Beiträge von Christian Junck

    Experimente mit modernen Klängen - welches Programm?

    Hi,


    ich experimentiere derzeit mit zunehmender Freude mit modernen Klängen herum. Ein Beispiel davon könnt ihr hier hören:


    'https://www.youtube.com/watch?v=C7tdcKFV-b8'


    Wie ihr vielleicht beim Hören bemerkt, gerät die Sache zunehmend aus dem Takt. Das mag an dem umständlichen Verfahren liegen; ich notiere Noten im Notationsprogramm (Finale 2009) und erstelle dann für jede Stimme eine Audio-Datei. Danach füge ich sie mit Audacity zu einer einzigen Datei zusammen. Und irgendwie scheint es da zu Verschiebungen zu kommen.


    Da mir das Verfahren aber auch ohne diesen Makel irgendwie zu umständlich ist mal die Frage; welches Programm wäre denn dafür besser geeignet?


    :wink:


    C.

    Dieses kleine, sehr einfache Lied hat einen Text den viele vermutlich von Traueranzeigen kennen.



    Vertont habe ich es, weil es bei der Traueranzeige einer Frau stand,
    die ich zwar nicht wirklich persönlich kannte, aber sie erzählte mir
    ihre Geschichte: Ihr einziger Sohn ist tragisch verstorben. Sie kam
    daraufhin wegen Depression in die Psychatrie. Dort, im Krankenhaus,
    stellte man dann zufällig fest, dass sie Lungenkrebs hat der bereits
    gestreut hat. Ihr Todeskampf dauerte noch lange 6 Monate. Sie hieß Erika Kubiak.


    Leider vergas ich ihren Namen, denn ich wollte ihr eine Mischung
    klassischer Musik schicken, die ihr Trost spenden sollte. Auch die
    Pfleger im Krankenhaus wussten leider anhand meiner Beschreibung nicht,
    wen ich meinte. Erst als ich ihre Todesanzeige vor wenigen Wochen las,
    las ich ihren Namen.
    Darum will ich mit dem Lied in Gedanken nochmal bei ihr sein, und ihr diesen Nachruf widmen.


    Auch aber bin ich in Gedanken bei dem Lied bei meiner Großmutter, bei
    deren Todesanzeige ebenfalls dieses Gedicht drauf stand. Sie starb an
    den Folgen eines Autounfalles vor meiner Geburt, ich lernte sie nie
    kennen.



    'https://www.youtube.com/watch?v=gKGZqr-mWLA'

    Streichquartett Nr. 6
    4 Sätze, G-Dur


    'https://www.youtube.com/watch?v=LvgVoEaOrUo'


    Die Einspielung welche ihr hier hört ist als Streichorchester zu
    hören. Nehmt's mir mir nicht übel, aber die Simulationen für die
    Soloinstrumente sind grausam. Ich habe für einen satteren Klang den
    Cellopart nochmal von einem Kontrabaß eine Oktave darunter nachspielen
    lassen.Leider versagte die Simulation im ersten Satz in der Reprise der ersten Violinstimme bei einer sehr hohen Note.
    Ich werde mich jetzt bemühen, Musiker für eine reale
    Einspielung zu finden. Falls ihr mir da weiterhelfen könnt; ich bin
    dankbar für jeden Tipp.

    Der pathetische Schluss muss ja nicht sein.


    So schlimm? ;+) Der pathetische Schluss ist zwischen all dem Augenzwinkern der Ansatz zu einem ernsthaften Résumé dieser ganzen Geschichte. Dafür müsste man zugegeben den Text einsehen können, aber der gehört eindeutig zensiert. *duck*
    Der Kanon selbst erschien mir hingegen eben auch als "lustiges Stückchen", also im Prinzip könnte man den Schluss auch beim alternativen Text tatsächlich weglassen, ja.


    :wink:

    Da sich die Sonate zumindest auf Youtube inzwischen einiger Beliebtheit erfreute hab ich die MP3-Dateien jetzt auch mal hochgeladen.
    Wer will: :L:


    Die Noten bekommt jeder gerne auf Nachfrage, über verschiedene Einspielungen würde ich mich sogar sehr freuen.


    :wink:

    Christian Junck - Ein wenig Vokales von mir

    Eigentlich drücke ich mich davor meine Vokalkompositionen über Syntesizer anzuhören und zumindest bei den Chorkompositionen bleibe ich auch dabei. Aber da nach etlichen Versuchen und Neuinstallationen endlich mal die Stimme von Garritan funktionierte kann ich zumindest das ein oder andere Lied, Kanon und Arie vorstellen.

    Der Mann vor der Hinrichtung
    Lied für Tenor in c-moll


    'http://www.youtube.com/watch?v=IYoh947UaxU'


    Lyrik:

    Mein Gewissen verursacht den Konflikt,
    weil es meine Unschuld kennt.
    Die letzten Sekunden meiner Lebensuhr tickt,
    und plötzlich nurnoch Gott den Grund mir nennt.


