Beiträge von Amfortas09

    Frankfurt wird Ulisse in BRD-Speech aufgeführt; vermutlich in der vom Notenquäler autorisierten Übersetzung für UA unter Lori (Hertha-Town).


    => für neugierige Leser/User als 2x Ulisse zum Erstrendezvous/Schnuppern/Anfixen:


    unter Lori (MonoTQ)

    http://www.youtube.com/watch?v…c&list=PLAA52D3079239F9AF

    http://www.youtube.com/watch?v…A&list=PLAA52D3079239F9AF

    http://www.youtube.com/watch?v…E&list=PLAA52D3079239F9AF

    http://www.youtube.com/watch?v…0&list=PLAA52D3079239F9AF

    http://www.youtube.com/watch?v…o&list=PLAA52D3079239F9AF


    Text in BRD und IT:
    http://www.dicoseunpo.it/D_files/Ulisse.pdf


    konzertante Wiedergabe unter Bour (StereoTQ):

    Luigi Dallapiccola ULISSE [MR 70] - (IT) Prologo e Primo Atto
    Luigi Dallapiccola ULISSE [MR 70] Opera in un prologo e due atti I. PROLOGO E PRIMO ATTO[In lingua italiana] Parigi6 maggio 1975Ernest Bour, direttore Chœur ...
    www.youtube.com

    Luigi Dallapiccola ULISSE [MR 70] - (IT) Secondo Atto ed Epilogo
    Luigi Dallapiccola ULISSE [MR 70] Opera in un prologo e due atti II. SECONDO ATTO ED EPILOGO [In lingua italiana] Parigi6 maggio 1975Ernest Bour, direttore ...
    www.youtube.com

    HR 2; Montag; 27.06.22; 20:00 – 22:30


    Schönberg: 2. Streichquartett fis-Moll op. 10 "Mit Sopran-Solo"
    Bruch: Streichoktett B-Dur


    Markéta Cukrová, Mezzosopran
    Zemlinsky-Quartett
    und
    Marie Hasoňová, Violine
    Štěpán Ježek, Violine
    Jiří Pinkas, Viola
    Petr Vašinka, Kontrabass


    Aufnahme vom 10. Oktober 2021 aus dem Erzbischöflichen Palast Olmütz


    -----------------------------


    DLF-Kultur; Samstag; 02.07.22; 00:00 – 03:00


    „Kinder, schafft Neues“ - Eine Lange Nacht über Richard Wagner als deutsche Affäre


    Moderation: Julia Spinola und Simon Strauß
    Gäste: Oksana Lyniv, Rüdiger Safranski, Sergio Morabito, Jascha Nemtsov
    Regie: Monika Künzel


    "…..Der Diskussionsabend nimmt Richard Wagner aus verschiedenen Perspektiven in den Blick: Der Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski beschreibt Wagner als einen dionysischen Künstler und Meister des musikalischen Rausches. Der Pianist und Professor für Jüdische Musik Jascha Nemtsov fragt danach, wie sich Wagners aggressiver Antisemitismus auch in seinem musikalischen Werk niederschlug. Sergio Morabito setzt sich seit vielen Jahren als Dramaturg und im Regieteam mit Jossi Wieler künstlerisch mit Wagner auseinander – am 12. Juni feiert ihre gemeinsame Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ an der Deutschen Oper Berlin Premiere. Oksana Lyniv berichtet aus Sicht einer jungen Dirigentin über ihre Erfahrungen mit Wagners „Der fliegende Holländer“ im berüchtigten „mystischen Abgrund“, dem verdeckten Orchestergraben im Bayreuther Festspielhaus…."
    DLF-Kultur

    u.SRY f.meine Empfindeligkeit -aber wenn noch nicht mal in diesem Forum auch nur ein Hauch von Interesse f.Dallapiccola u.ä. besteht, dann habe ich eigentlich keine Hoffnung mehr, dass in 10J. dergleichen noch anderswo als in den ganz großen (+ entspr. teuren)Opernhäusern erlebt werden kann Schlecht1 Schlecht1 Schlecht1 Schlecht1 Schlecht1 Schlecht1

    Meine Lauscherchen ziehn Dallapiccola-Mucke gerne sich rein, vor allem an seine späte... sein Ulisse mit festen Stammplatz im Kader.

