Beiträge von Ecclitico

    abgesehen von den üblichen röchelnd versterbenden Greisen, die statt zum Lungenarzt lieber in die Oper gehen

    Das ist menschenverachtend. Und nicht lustig.

    Aber Glückwunsch zu deiner Gesundheit. Damit ist aber bald vorbei, schneller als du denkst. Und dann bitte die Öffentlichkeit nicht mit deinem Anblick belästigen.

    Ich selbst gedenke aber nicht, mich daran zu halten. Ich werde meine Mutter bis zum letzten Atemzug in Restaurants und Theater mitnehmen. Ob euch das passt oder nicht.

    Ich bin derzeit in Vietnam. Kaufkraft ist hier um den Faktor 5 bis 8 geringer als bei uns.

    Verteilung der Verkehrsmittel (grob geschätzt):

    4% Fahrrad

    86% Moped/Motorroller

    10% Auto

    Daraus würde ich ableiten, dass der Motorroller der optimale Kompromiss zwischen Kosten und Reichweite ist. Ich hatte als Schüler zeitweise ein sog. Leichtkraftrad, selbst finanziert. Das machte 80 km/h, und der Zugewinn an Freiheit war extrem. Leider explodierten nach 2 Jahren die Versicherungsbeiträge, aufgrund vieler Diebstähle, damit war die Sache dann gestorben. Aber bei einem Motorroller kann das ganz anders aussehen. Oder man nimmt einen billigen Gebrauchten und versichert gar nicht gegen Diebstahl…

    Das mit dem Habitus solltet ihr einfach mal vergessen. Existiert in der Theorie, ist in der Praxis vernachlässigbar. 80 % der Besucher redet gar nicht über das Gehörte, weitere 19 % beschränkt sich auf „schön“ oder „nicht schön“. 1 % führt Fachgespräche.

    Klamotten können in Einzelfällen ein Thema sein. Aber in der Regel reicht alles oberhalb von „Trainingsanzug“. Kann mir nicht vorstellen, dass das als Hindernis gesehen wird.

    Soziale Systeme funktionieren über Einschließung und Ausschließung. Immer und alle. Sonst würde es sie gar nicht geben können. Das ist weder gut noch schlecht.

    Ok, noch ein Versuch. Golf. Fände ich eigentlich ganz reizvoll. Geld habe ich praktisch unbegrenzt. Zur Not würde ich den ganzen Club kaufen.

    Letztens habe ich aber mal bei einem Golfclub zu Mittag gegessen. Krefeld. Also ich weiß nicht. Die Leute sind doch etwas speziell. Nicht unfreundlich oder gar abweisend. Aber halt anders. Da dachte ich: Ok, so wichtig ist der Sport dann doch nicht.

    Was hat das jetzt mit Strukturen und/oder Ausschließung zu tun? Wollen wir den den Leuten verbieten, Golf zu spielen? Muss es städtische Golfclubs mit subventionierten Beiträgen geben? Und wenn ich dann trotzdem nicht mitmache?

    wer mit "die" gemeint ist

    Bernd, „die“ meint ganz einfach diejenigen, die „Angst“ haben und meinen, „sie“ würden ausgeschlossen. Das ist keine Proposition von Wittgenstein.

    Adieu
    Algabal

    Das ist so langsam echt zum Haare raufen. Sag Deinen Studenten bitte mal folgendes:

    Unsicherheit ist Teil des Lebens. Wie Schnupfen oder verregnete Urlaubstage. Das gibt sich irgendwann. Und bis dahin zieht man die Sache eben mit Unsicherheit durch. Zur Not bis zum Ende des Lebens.

    Was war ich schon unsicher. Da könnte ich ganze Bücher füllen. Wenn es mir wichtig war, habe ich es eben trotzdem gemacht.

    Das ist bei deinen Studenten übrigens genauso. Die vollbringen beeindruckende Dinge, mit oder ohne Unsicherheit. Nämlich dann, wenn es ihnen wichtig ist.

    Noch was aus den mittelbadischen Kuhdörfern der 70er:

    Musik war da sehr präsent. Jedes Kaff hatte einen Musikverein, gegründet in den 20ern. Blasmusik. Und natürlich inklusiver als Fußball. Auch für Männer über 35 möglich, gegen Ende der 70er auch für Frauen. Migranten immer willkommen.

    Aber nix Klassik, nirgends. Das kam dann bei den Jüngeren auf individueller Basis. Und eine Minderheit der Älteren wurde so ca. ab 2000 auch zu Theater-Abonnenten (Karlsruhe). Teilweise auch wieder verscheucht, wegen inkompetentem Regietheater.

    PS: Bin gerade in Vietnam. Musik ist hier leider kein Thema. Südamerika ist da ganz anders.

    [blablablablabla]

    Oh, was bin ich froh, dass du auch nochmal was zum Thema gesagt zu haben meinst.

    Adieu, Algabal

    Was ist dein Problem? Habe ich zu wenig geschwurbelt?

