Beiträge von salisburgensis

    Servus,


    Besten Dank an Johannes, Andatino und Roger für die Empfehlungen!


    Ich habe mal in meinen Schallplatten-Altlasten gekramt und dabei 3 Stück mit Roshdestwenskij-Prokofjew gefunden, alte Eterna-Ausgaben von den Sinfonien 1 und 5-7. Scheint ja schonmal ein Treffer zu sein... :thumbup:


    Johannes' Werbung für den Järvi hat mich sehr neugierig gemacht. Diese Box setze ich ganz weit oben auf die Einkaufsliste. Vergleichsmöglichkeiten schaden sicher nicht.


    Weitere Meinungen sind auch gern gesehen.




    eigentlich hatte ich einen Thread mit ähnlichem Inhalt schon gestartet, aber da er bisher ohne Antwort blieb, wird die Thematik wohl in Zukunft in diesem Thread abgehandelt.


    Sorry, ich habe deinen Thread übersehen. Shame on me!
    Ich hab's zwar ein wenig weiter gefasst als du, indem es nicht nur um Fragen nach konkreten Aufnahmen gehen soll, sondern wie in meinem Fall auch um Einstiegshilfen, aber von mir aus kann ein Mod die beiden Themen zusammenfügen.



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Schon gehört? - Die Capriccio Kaufberatung

    Servus,


    mir geht es oft so, dass ich, beispielsweise im Radio, in einer Konzertübertragung ein mir bis dato unbekanntes Stück höre und mich dieses Werk derart anspricht, dass ich es gerne via Tonträger näher kennen lernen möchte. Was liegt da näher, als sich hier an die Experten zu wenden und um eine Kaufberatung zu bitten.


    Oder es kommt eine Neuerscheinung auf den Markt und man möchte sich kurz austauschen, ob sie lohnenswert ist. Auch dazu soll dieser Thread herhalten.


    Kurze Kommentare sind genauso gern gesehen wie ausführliche Rezensionen oder gar Diskussionen, wobei letztere eventuell nach Klärung der Anfrage hier in einen speziellen Werkthread überführt werden könnten.



    Soviel zur Vorrede. Ich habe auch gleich einen aktuellen Fall: die Sinfonien von Sergej Prokofjew. Ich habe die Fünfte mit zunehmendem Vergnügen im Konzertmitschnitt gehört und verspüre nun den Wunsch, mehr von Prokofjew kennenzulernen. Also, welche Aufnahmen (gerne auch Gesamtaufnahmen) sind empfehlenswert? Und von welchen sollte ich lieber die Finger/Ohren lassen?



    herzliche Grüße,
    Thomas

    Darf ich eine schöne CD zu Locatelli empfehlen?


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    ...womit schon die beste CD zum Thema Violinkonzerte empfohlen ist. Die meisten anderen Aufnahmen sind kalter Kaffee dagegen.


    Carmigniola hat nicht nur die technische Meisterschaft für diese Werke, er spielt das auch noch mit Feuer und Leidenschaft. Und wird dabei bestens und ebenbürtig vom Orchester unterstützt. Es ist wirklich ein Jammer, dass er bis auf das Neunte aus op. 3, welches auf der "Concerto Veneziano" - CD enthalten ist, bisher nicht noch mehr Locatellis eingespielt hat.


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    :wink:
    Thomas

    Capriccio - eine Laune der Musikgeschichte

    Servus,


    was sich hinter dem Begriff Capriccio verbirgt, dürfte allseits bekannt sein, wie sich dieser Begriff musikgeschichtlich entwickelt hat, wahrscheinlich weniger. Genau das soll dieser Faden beleuchten.


    In der Mitte des 16. Jahrhunderts tauchte das Capriccio erstmals als Bezeichnung eines Musikstückes auf, und zwar - wie unschwer zu vermuten - in Italien, genauer: im nördlichen Teil Italiens. Jacquet de Berchem gilt heute als Erstverwender in seinem 1561 gedruckten Il primo, secondo e terzo libro del capriccio. Es handelt sich dabei um eine madrigalistische Vertonung von Ludovico Ariostos Orlando furioso, bzw. Teilen daraus. Weshalb Berchem diesen Begriff benutzte, liegt heute leider im Dunkeln, weil er seinem Werk kein erklärendes Vorwort mit auf den Weg gab.


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    Jacquet de Berchem: La Favola di Orlando, Madrigale aus Il primo, secondo e terzo libro del capriccio
    sowie Ariosto-Vertonungen von Reggio, Alberti, di Lasso, Tromboncino und Cambio


    Ensemble Daedalus,
    Roberto Festa



    Nur wenige Jahre später, 1564, folgten die Capricci in musica von Vincenzo Ruffo, das ganz im Gegensatz zu Berchems Oeuvre ein rein instrumentales ist. Und in der Folge erschienen viele weitere Drucke, die Stücke dieses Namens enthielten, so u.a. von Balbi, Bassano, Trabaci, Mayone, Vecchi u.v.a. Bis weit in's 17. Jahrhundert hinein hielt der Boom der Capriccios ungemindert an.


    In eine feste Form oder Umschreibung, anhand derer man ein Stück sicher als Capriccio identifizieren kann, gab und gibt es allerdings nicht. Es sind Madrigale oder Instrumentalstücke darunter, die von gleichartigen, aber nicht Capriccio heißenden Stücken stilistisch nicht zu unterscheiden sind. Aber es gibt auch völlig abgedrehte Sachen, wie beispielsweise das Capriccio stravagante von Carlo Farina, in dem allerlei Tierlaute und andere Geräusche imitiert werden. Solche imitatorische Elemente sind recht häufig anzutreffen in den Capriccios des 17.Jahrhunderts anzutreffen, gattungsbildend ist das aber keineswegs.


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    Carlo Farina: Capriccio stravagante
    Antonio Vivaldi: Violinkonzerte


    Giuliano Carmignola, Violine,
    Sonatori de la Gioiosa Marca



    Jede Menge Capriccios hinterließ Girolamo Frescobali, der einer der einflussreichsten Tastengötter des 17. Jahrhunderts war. So verwundert es wenig, dass seine Capriccios typischerweise Cembalo- oder Orgelstücke sind. Er liebte offenbar das Programmatische, denn vieler seiner Capriccios basieren auf Imitationen, volkstümlichen Melodien oder anderen Inspirationsquellen. Als Beispiele seien hier ein paar Stücke angeführt: Capriccio sopra la cucho, Capriccio cromatico, Capriccio pastorale, Capriccio sopra la battaglia etc.



    Beginnend im ausgehenden 18. und verstärkt im 19. Jahrhundert wandelte sich dann die Bedeutung des Begriffes Capriccio ein wenig von einem Stück mit einem besonderen Einfall hin zu einem Übungsstück, vor allem in der Sololiteratur. Zeitweise wurde Capriccio gar synonym mit Etüde gebraucht. Das Virtuose stand immer mehr im Vordergrund, bestes Beispiel sind die 24 Capriccios von Niccolo Paganini.


    In der Orchester- bzw. Ensembleliteratur des 19. Jahrhunderts dagegen blieb die ursprüngliche Bedeutung weitestgehend erhalten. Beliebt waren beispielsweise Capriccios mit folkloristischen Bezügen wie das Capriccio italien von Tschaikowskij, Berlioz' Reverie et Caprice, Rachmaninoffs Caprice bohemien oder Saint-Saens' Caprice sur des airs danois et russes.


    Und auch im 20. Jahrhundert gibt es jede Menge capriccöse Werke bis hin zu ganzen Opern (R.Strauss).




    So, einmal im Schweinsgalopp durch 450 Jahre Musikgeschichte. :D
    Wer sich berufen fühlt zu erweitern, zu ergänzen oder zu berichtigen, ist herzlich dazu eingeladen. :wink:


    herzliche Grüße,
    Thomas