Beiträge von Alberich

    Spätestens da darf man die Frage stellen: Warum tut er das? Hat er nichts besseres zu tun?

    Das war meine Frage. Danke für die konzise Formulierung. Und dennoch: Auch mit NUR diesen zirzensischen Fähigkeiten müsste der Typ bekannter sein, denn dass es echt so gespielt ist, bezweifele ich gar nicht. Aber weil dir als Geiger da die Spucke w gbleibt, müsste doch der Name schon mal irgendwo gefallen sein. Ich meine - um bei den Beispielen zu bleiben - David Garret kennt ja mittlerweile auch j d r - warum aich immer. SEit seiner Aufnahme der B-Dur-Sonate von Mozart kam da nur Stuss. Und eben keine, gar keine, Zirkus-Nummern, wenn man mit genug geigerischem Verstand die Hummelflug-RekordE mal ausblendet.


    Sorry, mein E klemmt sehr.

    Ich bekenne mich als Fan von TwosetViolin auf Youtube und weiß, dass es hier auch einige Freunde dieses lustigen Kanals gibt. Beim Nachglotzen iniger älterer Clips bin ich darauf gestoßen:

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    Puristen schauen bitte ab 6.20` in den Clip, aber auch zuvor wird Geigenspiel auf einem technischen Niveau gezeigt, das einfach nicht zu fassen ist.

    Ich habe noch einen anderen Clip mit Ernsts "Erlkönig"-Bearbeitung gefunden (in dem sogar Hilary Hahn (!!) eine Erleichterung wählt), die dieser Typ mit Höllentempo präzise im Original-Notentext hinlegt.

    Ich habe sowas noch nicht erlebt, und ich habe selbst (etwas) Geige gespielt und verfolge viele alte und neue Karrieren mit Interess . Dieser Mensch -TwosetViolin meinen ja, er sei Alien - ist aber bisher an mir vorbei gegangen, und es gibt kaum Aufnahmen oder Konzertkritiken...

    Ich frage daher mal in die kundige Runde: Bin ich einem Hoax aufgesessen, einem Aprilscherz wohl gar, oder wird der Typ von der Klassik-Lobby, so es sie gibt, geschnitten, weil er als Zirkuspferd in Sachen Technik schon unberührbar ist? Oder will er selber die neue verbesserte Auflage von David Garret sein und steht sich selbst im W g? Ich kapiere es nicht...

    :spock1:

    Ich hatte diese Psalmen nie auf dem Schirm, bis ich in einem Konzert quasi als Füllmaterial zur Lobgesangsinfonie den Hirschen spielen durfte. Seitdem liebe ich ihn fast mehr als die 2. Sinfonie. Habe mehrere Versionen im Schrank und bekomme von allen wohlige Gänsehaut. Alleine schon diese DElikatesse in den ersten Bläser-Takten (Klar/Hr) - super.

    ... im Besonderen @ Alberich:

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    Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um obige Einspielung, auf einem Flügelhorn gespielt. Ich habe, ehrlich gesagt, keine Probleme mit dieser Version. ;) Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass ich offenbar dieses Konzert - also das originale Hornkonzert - gar nicht bewusst kenne.

    Wenig überraschend: Für die Trompete wurde auch das Konzert für Koloratursopran bearbeitet.

    :) Wolfgang

    Danke schön!

    Er spielt wirklich klasse, und ich hatte nicht kapiert, dass er Flügelhorn spielt, sonst wäre ich weniger skeptisch gewesen. Gleichwohl gefällt mir das Original besser, zumal das Vibrato auf dem Horn (Baumann macht das z.B.) viel dezenter und weniger schmalzig klingt. Auch ist der Ton in der Höhe gedeckter, und natürlich sind die Effekte (Stopfen) in Nuancen anders. Insgesamt kann man die Version aber dennoch gut hören.

