Beiträge von Lionel

    In folgenden Aufnahmen von Nikolaus Harnoncourt ist u. a. die Sinfonie Nr. 27 G-Dur, KV 199 (161b) enthalten:

    1. => Spielzeiten Satz 1: 06:42 / Satz 2: 10:06 / Satz 3: 05:24

    2. => Spielzeiten: Satz 1: 06:42 / Satz 2: 10:05 / Satz 3: 05:24

    3. => Spielzeiten: Satz 1: 06:41 / Satz 2: 10:06 / Satz 3: 05:20


    Alle 3 Aufnahmen gibt es bei den von mir genutzten Streaminganbietern und ich habe in diese verschiedenen Ausgaben über längere Abschnitte hinweg reingehört. Die Spielzeiten habe ich von den Streaminganbietern übernommen und diese unterschieden sich äußerst minimal. Die größte Differenz in der Angabe der Spielzeit gibt es beim 3. Satz aber bei allen 3 Ausgaben verklingt der Schlussakkord bei 05:16 Minuten. Vom Klang her habe ich keine Unterschiede wahrgenommen. Die Angabe des Aufnahmeorts ist bei allen 3 Ausgaben identisch (Casino Zögernitz bei Wien).


    Ich bin daher der Meinung, dass es sich um ein und dieselbe Aufnahme handelt, d. h. dass in den späteren Ausgaben die Aufnahme von 1990 übernommen wurde. Bei dem in den späteren Ausgaben genannten Aufnahmejahr 1999/2000 muss es sich um einen Irrtum handeln. Sollte ich mich dennoch irren würde ich mich allerdings fragen, warum Harnoncourt dieses Werk zweimal aufgenommen hat, ohne in der 2. Aufnahme irgendetwas im Vergleich zur 1. Aufnahme zu ändern, d. h. die Tempi, Artikulation, Phrasierung etc. sind identisch. Auch bei der Klangqualität höre ich keine Unterschiede, so dass das mögliche Argument, dass Harnoncourt in einer späteren Aufnahme eine bessere Aufnahmetechnik in Anspruch nehmen wollte, für mich nicht greift.

    Gestern war ich seit langer Zeit mal wieder in der Alten Oper. Das Konzert stand unter dem Motto "1001 Nacht" und es wurden folgende Werke gespielt:

    - Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 3 d-moll, op. 30

    - Nikolaj Rimskij-Korsakow: Scheherazade, op. 35


    Alexander Malofeev, Klavier

    hr-Sinfonieorchester

    Alain Altinoglu


    Alexander Malofeev ist für den ursprünglich vorgesehenen Evgeny Kissin eingesprungen, der aus gesundheitlichen Gründen die beiden Konzerte vom 15. & 16. September 2022 nicht spielen konnte. Das Programm wurde nicht verändert. Der Name Malofeev sagte mir bis dahin nichts und bezüglich Aufnahmen scheint es auch noch nicht so viel mit ihm zu geben aber das will nichts heißen.


    Mich hat sein Auftritt gestern Abend jedenfalls sehr überzeugt. Soweit ich das überhaupt beurteilen kann hatte er mit den hohen pianistischen Anforderungen von "Rach3" keine Probleme. Obwohl ich etwas weiter weg im Saal saß kam der Klavierklang sehr klar rüber und ertrank nicht im zu üppigen Pedaleinsatz. Auch das Zusammenspiel zwischen dem Solisten und dem Orchester fand ich ausgezeichnet.


    Alexander Malofeev bedankte sich für den stürmischen Applaus mit 2 Zugaben:

    Peter I. Tschaikowsky: Pas de deux - Intrada aus "Der Nussknacker", op. 71; evtl. handelt es sich um die Klavierfassung von Stewart Goodyear

    Mili A. Balakirew: Islamey


    Zu Recht gab es danach Standing Ovations vom Publikum. Mich hätte es nicht gewundert, wenn er danach noch Ravels "Gaspard de la nuit" oder zumindest den "Scarbo" daraus gespielt hätte. Der frenetische Applaus hätte es hergegeben. Wer weiß, vielleicht ist Malofeevs Einspringen für den erkrankten Kissin ein großer Karrieresprung. In der Vergangenheit gab es ja einige Beispiele wo das so war. Wobei er durchaus schon Auftritte an renommierten Orten und Festivals hatte.


    Nach der Pause dann Rimskij-Korsakows Scheherazade, deren Partitur von Altinoglu stimmig, mit schönen Details in den Streichern und Bläsern herausarbeitend, umgesetzt wurde. Dazu kamen tolle Spannungsbögen und virtuose schnelle Tempi im letzten Satz. Der Solo-Violinpart wurde vom 1. Konzertmeister Ulrich Edelmann souverän gespielt. Das Orchester präsentierte sich zum Saisonauftakt in bester Spiellaune.


