Beiträge von Magus

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    Guten Morgen,


    mir geht es da ganz anders: ich konnte immer schon mehr mit Barockopern (und jenen der Hochklassik) anfangen als mit dem späteren Zeug. Hier meine Lieblinge:


    -Purcell: Dido & Aeneas (Absoluter Favorit; klein aber fein; habe hier selber mal Continuo gespielt :love: )
    Purcells Hybrid-Opern:
    -The Fairy Queen
    -King Arthur
    -Purcell: The Indian Queen
    -Steffani: Enrico Leone
    -Monteverdi: L´Incoronazione di Poppea
    -Lully: Armide
    -Lully: Cadmus & Hermione
    -Rameau: Platée
    -Rameau: Les Indes Galantes


    Schönes Wochenende!


    Magus

    Die Frage nach Gut und Böse besteht im Prinzip aus zwei Fragen:
    1. Was will ich erreichen? Und
    2. Ist es zu dieser Zielerreichung besser zu kooperieren oder mich egoistisch über über andere hinwegzusetzen, wobei deren Schädigung billigend in Kauf genommen wird oder gar als Mittel zum Zweck dient?

    Kann man so sehen. Aber was ist mit dem "Bösen" als Selbstzweck? Etwa im Sinne der Hexen in Purcells "Dido & Aeneas":
    "Harm's our delight and mischief all our skill."


    Grüße


    Magus


    Philbert
    Der Mensch liebt nun mal Verallgemeinerungen (die Menschin im übrigen auch).



    Liebe FairyQueen,


    das unterscheidet die Aufklärung französischer Prägung so deutlich von der des deutschsprachigen Raumes. Wenn es in Deutschland vornehmlich um das Verhältnis von Individuum und Staatsmacht ging und die Aufklärung daher früh in Gesetzes- und Verfassungsdebatten mündete, wohnte der französischen Aufklärung stets der scharfe antiklerikale bzw. antichristliche Zungenschlag inne. De Sade bildet den Gipfelpunkt dieser Entwicklung, da sein Werk gleichsam die Negierung der Zehn Gebote und aller christlichen Werte durchdekliniert. Und ja: das wirkte auch auf mich bei der Lektüre nach einer Weile sehr ermüdend....der Mann war ja auch hochgradig besessen von seinem Sujet (Im übrigen gibt es weit bessere Aufklärungs-"Pornographen" als De Sade; ich denke da etwa an Mirabeau - das aber nur am Rande).


    Der aufgeklärte Franzose ist daher immer auch Libertin. Erst jüngst wurde mir dieser Zusammenhang wieder deutlich, als ich Huellebecqs "Unterwerfung" las.


    Schwer erträglich fand ich in bezug auf "das Böse" in Form entfesselter Gewalt streckenweise einen anderen Klassiker: Burgess´ "Uhrwerk Orange".


    Aber auch ein Buch wie "Billy Budd" von Melville, das die strukturelle Gewalt in einem funktionierenden Kollektiv beschreibt, der der Einzelne völlig machtlos gegenübersteht, fand ich bedrückend - denn es kann kein Happy Ending geben, und der Leser weiß das.


    Ignorieren ist m.E. keine Lösung - das ist eher wie ein "Spiegel-Verhängen".


    Grüße


    Magus

    Weder Vivaldi noch Haydn haben es geschafft, ihren Opern etwas zu verleihen, dass sie für spätere Generationen interessant macht.

    Könnte das nicht vielleicht daran liegen, daß deren Opern bzw. die Figuren darin, sich eher an der Commedia dell´Arte orientieren (ich glaube das hatten wir in einem von Ecclitico eröffneten Thread bei Haydn schon einmal angerissen)?


    Man könnte also sagen: dort agieren (in gewisser Weise auch "zeitgebundene") Typen - während z.B. Mozart Charaktere schafft, was uns das Interesse und den Zugang leichter macht.


    Gruß


    Magus

    Würde man die U-Musik mit einbeziehen, fändest Du hunderte von entsprechenden Titeln

    Ich habe einige Aufnahmen rumänischer Zigeunermusik (Achtung: ich verwende das Wort hier und im folgenden keineswegs abfällig oder mit dikriminierendem Unterton; sie nennen sich im übrigen dort selber Tigani - gesprochen "Tzigani"...); besonders ein Lied hatte es mir angetan: herzzerreißender Gesang über einer sehr melancholischen Melodie.


    Als ich einen rumänischen Freund fragte, was da so Furchtbares besungen werde (eine vergebliche Liebe? Tod? Weltschmerz?), fing er nach einigen Takten an zu lachen und meinte nur: "Ah, die Tzigani (auch das nicht abwertend gesprochen!): es geht ums Essen.....ein schöner Braten...dazu köstlicher Wein...u.s.w."


    :faint:


    Magus

    Nur ganz kurz: 1784 ist auch das Geburtsjahr von Weber und der gilt ja als Romantiker par excellence. Spohr hingegen ist definitiv als Klassizist bekannt (verschrien?). Es ist schon interessant, wie unsere Assoziationen zu Komponisten zustande kommen.

    Stimmt - und Beethoven starb ein Jahr nach Weber.


    :D


    Magus

    Schöner Thread!


    Erinnert mich ein bißchen an einen anderen Faden, wo es um das "Rokoko" ging.... ;+)


    Ich denke, auch im Fall der Romantik gibt es verschiedene Ebenen (Architektur/Bildende Kunst, Literatur, Musik), vor deren Hintergrund der Begriff diskutiert werden kann, wobei es auch hier Gleichzeitigkeiten und Überschneidungen geben wird.


    Selbst ein Goethe, der -wie Felix Meritis ja betonte- in einigen seiner Werke als Romantiker zu erkennen sei, wehrte sich offenbar gegen diese Kunst- oder besser Kulturströmung seiner Zeit:


    " Mir ist ein neuer Ausdruck eingefallen, der das Verhältnis nicht übel bezeichnet. Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke. Und da sind die Nibelungen klassisch wie der Homer, denn beide sind gesund und tüchtig. Das meiste Neuere ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil es schwach, kränklich und krank, und das Alte ist nicht klassisch, weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist. Wenn wir nach solchen Qualitäten Klassisches und Romantisches unterscheiden, so werden wir bald im Reinen sein." Goethe gegenüber Eckermann 1829....


    Das ist natürlich starker Tobak...


    Spohr, der hier ebenfalls genannt wurde, ist ebenfalls -sicherlich aufgrund seiner langen Lebensspanne 1784-1859- sowohl "Klassiker" als auch "Romantiker"; seine ersten beiden Klarinettenkonzerte, um die Jahrhundertwende entstanden, atmen noch ganz den Geist eines Mozart, während z.B. seine Kammermusik aus den 40er Jahren als durch und durch romantisch anzusehen sind. Von seinen romantischen Opern nicht zu reden. Als "krank" würde ich ihn allerdings nicht bezeichnen :D .


    Grüße


    Magus

    Ok - sorry, den Gesang hatte ich leichthin übersehen.


    dafür hab ich das hier gefunden:


    SWR2:


    SWR2 macht Schule/SWR2 Musikschule
    "Es geht hurtig durch Fleiß"
    Ein Blick durchs Schlüsselloch der musikalischen Klassenzimmer mit Jörg Lengersdorf


    Mo.-Sa. 9:05 Uhr bis 10:00 Uhr


    Folge 3 (17.09.2014): unter anderem:


    Wolfgang Amadeus Mozart:
    Solfeggien KV 393
    Esercisio per il canto C-Dur
    Eva Csapó (Sopran)


    Vielleicht kann Dir der Sender ja weiterhelfen.


    Grüße


    Magus