Beiträge von brunello

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    Vielleicht kann ja jemand (Brunello?) mal einen allgemeinen Thread zur dieser grossen Künstlerin eröffnen, wo die Qualitäten und Besonderheiten der Sängerin Elisabeth Kulman gebührend Raum und Respekt erhalten.

    Wahrscheinlich werde ich mit dem gebührendem zeitlichen Abstand dieser Einladung nachkommen; ich verfolge ihr Laufbahn seit den Anfangsjahren in der Wiener Volksoper. Aber noch fehlt die Distanz für eine wertfreie Würdigung.

    Tief empfundene Abschiede: Elisabeth Kulman und Bruckners Neunte in Bamberg | Bachtrack


    Ich hatte das Glück, dass ich für dieses Konzert noch Karten bekommen habe (nur 25% der Plätze durften belegt werden). Und ich verleugne nicht, dass ich sowohl bei Verdis "Requiem" und vor allem bei "Urlicht" aus Mahlers 2.Symphonie mit den Tränen gekämpft habe (und den Kampf immer wieder verloren habe).


    BR hat das Konzert aufgenommen und wird es senden (ich weiß nicht wann). Wenn die Aufnahme jemand auf CD bannt und mir eine Kopie zukommen lässt (ohne Bruckner), bin ich mehr als dankbar.

    Übrigens hat Loriot sich seinerzeit an Wagner versucht. War der Dilettant?

    Hat der Wagner inszeniert? Seine Inszenierungen von »Martha« und »Freischütz«, die ich gesehen habe, waren sehr dilettantisch. Von Wagner weiß ich nichts.

    Den "Freischütz" habe ich nicht gesehen, die "Martha" in der Auffüphrungsserie am Gärtnerplatztheater vor drei oder vier Jahren hat mir ausgesprochen gefallen - aber Geschmäcker sind eben verschieden (und mein Geschmack ist nicht das Maß aller Dinge)

    Ich habe jetzt noch einen Bericht zur "Boheme" in Meiningen gefunden.


    Liebenswert anachronistisch: Markus Lüpertz inszeniert "La Bohème" am Staatstheater Meiningen | MDR.DE


    Ich war nicht dort und kommentiere die Produktion daher nicht. Einzig ein Satz sei mir zum Bericht des mdr gestattet: die Fotos der Produktion begeistern mich nicht und locken mich auch nicht nach Meiningen (aber vielleicht/sicher soll man nicht von Bildern auf das Gesamtwerk schließen)

    Der Tod Norman Baileys hat bei "Tamino" eine Diskussion über seine Qualitäten als Hans Sachs ausgelöst. Während seine Studioaufnahme unter Solti nicht günstig bewertet wird, habe ich ihn in sehr guter Erinnerung als Bayreuther Sachs in 1970 unter Hans Wallat und an der Seite von Janis Martin als Eva und Jean Cox als Stolzing. Damals hatte ich die Radioübertragung mitgeschnitten. Leider ist das Band längst den Weg alles Irdischen gegangen. Es gab, wie ich jetzt herausgefuunden habe, in Amerika eine CD von Opera Depot (angeblich sogar in guter Qualität), die aber ausverkauft ist. Es wäre zu schön, würde sich der Betreiber dieses Unternehmens (ein Dirigent und Sammler), der offenbar über gute Beziehungen zu amazon verfügt, entschließen, diese Einspielung neu aufzulegen und sie auch entsprechend zu vertreiben. In Deutschland hat sich der Aufführung bedauerlicherweise ja niemand angenommen.

    Ich habe bei Opera Depot mehrmals gekauft, die Abwicklung war immer problemlos und die Preise waren immer unschlagbar (zumeist nur wenige Dollar für die Gesamtaufnahme). Mit den kürzlich erlassenen neuen Zoll- und Steuerregelungen könnte sich das mit den Preisen für uns Österreicher aber deutlich verändert (= verschlechtert/verteuert) haben.
    Und jetzt kommt ein großes ABER; Die Tonqualität der Aufnahmen ist häufig schlecht bis unterirdisch selbst bei im Rundfunkmitschnitten. Und da muss es dann schon ganz besondere Gründe geben, warum man trotzdem kauft (ich habe zum Beispiel ein paar Aufnahmen aus der Wiener Staatsoper erstanden, in denen ich selbst auch war - Tonqualität: höchstens naja)

    Bregenzer Festspiele

    Morgen geht es wie jedes Jahr (na ja, beinahe jedes Jahr) wieder nach Bregenz zu den Festspielen.


    Sonntag 25.7. um 11:00 - Arrigo Boito: Nerone
    Montag 26.7. um 19:30 - Joseph Haydn: Die Schöpfung

    Auf den "Nerone" bin ich gespannt. Das Werk habe ich noch nie gesehen (da bin ich vermutlich kein Einzelfall) und die Premierenkritiken sind ja vor allem für die Inszenierung durchaus durchwachsen.

    und nicht zu vergessen Mahler 8

    Am Donnerstag, 8.Juli, ruft wieder einmal der Gärtnerplatz in München. Und der Ruf des dort beheimateten Staatstheaters ist so laut, dass ich ihn bis Wien höre und ihm nicht widerstehen kann.


    Gioachino Rossini - Il barbiere di Siviglia


    Dirigat: Michael Brandstätter
    Regie: Josef E. Köpplinger
    Bühne: Johannes Leiacker
    Kostüme: Alfred Mayerhofer
    Licht: Michael Heidinger


    Graf Almaviva: Gyula Rab
    Figaro: Matija Meić
    Don Bartolo: Levente Páll
    Rosina: Jennifer O'Loughlin
    Don Basilio: Timos Sirlantzis
    Fiorillo: Daniel Gutmann
    Marzelline: Anna Agathonos
    Ambrogio :Dieter Fernengel
    Ein Offizier: Bavo Orroi
    Herrenchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz
    Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz


    Es spricht für das Gärtnerplatztheater, dass alternierend die Sopran- und die Mezzofassung mit zwei komplett (!) unterschiedlichen Besetzungen gespielt wird (Premiere B ist am 10.Juli). Chapeau.

    Gärtnerplatztheater 2021/2022

    Die erste Premiere am 14.Oktober wird unter dem Titel „Amors Fest“ ein barockes Pasticcio zu Musik von André Campra, Matthew Locke, Claudio Monteverdi und Sebastián Duron. Am Dirigentenpult dieser Uraufführung mit Gesang und Tanz steht Howard Arman, für Regie und Choreographie zeichnet de Ballettdirektor des Hauses Alfred Schreiner verantwortlich; gesungen wird in den jeweiligen Originalsprachen, es gibt Übertitel.


    Am 2.November folgt auf der Studiobühne mit „Das Medium“ von Gian Carlo Menotti die erste Produktion vor Publikum, die schon als Stream zu erleben war. Andreas Partilla dirigiert, Maximilian Berling führt Regie, Bühnenbild und Kostüme sind von Rainer Sinell.


    Auch „Anna Bolena“ wird am 25.November die Premiere vor Publikum feiern können, nachdem diese halbszenische Produktion schon gestreamt worden ist. Howard Arman ist der Dirigent, die szenische Einrichtung stammt von Maximilian Berling.


    „Hoffmanns Erzählungen“ feiert in deutscher Sprache unter der Leitung von Anthony Bramall am 27.Jänner Premiere. E.T.A. Hoffmanns 200.Todestag bietet Anlass für die Neuinszenierung durch Stefano Poda (gemeinsam mit Paolo Giani Cei), der auch Bühnenbild und Kostüme entwirft.


    Am 11.März folgt „Jonny spielt auf“ von Ernst Krenek; eine Produktion, die coronabedingt auf die kommende Saison verschoben werden musste. Michael Brandstätter dirigiert, Regie führt Peter Lund, die Choreographie stammt von Karl Alfred Schreiner, Bühnenbild und Kostüme entwerfen Jürgen Kirner und Daria Kornysheva. Diese Premiere wird auch live auf BR-Klassik übertragen.


    Eine Koproduktion mit dem Maggio Musicale Fiorentino wird „Die Fledermaus“ deren Premiere für den 7.April angesetzt ist. Chefdrigent Anthony Bramall hat die musikalische Leitung, Hausherr Josef E. Köpplinger führt Regie gemeinsam mit Maximilian Berling, Rainer Sinell entwirft das Bühnenbild und Alfred Mayerhofer die Kostüme.


    Auch die auf William Shakespeare basierende Ballettproduktion „Der Sturm“ am 25.Mai ist eine Uraufführung. Ina Christel Johannessen choreographiert Musik von Georg Friedrich Händel, Frederic Chopin, Luc Ferrari und anderen.


    Den Premierenreigen setzt Gaetano Donizettis Einakter „Rita“ in einer deutschsprachigen Neufassung von Thomas Pigor auf der Studiobühne am 27.Juni unter der musikalischen Leitung von Oleg Ptashnikov und in der Regie von Maximilian Beling fort; Bühnenbild und Kostüme entwerfen Judith Leikauf und Karl Fehringer.


    Die letzte Premiere gilt einer Europäischen Erstaufführung – das Musical „Tootsie“ von David Yazbek steht ab 7.Juli in deutscher Sprache (Textfassung von Roman Hinze) am Spielplan. Andreas Partilla dirigiert, Gil Mehmert führt Regie, Choreograp ist Adam Cooper.


    Rund um diese neun Premieren finden sich insgesamt 24 Produktionen aus dem Repertoire von Oper, Operette, Musical und Ballett am Spielplan. Darunter finden sich mit „Die Faschingsfee“ eine nahezu unbekannte Operette von Emmerich Kalman, die absolut sehenswerten Inszenierungen von „La Cenerentola“ oder „Im weißen Rössl“, das Kindermusical „Pumuckl“ oder das Ballett „La Strada“ zu Musik von Nino Rota.


    Ergänzt wird das vielfältige und bunte szenische Programm durch Sinfonie- und Kammerkonzerte, Liederabende und die witzigen Präsentationen der Diven vom Gärtnerplatz und den herzensbrechenden fünf Tenören, zu denen sich diesmal noch „Tiefe Gefühle“ in den unteren Stimmlagen gesellen.


    In Gastspielen sind „Nikolaus Habjan und Friends“ und auch die Musicbanda Franui mit ihrem neuen Georg-Kreisler-Liederabend zu erleben.

    Oja, wenn ich die heute gesendete "Eroica" unter Nicholas Collon vergleiche, die HIPiger und wahrlich nicht schlecht war: Brillanz und Sorgfalt ohne eine mit Blomstedt vergleichbare Tiefe - da lag doch eine Welt dazwischen. Übrigens gerade die 5te aus Prag auf arte gehört und gesehen: Routiniert und vielleicht nicht so sorgfältig im Detail, aber sehr musikantisch und ansprechend. Blomstedt ist da für mich jedoch in einer eigenen Liga.

    Ist jetzt etwas - oder auch etwas mehr - abseits vom eigentlichen Thema (oder doch nicht ?).
    Der gestrige Marathon in arte mit allen neun Beethoven Symphonien bot einen interessanten Überblick über die unterschiedlichen Interpretationsstile. Mir (sehr subjektiv) hat die 6. unter Biondi und I Barocchisti am besten gefallen und am wenigsten die 7. (den Namen des Orchesters und des Dirigenten nenne ich hier nicht), die war mir zu sehr auf auch optisches Spektakel (Choreographie von Sasha Waltz) ausgerichtet. Interessant auch, dass lediglich eine einzige Frau dirigieren durfte (Karina Canellakis; Wiener Symphoniker, 9.Symphonie)

    Beethoven-Tag bei arte

    arte bringt heute ab 12:55 im (beinahe) Stundentakt alle 9 Symphonien von Beethoven aus neun Städten mit neun verschiedenen Orchestern und Dirigent*ìnnen. Beginnend in Bonn (Kurfürstliches Schloss) mit dem Mahler Chamber Orchestra unter Daniel Harding und endend in Wien (Belvedere) mit den Wiener Symphonikern unter Karina Canellakis und den Solisten Piotr Beczała, Camilla Nylund, Ryan Speedo Green und Patricia Nolz.

    Ganz so streitbar ist das Opernpublikum nun auch nicht. Kurz nach der Wende fuhren wir extra nach Berlin, um in der Lindenoper die 'Sizilianische Vesper' zu erleben. Oh Wunder, plötzlich wurde uns der 'Barbier' serviert. An die Gründe erinnere ich mich nicht mehr, nur daran, dass die Oper trotzdem gut besucht war und niemand seinen Unmut äußerte.


    :wink: Wolfram

    Der "Barbier" in der Lindenoper ist aber auch die uralte und legendäre Inszenierung von Ruth Berghaus. Und diese Produktion würde ich mir (wenn die Besetzung wenigstens halbwegs passt) immer wieder ansehen (auch dann, wenn der Frust über eine kurzfristige Programmänderung groß ist und ich eigentlich wegen des ursprünglich angesetzten Werkes angereist bin)

    Ich habe die beiden Damen ein einziges Mal gemeinsam auf der Bühne erleben können - 1971 in der Scala in "Maria Stuarda" (von dieser Produktion gibt es auch einen Mitschnitt auf CD). Und obwohl Caballe an diesem Abend nicht in Bestform war, zählt diese Aufführung doch zu meinen großen Erinnerungen.

    Ich war letztes Jahr in dieser Aufführung (und hoffe, dass ich für die geplante Wiederaufnahme im kommenden September wieder Karten bekomme) - die Inszenierung empfand ich als durchaus diskussionswürdig; musikalisch ist es grandios.
    Absolut sehens- und vor allem hörenswert.

    Ich habe Christa Ludwig in der Wiener Staatsoper oftmals hören können. No na, wenn man in Wien lebt und der Stehplatz in den 70er und 80er Jahren das zweite Wohnzimmer war.


    Für immer unvergessen wird aber ihre Färberin in der "Frau ohne Schatten" in Paris im November 1972 sein. Walter Berry war der Barak (es gab die legendäre FroSch-Besetzung - Böhm am Pult, Rysanek, Ludwig, Hesse, King, Berry [und in Nebenrollen so "unbedeutende" Sänger*innen wie Nadine Denize, Albert Lance oder Remy Corazza]) und die Vorstellungen fanden relativ bald nach der Scheidung der beiden statt. In der Szene zwischen Färberin und Färber im 2.Akt war die Spannung zwischen den beiden bis in den Zuschauerraum der Operá spürbar. Die beiden Abende, die ich erleben durfte, zählen ohne wenn und aber zu den absoluten Höhepunkten meiner Opernbesuche.