Beiträge von ira

    Ich bin gespannt auf die Radioübertragung und werde sie mir mit Freude und Interesse anhören!

    Das werde ich auch machen. Übertragen wird genau die Premiere vom 12. August.

    (Ganz am Anfang war Piotr Beczala noch etwas unsicher und zögerlich, das war aber schnell wieder vorbei.)

    Die Übertragung ist am 27. August um 19 h 30 auf Ö1:


    Salzburger Festspiele 2022 - Giuseppe Verdi: "Aida" | SA | 27 08 2022 | 19:30
    Mit Elena Stikhina (Aida), Anita Rachvelishvili (Amneris), Piotr Beczala (Radames), Luca Salsi (Amonasro), Roberto Tagliavini (Il Re), Erwin Schrott (Ramfis)…
    oe1.orf.at

    Offensichtlich gibt es nun nicht nur die "Werkstatt Bayreuth", sondern auch eine Werkstatt Salzburg. Gab es heuer schon, von Markus Hinterhäuser veranlaßt, eine 2. Auflage für die "Zauberflöte" in der Inszenierung von Lydia Steirer, so bekam auch die Exil-Iranerin Shirin Neshat, Video-Filmerin, bildende Künstlerin, die Möglichkeit für eine 2. Auflage. Daduch fungierte diese "Aida" nicht als Wiederaufnahme, sondern die erste Vorstellung der Serie trug die Bezeichnung "Premiere".


    Ich hatte die "Ursprungsform" 2017 schon zweimal gesehen (einmal als Übertragung), empfand die damalige Inszenierung als sehr angenehm, keine Mätzchen, die Bühnenbilder als schnörkellos. Nur Anna Netrebko war in eigentlichem Sinne keine Sklavin, sondern die Diva, die sie halt ist, angetan mit einer Krone, und einem Gewand, das mit Kristallen von Swarowski bestickt war, dem Sponsor der Festspiele.
    Diesmal stand nicht Riccardo Muti am Pult, sondern Alain Altinoglu mit den Wiener Philharmonikern. Für mich ist die Akustik im Großen Festspielhaus die beste von allen Opernhäusern, die ich kenne, (und das sind doch ein paar), ich bin kein Freund, des Bayreuther Deckels (außer bei "Parsifal", "Lohengrin" und "Tristan"), ich bevorzuge den direkten Klang. Und ich schätze die Wiener - zumindest bei Opern - (die Berliner mögen mir bitte verzeihen :versteck1: ) - als das weltbeste Orchester. Das Dirigat war sehr eindrucksvoll und detailreich, zupackend bei den dramatischen Szenen, an manchen Stellen vielleicht etwas zu breit und auch zu laut geraten, dafür aber sehr filigran und betörend im Vorspiel zum Nilakt. Die Sänger und der (manchmal etwas wackelnde) Chor konnten sich bei diesem Dirigenten gut aufgehoben fühlen.


    Diesmal gab es keine Diva, sondern einen Divo. Gespannt erwartete man Piotr Beczalas Rollendebüt als Radamès. Und natürlich wartete man ebenso gespannt auf das Ende der Arie "Celeste Aida", und wurde nicht enttäuscht. Wie Verdi es wollte, sang er aus der mezza voce heraus ein astreines, wunderschön klingendes "morendo". Überhaupt legte Beczala seinen Radames sehr lyrisch und edel an, wer Martialisches erwartete, kam weniger auf seine Kosten. Das paßte aber zu der Auffassung der Regie, Radamès kehrt traumatisiert aus dem Krieg zurück (wie auch schon in der derzeitigen Münchner Inszenierung von Cristof Nel, damals mit Jonas Kaufmann). Außerdem liegt es eindeutig in der Intention der Regisseurin, den Krieg nicht zu glorifizieren.


    In der Neuauflage tritt Aida (Elena Stikhina) im schlichten schwarzen Kleid und barfuß auf, was die äthiopische Sklavin natürlich viel besser abbildet. Sie singt virtuos und lyrisch, aber in den hohen Lagen durchaus mit der erforderlichen Prägnanz. Anna Netrebko habe ich nicht vermisst. Die war eher die Königstochter als die Sklavin.


    Als ich gelesen habe, daß Anita Rachvelishvili abgesagt hat, war ich sehr erfreut. Um es mit undiplomatisch dürren Worten zu sagen: ich mag sie nicht. Weder ihre in der Tiefe orgelnde Stimme, noch ihre Art und Weise der Darstellung.
    Als Einspringerin triumphierte die Schweizerin Ève-Maud Hubeaux (hatte ich bis dahin nie gehört). Sie sang und spielte die Amneris, wie man sie sich kaum besser vorstellen kann. Sie verfügt über einen wohlklingenden, fülligen Mezzo und legt sowohl in Stimme als auch in Darstellung große Energie, wodurch eine bewegende Ausstrahlung zustande kommt. Eine großartige Leistung und ein Glanzlicht an Intensität bei einer Sängerin, die während der Proben eingesprungen ist. Den Namen sollte man sich merken.


    Über Luca Salsi als Amonasro kann man immer nur wieder Bestes berichten, in der Nilszene zeigte er einmal mehr seinen kraftvollen Bariton und seine überzeugende Darstellung.
    Alle anderen Sänger und Sängerinnen sangen gleichermaßen auf hohem Niveau (Roberto Tagliavini als König). Hervorzuheben ist noch Erwin Schrott als Ramphis mit seinem satten Baß-Bariton.


    Nun noch ein paar Worte zur Inszenierung: Nicht während der Aufführung, aber am Schluß gab es ein kleineres Buh-Gewitter. Nicht so wie nach dem "Ring" in Bayreuth, aber es hat gereicht. Wenn man live so mitten drin sitzt, ist es nochmal anders als am Bildschirm.

    Das Publikum scheint nicht mehr bereit zu sein, alles und jedes zu schlucken.


    Ich kann ganz gut nachempfinden, worauf diese Mißfallenskundgebungen beruhten. Es gab einige Neuheiten, die in der Erstauflage 2017 fehlten und nichts besser gemacht haben, ganz im Gegenteil. Da waren die unvermeidlichen, in kaum einer Inszenierung mehr fehlenden Videofilme, die immer so ablenken. Z.T. doppelten die Filme das, was auf der Bühne passierte. Und bei anderen ist kein Zusammenhang zu dem zu erkennen, was sich auf der Bühne abspielt. So sitzen da im Hintergrund auf so einer Art Zitadelle eine Handvoll schwarz vermummter (Klage)-Frauen, aussehend wie Krähen, die unentwegt abwechselnd den Oberkörper auf und ab bewegen. Und das ging über die gesamte Nilszene. Daß sich einem die Bedeutung dieser Turnerei nicht erschloß, war das eine, das andere war, daß es unglaublich störte und vom Geschehen ablenkte. Und es auszublenden, war fast nicht möglich.


    Um die agierenden Protagonisten bewegten sich ständig schwarze, spitzhütige Klu-Klux-Klan Figuren, ähnlich aussehend wie die Büßer mit ihren charakteristischen Spitzhauben bei der Semana Santa. Sie sollten wohl so eine Art Todesengel sein.

    Vieles ist sehr statuarisch, was ja zu "Aida" durchaus paßt, aber dadurch auch artifiziell wirkt, eher wie eine Performance als eine Inszenierung, etwa im Stil Robert Wilsons.


    Ich könnte mir aber vorstellen, daß die Buhs in der Hauptsache einem besonderen "Regieeinfall" geschuldet waren. Radamès hat ja in der Triumphszene einen Wunsch frei und er wünscht sich, daß die äthiopischen Gefangenen freigelassen werden. Als "Friedenspfand" sollen Amonasro und Aida bei den Ägyptern verbleiben. Shirin Neshat scheint aber an solche Großmut nicht zu glauben (vermutlich hat sie Putin im Hinterkopf). Jedenfalls werden alle äthiopischen Gefangenen stückwidrig gemeuchelt und Amonasro gleich mit. Ihm wird die Kehle durchgeschnitten. Sofort denkt man sich: Hallo?? Der wird doch noch gebraucht! Während des Duetts Aida/Radamès im Nilakt sieht man dann im Video, wie eine Bahre durch die Wüste getragen wird, um dann "in echt" auf der Bühne abgestellt zu werden. Aida zieht dann das Leichentuch weg, worauf Amonasro pumperlg'sund aufspringt und singt: "A te grave cagion m’adduce, Aida."

    Was soll sich der Zuschauer nun denken? Daß Amonasro nur scheintot war? Daß er Aida wie Banquos Geist erscheint? Oder im Traum? In diesen beiden Fällen müßte es ganz anders inszeniert werden. Das ewige Elend vieler Regisseure kommt hier zutage: es fehlt an handwerklichem Können.


    Ein weiteres Rätsel: Vor dem Kriegszug wird eine Ziege geopfert, in deren Blut Radames sich die Hände wäscht. Hinterher, in der Triumphszene gibt es kein Ballett mehr wie in der Vorgängerinszenierung. Stattdessen steht eine schwarzgekleidete junge Frau in einem Mumienschrein, Leute davor, die sie verehren. Soll das nun ein Menschenopfer sein? Und warum ist die junge Frau dann völlig unversehrt? Dergleichen Rätsel finden sich öfter, z.B. warum entblößen die Kriegsgefangenen ihre Rücken, auf denen arabische Schiftzeichen zu sehen sind (die hier im Festspielhaus wohl kaum einer lesen kann)? Zwischen den einzelnen Akten werden in Großformat eindrucksvolle Gesichter gezeigt. Dazu wird etwas geflüstert, was man nicht versteht. Bedeutung: rätselhaft.


    Wir haben uns das teure Programmbuch nicht zugelegt, darin würde möglicherweise so manches erklärt. Aber was sich nicht durch den Augenschein entschlüsselt, kann auch nicht so wichtig sein.


    Fazit: Die Kernbotschaft ist klar. Der Krieg ist von Übel, ebenso dessen Glorifizierung, die Religion steht auf der Seite des Krieges. Deshalb hat Neshat auch darauf verzichtet, den "Triumphmarsch" entsprechend zu bebildern. Sie hat das Thema Religion mit dem heutigen Iran verknüpft, was allerdings herzlich wenig Sinn macht. Weitere Themen: Leben im Exil, die Unterdrückung der Frauen. Was davon zum alten Ägypten paßt, muß man sich halt heraussuchen. Oder man läßt es bleiben.


    Musikalisch war es eine großartige Aufführung. Den größten Applaus bekamen Radamès und Amneris, wobei Ève-Maud Hubeaux ein winziges Bißchen die Nase vor Beczala hatte.


    Es wurde in einem vergangenen Forum immer wieder kolportiert, das Salzburger Publikum sei wenig kompetent. Das konnte ich noch nie bestätigen. Der Applaus war fein und differenziert abgestuft und sehr gut nachvollziehbar.


    Was die Extravaganz beim outfit betrifft: da gab es natürlich schon einiges an Ausgefallenem zu sehen. Aber nicht nur im Positiven: es gab leider auch bemerkenswert Schreckliches, sowohl bei Damen als auch bei Herren. Da flanierte z.B. ein Herr in knielangen, gefältelten Hosen, dazu knallrote Strümpfe und Schuhe mit großen Schleifen. Auf den Schuhen stand auf der Seite geschrieben: Special Event. Grins1


    Um so etwas zu sehen, muß man wohl in eine Premiere nach Salzburg fahren ;)


    Viele Grüße!

    ira

    an fetziger Butterfly generell Interesse

    ob es sich lohnt

    Ich finde ja, daß es sich absolut gelohnt hat. Na gut, der Tenor war nicht so doll. Kleine und nicht besonders schöne Stimme. Aber der ist ja in der "Butterfly" ohnehin nicht so wichtig. Überrascht war ich von der Inszenierung von Andreas Homoki, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Und ich kann mich nicht erinnern, daß ich das schon mal von einer seiner Inszenierungen hätte sagen können. Ganz bestimmt nicht von der "Arabella", die er in München verbrochen hat.

    Hochinteressant war die anschließende Doku. Was mir bisher noch nicht aufgefallen ist: Daß die ersten 5 Töne die gleichen sind wie der Anfang von Smetanans "Die verkaufte Braut".

    Ein passendes Zitat!

    Dieser Thread wurde mir von der Moderation für den aktuellen "Tannhäuser" angeboten.

    Da ich selbst nicht drin war, hier Eindrücke aus der "Zeit":


    Originell und eindringlich: Ovationen für "Tannhäuser"

    Die Inszenierung originell, die sängerischen Leistungen fantastisch: Der «Tannhäuser» ist das Juwel unter den derzeit laufenden Produktionen bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth. Das zeigte sich wieder bei der diesjährigen Premiere am Montag im Festspielhaus: Mit Ovationen feierte das Publikum den gelungenen Abend.


    Festspiele: Originell und eindringlich: Ovationen für "Tannhäuser"
    Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Festspiele“. Lesen Sie jetzt „Originell und eindringlich: Ovationen für "Tannhäuser"“.
    www.zeit.de

    Ja, klar geht das! Du kannst die Übertragungen noch eine gewisse Zeit in den Mediatheken der Radiostationen nachhören und sie sind auch bei YouTube hochgeladen worden. Bei beiden Wegen ist es mit kleinen Add-Ons auch möglich, die Aufnahmen herunterzuladen und abzuspeichern, dann ist man völlig unabhängig davon, wie lange sie online noch verfügbar sind.

    Danke Dir für die Hinweise!

    Und auch sonst hast Du völlig recht. Ich habe Cornelius Meister schon lange "auf dem Radar" und verfolge seinen Werdegang. Und jetzt hat er es bereits nach Bayreuth geschafft, das ist schon eine Leistung.

    Du hast das sehr gut beschrieben, Cherubino, so sehe ich das auch. Cornelius Meister war ja eine Weile als GMD für München im Gespräch, daraus geworden ist allerdings nichts.

    Noch etwas zum Kapelllmeister. Ich empfinde das nie als Abwertung, sondern ganz im Gegenteil. Wolfgang Sawallisch z.B. war immer stolz darauf, wenn er so bezeichnet wurde.

    Und klar ist auch, daß man die Übertragung nie so beurteilen kann wie das Live-Erlebnis.

    Hast du denn vor, dir die Aufzeichnung des "Rings" nochmal komplett anzuhören, ira?

    Ist das denn noch möglich? Ich habe nur gelesen, daß der Stream zur Götterdämmerung noch bis zum 31. 12. zur Verfügung steht.

    Allerdings komme ich in der nächsten Zeit erstmal nicht dazu.

    Aber bedeutet das denn wirklich, dass die beiden Orchester unterschiedliche Qualität haben


    Also mit unterschiedlicher Qualität wird das nichts zu tun haben.

    Dazu Egbert Tholl gestern in der SZ:


    "In Bayreuth gibt es wegen Corona dieses Jahr zwei Orchester, in der "Götterdämmerung" spielt das wachere der beiden, spielt kanglich wundervoll, aber Meister kann mit diesem Geschenk nur bedingt etwas anfangen." Zitat Ende.

    Und mit Herrn Tholl haben wir schon wieder einen der "Ahnungslosen", (Zitat Mauerblümchen ), dem Iréne Theorin so gar nicht gefallen will.


    "Aus einem Wandschrank kommen die Nornen, glitzernde Geister der Erinnerung, die schön singen (Okka von der Damerua als1. Norn!), was IréneTheotin nicht tut. Ihre Brünnhilde ist mit irrem Vibrato und tiefer gelegter Intonation ein wehes Bild der Karrieredämmerung einer einstmals großen Sängern." Zitat Ende.


    Buhsturm, durchsetzt mit Jubel: Die "Götterdämmerung" in Bayreuth
    Jubel für die Sänger, Buhsturm für die Regie: Die "Götterdämmerung" beschließt den neuen "Ring" der Bayreuther Festspiele
    www.sueddeutsche.de

    eben in BT waren gar (zumindest während des ersten Ring - Durchlaufs) ein A- und ein B-Orchester im Einsatz - "B" in Rheingold + Siegfried, "A" beim Rest... -will jedenfalls einer der Kritiker von irgend einem Mitarbeiter erfahren haben, der ungenannt bleiben will

    Nähere Erklärung hier. Daß der Mitarbeiter ungenannt bleiben will, ist doch nur zu verständlich.


    Der Ring schließt sich:


    Sehr gut, da bin aber dankbar.

    Diese Beschreibung stammt übrigens von einem renommierten Sänger, nämlich Robert Hale. Jetzt können Sie ja gerne auch über den herfallen (falls Sie ihn überhaupt kennen), denn der kann das sicher schlechter beurteilen als Sie.

    Er war übrigens tieftraurig, als Hildegard Behrens starb, sie war eine seiner liebsten Brünnhilden.

