Beiträge von Alberich

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    Der Hornist Dale Clevenger, von 1966 bis 2013 Solo-Hornist de Chicago Symphony Orchestras, ist im Alter von 81 Jahren verstprben.


    https://slippedisc.com/2022/01…-dale-clevenger-has-died/

    Hierzulande "underrated", völlig unverständlich für mich, das sein Klang durchaus nicht nut dem Power-Play des CSO verpflichtet war, sondern edel, kontrolliert und leicht sein konnte.

    Seine Aufnahmen der Mozart-Konzerte oder der Britten-Serenade sind umwerfend.

    Nicht zu vergessen: Er war offenbar ein sehr inspirierender Lehrer.

    Ich habe diese CD vor längerer Zeit gekauft und war von den Klavierkonzerten recht angetan. Nach nochmaligem Hören immer noch. Was mir durch den Kopf ging: Wenn ich diese Werke blind verkosten müsste - auf welchen Komponisten würde ich tippen? Mir würde keiner einfallen, einfach mangels Fantasie. Wenn man mir aber eine Liste vorgelegt hätte, einen Katalog zum Ankreuzen, dann hätte ich wahrsch. tatsächlich Flotow gewählt, denke ich. Er hat halt schon seinen Stil.

    Freut mich, dass die Opernmeisterschaft überraschend wieder auftaucht! Vermisst habe ich sie ehrlich gesagt nicht - aber man weiß ja erst, was einem gefehlt hat, wenn es wieder auftaucht, sagt Mao.


    Wohlan. Wie immer und wie gewünscht ohne Rücksicht auf etwaige Qualitätsmerkmale. Nur das, was in diesem erneut merkwürdigen Jahr aus ganz unterschiedlichen Gründen gerne gehört war.


    1. Verdi: Falstaff

    2. Rossini: Il Barbiere...

    3. Rossini: Guillaume Tell

    4. Wolf: Der Corregidor

    5. D'Albert: Die toten Augen

    6. Martinu: Greek Passion

    7. Verdi: Otello

    8. Lortzing: Zar und Zimmermann

    9. Dvorak: Armida

    10. Haydn: Orlando Palladino

    11. Mozart: Cosí fan tutte

    12. Verdi: Ernani

    13. Kienzl: Don Quixote

    14. Wagner: Meistersinger

    15. Briten: The Turn of the Screw

    Die Musik macht wundern, wie solch große Quartettkunst durch's Raster der Musikgeschichte fallen konnte.

    Vollste Zustimmumg! Man (oder ich?) ist ja im Überschwang der Begeisterung oft recht fix mit solchen Aussagen, aber hier finde ich sie auch nach mehreren Monaten, seit dem ich Gernsheims Werk kenne, immer noch absolut zutreffend.


    Wilhelm Kienzl - schon der Name macht vielleicht Pickel, und erst recht die sich einstellende Assoziation "Evangelimann" als Kitsch-Oper, die er so gar nicht ist. (Es sei denn, man nimmt nur das rührselige Finale zur Kenntnis).
    Nachdem ich jahrelang seinem Meisterwerk "Don Quixote" verfallen war, habe ich es jetzt endlich mit den Streichquartetten versucht.


    1x nebenbei währen der Arbeit gehört: Sehr klangschön, mit Zug nach vorne, schöne Themen, und ich wurde nicht ein Mal stutzig wegen etwaiger Redundanz oder prätenziöser Fugenpusseligkeit. Das habe ich selten. Ob das Alles jetzt so richtig nachbrahmsisch gut gearbeitet ist, müsste ich beim wiederholten (unabgelenkten) Hören herausfinden. Zunächst aber: unbedingte Empfehlung für Liebhaber spätromantischer Kammermusik, die nicht ausufert, sondern in alten Bahnen schöne Wege findet.


    Über das "Thomas Christian Ensemble" (ja, mit Deppenleerstellen) weiß ich gar nichts, weil ich das (immerhin lobenswerterweise vorhandene) Booklet nicht gelesen habe, aber ich finde den Klang sauber intoniert, schön dunkel timbriert und akustisch gut abgebildet.


    Dank eines Sonderangebots bei jpc und dank der schönen Einführung in die Thematik durch unseren Mitforianer Felix Meritis höre ich sehr angetan die vier Quartette von Norbert Burgmüller. Natürlich ist das Vierte das absolut interessanteste, aber auch die anderen sind hörenswert. Für einen Komponisten, der nur 26 Jahre alt geworden ist, höre ich da sehr viel Entwicklung und auch Selbständigkeit.

    Ich habe dieses wunderbare Werk gerade erst entdeckt, weil es in einer sehr günstigen Viererbox enthalten war, die ich eigentlich wegen des Kla4konzertes bestellt habe. Was für eine interessante Musik!
    Und, um dem großartigen Posting von F.M. wenigstens deshalb etwas hinzuzufügen, damit der Thread nicht redundant wird: Ich finde das zweite Quartett (d-Moll) auch durchaus hörenswert. Klar, das ist alles geprägt von den Lehrern usw...aber für einen provinziell aufgewachsenen Menschen, der nur 26 Jahre werden durfte, steckt da Erstaunliches drin. Mich hat das etwas an Ariaga erinnert, der zwar früher, aber unter ähnlichen Umständen zu einem erstaunlich ähnlichen Quartettschaffen kam. Klar: Äppel / Birnen bzw Klassik / Frühromantik, aber diese überraschenden Schatten, die da manchmal in die regelkonform gearbeiteten Sätze fallen, die haben was vom jungen (nein, frühen) Schubert,
    Danke jedenfalls an Felix Meritus!

