabe seiner Werke gewidmet war (ab 1926 durch bereits erwähnten und leider vor Abschluß der vollständigen Veröffentlichung verstorbenen Friedrich Ludwig)



    Hallo zusammen,


    Machaut war für mich immer ein gutes Beispiel für die komplett getrennte Geschichtsschreibung in den diversen Kunstdiszplinen. Ich kenne Machaut schon lange, auch als Komponist weiltlicher Lieder. Als ich ihn kennenlernte, war mir nicht bewusst, dass er Autor seiner eigenen Gedichte war. In den eher populärwissenschaftlichen Büchern zur Musikwissenschaft, die ich gelesen habe, war nirgendwo erwähnt, dass er auch gedichtet hat.


    Als ich mich dann mit französischer Literatur näher beschäftigt habe, habe ich in ähnlichen Büchern über den Stellenwert Machauts in der Literaturgeschichte gelesen. Als Beispiele wurden Texte von ihm angeführt, die mir von CDs wohlbekannt waren. Was fehlte? Natürlich der klitzekleine, unwesentliche Hinweis darauf, dass er diese auch vertont hat. Von seiner Rolle in der Musikgeschichte ganz zu schweigen.


    Im wissenschaftlichen Bereich war das sicher anders, aber auch für Laien ist es durchaus interessant, Querbeziehungen zwischen den Kunstformen aufzusuchen. Insbesondere, wenn sie so offensichtlich sind, wie bei Machaut.
    Einen Thread über sein weltliches Werk würde ich übrigens sehr begrüßen :wink:


    Viele Grüße,


    Melanie


    Lieber Deio,


    diese Aufnahme gefällt mir auch gut, obwohl Villazon da eher untypisch singt (eben genauso, wie er sein Standard-Repertoire des 19.Jhdts auch singt). Aber irgendwie funktioniert das hier ganz gut, meiner Meinung nach...


    Viele Grüße,


    Melanie


    Lieber Talestri,


    bevor der Klagegesang der Ninfa über den Ostinato-Satz einsetzt, gibt es eine Einleitung der drei Männerstimmen, der mit "Non havea Febo ancora recato al mondo il dì" anfängt, ebenso gibt es einen kurzen Schlusskommentar nach dem Ostinato. Beide Teile fehlen bei Arpeggiata. Das sind ca. 2,5 Minuten Musik zusammen. Diese Teile geben für mich die notwendige Rahmen und machen den Zwittercharakter zwischen Madrigal und Opernszene noch deutlicher. Ich finde es unnötig das Madrigal so zu kürzen, dafür wäre ja auf der Arpeggiata-Platte noch Platz gewesen. Ich vermute Christina Pluhar wollte auf der Platte die Ostinato-Teile von Monteverdi in den Vordergrund stellen.


    Insgesamt bin ich mit der Arpeggiata-Platte nicht so glücklich, obwohl teilweise schön gesungen wird. Groovy ist vielleicht das richtige Wort, d.h. ich höre sie gern im Auto, oder im Hintergrund. Wenn ich Monteverdi hören will, greife ich eher zu anderen Aufnahmen.


    Viele Grüße,


    Melanie

    Taube, Carlo S. (1897 – 1944), Komponist und Pianist







    Taube wurde 1897 in Galizien geboren. Er studierte mehrere Jahre in Wien bei Busoni. Allerdings musster er seine geplante Virtuosenkarriere aus wirtschaftlichen Gründen abbrechen. Er verdiente seinen Lebensunterhalt al Pianist in Nachtclubs in Wien, später Brno und schließlich in Prag. 1941 wurde er mit Frau und Kind nach Terezín deportiert. Dort nahm er regen Anteil am musikalischen Leben. Er gab mehrere Klavierkonzerte mit Werken von Beethoven, Brahms, Schumann, Liszt und Chopin mit wechselndem Erfolg. In Terezín begann er größer dimensionierte Werke zu komponieren. Seine Kompositionen aus Terezín sind jedoch verschollen. Das einzige Zeugnis ist ein Wiegenlied an seine Tochter auf einen Text seiner Frau, das auch auf der Terezín / Theresienstadt-CD mit Anne-Sofie von Otter enthalten ist. Er starb mit seiner Familie in den Gaskammern von Auschwitz am 11.10.1944.

    Schul, Zikmund (1916-1944), Komponist


    "http://holocaustmusic.ort.org/index.php?id=schulzikmund"


    Schul wurde in Chemnitz geboren und wuchs dort und in Kassel auf. 1933 siedelte die Familie nach Prag über. Später studierte Schul in Berlin bei Hindemith Komposition. Ab 1937 studierte er in Prag unter anderem bei Szell und Haba. In Prag arbeitete Schul an der Transkription mittelalterlicher Manuskripte hebräischer Gesänge. Am 11.11. wurde er nach Terezín deportiert. Dort fuhr er fort zu komponieren. Er lernte u.a. Viktor Ullmann kennen. Ullmann verwahrte auch Schuls Manuskripte, die zusammen mit Ullmanns Manuskripten aus Theresienstadt gerettet werden konnten. Schuls Musik war stark von hebräischer Musik und hebräischen Themen geprägt. Schul starb am 20.06.1944 in Terezín an Tuberkulose.




    Link: Eine Aufnahme eines chassidischen Tanzes von Schul: "http://www.youtube.com/watch?v=c_OT4nTtgvs"

    Hallo zusammen,


    EMI scheint einige alte Aufnahmen des franzöischen Reportoires zu sehr günstigem Preis wiederzuveröffentlichen, die manche(n) hier vielleicht interessieren könnte. Wenn ich das Kleingedruckte auf der Rückseite bei jpc richtig lesen kann, sind die Libretti auf der Homepage von EMI herunterladbar.



    Hahn: Ciboulette


    Mesplé, Van Dam, Gedda, Le Roux, Orch. Philh. de Monte-Carlo, Diederich



    Boieldieu: La Dame Blanche


    Blake, Naouri, Massis, Delunsch, Brunet, Ens. Orchestral de Paris, Minkowski



    Offenbach: Les Brigands


    Raffalli, Alliot-Lugaz, Trempont, Le Roux, Orch. de l'Opéra de Lyon, Gardiner



    Offenbach: Pomme d'Api, Monsieur Choufleuri, Mesdames de la Halle


    Mesplé, Lafont, Pezzino, Trempont, Orch. Philharmonique de Monte Carlo, Rosenthal


    Weiterhin noch:


    • Bizet: La jolie Fille de Perth mit Anderson, Kraus, Van Dam, Prêtre
    • Offenbach: Orphée aux Enfers mit Mesplé, Trempont, Sénéchal, Plasson
    • Offenbach: La Belle Hélène mit Norman, Aler, Burles, Bacquier, Plasson


    Viele Grüße,


    Melanie

    RE: "Terezin" DGG


    Wegen der thematischen Nähe, erlaube ich mir, hier eine CD vorzustellen:


    ...


    Hallo zusammen,


    in diesem Zusammenhang würde ich dann gerne auf dieses Buch hinweisen: Joža Karas: Music in Terezín, 1941 - 1945.


    Ich habe dieses Buch auf französisch, habe im Rahmen meiner Internet-Recherchen für die oberen Einträge gesehen, dass dieses Buch in der englischen Originalausgabe vollständig bei Google Books lesbar ist:


    "http://books.google.de/books?id=9OY4JogxlpkC"


