Beiträge von Quasimodo

Die 14. ordentliche Mitgliederversammlung des Capriccio-Trägervereins ist beendet.

    Mime

    von Aufnahmen:

    Heinrich Tessmer, Albert Reiß

    Die hätte ich auch genannt! Aber da die Rolle im "potted ring" unter beiden aufgeteilt ist, ist Dir das ja offenbar zu wenig. Daher:

    Heinz Zednik (Bayreuth 1975 unter Stein noch eher als 1980 unter Boulez)
    Peter Schreier (Janowski). Irgendwie passt der nicht richtig zur Rolle, aber er singt sie wenigstens.

    Wohlfahrt. Er und Windgassen könnten getrost die Plätze tauschen.

    In welcher Aufnahme? Ich bin mit dem Böhm-Ring "großgeworden", da finde ich den kaum singenden und hauptsächlich kreischenden Wohlfahrt schwer erträglich (wenn auch nicht so komplett unerträglich wie Stolze).

    Live:

    1. Eberhard Francesco Lorenz (Bonn 1999 und 2001, Soustrot bzw. Ott/Schoenbohm).
    2. Johannes Preißinger (Köln 2007, Stenz/Carsen).
    3. Gerhard Siegel (Köln 2002, Tate/Carsen). Bei der WA 2010 hat er mich sängerisch allerdings nicht mehr überzeugt. Da hätte ich lieber Martin Koch gehabt, der den Mime aber nur im Rheingold sang.
    Ziemlich gut fand ich auch Wolfgang Ablinger-Sperrhacke im soeben gehörten Züricher Ring; der wäre knapp dahinter.

    Der Mime in Duisburg 1978 war Helmut Pampuch, aber die Erinnerung daran ist nur schwach.

    Suor Angelica

    Kaum von Aufnahmen gehört. Bleibt Barbara Frittoli (Chailly).

    Live:

    Nina Stemme (Köln 1999, Feranec/Decker)
    Jacquelyn Wagner (Köln 2013, Humburg/Höckmayr)

    ***

    Den Faust kenne ich noch kaum. Der einzige Live-Mephisto war nicht allzu erfreulich.

    ***

    Erda

    von Aufnahmen:

    Ernestine Schumann-Heink. Auch wenn es nur den ersten (aber größten) Teil der Rolle gibt: maßstabssetzend.
    Ortrun Wenkel (Bayreuth 1980 sowie unter Janowski)
    Birgitta Svendén (Bayreuth 1994)

    Live:

    Leandra Overmann (Bonn 1997 bzw. 2001, Soustrot bzw. Ott/Schoenbohm)
    Cornelia Wulkopf (Köln 2001, Tate/Carsen)
    Hilke Andersen (Köln 2010, Stenz/Carsen)

    in Zürich war es eher ein kindliches Versteckspiel, wobei das auf die Rheintöchter ja noch passen würde, aber auf Alberich?

    Da stimme ich zu! Deine zuerst stark abwehrende Haltung speiste sich ja vielleicht aus dieser Anfangsszene; und die war in der Tat nicht so gelungen. Oder aber da kommt noch was in der Rückschau ...

    Keine weiteren Spoiler bitte! ;)

    Heute ist Bruckner-Tag, morgen gibt's Kammermusik! walküre ist am Montag dran!

    auch wenn es Jack Sparrow war? .....

    Ich habe eher den Batman-Joker (und ein bißchen The Mad Hatter) assoziiert. Und schön böse ist dieser Loge ja schon!

    den Zimmerwechsel der Figuren nicht immer passend

    Einen solchen Kompromiss muss man bei einem Ring-Bühnenbild wohl meist hinnehmen (jedenfalls, wenn es was anderes werden soll als eine fast leere Bühne à la Wieland Wagner). Der Gesamtrahmen ist ja irgendwie eine großbürgerliche Wohnung; und um den Aufstieg des Bürgertums geht es ja im Ring auch sehr viel. S. auch Pelzmantel und Zylinder, die Alberich ab der 3. Szene trägt. In diese Szenerie bricht dann aber auch immer der Mythos hinein, und etwas Unwirkliches, etwa, wenn die Rheintöchter UND Alberich im Moment des Goldraubs fast zusammenbrechen; oder wenn Wotan den Riesen kaum entgegenzutreten vermag, weil die Runen seines Speeres das verhindern; etc. pp. So wird das Stück nicht auf die Sicht des Perfect Wagnerite (i.e. Kapitalismuskritik) reduziert, sie wird aber auch nicht einfach weggelassen.

    manchmal etwas lahm, unpassend albern und ohne Chemie zwischen den Figuren

    Da sind wir denn doch weit auseinander! Lahm fand ich gar nichts, die durchaus vorhandenen Albernheiten gerade nicht unpassend; und die Chemie zwischen den Figuren so großartig herausgearbeitet, wie ich das noch selten in einer Operninszenierung gesehen habe.

    Soeben auch gesehen: Rheingold aus Zürich.

    Das Rheingold habe ich mir angesehen und war - milde formuliert - enttäuscht. So ein unerfreuliches Rheingold habe ich noch nie gesehen oder gehört.

    Loge war besonders unbefriedigend, um nicht zu sagen stimmlich unsauber und schwerfällig und schauspielerisch träge und langweilig. Sollte das etwa Jack Sparrow Pirate of the Carribean sein? Ich hoffe doch nicht. Wotan war stimmlich auch nicht überzeugend. Die Stimme war zu fest. Alberich ging und Mime war gut, ein Glück. Was aus dem Graben kam, war ungenügend, Die Inszenierung? Ja, die war gut gedacht, aber langweilig gespielt. Auch das ständige Zimmerwechseln konnte da nichts retten. Wie Alberich die Nicker über die Betten jagt...,,wie kann das so lahm wirken? Schade drum.

    I beg to differ!

    Die Drehbühne mit den wechselnden Zimmern/Szenerien fand ich zu Anfang (in der Rheintöchter-Szene) unpassend und das ganze etwas albern; sie erwies sich im weiteren Verlauf aber als geniale Idee, nicht nur, was die reinen (Unter-)Szenenwechsel anging, sondern - und vor allem - in Bezug auf die Fokussierung auf bestimmte Personengruppierungen, etwas, was in der Oper durch Libretto plus Musik häufig vorgegeben wird, in Operninszenierungen aber gerne den Bach hinunter geht. So hat man die beiden Riesen in ihrer Diskussion um die Frage "Weib oder Gold" plötzlich alleine auf der Bühne; und kaum wenden sie sich mit dem Ergebnis an die Götter, sind diese wieder anwesend! Überhaupt ist die Inszenierung, was die Verschränkung von Wort/Musik einerseits und deren Präsentation auf der Szene andererseits angeht, absolut herausragend! So etwas im Detail Genaues habe ich, glaube ich, noch nie gesehen! Der Einzug der Götter nach Walhall funktioniert dann in diesem Bühnenbild ähnlich schlecht wie die Anfangsszene, aber das eigentliche Schlussbild, wo die Götter bereits eingezogen sind, ist doch total gelungen! Wotan gibt den erfolgreichen Chef, Fricka sitzt steif daneben, Freia dreht sich verächtlich weg - und Loge tanzt sich selbst aus der Szenerie weg!

    Musikalisch sieht es allerdings nicht so schön aus! Nosedas extrem gedehnte Tempi nerven ziemlich schnell (zumal sie öfters eher zerdehnt und nicht selten verschleppt sind). Da hilft es wenig, dass das Orchester alles in allem sauber spielt. Die Sänger wurschteln sich mit viel unwagnerischem rubato durch diese zähe Brühe, wobei sie gelegentlich auch mal den Dirigenten überholen.

    Christopher Purves hat mir als Alberich weit besser gefallen als neulich aus London; er hatte allerdings enorm viele Textaussetzer, die er mit irgendeinem Kauderwelsch überbrückte. Matthias Klink (Loge) neigte stark dazu, aus der Singstimme zu fallen (insofern vielleicht "unsauber"), obwohl er auch öfter zeigte, dass er das eigentlich nicht müsste. "Schwerfällig" jedoch nicht mehr als die anderen, die sich diesem schwerfälligen Dirigat anpassen mussten. Sängerisch am zufriedenstellendsten wohl Claudia Mahnke (Fricka) und Kiandra Howarth (Freia). Tomasz Konieczny (Wotan) fand ich sängerisch schwach, zum Tremolieren neigende Stimme, viele starke Vokalverfärbungen. Die beiden Riesen klanglich zu harmlos. Szenisch fand ich die Sänger aber ausnahmslos, auch den Loge, sehr, sehr stark!

    Montag dann Walküre. Irgendwie muss ich das ja nächste Woche noch durchkriegen! Die Inszenierung jedenfalls lädt dazu ein!

    Brünnhilde (Walküre)

    von Aufnahmen:

    Birgit Nilsson
    Martha Mödl
    Deborah Polaski

    Live:

    Berit Lindholm (Duisburg ca. 1977/78, Wallat/G. Reinhardt)
    Jayne Casselman (Bonn 1998, Soustrot/Schoenbohm)
    Evelyn Herlitzius (Köln 2010, Stenz/Carsen)

    ***

    Puccinis Manon Lescaut ist leider noch ein schwarzes Loch in meiner Opernerfahrung (keine einzige Live-Aufführung). Immerhin kann ich von Aufnahme Maria Callas nominieren.

    Die Rolle für den 5. Juni ist die Titelrolle aus der Oper Alcina von Georg Friedrich Händel:

    Meine Lieblingsinterpretinnen:

    Von Aufnahmen:

    Joan Sutherland
    Joyce DiDonato
    Ľuba Orgonášová

    Live:

    1. Claudia Rohrbach (Köln 2012, Neumann/Kerkhof, WA 2013 unter Junghänel). Von den vielen Glanzleistungen, die ich von dieser Sängerin (deren Tätigkeit sich weitgehend auf das Kölner Ensemble beschränkt) kenne, wohl die glanzvollste! Da kommt in meinen Ohren keine, wirklich keine andere dran! Zwei "meiner" Sternstunden in der Oper (unter Junghänel noch einen Tick beeindruckender)!

    2. Carol Wilson (Düsseldorf 2001, Levin/Wernicke). Vor allem ihr "Mi restano le lagrime" bleibt unvergeßlich.

    Elisabeth

    von Aufnahmen:

    Da muss ich feststellen, dass ich kaum Tannhäuser-Aufnahmen kenne bzw. in Erinnerung habe. Jane Eaglen in der Barenboim-Aufnahme gefällt mir nur mäßig; daher bleibt es bei

    Lise Davidsen (Bayreuth 2019)

    Live:

    1. Camilla Nylund (Köln 2008, Stenz/Solfaghari) - skurriles Detail: diese Elisabeth war hochschwanger ...
    2. Nadine Secunde (Köln 1987, Janowski/Poettgen, Beauvais)
    3. Therese Waldner (Düsseldorf 2000, Fiore/Hollmann)

    ***

    Dorabella

    von Aufnahmen:

    Christa Ludwig (Böhm 1962)
    Cecilia Bartoli (Barenboim 1989)
    Bernarda Fink (Jacobs 1998)

    Live:

    Mit sehr geringer Präferenz diese Drei:

    Regina Richter (Köln 2006, Arman/Hampe)
    Katrin Wundsam (Köln 2012, Junghänel/Gürbaca)
    Kathrin Leidig (Bonn 2015, Vestmann/Hilsdorf)

    Aber fast ebensogut hätte ich diese drei anderen nominieren können:
    Laura Cabiria (Köln 1997, Stert/Stone). Das war eine Aufführung des Opernstudios auf einem ganz enormen Niveau!
    Kristina Hammarström (Düsseldorf 2000, Fiore/T. Richter)
    Karolina Gumos (KOB 2015, Nánási/Hernanis)

    Außerdem muss ich 1982 in Köln Ann Murray gesehen haben, aber daran habe ich leider keine Erinnerung.

    ***

    Katerina Ismailowa

    Tatsächlich kenne ich keine einzige Studioaufnahme davon! Wer das in der MET-Übertragung war, die ich mal aufgezeichnet hatte, weiß ich nicht mehr - offenbar war das auch nicht soo beeindruckend. Und von der Warlikowski-Inszenierung mit Aušrinė Stundytė kenne ich bisher nur einen kurzen Auszug. Daher nur zwei Live-Interpretinnen:

    Jayne Casselman (Bonn 1998, Königs/Hilsdorf). Die war schon gut, aber
    Viktorija Kaminskaite (Hagen 2024, Trafton/Hüsers) setzte nochmal eins drauf!

    Die drei Gala-Vorstellungen sind eingebettet in eine ganze Aufführungsserie der Tosca anläßlich des 100. Todesjahres von Puccini.

    Ich werde mir Gheorghiu und Vargas am 11.05. anhören. Und vielleicht komme ich auch dazu zu überprüfen, ob "La Draculette" mit Yannick Muriel Noah mithalten kann! ;)