    Dallapiccola ist zwar nicht genialer als dieser Wagner, aber erheblich seltener Wow1

    Meine Lauscherchen finden seinen Ulisse noch geiler als Wagnerei..

    - - - werde mir erdreisten, an dieser Stelle auch über die Ulisse - Premiere (am ko. SO in Frankfurt) zu berichten...-

    Das wäre mega-supi !

    Gerade bei Wagner, bei dem es um "Gesamtkunstwerke" geht.

    Mein Brägen würde den Begriff "Gesamtkunstwerk" nicht so aufladen wollen.... .

    ... z.B. Pinselquälerei + Mucke kommen nicht unbedingt in friedlicher Koexistenz rüber...

    ... Wagner räumte sogar selbst ein, dass er von Malerei nicht viel auf Schirm hatte .. er merkte beim Reinziehn von Raffaels Pinselquälereien, dass diese Chose an ihm totalst abglitt ...

    und "Lohengrin", wann das angesiedelt ist

    Na ja. der ist zeitlich irgendwann im 10. Jahrhunderts verortet...

    kaum denkbar/vorstellbar, dass damals sowas wie "Deutsches Reich" politisch irgendwie als Agenda rüberkam..

    Die Sachsen und Thüringer
    Wohlauf! Mit Gott für Deutschen Reiches Ehr!

    (1. Akt)

    Melzer

    Es geht nicht um "Gegenbeweis", sondern MS haben kaum mit "wirklichen Verhältnissen" vom Mittelalter was am Hut. Selbst wenn Wagner Kenntnisse davon auf Schirm hat. Du räumst ja sowieso selbst ein, dass er damit "spielt".

    Und der künstlerische quasi Regel-Nominalismus (2.0) Stolzings bzw von Sachs kommt m.E. knallhart aus Perspektive des 19. Jahrhunderts rüber.

    Aber man kann wohl schon davon ausgehen, daß er an den wichtigsten Lebensformen und -stilen nichts Grundlegendes geändert hat, das "absolut Notwendige beibehalten" hat. Und dazu gehören die Standesunterschiede mit Sicherheit.

    Im Gegentum. Als ein Knaller in Wagners MS-Libretto kommt ja auch die Zersetzung von festgefressenen Ständen bzw. deren Auflösung von Unterschieden und Regeln (bzw. die "Regel" soll aus dem Subjekt des Künstlers entfleuchen, was nicht gerade mittelalterliche Perspektive ist) rüber. Die Meister werden verarscht, ob ihres sturen Regelwerks, was deren Kunst zu inkrustieren droht. Sachs propagiert fürs „Volk“ als Jury.

    Sachs:
    Wollt ihr nun vor dem Volke zeigen,
    wie hoch die Kunst ihr ehrt…
    … so laß das Volk auch Richter sein:

    Doch einmal im Jahre fänd ich's weise,
    daß man die Regeln selbst probier,
    ob in der Gewohnheit trägem Gleise
    ihr' Kraft und Leben nicht sich verlier.
    Und ob ihr der Natur
    noch seid auf rechter Spur,
    das sagt euch nur,
    wer nichts weiß von der Tabulatur.....


    was im 3. Akt ja dann auch funzt:

    DAS VOLK
    …….
    (zu Eva)
    Reich ihm das Reis;
    sein sei der Preis!
    Keiner wie er so hold zu werben weiß!


    Sachs fragt auch nicht Meister sondern wendet ans Volk sich, ob seine Wahl des Zeugen
    (So zeuget, das Lied sei nicht von mir; und zeuget auch, daß, was ich hier vom Lied hab gesagt, zuviel nicht sei gewagt.) auch echt okay rüberkam:


    SACHS
    (zum Volk gewandt, auf Walther und Eva deutend)
    Den Zeugen, denk es, wählt ich gut:
    tragt ihr Hans Sachs drum üblen Mut?

    DAS VOLK
    (in jubelnder Bewegung)
    Hans Sachs! Nein! Das war schön erdacht!
    Das habt Ihr einmal wieder gut gemacht!

    Man wundert sich immer wieder...

    Ich bin nicht so konservativ wie Du denkst :)

    Hm. Wer weiß ? Vielleicht sticht manchen beim Reinziehn dabei der Speech von der " sozialistischen Gesellschaft, die, als versäumte, der bürgerlichen zum schleichenden Unheil gerät" ins Auge... Grins2 Grins2 Grins2 :P :P

    Du siehst aber auch, dass die Diskussion sofort wieder in eine Richtung zu triften droht, in der über Inszenierungen gesprochen wird, die niemand von uns gesehen hat.

    Das ist doch okay. … und mein Brägen hat dabei noch auf Schirm den lustigen RT-Talk (in einem bekannten Forum südlich vom Weißwurst-Land) über den von Voges/Bärenklau szenisch/videomäßig verzapften Hannover-Freischütz … haben uns diese Chose 2 x in 96-Town reingezogen …

    Herangehensweisen nicht wünsche, sondern, weil ich solche Arbeiten so oft als extrem spießig und damit konventioneller als Zeffirelli erlebt habe. Aber das ist noch einmal eine ganz andere Diskussion

    dafür ist doch hier Platz. :jaja1:

    Die Einheit macht es, auch wenn diese vielleicht selten erreicht wird.

    Selten erreicht, vermutlich weil ungegenständliche/begriffslose Mucke und szenisches/gegenständliches Bild eher auseinander sich klamüsern…

    Man richtet sich in seinem Schützengraben ein, beide Seiten wohlgemerkt, und ballert drauflos,

    :jaja1: :jaja1: Eben unterhaltsamer RT-Talk …. :thumbup:

    Aber vielleicht ist Schubladendenken auch etwas zutiefst Menschliches.

    Mein Brägen wähnt, dass Schubladendenken andererseits keine Naturkonstante also nicht Natur1.0 , sondern derartige Abstumpfung gesellschaftlich – durch allgegenwärtigen Zweck/Funktions/Anpassungszwang - vermittelt ist, also Natur 2.0.

    Nur sollte Theater gegen das, was 'normal' zu sein scheint, immer angehen.

    :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1:

    So isses. Für meinen Brägen funzt sowas als wichtiger Knaller ästhetischer Erfahrung.
    Komme sie - als Kunst - rüber via RT- und/oder Non-RT, Instrumentalmucke, Verse/Zeilen/Pinselquälerei.. und.. und .. und
    … also dass sie eigne inkrustierte, eingefrorene Wahrnehmungs/Denkemechanismen lädiert/aufbricht .. nicht bloß auf RT/Non-RT beschränkt .. … gleichfalls im Verstummen von Mucke (Nono Streichquartett, Lachenmann 2. Streichtrio, früher Webern) oder dass sie dem Hörer so richtig pikfein die Fresse poliert (Schönberg Streichtrio, Bazis Soldaten, Mahler 9: 3. Satz) … wie auch immer….

    Gerade die von ihr geschmähte Otello-Inszenierung war berührend wie lange keine. Und übrigens (was ihr wohl egal ist) musikalisch hervorragend. Das war übrigens Konsens unter den Besuchern des Abends und Vielen, die ich sonst gesprochen habe.

    :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1:

    So isses. Otello-Premiere kam uns mega-geil rüber: tolle(s) Orchester/Solisten plus fetzige Opernverunstaltung. Leider unzureichende Maskendisziplin während der – ansonsten sehr netten – Premierenfeier …..

    Frau Gilles schreibt halt Gilles-Quatsch wie immer.

    ich zieh mir ihre Ergüsse immer wieder mal gerne rein, ob des Spaßfaktors :top:
    .. außerdem sollen rt-phober Front zugeneigte Leser/User auch mit Links/Infos gefüttert werden …

    Heute war ein wohltuender Gegen-Leserbrief im Blättchen, ich bekomme ihn leider nicht reinkopiert.

    Meinst du einen in der gestrigen Ausgabe, wo auch MLG ihre unterhaltsame Kurz-"Suada" für RT-Phobe rüberwachsem ließ oder einen anderen in neuer Ausgabe? Hab von einem einzigen Gegen-Leserbrief nix mitgekriegt. Kannste vielleicht Link dazu rüberwachsen lassen, das wär echt supi.


    Putzig, dass MLG einerseits über Besucherschwund belfert, andererseits ihr verhasste Produktionen mit Publikumszuspruch in die Tonne tritt:

    "Es [das Publikum] verroht, johlt und kreischt und die Reize auf der Bühne müssen immer gröber werden..."

    http://www.marie-louise-gilles.de/Bericht_%20-_'Fledermaus'_-_Nds._Staatsoper_Hannover_20.03.2016_neu.htm Grins2 Grins2

    Gut, die nächste Spielzeit ist bez. Premieren für meinen Geschmack auch etwas dröge,

    Boitos Mefistofele mögen meine Lauscherchen überhaupt nicht :( , was Mucke angeht. Aber da Opernzerstörer Bieito das szenisch umsetzt, wollen wir sogar die Premiere uns reinziehn…

    "Regietheater" ist halt ein ideologisch überfrachteter Kampfbegriff,

    :jaja1: :jaja1: :jaja1: Glücklicherweise!

    Es gibt in dieser Sache keine Basis für eine Verständigung, weil die Erwartungen ans Musiktheater bei den verscheidenen "Lagern" vollkommen unterschiedlich sind.

    :jaja1: :jaja1: :jaja1: Wär ja sonst laaaangweilig und ohne Spaßfaktor im RT-Thread.

    Wir sollten das vermutlich einfach akzeptieren, auf diese Grundsatzdiskussionen verzichten

    :neenee1: :neenee1: :neenee1: :neenee1:

    Nee, nee auf keinen Fall drauf verzichten!

    und ins Opernhaus gehen, wann und wo wir meinen, dies tun zu wollen.

    :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1: So isses.

    wenn auch teilweise mit wechselndem Personal, finde ich in der Tat ermüdend und letzlich sinnlos.

    Menno, dock dennoch beim RT-Talk weiterhin an… bitte, bitte…… :jaja1: . :) :)

    Dahingehend, daß sinngemäß der Komponist sein eigens Werk nicht kapiert und daß da unendlich viel mehr drinsteckt als er sich das je vorstellen konnte. Was für ein Unsinn.

    Warste denn etwa anwesend als z.B. Meistersinger verzapft wurden und haste im Brägen vom Notenquäler gehaust ?

    und wenn jeder im Saal das Stück kennt und nur auf diesen Schock wartet, dann kann man den Schock, den Beethoven wollte, nur dann erzielen, wenn man das Sforzato nicht spielt ...

    Schocks lassen sich m.E. schwer konservieren.

    Hey. Supi. Endlich ist beim RT mal was los :thumbup:

    Da wäre z.B. auch die Frage interessant, wie glücklch jemand aus dieser "Meistersinger"-Inszenierung an der Deutschen Oper rauskommt....:

    Habe die Kritik gelesen: Scheint eine ziemlich spannende und einfallsreiche Inszenierung zu sein, was mich bei einem so renommierten Regieteam wie hier (Jossi Wieler, Anna Viebrock, Sergio Morabito) nicht überrascht. Klar, daß das nicht allen gefällt.

    Ehrlich gesagt, auf diese Art Spannung und "Einfallsreichtum" kann ich verzichten.

    Da sind wir nun mal unterschiedlicher Meinung.

    werde anschließend gern über meinen Beglückungsgrad subjektiv berichten…

    DOB-Meistersinger aus Hertha-Town mir nicht reingezogen ….


    Das Problem haust m.E. in „glücklich“ und/oder „Glück“
    Streben nach Glück könnte noch irgendwie als sowas wie allgemeine Tendenz von Menschen rüberkommen… Beim Inhalt davon funzt nicht mehr vergleichsweise so allgemeinverbindlich….
    Denn eure Postings legen meinen Brägen nahe, dass die einzelnen Inhalte von formalen Glück/glücklich-Begriffs-Level beim Opern-Live-Reinziehn durchaus verschieden ausfallen können; beinahe dem Output eines Zufallsgenerators ähnlich…


    Dazu ein Next-Top-Modell auf Catwalk:
    .. zogen uns mal in 96-Town weiland hammer-geile Wozzeck-Premiere rein; unter Fuchtel vom damaligen GMD Lü sowie Verunstalter Bieito und etwas später – via DVD - eine Realisierung nämlicher Fetzigkeits-Mucke unterm Erlöser Currentzis & Opernzerstörer Tscherniakov.
     

    Beide Arbeiten bekämen durch Kuwi MLG den Ritterschlag: "szenisch bis zur Unkenntlichkeit verfälscht" :jaja1:


    Wenn mein Brägen versucht, Resultate beider Wozzeck-Umsetzungen auf Glücks-Begriffsschiene zu hieven, dann lägen ihm das Glück beider Realisierungen darin, Unglück rüberwachsen zu lassen, also Unglück quasi ästhetisch kenntlich zu machen; als gezückte Schiri-Arschkarte gegen gechillte Überpinselung von Unglück durch schönem Schein. Damit passen - einerseits - beide Regiearbeiten knallhart zur verstörenden Wozzeck-Mucke…
    … ja ja, okay, okay, okay, anderseits bleibt Frage übrig, ob bzw. wer vom Publikum „glücklich rausgeht“ (WS)… möglicherweise der Besucher-Teil, die ihr Glück darin zu finden wähnen, während des Opern-Events kein falsches Glück aufgeknallt/aufgeschwatzt zu kriegen ..

    Momentan laufen Verhandlungen des Lands Niedersachsen zwecks Vertragsverlängerung von Opern-Intendantin Laura Berman in 96-Town. In der heutigen Ausgabe der HAZ können dazu einige Leserbriefe reingezogen werden; auch einer von Marie Louise Gilles (Mezzo und Kuwi). Einigen Usern hier dürfte noch ihr Blog – darin einige unterhaltsamen Momente - bekannt sein:
    http://www.marie-louise-gilles.de/index.htm

    Also MGL schrieb in ihrem Leserbrief unter anderen: „.. wenn eine Vorstellung [im Niedersächsischen Staatstheater] stattfindet, geht kaum jemand hin, weil die Werke szenisch bis zur Unkenntlichkeit verfälscht werden.“
    Vermutlich würde sie ähnliches/identisches Feedback auch zu Häusern in Bremen, Berlin, Braunschweig, HSV-Town etc. rüberwachsen lassen. Ihre Einstellung zum RT deckt sich durchaus mit der vom User Wolfsschlucht, der Publikumszuspruch vor allem durch sog, traditionelle Inszenierungen sich erhofft,

    Als ich im Dezember in der MET war, war "La clemenza di Tito" mit der Garanca in der klassischen Insenzierung von Ponelle ausverkauft. Auch der New Yorker "Ring" ist trotz der Bühnenmechanik ein eher traditioneller Ring - und ausverkauft.

    vermutlich, weil derartige szenische Realisierungen ihm als publikums-notwendiges/ersehntes Palliativ rüberkommt; im Gegensatz zum ungeliebten, "deprimierenden" RT:

    Das Schöne ist ja, dass nach einer RT-Aufführung gewollt niemand glücklich rausgeht. Ihr zahlt also euer Geld, um euch deprimieren zu lassen.

    Wäre doch durchaus interessant diese Fragen weiter zu diskutieren….

    Mit der Cartier-Bresson-Aufnahme im Ohr, hört sich Pollinis Aufnahme der Klavierstücke op. 11 für mich zunächst viel verkopfter an - strenger, distanzierter, intellektueller, dozierender. Die genaue Beachtung des penibel notierten Notentextes scheint den Fluss der Musik zu hemmen. Liest man in den Henle-Noten mit, wird Pollinis diffizile Detailarbeit an jeder Nuance umso deutlicher. Das Werk wurde damit - so höre ich es - mustergültig vorgestellt.

    Um es volkstümlicher zu formulieren - im dritten Stück ist meinem Hörempfinden nach der Bann endgültig gebrochen, ich habe den Eindruck, "da lässt Pi-Hsien Chen die Sau raus" - was ist das plötzlich für eine entfesselte Klaviermusik.

    Meine Löffel zogen Schönbergs Solo-Klaviermucke zunächst via Pi-Hsien Chen sich rein und hatten folglich zunächst Schwierigkeiten mit Pollinis Schönberg-CD; vermutlich aus nämlichen Gründen („..zunächst ...verkopfter…“).
    Erst Reinziehn eines Live-Mitschnittes vom 02.08.74 aus Salzburg zog Watte aus Lauscherchen.

    Seitdem rangieren Polinis Studiokonserve und Salzburg-Live-Mitschnitt höchstlich im Kurs.


    So isses. Das dritte Stück von Schönbergs op. 11 ist echt der Super-Knaller.
    Bisher mir klarer Favorit von op. 11.
    Pi-Hsien Chen kommt dabei meinen Löffeln – im Verhältnis zu Pollini – mit quasi direkteren Zugriff rüber..
    Mein Brägen fällt es schwer Eindrücke von Pollinis mega-fetzigen Schönberg-Spiel verbal/begrifflich rüberzubringen …. vielleicht schrammen dafür Wörter wie „innig“ (Hilfe, Kitsch-Alarm!) oder „subtil“ nicht totalst vorbei…

    NDR-Kultur; Samstag 18.06.22; 18:00 – 20:30


    Loris Tjeknavorian: Festspiel-Ouvertüre für Violine und Orchester
    Jean Sibelius: Violinkonzert d-Moll für Violine op. 47
    Edward Elgar: Sinfonie Nr. 1 As-Dur op. 55


    Emmanuel Tjeknavorian, Violine
    NDR Radiophilharmonie

    Ltg.: Andrew Manze


    Live aus der Konzertkriche in Neubrandenburg


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    HR 2 ; Donnerstag, 23.06.22; 20:00 – 21:30


    Gottfried Michael Koenig (1924-2021)


    Zwei Klavierstücke (1957)
    J. Marc Reichow, Klavier
    (Aufnahme: 1. September 1995 im Saal 2 des Westdeutschen Rundfunks Köln)


    Streichquartett 1959 (1959)
    LaSalle Quartet
    Walter Levin, Violine
    Henry Meyer, Violine
    Peter Kamnitzer, Viola
    Jack Kirstein, Violoncello
    (Aufnahme: 8. März 1961 im Saal 1 des Westdeutschen Rundfunks Köln)


    "Drei ASKO Stücke" (1982) für Kammerensemble
    Ensemble Modern
    Dirigent: Kasper de Roo
    (Aufnahme: 9. April 1999, hr-Sendesaal, Frankfurt am Main)


    "60 Blätter" (1992) für Streichtrio
    trio recherche
    Melise Mellinger, Violine
    Barbara Maurer, Viola
    Lucas Fels, Violoncello
    (Aufzeichnung der Uraufführung am 6. August 1994, Georg-Büchner-Schule, Darmstadt, während der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik)


    "Concerti e Corali" (1992) für Ensemble
    Ensemble Phorminx
    Dirigent: Hans Jürgen Wenzel

    (Aufnahme: 5. Oktober 1996, Georg-Moller-Haus Darmstadt)


    Der 1926 in Magdeburg geborene Koenig studierte an der Musikakademie Detmold und war zwischen 1954 und 1964 ständiger Mitarbeiter im Studio für elektronische Musik des WDR Köln, wo er zahlreiche Komponisten bei der Umsetzung ihrer avancierten Klangideen unterstützte und als Pionier der elektronischen Musik einen Teil seiner eigenen realisierte. "Bei Koenigs Musik", so bemerkte einmal der Musikologe und Komponist Konrad Boehmer, "werden die Menschen ersucht, ihr Gehirn bitte nicht an der Garderobe abzulegen."
    HR 2


    ----------------------


    WDR 3; Donnerstag, 23.06.22; 20:00 – 22:00


    Charles Ives: Universe Symphony (Realisation von Johnny Reinhard)


    Bochumer Symphoniker

    Leitung: Tung-Chieh Chuang

    Aufnahme aus der Kölner Philharmonie


    …Nicht weniger als die Schöpfung in Musik verwandeln: Das war ab 1911 der Plan von Charles Ives. Mit dem "Erd-Akkord" in den Bässen und einem "Pulsschlag des Kosmos" lässt Ives in seiner "Universe Symphony" das Orchester die Schöpfungsgeschichte nachzeichnen: von den Anfängen des Lebens über die Entwicklung der Natur und Menschen bis hin zu zukünftigen, rein geistigen Sphären. Über viele Jahre arbeitete Charles Ives an diesem riesigen Projekt, das er letztlich aber nicht vollenden konnte. Die Bochumer Symphoniker und ihr Chef Tung-Chieh Chuang spielen bei Acht Brücken eine Version, die 1996 der amerikanische Komponist Johnny Reinhard erstellt hat….
    WDR 3

    3-Sat; Samstag 18.06.22; 20:15 – 22:25


    Puccini: Tosca (Erstausstrahlung)