    Zum Corona-Konzept in der Alten Oper:

    Es besteht im Gebäude die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Das kann sowohl eine einfache sog. OP-Maske, als auch eine FFP2-Maske sein. Nur im Konzertsaal während des Konzerts darf die Maske abgesetzt werden - ich behielt sie aber auf. Des Weiteren besteht volle Sitzplatzbelegung und Impfnachweis oder negativer Coronatest sind nicht erforderlich.


    Das Konzert kann 19.09.22 um 20:04 Uhr und am 27.09.22 um 20:04 Uhr in hr2-Kultur nachgehört werden und demnächst wird es auch auf dem YT-Kanal des hr-Sinfonieorchesters verfügbar sein.

    07.12.2022, 20 Uhr, Jahrhunderthalle, Frankfurt-Hoechst:

    Heilung


    Vor wenigen Wochen lernte ich eher zufällig in YT die Gruppe Heilung kennen und finde diese Art von Musik oder besser gesagt den Sound fantastisch. Daraufhin habe ich mich durch deren verfügbare Aufnahmen gestreamt und das hat meinen positiven Eindruck noch verstärkt und so konnte ich nicht widerstehen als ich sah, dass Heilung im Dezember 2022 im Rahmen ihrer Konzerttour ins Rhein-Maingebiet kommen und habe mir eine Konzertkarte organisiert.

    So wie ich das sehe hatte Harnoncourt Mozarts Sinfonie Nr. 27 nur einmal mit dem Concentus Musicus Wien aufgenommen. Die Aufnahme entstand im Dezember 1990 im Kasino Zögernitz, Wien. Das ist die ursprüngliche Einzelveröffentlichung, die 1991 herauskam:


    Das Aufnahmedatum in der Sony/BMG-Box muss daher ein Fehler sein.


    Es gibt noch diese CD-Box mit Mozarts Sinfonien:



    Da befindet sich u. a. auch die Sinfonie Nr. 27 drauf, die aber vom Amsterdam Baroque Orchestra unter der Leitung von Ton Koopman gespielt wird. Das ist die Einzelveröffentlichung:


    (AD: November 1989, Doopsgezinde Kerk, Haarlem)

    Seit langer Zeit gehe ich mal wieder in ein klassisches Konzert in die Alte Oper in Frankfurt/Main:


    Freitag, 16.09.2022, 20 Uhr:

    - Sergei Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 3 d-moll, op. 30

    - Nikolai Rimsky-Korsakow: Scheherazade, op. 35


    Alexander Malofeev, Klavier

    HR-Sinfonieorchester

    Alain Altinoglu


    Ursprünglich war Evgeny Kissin als Solist für dieses Konzert vorgehen, der aber krankheitsbedingt absagen musste. Für dieses Konzert konnte der junge 20jährige russische Pianist Alexander Malofeev, der aktuell in Berlin lebt, gewonnen werden. Das Programm bleibt unverändert.

    Den Hornpart von Brahms Horntrio auf dem Flügelhorn gespielt? Klingt interessant...vielleicht höre ich mir das sogar mal an.

    Zum Streichtrio von Waldemar von Bausznern:

    Das Streichtrio wurde 1890 komponiert und ist damit das früheste Werk, das auf der betreffenden CD enthalten ist, siehe hier.

    Ganz neu



    [...]Ich mag das und bedaure, dass ich wegen des Streamings anders als der CD-Käufer nicht die Liner Notes von Jacobs lesen kann, die sehr informativ sein sollen. Aber alles Gute ist ja selten beisammen.[...]

    Bei qobuz ist das Booklet verfügbar. Ansonsten gibt es zur betreffenden Aufnahme das Booklet auch hier.

    Mauerblümchen:

    Nein. Das Problem ist doch, dass man sich bei den "Indianerverkleidungen" mit der Geschichte und dem Schicksal der American Natives gar nicht auseinandersetzt. Da geht es nur darum, hübsch und nett auszusehen, um das nachzuspielen, was in Karl Mays Winnetou-Romanen vorkommt.


    Wer sind denn überhaupt die "Indianer"? Auf der verlinkten Homepage steht, dass es allein in den USA inklusive Alaska 574 staatlich anerkannte indigene Nationen, Stämme und Stammesgruppen gibt. In Kanada gibt es 630 indianische Gemeinden und die mehr als 50 Nationen mit über 50 indigenen Sprachen repräsentieren.


