Beiträge von Lionel

    Hallo,


    da habe ich folgendes Cover dazu gefunden:



    Das usprüngliche Cover sieht so aus:


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    Lionel

    Hallo,


    diese Aufnahme gefällt mir auch sehr gut. Eine schöne Alternative dazu ist die Streichtrio-Bearbeitung, die ebenfalls von Sitkovetsky stammt:



    Die Streichorchesterfassung ist sehr variabel, weil nicht alles in der vollen Streichorchesterbesetzung durchgespielt wird. Wenn ich ehrlich bin, höre ich mir die Goldbergvariationen fast nur noch in diesen beiden Aufnahmen und fast gar nicht mehr in der Version für Cembalo oder Klavier an.


    Lionel

    Heute bzw. gestern war ich in "Sibelius-Laune". Daher höre ich zum Tagesabschluss die Lemminkäinen-Suite in dieser fulminanten Aufnahme:



    Die ebenfalls auf dieser CD sich befindende Aufnahme von Tapiola gehört zusammen mit der Blomstedt-Aufnahme für mich zum besten was es gibt.


    Lionel

    Wenn es bei Mahlers 6. Sinfonie mal was anderes sein darf bzw. wenn einem da wirklich mal zuviel "Orchesterlärm" sein sollte, dann ist diese Aufnahme eine interessante Alternative:



    Es handelt sich um eine Bearbeitung für Klavier zu vier Händen, die Alexander von Zemlinsky (1872 - 1942) im Jahr 1906 anfertigte. Zu jener Zeit hatte Mahler die urspr. Satzfolge (Allegro-Scherzo-Andante-Finale) geändert und die Reihenfolge der beiden Mittelsätze vertauscht. Des weiteren hatte Mahler den dritten Hammerschlag im Finale noch nicht gestrichen.


    Es gibt Hinweise darauf, dass Zemlinsky zusammen mit Mahler diese vierhändige Fassung in dessen Haus und in Gegenwart Arnold Schönbergs gespielt haben. Weitere Aufführungen sind am 27. April 1919 und am 2. Januar 1920 in Arnold Schönbergs "Verein für musikalische Privataufführungen" in Wien durch die Pianisten Eduard Steuermann und Ernst Bachrich dokumentiert.


    Diese vierhändige Fassung kann und will natürlich nicht mit der originalen Orchesterfassung konkurrieren aber sie stellt eine interessante Alternative dar. Manches wird in dieser Fassung vielleicht sogar klarer und transparenter. Auf jeden Fall wird in der Klavierfassung nichts beschönigt oder gar verharmlost. Das hat nichts mit gefälliger Kammermusik zu tun.


    Das gleiche gilt natürlich auch für die vierhändige Fassung der 7. Sinfonie, die von Alfredo Casella (1883 - 1947) 1909 angefertigt wurde.


    Übrigens wurden zu Mahlers Lebzeiten zu allen seinen Sinfonien für Studienzwecke Klavierauszüge angefertigt, die aufgrund der Komplexität vierhändig sind. Einige dieser vierhändigen Klavierauszüge stammen von Bruno Walter und Alban Berg.


    Die Spielzeiten der vierhändigen Fassung der 6. Sinfonie:


    1. Satz (Allegro energico, ma non troppo): 19:54
    2. Satz (Andante moderato): 16:15
    3. Satz (Scherzo): 12:02
    4. Satz (Finale): 26:53


    Die Aufnahme mit dem Klavierduo Silvia Zenker und Evelinde Trenkner lässt für mich keine Wünsche offen. Alles wirkt souverän und klug gestaltet und technisch sind beide brilliant. Hinzu kommt die gewohnt hervorragende MD+G-Klangqualität.


    Lionel


    P.S.: Natürlich besitze ich auch Orchesteraufnahmen der 6. Sinfonie (Abbado, Bernstein, Boulez, Inbal, Maazel, Ozawa, Sinopoli und Solti) aber zuletzt hatte ich die Klavierfassung gehört.

    Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit dank einer Sendung auf Deutschlandradio Kultur die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber kennenzulernen. Unter den vielen dort vorgestellten Aufnahmen (u. a. von Goebel und Manze) war ich von der folgenden Aufnahme sehr angetan, die ich mir dann auch kaufte:



    Daniel Sepec ist der Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie und der Continoupart ist fast schon luxuriös mit Hille Perl, Lee Santana und Michael Behringer besetzt. Sepec spielt in dieser Aufnahme auf 3 Instrumenten des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer. Die berühmte letzte Stainer-Geige aus dem Tiroler Landesmuseum befindet sich ebenfalls darunter.


