Beiträge von Magus

    also ganz klar,
    wenn ich "Kopfarbeit" am Schreibtischleiste ist jede Form von Musik absolut kontraproduktiv.
    Ich bin noch nie auf die Idee gekommen bei der Arbeit Musik zu hören (ausser bei der Hausarbeit)

    Geht mir genauso; einzige Ausnahme (wenn man das denn zur "Arbeitszeit" zählen will): auf langen Geschäftsreisen.


    Magus


    der Beitrag erinnert mich wieder einmal an Tibor Varga, der mal gesagt hat, man müsse, wenn man einen begabten Schüler hätte, als erstes die Eltern erschießen. Keine schlechte Idee :hide: .


    Viele Grüße,


    Christian

    :D


    Nicht selten stimmt das; diese Art Eltern kann man dann auf Wettbewerben bewundern, wenn sie ihrem Wunderkind vor und ggf. auch nach dem Vorspiel richtig die Hölle heiß machen...


    Nichtsdestotrotz ist es eine heikle Aufgabe, hier den richtigen Weg zu finden. Ein kluger Mensch sagte einmal, wir seien als Eltern allenfalls Entwicklungshelfer; im Falle des musikalisch hochbegabten Kindes bedeutet dies m.E., Anregungen zu geben, Möglichkeitern zu eröffnen und v.a. den richtigen Lehrer für das Kind zu finden, der das, was sich da entwickeln will, in gute Bahnen lenkt. Hier heißt es dann für die Eltern auch: loslassen!


    Das Problem, welches in Gurnemanz´ Video angesprochen wird: keiner aus meinem Kindergarten/Schule interessiert sich für Bach, ist in der Tat ein Problem, das bei den Kindern zu Frustrationen führen kann. Allerdings hilft dann Arroganz nicht weiter - im Gegenteil. Wir standen mit einem unserer Kinder auch vor diesem Frustfaktor; glücklicherweise gibt es an der Musikhochschule unserer Stadt eine entsprechende Frühförderung, wo unser Kind jetzt mit Gleichaltrigen desselben Interesses zusammenkommt. Dieser Termin ist immer das Highlight der Woche.


    Magus

    Bach, Cellosuiten: Nr. V (BWV 1011) Sarabande.
    Abgesehen davon, daß dies eine sehr gute Intonationsübung ist, halte ich dieses kleine feine Stück für das merkwürdigste und rätselhafteste im ganzen Suitenzyklus, wenn nicht gar der gesamten (mir bekannten) Barockmusik überhaupt.


    Allen noch einen schönen Sonntag


    Magus

    Hallo Zwielicht,


    Du hast recht; die Urheberschaft Haydns ist nicht gesichert:


    im Booklet der Aufnahme ist lediglich vermerkt, daß dieser Marsch 1794 in einer deutschen Sammlung von Märschen der k.k. Armee enthalten war, wobei der Komponist als unbekannt benannt wurde. Nur der Umstand, daß es sich um den Marsch des Regiments Esterhazy handelt, das wohl zwischen 1780 und 1786 in Sopron nahe Schloß Esterhaza stationiert war, läßt den Schluß naheliegend erscheinen, daß Haydn für seinen Dienstherrn und dessen Regiment einen/diesen Marsch komponierte.


    Die kleine motivische Linie, die mich an das Andante aus der 94. Sinfonie denken läßt, besteht aus den Takten 9-12.


    Grüße zurück


    Magus

    Sehr interessantes und vielschichtiges Thema.


    Zunächst gibt es neben den regionalen oder nationalen Eigenheiten, die hier schon erwähnt wurden, auch fundamentale Unterschiede im Laufe der Epochen; so ist z.B. die europäische Militärmusik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts bei weitem nicht so blechlastig wie die Militärmusik späterer Zeiten. Dominiert wurde sie bis dahin von Holzbläsern bei der Infanterie als der Hauptwaffengattung; Trompeten und Fanfaren waren dagegen die bevorzugten (Signal)Instrumente der Kavallerie.


    Die Kapelle der französischen Kaisergardegrenadiere 1805-1815 beispielsweise hatte folgende Besetzung:


    4 Pfeifen, 4 Oboen, 12 Klarinetten in C und 2 Klarinetten in F, 4 Fagotte, 2 Serpente, 2 Trompeten, 2 Posaunen, 2 Schellenbäume, 2 Paar Becken, 1 Rührtrommel und 1 Basstrommel (Quelle: A.Jouineau, J.-M.Mongin: The French Imperial Guard, Vol.I Paris 2002, S.18)


    Während der Revolution und den Napoleonischen Kriegen ging der entscheidende Impuls von Frankreich aus. Weniger als Marschtaktgeber sondern vielmehr als Stimmungsheber im Feld und Stimmungsverstärker im Gefecht wurde diese Musik eingesetzt. Die Tambourmajore schrieben nicht selten die Musik selber, wobei sie populäre Volksweisen oder Gassenhauer aus aktuellen Opern einflochten. Oft in hohen Registern und raschem Tempo gespielt, unterstützt von Schellenbaum und Becken, ergab sich daraus jene aufreizende Musik, die den Rausch der Schlacht, neben den Alkoholika, die bei diesen Gelegenheiten großzügig an die Soldaten ausgeschenkt wurden, unterstützen sollten.


    Sehr schöne Aufnahmen dieser Musik bietet das französische Label "Corélia" an: besonders zu empfehlen: "Bicentenaire. Musique de la 1ere Région Militaire" 1989 oder "Airs Militaires Anciens. Marches, Refrains, Batteries de la Garde Impériale" 1975


    Ferner sehr zu empfehlen:


    Marches from the Hungarian History - 18-19th centuries (Hungaroton 1994)


    Dort Track 1: Joseph Haydn: Marsch des k.k. 34. Ungarischen Infanterieregiments Antal Esterházy (1783)


    Bei dieser Komposition verwendet Haydn bereits ein Motiv des zweiten Satzes seiner späteren Sinfonie Nr. 94 "mit dem Paukenschlag".


    :wink:


    Magus