    Wie stark die Benachteiligungen und Verletzungen der American Natives sind zeigt doch die aktuelle Papst-Reise nach Kanada und welches unvorstellbare Leid noch bis in die 1990er Jahre da begangen wurden.

    Im Verlauf dieser Diskussion wurde mal gefragt, ob es von den von der kulturellen Aneignung benachteiligten Gruppen so etwas wie Gremien o. ä. gibt, die aus ihrer Sicht eine verbindliche Einschätzung bzw. Meinung abgeben, ob sie sich selbst von der kulturellen Aneignung verletzt und benachteiligt fühlen oder ob das Für-und-Wider nur aus den Reihen der aneignenden Gruppe diskutiert wird.


    Dazu möchte ich auf das Thema der "Indianerverkleidungen" an Fasching/Karneval oder sog. "Indianerfreizeiten" und ob das kulturelle Aneignung bzw. rassistisch ist hinweisen. Es gibt die "Native American Association of Germany e. V." und die lehnt klar irgendwelche "Indianerverkleidungen" oder sonstige Veranstaltungen ab, in denen "Winnetou-typische" geprägte Klischees immer noch eine Rolle spielen, die hier fast schon als eine Tradition an der es festzuhalten gilt betrachtet zu werden scheinen.

    Wenn man die Streaming- bzw. mp3-Version auswählt kann man das Frontcover einfügen:


    Die ASIN steht in der Webadresse im Browser und kann von dort kopiert und hier eingefügt werden auf die übliche Weise mit Hilfe des Werbepartner-Button.

    Möglicherweise ist es schlicht und einfach so, dass Karajan Sibelius Sinfonie Nr. 3 einfach nicht mochte, weil sie einen Übergang von der noch eher spätromantisch opulenteren Musik der Sinfonie Nr. 2 zur Mittleren- bis Spätphase ab der Sinfonie Nr. 4 darstellt und Karajan mit dem Werk vielleicht deshalb nichts anzufangen wusste. So etwas findet sich auch bei anderen Dirigenten/Komponisten-Kombinationen, z. B. scheint Celibidache um Bruckners Sinfonien Nr. 1 und 2 auch immer einen Bogen gemacht zu haben; von den Studiensinfonien ganz zu schweigen. Mir persönlich ist es aber so lieber, wenn ein Klassik-Künstler*in ein Werk, zu dem wenig bis gar kein Bezug besteht, erst gar nicht aufnimmt anstatt eine eher lieblose Interpretation abliefert und ich mich dann frage warum das sein musste. Wie auch immer....


    Hier gab es seit langer Zeit mal wieder Elgars Falstaff, op. 68:

     

    (AD: Januar 2017 & Januar 2018 [Falstaff], MediaCity, Manchester)


    BBC Philharmonic Orchestra

    Sir Andrew Davis


    P. S.:

    Zum Thema Karajan-Sibelius habe ich hier einen interessanten Artikel gefunden.

    Ist das ein Schreibfehler mit Sibelius Sinfonie Nr. 3 und Karajan mit den Berliner Philharmonikern? Lt. Booklet zur Gesamtaufnahme der Sibelius-Sinfonien mit Rattle und den Berliner Philharmonikern spielten die Berliner Philharmoniker das Werk zum 1. Mal erst am 09. Februar 2010 unter der Leitung von Rattle. Karajan hat Sibelius Sinfonie Nr. 3 meines Wissens nach nie dirigiert oder zumindest nie aufgenommen.


    Abgesehen davon sehe ich auf der Rückseite der verlinkten Aufnahme nicht, dass sich die Sinfonie Nr. 3 darauf befindet.

    Nimrod Borenstein (*1969)

     

    (AD: 11. & 12. Dezember 2016, Henry Wood Hall, London)


    Violinkonzert, op. 60 (2013)*

    The Big Bang and Creation of the Universe, op. 52 (2008 - 2009)

    If you will it, it is no dream, op. 58 (2012)


    Irmina Trynkos, Violine*

    Oxford Philharmonic Orchestra

    Vladimir Ashkenazy


    Diese Aufnahme stellt für mich Neuland dar, d. h. ich habe vom Komponisten, von der Solistin und auch vom Orchester vorher noch nie etwas gehört. Die Musik basiert klar auf der Tonalität und da ich es eh nicht so mit der zeitgenössischen Avantgarde habe kann ich mir diese Werke ganz gut anhören. Nimrod Borenstein versteht jedenfalls etwas von Orchestrierung, denn das Orchester leuchtet in verschiedensten Schattierungen und die einzelnen Orchestergruppen können bestens brillieren. Auf der Homepage des Orchester ist zu lesen, dass es erst 1998 gegründet wurde und es hat einen eigenen YT-Kanal.