Beiträge von Ecclitico

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Wenn du "Solo" als Namen betrachtest, wie z.B. "Barolo", dann wird es - jedenfalls offiziell - im Plural nicht verändert: Un Barolo, due Barolo.


    Die Argumentation funktioniert natürlich nur, wenn man Bach die künstlerische Freiheit zugesteht, seiner Komposition einen Namen gegeben zu haben: "Solo".


    Ansonsten ist halt festzustellen, dass man sich vor 300 Jahren ohnehin viele sprachliche Freiheiten genehmigte, sowohl als Italiener, und erst recht als Ausländer.


    Wobei, auch wenn ich kein Italiener bin: "sei quartetto" klingt in meinen Ohren unmöglich, aber "sei Solo" irgendwie nicht.

    Weil: "sei soli" klingt, als ob es sich um Soli innerhalb eines Stückes handelt, während "sei Solo" darauf hindeutet, dass es ein eigenes Stück ist.


    Unabhängig davon, ob das ein Italiener auch so sieht: Bach war ja genauso wenig Italiener wie ich, also hat er aus demselben Grund wie ich nicht "sei Soli" geschrieben: Weil es das Werk abwertet.


    Thomas (Bachversteher)

    Fazit:

    Durchaus spannend und wie üblich routiniert gespielt. Die Münster-Truppe ist einfach gut. Allerdings wirkt der Plot doch etwas arg konstruiert.


    Nun ja: Bei der Oper ist das Ziel nicht, das Libretto wissenschaftlich exakt nachzuspielen. Und ein Tatort ist keine Polizei-Dokumentation...

    Heute Abend gibt's/gab's Münster. Wer's verpasst hat (wie ich):

    Des Teufels langer Atem | Tatort
    Völliger Blackout: Kommissar Thiel kann sich nach dem Aufwachen nicht erklären, wie er in diesem Hotelzimmer gelandet ist. Und was machen Prof. Boerne und der…
    www.daserste.de


    Werde mir das jetzt gleich reinziehen. Ich meine: Ansehen. Oder "glotzen", wie es hier wohl heißt.


    Hat Münster wirklich abgewirtschaftet? Der "Graf" stellte das in diesem Thread mal fest, das war ca. im Jahr 2014.


    Bitte um Auskunft!

    Dann ist die Frage, warum man nicht voraussehen kann, dass nichts Gutes herauskommen kann, wenn einer etwas macht, was er nicht kann. Oder glaubst Du, dass es interessant sein kann, wenn einer, der noch nie Klavier gespielt hat, Liszts h-Moll-Sonate vorträgt? Ich nicht. Ich meine, es ist voraussehbar, dass das nichts werden kann. Um das zu sehen, muss man nun wirklich kein Hellseher sein.

    Der Vergleich, den du hier bringst, ist, wissenschaftlich betrachtet: Unfug. Und ziemlich peinlich für jemanden, der sich für intelligent hält.


    Hinweis: Mein IQ liegt bei ca. 95%, d.h. ich bin - gemäß IQ - intelligenter als 95% der Weltbevölkerung. Das ist angeboren, also nicht mein Verdienst. Ich kann echt nichts dafür. Und ich habe auch Nachteile deswegen. Zum Beispiel bekomme ich fast körperliche Schmerzen, wenn ich so einen Vergleich wie oben zitiert sehe. Zumindest wenn er von jemandem kommt, der sich für intelligent hält. Geht gar nicht. Ich verlange Schmerzensgeld!


    Ansonsten gilt nach wie vor: Die Qualität eines Kunstwerks bemisst sich mit seiner Wirkmächtigkeit.

    Genauer: Wirkung über die Zeit. Egal ob Malerei, Literatur, Komposition, Interpretation, Inszenierung etc.


    Bezogen auf Regiearbeit kann man das hier problemlos nachlesen: Hervorragende Inszenierungen sind solche, an die man sich noch nach Jahren positiv erinnert.


    Ein "Dilettant" wird allerdings nur dann in die Geschichte eingehen, wenn er irgendwas einbringt, was die "Profis" nicht können. Das ist bei einem Maler als "Regisseur" also durchaus gegeben. Erfolgreich wird das Ganze aber nur dann, wenn sich ein Team aus Spezialisten zusammenfindet, das aus den Fähigkeiten der Einzelpersonen ein überzeugendes Werk (=Inszenierung) schafft. Die Bezeichnungen für die Team-Mitglieder (Regisseur, Bühnenbildner, künstlerischer Berater, etc.) sind dabei irrelevant. Die prominenteste Person bekommt halt die wichtigste Bezeichnung: Regisseur.


    Man sollte sich also das Werk, an dem der Lüpertz beteiligt ist, durchaus mal zu Gemüte führen.



    Thomas

    Wenn die Rechten an der Macht sind, wird alles ausgemerzt, was an Linke erinnern könnte. Wenn die Linken an der Macht sind, wird alles ausgemerzt, was an Rechte erinnern könnte. Wobei die Linken das Ganze auch noch als "demokratisch legitimiert" bezeichnen.


    Das Volk wird allerdings in keinem der beiden Fälle befragt. Wäre viel zu riskant.

    Bei den Römern hieß das übrigens "Damnatio memoriae", bzw., wie ich gerade lese, nannten sie es "abolitio nominis".


    Im übrigen sollte man historische Personen nach ihrer Hauptbeschäftigung beurteilen. Hermann Löns wurde z.B. nicht als Antisemit oder Frauenfeind bekannt, sondern als "Heidedichter". Und ich behaupte: Sich damals für Heimat und Natur einzusetzen, war wesentlich unbequemer, als es das heute ist.


    Zumal die heutigen "Naturschützer" die Natur auch nur deswegen "schützen", um sie nach ihren Bedürfnissen ausbeuten zu können, nämlich in Form von touristischer Vewertung.

    Wenn die Rechten an der Macht sind, wird alles ausgemerzt, was an Linke erinnern könnte. Wenn die Linken an der Macht sind, wird alles ausgemerzt, was an Rechte erinnern könnte. Wobei die Linken das Ganze auch noch als "demokratisch legitimiert" bezeichnen.


    Das Volk wird allerdings in keinem der beiden Fälle befragt. Wäre viel zu riskant.

    Sven Limbecks Text ist an besagter Stelle weniger eine Interpretation, sondern eine Analyse. Im Fall von Don Alonso nimmt er nicht nur das Libretto, sondern auch die Partitur unter die Lupe, um lediglich die Rechtfertigung der Frage zu untermauern, ob dieser den beiden Männern ebenso zugeneigt ist wie ihre Geliebten.

    Was jetzt? Ist Don Alfonso schwul oder nicht? Und woraus ergibt sich das? Aus der Partitur? Ist das dein Ernst?


    Zitat

    An anderer Stelle zitiert Limbeck Despinas Bezeichnung der beiden Jünglinge als „Ganimedi“ - eine historisch gebräuchliche, aber heutzutage weitgehend vergessene Anspielung auf Männer, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. In jedem Fall ist es ein Hinweis darauf, dass das Thema Homosexualität in 'Cosi fan tutte' unterschwellig vorhanden ist.

    Schon wieder so eine Behauptung ohne Beleg. Nur weil die Beziehung zwischen Zeus und Ganymed homerotisch war, heißt das noch lange nicht, dass man mit "Ganimedi" grundsätzlich schwule Männer meinte. Im Fall von Despina ist das sogar komplett auszuschließen.


    Apropos: "In der Ikonografie gilt Ganymed bisweilen auch als Präfiguration des Johannes." (Wikipedia)
    Hoppla? Ist die Welt viellicht doch nicht so eindimensional?
    Obwohl, Johannes war, aus Sicht von Salome, sicher schwul. Und die muss es ja wissen. Wer eine Salome links liegen lässt, kann nur schwul sein.


    Du argumentierst genau so unwissenschaftlich wie die Eiferer, die in allen möglichen Wagner-Figuren irgendwelche "Juden" finden wollen. Z.B. im Holländer. Nur weil es Parallelen zum "Ewigen Juden" gibt. Daraus folgt aber noch lange nicht, dass er Jude ist. Analoges gilt für Kundry.


    Mag ja alles sein. Aber was hat das mit Così fan tutte zu tun? Nix.



    Zusammenfassung: Das mit Così fan tutte war ein veritabler Reinfall.


    Jetzt musst du aber wirklich liefern. Lohengrin, Parsifal, Tannhäuser, Meistersinger.


    Jaja, ich weiß: Ich bin mal wieder zu unfreundlich, und deshalb wirst du dich aus der Diskussion zurückziehen.
    Ist ok. War eh klar.



    Thomas

    Sven Limbecks Text ist an besagter Stelle weniger eine Interpretation, sondern eine Analyse. Im Fall von Don Alonso nimmt er nicht nur das Libretto, sondern auch die Partitur unter die Lupe, um lediglich die Rechtfertigung der Frage zu untermauern, ob dieser den beiden Männern ebenso zugeneigt ist wie ihre Geliebten.

    Was jetzt? Ist Don Alfonso schwul oder nicht? Und woraus ergibt sich das? Aus der Partitur? Ist das dein Ernst?


    Zitat

    An anderer Stelle zitiert Limbeck Despinas Bezeichnung der beiden Jünglinge als „Ganimedi“ - eine historisch gebräuchliche, aber heutzutage weitgehend vergessene Anspielung auf Männer, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. In jedem Fall ist es ein Hinweis darauf, dass das Thema Homosexualität in 'Cosi fan tutte' unterschwellig vorhanden ist.

    Schon wieder so eine Behauptung ohne Beleg. Nur weil die Beziehung zwischen Zeus und Ganymed homerotisch war, heißt das noch lange nicht, dass man mit "Ganimedi" grundsätzlich schwule Männer meinte. Im Fall von Despina ist das sogar komplett auszuschließen.


    Apropos: "In der Ikonografie gilt Ganymed bisweilen auch als Präfiguration des Johannes." (Wikipedia)
    Hoppla? Ist die Welt viellicht doch nicht so eindimensional?
    Obwohl, Johannes war, aus Sicht von Salome, sicher schwul. Und die muss es ja wissen. Wer eine Salome links liegen lässt, kann nur schwul sein.


    Du argumentierst genau so unwissenschaftlich wie die Eiferer, die in allen möglichen Wagner-Figuren irgendwelche "Juden" finden wollen. Z.B. im Holländer. Nur weil es Parallelen zum "Ewigen Juden" gibt. Daraus folgt aber noch lange nicht, dass er Jude ist. Analoges gilt für Kundry.


    Mag ja alles sein. Aber was hat das mit Così fan tutte zu tun? Nix.



    Zusammenfassung: Das mit Così fan tutte war ein veritabler Reinfall.


    Jetzt musst du aber wirklich liefern. Lohengrin, Parsifal, Tannhäuser, Meistersinger.


    Jaja, ich weiß: Ich bin mal wieder zu unfreundlich, und deshalb wirst du dich aus der Diskussion zurückziehen.
    Ist ok. War eh klar.



    Thomas

    Sehr gerne. Das ist ein gutes Beispiel, denn Sven Limbecks Text zu Cosi fan tutte ist einer von zweien, die der Verlag als Probetexte auf seiner Homepage zum freien Lesen zur Verfügung stellt. Er folgt gleich nach dem Mozart-Porträt (im Link auf den Button "Probekapitel" drücken).


    http://www.querverlag.de/casta-diva-2/

    Genau das war's. Die Besprechung der Oper an sich ist in Ordnung, um nicht zu sagen: gut. Natürlich nicht erschöpfend auf dem wenigen Platz (ca. 1,5 Seiten), aber für die Kürze sogar sehr gut.
    Nur: Die Bemerkungen zu homosexuellen Aspekten bringen absolut keinen Mehrwert. Schlimmer noch: Der Autor bedient sich diversen Vorurteilen, die er bei anderen kritisieren würde:


    - Enge Männerfreundschaft: Die sind bestimmt schwul.
    - Älterer Mann hat kein Interesse an bestimmten Frauen: Der muss schwul sein.


    Bei der Gelegenheit: Es gibt Frauen (zum Glück eine Minderheit), die halten sich für jung+attraktiv und können es absolut nicht verstehen, dass sie auf manche Männer null Wirkung ausüben. Das dann halt so. Diese Männer sind dann aber weder schwul noch frustriert noch sonst was. Da muss man nichts hineininterpretieren. So wie man auch nichts hineininterpretieren muss, wenn jemand tatsächlich schwul ist. Oder wenn jemand rote Haare hat. Oder dunkle Haut.


    Wie gesagt: Selbstverständlich darf ein Regisseur eine Oper subjektiv interpretieren, und gerne auch "schwul". Eine Inszenierung ist de facto ein eigenes - wenn auch kurzlebiges - Kunstwerk. Und Kunst darf alles, nur nicht langweilen.


    Nochmal zur "Casta Diva":
    Wenn ich die Liste der Wagner-Opern sehe, weiß ich schon, wer da alles schwul sein soll. Lohengrin, klar. Parsifal sowieso. Biterolf, ok, das sehe sogar ich ein. Bei den Meistersingern wahrscheinlich alle außer Stolzing.



    Thomas

    Sehr gerne. Das ist ein gutes Beispiel, denn Sven Limbecks Text zu Cosi fan tutte ist einer von zweien, die der Verlag als Probetexte auf seiner Homepage zum freien Lesen zur Verfügung stellt. Er folgt gleich nach dem Mozart-Porträt (im Link auf den Button "Probekapitel" drücken).


    http://www.querverlag.de/casta-diva-2/

    Genau das war's. Die Besprechung der Oper an sich ist in Ordnung, um nicht zu sagen: gut. Natürlich nicht erschöpfend auf dem wenigen Platz (ca. 1,5 Seiten), aber für die Kürze sogar sehr gut.
    Nur: Die Bemerkungen zu homosexuellen Aspekten bringen absolut keinen Mehrwert. Schlimmer noch: Der Autor bedient sich diversen Vorurteilen, die er bei anderen kritisieren würde:


    - Enge Männerfreundschaft: Die sind bestimmt schwul.
    - Älterer Mann hat kein Interesse an bestimmten Frauen: Der muss schwul sein.


    Bei der Gelegenheit: Es gibt Frauen (zum Glück eine Minderheit), die halten sich für jung+attraktiv und können es absolut nicht verstehen, dass sie auf manche Männer null Wirkung ausüben. Das dann halt so. Diese Männer sind dann aber weder schwul noch frustriert noch sonst was. Da muss man nichts hineininterpretieren. So wie man auch nichts hineininterpretieren muss, wenn jemand tatsächlich schwul ist. Oder wenn jemand rote Haare hat. Oder dunkle Haut.


    Wie gesagt: Selbstverständlich darf ein Regisseur eine Oper subjektiv interpretieren, und gerne auch "schwul". Eine Inszenierung ist de facto ein eigenes - wenn auch kurzlebiges - Kunstwerk. Und Kunst darf alles, nur nicht langweilen.


    Nochmal zur "Casta Diva":
    Wenn ich die Liste der Wagner-Opern sehe, weiß ich schon, wer da alles schwul sein soll. Lohengrin, klar. Parsifal sowieso. Biterolf, ok, das sehe sogar ich ein. Bei den Meistersingern wahrscheinlich alle außer Stolzing.



    Thomas

    Uwe Friedrich beharrt, bei den Texten zum Kernrepertoire sei vorwiegend „schwules Wunschdenken“ im Spiel.

