Beiträge von Fuerst Emmerich

    Ich muss mich entschuldigen - die letzten 2 Wochen waren etwas voll. Umzug, Arbeit.. ich werde entweder heute Abend oder aber spätestens am Sonntag mehr sagen können. Die Walküre hat mir musikalisch sehr viel besser gefallen als die Stuttgarter Aufführung aber inszenatorisch kam ich mit einigen Sachen nicht so gut klar. Dass Siegmund und Sieglinde zusammen in den Mutterleib zurückkehren, war für mich ein bisschen sehr überdeutlich, hatte was von Holzhammer. Einige Szenen wiederum, wo sie in den Blumen sitzen, waren einfach wunderschön anzusehen. Also, es war einfach hübsch! Was mir am Ende nicht gefallen hat, also wirklcih gar nicht, war, als Wotan Brünnhilde in ihr Gefängnis schickt und auf den großen Ballons I D I O T stand. Da wurde wieder die Holzhammermethode angewandt. Bildgewaltig ist es dennoch - und beeindruckt hat mich auch, wie Wotan die Szene mit Frikka komplett mit verbundenen Augen gesungen hat, das fand ich tatsächlich ziemlich beeindruckend und auch inszenatorisch plausibel. Ansonsten sah das in weiten Teilen schon irgendwie bombastisch aus, ich habs nur leider in weiten Teilen so gar nicht verstanden.

    Das wäre wirklich mal ne Aufnahme, die nur akustisch besser funktioniert. Die Stimmen fand ich nämlich absolut beeindruckend.

    Garcia mir ging's eher darum, ob du glaubst, dass die Sprache und die Geschichte hörtauglich sind - Thomas Mann von Westphal habe ich auch einiges gehört und Harry Potter damals auch. Oder Walter Moers... Aber manche Geschichten taugen dafür einfach nichts, finde ich. Und Sachbücher und wissenschaftliche Literatur schonmal gar nicht :) also für mich.

    Der Aufziehvogel in der direkten (und vollständigen) Übersetzung heißt nicht mehr "Mr. Aufziehvogel", sondern nun "Die Chroniken des Herrn Aufziehvogel". Hier gilt es aufzupassen, denn im Taschenbuch ist die alte Übersetzung noch auf dem Markt, die neue bislang nur gebunden! Wenn du die alte Übersetzung hattest, lieber Fürst, gibt es keinen Grund sich zu grämen in meiner Sicht...

    Ja, ich hatte eine alte Taschenbuchvariante, die habe ich mal im Studium gewonnen. Das war ungefähr 2012 oder 2013. Dementsprechend war es auf jeden Fall eine alte Übersetzung. Kennst du die Neue schon? Und: Denkst du, es könnte als Hörbuch funktionieren? Ich habe noch ein paar Audible-Guthaben übrig und durch das viele Gependel und qua Beruf notwendig viele Lesen bin ich zum wahren Hörbuchfan geworden.

    Richard Wagner (1813 - 1883)
    Die Walküre

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    Gruß
    Josquin

    Und? Im Wagner thread sprachen wir gerade auch darüber. Wie gefällt es dir?

    Klasse, vielen Dank! Das höre ich mir heute Abend vielleicht an. Ich hab die Walküre nun auch durch und bin an einigen Stellen inszenatorisch echt etwas überfragt. Musikalisch fand ich es allerdings sehr stark, auch und vor allem gesanglich. Da muss ich schon sagen, dass es Stuttgart für mich deutlich aussticht. Wie siehst du das, Rosamunde ? Deine Interpretation bzw Lesart zu der Marmeladenszene finde ich übrigens sehr einleuchtend.

    Im Stuttgarter Ring wird das Schwert aus dem Leib ziehen glaube ich mit einer Projektion auf ihren Unterleib gemacht.

    Manchmal kommt einem das Leben dazwischen...

    Das Rheingold habe ich leider online nicht gefunden, das würde mich auch interessieren. Was für mich aus dieser Inszenierung ziemlich hervorsticht, ist, wie gut man die Leute verstehen kann! Siegmund und Sieglinde gehen hervorragend aber auch Wotan finde ich wirklich sehr verständlich. Sogar Brünnhilde geht.

    Musikalisch holt's mich sehr viel mehr ab als die Stuttgarter Variante. Ich weiß aber nicht, ob es daran liegt, dass ich die Walküre jetzt schon 'kenne' oder ob ich das Dirigat wirklich so viel besser finde. Ich glaube ja letzteres...

    Bis zur Himbeermarmelade bin ich noch nicht vorgedrungen, musste aber lachen. In Stuttgart war's ja zwischenzeitlich ein Kartoffelsalat, das gefiel mir auch... :) (allerdings erst im Siegfried). Ich bin jedenfalls sehr neugierig auf die anderen Teile des Rings aus Brüssel. Walküre war die Oper, die mich persönlich am wenigsten umgehauen hat.

