Beiträge von Général Lavine

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    Oder meinst du seinen Faschingsschwank aus Wien

    Ja, ich Dussel - den meinte ich. Eine Bunin-Einspielung von op. 9 scheint es nicht zugeben. Sicher kein schlechter Faschingsschwank, pianistisch souverän, aber für meinen persönlichen Geschmack stockt ein wenig zu sehr der musikalische Fluß und es herrscht zu viel Nervosität. Aber wer weiß - vielleicht feiert man ja in Wien den Fasching eher gestelzt - und nicht so berauscht und enthemmt wie wir hier im Rheinland den Karneval ... ^^


    Übrigens hat S. Bunin von Schumann auch die Toccata op. 7 und das Blumenstück op. 19 für Melodiya aufgenommen.



    Dabei verfügt er ja über eine bemerkenswerte genetische Prädisposition als Enkel von Heinrich Neuhaus und Sohn von Stanislav Neuhaus.

    Mit der Familie Neuhaus/Bunin scheint VICTOR Bunin offenbar nichts zu verbinden. 1936 als Sohn eines Komponisten geboren, graduierte er am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und wurde Schüler von Victor Merzhanov und Samuil Feinberg, dessen Biograph Bunin wurde. Hier seine schöne Aufnahme der Moments Musicaux op. 16 von Serge Rachmaninoff - ziemlich genau vor 125 Jahren komponiert.


    Gerade Bunin spielt Schumann gehört

    Bunin kenne ich in erster Linie als guten Chopin-Interpreten. Er gewann ja 1985 den Warschauer Wettbewerb und lieferte danach die üblichen DG-Aufnahmen ab - ohne wirklich zu nachhaltigem Ruhm zu gelangen. Dabei verfügt er ja über eine bemerkenswerte genetische Prädisposition als Enkel von Heinrich Neuhaus und Sohn von Stanislav Neuhaus. Ich erinnere mich z.B. an ein sehr eindrucksvoll gespieltes Fantaisie-Impromptu.

    Eben hörte ich erstmalig Bunins Kreisleriana auf YouTube und war gleich (anders als bei seinem Carnaval) mehr als angenehm überrascht. Diese Aufnahme schaffte es auf Anhieb, sich unter meinen Top Ten zu etablieren.

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    Fiorentino ist ja eh einer meiner Lieblinge. Kürzlich hörte ich noch seine César Franck-Aufnahmen. Da findet sich doch bei Amazon tatsächlich eine ziemlich negative Rezension eines Herrn, der Fiorentino einen völlig verfehlten Ansatz vorwirft, weil er nicht berücksichtigt, was Klauspeter Bungert undsoweiter undsofort... :D


    Die hier gezeigte DG-Einspielung kann man dagegen meines Erachtens getrost vergessen, es sei denn, man ist ein YNS-Fanboy. Hängengeblieben ist bei mir allerdings ein originelles, kurzes Klavierstück von Luciano Berio: "Wasserklavier". Es klingt wie das Geräusch tropfenden Wassers, vermischt mit Anklängen an Schubert und Brahms. Erbauliches Kunstgewerbe - passend zur Jahreszeit...



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    Cheers,

    Lavine :wink:

    Lassen wir doch mal wieder Francks Musik sprechen. Prelude, Fugue et Variation op. 18 ist eines seiner bekannten, großen Orgelwerke, dem Freunde Camille Saint-Saëns gewidmet. Weniger bekannt ist, dass es sich um eine Eigenbearbeitung handelt - Franck schrieb das Werk ursprünglich (ich glaube 1862) für Klavier und Harmonium. Die Orgelfassung wurde am 17. November 1864 vom Komponisten an der Cavaillé Coll-Orgel in Sainte Clotilde in Paris uraufgeführt. Noch viel später erarbeitete der Pianist Harold Bauer auch eine Fassung für Klavier solo.


    Ich lasse mal dahingestellt, ob diese Interpretation durch den Notre Dame-Organisten Olivier Latry und Bertrand Chamayou wohl den Anforderungen von Klauspeter Bungert genügt :/ ^^ oder ob sich beide auf Kosten Francks profilieren X/ - mir zumindest gefällt diese Aufnahme ganz ausgezeichnet, wie auch die Einspielungen der anderen Werke auf diesem m.E. sehr empfehlenswerten Album.



