Beiträge von Melione

    Zum Thema heterosexuelle Schauspieler, die homosexuelle Figuren verkörpern (oder weißen, die ägyptische Pharaohnen darstellen), gibt es hierzulande in den USA in den letzten Jahren große Debatten. Für Tom Hanks mag es dabei um Authentizität gehen, aber eigentlich ist der springende Punkt, dass homo- und transsexuelle Schauspieler in der Filmindustrie bisher so gut wie ausschließlich Rollen bekommen, die ihrer Identität entsprechen. Da man aber auch diese Rollen weitestgehend an hetero- und cissexuelle Schauspieler vergibt, bleibt für die minderheitlichen Schauspieler nicht viel übrig. :wink:

    Da komm ich jetzt gleich mal wieder mit den Beatles. Eins der vielen Merkmale, die sie zu einer Galaxie meines musikalischen Sternenhimmels (?!) machen, ist ihre unglaubliche Experimentierfreudigkeit in Sachen Formstruktur. Es gibt praktisch keine zwei Beatles-Lieder (von einhunderachtundachtzig) die der gleichen musikalischen Struktur folgen.


    Den klassischen "Refrain" gibt es bei ihnen selten. Unter Refrain verstehe ich, wie auch du es ungefähr ausdrückst, den Formteil, der das "Hauptthema" beinhaltet. Im klassischen Rondo ist das meistens der A-Teil, während der Refrain im "U-"Pop ;) meist durch Strophen "vorbereitet" wird. Bei den Beatles stehen stattdessen zwischen den "hauptteiligen" Strophen meistens "Bridges"; B-Teile, die harmonisch Spannung erzeugen (manchmal sogar in einer anderen Tonart stehen) und sich in die nächste Strophe auflösen. In der frühen Phase gibt es bei ihnen oft zwei Strophen, von denen die zweite wiederholt wird. Vielfalt ensteht unter anderem durch das Hinzufügen und Wegnehmen von musikalischen Schichten von Formteil zu Formteil, harmonischer Struktur, unkonventionelle Phrasenlängen, Übergänge zwischen Formteilen, und und und. Und das alles, bevor wir von Studioproduktion, Aufnahmetechnik und Abmischung zu sprechen anfangen.


    In diesem Sinn würde ich die Beatles als "E-Pop" verstehen. ;) Weitere Rückenwirbel dieses Genres sind dann Genesis, My Bloody Valentine, Radiohead...

    Versuchen wir's doch mal hier...

    Ein Beispiel: Elliot Goldenthals "Fire - Paper - Water - A Vietnam Oratorio".

    Merkwürdigerweise nehme ich dieses Werk selbst heutzutage nicht mehr als "Höhepunkt der Musikgeschichte" und "Impulsgeber der Komposition" wahr, obwohl es mir nachwievor sehr gefällt.

    Wieso betrachtest du es denn nicht (mehr) als Höhepunkt/Impulsgeber, obwohl es dir sehr gefällt? Was macht da für dich den Unterschied aus? :wink:

    Vielleicht könnte man die Beiträge zu Vibrationsgehalt im Gesang zusätzlich noch in einen eigenen Thread kopieren? Ich finde das Thema und eure Auseinandersetzungen damit hochspannend. :wink:

    Laut Schönberg hat Mahler über Op. 7 gesagt: "I have conducted the most difficult scores of Wagner; I have written complicated music myself in scores of up to thirty staves and more; yet here is a score of not more than four staves, and I am unable to read them." :wink:

    Das war nicht mein Punkt. Ich hatte es ja verstanden, wie Du sehen kannst. Aber gut, das haben wir also geklärt, man kann es erlernen ohne Studium. Wir haben nun etwas mehr Klarheit darüber, wen man nicht als Dilettanten bezeichnen kann. Ich nehme an, das einige der so gerne zitierten Beispiele damit schon nicht mehr zutreffen. Welche Fälle bleiben denn nun noch übrig? Beispiele?......


    Du sagtest, dass Inszenierungen von Dilettanten immer misslingen, siehe hier:

    Aber selbstverständlich. Zumindest in der Oper sind bisher alle Inszenierungen von Dilettanten misslungen. So einfach ist das.

    Ich bitte Dich noch einmal mich anhand von Beispielen davon zu überzeugen. Ich bin bereit diese Realität anzunehmen. Aber nicht ohne überzeugende Beispiele. 10 Beispiele von Engagements von eindeutigen Dilettanten, die eindeutig misslungen sind.

    Das fände ich auch interessant und für ein Weiterführen der Diskussion vermutlich am bereicherndsten. Wär doch schön, wenn Argonaut mal ein bisschen seine immense Kompetenz (mein ich nicht sarkastisch) zur Schau stellen und sachlich zum Thema beitragen würde. Aber er hat ja hier mehrmals geschildert, wie für ihn ein Gespräch aussieht: Er stellt Fragen, wir geben Antwortversuche, er richtet über die Zulänglichkeit derselben.