    Grüße,


    Melanie

    Kraus, Edith (geb. 1913), Pianistin



    Edith Kraus wurde in Wien geboren. In der 20er Jahren studierte sie bei Artur Schnabel. 1933 heiratet sie Karl Steiner (sie ist auch unter dem Doppelnamen Steiner-Kraus bekannt). 1942 wurden sie und ihr Mann nach Terezín deportiert. Dort war sie eine der aktivsten Musikerinnen und gab Solokonzerte, spielte Kammermusik. 1943 spielte sie in Terezín die Uraufführung von Viktor Ullmanns 6. Klaviersonate. Die Familie von Edith Stein wird im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Sie überlebt in Terezín. 1949 siedelt sie nach Israel über. Hier unterrichtete sie viele Jahre an der Musikakademie Tel Aviv. Eine Aufnahme von Ullmanns 6. Klaviersonate existiert beim Label Koch (über Amazon Market Place noch erhältlich).


    Link: http://www.jeunessesmusicales-mv.de/index.php?id=157 (hier findet man ein ausführliches Videoportrait).


    Ančerl, Karel (1908 - 1973). Dirigent



    Karel Ančerl (geboren als Karel Antscherl) wurde in Tučapy, Südböhmen, geboren. Am Prager Konservatorium studierte er Dirigieren und Komposition. Er war Assistent von Hermann Scherchen und leitete das Orchester des Freien Theater in Prag. 1933-1939 leitete er das Orchester des Radio Prag. Am 12. November 1942 wurde er mit seiner Familie in das Konzentrationslager Terezín deportiert. Dort nahm er wesentlichen Anteil am musikalischen Leben. Er war Leiter des Theresienstädter Streichorchesters. Nach der Uraufführung der Etüde für Streicher von Pavel Haas wurde er am 15. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. In Auschwitz verlor er Frau und Sohn. Nach seiner Befreiung kehrte er zum Radio Prag zurück. 1950 wurde er musikalischer Direktor des Tschechischen Philharmonischen Orchesters. 1969 bis zu seinem Tod am 03. Juli 1973 leitete er das Sinfonieorchester Toronto.

    Interessieren würde mich u. a. mal eine Liveaufführung von Boulez' "Pli selon Pli" oder dem "Marteau", wenn jemand einen Aufführungstipp hat, kann er mir den gerne mal geben!


    Lieber EinTon. Pli selon Pli fehlt mir auch noch, aber den Marteau gibt's am 16.08. im Rahmen der Salzburger Festspiele (ein Kammerkonzert mit Mitgliedern des WestEastern Divan Orchestra und Pierre Boulez). Dafür kann ich vielleicht noch einen Hinweis auf Répons geben? Das kann man Anfang September im Rahmen der Luzerner Festspiele hören.


    Wir würden uns übrigens bei beiden Konzerten treffen :wink:


    Viele Grüße,


    Melanie


    @ Mela: Liebe Melanie, Du brauchst die Chinesische Oper nicht zu verteidigen! Wie ich hoffentlich in meinem Posting durchblicken ließ, wollte ich in keiner Weise der Kunstform "Peking-Oper" / "Chinesische Oper" im Allgemeinen ihren Wert absprechen, obwohl sich bei meinem sehr rudimentären Kontakt damit bislang nicht das unbedingte Bedürfnis einstellte, mich in dieses Thema "reinzufressen" ...


    ....


    Wenn er sich schon eines anderen Zeichensystems bedient, dann sollte er wenigstens soviel Regiearbeit investieren, um dieses auch einigermaßen zugänglich zu machen, dem Zuschauer zumindest eine Chance zum Verstehen geben.


    Lieber Diabolus,


    das war schon klar. Mir ist es nur wichtig zu sagen, dass sich Wilson eben nicht eines Zeichensystems bedient, was in Komplexität und Ausdrucksstärke der chinesischen Oper gleichkommt. Was übrigens auch verständlich ist, in der Ausbildung der chinesischen Künstler spielt das Erlernen der Körpersprache eine sehr große Rolle, das kann man nicht mal so eben nachmachen.