    Don Juan op. 20 TrV 156 (1888)
    Aus Italien op. 16 (1886)
    Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28 TrV 171 (1894–95)
    Also sprach Zarathustra op. 30 TrV 176 (1896)
    Don Quixote – Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters, op. 35 TrV 184 (1897)
    Macbeth op. 23 TrV 163 (1886–88, rev. 1889/90 und 1891)
    Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28 TrV 171 (1894–95)
    Also sprach Zarathustra op. 30 TrV 176 (1896)
    Eine Alpensinfonie op. 64 TrV 233 (1911–15)
    Don Quixote – Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters, op. 35 TrV 184 (1897)
    Tod und Verklärung op. 24 TrV 158 (1888–89)
    Ein Heldenleben op. 40 TrV 190 (1898)
    lange nix...
    Sinfonia domestica op. 53 TrV 209 (1902–03)

    Die Staatsoper Hannover streamt eine m.E. wirklich sehenswerte Vorstellung: https://www.staatstheater-hann…turn-of-the-screw.1298871


    Wir hatten bei der heutigen online-Premiere einen wirklich spannenden Abend vor dem eigenen Rechner am eigenen Tisch mit eigenen Getränken. Und so nett es war, zu Hause und so - Dieses Stück hätte uns life im Opernhaus richtig fertig gemacht. Dafür gibt es Theater.


    Dennoch: Ganz große Empfehlung für diese Online-Produktion.

    Was ist bei WDR 3 los?

    Ich finde gerade keinen besseren Faden dafür, falls es einen gibt, bitte rücksichtslos herumschieben!


    Ich musste unlängst erfahren, dass bei WDR 3 zwei m.E. sehr gute Modeatoren des morgendlichen "Klassik-Forums" hingeworfen haben, nämlich Kalle Burmester und Michael Stegemann. Außerdem soll angeblich die sachkundige Crew des vorher ausgestrahlten "Mosaik" versetzt worden sein und durch die üblichen Labermaschinen ersetzt werden. Sagt mein Buschfunk. Ich wohne im NDR-Gebiet und habe das damit schon lange hinter mir (NDR 3 wird NDR Kultur, also KLassikRadio 2), bekomme aber auch nicht so viele Nachrichten aus dem Westen mit. Jedenfalls nicht, ohne die Bezahlschranke der regionalen Blätter zu überspringen;)
    Ein Interview mit Michael Stegemann ( https://van.atavist.com/stegemann ) lässt ganz Böses ahnen.
    Ich hatte vor gar länglicher Zeit schon einmal Befürchtungen dahingehend, als man Jörg Lengersdorf als Moderator einstellte ( WDR3-Moderatorin nach Kritik entlassen )
    Da wurde ich noch nett und kompetent besänftigt.
    Klappt das nochmal?
    Wer ist im NRW-Gebiet sachkundig?


    Meine Frau sagt immer, ich soll nicht labern, sondern konkrete Fragen stellen. Also: Wird WDR 3 so umgebaut wie damals NDR 3?
    Danke schonmal! :wink:

    Es gibt nicht so viele Ensembles wie bei Puccini, wo er sich einfügen müsste, aber dort, wo es sein muss, ist er m.E. tadellos. Emotionale Ausbrüche in den Duetten sind ja in diesem Genre kein Makel, insofern bin ich zufrieden. Und hey - wie heterogen kann eine Besetzung sein? Dass das so (für mich) fantastisch funktioniert, ist erstaunlich. Ob das Wallbergs Verdienst ist? Dirigiert ist das alles jedenfalls auch erstklassig.

    Wer ihn mal im Studio in großer Form erleben möchte, dem sei diese Aufnahme ans Herz gelegt:

    Unidiomatischer besetzt geht's scheinbar nicht mehr - Italienischer Verismo mit Weikl, Popp und Wallberg? Und dann noch Bonisolli in einem fremden Fach? Nix da - er ist in den beiden hochemotionalen Arien absolut zu Hause. Und die nicht-italienischen Fachkräfte (Milcheva!) sind nach meinem Dafürhalten absolut überzeugend. Und auch das Werk, das Pagliaggi musikalisch in nichts nachsteht, verdient das eine oder andere Ohr.

    Bissl off-topic, aber mich erinnert das an einen Bekannten, der am Rande einer Demo laut und nicht zu seinem Nutzen erzählt hat: "Was ist das seltsamste Tier? Das Polizeipferd. Das Arschloch sitzt oben."


    Mir hat der Weihnachtsmann diese Aufnahme gebracht.
    Mir gefällt sie sehr, weil die Solistin, die übrigens unglaublich spielt, so schön ins orchestrale Geschehen eingebettet ist. Sehr organisch ist das alles, im Gegensatz zu der gewiss nicht schlechten Aufnahme mit Vilde Frang, die die einarmige Geigerin sehr nach vorne zieht. Im zweiten Satz ist das ganz cool, aber sonst fehlt mir die Einbettung.
    Brittens eigene Aufnahme mit Lubotsky ist m.E. wegen Authentizität usw. nicht zu schlagen, zumal sie fabelhaft aufgenommen ist, aber mir gefällt doch die Steinbacher-Aufnahme besser. Liegt vielleicht an den Tempi, ich weiß es nicht. Ich muss meine vorliegenden Aufnahmen (da sind noch Andere) mal gründlich durchhören.
    Aber wie auch immer: Danke, lieber Weihnachtsmann! Was für ein schöner Ohrenöffner für ein fabelhaftes Werk.