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    Hier die Bauer-Bearbeitung mit Nikolai Lugansky

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    Cheers,

    Lavine :wink:

    ‎‎ Gehorsamste Empfehlung an den Herrn G.Lavine

    Rühren! :D


    Hier nun eine Empfehlung meinerseits - eine höchst reizvolle Darbietung der Brahms'schen Haydn-Variationen für zwei Klaviere mit improvisierter Einleitung. Man sollte allerdings kein Purist sein... Jazzpianist Joe Zawinul und er seien dem gleichen musikalischen Mutterboden entsprungen, so Friedrich Guldas Intro zu diesem Live-Konzert in der Gute-Laune-Stadt Köln anno 1988. Spielvergnügen und Spaß an dr Freud herrschten hier offenbar von Anfang bis Ende. Auch die auf der CD folgenden Crossover-Stücke - eines von Gulda, eines von Zawinul geschrieben und von der WDR Big Band begleitet - machen Laune.


    https://www.youtube.com/watch?v=r5FUwUQMXg0




    Cheers,
    Lavine :wink:

    Bislang gab es heute eine Novelletten Diät . aber eine üppige !

    Ciani gefällt mir auch gut mit den Novelletten - Michel Block jedoch noch ein wenig mehr.


    Hier jetzt aber die Davidsbündlertänze in einer tollen, vor Energie nur so sprühenden Geza Anda-Aufnahme von 1966. Ehrensache am heutigen Tage, an dem der Ungar 100 Jahre alt geworden wäre.



    https://www.youtube.com/watch?v=VQX2wUWL0k4




    Cheers,
    Lavine :wink:

    Bei mir geht es weiter mit William Youn - für mich einer der besten Pianisten seiner Generation -

    Habe einiges mal quergehört. Klingt wirklich sehr vielversprechend - vor allem sein Schubert gefällt mir.

    Er hat sie nur einmal eingespielt , im Dezember 1994 im Campion Center in Boston , MA , für das canadische Analektra Label .

    Ich muss sagen, dass es mich regelrecht in den Bann gezogen hat, wie André Laplante (von dem ich noch nie gehört hatte) die Brahms-Sonate spielt. Gefällt auch mir außerordentlich - danke für den Tipp!


    Die größten Pianisten sind nicht immer die, die zahllose Tonträger für namhafte Labels aufgenommen haben. Manche von ihnen wurden gar noch nie in diesem Forum erwähnt, wenn mich die Suchfunktion nicht täuscht ... Ein pianophiler Freund erwähnte kürzlich, wie unübertroffen doch die Scarlatti-Aufnahmen von Igor Komarov seien. Ich konnte mich dunkel erinnern, den Namen schon einmal gehört zu haben, musste aber suchen. Die deutsche Wikipedia half nicht weiter, aber die russische Ausgabe.


    Igor Alekseevich Komarov (1927-1981) war ein sowjetischer Pianist und langjähriger Professor am Leningrader Konservatorium, wo er ab 1956 unterrichtete. Im Jahr 1967 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt, 1973 dann zum Professor. 1981 wurde er mit dem Ehrentitel "Verdienter Künstler der UdSSR" ausgezeichnet.


    Igor Komarov trat in verschiedenen Teilen der UdSSR auf - in der Ukraine und den baltischen Staaten, im hohen Norden und im Fernen Osten, im Kaukasus und in Zentralasien - aber offenbar nie im Ausland. Der Kunsthistoriker I. Rozanov schrieb: " ... mit seinem vergeistigten Spiel, seiner tiefen Einsicht in die Geheimnisse der Kunst, seiner künstlerischen Begeisterung gewann er die Liebe eines großen Publikums. Ohne seinen Namen ist es unmöglich, sich das Leben im musikalischen Leningrad der letzten dreißig Jahre vorzustellen. Die Säle des Bolschoi und des Malyi waren immer voll, wenn Igor Komarov auftrat."


    Komarovs Repertoire umfasste mehr als 600 Werke in verschiedenen Stilen und Genres, von Stücken französischer Clavecinisten bis hin zu Werken von Prokofjew und Schostakowitsch.


    Zu seinen Lebzeiten wurde keine einzige Aufzeichnung seiner Auftritte veröffentlicht. In den Jahren 1983, 1986 und 1991 wurden drei posthume Vinylplatten veröffentlicht.


