Beiträge von Agravain

    Hier lief:



    Johann Christoph Pepusch: Venus and Adonis

    Ciara Hendrick (Mezzosopran) - Venus
    Philippa Hyde (Sopran) - Adonis
    Richard Edgar-Wilson (Tenor) - Mars
    The Harmonious Society of Tickle-Fiddle Gentlemen
    Robert Rawson

    Sehr nice.

    :wink: Agravain

    muss man dem Rezensenten glauben

    Nein. Grundsätzlich nicht. ;)
    Aber hier formuliert er doch einen Punkt, bei dem ich d‘accord gehe: die Aufnahme hat insgesamt etwas Inkonsistentes. Aber einen in seiner Gesamtheit so deutlich und durchweg mäßigen Eindruck wie Franck hatte ich beim ersten Lausch nicht. Aber es war eben nur ein erster Lausch.

    :wink: Agravain

    Hier lief:



    Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion BWV 245

    Thomas Cooley - Evangelist
    Paul Max Tipton - Jesus
    Nola Tichardson - Sopran
    Aryeh Nussbaum Cohen - Countertenor
    Derek Chester - Tenor
    Harrison Hintzsche - Bass

    Cantata Collective
    Nicholas McGegan

    Hat mich jetzt eher unterwältigt. Thomas Cooley sticht qualitätiv heraus. Die anderen Solisten haben mich nicht gefesselt, hier und da gibt es (kleinere) phonetische Hürden und Idiosynkrasien. Der Chor klingt größer als er ist und ist klanglich nicht gut eingefangen. Da klingt es oft doch vielmehr nach Murmelgruppe denn nach Spitzenensemble. Bisweilen scheint mir das Ensemble auch nicht 100%ig zusammen. Nun ja. Von McGegans Interpretation hatte ich mir mehr erhofft. Das wirkt doch ziemlich von der Stange.

    Nun:



    Bedrich Smetana: Má vlast

    Czech Philharmonic
    Semyon Bychkov

    :wink: Agravain

    Ups. Stimmt. Ich habe noch nicht einmal abgeschrieben, sondern nur kopiert. Gut, so verfassen manche ganze Promotionsschriften… Grins1

    Aber die Aufnahme von Pichon ist SUPER!

    Wahrlich eine knackige Aufnahme. Wobei… Mir persönlich gefällt die von Parrott noch einen Tuck besser. Reine Geschmacksache.

    :wink: Agravain

    Hier lief:



    Johann Sebastian Bach: Köthener Tauermusik BWV 244a (Rekonstruktion: Morgan Jourdain)

    Sabine Devieilhe, Damien Guillon, Thomas Hobbs, Christian Immler
    Pygmalion
    Raphaël Pichon

    :wink:

    Hier:



    Johann Theile: Passio Domini nostri Jesu Christi (Matthäus-Passion)

    Weser-Renaissance Bremen
    Manfred Cordes

    Theile war seit 1684 Hofkapellmeister am Hof zu Wolfenbüttel und hatte bis dahin schon eine beachtliche Karriere als Organist in Stettin und Lübeck hinter sich. Zudem war er Hofkapellmeister bei Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottdorf gewesen. Die Hamburger Oper am Gänsemarkt wurde mit einem Singspiel aus seiner Feder eröffnet. Er war Schüler von Schütz und ein Freund Buxtehudes. Und obwohl der Einfluss Schütz‘ kaum zu leugnen ist, so ähnelt der Duktus und der Fokus auf eine so plastische wie dramatische Ausgestaltung der Affekte eher an Buxtehude. Überhaupt hat diese Passionsvertonung einen bühnenhaften, eher straff nach vorn drängenden und nicht sonderlich kontemplativen Charakter. Theiles Blick liegt eindeutig auf dem Drama der Passion. Dementsprechend forsch gehen Cordes und das Ensemble Weser-Renaissance zur Sache und treiben die Handlung druckvoll voran. Hans-Jörg Mammel und Dominik Wörner als Evangelist und Jesus gestalten das im Wesentlichen dialogisch angelegte Geschehen ausgesprochen fesselnd. Ich habe diese Passion mit Gewinn gehört.

    :wink: Agravain

    An Aufnahmen der "Theodora" gibt es wahrhaftig keinen Mangel. Somary, Harnoncourt, Christie, Neumann, McGegan, McCreesh, Emelyanychev & andere haben zum Teil herausragende Darstellungen vorgelegt. Nun gibt es erneute eine interessante Einspielung am Markt, die sich heute hier im Player dreht:

    George Frideric Handel: Theodora HWV 68

    Louise Alder - Theodora
    Tim Mead - Didymus
    Anna Stéphany - Irene
    Stuart Jackson - Septimus
    Adam Plachetka - Velens

    Archangelo
    Jonathan Cohen

    Schnittig.

    :wink: Agravain

    Nun:



    Johannes Brahms:
    Alt-Rhapsodie op. 53, Schicksalslied op. 54, Nänie op. 82 & Gesang der Parzen op. 89

    AgnieszkaRehlis - Mezzosopran
    Orquestra y Coro de la Comunidad de Madrid
    Marzena Diakun

    :wink: Agravain

    Hier:



    Johannes Brahms: Schicksalslied, op. 54

    Prager Philharmonischer Chor
    Tschechische Philharmonie
    Giuseppe Sinopoli

    Die - wie ich finde - interpretatorisch noch immer überzeugendste Aufnahme am Markt.

    :wink: Agravain

    Unsere Erwartung diesbezüglich ist übertrieben, weil wir viele Bachkantaten gehört haben

    Das will mir auch nicht recht einleuchten, zumal ja nun gerade Mendelssohn tief in das Werk Bachs und Händels vorgedrungen war. MB hat ja schon auf die Oratorien hingewiesen. Da scheut sich Mendelssohn nicht, punktgenau die im Text formulierten Affekte musikalisch aufzugreifen (z.B. „Es ist genug usw“).

    Im Grunde geht es ja in der Kantate um die Unruhe der Seele, um das Lechzen nach Gott und die Herstellung des inneren Friedens. Ich habe den Eindruck, dass Mendelssohn von Beginn an deutlich macht, dass - aller Unruhe der Seele zum Trotz - Gott vom ersten Takt an Friede verströmend da ist. Die Unruhe ist im Grunde überflüssig und wird darum auch nicht intensiv ausgestaltet. Die sanfte musikalische Ausgestaltung des Eingangschores wäre dann ein ähnlicher Kniff wie das Nachspiel in Brahms‘ „Schicksalslied“: ein den Text konterkarierender Kommentar des Komponisten.

    :wink: Agravain

    Puh, wenn ich da reinlese, bin ich nicht sicher, ob die wissen, was sie da tun.

    Das weiß ich mangels Kenntnis des Hebräischen leider auch nicht. Hinsichtlich der Bedeutung desselben herbräischen Verbes zu Beginn von Psalm 42 kann ja vielleicht jemand aushelfen.
    Dass es - wie es in der Septuaginta heißt - um die Sehnsucht nach Gott geht, schien mir eigentlich immer klar. Und dieses Sehnen hat Mendelssohn anscheinend als sanft, aber auch kraftvoll empfunden und so umgesetzt.

    :wink: Agravain

    Einen ganz schönen Mittelweg geht m.E. Hickox, der den Satz in insgesamt 5:49 bewältigt, aber nicht einen Moment eilend wirkt, sondern bewegt bei gleichzeitiger innerer Ruhe.

    Die Schnipsel klingen wirklich sehr überzeugend! Ich zögere aber die Box zu kaufen, denn die Oratorien habe ich schon im Regal.:(

    Die Einzelaufnahme gibt es gebraucht dort, von wo wir keine Bildchen mehr beziehen. Ist aber auch ziemlich teuer. Bei Discogs hingegen günstig. ;)

    :wink: Agravain

    Wann schreien Hirsche denn nach Wasser?

    Aufgrund dieser Problematik hieß es m.E. ja auch „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele…“. Aber davon ist man seit einiger Zeit wohl wieder weg, weil so dasselbe hebräische Wort unterschiedlich übersetzt wurde. Aber da wird MB mehr zu sagen können.
    Vgl. auch hier: https://www.ekd.de/revision-luthe…ehler-12544.htm

    :wink: Agravain