    Unter der Überschrift Klassikpublikum "stirbt aus" sagt die Nachrichten-Agentur dpa Konzert- und Opernhäusern in Deutschland einen dramatischen Niedergang voraus. Sie beruft sich auf eine Studie die eine Überalterung des Publikums ausgemacht haben will. Der Kulturwissenschaftler Prof. Martin Tröndle von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen schreibt in dieser am Dienstag veröffentlichten Studie, dass das Klassikpublikum in den nächsten 30 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgehen wird: "Es stirbt einfach aus." Das große Problem der Konzert- und Opernhäuser sei der mangelnde Nachwuchs in jüngeren Altersgruppen, die eine völlig andere musikalische Sozialisation erlebt haben.

    Deshalb. Journaillen-Meltdown.

     

    Nicht immer funktioniert es. Im Bahnhof von Helsinki sind alle Toilettenkabinen überall (auch Boden und Dcke) komplett verspiegelt. Mein dortiger Gastgeber, den ich für seriös halte, erklärte mir, dass man versucht habe, mit klassischer Musik die Junkies fernzuhalten. Das si misslungen, weil sie es eher genossen hätten. Nicht aber ihren Anblick beim Kochen und Spritzen. Dafür dürfen wir uns jetzt beim Kacken betrachten, nun gut.

    Habe auch schon gehört, dass bei manchen Rauschgiften klassische Musik, die man sonst nicht goutiert, plötzlich ganz tolle Erlebnisse bietet, die Populärmusik, weil zu wenig komplex, nicht liefert.

    Ich kann das nicht bestätigen. Die Pop-Hörer, die ich kenne, würden auch auf dem Trip nicht zur Klassik greifen, weil sie ganz einfach nicht wüssten, was da jetzt Takko wäre.

    So geht's mir mit Pop. Ich habe auf Koks beim ersten Mals Palestrina gehört, weil ich wusste, dass es da was Beruhigendes gibt. Aber das weiß man halt nur aus Erfahrung.

    Die ganzen LSD-Experimente sind m.W. ohne Versuchskaninchen mit grösserer Exprtise in klassischer Musik gemacht worden.

    Aber es funktioniert. Da wäre mal eine fundierte Analyse hilfreich, wieso man Leute mit Klassik vertreiben kann.

    Nicht immer funktioniert es. Im Bahnhof von Helsinki sind alle Toilettenkabinen überall (auch Boden und Dcke) komplett verspiegelt. Mein dortiger Gastgeber, den ich für seriös halte, erklärte mir, dass man versucht habe, mit klassischer Musik die Junkies fernzuhalten. Das si misslungen, weil sie es eher genossen hätten. Nicht aber ihren Anblick beim Kochen und Spritzen. Dafür dürfen wir uns jetzt beim Kacken betrachten, nun gut.

    Zu der Vertreibung durch Klassik im Allgemeinen gab es vor Jahren mal einen Aufsatz, der sich auf den hier ja schon thematisierten Bourdieu berufen hat und so etwas wie ein ins Negative gewendete Distinktionsmerkmal zu erkennen glaubte (mit dem Snob-Kram will ich nix zu tun haben), und, sehr vviel einleuchtender m.E. konstatierte, dass bestimmte Gruppen einfach ihren eigenen Kram hören wollen, Punks z.B.

    Sehr verkürzt dargestellt, aber ich weiß gerade nicht, wo ich die Quelle suchen soll.

    Eben gehört:

    Sergei Nakariakov und die Jenaer Philharmonie unter Andrey Boreyko mit Trompetenkonzerten von Alexander Arutjunjan, Miecyslaw Weinberg und Reinhold Glière.

    Dann hätte ich mal wieder was von Weinberg in der Hand. Arutjunjan wird sehr gerne gespielt und ist auch eine hübsche Nummer. Von Gliere gibt es ein Trompetenkonzert? Keine Bearbeitung eines seiner anderen Solokonzerte, etwa von dem für Koloratursopran?

    Jetzt hab ich's: Das wird gekauft! Danke!

    Das ist offenbar eine Bearbeitung des Hornkonzerts. Magst du berichten? Mir kommt das völlig daneben vor, aber vielleicht ist es ja doch gelungen.