    Apropos: Dein B. argumentiert monokausal. Typisch Geisteswissenschaftler. Wenn Ingenieure so an Probleme herangehen würden, würde hier nichts funktionieren. Probleme sind nie monokausal.

    Was sagt dein B. eigentlich dazu:

    In meinem Kaff (und in den benachbarten) in Mittelbaden wurde Ende der 60er Jahre beschlossen, ein Gymnasium zu gründen. Nix SPD. Nix Bürgertum, oder Elite. Man tat es, weil man es wollte und inzwischen auch konnte.

    Aus ähnlichen Gründen schossen in den 70er Jahren in der Gegend auch die Tennisvereine wie Pilze aus dem Boden. Man wollte einfach etwas Inklusiveres als Fußball haben.

    Und ich mache jede Wette, dass im 19. Jahrhundert die Theater und Konzerthäuser aus ähnlichen Gründen entstanden. Nix Klassenkampf oder Abgrenzung gegen wen auch immer.

    Aber wenn ihr diesen Quatsch den jungen Leuten beibringt, dann glauben die das halt und meinen, man wolle sie nicht dabeihaben. Dabei stimmt das weder beim Tennis noch bei der Musik. Im Gegenteil.

    Die sind aber im Alter unter 30 nicht nennenswert beeinflussbar.

    Später sortiert sich das dann neu. Da ist es dann, wie gesagt, eine Frage der Interessen und Präferenzen.

    Ja, es hängt dann auch vom Freundeskreis ab. Insofern haben es bestimmte Gesellschaftsschichten dann immer noch schwer. Aber auch nur aus unserer Sicht aus der Blase. Aus eigener Sicht dürfte das eines ihrer geringsten Probleme sein.

    Übrigens würde man das in einem Daimler-Forum genau umgekehrt sehen: Wenigstens die Migranten geben ihr Geld noch für sinnvolle Dinge aus.

    Fassen wir zusammen.

    Problem 1: Klassik-Neuling (lernt gerade den Ring kennen) fühlt sich als Teil der Elite und will sogleich missionieren. Natürlich ohne Erfolg. (Wen wundert das???)

    Problem 2: Verpeilte Studenten weigern sich, am Kampf zur Erhaltung der Hochkultur teilzunehmen. (War das schon mal anders???)

    Ich kann euch aber beruhigen, die beiden Punkte sind eh irrelevant.

    Jeder, der halbwegs logisch denken kann, weiß, dass Klassik eine Bestenauslese aus den letzten paar Jahrhunderten ist. Wer also meint, dass Musik wichtig ist und dass man seine begrenzte Zeit optimal einsetzen sollte, landet zwangsläufig bei der Klassik. Vorausgesetzt, er hat zumindest schon mal das eine oder andere gehört. Das geht flächendeckend halt nur über einen sinnvoll gestalteten Schulunterricht.

    Also ich geb's zu: Seine Sprüche sind schon ziemlich cool. Aber labern kann jeder.

    Die reale Gestaltung seines Lebens: Man sieht, er macht nicht Dinge um ihrer selbst willen. Was eine typisch deutsche Eigenschaft wäre und u.a. zu den Verbrechen des Nationalsozialismus führte. Nein, der ist anders. Das könnte glatt ich sein, nur in weniger kreativ.

    Musikalisch ist es halt schon schwere Kost. Erinnert (höre gerade in "Halber Mensch" rein) ein bisschen an TSS, wobei letztere dagegen wie eine Boygroup klingen. Nun gut, ich werde mir wohl doch ein Album von denen zulegen müssen. Da wird dann halt der Hörer dekonstruiert. Dabei war es doch umgekehrt gedacht...

    Ganz sicher nicht.

    Wenn du so weiter machst, dekonstruiere ich deine einstürzenden Neubauten. In Zeiten der Wohnungsnot ist das eh nicht politisch korrekt. So mancher Obdachloser ist da traumatisiert.

    Du musst du dir dann einen anderen Retter suchen. Haydn? Passt nicht. Bushido? Tampoco. Obwohl er ja so einiges geschreddert hat. Vielleicht die frühen Pink Floyd?

    Nein, ich lasse die lieber mal leben. Dass ich kein Album von denen habe, ist schon Strafe genug. Doch, ich habe sie probiert. Damals aber in Konkurrenz zum Notorius BIG. Der hat dann gewonnen.

    Ok, ich erklär's euch.

    Maui liebt es, Personen zu dekonstruieren. Wobei das mit den "Lichtgestalten" nur ein Trick ist. In Wirklichkeit geht es ihm um deren Verehrer. Nur leider spielt ihr nicht mit. Schämt euch.

    Ich will jetzt aber mal nicht so sein. Meine Lichtgestalt ist bekanntlich Haydn. Und der ist unfehlbar. Genau wie seine Verehrer. Aber wehe, es dekonstruiert hier einer. Wen auch immer.