    Floria Tosca: Malin Byström
    Mario Cavaradossi: Joshua Guerrero
    Il barone Scarpia: Gevorg Hakobyan
    Cesare Angelotti: Martijn Sanders
    Il Sagrestano: Donato Di Stefano
    Spoletta: Lucas van Lierop


    Philharmonisches Orchester der Niederlande
    Chor der Niederländischen Oper
    Nieuw Amsterdams Kinderkoor

    Musikalische Leitung: - Lorenzo Viotti
    Bühnenregie: Barrie Kosky
    Bühnenbild: Rufus Didwiszus
    Kostüm: Klaus Bruns
    Lichtdesign: Franck Evin


    2022


    Als einer der weltweit gefragtesten Regisseure unserer Zeit bringt Barrie Kosky Opern auf die größten Bühnen und begeistert das Publikum mit seiner eigenen Bildsprache. Auf etablierte Bühnenelemente wie sakrale Kirchenräume, glamouröse samtene Vorhänge oder glitzernde Perlenketten wird komplett verzichtet, stattdessen erscheint die Bühne in einem abstrakten, zeitgenössischen Stil. Kosky möchte die Tosca von allen Sehgewohnheiten der Operngeschichte befreien: "Ich wünsche mir, dass das Publikum sich fühlt als sehe es die Tosca zum ersten Mal." Für den deutsch-australischen Opernregisseur ist die Tosca aber auch ein erinnerungsreiches Vergnügen: Im Alter von 11 Jahren verliebte er sich tief in Puccinis Oper: "Ich war davon besessen. Ich habe die Oper zuhause auf dem Klavier gespielt und mitgesungen. Im zweiten Akt habe ich die Tosca gesungen, Scarpia und Cavaradossi. Meine armen Eltern."
    3-Sat

    Am 30.12.21 starb Gottfried Michael Koenig im Alter von 95 Jahren

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    Er verzapfte fetzige Mucken, die leider kaum bis gar nicht gespielt werden/wurden: vor allem sein Streichtrio und seine beiden Streichquartette.

    HR 2 lässt am kommenden Donnerstag zu diesem Behuf eine Sendung rüberwachsen.

     

    [Blockierte Grafik: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/21DASDYCEPL._BO1,204,203,200_.jpg]

    Wir ziehen uns folgende Events rein:


    Am kommenden Freitag:

    Gregor Mayrhofer: Insect Concerto (Solovioline: Daniel Sepec),
    Lili Boulanger: D’un matin de Printemps,
    Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps


    Ensemble Geräuschkulisse
    ML: Tammo Johannes Azam (ehemals Krüger)

    Konzerte | Ensemble Geräuschkulisse


    und am kommenden Samstag (in 96-Town):
    Tschaikowski: Eugen Onegin

    Eugen Onegin
    Gnadenloses Gefühl – ein Missverständnis. Peter Tschaikowski zeigt in seinem bekanntesten Opernwerk den Grundkonflikt der Moderne: Wie Gefühlskälte und…
    staatstheater-hannover.de

    DLF-Kultur; Samstag 04.06.22; 19:00 – 22:00


    Franz Schreker: Der Schatzgräber


    Der König – Tuomas Pursio, Bassbariton
    Kanzler – Clemens Bieber, Tenor
    Der Graf / Ein Herold – Michael Adams, Bariton
    Der Magister / Der Schultheiss – Joel Allison, Bassbariton
    Narr – Michael Laurenz, Tenor
    Der Vogt – Thomas Johannes Mayer, Bassbariton
    Junker – Seth Carico, Bassbariton
    Elis – Daniel Johansson, Tenor
    Schreiber – Gideon Poppe, Tenor
    Wirt – Stephen Bronk, Bassbariton
    Els – Elisabet Strid, Sopran
    Albi – Patrick Cook, Tenor
    Landknecht – Tyler Zimmermann, Bassbariton

    Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Leitung: Marc Albrecht


    Deutsche Oper Berlin, Aufzeichnung vom 01.05.202


    -----------------------------


    NDR-Kultur; Sonntag; 05.06.22; 11:00 – 13:00


    Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 3 d-Moll


    Wiebke Lehmkuhl, Alt
    Knabenchor Hannover
    Damen des Rundfunkchores Berlin
    NDR Elbphilharmonie Orchester
    Ltg.: Semyon Bychkov


    Live aus der Elbphilharmonie Hamburg