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    Da wir ja diese leidige Diskussion auch hatten, wie man mehr Leute für Oper begeistern könnte oder für klassische Musik generell, finde ich das eine sehr gelungene Sache von Seiten der Brüsseler Oper. Es gibt auch eins zur Walküre.

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    Sowas mag ich ja.

    Bin gespannt wie's da weitergeht in Brüssel.

    Gerade habe ich das hier mal angefangen, weil YouTube es mir entgegengeschleudert hat.

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    CAST Conductor ALAIN ALTINOGLU
    Director, Set, Costume & Lighting Designer ROMEO CASTELLUCCI
    Dramaturge CHRISTIAN LONGCHAMP
    Artistic Collaborator MAXI MENJA LEHMANN
    Set Design Collaborator PAOLA VILLANI
    Costume Design Collaborator CLARA ROSINA STRAßER
    Lighting Collaborator RAPHAEL NOEL
    Choreography CINDY VAN ACKER
    Siegmund PETER WEDD
    Hunding ANTE JERKUNICA
    Wotan GÁBOR BRETZ
    Sieglinde NADJA STEFANOFF
    Brünnhilde INGELA BRIMBERG
    Fricka MARIE-NICOLE LEMIEUX
    Gerhilde KAREN VERMEIREN
    Ortlinde TINEKE VAN INGELGEM
    Waltraute POLLY LEECH
    Schwertleite LOTTE VERSTAEN
    Helmwige KATIE LOWE
    Siegrune MARIE-ANDRÉE BOUCHARD-LESIEUR
    Grimgerde IRIS VAN WIJNEN
    Rossweisse CHRISTEL LOETZSCH
    La Monnaie Symphony Orchestra Production LA MONNAIE
    Coproduction GRAN TEATRO DEL LICEU (Barcelona)

    Bildqualität zugegebenermaßen nicht so toll - das Vorschaubild ist der Hammer, finde ich. Und das Vorspiel hat mich wirklich ziemlich beeindruckt, hat mir viel besser gefallen als bei Zagrosek. Ich glaube, ich werde das mal weiter anschauen :)

    Kennt das vielleicht jemand ?

    Pendeln, Training und Joggen führen zu erhöhtem Hörbuchkonsum.

    Gerade abgeschlossen:

    Fast schon ein Klassiker, möchte man meinen. Gelesen von der Autorin selbst, was ich in diesem Fall ausgesprochen gelungen finde. 22 Stunden dauert das Teil, absolut lohnenswert, das direkt vorne weg.
    Die Geschichte spielt in einem fiktiven College in Vermont, in dem sich eine elitäre Clique rund um einen etwas geheimnisvollen aber genialen Altphilologen formiert. Sie alle studieren Griechisch, halten sich - einige mehr, andere weniger - für Genies und wahre Gelehrte, streben nach den antiken Idealen und sind vor allem eins: verdammt arrogant.

    Die Geschichte wird oft dem Genre der sog. Whodunit zugerechnet, also Literatur oder Filmen, die das stückweise Aufklären eines Mordfalls zum Thema haben - am Ende wird dann eröffnet, wer der Mörder ist. Hier verhält es sich etwas anders - es ist gewissermaßen ein Whydunit. Dass zwei Morde passiert sind, ist von Anfang an klar, der Erzähler strukturiert seine gesamte Geschichte darum und legt das direkt zu Beginn offen. Was allerdings erst langsam aufgeschlüsselt wird, ist warum die Morde passieren und vor allem, wer überhaupt das Opfer sein wird. Compelling, möchte ich meinen. Das wahrlich brillante an diesem Buch ist aber, wie Donna Tartt es schafft, dass man Mitgefühl mit den Hauptcharakteren entwickelt, die ehrlicherweise alle ziemlich miese Personen sind. Sie sind arrogant, süffisant, elitär, snobistisch, fürchterlich abgehoben, realitätsfern und alles in allem wahre Karikaturen des Ivy League Studenten. Sie saufen, sie rauchen, sie sind verstrickt in Drogenexzesse, sie kümmern sich um nichts und niemanden außer sich selbst und glauben, an die antiken Gelehrten anknüpfen zu können, indem sie Hesiod lesen. Am Ende sind sie alle abhängig von Trustfunds und frönen dem Hedonismus wie Dionysos es nicht besser könnte - und genau das ist bis zu einem gewissen Punkt auch ihr Ansinnen.

    Hinter all diesen Punkten steckt aber eine ziemlich profunde Sozialkritik. Academia als verklärtes, ästhetisiertes Konzept, das hauptsächlich dem Auge und den Sinnen genügen muss. Lernen um des Scheins des Lernens willen wird ad absurdum geführt, weil genau das letztlich der Stein des Anstoßes ist. Es geht den Hauptfiguren nicht tatsächlich darum, Wissen über die Welt zu erlangen. Es geht ihnen um das scheinbare Eintauchen in eine längst vergangene, nie dagewesene Zeit göttlicher Vernunft und Transzendenz - die Antike wird hier zu einem sehr interessanten Referenzraum für alles, was gut ist und die Moderne zu einer dreckigen, ausgehöhlten und verbrauchten Groteske. Das alles findet aber eben vor dem Hintergrund statt, dass Morde verübt werden - unter anderem wegen dieser seltsamen Überidentifikation mit jener erdachten Epoche.

    Lesenswert - und hörenswert! Denn Donna Tartt gelingt es wunderbar, den Ekel, den der Erzähler über vermeintlich weniger kluge oder schöne Menschen empfindet, in ihrer Stimme herüberzubringen. Man möchte sich teilweise schütteln aber kann es eben doch nicht sein lassen.

    Ich kann es wärmstens empfehlen.

    Habt ihr irgendwie Tips zu Murakami? Ich bin mit ihm nie warm geworden, weiß nicht, woran es liegen kann. Hab's aber zugegebenermaßen nur mit dem Aufziehvogel versucht und den aber dafür sehr zügig zur Seite gelegt. Irgendwann hatte ich dann noch mal ein Hörbuch angetestet, kann aber nicht mehr sagen, welches das war. Gefiel mir gar nicht.

    Jetzt ist der Hype hier aber so groß..

    Hättet ihr eine Empfehlung für jemanden, der's gerne nochmal mit Murakami versuchen würde?

    Runde 1 ist beendet.

    Gestern Abend gab es das fulminante Finale der Götterdämmerung.

    Tja hm. Also. Hm. Hmmhmhm. Die Geschichte geht im Prinzip sehr ähnlich aus, wie es zu erwarten war, finde ich. Dass Hagen derjenige ist, der Siegfried ermordet, hat mich allerdings überrascht, ich dachte irgendwie, er würde Gunther aufstacheln und der täte es dann.. Auch, dass Hagen Gunther noch erschlägt, habe ich nicht kommen sehen. Ich hatte mir ausgemalt, dass Siegfried und Gunther kämpfen, Siegfried glaubt, Gunther getötet zu haben, der ihm aber mit letzter Kraft einen Dolch in den Rücken rammt oder so - dass am Ende alle hin sein würden, war irgendwie klar. ICh wollte Siegfried schütteln und ihm sagen, er soll bitte auf die Rheintöchter hören, als sie ihm sagen, dass er sterben wird, wenn er ihnen den Ring nicht gibt aber das wäre natürlich kein dramatisches Ende gewesen. Wobei, vielleicht hätte Hagen ihn trotzdem erschlagen.. oder gerade deswegen.

    Siegfried ist am Ende schon irgendwie ein armer Kerl. Als er das Gegengift verabreicht bekommt und sich an Brünnhilde erinnert, sieht er sie nie wieder, weil er dann umgebracht wird. Schon irgendwie tragisch.

    Im letzten Akt passiert aber nicht mehr so viel überraschendes, finde ich. Die ganze Handlung läuft irgendwie darauf zu, es endet in einem hochdramatischen Abgesang von Brünnhilde - dass auch Walhalla untergeht, wird in der Stuttgarter Inszenierung hauptsächlich durch die eingeblendeten Regieanweisungen deutlich. Das ist aber überhaupt kein Manko, finde ich. Es erfüllt seinen Zweck ziemlich gut so.

    Dass die Götter gar nicht mehr vorkommen, hat mich aufgrund des Titels doch irgendwie etwas gewundert. Ja, die haben ausgespielt, so viel ist klar. Nur hatte ich mit einem letzten Aufbäumen gerechnet.. oder, dass Loge Wotan eine runterhaut oder so. Egal. Das macht's nicht schlechter.

    Siegfried hat mir übrigens in der Götterdämmerung ausgesprochen gut gefallen. Der Sänger kann so doof grinsen.. ein richtiger Held? Wohl nicht - aber ich finde, da ist Wagner ausgesprochen modern und sehr vor seiner Zeit, was das Helden- bzw Männerbild angeht. Mein persönlicher Favorit bleibt aber Mime. Zumindest in dieser Inszenierung, mal sehen, wie es mir bei den anderen geht.

    Ja nun, der Fürst ist durch. Das war eine aufregende Reise, vielen Dank, dass ihr mir zugehört habt.

