Beiträge von Fliu

    Danke für den Hinweis, Fairy Queen! Ich hab jetzt bei Amazon nach DVDs mit Haydnopern gesucht und nur zwei Treffer bekommen, natürlich ohne eine einzige Kundenrezension ;) Bei einem der beiden Treffer gibt es abgesehen vom Orchester nicht einmal Informationen zu den beteiligten Künstlern. Die andere ist mit Luigi Alva, William Matteuzzi, Carmen Gonzales, Antonella Manotti, Marc Andreae und dem Regisseur Filippo Crivelli. Kennt vielleicht jemand die DVD? Wenn nicht, wäre um € 1,99 wohl auch nicht viel verloren :D


    Haydn-Opern werden nicht nur in Opernhäusern aufgeführt. In Aix-en-Provence war es in einem Innenhof eines Adelspalastes, in Wolfenbüttel wird es im Innenhof des Schlosses sein.


    Dass man nicht zwangsläufig ein Opernhaus braucht, leuchtet mir schon ein - aber es wäre sicher enorm hilfreich ;)

    Zitat von thdeck

    Aber bevor ich die Österreicher zu sehr tadle:
    Er wird dieses Jahr auch in Salzburg gespielt (mir zu teuer), in Jennersdorf (sehr schlecht erreichbar) und Innsbruck (da werde ich wohl hinfahren).


    In Jennersdorf, wirklich? Meine Großeltern leben dort, und es ist wirklich eine recht abgelegene Gegend ;) Mit einer Oper hätte ich da nicht gerechnet.


    Zu den Libretti: Die sind weniger raffiniert als die von Mozart, aber ich denke, das ist nicht der Grund. Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Haydn-Opern sind "offen" gestaltet, fast unfertig, d.h. der Komponist geht davon aus, dass bei jeder Inszenierung das Werk an den jeweiligen Ort angepasst wird. Der Regisseur (Haydn war einer) muss also wirklich arbeiten. Das können oder wollen nicht viele. Aber da, wo sie es tun, bin ich meistens begeistert, weil ich das Ergebnis einer echten, kreativen Arbeit sehe.


    Auch musikalisch ist Haydn in seinen Opern originell, da ist kaum ein Unterschied zu den Sinfonien. Es ist aber für den Laien nicht leicht erkennbar, zumal er die Oper nur selten hört (bzw. gar nicht kennt) und auch kaum Literatur (Opernführer etc.) dazu existiert.


    Das stimmt. Haydn ist in meiner Gegend nun wahrlich kein Unbekannter und ich habe schon viele seiner Werke gehört oder gesungen. Aber ich hatte noch nicht das Vergnügen, eine seiner Opern zu sehen und mir ein Urteil zu bilden. Gibt es vielleicht eine DVD einer Haydn-Oper, die du empfehlen kannst? Oder im Notfall auch nur CD ;)

    Also, das war wohl in einem anderen Jahr. Dieses Jahr gibts nur eine Oper, und das konzertant:


    Samstag, 26. September 2009 19:30 Uhr
    Schloss Esterhazy, Haydnsaal
    „L’anima del filosofo“
    Kammerorchester Basel / Vocal-Consort Berlin
    Leitung: Paul Goodwin / Christiane Oelze, Sopran
    Paul Agnew, Tenor / Jonathan Lemalu, Bariton
    J. Haydn: Oper „L’anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice“, Hob.XXVIII:13 (konzertante Aufführung)


    Die Opern kommen also tatsächlich etwas zu kurz (was aber m.E. wirklich einiges mit dem fehlenden Opernhaus zu tun haben wird), alles andere wird aber entsprechend gewürdigt:


    Zitat

    Die Konzertreihen im HAYDN-JAHR 2009


    Wenn ein Komponist die „Klassische Musik“ zu dem gemacht hat, was wir heute darunter verstehen, dann war es Joseph Haydn: Die fast unglaubliche Anzahl an großartigen Werken in allen zu seiner Zeit bekannten Gattungen stellt eine große Herausforderung an jeden Veranstalter dar. Im HAYDN-JAHR 2009 stellen die Haydn Festspiele daher als programmatische Basis das Gesamtwerk des genius loci Joseph Haydn ins Zentrum: Der Vielzahl an musikalischen Gattungen, mit denen Joseph Haydn bahnbrechend und für seine Nachfolger wegweisend war – die Oratorien, das symphonische Schaffen, die Kammermusik, das Sakralwerk, etc. – begegnen die Haydn Festspiele im HAYDN-JAHR 2009 mit einzelnen Festivalblöcken – wie „Sturm & Drang“, „London & Paris“, „TRIOthlon“, „Haydn Sakral“, etc.


    Über das ganze Jahr verteilt finden diese an den verschiedenen Originalschauplätzen in Eisenstadt statt. So ist das Konzertprogramm zum HAYDN-JAHR 2009 ausgehend von Haydns universellem Schaffen zu einer großen dramaturgischen Komposition gewachsen, in der jeder Teil für sich alleine (be)stehen kann. Doch „das Gesamte“ soll weit mehr sein als die Summe der einzelnen Teile: Im HAYDN-JAHR 2009 werden z.B. von März bis Oktober alle 107 Symphonien live im Haydnsaal auf Schloss Esterházy erklingen, aufgeführt von den besten Ensembles und Dirigenten der Welt, die auch tatsächlich etwas zu Haydn zu sagen haben.

    Die Österreicher sind halt ein bisschen altmodisch. In Berlin wird Haydn (Orlando Paladino) im ersten Haus der Stadt gespielt. Eisenstadt(!) kriegt auch keine Haydn-Oper auf die Reihe.


    Nun ja, vielleicht liegt es auch daran, dass wir in Eisenstadt kein Opernhaus haben ;)


    edit: Hab gerade ein bisschen gegooglet und folgendes gefunden (Quelle: *ttp://www.haydnfestspiele.at)


    Anscheinend ist das Fehlen eines Opernhauses doch kein Hindernis :D
    Allerdings konnte ich nicht so ganz herausfinden, ob das dieses Jahr stattgefunden hat oder wann anders... bin noch am Recherchieren ;)

    Och, bleib doch hier, Ulrica hat das sicher nicht so gemeint :D


    ich meine das mit der kräftigen Stimme natürlich in der Tendenz mit allen individuellen Unterschieden und auch Standards der stimmlichen Ausbildung. Die Jungs haben halt trotz ihrer hohen Stimmen männliche Körper- und somit Stützkraft.


    Vielleicht empfindet man es nicht als laut, aber einen Säusler habe ich da auch noch nicht gehört.


    Säusler sind mir bei guten Countertenören auch noch nicht untergekommen, da gebe ich dir Recht. Allerdings empfinde ich ihre Stimmen nicht als kräftiger oder lauter als die von anderen Sängern oder Sängerinnen - aber das hast du womöglich auch gar nicht gemeint?


    Zitat von Fairy Queen

    Mir steht dieses Ereignis in drei Wochen ins Haus und als dezidierte Counter-Nicht-Liebhaberin ist mir dabei etwas plümerant- zumal ich den Herrn noch gar nicht kenne.


    Das kann ich gut verstehen, ich würde mich auch nicht gerade als Fan von Countertenören bezeichnen. Ich finde es immer ein bisschen befremdlich, v.a., wenn man den Sänger nicht nur hört, sondern auch noch sieht. Helfen kann ich dir aber leider auch nicht, da ich noch nicht das "Vergnügen" hatte ;) Aber berichte bitte danach, wie es war :D

    Da ich aus einem Nachbarort von Eisenstadt komme, war mir lange überhaupt nicht bewusst, welche geringe Bedeutung Haydn in der Musikwelt außerhalb meiner Region zu haben scheint - verglichen damit, wie sehr er bei uns in Eisenstadt und Umgebung geschätzt und gepflegt wird. Haydnorchester, Haydnchor, Haydnkirche, Haydnsaal... überall ist er präsent. Wir haben immer "Haydnjahr" :D
    Mit dem Haydnsaal haben wir im Schloss Esterházy ein wirkliches Juwel zur Verfügung, und ich hatte die Ehre, schon viele Male dort zu singen und mich von der Akustik irritieren zu lassen (:D), die für die Zuhörer zwar perfekt, für die Ausführenden aber zum Teil gewöhnungsbedürftig ist. Es war ein tolles Erlebnis, dort bei der Aufführung von großen Werken wie "Die Schöpfung" oder "Die Jahreszeiten" mitzuwirken. Außerdem singe ich auch in einem Eisenstädter Chor, der alle Messen von Haydn im Repertoire hat und regelmäßig in der Haydnkirche aufführt.
    Ja, die Musik wirkt auf den ersten Blick vielleicht einfach, aber sie hat meiner Meinung nach etwas Mitreißendes und auch, wie schon von anderen erwähnt, Einfallsreiches an sich. Ich bin jedenfalls ein Fan ;)

    Na dann melde ich mich auch mal :)


    Ich habe schon als Fünfjährige meinem kleinen Bruder Schlaflieder vorgesungen - es hat sogar funktioniert! :D Allerdings hoffe ich doch, dass sich meine Fähigkeiten seit damals weiterentwickelt haben :pfeif: In der Volksschule habe ich im Chor gesungen, ebenso im Gymnasium, wo wir auch einige Schulmusicals aufführten. Mit 16 habe ich im örtlichen Singkreis angefangen, nach sehr viel Bitten und Betteln des Chorleiters und mit sehr viel Misstrauen und Vorurteilen meinerseits, die Altersdurchschnitt, Konzertkleidung (Tracht) usw. betrafen. Ich ließ mich dazu überreden, versuchsweise eine einzige Probe zu besuchen - und war fortan süchtig :rolleyes: Die Erfahrung, dass die Begeisterung fürs Singen jeden Altersunterschied überbrückt, war neu für mich, und es war ein grenzenloser Spaß, gemeinsam mit den neu gewonnenen Freunden auf Chorwochen zu fahren und neues Repertoire mit nach Hause zu nehmen. Auf solchen Seminaren kam ich auch erstmals in Kontakt mit Einzelstimmbildung, was zuerst wahnsinnig furchteinflößend war, aber auch wahnsinnig interessant ;) Dort vermuteten die Gesangslehrer, ich wäre Mezzosopran, was mich etwas verwirrte, weil ich in allen Chören immer in den ersten Sopran gesteckt wurde. Aber mit Stimmfachwechseln kennen wir uns ja alle bestens aus :D Geändert hat das vorerst nichts.
    Ich wurde in den folgenden Jahren für immer mehr Chöre rekrutiert und sang zu meinen "Spitzenzeiten" in sieben oder acht Chören, manche davon allerdings auf Projektbasis. Ich hatte eben nie genug. Doch je länger ich sängerisch aktiv war, desto mehr verbesserte ich mich und desto unzufriedener wurde ich mit all den Laienchören. Es reichte einfach nicht. Da gab es durchaus Gleichgesinnte, und so gründeten wir Ende 2005 unser eigenes Vokalensemble. Und das war der Himmel auf Erden :D
    Aber das war noch nicht genug - der Ehrgeiz wuchs weiter und so beschlossen wir 2007 endlich, alle Gesangsunterricht zu nehmen (mit dem Gedanken gespielt hatte ich ja schon lange). Meine Gesangslehrerin kannte ich schon von den erwähnten Chorwochen, und nun konnte ich endlich öfter zu ihr als einmal im Jahr! :klatsch:
    Ich bin nun seit eineinhalb Jahren bei ihr, allerdings mit zwei Unterbrechungen von jeweils mehreren Monaten - die letzte Pause habe ich gerade hinter mich gebracht, nachdem ich neben Arbeit und Aufnahmeprüfungen für den Studiengang Physiotherapie an drei Fachhochschulen einfach nicht genügend Zeit hatte bzw. auch noch eine hartnäckige Bronchitis auszukurieren hatte. Ich bringe also stimmlich leider nicht so viel weiter, wie ich gerne würde, merke aber trotzdem, dass ich schon enorm viel dazugelernt habe im Vergleich zu der Zeit vor dem Gesangsunterricht. Ein spezielles Problem von mir ist, dass ich mir über Jahre angewöhnt hatte, künstlich abzudunkeln und zu weit hinten zu singen, oft auch mit zuviel Spannung. Da hat sich in der Zwischenzeit schon sehr viel getan, aber ich muss natürlich ständig darauf achten. Außerdem bin ich nun wohl doch ein Sopran (mit etwas schwererer Stimme), nachdem ich mich schon längst an den Gedanken gewöhnt hatte, Mezzo zu sein. Denkste :P Aber ich singe mich in der Höhe noch leicht fest (wegen den falschen Angewohnheiten) und muss da ziemlich aufpassen, daher singe ich auch viel Mezzorepertoire im Unterricht und gehe eher in den Übungen in die Höhe.
    Bisher habe ich z.B. folgendes gesungen:


    Mozart: Voi che sapete (Cherubino, Nozze di Figaro), Abendempfindung, Als Luise..., Smanie implacabili (Dorabella, Cosí fan Tutte), Agnus Dei (Krönungsmesse)
    Haydn: Mermaid's Song
    Paisiello: Chi vuol la zingarella
    Bach: Ich folge dir gleichfalls (aber das war so gar nicht meins, da braucht man wohl eine leichtere Stimme)
    Purcell: When I am laid in earth (Dido, Dido und Aeneas)
    Bellini: Tre Ariette (Il fervido desiderio, Dolente immagine di Fille mia, Vaga luna che inargenti)
    Schubert: Seligkeit
    Millöcker: Anzoletto und Estrella (Tarantelle aus der Operette Gasparone)
    Händel: Come unto him (Messias)


    Aber vieles davon ist schon recht lange her. Die letzten drei Stücke waren das Agnus Dei aus Mozarts Krönungsmesse, Come unto him aus dem Messias und im Moment versuche ich mich als Stephano an "Que fais-tu, blanche tourterelle" aus Gounods Roméo et Juliette. Hab die Noten aber erst letzte Woche bekommen - mal sehn, was draus wird :)
    Solo-Auftritte hatte ich noch keine, wenn man von den vielen Soli in diversen Chorstücken absieht. Meine GL meint zwar, ich könne ruhig auch schon solistisch auftreten, um ein bisschen Routine zu sammeln, aber ihr kennt das ja sicher - da stehen einem die eigenen Ansprüche oft im Weg :rolleyes: Seit letzter Woche ist der Anfang aber gemacht. Ein Freund, der Tontechnik studiert, hat mich ganz kurzfristig gefragt, ob ich etwas für eine Aufnahme singen könnte, wenn er mich mit der Orgel begleitet. Ich wollte zuerst absagen, weil ich eben so lange keinen GU mehr hatte und auch gar kein passendes Stück wusste. Schlussendlich hab ich einfach Ombra mai fu genommen - ich hatte es zwar noch nie gesungen, aber ich hatte die Noten zuhause und dachte, wenn ich schon so eine Möglichkeit bekomme, muss ich sie auch nutzen. Nun bin ich gespannt auf das Ergebnis, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich wieder einiges auszusetzen haben werde :D


    Achja, ich habe absolut nichts dagegen, wenn das hier auch für Gäste sichtbar ist.