    Der Doc hatte von 1992 bis 1996 einen aufreibenden, zeitfressenden Job und war frisch Vater und bekam so manches Detail außerhalb seiner Jobblase nicht mit. (Dafür war es in der Blase umso interessanter, und ich habe viel über Gepflogenheiten innerhalb einer mir bisher fremden Berufs=Standesgruppe (Vertrieb) gelernt. 8o)

    Höhepunkt des Buches ist der Skandel um die TAZ anläßlich des Buches "Der Barbier von Bebra" in dem Henschel und Droste in einem Fortsetzungsroman die klerikalen Ossis einen nach dem anderen aufwendig meuchelten, später auch Wessis, so dass Vera Lengsfeld sich zum Boykott der Taz genötigt sah und diverse Verwünschungen heraufbeschwor, so dass es selbst ihren grünen Bundestagskolleginnen reichte.

    Nachlesen!!

    Gruß aus Kiel

    Das ist so lustig! Ich bin 92 oder 93 Titanic-Abonnent geworden und habe diese ganzen Albernheiten um den Barbier daher brühwarm mitbekommen - und hatte (bzw. habe) Verwandte im Umkreis diese nordhessischen Verdammnis.

    dass Hentschel das aufgearbeitet hat, ist mit entgangen - wahrscheinlich war das bei mir die von dir beschriebene Phase.

    Danke jedenfalls für den Tip(p)! :cincinbier:

    Da bleibt einem die Spucke weg…

    Der Stil Schreibers ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber die Lektüre erzeugt dann einen wahrhaft „ungeheuerlichen“ Sog. Ich habe es nach Beendigung mit Schaudern aus der Hand gelegt.

    Interessehalber: Hast du "Werk ohne Autor" gesehen, und wenn ja, würdest du ihn empfehlen? Oder lieber nur dieses Buch...?

    Ich bin ja sehr froh, dass mein Vorschlag nicht zu dem befürchteten Rohrkrepierer wurde, und dass einige Capricci dieses Stück ähnlich begreifen wie ich (da komme ich mir dann nicht so doof vor) oder aber bessere Ideen dazu haben (das war ja mein geheimer, fieser Plan - Informationen zu erschleichen).

    Hat denn jemand noch einen Überblick darüber, was an Op. 44 jetzt gegenüber OP. 19 revidiert wurde? Oder ist dem gar nicht so, wie ich eingangs schrub, dass nämlich Op. 44 die Neuauflage von Op. 19 ist? Ich finde die Streichquartette von Nielsen eh etwas unübersichtlich (jaja, der Thread dazu ist erhellend, aber dennoch...), zu diesem Spezialproblem finde ich erstmal gar nichts.

    Übrigens: Der Vergleich mit Haydn kam mir auch in den Sinn, besonders was das schelmische Enttäuschen von Erwartungshaltungen angeht, aber auch der Einsatz von Mitteln: Mich hat diese Leere-Saiten-Phrase bei Nielsen sehr an Haydns Verwendung von Bariolage-Effekten erinnert, usw...

    Ich will da aber nicht falsch verstanden werden: Ich halte Elitarismus auch für fehl am Platz. Das Klassik-Publikum ist auch immer in Teiln hör- und denkfaul gewesen. Es ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form, die sich wandeln muss, wenn Leute zuhören sollen.

    Andererseits gehen mir solche Events wie Aida-Aufführungen mit 600 Statisten plus Elefanten furchtbar auf den Geist. Es ist wie immer kompliziert...

    In meinem Heimatblättchen war heute ein Interview mit Alice Sarah Ott, die die Ansicht vertritt, dass das Publikum zwar nicht ausstirbt, sich aber strukturell sehr wandelt. Es gebe immer weniger Leute, die nicht "abgeholt" werden müssen, die also genau wissen, was sie erwartet, wenn sie das Programm lesen.

    Ich finde das bedenkenswert. Vielleicht ist es falsch beobachtet, aber ich habe den Eindtuck, dass die Anzahl der Blitzbirnen, die in der Oper nach einem Dominantseptakkord in die Genralpause klatschen, wenn er nur schön laut ist, zunimmt. Oder nach dem langsamen Teil der Arie, oder nach nach der Kadenz eines Solikonzerts, etc.pp.