    Ich denke, es wird nicht meine letzte Begegnung mit dem Ring sein, als nächstes werde ich mir wohl die Leitmotiv-Ausgabe holen. Das ist mir übrigens im weiteren Verlauf der Oper deutlich leichter gefallen. Ich habe gegen Ende doch einige Motive erkannt und das hat mich mich gar frohlocken lassen. Sehr befriedigend, das. Während ich also auf diese Ausgabe warte, lese ich mal den Opernführer, den ich hier ganz zu Beginn gepostet habe. Das kommentierte Libretto wird es dann für Runde 2 mit Chereau geben, denke ich. Für eine reine Audioaufnahme bin ich glaube ich noch nicht bereit. Dafür hatte ich an (einigen) Schauspielern zu große Freude.


    Fürstliche Grüße aus dem sonnigen Ruhrgebiet :)

    (Eine Frau mit Schuld, noch ein merkwürdiger Beitrag zum Frauentag...)

    Frauen sind halt auch irgendwie Menschen mit dem kompletten Handlungsspektrum wie Männer (wenn auch systematisch erschwert). Auch Frauen können sich mies verhalten, von daher fände ich das einen sehr passenden Beitrag zum Frauentag! Immer nur unschuldige Engel, Opfer, nie handelnd, immer behandelnd, ist auch irgendwie nicht zeitgemäß..

    Also: Erst einmal bitte den Smiley hinter meinem Satz beachten, ok?

    Jaja alles gut. Ich hab Dich doch gar nicht angegriffen

    ABER: Hätte sie wirklich einfach weiter "fröhlich" ihres Weges gehen können? Fröhlich? Und mit wem? die beiden Männer ihres Lebens (Wotan udn Siegfried) sind ja nicht mehr. Außerdem: Brennt nicht eigentlich die ganze Welt und nur ganz wenige wie die Rheintöchter und alberich überleben?

    Frauen können im Prinzip auch ohne Männer ganz gut leben, Wotan steckt sie doch selbst an, oder? Also korrigier mich bitte, wenn ich das falsch verstehe.


    Und: Ich dachte, es brennt nicht die ganze Welt, meinte jedenfalls Rosamunde. Brünnhilde ist ja keine Göttin mehr, sondern 'nur noch' ein Weib. Könnte sie dann nicht auch überleben, so wie der Rest der Welt? Oder sterben wirklich am Ende alle. (Alberich, dachte ich, sei auch tot, hat mir jedenfalls irgendwer gesagt. Aber keine Ahnung, ob das stimmt. Ich dachte, dass nur Gutrune überlebt.)

    Und flüchtet sich Brünnhilde nicht auch in die "große Idee" bzw. den Feuertod, um von ihrer eigenen Schuld, ihrem persönlichen Anteil am Tod Siegfrieds abzulenken? (Eine Frau mit Schuld, noch ein merkwürdiger Beitrag zum Frauentag...)

    Vielleicht sieht sie wirklich keinen Sinn mehr? Kann schon sein.

    ihn zu umschlingen, umschlossen von ihm,
    in mächtigster Minne vermählt ihm zu sein!

    Ob sie von ihrer Schuld ablenken will, weiß ich nich.

    O ihr, der Eide ewige Hüter!
    Lenkt euren Blick auf mein blühendes Leid:
    erschaut eure ewige Schuld!
    Meine Klage hör', du hehrster Gott!
    Durch seine tapferste Tat,
    dir so tauglich erwünscht,
    weihtest du den, der sie gewirkt,
    dem Fluche, dem du verfielest:
    mich musste der Reinste verraten,
    dass wissend würde ein Weib!

    Das klingt nicht so schuldbewusst, find ich.


    Ich muss mir das wohl noch mal genauer anschauen :)

    Brünnhilde scheitert genau so wie die Jungfrau von Orleans - auf dem Scheiterhaufen.

    Weiß nicht, ob ich da zustimmen würde. Sie ist ja die einzige, die am Ende wirklich noch eine Entscheidung trifft. Sie verbrennt sich selbst, sie hätte ja auch die Möglichkeit gehabt, einfach fröhlich ihres Weges zu gehen, oder? Ich weiß nicht genau, wie stark sie an das Schicksal gebunden ist, das mit Siegfrieds vermählt ist, von daher ist das Spekulation.

    Sie weiß aber, was sie tut und möchte den Ring dem Rhein zurückgeben.

    Was ihr begehrt, ich geb' es euch:
    aus meiner Asche nehmt es zu eigen!
    Das Feuer, das mich verbrennt,
    rein'ge vom Fluche den Ring!
    Ihr in der Flut löset ihn auf,
    und lauter bewahrt das lichte Gold,
    das euch zum Unheil geraubt.

    Aber für mich wirkt das in diesem Fall schon wie ein Akt der 'Selbstwirksamkeit', wie es so schön heißt. Am Ende verbrennen die Flammen auch Walhalla und ihr unseliger Vater geht mit ihr unter.

    So - werf' ich den Brand
    in Walhalls prangende Burg.

    Alles Entscheidungen, die sie trifft, oder?