    Übrigens bin ich gar nicht Verehrer von Haydn. Ich bin nur ein guter Freund von ihm. Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen und tauschen unsere Erfahrungen aus. Inzwischen glaube ich sogar, dass Haydn mich verehrt. Mit Geschichte kenne ich mich jedenfalls wesentlich besser aus als er. De facto bin ich die Lichtgestalt, nicht Haydn.

    Heißt das jetzt, dass Maui mich dekonstruieren darf? Davor würde ich dringend abraten! Sonst erzähle ich das meinem Freund beim nächsten Treffen. Und dann vernichtet er zur Strafe mal eben sein letzten 30 Streichquartette. Wollt ihr das? Bestimmt nicht.

    Fazit: Lichtgestalten haben solche zu bleiben. Egal ob Bach, Beckenbauer, Beethoven, Bushido oder Bohlen. Da wird nix dekonstruiert!

    Vor Ort mache ich auch alles handschriftlich. Aber hinterher irgendwelche Notizen und sonstige Zettel abheften, das bringt wenig. Ich ergänze dann halt meine Excel-Tabellen.

    Wobei ich zugeben muss: Der Großteil der "Notizen" (egal wie abgespeichert) ist nach 5 Jahren eh veraltet. Aber ein bisschen Bilanz ziehen macht dennoch Spaß. Selbst wenn es 20 Jahre her ist.

    Außerdem ist es echt krass, seine Aktivitäten von 1998, 2008 und 2018 zu vergleichen. Man könnte meinen, das wären 3 verschiedene Personen...

    Nur für’s Protokoll: Du warst es, der Göttingen und seine Bewohner in eine Schublade gepackt hast. Für Deine negativen Eindrücke und Erlebnisse kann diese Stadt nix.

    Ich hatte mal einen fachlich hervorragenden, aber persönlich schwierigen Kollegen. Kam aus dem Westerwald. Die neue Gegend (südliches Münsterland) passte ihm überhaupt nicht. Obwohl da Hundertausende leben und sich pudelwohl fühlen. Beeindruckte ihn nicht. Hat dann gekündigt. Wir blieben in Kontakt. Er war arbeitsuchend. Kleinstadt? Zu langweilig. Norddeutschland? Zu flach. Hannover? Zu groß. Und wo ist er gelandet: In Göttingen! Da scheint irgendwie alles zu passen.

    Bei Gelegenheit werde ich ihn mal besuchen und ihm seine Stadt zeigen. Als Tourist ist man ja immer besser vorbereitet als die Einheimischen...

    PS: Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants von Göttingen werden vorher natürlich in eine Excel-Tabelle eingetragen.

    Excel ist so unsexy

    Excel ist das sexyeste der Welt. Gibt nix sexyeres. Ich mache alles mit Excel. Musik, Kunst, Urlaub, Finanzen, Fremdsprachen, Wein. Früher Papier, heute Excel.

    Bin übrigens gerade dabei, auch die Jahre 1965 bis 1995 zu erfassen. Du ahnst vermutlich, was 1965 passiert ist...

    PS: Mit einem privaten Treffen wird's dann halt leider nix. Dein Name würde nämlich in einer Excel-Datei aufploppen. Schon wieder ein Date verpasst.

    PPS: Zum Trost werde ich jetzt gleich einen Tatort ansehen. Muss nur in der passenden Excel-Datei nachsehen, welcher es sein wird...

    "Schlimm" ist der offene Brief sicher nicht. Meinen Einwand habe ich ja oben geschrieben.

    Aber zum Trost an w.w:

    Das wird einer der wenigen Opernbesuche sein, an die du dich noch nach 20 Jahren erinnerst. Und das ist auch was.

    Ich bin derzeit damit beschäftigt, meine Theater- und Konzertbesuche der letzten 30 Jahre von Papier in Excel zu übertragen. Grobe Schätzung: Ca. 200 Opern- und Theaterbesuche vor 2003. Davon erinnere ich mich inhaltlich noch an ca. 10. Und das waren die 10 interessantesten.

    Unabhängig vom Inhalt dieser Kontroverse:

    De facto betreibst du hier dieselbe "Anmaßung", die du der Regisseurin vorwirfst. Sie "interpretiert" ein Werk, du "interpretierst" einen Komponisten. Es könnte ja auch sein, dass Verdi die Inszenierung ganz cool finden würde. Immerhin wollte er zeitlebens "Wirkung" erzielen, also die Leute irgendwie erschüttern. Wer weiß, welche Mittel er heute dazu benutzt hätte...

    PS: Mir ist natürlich trotzdem klar, dass es in dieser Oper hauptsächlich um menschliche Gefühle bzw. um Beziehungsgeflechte geht, und nicht um Krieg. Letzterer dient nur als Hintergrund. Ihn in den Vodergrund zu stellen, ist somit eine Umdeutung. Aber Regisseure sollen ja deuten. Und eine Umdeutung ist immer noch eine Deutung.