    In den 2010er Jahren veröffentlichte Melodya eine Reihe von CDs mit dem Titel "The Great Piano Music of the World", darunter Archivaufnahmen von Aufführungen von Debussy, Rachmaninoff und Mussorgsky durch Kumarov.


    Eine der Melodiya-LPs enthält die Aufzeichnung eines Konzerts im Saal "Estonia" in Tallinn am 22.01.1975 - starten wir mal damit. Egal ob Couperin, Rameau, Scarlatti oder Chopin - in jedem Werk offenbart sich hier ein technisch mit allen Wassern gewaschener, wunderbar stilsicherer und inspirierter Musiker. Mein Anspieltipp ist der unglaubliche Tic-Toc-Choc, den ich noch nie so herrlich flüssig und klangschön gehört habe. Unglaublich, was für großartige Instrumentalisten damals hinter dem "Eisernen Vorhang" versteckt bleiben mussten, obwohl ihr Potenzial vielleicht für eine Weltkarriere gereicht hätte.



    https://www.youtube.com/watch?v=aWZ3_hLO3j0




    [Blockierte Grafik: https://www.picclickimg.com/d/l400/pict/283795505005_/Couperin-Rameau-Vinyl-Record-Rediviva-Ensemble-Prague-Sua.jpg]

    Ich verrate mal meine liebste WG-Aufnahme eines Klavierkonzerts: Sie findet sich hier in dieser bemerkenswerten Box.




    https://www.youtube.com/watch?v=98fDu2qsEVU



    1951 nahm er das d-moll-Konzert von Brahms mit Hans Rosbaud und dem damaligen SWF-Sinfonieorchester auf. Über einige Imperfektionen im Orchester höre ich gern hinweg - hier stimmt einfach der Spirit.


    Wer sich für die Box interessiert: Das B-dur-Konzert spielt Geza Anda.


    Cheers,
    Lavine :wink:

    Ebenso gut , nur anders

    Mir fällt schon seit Jahren auf, wie häufig Du die f-moll-Sonate von Brahms hörst. So hat halt jeder seine Favoriten. Ich mag das Werk auch und bin mal bei dieser Aufnahme eines Pianisten hängengeblieben, der sich mir sonst nie sonderlich aufdrängte: Matthias Kirschnereit. Hier finde ich ihn aber richtig gut. Kennst Du die Aufnahme und hält sie mit Fischer, Novitskaya und Bashkirov mit?


    Einerseits soll sich Gieseking mehrfach selbst als überzeugter Nationalsozialist und Anhänger des GröFaZ bezeichnet haben. Andererseits traf er sich 1936 mit NS-Kulturbeamten, um sich gegen das Verbot der Musik seines Freundes Paul Hindemith einzusetzen. Er kämpfte in den 30er Jahren wohl auch für den Verbleib seines jüdischen Managers Arthur Bernstein, bevor er ihm 1939 zur Flucht mit seiner Frau in die USA verhalf. A mixed bag ...


    Gewinnbringender ist vielleicht der Hinweis auf einen oft übersehenen Teil des Giesekingschen Repertoires: Seine nach dem Krieg entstandenen Scriabin-Aufnahmen. Diese mögen vielleicht keine Maßstäbe gesetzt haben, sind aber in ihrer Eigenart durchaus hörenswert und offenbaren eine interessante Facette des Interpreten.


    https://www.youtube.com/watch?v=WwJW12IZrpw
    https://www.youtube.com/watch?v=MfCk7eN3AZM
    https://www.youtube.com/watch?v=lpaMCnq26BU




    Cheers,


    Lavine :wink:

    Am 19.12., dem 4. Advent, geht es mit den besten Freunden mal wieder ins Ballett, Wenn das nicht passt - freue mich sehr :sofa2: Die Choreografie des Deutsch-Argentiniers Demis Volpi, dem neuen Ballettdirektor der Rheinoper, war auch bereits in der Stadsschouwburg Antwerpen zu sehen.


    Deutsche Oper am Rhein, Theater Duisburg


    Peter Tschaikowsky: Der Nussknacker


    Duisburger Philharmoniker, ML: Marie Jaquot

    Cheers,
    Lavine :wink: