Beiträge von lysiart

    Do, 10.10.19 Oper Frankfurt

    G. Puccini: Manon Lescaut

    Manon Lescaut - Asmik Grigorian
    Chevalier Renato des Grieux - Joshua Guerrero
    Lescaut - Iurii Samoilov
    Geronte de Ravoir - Donato Di Stefano
    Edmondo - Michael Porter
    Der Wirt - Magnús Baldvinsson
    Ein Musiker - Bianca Andrew
    Ein Tanzmeister - Jaeil Kim
    Der Laternenanzünder - Santiago Sánchez
    Der Sergeant - Bozidar Smiljanic
    Der Kapitän - Pilgoo Kang

    Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti
    Inszenierung: Àlex Ollé (La Fura dels Baus)
    Bühnenbild: Alfons Flores
    Kostüme: Lluc Castells
    Chor: Tilman Michael

    Chor der Oper Frankfurt
    Frankfurter Opern- und Museumsorchester

    Gespannt sind wir vor allem auf Asmik Grigorian, die wir bisher nur als phänomenale SALOME in der TV-Übertragung von den Salzburger Festspielen kennen, und natürlich auch auf Lorenzo Viotti, über den man in letzter Zeit viel Positives liest.
    :wink:

    Ich würde mich sehr darauf freuen, Milan Siljanov mit Orchester zu hören. Bislang habe ich ihn in Liederabenden mit Klavier erlebt und er war sehr beeindruckend.
    Viel Spaß beim Konzert!

    Milan Siljanov hat meine Frau und mich ebenfalls beeindruckt, ja wir fanden ihn großartig! Sowohl vom Stimmmaterial her als auch interpretatorisch blieben keine Wünsche offen. Seine poetische Fantasie kam v.a. in Ravels 2. Lied des Zyklus (Chanson épique) und seine Stimmkraft in Mahlers "Des Antonius von Padua Fischpredigt" sowie "Der Tamboursg' sell" wunderbar zum Tragen.
    In der Konzertpause hatten wir die Gelegenheit, mit ihm ein paar Sätze zu wechseln. Dabei verriet er uns, dass die Wunderhorn-Lieder für ihn - zusammen mit Orchester musiziert - sehr viel schwieriger seien als in Klavierbegleitung, mit der er im Mai 2020 den Mahlerzyklus in Amsterdam präsentieren wird.
    Gerne würden wir ihn auch in einer Opernpartie erleben. "Dann besuchen Sie doch eine Aufführung in München mit mir (Masetto bzw. Leporello) oder gar in Dublin, wo ich demnächst Escamillo singen werde", verriet uns der sympathische Künstler lachend.
    :wink:

    2.10.19 Gebrüder-Busch-Theater Hilchenbach: Eröffnung der 59. Spielzeit (mit Empfang im Theater-Foyer)

    Programm:
    Mendelssohn-Bartholdy
    Ouvertüre "Heimkehr aus der Fremde" op. 89

    Ravel
    Don Quichotte à Dulcinée

    Mahler
    "Wunderhorn"-Lieder

    Dvorák
    Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

    Philharmonie Südwestfalen, Dir: Gerard Oskamp
    Milan Siljanov, Bass-Bariton
    (Der Solist ist Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper und errang beim ARD-Musikwettbewerb 2018 in München den 2. Preis der Jury, den Publikumspreis und den Brüder-Busch-Preis.)

    Gruß aus der Provinz voller Leben :wink:

    Herzlichen Dank, lieber Fallada, für deine engagierte Erinnerung an die legendäre Ursula van Diemen!
    Nach langer Zeit einmal wieder habe ich mir soeben ihre Interpretation des von dir vorgestellten "Laudate Dominum" angehört: voller lyrischer Beseeltheit, Wärme, Innigkeit und vor allem - im Gegensatz etwa zu Elisabeth Schwarzkopf - Schlichtheit.
    Die CD ist Teil einer 12 CDs umfassenden Box mit dem Titel ABC der Gesangskunst in Deutschland, produziert von Günter Meier de Vries für das HAfG aus dem Jahr 2000 - nicht identisch mit der von dir empfohlenen CD.
    Josquin Dufay hat ja schon einen möglichen Grund genannt, warum viele Künstler mit der Zeit vergessen werden. Dies dürfte auch auf etliche SängerInnen zutreffen, deren Stimmen die o.g. Box bereit hält, denn wer kennt heute wohl noch Wanda Achsel, Elisabeth Feuge, Erik Enderlein, Rose Ader-Trigona, Benno Ziegler, Wilhelm Tisch u.v.m.?
    Oft sind die Gründe vielschichtig, wie ich von einigen schon etwas in die Jahre gekommenen, ehemals äußerst erfolgreichen und z.T. berühmten Künstlern anlässlich des Künstlertreffens der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn in persönlichen Gesprächen am vergangenen Wochenende erfahren habe.

    :wink: lysiart

    Heute, 22.11., 18 Uhr, Apollo-Theater Siegen

    Aaron Copland
    "Lincoln Portrait" für Sprecher und Orchester
    "Old American Songs"

    George Gershwin
    "Porgy and Bess - A Concert of Songs" für Sopran, Bariton, Chor und Orchester, arrangiert von Robert Russell Bennett


    Morenike Fadayomi (Sopran)
    Johannes von Duisburg (Bass-Bariton)
    Philharmonischer Chor Siegen und Konzertchor des Städt. Musikvereins Hamm
    Dirigent: Lothar R. Mayer

    Klavierabend mit Hélène Grimaud im Konzerthaus Freiburg am 11. Mai '15, 20 h


    Programm:

    BRAHMS Klaviersonate Nr. 2 fis-Moll op. 2
    LISZT Le Jeux d'eau a la Villa d'Este (Années de pelerinage III, S. 163 Nr. 4)
    RAVEL Jeux d'eau
    ALBÉNIZ Almeria (Iberia II, Nr. 2)
    JANÁCEK Im Nebel Nr. 1 und 4
    FAURÉ Barcarolle Nr. 5 op. 66
    DEBUSSY La cathédrale engloutie (Préludes I, L 117, Nr. 10)

    :wink:

    lysiart

    Ragna Schirmer habe ich erstmals erlebt Anfang Juni 2012, als sie in Frankfurt/O. zusammen mit dem Staatsorchester Brandenburg unter Howard Griffiths' Leitung das 9. Klavierkonzert g-Moll von Ferdinand Ries spielte: virtuos im Dialog mit dem Orchester, leicht und locker in den lyrischen Episoden. Beeindruckend!

    Erneut beeindruckt hat sie mich am 3. Mai in folgender TV-Sendung:

    "http://www.arte.tv/guide/de/05139…-ney?autoplay=1"


    Hier erläutert sie am Klavier ! die unterschiedlichen Interpretationen des "Trauermarsches" aus Beethovens 12. Klaviersonate in den Filmeinspielungen mit Elly Ney und Annie Fischer.

    Sehens- und unbedingt hörenswert: auf arte plus 7 noch bis zum 10. Mai.

    :wink:

    lysiart

    Kennt jemand dieses Buch von Goldmark :

    Es könnte doch ganz interessant sein, da es wohl von ihm selbst stammt...

    Lieber Maurice,

    danke für den Hinweis! Ich habe mir das Buch besorgt und mit Gewinn gelesen: ein spannender und authentischer Zeitzeugenbericht eines Lebens im Österreich der Jahre 1850-80. Er erzählt vom mühevollen Aufstieg des Sohnes eines jüdischen Kantors und Notars aus einem kleinen ungarischen Dorf zu einem europaweit geachteten Komponisten.
    Goldmark wächst in burgenländischen Deutschkreuz zusammen mit elf Geschwistern auf mit kaum Zugang zu Bildung. "Den ersten Unterricht im Schreiben und Lesen erhielt ich als Zwölfjähriger von meinem nachmaligen Schwager Friedemann".
    Mit klassischer Musik kommt G. in Ödenburg in Berührung: "Ich sah und hörte das erste Mal ein Klavier. Man spielte Liszt'sche und Thalberg'sche Fantasien. Mein Entzücken war ebenso groß wie mein Erstaunen darüber, dass die Finger nur so dahinrasten ohne sich zu verwirren oder daben zu greifen. Auch warum die Leute klatschten war mir unbegreiflich."
    Sein Leben ändert sich, als er zu seinem Bruder, einem Chemiker, nach Wien kommt: "Ich lernte reines Deutsch sprechen. Das erste Buch, das mir mein Bruder in die Hand drückte, war Knigges 'Umgang mit Menschen'. Es war wohl sehr nötig."
    Er erhält Geigenunterricht am Wiener Konservatorium. 1848 gerät G. in die Kriegswirren der Revolution, entgeht einer willkürlichen Erschießung nur mit Glück und lässt sich dann nach Buda verpflichten. Das Honorar ist ebenso kläglich wie die Besetzung des Orchesters: "Einen Winter bloß Erdäpfel ohne Brot, den daruf folgenden Sommer nur Quark und rohe Gurken u.s.w. . Die langen Hungerjahre blieben für meinen Körper nicht ohne böse Folgen. In namenloser Schwäche war ich fast dem Siechtum verfallen".
    G. kehrt nach Wien zurück, wo er von einem dem Bruder befreundeten Arzt aufgepäppelt wird, kann in Wien bleiben und kommt als Theatergeiger am Karltheater beim legendären Volksschauspieler Johann Nestroy unter: "Ich lernte das Theater kennen in- und auswendig. 10 Jahre Abend für Abend die Bühne vor sich ..."
    Als Autodidakt und Theaterpraktiker verschafft er sich solide Kenntnisse in Sachen Komposition. Er überzeugt den führenden Geiger Wiens, Josef Hellmesberger, seine Werke aufzuführen. 1857 organisierte er in Wien ein Konzert auf eigene Kosten ausschließlich mit seinen Werken.
    Da geht es langsam bergauf: G. wird in der Wiener Musikszene wahrgenommen. Neben Kammermusikwerken entstehen Orchester-Ouvertüren, u.a. 'Penthesilea'; der damals tonangebende Kritiker Eduard Hanslick brandmarkt ihn deshalb als 'Dissonanzenkönig' und meint, Wagners Walküren sprengten rücksichtsvoller herein als Goldmarks Amazonen.
    Um die UA DIE KÖNIGIN VON SABA am Wiener Hoftheater muss G. jahrelang ringen. Nach dem Börsenkrach von 1873 geht es den Theatern schlecht. Die Hofoper bleibt oft leer, obwohl 1875 Wagner Tannhäuser undLohengrin und Verdi die Aida inszeniert. DIE KÖNIGIN VON SABA bekommt überhaupt nur eine Chance, weil der Oberst Hofmeister Fürst Hohenlohe, zuständig für Theater in Wien, den Hofopern-Intendanten drängt, nach zugkräftigen neuen Stücken Ausschau zu halten. Erstein Wutausbruch des Fürsten stimmt den Intendanten um.
    Die Generalprobe ist ein Desaster: Marie Wilt, Star der Hofoper, für die G. die Partie der Sulamith geschrieben hat, ist indisponiert. Doch als sich endlich der Vorhang hebt, verändert sich G.'s Leben: "Das ganze Haus war bis an die Decke voll. Die Wilt, eine Gestalt wie die einer verunglückten Kartoffel, aber mit einer der herrlichsten Stimmen, hatte gleich mit ihrer ersten Szene 'Der Freund ist dein...' frenetischen Applaus. Der Bann war gebrochen, die Stimmung hergestellt, alle Künstler kamen ins Feuer. Es war ein voller Erfolg".

