Beiträge von Talestri

    Ich lese in diesem Faden sehr gerne (danke an Stimmenliebhaber für den enormen Aufwand, der in diesem Projekt steckt!), möchte mich aber nicht beteiligen, da ich äußerst selten Opern besuche und mir die Kompetenz zur Beurteilung von Stimmen fehlt. Im Fall der Ariane würde ich gerne eine Ausnahme machen. Ich habe die Inszenierung aus Barcelona auf DVD gesehen und war weder von der Inszenierung noch von Jeanne-Michèle Charbonnet besonders angetan. In einer Übertragung aus Lyon auf Arte hat mir dann Katarina Karnéus sehr gut gefallen, weswegen ich sie gerne nennen möchte.

    :wink: Talestri

    Die Kritik an den Kommentaren ist völlig inkonsistent und ja eigentlich nur ein Popanz für die tatsächliche Aussage: man soll den Minderheiten (welchen auch immer) nicht entgegenkommen und ihre Anliegen ignorieren. Jorinde drückte es ja klar aus: "Wo setzt man die Grenze?". Ein großer Teil der Menschen ist zu unsicher, manchmal wohl auch zu narzisstisch, sich selbst zu hinterfragen. Man selbst macht immer alles richtig, man ist die/der Gute. Ja nichts hinterfragen, ja nichts ändern, sonst ist "alles aus". Aus diesem Grunde sind wohl auch solch hyperbolischen Kommentare wie der aus der SZ beliebt. Das Ganze hat auch noch einen "Gruselbonus", wie wir ihn in Thrillern und Horrorfilmen schätzen. Man weiß, dass man eh nicht in Gefahr ist, fürchtet sich aber ein bisschen mit. Bücherverbrennungen, Hexenverfolgungen! *grusel*

    DANKE :verbeugung1:

    :wink: Talestri

    “Der geizige Ritter”, eine Kurzoper von Sergei Rachmaninow, nach einer kleinen Tragödie von Alexander Puschkin.

    Mit Sergei Leiferkus, Richard Berkeley-Steele, Maxim Mikhailov, Viacheslav Voynarovskiy, Albert Schagidullin, London Philharmonic Orchestra, Vladimir Jurowski. Eine Aufnahme aus dem Glyndebourne Opera House 2004.

    Ein einstündiges Werk über einen sehr geizigen Baron, der seinen Sohn nicht standesgemäß als Ritter ausstattet. Die Oper besteht aus drei Szenen. Die mittlere ist die wichtigste. In ihr sieht man den Baron im Keller seines Schlosses in seinen Truhen voller Goldstücke schwelgen.

    In der Inszenierung aus Glyndebourne hat Regisseurin Annabel Arden eine Rolle hinzuerfunden, eine akrobatische Frauenfigur, die Todsünde des Geizes, die sich die ganze Zeit an Seilen und der Wand entlang hangelt und den geizigen Baron dabei beobachtet, wie er seine Goldschätze anhimmelt. Der Baron kann einem fast leid tun wenn man sieht, wie diese schreckliche Figur ihn verfolgt und seine Obsessionen anzufachen scheint. Sergei Leiferkus spielt und singt den Baron fantastisch.

    Als Extra interessante Interviews mit Jurowski, Leiferkus und Arden.

    Im Moment SEHR GÜNSTIG bei jpc.

    :wink: Talestri

    Dann will ich auch noch schnell eine Liste zusammenbasteln. Sie besteht aus Entdeckungen, die ich in diesem und im letzten Jahr gemacht habe und aus einigen Allzeit-Favoriten. Fast alle Opern habe ich leider nur auf DVD oder im Livestream gesehen bzw. von CD gehört.

    1. Richard Strauss: Capriccio

    2. Kaija Saariaho: Innocence

    3. Mieczyslaw Weinberg: Die Passagierin

    4. Aribert Reimann: Lear

    5. Wolfgang Amadeus Mozart: Le Nozze di Figaro

    6. Dmitri Schostakowitsch: Die Nase

    7.Georg Friedrich Händel: Ariodante

    8. Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg

    9. Richard Strauss: Salome

    10. Krzysztof Penderecki: Die Teufel von Loudun

    11. Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann

    12. Giuseppe Verdi: Don Carlos

    13. Hector Berlioz: La Damnation de Faust

    14. Alban Berg: Wozzeck

    15. Richard Wagner: Die Walküre

    :wink: Talestri

    Interessant finde ich das Haydn-Projekt des Dirigenten Giovanni Antonini mit den Orchestern Il Giardino Armonico und dem Kammerorchester Basel. Es heißt Haydn 2032, bis zu diesem Jahr, Haydns 300-jährigem Geburtsjahr, sollen alle Haydn-Sinfonien aufgeführt und eingespielt werden. Es gibt auch eine opulente Website dazu: haydn2032

    :wink: Talestri

    Lieber Wolfram,

    vielen Dank für deine Einführung zu Richard III.! Ich habe eine große Sympathie für Richard III. entwickelt als ich das Buch von Josephine Tey gelesen habe: Alibi für einen König.