    Ich muss vorsichtig sein, da ich nicht alles gesehen habe. Aber mein Vorwurf an Wilson wäre eher, dass er ein inhaltsleeres, pseudo-ästethisches Trivialsystem geschaffen hat, das vermutlich vor allem niemand zu nahe gehen sollte. Ich bin nicht prinzipiell gegen abstrahierende Inszenierungsweise und strengen Bewegungskodex und glaube, dass damit auch überzeugende Resultate möglich sind. Aber in diesem Fall war es halt einfach schlecht gemacht.


    In sofern kann ich alle Eure Aussagen zur Kälte und Nicht-Beachtung der Personen nachvollziehen.


    Über den Freischütz von Achim Freyer habe ich aber schon viel gutes gehört. Den müsste ich mir mal ansehen.


    Viele Grüße,


    Melanie


    Mein Horrorbeispiel war hier der hohe Tenor Ian Bostridge in Paris dessen gesungene Jeunesse doré Dandy-Pose so im kompletten Gegensatz zu dem aus allen Eingeweiden singenden Leiden z.B. eines Hans Hotter stand, dass ich das wahrlich nciht nciht mehr geniesssen konnte.




    Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Schubert bei der Kompostition einen Tenor vor Augen und Ohren hatte und das Ganze auch selbst als Tenor gesungen hat. Peter Pears und B. Britten machen beispielhaft vor, wie wunderbar das gelingen kann!


    Hallo zusammen,


    Ein positives Beispiel für einen Tenor in der Winterreise ist für mich Christoph Prégardien:



    Prégardien hat allerdings einen dunkel gefärbten Tenor. Ich schätze bei ihm die Konzentration auf den Text, die aber in keinster Weise aufgesetzt wirkt und mich immer tief erschüttert. Andreas Staier als Begleiter hat hieran übrigens einen wesentlichen Anteil und ein Hammerklavier als begleitendes Instrument finde ich einen wesentlichen Vorteil. Es erlaubt Staier z.B. bis an die äußersten Lautstärke-Gerade des Instruments zu gehen, ohne den Sänger zu überdecken.


    Ich habe die Winterreise über Fischer-Dieskau kennengelernt und war lange der Überzeugung, dass nur tiefe Stimmen den Zyklus angemessen singen können. Dann gab es beim WDR ein KOnzert mit Staier (den ich damals schon sehr schätzte) und einem mir damals unbekannten Tenor (eben Prégardien). Und die haben mich von meinen Vorurteilen radikal befreit... Das Konzert, das einige Zeit vor der CD-Aufnahme war, gehört zu den eindrücklichsten Konzert-Ereignissen, die ich erlebt habe.


    Viele Grüße,


    Melanie

    Meine Assoziation war auch sofort die Peking-Oper, mit der ich ebenfalls nicht sehr vertraut bin. Ich kann diese Art der Inszenierung ehrlich gesagt nicht mehr ertragen. Du hast sie ja sehr anschaulich beschrieben: Sänger, die permanent ins Publikum starren, sich kaum bewegen, die Hand aufs Herz legen wenn’s romantisch wird etc. Eben das gute alte Rampensingen in neuem Gewand. Ich habe davon in letzter Zeit einfach zu viel gesehen als daß es mir mehr als ein müdes Gähnen entlocken könnte. Es regt mich nicht einmal mehr auf.


    Hallo zusammen,


    hier muss ich aber mal die chinesische Oper verteidigen. Sicher, der Bewegungskodex ist dort genau vorgeschrieben und dadurch wird auch eine Abstraktion der Handlung erreicht. Aber die Bewegungen sind doch wesentlich komplexer und fließender und wenn man sich etwas eingesehen und eingehört hat, können sie auch für unsereins durchaus ausdrucksstark wirken. Das gilt im übrigen auch für das barocke Bewegungsrepertoire, dass allerdings nach meinen Erfahrungen steifer ist als das chinesische. Ich habe gestern nur ausschnittsweise in den Freischütz hereingeschaut, aber die Assoziation chin. Oper wollte sich bei mir da nicht einstellen. Da ich nur kurz hereingeschaut habe, sage ich mal lieber nicht, welche Assoziationen sich einstellten...


    Aber wen es interessiert: Ich empfehle bei Youtube mal nach "Peony Pavillion" zu suchen und sich die Fundstücke der Form "Chinese Kunqu Opera: Peony Pavilion-part-N.M" anzuschauen. Das ist keine Peking-Oper, sondern Kunqu-Oper (besser wohl Kun-Oper), was eine viel ältere Tradition aus dem chinesischen Süden ist. Bei der Kunqu-Oper spielt Akrobatik praktisch noch keine Rolle, für mein Ohr klingt aber die Musik erheblich melodischer als in der Peking-Oper. Das Stück entstand 1598, also etwa zeitgleich zur "Erfindung" der europäischen Oper. Die Aufnahmen sind aus einer quasi "Hip"-Aufführung des gesamten Stücks (ca. 15 Stunden), die durch diverse europäische und amerikanische Städte getourt ist. Leider durfte die Aufführung in China nicht gezeigt werden. Ebenfalls leider sind die Untertitel auf chinesisch...


    Grüße,


    Melanie

    Lieber Bernd!


    Ich hielt die angedachten Meisterwerk-Threads eigentlich für ganz normale Threads, eingebettet in ein nettes Gesellschaftsspielchen, das eine Art Mélange aus "Unverzichtbare Klassikaufnahmen" und "Alle sprechen über das selbe Musikstück" darstellt und eigentlich nur dem schnöden Zweck der Threadgenerierung dient...


    Liebe Grüße,
    Areios


    Lieber Areios & Bernd,


    so habe ich es eigentlich auch verstanden. Ein guter Vorwand also, um sich mal zu trauen einen Thread zu einem persönlich besonders wichtigen Musikstück zu eröffnen.


    Bernds Einwand, dass man auch ohne einen solchen Vorwand jederzeit einen Thread zu einem geliebten Werk eröffnen kann, ist objektiv natürlich richtig. Bei mir würde hier aber auch die Psychologie´wirken und mich eher mal anregen einen Thread zu eröffnen...


    Aber einer streng enzyklopädischen Ordnung der Threads steht das Vorhaben vielleicht wirklich entgegen. Da es im Moment aber noch nicht so viele Threads zu einzelnen Musikwerken gibt, wäre der Effekt mehr zu generieren vielleicht wünschenswert (wenn er denn bei anderen Mitgliedern auch wirkt).


    Grüße,


    Melanie

    Struktur und Phrasen erkennen können Laien sicherlich, aber die Darstellung erfordert eben auch bei scheinbar leichten Stücken hohe technische Präzision. Eine gut gedachte Phrase kann durch eine einzige falsche Betonung zerstört werden, ein Akkord durch eine geringfügig veränderte Binnenbetonung eine ganz andere Klangfarbe bekommen, usw..


    Das war auch eine meiner Hauptfrustrationsquellen, als ich noch Zeit für Klavierspielen hatte. Nach einer gewissen Beschäftigung mit einem Stück, kristallisiert sich für mich schon in etwa heraus, wie ich das gerne spielen würde. Nur meine Finger mögen halt einfach nicht...


    Ich finde in diesem Zusammenhang übrigens gerade Mozart und auch Haydn sehr frustrierend. Man kann relativ schnell lernen, die richtigen Noten in den richtigen Zeitabständen anzuschlagen. Grobe Piano und Forte-Unterscheidungen gehen auch noch, aber eine wirklich gute Interpretation fordert einfach eine viel weitergehende Beherrschung der Phrasierung, der Anschläge der einzelnen Noten, des Pedal-einsatzes und vieler anderer Parameter mehr. Sollte dann eine bestimmte Stelle doch mal ganz gut gelungen sein (für meine verhältnisse), konnte ich das entsprechend nicht wiederholen. Ich finde, hier ist die Lücke zwischen einer "richtigen" und einer "guten" Aufführung besonders groß. Meine These wäre, bei Mozart ist sie sogar unendlich...


