Beiträge von ChKöhn

    Zitat
    To me, atonality is against the nature. There is a center to everything that exist.

    Das angeblich Widernatürliche von "atonaler" Musik lässt sich, wenn überhaupt, nur mit der Obertonreihe begründen: Die enthält bekanntlich am Anfang die Dur-Dreiklangstöne, so dass ein "natürlicher" Ton immer auch Dreiklang ist. Allerdings bekommt man erstens schon beim Molldreiklang ein argumentatorisches Problem, und zweitens gibt es gerade in der Musik von "Naturvölkern" z.B. häufig den Tritonus als Konsonanz, vierteltönige Intervalle usw.. Aber selbst, wenn Hovhaness Recht hätte und "atonale" Musik wäre wider die Natur: Das sagt weder etwas über ihre Qualität noch über ihre Berechtigung aus. Die Baumeister der Gotik haben z.B. den Eindruck von Leichtigkeit erweckt, haben Wände durchbrochen, scheinbar schwebende Gewölbe geschaffen usw.. Mit anderen Worten: Sie haben wider die Natur des Materials gebaut. Ein Walzer ist ein Tanz wider die Natur des Menschen, der ja nun mal nur zwei und nicht drei Beine hat. Ganz zu schweigen von den - wiederum gerade bei Volksmusik sehr häufigen - 5/8- und 7/8-Takten usw.. Also: Die Natürlichkeit oder die Naturnähe eines Kunstwerkes ist kein Kriterium seiner Qualiät oder gar seiner Daseinsberechtigung. Wenn Hovhaness Atonalität für unnatürlich hält, hat er damit noch nicht erklärt, warum er tonal schreibt.


    Viele Grüße,


    Christian

    vielen Dank für Deinen Hinweis. An dieser Aufnahme wäre ich (immer noch) sehr interessiert, vielleicht kannst Du ja herausfinden, ob es in irgendeiner Form möglich wäre.
    Vielleicht hast Du auch Lust, ein wenig über das Werk und Eure Bekanntschaft mit ihm zu berichten?
    Wie kam es zu der Aufnahme? Habt ihr es noch öfter gepielt, würdet ihr es gern wieder mal spielen?
    Wie gefällt Dir das Stück? Ist es eher zu recht oder zu unrecht so wenig bekannt, etc.

    Ich werde am Semesterbeginn mal die Fachleute in unserem Tonmeisterinstitut fragen, ob sie mir die Aufnahme auf CD überspielen können. Wenn das klappt, kann ich sie Dir irgendwie zukommen lassen.


    Wir haben die Sonate (wie ich inzwischen rausgefunden habe: vor über 14 Jahren :shake: ...) gespielt, weil ein Veranstalter zusammen mit dem WDR sie gerne haben wollte, nichts sonst. Bis dahin kannte ich sie nicht. Danach haben wir das Stück noch ein oder zweimal gespielt, es gehörte aber nie zu unserem ständigen Repertoire. Es ist sehr "gelehrt", durchgehend polyphon, handwerklich sicher sehr gut, aber doch etwas spröde. So hatte ich es zumindest in Erinnerung: Ich habe heute nachmittag nach ewig langer Zeit mal wieder die Aufnahme gehört und fand es zumindest ab dem zweiten Satz doch besser, als ich gedacht hatte. Ich finde nach wie vor, dass viele Harmonien klingen, als seien sie einfach ein ungeplanter Nebeneffekt der Polyphonie, aber daneben gibt es auch originelle Ideen, schöne Stimmungen und pianistisch wirkungsvolle Passagen. Ich finde die Stellen am besten, an denen Distler nicht zu sehr kompositorisch "arbeitet", sondern sich auf seine Phantasie verlässt, ihr sozusagen vertraut.


    Viele Grüße,


    Christian

    Mich würde nun ehrlich interessieren, wie ihr zum Werk - allen voran zu The Celestrial Gate dieses feinen Klangkünstlers steht.

    Nun denn: kitischiges, augeblasenes Zeugs, wie am Fließband produziert (allein 67 Symphonien), Dauerberieselung in pseudo-feierlichem Tonfall, zum Einschlafen. Tut mir leid.