    Da hat er leider Recht.


    Wobei man es nicht so polemisch ausdrücken muss. Der besagte Opernführer ist ambitioniert gemacht und hat eine vergleichsweise gute Qualität. Er bringt neue Sichtweisen, und so etwas ist grundsätzlich zu schätzen. Man muss sich diese Sichtweisen ja nicht zu eigen machen.


    Manche Dinge sind halt etwas an der Haaren herbeigezogen. Eine gewisse ironische Distanz hätte dem Werk gut getan.


    Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Man kann in Wagners Opern Antisemitismus hineininterpretieren. Oder eben homosexuelle Deutungen. Beides funktioniert genauso mit Mozart oder Verdi. Auch mit Haydn. Der war eh ein Freigeist. Und führte eine "Sex-arme" Ehe. Woraus folgt...



    Thomas


    PS: Mein Eindruck bezieht sich auf ein Kapitel des besagten Führers. Ich meine, es wäre "Così fan tutte" gewesen. Wir können das gerne an einem konkreten Beispiel diskutieren.

    Uwe Friedrich beharrt, bei den Texten zum Kernrepertoire sei vorwiegend „schwules Wunschdenken“ im Spiel.

    Da hat er leider Recht.


    Wobei man es nicht so polemisch ausdrücken muss. Der besagte Opernführer ist ambitioniert gemacht und hat eine vergleichsweise gute Qualität. Er bringt neue Sichtweisen, und so etwas ist grundsätzlich zu schätzen. Man muss sich diese Sichtweisen ja nicht zu eigen machen.


    Manche Dinge sind halt etwas an der Haaren herbeigezogen. Eine gewisse ironische Distanz hätte dem Werk gut getan.


    Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Man kann in Wagners Opern Antisemitismus hineininterpretieren. Oder eben homosexuelle Deutungen. Beides funktioniert genauso mit Mozart oder Verdi. Auch mit Haydn. Der war eh ein Freigeist. Und führte eine "Sex-arme" Ehe. Woraus folgt...



    Thomas


    PS: Mein Eindruck bezieht sich auf ein Kapitel des besagten Führers. Ich meine, es wäre "Così fan tutte" gewesen. Wir können das gerne an einem konkreten Beispiel diskutieren.

    Die Großartigkeit von Gerd Müller als Fußballer bestand übrigens darin, dass er in wichtigen Spielen die wichtigen Tore gemacht hat. Ähnlich wie Maradona. Im Gegensatz zu Messi. Ohne jetzt letzterem die Qualität als Weltklassefußballer abzusprechen.


    Was ich damit sagen will: "Genie" zu sein ist schon mal nicht schlecht. Aber sein "Genie" zum Wohl der Mannschaft einzusetzen, das macht den Unterschied.



    Thomas

    "An etwas glauben" und "jemandem dienen" würde ich nun aber nicht gleichsetzen.

    Wir setzen das nicht gleich, aber Dylan spricht nun mal ständig in Metaphern und/oder auf mehrdeutige Weise.


    Dylans Texte sind keine Anleitungen zum Leben, keine Statements. Sie sollen vielmehr zum Denken anregen, so dass am Ende die eigene, durchaus subjektive Deutung des Hörers entsteht. Die sich im Lauf der Jahre auch ändern kann.



    Thomas

    Einerseits war dieser Ottavio wieder der übliche Schwächling

    Ich verstehe euer Problem nicht. Ottavio ist nun mal ein Schwächling. Ist ganz klar erkennbar, da gibt es nichts zu diskutieren.


    Die Regie kann das zwar ändern (künstlerische Freiheit), aber wenn sie ist nicht tut, ist eine Kritik unangebracht. Da müsste man Da Ponte und Mozart kritisieren. Aber wozu?



    Thomas

    Blöde Frage: Was versteht ihr eigentlich unter "Ballettmusik"?


