Beiträge von Hudebux

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    Diese Scheibe höre ich immer wieder gern:

    Neben spritzig gespielten Haydn-Symphonien findet man hier auch Repertoire abseits des Mainstream: Ein Buffo-Szene des Zeitgenossen Domenico Cimarosa

    Ich habe bisher Glück mit meinen Nachbarn. Der ältere Herr über mir hat mir gesagt, dass ich spielen kann wieviel ich möchte, bis zehn Uhr abends sei das kein Problem für ihn. Das finde ich sehr grosszügig. Das junge Paar unter mir hat sich noch nie geäussert, grüsst aber recht freundlich im Treppenhaus. Selbst das Thema ansprechen vermeide ich. Allerdings würde ich mich ihnen gegenüber auch niemals über deren Videogame-Sounds aus dem Subwoofer beklagen.

    Der Herr über uns wird irgendwann ausziehen. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was tun, wenn die neuen Bewohner sich beklagen würden. Allein das Gefühl, dass man andere stört, beeinträchtigt doch schon die Spielfreude.

    Musik für Musizierende, nicht für Zuhörer?


    Mit meinen Kollegentrio (Oboe, Klarinette, Cello) versuchen wir uns schon seit Monaten an den Arabesken. Allerdings mit grossen Unterbrechungen, zur Zeit aber wieder intensiver. Die Arabesken op. 73 sollen Juons letztes vollendetes Werk sein, entstanden im Frühjahr 1940.

    Für mich ist das Musik, die selbst zu spielen viel Freude bereitet, obgleich oder gerade weil, die Musik technisch und formal anspruchsvoll ist. Schon mit seiner eigenen Stimme hat man erhebliche Arbeit. Rhythmus und Tempo wechseln häufig, Es wimmelt von Triolen, Quintolen, Sextolen, Septolen, Drei Töne auf zwei Schlägen, etc. Zusammen mit den anderen Stimmern ergibt sich ein labyrinthisches Gewebe voller Schönheit, Arabesken halt.

    Wie gesagt, sich das selbst zu erarbeiten, in dem Tempo in dem man das zunächst bewältigen kann, macht Freude. Das passive Hören dieser Musik finde ich für mich persönlich wiederum weniger lohnend. Musik für Musizierende, nicht für Zuhörer?


    Juon widmete das Werk seinem Freund und Schüler, dem Komponisten Hans Chemin-Petit.

    Dass er nun aber ausgerechnet gegenüber einer dunkelhäutigen Chorsängerin von einem Löwen "in Afrika" sprach, macht es verwerflich.

    Hätte er es gegenüber einer weissen Person gesagt, wäre es ok gewesen?


    Ist es denn sicher, dass Konwitschny das so, also mit Afrika, formuliert hat, weil die Choristin dunkelhäutig ist? Vielleicht hätte er es auch gegenüber einer weissen Person so formuliert? Einfach weil ihm gerade ein afrikanischer Löwe und kein europäisches Raubtier einfiel?
    Dann würde ich nicht einsehen, dass die gleiche Formulierung gegenüber einer weissen Person ok wäre, aber gegenüber einer dunkelhäutigen Person zur Kündigung führt. Das fände ich absurd.

    Ich habe gerade in der 3sat Kuturzeit erfahren, dass vor ein paar Tagen die Oper Nürnberg Regisseur Peter Konwitschny wegen "einer unangemessener Äusserung" rausgeschmissen hat.
    In dem Kulturzeit-Beitrag beschreibt Konwitschny den Vorfall aus seiner Sicht.Kurz: Es geht in Verdis "Troubadour" um eine Szene in denen Nonnen (Chor) von einer Pistole bedroht werden. Eine der Nonnen schaut aus Angst weg. Konwitschny unterbricht, sie solle der Gefahr ins Auge schauen, so als ob man in Afrika von einem Löwen angegriffen wird. Da dürfe man auch nicht wegschauen.


    Dumm nur, dass die angesprochene Choristin schwarzer Hautfarbe ist...



    Der Beitrag ist ist hier ab Minute 8 zu sehen.



    Im BR kann man das hier auch lesen.


    Ich muss zugeben, dass ich mit der heutigen Hyperempfindlichkeit in unserer Gesellschaft nicht klar komme. Mit tut Konwitschny leid. (Natürlich gesetzt den Fall, dass seine Schilderrung der Vorgänge der Wahrheit entspricht. Grosse Zweifel habe ich daran nicht.)

    Streng genommen gehört das hier nicht hin, aber am 22.Oktober 1971 gab es ein Konzert mir Miles Davis in Dietikon, einem kleinen Ort in der Nähe von Zürich, das wohl unter Kennern recht legendär ist. Heute wurde es im Schweizer Radio SRF2 wiedergeben.Miles Davis in Dietikon 1971


    Aber es ist auch in dieser Bootleg-Sammlung auf CD Nr. 4 enthalten:


    Ausführlichere Information zum Konzert gibt es hier. Es wurden Stücke von Bitches Brew gespielt. Keith Jarrett spielte Fender Rhodes.
    Sehenswert auch die Filmsequenzen vom Empfang am Zürcher Flughafen. Miles war wohl recht überrascht, dass das Konzert in einem kleinen Kaff stattfand.

    Nein, 7. Symphonie, 2. Satz, Nachtmusik.
    Den Band gibt es natürlich zu kaufen
    :

    Daran, also an dem Anfang der Nachtmusik ab Takt neun, habe ich mir heute die Zähne ausgebissen.


    Neben allen anderen Schwierigkeiten, wie kann man bloss, wie hier am Ende der Passage gefordert, im Allegrotempo in nur zwei Zeiteinheiten zwei Oktaven chromatisch sauber runtersausen? ?(
    Davor spielt man einen crecendierenden Alarmstufe-Rot-Triller über eine halbe Ton und dann saust es zusammen mit dem Orchester in zwei Duodezimolen in den Tiefkeller. Ein toller aber halsbrecherischer Effekt. In Aufnahmen klingt es natürlich fantastisch und vollkommen.