    Ein anderes Beispiel: Es gibt in Messiaens Catalogue d'Oiseau eine Stelle, in der nur die rechte Hand eine einfache einstimmige Phrase spielt (ich müsste heraussuchen in welchem Stück und welcher Vogel gemeint ist). Ich kann diese Phrase immer noch vom Blatt richtig spielen. Wenn ich das klangliche Resultat aber dann mit den Aufnahmen von Ugorsky oder Muraro vergleiche möchte ich nur noch die Noten in die Ecke schleudern. ;(


    Zu Deiner eigentlichen Frage: Ich glaube ein Ausweichen auf Laien gerade bei unbekannten und Pseuo-einfachen Stücken ist nicht die richtige Lösung. Für mich besteht eine zu große Gefahr einer langweiligen Interpretation, die dem Stück eher schadet. Hier muss man eher hoffen, dass sich die Profis doch mal an sowas wagen.


    Das alles soll übrigens kein Plädoyer gegen Klavierspiel sein. Für einen selbst ist es immer noch eine tolle Beschäftigung und jeder kleine Fortschritt / Erfolg macht einen riesigen Spass. Nur, für Ehepartner und Nachbarn sieht das vielleicht anders aus :hide:


    Grüße,


    Melanie

    Hallo zusammen,


    ich finde Severinas Vorschlag auch gut, den ich wie folgt verstehe: Ankündigung einer Nominierung in einem separaten "Kanon"-Thread. Danach hat man 10 Tage Zeit zu seinem Meisterwerk im entsprechenden Unterforum einen Thread mit Begründung und CD-Tip zu veröffentlichen. In den "Kanon"-Thread sollte unter die Ankündigung dann der Link auf den entsprechenden Thread eingefügt werden. Das scheint mir eigentlich nicht zu kompliziert.


    Ich meine ein Logo für die Einzelthread ist nicht zwingend logisch. Eine Namenskonvention, wie von Rideamus vorgeschlagen (z.B. (M)EIN MEISTERWERK: Name: Werktitel op. o.ä.) halte ich für ausreichend.


    Warum gefällt mir der Vorschlag:


    • Der Vorschlag geht von subjektiven Einschätzungen aus. Auf diese Weise kann eine Thread-Eröffung etwas subjetkiver ausfallen - einer ausführlichen Werkvorstellung einschließlich musikalischer Analyse fühle ich mich nämlich nicht unbedingt gewachsen
    • Die 10-Tages-Frist würde zumindest auf mich selbstdisziplinierend wirken...
    • Wenn hier viele Leute mitmachen, haben wir schnell viele Threads zu Werken der Klassik


    Ich hatte mir jedenfalls schon ein Werk ausgesucht, dass ich in diesem Rahmen (als erstes) vorstellen würde. Der Stapel CDs liegt schon neben mir. Eine ausgezeichnete Gelegenheit, alte, große Lieben noch mal zu hören :thumbup:


    Viele Grüße,


    Melanie

    Das POroblem für ausländer, die in Frankreich frz. singen(müssen), ist nciht nur die sprache sondern auch die pnetrante Attitüde der Franzosen zu ihrer sprache.




    Selbst wenn die Aussprache schon ziemlich gut ist und das behaupte ich mal so einfach von mir, die lassen Dir NICHTS durchgehen, singen aber dabei selbst ein so katastrophales Deutsch , dass dir das Blut in den Adern gefriert.


    Oh je, da könnte ich auch ein Lied von singen, so ich denn singen könnte. Ich erinnere mich noch an auf Französisch geführte Diskussionen, dass der Fremdsprachenunterricht in Deutschland einfach grottenschlecht ist. Als es mir zu bunt wurde, habe ich einfach wahlweise auf Englisch oder Deutsch umgeschaltet, da war dann sehr schnell Ruhe...