    Ihr wisst doch hoffentlich, dass grundsätzlich jede Musik als Ballettmusik verwendet werden kann. Von "Alle meine Entchen" bis zu Beethovens Missa Solemnis. Und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Ich sah mal ein Klavierkonzert von Ravel als Ballett, war genial. Und mal was von Bach.


    Hinnsichtlich der speziell als "Ballettmusik" komponierten Musik bin ich leider nicht ganz sicher, wie das abläuft. Ich vermute aber stark, dass der Komponist zwar die einzelnen Szenen bzw. Bilder im Kopf hat, aber keine bestimmte Choreografie. Jedenfalls gibt es zu jeder "Ballettmusik" eine Vielzahl von Choreografien, und es entstehen immer wieder neue.


    Also gilt für die Ballettmusik: Erst entsteht die Musik, dann das Ballett.


    Bei der Filmmusik ist es umgekehrt. Jedenfalls dann, wenn man unter "Filmmusik" die spezielle Zusammenstellung der einzelnen Stücke versteht, die es oft auch vorher schon gab.


    Es scheint aber eine kleine Anzahl von Filmen zu geben, die für eine voher schon existierende Musik gedreht wurden. Auf die Schnelle fällt mir jetzt nur "The Wall" von Alan Parker ein. Kennt jemand noch weitere?


    Was in beiden Fällen ähnlich ist: Bei Filmmusik ohne Film fehlt etwas, ebenso wie bei Ballettmusik (die als solche komponiert wurde) ohne Ballett. Manche sagen zwar, bei Oper ohne szenische Handlung fehlt auch etwas, aber ich persönlich finde den Mangel bei der Oper wesentlich geringer als bei Film- oder Ballettmusik. Außer beim "Nussknacker", warum auch immer.



    Thomas

    Wie ich zu Pink Floyd kam:


    Ende 1980, mit 15, bekam ich endlich eine Stereoanlage mit Platterspieler, daher wollte ich die Sache nun etwas "professioneller" angehen. Basis war Supertramp, die ich mit "Breakfast in America" (1979) kennengelernt hatte.


    In den LP-Charts entdeckte ich zwei Platten von Pink Floyd, die Ende 1980 immer noch dort vertreten waren: "Wish You Were Here" (1975) und "The Dark Side of the Moon" (1973). Das musste also interessant sein. Gekauft, begeistert gewesen.


    Danach machte ich so weiter, wie ich es jedem anderen auch empfehlen würde (siehe Sartre: "Wenn du für dich entscheidest, entscheidest du für alle"):
    Einerseits vorwärts, andererseits rückwärts kaufen, und das jeweils so lange, bis man vom Stil her nicht mehr mitgeht.


    Vorwärts:
    "Animals", klar
    "The Wall", ebenfalls klar. Wer "The Wall" kritisiert, ist ein Neider, der es nicht verkraftet, dass seine Lieblingsgruppe sowas nicht auf die Beine stellen konnte. Muss man nicht ernst nehmen.
    "The Final Cut" ist dann eher was für Fans oder Analytiker, die verstehen wollen, warum sich die Gruppe inzwischen auseinanderentwickelt hat.


    Rückwärts:
    "Ummagumma". Ist nämlich einerseits ein Rückblick auf die Anfänge, andererseits der Höhepunkt der "psychedelischen Phase".
    Wer damit etwas anfangen kann, macht weiter mit "Meddle" (eigentlich ein Muss) und "Atom Heart Mother".


    Ich kaufte danach "More" (Filmmusik) und "A Nice Pair" (also die beiden ersten Alben als Doppel-LP) fast gleichzeitig. Auf allen 3 Platten ist der Einfluss von Syd Barrett erkennbar, obwohl er nur auf dem ersten Album ("The Piper at the Gates of Dawn") als Komponist verzeichnet ist und bei "More" nicht mal als Musiker beteiligt war.


    Inzwischen habe ich alles bis auf "The Endless River", was irgendwann wohl auch noch kommen wird.