    Gott, wer war das doch?
    Achja! Der Mann der alles lenkt.
    Nimmst du mir also mein Leben noch,
    und irgend einem anderen wird es geschenkt.


    So ist mein Richter nur dein Knecht,
    dem ich folglich alles verzeih'.
    Der Mensch aber doch ersinnst das Recht,
    Gottes Einfluss ist hier vorbei.


    Wohlan, dann geh ich nun dahin.
    Liebste Guillotine bist meine Gattin!
    Mit Würde sind wir nicht verfeindet,
    bis das der Tod uns scheidet.


    Weiteres folgt.

    Erm... ich gehöre wohl zu der Generation, die gar keine CDs mehr hortet bzw. sie vermeidet, wo es geht. Stattdessen geht alles auf externe Festplatten - und da die immer alle angeschlossen sind hat man jedenfalls immer sofort Zugriff. Die Entscheidungsfreiheit ist dadurch natürlich nicht leichter, aber im Zweifelsfall kann man den Computer eine Zufallsauswahl treffen lassen. Irre praktisch, so bekommt man jedenfalls Impulse ein unbekanntes Werk anzuhören.


    Im Moment schätze ich, dass ich etwa 40% meiner Sammlung gehört habe. Das Problem ist natürlich dasselbe wie bei den CDs: Sie wird trotzdem immer größer, wächst schneller als man "hinterherhören"kann. Sogesehen hat die Sammlung jedenfalls immernoch mich, statt umgekehrt. :huh:


    Das Bedürfnis alles einmal angehört zu haben ist da, weil vielleicht auch das Gefühl da ist, mich ärgern zu müssen, dass ich die Musik habe, und sie mir trotzdem noch unbekannt ist. Auf der anderen Seite; viele Werke will ich kein zweites Mal hören, einmal reicht. Ich lösch sie aber trotzdem nicht. :S
    Wenn man meine Musiksammlung auf die Werke reduzieren würde, die ich gehört habe und gerne wieder anhören möchte (entweder aus Genuss, oder/und es besser kennenzulernen), so wäre meine Sammlung nur etwa 2.000 Werke schwer. Das ist recht überschaubar.

    Was den Soundtrack betrifft, so ist für mich die Musik zur "Herr der Ringe-Saga" belanglos und nichtssagend. Das ist für mich nur aufgeblasenes Orchestergetöse, wo bei mir keine einzige Note in den Gehörgängen haften bleibt.

    Ich finde es gibt wirklich schöne Stellen darin. Das "Hobbitthema" ist sogar eine ziemlich coole Melodie. Aber richtig rührend finde ich die Passage wo Gandalf in die Schlucht von Kazadthum (oder wie man das auch schreiben soll) hinunterstürzt. Ich bilde mir bei dem Gesang immer ein, der Sopran singt ein Kyrie Eleison.
    Gelungen fand ich aber überhaupt, dass Orte des Films charackteristische Musik bekam; z.B. Rohan, oder Bruchtal. Das ist gekonnt komponiert.

    mich würde gerne interessieren, welche Parallelen Du zu KV 550 siehst. Der Gedanke an irgendwelche Ähnlichkeiten oder Gemeinsamkeiten beider Werke ist mir noch nie gekommen.

    Jetzt gelesen. :hide:


    Ich dachte dabei jetzt nicht an die Durchführungen - wobei die dieses Klavierkonzertes der der Sinfonie by the way in nichts nachsteht, sie ist nicht so agressiv, dafür hartnäckiger und sensibler. Aber die Ähnlichkeit lässt sich auf diverse Stichpunkte zurückführen. Zwei fallen mir sofort wieder ein; die Einleitungen von KV 550 und 595, ein Takt in denen nur der Akkord gemurmelt wird und erst dann die Melodie einsetzt. Dann betrachte man Passagen wie ab Takt 40 im Kopfsatz (595) und Takt 3 (?) aus dem Finalsatz der g-moll Sinfonie. Fast identisch.
    M.E. gab es noch mehr solcher Auffälligkeiten, die deswegen erstaunlich sind weil sie eben nicht auffallen.

    Schön wie deine Threads einen dazu ermutigen, die frühen Sinfonien Mozarts anzuhören. ;+) Und was es diesen zweiten Satz angeht bin ich deiner Meinung; er allein macht diese Sinfonie sogar von den dir heute gezeigten Sinfonien die Schönste. Aus dem Thema spricht eine fast schon banale, ungetrübte Zufriedenheit (das ist eigentlich etwas, was man bei Mozart später nicht mehr finden
    wird, suchen seine Sätze ab einem gewissen Punkt doch immer das
    Abgründige). Man hört hier wohl noch die glückliche Zeit in Mailand heraus.


    :wink: