Beiträge von Fliu

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    Dann noch der zunehmende nicht-reflexive Gebrauch von "sich erinnern" (also ohne "sich"): "ich erinnere das gerne" statt "ich erinnere mich gerne daran".


    Das hab ich zum Glück noch nie gehört! Wie fürchterlich! :faint:

    Ebenso lehne ich das Wort "wo" ab, wenn es nicht im lokativen Sinne gemeint ist. - Die wo... :)


    Das österreichische Pendant hierzu lautet "die was". Auch schlimm :D Meist verwendet von Menschen, die normalerweise Mundart sprechen und von Zeit zu Zeit versuchen, Hochdeutsch zu sprechen (oft Kinder, die erst in der Schule Hochdeutsch lernen).

    Viel schlimmer als die persönliche Vereinnahmung von Anderen durch die Wir-Form finde ich Leute, die mich in der dritten Person ansprechen. Erst letztens wieder an der Supermarktkasse: "Hat er denn eine Kundenkarte oder ein Pfandbon?"
    "Ja, wer denn eigentlich?" fragt man sich dann. Beliebt auch bei Ärzten: "Na, wie geht's ihm denn heute?"


    Noch nie gehört! Zum Glück.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass einem diese ewige Suche nach dem richtigen Instrument schlaflose Nächte bereiten kann.... Wir Sänger haben es da einfacher: Wir müssen uns einfach mit dem abfinden, was wir haben. Ist aber auch nicht immer so leicht :D

    Mmmmhhhh, das müsste eigenlich möglich sein, sonst hätten wir in der zweiten Umfrage nicht 17 Instrumente bei 11 abgegebenen Stimmen....


    Ok... ich habs nur bei den Sängern ausprobiert und einfach angenommen, dass es bei den Instrumenten genauso war :D


    Hallo Fliu, danke für die Bemerkung, die sofort nach dem Lesen in die Tat umgesetzt wurde. Ab nun kann jeder Chor und Solist ankreuzen, bei den Instrumenten ging dies ohnehin schon.


    Tausend Dank :D Leider hab ich schon vorher abgestimmt ;( ;+)

    Darf ich eine Beschwerde äußern? :D Was ist mit Leuten, die mehrere Instrumente spielen, oder sowohl solistisch als auch im Chor singen? Die können leider auch immer nur eine Option ankreuzen. Das verfälscht das Ergebnis :D
    Ich hab jetzt einfach mal Chor angeklickt, weil ich schon länger im Chor singe als solistisch.

    Hallo Fliu,


    wirklich viel einzuwenden habe ich gegen deine verständigen Zeilen nicht. Und du wirst es mir sicher verzeihen, wenn ich mich jetzt noch an Details aufhänge:

    Klar :D


    Jaaaa...iiiin. Wenn man auf die richtigen Klappen oder Löcher greift , kann man auf der Oböse (mit anderen Blasinstrumenten kenne ich mich weniger gut aus) im melodischen Zusammenhang nicht ganz so daneben liegen wie ein Streicher. [...] Aber die generelle Orientierung ist durch die Klapparatur erst einmal leichter als bei Streichinstrumenten, das stimmt.

    Und genau das meinte ich :)


    Ebenfalls jaaa....iiin. Ich lade dich gerne mal in meinen Anfängerunterricht ein. Das, was man da zu hören bekommt, ist oft schon harter Tobak, Klang UND Intonation betreffend. Bei der Blockflöte sieht es freilich nicht ganz so arg aus. So laut und vermutlich auch so falsch kann man auf ihr nicht hupen.

    Nun, der Klang ist halt wieder eine andere Geschichte. Danke für deine Einladung, aber ich glaube, das will ich meinen Ohren nicht antun :D


    Naja, es hieß schon irgendwo, daß die Sänger und Streicher in Bezug auf saubere Intonation mehr auf ihr "musikalisches Gehör" angewiesen sind als die Bläser.


    Aber "weniger auf etwas angewiesen sein" heißt doch nicht "weniger davon besitzen".


    Außerdem habe ich in diesem Zusammenhang nach wie vor ein großes Problem mit der Formulierung "musikalisches Gehör". Denn "Musikalität" (welche notgedrungen immer auf das Gehör angewiesen ist) kann man für meine Begriffe ganz und gar nicht auf ein besonders ausgeprägtes Gefühl für genaue Tonhöhen reduzieren.

    Wie Fairy schon sagte, man verwendet den Begriff "musikalisches Gehör" ja nicht synonym mit "Musikalität". "Gehör" alleine wäre zu ungenau, daher der Zusatz "musikalisch", damit man weiß, was gemeint ist. Man könnte es natürlich auch anders nennen, aber mir wäre jetzt kein anderer, üblicher Begriff dafür bekannt.

    Natürlich darfst du ;+) Ich hatte es zuerst auch beinahe genauso wie du aufgeschrieben - dachte dann aber, das kurze u in schmunzeln ließe sich nicht dem dem langen in rufen vereinbaren. Daher wurde aus ie nur mehr i ;+) Auch die "l"s ließ ich schließlich weg, aber ich denke, mit klingt es doch irgendwie besser :D

    Es wird immer wieder behauptet, das Gehör lasse sich trainieren, die Herausbildung des relativen Gehörs, das Vom-Blatt--Singen, das Erkennen falscher Intonation sei hauptsächlich Übungssache. ich kann das aus meiner Erfahrung nicht bestätigen, ich habe den Eindruck, mein Gehör lässt sich auch durch hartnäckige Arbeit daran kaum verbessern. Wie sind da eure persönlichen Erfahrungen?


    Mir geht es hier wie arundo donax: Bei mir hat sich das Gehör mit den Jahren des Chorsingens (und später auch solo) auf jeden Fall extrem verbessert. Am Anfang war mir eine Aussage des Chorleiters, wir wären zu tief, schlichtweg schleierhaft. Jetzt höre ich aber schon sehr feine Nuancen und es bereitet mir richtiggehend Schmerzen, einem schlecht intonierenden Chor/Solosänger/Instrumentalisten oder einem verstimmten Instrument zuzuhören :wacko:



    Frag mich mal, wie ich mich an der Hochschule durch das Horrorfach Gehörbildung durchgeschmuggelt habe! :D :angel:


    Trotzdem ist mir die Formulierung "musikalisches Gehör" in diesem Zusammenhang viel zu pauschal. Die Fähigkeit des Nachschreibens von (meistens auf einem arg verstimmten :D ) Klavier vorgespielten Ton/Akkordfolgen und das Gespür für die richtige Tonhöhe beim eigenen Spiel sind zwei ganz unterschiedliche Geschichten. Demenstprechend saßen in der Gehörmißbildung neben mir auch genug hervorragende Instrumentalisten, die mit den Diktaten nach Schema F ähnliche Probleme wie ich hatten, aber trotzdem im Orchester auf gutem Niveau intonierten.
    Übrigens waren auch die meisten Sänger erstaunlich schwach in der schulmäßigen Gehörbildung.... :D


    Das ist klar... warum sollten Sänger auch besser als Instrumentalisten sein, wenn es darum geht, gehörte Töne oder Akkordfolgen aufzuschreiben? ;+) Fairy hat das ja auch nirgends erwähnt. Im Gegenteil, ihr Conservatoire ist hinsichtlich der Wertigkeit des Solfège-Unterrichts wohl eher eine Ausnahme - hierzulande werden derartige Dinge in der Ausbildung von Sängern meines Wissens eher vernachlässigt.
    Denn auch beim Sänger ist es nun mal so, dass "das Gespür für die richtige Tonhöhe beim eigenen Spiel zwei ganz unterschiedliche Geschichten" sind, wie du schreibst.



    Dass gerade auch bei Blasinstrumenten die Intonation ein äußerst wichtiger Punkt ist, wird sicher niemand bestreiten, der zumindest ein kleines bisschen Ahnung hat. Und auch Fairy hat das ja nicht getan.
    Es ging doch eher um die Grundlagen, und die lauten: Um beispielsweise auf einer Blockflöte einen Dur-Dreiklang zu spielen, der halbwegs (!) sauber klingt, braucht man weniger musikalisches Gehör, als um dasselbe auf der Geige zu machen (ich habe beides ausprobiert, auch als mein Gehör bereits sehr gut war ;+) ). An Streichinstrumenten gibt es einfach weniger Anhaltspunkte, wie es z.B. die Löcher auf der Blockflöte sind. Ich finde, einen Anfänger, der alleine auf einem Blasinstrument spielt, kann man sich intonationsmäßig eher anhören, als einen Anfänger auf einem Streichinstrument. Mir jedenfalls bereitet ersteres weniger Ohrenschmerzen. Natürlich klingen zwei unisono spielen wollende Blockflöten meist grausam, aber zwei Geigen sind da wirklich um nichts besser, eher im Gegenteil :D Die hört man einfach nur seltener zu zweit spielen.


    DAS ist der Unterschied, von dem Fairy sprach. Wage ich jetzt mal zu behaupten ;+) Am Blasinstrument bewegt sich der gewählte Ton intonationsmäßig in engeren Grenzen als am Streichinstrument. Es gibt einfach mehr Vorgaben. Aber deswegen spricht doch keiner den Bläsern ihr spielerisches Können oder musikalisches Gehör ab (und es behauptet auch keiner, dass Sänger darin besser sind). Letzteres können sie natürlich auch sehr ausgeprägt haben, jedoch muss es für den Anfang nicht so ausgeprägt sein wie bei einem Geigenanfänger.
    Ich hätte nicht gedacht, dass diese (für mich sehr logische) Unterscheidung hier dermaßen viel Staub aufwirbelt :stern:


    Ansonsten kann ich nur Fairy zustimmen:


    Diese Unterscheidung zwischen Punkt 1 und 2 wird z.B. dadurch deutlich, dass mein Freund, der nie ein Instrument gespielt oder gesungen hat, in einer bequemen Lage anstandslos Töne nachsingen kann. Sind die vorgesungenen Töne jedoch höher oder tiefer, als er ohne Anstrengung singen kann, liegt er weit daneben, denn die Technik ist eben nicht da. Wohl aber das musikalische Gehör. Obwohl er denkt, er sei völlig unmusikalisch ;+)

    Ich habe hier drei Vorschläge, die beide nicht ganz richtig sind, aber das ist auch wirklich eine harte Nuss ;+) Ich habe kein ähnliches, aber starkes Verb gefunden, und das -eln lässt sich ja, wie bereits besprochen, nicht zufriedenstellend umformen. Ich hoffe, es gilt trotzdem :D


    schmunzeln, schminz, geschmunzen (von rufen, rief, gerufen)
    schmunzeln, schmaß, geschmessen (von sitzen, saß, gesessen)
    schmunzeln, schmanzl, geschmunzeln (von schwingen, schwang, geschwungen bzw. stinken, stank, gestunken)


    Neue, nicht allzu schwere Aufgabe:


    summen

    Ich kann zu diesem Thema zwar nicht allzuviel beitragen, habe aber bereits alle Haydn-Messen im Chor gesungen und das sehr gerne :)
    Allerdings finde ich, dass sie sich oft sehr ähneln. Sie sind meist auch einfach vom Blatt zu singen, was natürlich beim Einstudieren ein Vorteil ist (ich war oft aus Termingründen nur bei der Generalprobe und der Aufführung anwesend) :D Andererseits neigt so mancher dazu, Haydn deswegen als einfallslos zu bezeichnen.
    Ich finde es interessant, dass dir tendenziell das Benedictus am besten gefällt - mir geht es nämlich genauso. Meist ruhig und getragen, friedlich und wohlklingend, mit schönen mehrstimmigen Passagen in den Solistenstimmen... einfach Balsam für die Ohren :love:

    Unter Anderem treten Badura-Skoda, Harnoncourt, Bartoli und sogqar Patricica Petibon auf! Und der Eisenstädter Chor singt auch die Theresienmesse , ich habe aber Fliu nciht entdeckt.


    Welcher Eisenstädter Chor denn genau? Es gibt hier ja recht viele :D Habe aber in beinahe allen zumindest zeitweise schon mitgesungen ;) Und dabei auch alle Haydn-Messen aufgeführt.

    Jedenfalls: Fairy, du bist schon mal auf der Shortlist, zusammen mit Fliu, was soll ich nur tun. :D


    Lieber Thomas, keine Frage: nimm Fliu! Die ist jung wie eine Sandrina sein muss und ihre Schönheit kannst du hier auch allenthalben bewundern. :yes: :angel:


    Also ich bin da ganz anderer Meinung, denn es ist mehr Fairys Stimmfach als meines!

    Im realen Berufsleben werden damit ohne Not ganze Lebensläufe zerstört. Natürlich gibt es Ungerechtigekeiten. Aber letzendlich muss ein Ingenieur für sein Gehalt bestimmte Aufgaben "gut" lösen, egal wie alt er ist, und eine Sängerin muss eine Rolle verkörpern, mit allem, was dazu gehört. Manche haben eine bessere Ausgangssitutation. Na und?


    Der Unterschied ist, dass man als Ingenieur wohl größere Chancen hat, angestellt zu werden, als als Sänger, und der Job im Normalfall auch wesentlich sicherer ist ;)


    Zitat

    Eine Betrachtung als Analytiker: Angenommen, du zählst nicht zu den 25% "schönsten" Kandidatinnen. Dann ist aber auch Fakt: Zu den 25% "hässlichsten" zählst zu auch nicht. Die gibt es aber (rein definitionsgemäß), und, man sieht sie auf der Bühne, selbst bei Haydn [...]


    Aber extrem selten als leichter Sopran ;) Natürlich gibt es auch andere Rollen wie z.B. Hexen, die sind aber selten (nie?) Sopran. Aber für die meisten anderen soll man nun mal schön und begehrenswert wirken.


    Zitat

    Anderes Beispiel: Così fan tutte in Mailand. Despina: Jung, bildhüsch, perfekt. Die zweitschönste Frau (nach Auxiliadora Toledano in der Wiener Kammeroper), die ich je auf einer Bühne gesehen habe. Aber: Dorabella: Über 40, mindestens 20 kg Übergewicht und auch sonst nicht schön. Singen konnte sie aber, und das ziemlich gut. Dennoch: Das passte wirklich nicht. Und damit schafft man es bis an die Scala (es war Vorsaison, aber dennoch).


    Ich sage dazu: Despina=Sopran, Dorabella=Mezzo ;) Das sagt schon viel aus. Die meisten Frauen sind nun mal Sopran, demnach ist hier die Konkurrenz am größten, außerdem trifft meist das Rollenbild "jung und schön" zu. Bei Mezzo- und Altrollen wesentlich weniger, ganz abgesehen davon, dass es da schon mal deutlich weniger Konkurrenz gibt.


    Zitat

    Wieder etwas näher ans Thema:
    Vorhin suchte ich nähere Infos zu Haydns La vera costanza in Madrid und fand das hier. Ein Wettberweb zur Besetzung der Rollen für die Aufführung in Treviso. Das war Ende Juni. Wo wart ihr da??? ;+)


    Arbeiten? :D Die meisten können sich eben nicht einfach mal so soviel Zeit freischaufeln, außer sie kündigen ihren Job. Und wer garantiert ihnen dann, dass sie nach dieser einen Aufführung nicht ohne Engagement dastehen? Ich kenne viele studierte Sänger, die aus genau diesem Grund nur nebenbei auftreten (und dann meist im Konzertbereich, eben aus Zeitgründen) und ihren Lebensunterhalt entweder mit Unterrichten oder mit einem ganz anderen Job verdienen.


    Die Vespina-Beispiele habe ich mir noch nicht angehört, das folgt aber garantiert noch :)

    Kleiner Nachtrag: Wenn ich im Winter in einem Raum singen muss, wo die Luft durch die Heizung extrem trocken ist, habe ich natürlich auch Probleme damit, die sich beim Singen bemerkbar machen. Aber da das rein an der Trockenheit liegt und beispielsweise durch Lüften ausgeglichen werden kann, kann ich bei mir nicht von allgemeinen Problemen mit der Jahreszeit sprechen.

    Ich finde die Arie ebenfalls eingängig, musikalisch also nicht sehr schwer, technisch aber natürlich keineswegs für blutige Anfänger geeignet.
    Als (durchaus auch langjährige) Chorsängerin wird man diese Arie zwar singen können, aber sicher nicht aufführungsreif, da es einfach an der solistischen Schulung der Stimme fehlt. Man kann zwar die Töne treffen, aber der Stimmklang ist natürlich ein ganz anderer als bei einer ausgebildeten Stimme (oder Stimme in Ausbildung).
    Tonal hätte ich diese Arie schon vor Jahren singen können, aber der Stimmklang hätte mich keineswegs zufriedengestellt. Mittlerweile ginge das, denke ich, wobei aber die Koloraturen schon eine gewisse Schwierigkeit darstellen, da ich keine ganz leichte und bewegliche Stimme habe. Melodie und Höhe wären aber keine so große Herausforderung.


    Mir selbst gefällt Barbara Hendricks in den wenigen Sekunden übrigens nicht so gut, außer in der Höhe. Die Mittellage und Tiefe begeistern mich nicht, die Stimme blüht erst in der Höhe auf.


    Zitat von thdeck

    Es gibt also jede Menge Arien, die ein(e) ambitionierte(r) Sänger(in) selbst als Amateur aufführungsreif hinbekommt. Das Stimmfach muss passen, ein paar Jahre regelmäßige Übung ist notwendig, ein guter Gesanglehrer muss sein, etc. Ist aber machbar und es scheint durchaus Leute zu geben, auf die das alles zutrifft.


    Das auf jeden Fall. Es gibt viele gute Hobbysänger. Die Sache ist nur die, dass man da normalerweise bereits einen Beruf hat - und den aufzugeben, um hauptberuflich in die mehr als unsichere Sängerbranche zu wechseln, ist schon sehr riskant.


    Außerdem muss man deutlich zwischen der Machbarkeit einzelner Arien im Vergleich zu einer gesamten Partie unterscheiden (wenn auch nicht so extrem bei speziell dieser Rolle). Und selbst wenn die Technik dafür gefestigt genug ist, bleiben immer noch die restlichen Voraussetzungen wie schauspielerische Fähigkeiten, Alter (viele fangen erst relativ spät an, Unterricht zu nehmen), robuste Gesundheit, Aussehen....


    Letzteres ist dabei wichtiger, als viele denken. Gerade als Sopran gibt es, wie Fairy schon erklärt hat, eine unüberschaubare Menge an Mitbewerbern. Wenn vom sängerischen und schauspielerischen Können mehrere gleich gut sind (was wegen der großen Anzahl eben normalerweise so ist), nimmt man natürlich im Zweifelsfall die Schönere, denn es müssen auch Rollenbilder bedient und Erwartungen des Zuschauers bedient werden. Prinzipiell ist es wohl in so gut wie jeder Oper so gedacht, dass zumindest die weibliche Hauptperson hübsch ist und vom "Helden" begehrt wird usw.


    Bei den Männern wird dabei wesentlich weniger auf Äußerlichkeiten geachtet, wie mir scheint. Aber ich vermute, dass es einfach mehr schöne Frauen als schöne Männer gibt ;) Und wohl auch überhaupt mehr Sängerinnen als Sänger. Da ist dann die Auswahl einfach nicht so groß.

    Selbst die menschliche Stimme ist im Winter weniger gut "drauf", als im Sommer. Das werden die Sangesprofis mit Sicherheit bestätigen! - Ich erreiche im Sommer jedenfalls leichter die Höhen, als im Winter!


    Was mich betrifft, kann ich diese Beobachtung nicht bestätigen. Das ist wohl eine individuelle Sache, genauso, wie meine Stimme nachmittags oder abends besser drauf ist und eine kürzere Einsingzeit braucht als morgens, während meine Lehrerin eine absolute "Morgensängerin" ist. Das kann man wohl nicht verallgemeinern :)

    Ich habe das Gefühl, der Begriff "Noten lesen" wird hier sehr unterschiedlich verstanden, oder irre ich mich da?


    Für mich bedeutet Noten lesen, sagen zu können, das da in den Noten ist ein fis', das ist ein c''', was auch immer, und möglicherweise auch, das hier ist ein F-Moll-Dreiklang.
    Das kann ich, da ich es erstens in der Schule gelernt habe, zweitens eine Zeitlang Klavier gespielt habe und drittens seit Jahren in Chörenund Ensembles sowie solistisch singe. In den Noten mitlesen, während ich ein Musikstück höre, kann ich auch. Klavierstücke vom Blatt spielen kann ich nur im Schneckentempo :D Hatte aber auch nur ein oder zwei Jahre Unterricht als Kind und brauche es seitdem nur, um mir schwierige Stellen in Chorstücken o.ä. vorzuspielen.Dafür reichts :D
    Vom Blatt singen geht bei einfachen Harmonien meist relativ fließend, bei schwierigeren nur mit Stocken und Herumprobieren.


    Besitzt Ihr Noten, die Ihr nicht zum eigenen Musizieren braucht (z.B. Orchsterpartituren)?


    Nein.

    Zitat

    Studiert Ihr Noten "am Schreibtisch", d.h. ohne die Musik zu hören?


    Nein. Nur manchmal mit Mitsummen, aber das gilt wohl nicht, weil es eher dem Einstudieren von neuen Stücken dient ;)


    Ansonsten stimme ich mit Hemiole überein:

    Aber heißt das denn nun auch, dass der Notenkenner entsprechend flott a prima vista das Gelesene auf das Instrument oder die Singstimme übertragen kann?? - Ich denke NICHT! - Zwar habe ich sichere Notenkenntnisse, bin aber nicht in der Lage, alle Notenwerte mit und ohne Punktierung, Rhythmus, Intervalle, einschließlich Triolen und Hemiolen....... und Text auf einen Schlag richtbig zu übertragen! - Da fehlt mir die Routine! Wohl aber kann ich ein normal schnelles Tempo mitlesen!


    Zitat

    Ich hatte einmal einen jungen Pianisten in meinem Hause, dem ich eine Gigue von Bach vorlegte. Meine Frage, ob er sie kenne, beantwortete er mit "nein". - Er legte los, so als ob er bereits das Werk fast in den Fingern gehabt hätte! - Beim zweiten Anlauf war die Gigue annähernd perfekt gespielt! - Was sind die Kriterien für solch ein begnadetes Können? - Seine pianistische Erfahrung, sein absolutes Gehör?? Ich glaube nicht! -Letzteres dürfte eher hinderlich sein!


    Also m.E. ist das einfach die Übung. Ich konnte früher kein bisschen vom Blatt singen und jetzt gehts schon recht gut, einfach durchs Üben. Bei einem Pianisten, der ja wahrscheinlich täglich viel übt, ist es nur logisch, dass er die Noten durch das häufige Einstudieren neuer Stücke immer schneller in Töne umsetzen kann.

    Liebe Fliu, viel Freude mit den Brahms Liedern! Schau Dir auch mal "Feldeinsamkeit" oder "Immer leiser wird mein Schlummer an" Himmlisch! :angel:

    Zitat von Vitellia

    Daneben schaue ich immer mal wieder in diverse Lieder von u. a. Schumann, Brahms (liebe Fliu, Immer leiser wird mein Schlummer ist wirklich wunderschön) [...]

    Ich hab mir das zu Herzen genommen und mir gestern auch "Feldeinsamkeit" und "Immer leiser wird mein Schlummer" angeschaut... und jetzt kann ich mich noch weniger entscheiden, aaah! :D Heute habe ich beide durchgesungen, genauso wie "Wir wandelten", "Ständchen", "Wie Melodien zieht es mir" und "Meine Liebe ist grün". Irgendwie liegt mir das alles gut in der Stimme, ich hab keine Ahnung, welches ich zuerst angehen soll. Allerdings habe ich schon seit drei Tagen ständig einen Ohrwurm von "Wie Melodien zieht es mir" - das ist vielleicht ein Zeichen? ;)

    Wenn Brahms :juhu: , liebe Fliu, dann bitte unbedingt Die Mainacht und Dein blaues Auge - traumhaft schön !

    Oh nein, noch mehr? Ich seh schon, so werde ich nie auf einen grünen Zweig kommen. Widerstehen kann ich natürlich nicht und werde mir auch deine beiden Tipps noch ansehen ;)
    (edit: Ich sehe gerade, im Album meiner GL sind diese beiden Stücke leider nicht enthalten!)


    Ach ja,
    habe festgestellt, dass ,wenn man durchgehend ordentlich stützt (ich bin ja ein typischer "fauler Sopran"), man auch bei Mozart durchaus (körperlich) ins Schwitzen gerät. Oder wie meinte mein Herzallerliebster (wir gehen meistens zu zweit zum Unterricht) gestern: "Wenn man nach dem Unterricht bei M. nicht das große Bedürfnis verspürt, einen großen Eisbecher verputzen zu müssen, hat man nicht ordentlich gestützt. :D

    Hihi, ich hab beim letzten GU auch ziemlich geschwitzt... aber es hatte auch 28°C:D

    OT:
    Ich hatte bei der Lektüre des Threads über das "Regietheater" ein Problem mit dem Begriff "Pleonasmus" - mal ganz ehrlich, hätten das alle hier gewußt?
    Über Wikipedia und andere Quellen habe ich mich dann schlau gemacht [...]


    Hihi, ging mir genauso!