Beiträge von Kater Murr

Vom 28. Januar 2022, 13.30 Uhr bis 03. Februar 2022, 13:30 Uhr findet die 12. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins statt. Mitglieder werden gebeten, sich für die Teilnahme ab Freitag hier zu registrieren. Die Freischaltungen erfolgen im Laufe des Freitags, wir bitten dann um etwas Geduld.

    Ich habe gestern die Folge nicht gesehen. In der Vergangenheit gefiel mir zwar Simon (zuerst mit comic relief Krause) und dann mit dem "polnischen" Kollegen zwar als Darstellerin gut, aber die Folgen/Charaktere selbst fand ich nicht erst zuletzt oft sehr unglaubwürdig. Wie sie mehrmals die Tochter mit auf die Polizeiwache nimmt usw. D.h. Lenski ist schon länger eine eher unplausible Gestalt (was keine gute Begründung für plötzliches Ausscheiden ist).

    Ich glaube von "Heller" habe ich nur die ersten zwei Folgen oder so gesehen. Da das highlight (Heller nackich im See) schon vorkam und ich den Charakter sonst schwer erträglich (und natürlich sehr unplausibel, was zwar auf >90% der TV-Polizei zutrifft, aber wie ein pubertierendes Gör benimmt sich sonst niemand) fand, habe ich es gelassen.
    Außerdem will ich normalerweise nicht Sa abend auch noch glotzen. Von den Samstagsabendkrimis fand ich früher gut "Ein starkes Team", aber das ist m.E. seit dem frühen Tod von Maranow deutlich schwächer geworden bzw. mit dem albernen Chef und inzwischen unerträglichen "Sputnik" zu sehr auf der pseudowitzigen Seite. Auch Wilsberg hat mir früher besser gefallen, den Zenith m.E. lange überschritten, obwohl hier die komische Dynamik manchmal noch ganz gut funktioniert (es gibt kaum jemanden, der so großartig zürnen kann wie "Anna" ("GEORG!!!" Rita Russek, die ich als "Hannelore" bei Bienzle nie leiden konnte, was aber an der Rolle gelegen haben muss). Aus der Reihe mit Rohde und Auer gefielen mir einige auch gut (außerdem schätze ich solche Zwangsbedingungen, wie dass der Fall normalerweise in der einen Nacht gelöst werden muss) und zumindest diese beiden sind eben auch so gute Schauspieler, das sie einiges retten können, aber die blieb insgesamt auch unter ihren Potential. Der Grundfehler ist m.E. die schier unfassbare Anzahl dieser Serien. Würde man sich auf halb so viele konzentrieren, dürften mehr überzeugende Filme dabei herauskommen.

    Ich habe den Rest auch schon mal gehört. Inkl. etlicher Parerga & Paralipomena (die Donau allerdings nicht). Aber momentan bringt mich nichts dazu, den Rest mal anzuhören, um eine Reihenfolge aufstellen zu können. Die beiden, die ich mir typischerweise mal freiwillig anhöre, habe ich genannt. Wobei Don Juan einen deutlichen Abstand hat. Till finde ich je nach Stimmung etwas albern.:D

    Die Brahms Streichquartette haben es bei mir nicht leicht gehabt, weil ich mich von folgenden Argumenten nie ganz frei machen konnte: :versteck1:

    • „Das was mir die Brahms Quartette bieten, finde ich bei den Beethoven Quartetten auch - nur besser.“
    • „Die Brahms Streichquintette sind viel besser gelungen - wozu sich mit den Streichquartetten rumschlagen.“

    Mir ist schon klar, dass diese Argumente Quatsch sind, wenn es darum geht, die ganz eigene Qualität dieser Werke zu erkunden (auch wenn ich die Brahms Streichquintette tatsächlich besser finde).
    Jedenfalls hatte ich Probleme mit den Quartetten, sie erschienen mir lange Zeit in ihrer Wirkung stark behindert durch Brahms Ehrgeiz, sich auf die Wiener Klassik (v.a. Beethoven) zu beziehen. Die ganz eigene Note, die Brahms hier einbringt, habe ich jedenfalls lange nicht bemerkt.