    Goldmark bekennt freimütig: "Ich war nie im Orient, aber die Intuition half mir darüber hinweg."
    Die Handlung der KÖNIGIN VON SABA spielt am Hof von König Salomo in Jerusalem. Titelheld ist nicht Salomo, sondern die Königin von Saba, reich erotisch und sehr eigensinnig. Sie verführt heimlich den jungen Assad, der von Salomo als Botschafter an ihren Hof gesandt worden war, leugnet aber in der Öffentlichkeit ihn zu kennen. Assad ist mit der frommen Sulamith verlobt. Er zerbricht an dem erst brüsk ablehnenden und dann wieder verführerisch fordernden Verhalten der Königin. In Melancholie und Treauer versunken, bleibt dem unglücklich Verliebten schlussendlich nur der Liebestod: das Dahinschwinden mit einem Lächeln auf den Lippen, das Zelebrieren einer einsamen Liebe im Tod.

    Zwischen 1875 und 1937 wurden allein in Wien 277 Vorstellungen der KÖNIGIN VON SABA gegeben; Strauss und Mahler haben sie oft und gern dirigiert.

    Den Welterfolg mit der Königin von Saba kann Goldmark mit keiner seiner weiteren 6 Opern wiederholen, doch er wird ein gefragter Lehrer, sitzt in wichtigen Jurys, verkehrt mit allen führenden Musikern seiner Zeit und inszeniert Aufführungen seiner "Königin" in ganz Europa.

    In Freiburg hatte die Königin von Saba am 18. April 2015 Premiere. Meine Frau und ich werden die Aufführung dort am 14. Mai besuchen. Wir sind sehr gespannt. Ich werde berichten.

    :wink:

    lysiart

    Wagner-Tenöre im Spiegel der Zeiten

    In der Reihe Stimmen hören befasst sich Chris Tina Tengel am 19. März 2015 von 19:30-21:00 auf Ö1 mit der Frage: Wo bleiben die "Helden"?

    In der Sender-Info heißt es:
    "125 Jahre ist es bereits her, dass in Kopenhagen Lauritz Melchior auf die Welt gekommen ist, und nach wie vor gilt er vielen aus der 'Wagnerianer'-Fraktion als das Nonplusultra des 'heldischen' Tenorsingens in TANNHÄUSER, TRISTAN UND ISOLDE und dem RING DES NIBELUNGEN. Kann man das so stehen lassen? Sind Tenöre wie (um auf die Bayreuther Festspiele zu fokussieren) Wolfgang Windgassen, Hans Hopf, Renè Kollo, die Solisten des 'Jahrhundertrings', dann Siegfried Jerusalem oder Stephen Gould tatsächlich im Vergleich zum Scheitern verurteilt?"


    Gespannt darf man darauf sein, ob in die kritische Betrachtung auch weitere Tenöre der neueren Garde, wie z.B. Peter Seiffert, Ben Heppner, Johan Botha, Torsten Kerl oder Lance Ryan einbezogen werden.