    Viele Grüße,


    Christian

    Dort findet sich in einem Aufsatz seines Lehrers H. Grabner, der Hinweis auf die
    „Konzertante Sonate für zwei Klaviere op.1“, die er wie folgt beschreibt: „...,es stellt schon einen ganz vollkomenen Distler dar mit der ihm eigentümlichen, voll ausgeprägten und an der impressionistischen Klangwelt erstarkten, von jugendlichen Elan erfüllten Freude des absoluten Musizierens im Sinne des barocken Gemeinschaftsdenken.“
    Kennt jemand eine Aufnahme dieses Werkes (von der UA mit H. Distler und C. Seeman wird es wohl leider keine Aufnahme geben.)

    Ich habe die Distler-Sonate irgendwann mal zusammen mit Silke-Thora Matthies für den WDR eingespielt (einmal als Konzertmitschnitt und einmal als Studioproduktion). Ich habe auch auf DAT-Cassette noch eine Kopie der Produktion, bin mir aber erstens nicht sicher, wie ich sie von da aus auf CD brennen könnte und ob es rechtlich überhaupt zulässig wäre, wenn ich sie hier zur Verfügung stelle.


    Viele Grüße,


    Christian

    Hallo Bernd,

    Abgesehen davon bin ich seit langer Zeit regelmäßiger Leser der Süddeutschen und kenne Joachim Kaiser insb. als Musikkritiker bzw. - journalist. Und da geht er mir bisweilen stark auf den Senkel. Man kennt das Vorhersehbare, die starr vorgetragenen immergleichen Standpunkte, die Fixierung auf angebliche und vermeintlich für immer vergangene Glanzzeiten der Klassikinterpretation - und vor allem den in schlimmen Untiefen watenden Jargon, wie ihn Eckhard Henscheid karikiert hat

    ich habe auch die Süddeutsche abonniert und weiß natürlich genau, was Du meinst. Erst gestern oder vorgestern hat er sich wieder mal in leidendem Tonfall über eine moderne, angeblich werkfeindliche Unart heutiger Operninszenierungen ausgelassen (das Inszenieren der Ouvertüre), ohne auch nur ein einziges konkretes Beispiel und dessen Ge- oder Misslingen zu erwähnen. Dennoch: Wenn ich mir vorstelle, dass er zu einer Zeit aktiv war, in der man Claudio Arrau, Artur Rubinstein, Emil Gilels, Svjatoslav Richter, Rudolf Serkin, Arturo Bendetti Michelangeli, Vladimir Horowitz, Wilhelm Kempff usw. hören konnte (und er diese alle vermutlich viele Male gehört hat), wenn man weiter bedenkt, dass heutzutage ein Olli Mustonen für originell gehalten wird und ein Lang Lang weltweit die Konzertsäle füllt, dann fällt es mir schwer, nicht zu glauben, dass es früher besser war. Ganz ehrlich: Insgesamt gesehen halte ich die "Kunst des Klavierspiels" heutzutage für ärmer als vor 30 oder 40 Jahren.


    Viele Grüße,


    Christian

    Hallo Thomas,

    für Matthias Kirschnereit (den ich in der Tat seit gemeinsamen Studienzeiten gut kenne und sehr schätze) kann ich natürlich nicht sprechen, und die Antworten auf Deine Fragen werden überhaupt ganz und gar unterschiedlich ausfallen. Deshalb nur für mich:
    Es gibt Veranstalter, die bestimmte Programme wünschen und solche, die einem völlig freie Hand lassen. Außerdem welche, die nur GEMA-freie Musik wollen, die nur Populäres oder lieber selten Gehörtes wollen usw.. Fazit: Alles kommt vor. Rein statistisch würde ich sagen, dass die meisten Programme vom Musiker entschieden werden, aber es gibt wie gesagt alles. Die Vorbereitung ist entsprechend unterschiedlich: Es gibt Programme, die mit relativ wenig Vorbereitung aus dem Repertoire bestritten werden, und es gibt mehr oder weniger aufwändige Neueinstudierungen. Der Ablauf der letzteren wird erst recht sehr individuell sein, deshalb wieder ausdrücklich nur für mich: Ich höre, je weiter ich bei einer Neueinstudierung komme, umso weniger Aufnahmen des Stückes selbst, aber sehr viel "drumherum", also z.B. bei einer Klaviersonate auch Symphonien, Streichquartette, Lieder usw. desselben Komponisten oder Werke seiner Zeitgenossen. Fachliteratur lese ich natürlich auch: Bei einem Klavierkonzert von C.Ph.E. Bach, welches ich vor einem Jahr einstudiert habe, natürlich den "Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen", bei Schubert die inspirierenden Artikel von Dieter Schnebel und Alfred Brendel, bei Beethoven die Analysen von Jürgen Uhde, bei Schumann das wunderbare Buch von Peter Härtling usw.. Mit Kollegen spreche ich oft, aber eher über die letzten Fußball-Ergebnisse als über Interpretationen...