    Ich kann zwar nachvollziehen, dass man mit den Brahms-Quartetten nicht allzuviel anfangen kann, aber diese Scheinbegründungen weit weniger. Die Quintette sind ja deutlich spätere Werke, d.h. Brahms hatte sich noch stärker von den Vorbildern gelöst, die außerdem, weil die Tradition hier nicht annähernd so schwer wiegt, leichter offensichtlichere Eigenständigkeit ermöglichen. Und das c-moll-Quartett ist das einzige der drei, das ein wenig an Beethoven erinnert, allerdings hauptsächlich im Gestus der Ecksätze. Dazu könnte man evtl. noch das Variationenfinale des B-Dur (vgl. Beethovens op.74) nennen. Wie oben skizziert, lagen gerade beim c-moll-Werk meine Schwierigkeiten eher bei den sehr brahmsischen Binnensätzen, als dass mich eine zu enge Anlehnung an Beethoven (die ich eben auch nicht wahrnehme) gestört hätte. Inzwischen mag ich die aber auch ziemlich gern; der Hinweis von Christian (6. März 2017) auf die mitunter nicht so deutlich charakterisierten Kontraste im 3. Satz, ist hilfreich.
    Ergänzung: Ich glaube auch nicht, dass Werke mit deutlichem Hommage-Charakter unbedingt dadurch (in der Rezeption) leiden. Mein favorisiertes (und meinem Eindruck nach auch insgesamt eines der zwei oder drei populärten) Mendelssohn-Quartett ist das in a-moll, das am deutlichsten von allen an Beethoven anschließt.

    Zimerman fand ich zu manieriert, wobei mir das hauptsächlich für den Füller, die f-moll-Fantasie, in Erinnerung ist, die ich kaum anhören kann, weil er eine Passage so seltsam spielt. Kann sein, dass die Balladen besser sind. (Ich meine, ich hätte die erste Ballade mal in einer früheren Aufnahme/Mitschnitt? mit ihm gehört, die war gut. Kann ich gerade nicht überprüfen.)

    Das wird in einem 30 oder 40 Jahre alten Beitrag in einem der Musik Konzepte Bände zu Beethovens Tempo schon diskutiert und von einigen für möglich gehalten, von anderen verworfen. Ähnlich wie beim modernen Metronom könnte man die falsche Seite des verschiebbaren Gewichts ablesen.

    Im Schlimmstfall gelten für private Käufer Regeln wie jetzt schon bei Bestellungen aus den USA oder Japan (wobei ich vermute, dass für UK mittelfristig doch eher so ein schweiz-artiger Status ggü. der EU sich ergeben wird). Bis 22 EUR oder so, geht es durch, dann fällt Einfuhrumsatzsteuer (19% oder was immer das gerade ist) an; Zoll allerdings erst bei deutlich über 100 EUR (ich glaube ab 150). D.h. für normale bzw. einzelne CD, DVD Käufe eher irrelevant. Schnäppchen wird man keine mehr machen, sondern eher, wie jetzt eben aus Japan, nur bestellen, was anderweitig nicht zu kriegen ist, wobei die Kosten zweitrangig sind.


    (Der eigentliche Wahnsinn ist, dass lt. Artikel EIN DRITTEL der aus Europa bestellten Waren nach UK zurückgeschickt wird. Eine kaum fassbare Verschwendung von Resourcen, an die wir uns anscheinend als selbstverständlich gewöhnt haben.)

    Rubinstein hat die Chopin-Konzerte dreimal (f-moll viermal) aufgenommen, ebenso zahlreiche andere Werkgruppen (Polonaisen, Scherzi, Mazurken, Nocturnes 3x, die Walzer, glaube ich, "nur" zweimal, die Balladen und Preludes nur einmal, ich schlage es aber jetzt nicht im Detail nach). Bei den Stereo-Aufnahmen war er typischerweise knapp 80, bei den Mono-Aufnahme Anfang 60 und bei denen aus den 1930ern, die sozusagen den jüngsten einigermaßen greifbaren Rubinstein präsentieren, immerhin auch schon zwischen 40 und 50. Verglichen mit Rachmaninoff, Cherkassky und einigen anderen Pianisten, die vor/um 1900 geboren wurden, ist Rubinstein jedenfalls eher "klassisch orientiert", auch und gerade bei Chopin. Dennoch sind die älteren Aufnahmen tendenziell etwas "freier und wilder" als die späten Stereo-Aufnahmen. (Wobei ich die Konzerte überhaupt nicht präsent habe, obwohl ich eigentlich alle beim Durchhören der Riesenbox vor 2 Jahren oder so mal gehört haben müsste.)