    Das ist eine Art Kriminalroman, in dem ein Kommissar, der mit einem Gipsbein im Krankenhaus liegt, aufgrund eines Porträts von Richard mit Nachforschungen zu dem historischen Richard beginnt, um herauszufinden, ob er wirklich dieser monströse Bösewicht war. Und wenn es erst nicht war, herauszufinden, warum Shakespeare und die Geschichte ihn so gezeichnet haben.

    Neben dem Film von und mit Olivier habe ich mir noch die Aufführung aus der Schaubühne mit Lars Eidinger besorgt.


    Die habe ich allerdings noch nicht gesehen. Kennst du die?

    :wink: Talestri

    War Richard der Dritte wirklich so ein Monstrum, wie Shakespeare es darstellt? fragt sich Inspector Grant, als er mit gebrochenem Bein im Krankenhaus liegt. Ausgehend von einem Porträt von Richard III. beginnt er, gemeinsam mit einem jungen Amerikaner, eine ausgiebige Quellenrecherche. Ergebnis: nein, Richard der Dritte ist nicht verantwortlich für die Ermordung der Prinzen im Tower. Das zumindest schreibt die Krimiautorin Josephine Tey in ihrem Krimi “Alibi für einen König”


    Gelesen habe ich den Roman in deutscher Übersetzung, gehört habe ich das Original “The Daughter of Time” in einem Hörbuch; vorgetragen vom grandiosen Shakespeare-Darsteller Derek Jacobi.


    :wink: Talestri

    Ich hatte großen Spaß mit dieser Lesung:


    Vladimir Nabokov: Pnin.

    Ulrich Matthes höre ich als Sprecher sehr gerne. Seine Lesung von "Pnin" ist mMn kongenial. Vor allem die Sprechweise Professor Pnins, der des Englischen nicht wirklich mächtig ist und mit starkem russischen Akzent spricht, gelingt ihm fantastisch.

    :wink: Talestri

    Zitat:

    Die erste Buh-Attacke kommt am Ende des zweiten Aufzugs aus dem Zuschauerraum. Zuvor hatte der edle Schuster Hans Sachs auf der Bühne seine Eifersucht ausgekotzt, seinen vermeintlichen Nebenbuhler unter den Meistersingern gedemütigt und schließlich dem von Eva geliebten Walther von Stolzing eine Flasche auf den Schädel geschlagen.

    Weiter geht das Zitat so:

    "Dabei ist es eine raffiniert auserzählte und dramaturgisch stimmige Inszenierung von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“, die am Sonntag in der Deutschen Oper ihre Premiere erlebte."

    Eine lesenswerte Kritik, die das ungewöhnliche Setting der Inszenierung erklärt und verständlich macht.

    Hier meine 2021er Liste:

    1. Saariaho: Innocence

    2. Henze: The Bassarids

    3. Nono: Intolleranza 1960

    4. Schostakowitsch: Die Nase

    5. Reimann: Lear

    6. Reimann: Medea

    7. Weinberg: Die Passagierin

    8. Zemlinsky: Der Zwerg

    9. Boito: Mefistofele

    10. Händel: Ariodante

    11. Mozart: Cosi fan tutte

    12. Mozart: Le Nozze di Figaro

    13. Vivaldi: Juditha triumphans

    14. Strauss: Elektra

    15. Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg

    :wink: Talestri

    Die Aufnahme ist jetzt erschienen:

    :wink: Talestri

    OT: Das hat jetzt nichts mit dem Tatort zu tun, ist aber auch ein Münchner Krimi aus dem Musikbetrieb:
    "Die ganze Stadt ein Depp" aus der Reihe "München Mord".
    Der Film wurde teilweise in der Münchner Musikhochschule gedreht, und deren dunkle Vergangenheit (vor allem die Nazizeit, es gibt aber auch Anklänge an die unschöne Gegenwart) spielt eine große Rolle.
    Liegt bis 01.11.2022 in der ZDF-Mediathek.

    :wink: Talestri

    Gibt es auch irgendwelche Meinungen dazu? Oder werden in diesem Forum nur Konserven vorgestellt und besprochen?

    Hallo Melzer, ja Meinungen gibt es, aber ich bin leider nicht sehr schnell dabei, sie in einem Forum zu posten. Ich habe die Inszenierung jetzt erst einmal gesehen. Keine Chance für mich, so schnell ein Urteil zu fällen.
    Ich war gerade dabei, mir Notizen zu machen, als mich eine Freundin anrief und erzählte, dass sie einen Anruf von einer russischen Musikerin erhalten hat. Eine ältere, ziemlich bekannte Frau, die in Moskau lebt und die sagte, dass die Situation in Russland so schlimm ist wie schon lange nicht mehr. Alle, die sich künstlerisch oder intellektuell äußern, hätten Angst, einfach angeklagt oder ins Gefängnis geworfen zu werden.
    In diesem Licht betrachtet möchte ich meine Einschätzung der Inszenierung noch einmal überdenken. Äußern wollte ich mich sowieso erst nach meinem Besuch im Nationaltheater am kommenden Samstag
    :wink: Talestri