    Auch lese ich die Kritiken im Diapason d'or (einer Art französisches Fonoforum) immer mit sehr viel Vergnügen, in denen minimalste Aussprache-Fehler in Französisch kritisiert werden, aber Schubert-Lied-Aufnahmen mit nicht verständlichem Deutsch in den Himmel gelobt werden.


    Aber im Grunde sind sie eigentlich sehr umgänglich, die Franzosen :D (ich bin halt voreingenommen). Und meistens kommt man mit akzeptablen Französisch auch durch. Ich habe auch das Gefühl, dass sich zumindest in der jungen Generation einiges ändert.


    Oh, jetzt habe ich mich in einen Sänger-Thread eingemischt. Dabei klingt mein Gesinge auf Deutsch, Französisch und Chinesisch wirklich absolut gleich gut :hide:


    Viele Grüße,


    Melanie

    Hallo Peter,


    wirklich antworten kann ich Dir nicht. Ich habe von Klaus Huber auch schon Stücke in Konzerten gehört, die mir ganz gut gefallen haben, aber es hat sich nie wirklich festgesetzt.


    Allerdings ist in der Neuen Zeitschrift für Musik aus Anlass der Verleihung des Siemens-Musikpreises sowie des Musikpreises der Stadt Salzburg ein (interessanter) Artikel über ihn. Im Rahmen des Artikels gibt es folgende CD-Empfehlung:



    Donaueschinger Musiktage 2007


    Zender: Logos - Fragmente für 32 Sänger & 3 Orchestergruppen
    +Huber: Quod est Pax? Vers la Raison du Coeur... für
    5 Solo-Stimmen, arabaische Percussion, Percussion &
    Orchester


    Sound: stereo & multichannel (Hybrid)




    • Künstler: Nora Thiele, SWR Vokalensemble Stuttgart, Les Jeunes Solistes, SWR SO Baden-Baden & Freiburg, Sylvain Cambreling, Rupert Huber
    • Label: Neos , DDD, 2007
      Vielleicht wäre die ein guter Einstieg? Könnte man ja doch mal ausprobieren und die Kenntnisse vertiefen.


      Grüße,


      Melanie

    Hallo zusammen,


    ich bin mit der Aufnahme von Jacobs nie wirklich warm geworden. Sie ist toll gesungen und musiziert, zweifellos, aber sie liess mich irgendwie kalt. Ich bevorzuge Alessandrini, von der Aufnahme habe ich aber nur die ersten beiden als Einzel-CDs. Mein besonderer Liebling ist allerdings die von Hildebrandt erwähnte Aufnahme von Savall (leider nur mit 6 Stücken, zwei der Stücke sind kurze orchestrale Zwischenspiele). Insbesondere das Lamento della Ninfa - hier höre ich auch immer eine gewisse Ironie in den Kommentaren der drei Sänger zu dem herzzereissenden Lamento von Montserrat Figueras. Eine bei Savall unerwartete Verfremdung, die ich so sonst nicht höre und die mir gut gefällt. Die Version dürfte auch eine der langsamstem sein.


    Ich habe noch einige Einzelaufnahmen von diesem Stück:


    • Eine Aufnahme mit Natalie Dessay unter Emmanuelle Haim - die ist allerdings wunderschön gesungen
    • Eine Aufnahme mit Nuria Rial und Christine Pluhars Ensemble "Arpeggiata". Hier ist das rahmende Trio der Männerstimmen gestrichen, das finde ich unverzeihlich.


    Wunderschön finde ich auch das "Gira il Nemico", ein Canto Guerriero, in dem die Belagerung des eigenen Herzens durch den Feind "Amore" bis zum Fall und zur Vernichtung geschildert wird.


    Die Aufnahme von La Venexiana kenne ich allerdings leider noch nicht - das wäre vielleicht mal Zeit...


    Viele Grüße,


    Melanie