Beiträge von philmus

    und was da verkündigt wird ist ein ganz christlicher Auferstehungsgedanke, mit Gott und Erlösung, der Gewissheit, dass im Jenseits bei Gott alles gut wird. Und damit wäre der letzte Satz dieser Symphonie wenn schon keine Kirchenmusik, so doch ein ausgesprochen christlich-religiöses Stück.

    mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass in Mahlers Spezial-Katholizismus (oder wie man das nennen will) die zentrale Gestalt des Christentums irgendwie keine Rolle spielt - weder im Urlicht noch im Auferstehungsfinale überhaupt vorkommt. Da gibt es die Einzelseele ("Ich" im Urlicht, "Du" (("mein Herz")) im Finale), das Engelein im Urlicht, dass auch noch die zweifelhafte Rolle zugewiesen bekommt, das "ich" "abzuweisen", und Gott. Ich finde das faszinierend.

    Mir stellt sich die Frage, warum gerade dieses Werk nicht (mittlerweile) „klassisch“ sein soll. Wer bestimmt das?

    Darum gings mir doch garnicht, für mich ist das große Musik (zumindest die erste Version, von späteren, wo teilweise der Anfangsrhythmus in 4/4-Takt nivelliert ist, fühle ich mich veräppelt). Aber es gibt eben ein Original in Form einer Aufnahme.

    Während die meisten klassischen Stücke eben anders überliefert sind und auf Interpretationen angewiesen, von denen es natürlich wiederum haufenweise gibt.

    Ich glaube nicht, dass diese Rechnung in dieser Form Sinn macht, weil Streaming das Hörverhalten vermutlich gründlich verändern dürfte.


    Soll heißen: anstatt die gleichen Tonträger, die sich im eigenen Besitz befinden, x-mal zu hören, wird man eher eine größere Anzahl verschiedener Tonträger in geringerer Widerholungsrate hören. Dies würde zumindest deutlich besser zum Schlaraffenland-Charakter eines Streaming-Dienstes passen.

    Danke, das war es, worauf ich so ca hinauswollte.

    In meiner Jugend habe ich mit sämtlichen Mike-Oldfield-Alben diese Zahl locker geknackt.

    okay, da hast Du nen Punkt... Aber (wir sind ja hier in nem Klassikforum) wäre das auch so, wenn es von jedem dieser "Werke"* noch zig verschiedene Interpretationen gäbe? würde man dann auch jede Aufnahme so oft hören? Dazu wäre ich doch allzu neugierig.


    *die Tüddelchen sollen nicht den Status der Alben als Werke problematisieren, sondern dem unterschiedlichen Gebrauch des Wortes in der per se auf Platte gebannten Form einerseits und der als Partitur per se interpretationsbedürftigen Form andererseits Rechnung tragen.

    Definitiv kein Rhumba.

    aber auch kein ChaCha...

    da sind die offbeats auf den Vierteln und teilweise in Achtel unterteilt...

    wie das heißt, weiß ich auch nicht, aber es ist (in der Gitarre) ein einfacher offbeat,

    wobei der erste (auf 1+) ausgehalten wird, während alle weiteren (2+, 3+, 4+)

    kurz sind mit Pause auf den Schlägen danach.

    Zusammen mit dem Bass, der eine Halbe und 2 Viertel spielt,

    ergibt sich dieser leichte "Stauungseffekt" am Anfang jedes Taktes,

    weil sich Bass und Akkorde kurz überlagern und dann nur noch abwechselnd klingen,

    was wie eine Lösung wirkt.

    angeregt von MBs größer angelegter Hör-Orgie hab ich auch mal wieder reingehört - in die 5. aus der Box mit Jochum und der Staatskapelle Dresden - und hier

    Die Entwicklung geht ja auch, was das erste Thema angeht, immer weiter weg von den Triolen: In der ersten Reprise sind sie schon durch Sechzehntel-Sextolen aufgeweicht und mit dem 4er-Takt vermittelt,

    einen Fehler gefunden: bei der ersten Wiederkehr des Themas sind es nur Achteltriolen, die gleichwohl die Metren verbinden.


    der erste Satz bleibt mir seltsam: da ist die Einleitung, sehr schön, mit den Oktavsprüngen in den Bläsern, die aufs Finale hindeuten.. Der Hauptsatz ist mir irgendwie zu zerrissen: ein schwungvolles Hauptthema, das allzubald versandet; die zweite Themengruppe mit den pizzicati, wo dann später ein gesanglicher Kontrapunkt dazukommt, erinnert in Stimmung und Klangfarben an den 2.Satz der 4. und ist auch sehr lang für einen eher an langsame Sätze erinnernden Komplex mitten in einem Kopfsatz.. Dass mal richtig Schwung in die Sache kommt, bringt erst die dritte Themengruppe, aber auch nicht sehr nachhaltig. mag auch an Jochums eher behäbigem Dirigat in den gesanglichen Partien liegen.