    Und: sie war auch die beste Salome, die ich je gesehen habe, sie legte z.B. einen umwerfenden Schleiertanz hin, während sich viele ihrer Kolleginnen doubeln ließen.


    Erlauben Sie mir noch eine Bemerkung: Sie kreuzen gerade mal seit ein paar Stunden hier auf, und schon werfen Sie mit Begriffen wie "Unkenntnis" herum und wollen sich mit jemandem nicht mehr unterhalten? Chapeau.

    Daß Sie hier Zeit verlieren, damit müssen Sie rechnen. Dann schreiben Sie halt nicht in einem Forum. Denn daß Sie grundsätzlich alle anderen Meinungen teilen, dürfte eher unwahrscheinlich sein.

    Aber jetzt halten Sie sich bitte auch daran und lassen Sie mich gefälligst in Ruh.

    sektiererische Ablehnung

    Das ist keine "sektiererische Ablehnung", mir biegen sich einfach - auf bayrisch gesagt - die Zehennägel auf, wenn ich Frau Theorin höre und sehe. Ansonsten ist mir das egal.

    Ich finde sie jedenfalls - wie Herr Fuchs - vom DLF völlig fehlbesetzt. So eine Sängerin in Bayreuth auftreten zu lassen, geht überhaupt nicht. Sie könnte genauso gut die Nomenklatur von Linné singen, so sehr fehlt ihr jeglicher Ausdruck.

    Ich sprach von der frühen Hildegard Behrens. Ja, sie hatte auch Registerbrüche, aber sie war eine zutiefst berührende Brünnhilde. Und eine wunderbare Leonore. Das Lispeln hat mich nicht gestört, ich fand es eher lustig. In München war sie äußerst beliebt. Sie hat sich immer sehr verausgabt und war äußerst intensiv. Mir jedenfalls ist das viel wichtiger als irgendwelche kleineren technischen Mängel. Aber das mag jeder anders sehen.

    Was Sie, Thulem, schreiben, wird ihr einfach nicht gerecht. Diese Unfreundlichkeit hat sie wahrlich nicht verdient.

    Vielleicht führen Sie ein Beispiel an, wo Frau Behrens dis- oder detonierte.

    Das allerdings passierte bei ihr öfter. Wobei es kein Dis- oder Detonieren war, sondern sie intonierte dann schräg, haarscharf am Ton vorbei.

    Ist ja gut, Du brauchst Dich nicht so zu echauffieren.

    Ich habe schlicht eins und eins zusammengezählt. Da Du geschrieben hast, daß Du LEDIGLICH die Gutrune stimmlich enttäuschend fandest, habe ich geschlossen, daß Dir Theorin gefiel. Sonst hättest Du das ja erwähnt.

    (Und ja, ihre Aussprache ist nicht optimal, aber dass kein Wort zu verstehen war, ist einfach Unsinn, da war von einer Deutschmuttersprachlerin namens Hildegard Behrens seinerzeit viel weniger Text zu verstehen.)

    Hildegard Behrens in einem Atemzug mit Iréne Theorin zu nennen, finde ich allerdings - vorsichtig gesagt - daneben. Hildegard Behrens mag zwar nicht immer intonationssicher gewesen sein, aber sie war immer ausdrucksstark und vor allem sehr berührend. Beides geht der Theorin ab, sie hat mich völlig kalt gelassen. Und die Aussprache von der Behrens war auch entschieden besser.

    Das ist wieder typisch, daß Du Dich an Nebensächlichkeiten aufhängst.

    "Iréne Theorins Brünnhilde singt vollkommen textunverständlich" - das kann ich aufgrund der von mir gehörten Stellen in keinster Weise nachvollziehen. Plappert hier ein Ahnungsloser den anderen Ahnungslosen einfach nach?

    Das ist wirklich ein Witz. Ich kenne einige Chorsänger, unter anderem ist mein Mann einer, die waren völlig entsetzt von Stimme und Aussprache der Theorin. Gerade die Chorsänger üben bis zum geht nicht mehr und bemühen sich um eine verständliche Aussprache. Und es ist fürwahr ein Trauerspiel, wenn eine Profi-Sängerin so etwas wie das abliefert. Eine Zumutung für das Publikum!

    Du meinst also, alle anderen Kritiker, die in das selbe Horn stoßen, sind "ahnungslos"? Umgekehrt wird ein Schuh draus!