    Viele Grüße,


    Christian

    Du erwähntest im Ney-Thread auch Wagners Musik als eine, der du dich auch gerne mal rauschhaft überläßt, Verlangt sie wirklich den Rausch? Ich bin nicht sicher.

    Der Rausch ist sicherlich nicht die einzige Art, Wagner zu hören, allerdings hat der Meister ihn selbst in einem Brief an Mathilde Wesendonck als Charakteristikum seiner Musik beschrieben:


    "Nun denken Sie meine Musik, die mit ihren feinen, feinen, geheimnisvoll-flüssigen Säften durch die subtilsten Poren der Empfindung bis auf das Mark des Lebens eindringt, um dort alles zu überwältigen, was irgend wie Klugheit und selbstbezogene Erhaltungskraft sich ausnimmt, alles hinwegschwemmt, was zum Wahn der Persönlichkeit gehört, und nur den wunderbar erhabenen Seufzer des Ohnmachtsbekenntnisses übrigläßt"


    Viele Grüße,


    Christian

    Hallo Wulf,


    noch ein kleiner Nachtrag:

    Zwei Violinsonaten, die mich abseits der bekannten Namen noch sehr begeistern können, sind die von John Ireland. Sind sie Dir bekannt? V.a. die zweite ist IMO ein tadellos gearbeitetes, sehr fantasievolles Werk, das auch dramatische, vermutlich kriegsbeeinflusste Töne nicht vermeidet und so an der Nahtstelle zwischen Sptäromantik und Expressionismus anzusiedeln ist.

    Ich habe mir inzwischen die Noten der zweiten Sonate von John Ireland gekauft (zum stolzen Preis von 44 Euro!), und sie sieht in der Tat sehr interessant aus. Nochmals vielen Dank für den Tipp. Auf die erste Sonate warte ich noch. Ich habe im Hinterkopf noch eine Programm-Idee mit weniger bekannten Violinsonaten des 20. Jhdts, die ich vielleicht mal mit unseren Violinstudenten realisieren werde, und da passt Ireland natürlich wunderbar rein.


    Viele Grüße,


    Christian

    Ich scheine ja hier mit meiner Position zum notwendigen Kenntnisstand eines Kritikers auf nicht sooo viel Gegenliebe zu stoßen. :D Doch ganz im Ernst: ich bleibe dabei - zur Beurteilung eines hier und heute stattfindenden Konzerts oder einer hier und jetzt publizierten Aufnahme muß man zumindest in wesentlichen Zügen den Materialstand kennen. Soll heißen: allein schon, um dem interssierten Leser eine Einodnung zu ermöglichen, sollte man in der Lage sein zu verdeutlichen, ob der Interpret gewissen Trends, vielleicht sogar Modeerscheinungen gefolgt ist oder aber ob die Interpretation eher herkömmlich, klassisch, vielleicht sogar bewußt altmodisch war/ist.

    Wenn ich Kaisers Pianistenbuch richtig in Erinnerung habe (es ist sehr lange her, dass ich es gelesen habe), dann versucht er darin gerade jeden besprochenen Pianisten in seiner eigenen, künstlerisch ganz und gar persönlichen Spielweise zu verstehen und zu beschreiben. Der wertende Vergleich mit anderen spielt letzten Endes kaum eine Rolle sondern dient allenfalls gelegentlich zur präziseren Charakterisierung. Gerade dieser Ansatz überzeugte mich seinerzeit, weil er den Einzelnen künstlerisch wirklich ernst nimmt, und weil er viel mehr der - immer subjektiven - künstlerischen Wahrheit des Einzelnen entspricht als das übliche Punkte- und Ranglisten-System. Ich habe mit Studenten öfter mal Einspielungen einzelner Werke verglichen und dabei festgestellt, dass es den meisten sehr schwer fällt, ein fundiertes Urteil abzugeben, ohnemit einer zweiten Aufnahme zu vergleichen. Ab der zweiten Einspielung sprudeln die "Meinungen" nur so, bei einer einzigen, nur mit der Paritur in der Hand, fällt das wesentlich schwerer (wenn es mal ein Capriccio-Treffen gibt, sollten wir das mal ausprobieren...). Genau das ist aber Kaisers Ansatz, wenigstens soweit ich ihn in Erinnerung habe, und der ist der Entstehung einer Interpretation meiner Meinung und Erfahrung nach sehr angemessen: Ich erwarte von einem Interpreten, dass er nicht "Trends" oder "Modeerscheinungen" folgt, sondern seinen, aus akribischer Beschäftigung mit der Partitur und weiteren relevanten Informationen gewonnenen Einsichten. Entsprechend sollte ein Kritiker die Interpretation an ihrer eigenen Stimmigkeit, zunächst nicht im Vergleich mit anderen, wahrscheinlich unter ganz anderen Voraussetzungen entstandenen, Darstellungen bewerten. Auch wenn ich wahrlich mit Kaiser nicht immer einer Meinung bin, schätze ich an seinen Rezensionen gerade diese Ernsthaftigkeit, mit der er sich auf den Einzelnen einlässt, ohne "Trends" zum Maßstab zu nehmen.


    Viele Grüße,


    Christian

    Meine Aussagen beziehen sich nicht so sehr auf eine Entwicklung der letzten Jahre bei Kaiser, sondern etwas, was m. E. bereits früher einzusetzen scheint (späte 70er, frühe 80er Jahre?) - nämlich eine gewisse Sattheit, was die Ergänzung des eigenen Wissensstandes angeht. Dies mag auch damit zu tun haben, daß Kaiser sich ungefähr zu dieser Zeit eine unglaubliche Arbeitslast aufgebürdet hat - er war Kritiker, Buchautor, Vortragsreisender und Professor in Stuttgart - und er ganz schlicht keine Zeit mehr hatte, sich so manche neuere Aufnahme in Ruhe anzuhören. Nun weiß er wahrlich genug, um seine anderen Aufgaben formidabel ausfüllen zu können, nur für die Profession des Kritikers sehe ich eine derartige Stagnation als problematisch an.

    Solange er nicht Aufnahmen oder Aufführungen kritisiert, die er nicht kennt, finde ich auch das nicht weiter problematisch. Mir ist es im Gegenteil sogar sympathisch, dass er nicht dem verbreiteten Fehler verfällt, die Leistungen der "Großen Alten" nachträglich herabzusetzen, bloß weil sich der Zeitgeschmack geändert hat. Gelehrsamkeit nach Art des Famulus Wagner ("wie wir es dann zuletzt so herrlich weit gebracht") ist ihm Gott sei Dank fremd. Was ich eher problematisch finde ist diese gewisse Eitelkeit, die ihn dazu veleitet, mit großer rhetorischer Geste auch manche Banalität von sich zu geben: So hat er z.B. neulich in einem Fernseh-Portrait die angeblich außerordentliche musikalische Klugheit von A.S. Mutter (eine allerdings auch ziemlich steile These ;+) ) mit der Weltsensation begründet, sie würde bei Wiederholungen immer ein klein wenig variieren, einen anderen Fingersatz o.ä. nehmen. Er scheint von der Überzeugung durchdrungen, dass alles aus seinem Munde von höchster Bedeutung sei. Das geht mir ziemlich auf die Nerven.


    Viele Grüße,


    Christian

    Nimm mich halt nicht immer so wörtlich, sonst müsste ich mir noch eine Stärkung für "wortklauben" einfallen lassen.
    Wir sind, wie ich offenbar kläglich deutlich zu machen versucht habe, völlig einer Meinung.

    Nein, Du hast das ausreichend deutlich gemacht! Offenbar im Gegensatz zu mir, deshalb noch einmal in aller Deutlichkeit: Ich wollte Dir gar nicht widersprechen.


    Viele Grüße,


    Christian

    Zitat von »Caesar73«
    Zum Einstieg würde ich zu Maurizio Pollini raten:




    Ist zwar die, von der gemunkelt wird, jeder einzelne Ton sei dreimal geschnitten, aber sei's drum: Eine Sternstunde. Oder ganz viele Sternmillisekunden.

    Ich finde sie nach wie vor sensationell gut, egal wie viel da geschnitten wurde. Erstens interessiert mich bei Aufnahmen die Anzahl der Schnitte letzten Endes überhaupt nicht, denn Aufnahmen sind nun einmal Kunstprodukte mit ganz eigenem Anspruch, eigener Wirkung und eigener Entstehung. Zweitens hat sich gerade Maurizio Pollini wohl noch nie dem Verdacht ausgesetzt, dass er handwerkliche Schwächen verstecken müsse (ich habe u.a. etliche der Etüden von ihm auch schon im Konzert gehört...). Und drittens stammt die Aufnahme von 1972, also aus der Analogzeit, wo noch gar nicht "jeder einzelne Ton" geschnitten werden konnte. "Schnitt" bedeutete ja damals noch wirklich, das Band zu zerschneiden und die Stücke wieder zusammenzukleben, ohne Gewähr, ob das Ergebnis dann auch passt. Wenn da z.B. zwei Stellen dynamisch nicht hundertprozentig zueinander passten, hat man das sehr deutlich gehört, konnte es aber im Nachhinein nicht mehr ändern. Entsprechend hat der Tonmeister bei den Aufnahmen immer Anweisungen gegeben, wo die nächste mögliche Schnittstelle käme. Ich habe meine ersten Aufnahmen noch mit dieser Technik gemacht, und kann mich lebhaft an den Stress erinnern, wenn diese Stelle bei komplexen Werken erst zwei oder drei Seiten weiter kam ;+) . Heutzutage stellt sich angesichts schier unbegrenzter Möglichkeiten schon die quasi moralische Frage, ob alles erlaubt ist, was möglich ist: Ich weiß aus sicherer Quelle von einer Aufnahme der Ligeti-Etüden, bei der das Tempo nachträglich am Computer auf die vorgeschriebenen Metronomzahlen hochgedreht wurde. So etwas geht für mich persönlich zu weit. Schnitte finde ich dagegen legitim, weil der - berechtigte - Perfektionsanspruch an Aufnahmen nun einmal real unerfüllbar ist.


    Viele Grüße,


    Christian

    Wir sollten aber bedenken, dass hier ein Kind am Flügel sitzt mit weitaus weniger Spielerfahrung, als ein erwachsener Pianist!

    Das habe ich ja bedacht: Deshalb mein Hinweis auf Kinder- und Jugendwettbewerbe. Hör mal z.B. bei Jugend Musiziert im Bundeswettbewerb zu oder gar beim Internationalen Kinder- und Jugendwettbewerb in Ettlingen. Dort gibt es reihenweise solche - und bessere - Leistungen. Das schmälert nicht die Leistung des Einzelnen, aber einzigartig ist sie in diesem Fall wahrlich nicht.


    Viele Grüße,


    Christian

    Also wenn das nichts besonderes ist, dann ist unsere Welt wohl voll von musikalischen Wunderkindern

    So inflationär, wie dieser Begriff heute gebraucht wird, stimmt das sogar. Ich hab ja gar nichts gegen das Mädel. Sie wird sicher auch noch lernen, die Pause im vierten Takt richtig zu zählen...


    Viele Grüße,


    Christian

    Ich will ja nicht gern Wasser in den Wein gießen, aber ganz ehrlich gesagt: Solche Leistungen kann man bei jedem überregionalen Wettbewerb für Kinder und Jugendliche reihenweise erleben. Und ohne das Kind dafür kritisieren zu wollen: Musikalisch passiert genau eine Art Rubato immer und immer wieder... Ich kann da leider nichts Besonderes hören.


    Viele Grüße,


    Christian

    Ist damit gar gemeint, dass das Stück nicht einmal für sich erklingt, sondern in dem Soundtrack eines anderen Komponisten verarbeitet ist? Dann muss ich schwer atmend passen... ?(

    Ja, das ist gemeint. Es wird in dem Soundtrack quasi wörtlich zitiert, nur orchestriert statt auf dem Klavier. Ein Tipp: Regisseur, Hauptdarsteller und Filmmusikkomponist sind ein und dieselbe Person...


    Viele Grüße,


    Christian