    Ballauf kommt meiner Erinnerung nicht in allen Folgen vor. Ich habe die auch als ganz gut in Erinnerung; allerdings habe ich vermutlich nicht alle gesehen. Die Koch ist nicht nur als Dummchen inszeniert, aber man wird schon einen Unterschied zu den heutigen Grrls feststellen. Ab irgendwann ist sie mit einem Staatsanwalt namens "Heinzi" liiert, den sie ziemlich unter der Fuchtel hat.
    Irgendwann in dieser Zeit, Mitte der 1990er, habe ich begonnen, Tatort regelmäßig zu gucken. Wie irgendwann schon mal geschrieben, stammen m.E. einige der besseren Folgen aus Anfang/Mitte der 1990er, zB Stoever, Münchner (zB die mit Rio Reiser), Odenthal, Ehrlicher & Kain. Aber natürlich gibt es auch einen erheblichen Anteil Schrott (wie zB die (wenigen) Berliner mit Glatzeder).

    Staatsangehörigkeit ist ein überkommenes Konzept ohne jegliche Aussage.

    Gibt es irgendein Konzept, das sich nicht wohlfeil auf diese Art charakterisieren ließe? zB Recht, Menschenwürde, Freiheit, Globalisierung, Weltbürgertum etc.
    Und natürlich ist es in der Praxis nicht ohne jegliche Aussage. Und man sollte auch immer überlegen, was jemand, der diese Praxis ändern will, als Neues an die Stelle des Überkommenen setzen möchte (falls er überhaupt einen konstruktiven Vorschlag hat). Es muss nicht besser sein, bloß weil es etwas neues ist.

    In einer echten Satire hätte es im Verlauf mindestens einen Toten gegeben, durch die internen Streitereien oder das Zusammenrotten gegen den harmlosen älteren Herrn mit den angeblichen Pädo-vibes. Tatsächlich wundert mich, ganz unsatirisch, sehr, dass es in der WG nicht mehrere Tote gab! Hätte es defintiv, wäre ich dabeigewesen... :D Die waren ja fast alle unerträglich, besonders in den Plenarsitzungen, wobei es für das junge Paar mit Lisa und Lara auf der Alb sicher hübscher ist.

    Sowohl die Elemente der lange falsch zugeordneten Leiche als auch der vertuschte Unfall (

    kamen mir vage bekannt vor. Sie sind aber zumindest noch nicht abgedroschen und die Kombination war nicht unoriginell. (Freilich muss man heutzutage mit ganz anderen Identifzierungsmöglichkeiten schon einiges leisten, um solche Verwechslungen plausibel erscheinen zu lassen. Niemand kennt den Nachnamen der Frau?!? Und man hat keine suchbare Meldedatei, in der man mal nach dem sehr ungewöhnlichen Vornamen suchen könnte. Bei "golden age crime" kommen relativ häufig sogar Verwechslungen lebender Menschen vor, weil eben niemand ein genaues Foto hat etc. (es gibt einen Nero Wolfe Fall, in dem ein Assistent für eine damals (ca. 1950) horrende Summe von NYC nach Mittelamerika fliegt, um mittels dortiger Unterlagen/Fotos einen Hochstapler zu entlarven (und dessen Mordmotiv bestand darin, die zwei oder drei Leute, die ihn in NY hätten identifzieren können, aus dem Weg zu räumen).


    Diese Pseudo-WG war für echte Satire nicht übertrieben genug (wobei mir das bei Tatorten u.ä. schon mehrfach aufgefallen ist, dass mir nicht klar war, inwieweit etwas satirisch überzogen oder ernst gemeint sein soll.