    Den zweiten Satz kriegt er, meine ich, sehr schön hin, gerade das gleichzeitige von 2er und 3er-Metren.

    Andererseits sind Sanctus und Agnus Dei der Missa solemnis fast schon Rekompositionen der jeweiligen Requiem-Teile - ein musikalischer Anspruch auf Urheberschaft?

    Irgendwie höre ich das nicht... vielleicht leise Anklänge, eine große Ähnlichkeit des Themas der Hosannah-Fuge, das schon... Aber als "Urheberschaftsanspruch" wäre es schon auch eine starke Abgrenzung, so etwa wie "unter MEINEM Namen mache ich es wirklich anders".

    Ein Viertelton ist doch schon einiges an Flexibilität. Triangel, Glockenspiele, etc. haben es da schwerer haben es da schwerer.

    bleibt meine Frage:

    Ohne uns könntet ihr nichtmal ein A sauber intonieren.

    wessen Idee war das eigentlich?


    okay, bei uns in der MA-Band stimmen wir auch nach den Doppelrohrinstrumenten, weil die am zickigsten auf Umstimmen reagieren... Aber, ist das auch im Orchester der Grund?

    Ohne uns könntet ihr nichtmal ein A sauber intonieren.

    wessen Idee war das eigentlich?


    okay, bei uns in der MA-Band stimmen wir auch nach den Doppelrohrinstrumenten, weil die am zickigsten auf Umstimmen reagieren... Aber, ist das auch im Orchester der Grund?

    Das "rein intuitive" Auswendiglernen fühlt sich, wenn es gut geht, zwar gut an, kann aber im schlimmsten Fall so enden wie beim Tausendfüßler, der sich plötzlich die Frage stellt, welches Bein er als nächstes setzen muss, und dann gar nicht mehr laufen kann. Ich würde mich deshalb nie allein darauf verlassen.

    Aber ich weiß: Das sind Probleme, die die meisten hier nicht haben

    o doch, das kenne ich gut. Manchmal hlift bei Stücken, die ich Jahre nicht gespielt habe, nur von vorne anfangen.

    Ja - das ist doch ziemlich zugänglich, irgendwo zwischen Gershwins Klavierkonzert, Bernsteins Sinfonischen Tänzen und Strawinskys Psalmesinfonie ... fein!

    okay, jetzt habt Ihr mich. Würde noch als Asssoziation Holst einwerfen, wenngleich die Themen etwas sperriger daherkommen hier...


    großartig im 2.Satz (bin bei der 4.Symphonie) der Allegro-Einschub: das groovt wie Sau.


    auch das Finale... das ist schon ein recht kämpferischer Chor für eine Symphonie "da Paz".


    insgesamt finde ich die Nähe von angeblichem "sozialistischem Realismus (gibts denn ne Kompatibilitätsbestätigung von sowjetischer Seite?) und westlicher gemäßigter, filmmusikartiger Moderne immer wieder verblüffend ;)

    "Vorgaben des Sowjet-sozialistischen Realismus". Was immer das heissen soll

    z.B. genau das:

    Ansonsten hören wir ein tonales Werk mit deutlich brasilianischem Einschlag.

    zu den stalinistischen Vorgaben in der Musik gehörte leichte Verständlichkeit für die arbeitenden Massen (Tonalität) und Orientierung an der Volksmusik der jeweiligen Nationalitäten.

    Das Brasilianische ist dabei eher oberflächlich.

    Aber für den SozRealismus in der Musik schon wichtig.

    Dann folgen die ähnlich klingenden Werke von Copland, Harris und Diamond dem "Amerikanisch-sozialistischen Realismus" oder wie?

    Nun ja, Orientierung an Tunes und typischen Klängen eigenen Lebenswelt ist ja keine Errungenschaft der Kommunisten, sondern dort eher Ausdruck eines kulturpolitischen Rollbacks nach den Experimenten der Revolutionszeit und scharf abgegrenzt von der "kosmopolitischen" (="entwurzelten"), "formalistischen" Avantgarde des Westens.

    Wieso gewisse Marktmechanismen im Copland-Amerika zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen wie der Soz R., ist eine schöne Frage.

    Antonalität

    erinnert mich an Bruckner und daran, dass ich bei der interessierten Lektüre eines unter den Vorgaben des sozialistischen Realismus geschriebenen ostdeutschen Konzertführers diesen als Beispiel für das positiv gewertete Eindringen österreichischer Volksmusikelemente in die Symphonie beschrieben fand.