    Das ist eine ungemein plastische und packende Interpretation. Die Virtuosität von Sepec und der anderen Musiker ist schon bewundernswert aber auch die zurückgenommeneren Passagen werden genauso sorgfältig und einfühlsam gestaltet, so entstehen in den Pianissimo-Abschnitten geradezu ätherisch-schwebende Momente. Faszinierend ist der vielseitige Klang der verschiedenen Violinen, der je nachdem wie die Musik ist, von dunkelgetönt bis strahlend-hell erklingt.


    Insgesamt ist das für mich eine sehr spannende Aufnahme.


    Lionel

    Da heute in England so ein großer Tag war gibts bei mir die entsprechende Musik dazu:



    Wenn ich das vorhin bei einer der Zusammenfassungen im TV richtig mitbekommen habe, wurde zum Auszug des Brautpaares aus der Westminster Abbey "Crown Imperial" von William Walton gespielt, das auch auf dieser CD drauf ist.


    Lionel

    Vor kurzem hatte ich die noch relativ neue Aufnahme von Sigiswald Kuijken kennengelernt:



    Man könnte meinen, dass die immerhin schon knapp über 50 Jahre dauernde historisierende Aufführungspraxis mittlerweile alles erforscht und an das Tageslicht gebracht haben sollte. Sigiswald Kuijken hat aber in seiner Aufnahme aus dem Jahr 2009 bewiesen, dass es immer noch neue Erkenntnisse gibt und hat diese in dieser Einspielung umgesetzt.


    Zunächst fällt die sehr kleine Orchesterbesetzung auf. Damit geht Kuijken konsequent den Weg weiter, den er in seinen Aufnahmen von Bachs Kantaten und der Matthäuspassion eingeschlagen hat. Kuijken "entschlackt" den Klang, in dem er z. B. auf ein 16-Fuss-Instrument im Bass, also einem Kontrabass, verzichtet. Stattdessen setzt er ein sog. "Basse de Violon" ein, d. h. es ist eine Art größere Version des Violoncello und spielt in der 8-Fuss-Lage. Des weiteren verwendet Kuijken das sog. "Violoncello della Spalla" bzw. "Viola alla Spalla" (Schultercello). Dieses Instrument, so ist es im Booklet zu lesen, war zu Bachs Zeit sehr verbreitet und es ist nicht wesentlich kleiner als das heutige Violoncello. Trotzdem wird das Violoncello della Spalla quer über die Brust gelegt und so gespielt. Bach hat wahrscheinlich eine etwas kleinere Variante entwickeln lassen. Man vermutet, dass Bachs Solosuiten für dieses Instrument geschrieben wurden. Jedenfalls hat Kuijken diese Solosuiten auf dem Violoncello della Spalla bereits aufgenommen aber diese Aufnahme kenne ich nicht.


    Eine weitere Besonderheit dieser Aufnahme betrifft den Trompetenpart im zweiten Brandenburgischen Konzert:


    Lange Zeit wurde bei der barocken Naturtrompete etwas "geschummelt", d. h. man hat natürlich auf ventillosen Instrumenten gespielt aber um die Spielweise zu erleichtern, wurden sog. Intonationslöcher eingebohrt, so dass man, ähnlich wie auf einer Blockflöte, die Töne leichter trifft. In der Barockzeit gab es dieses "Ausstattungsdetail" aber nicht. In Kuijkens Aufnahme spielt der Trompeter Jean-Francois Madeuf auf einer authentischen Barocktrompete ohne Intonationslöcher. Damit wird der ohnehin schon heikle und extrem schwierige Trompetenpart im Konzert Nr. 2 nicht gerade leichter. Das Gegenteil ist der Fall und gerade deswegen ist es schon bewundernswert, wie Madeuf dies bewerkstelligt. Das klingt etwas grobschlächtiger und die ein oder andere Unsauberkeit ist schon feststellbar aber trotzdem: Hut ab vor diesem Paforce-Ritt.


    Wenn man sich nur auf die Musik bzw. die Interpretation konzentriert, so finde ich, dass Kuijken und seinen exzellenten Musikern von La Petite Bande eine sehr intime und liebevoll realisierte Umsetzung dieser Brandenburgischen Konzerte gelungen ist. Alles klingt auch sehr entspannt und durch die kleine Besetzung werden Details hörbar, die vielleicht in anderen Aufnahmen nicht so deutlich werden. Bachs Brandenburgische Konzerte werden quasi als farbige und vielfältig-abwechslungsreiche Kammermusik präsentiert.


    Kuijken hat mit seinen Erkenntnissen die Brandenburgischen Konzerte mit Sicherheit nicht neu erfunden aber er hat, wie ich finde, eine mehr als lohnenswerte Alternative zu Goebels hochexpressiver und Gardiners perfekt gestalteter Aufnahme geschaffen.


    Lionel

    William Walton: Violinkonzert (+ Scapino-Ouvertüre und Sinfonie Nr. 2)



    Tasmin Little, Violine
    Bournemouth Symphony Orchestra
    Andrew Litton


    Nach meiner Meinung zählt Waltons Violinkonzert zu den schönsten, die im 20. Jahrhundert geschrieben wurden. Irgendwie erinnert es mich etwas an Korngolds Violinkonzert, zumindest was den schwelgerischen Ton in einigen Passagen angeht. Tasmin Littles Interpretation gefällt mir besser als Nigel Kennedys Aufnahme.


    Lionel

    Hallo,


    bei classicalarchives.com habe ich noch etwas interessantes über diese ominöse Ouvertüre zu IL VIAGGIO gefunden. Dort steht, dass dieses Werk, also diese Ouvertüre, erst 1936 aufgetaucht ist und von irgendeinem Schlaumeier aus der Ballettmusik zur bereits genannten Oper LE SIÉGE DE CORINTHE zusammengebastelt wurde.


    Das bedeutet, dass diese Ouvertüre höchstwahrscheinlich nie Bestandteil der Oper IL VIAGGIO war und diese Oper stattdessen schon immer nur mit der kurzen Orchestereinleitung beginnt. Warum dieses Ouvertüre dann bei so vielen Ouvertüren-CD`s so beharrlich als Ouvertüre zu IL VIAGGIO ausgegeben wird, weiss ich nicht. Vielleicht, weils ein nettes Stück ist und es den Dirigenten schlicht und einfach egal ist, wo es in Wirklichkeit herkommt. Zumindest hat Claudio Abbado diese Ouvertüre, soweit ich das auf die Schnelle überblicken kann, nie auf seinen Ouvertüren-CD`s aufgenommen. Vermutlich, weil er aufgrund seiner Beschäftigungen mit IL VIAGGIO und seinen beiden Aufnahmen genau wusste, dass dies keine originale Ouvertüre ist.


    Hier kann man das bei classicalarchives.com nachlesen:
    http://www.classicalarchives.c….html#tvf=tracks&tv=about


    Lionel

    Hallo,


    ich besitze zufällig diese Rossini-Ouvertüren-CD mit Chailly aber leider ist das Booklet mehr als dürftig. Über die Ouvertüre zu Il viaggio a Reims steht da lediglich, dass diese Oper während der Festlichkeiten anlässlich der Krönung des französischen Königs Karl X. aufgeführt wurde und dass es angeblich die längste einaktige Oper sein soll, die je geschrieben wurde. Für Rossini-Kenner also nichts neues.


    Bei der englischen Wikipedia-Seite steht aber, dass die auf dieser CD und auf den meisten anderen Rossini-Ouvertüren-CD aufgenommene Ouvertüre zu Il viaggio a Reims schon von Rossini ist aber bei der Premiere 1825 nicht gespielt wurde. Allerdings verwendete Rossini diese Ouvertüre als Teil der Ballett-Musik zu seiner 1826 entstandenen Oper Le siege de Corinthe und bei den Aufnahmen der Oper lässt man diese i. d. R. weg und spiel eine wesentlich kürzere Version, wie das anscheinend auch Claudio Abbado machte. Die längere Version, die anscheinend die urspr. Fassung ist, wird nur noch bei CD-Aufnahmen mit Ouvertüren oder im Konzertsaal gespielt.


    Hier zum Nachlesen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Il_viaggio_a_Reims


    Lionel

    Johann Sebastian Bachs Kantaten für den Ostersonntag:


    "Christ lag in Todesbanden" BWV 4 in diesen Aufnahmen:


    und



    "Der Himmel lacht, die Erde jubilieret" BWV 31 in diesen Aufnahmen:


    und


    Lionel