Beiträge von Lionel

    Stimmt, Nielsen wollte für alle Instrumente des sog. klassischen Bläsersatzes und nicht, wie von mir urspr. behauptet, für alle Soloinstrumente des Orchesters ein Solokonzert komponieren. Mit klassischem Bläsersatz ist dann wohl die Bläserquintett-Besetzung (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) gemeint und Nielsen hatte diese Konzerte wohl für die Musiker des damaligen Dänischen Bläserquintetts vorgesehen.

    Von Carl Nielsens Bühnenwerken kenne ich bis jetzt nur die Orchesterstücke daraus, die sich auf einigen Sinfonien-Aufnahmen befinden. Da mir insgesamt die Orchestermusik näher steht als die Oper hatte ich mich bei Carl Nielsen auch bis jetzt ausschließlich auf dessen Orchesterwerke beschränkt aber die wenigen Orchesterstücke aus Maskarade sowie aus Saul und David machen durchaus Lust, die kompletten Werke kennenzulernen.

    Auf CD liegen diese z. T. ja in verschiedenen Aufnahmen vor. Neben denen von Rideamus bereits vorgestellten Einspielungen gibt es noch diese:

    Dieses Jahr werde ich vermutlich nicht mehr dazu kommen, mich mit Nielsens Bühnenwerken zu beschäftigen aber auf meiner musikalischen "To-do-Liste" für 2012 steht das ganz weit oben.

    Lionel

    Es müssen ja nicht immer Gesamtaufnahmen sein, denn es gibt auch gute bis sehr gute Einzelaufnahmen bestimmer Sinfonien von Carl Nielsen, wobei sich die Dirigenten da meistens immer die Sinfonien Nr. 4 und 5 herauspickten, die sicherlich als die populärsten Werke gelten.

    Bezüglich der 4. Sinfonie gefallen mir neben der von music lover bereits genannten Aufnahme von Yehudi Menuhin noch folgende Aufnahmen ganz gut:


    (Live-Aufnahmen: Nielsen 30.07.1965 und Sibelius 08.08.1969, Stereo)

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    CD
    (Aufnahmen vom August 1995)

    Sehr gut gefällt mir auch diese Aufnahme der 5. Sinfonie:

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    CD
    (Live-Aufnahmen: Schostakowitsch 21.01.1968 und Nielsen 20.11.1980)

    Insbesondere die Live-Aufnahmen von Barbirolli und Kondrashin finde ich spannend und zwar weil diese Aufnahmen nicht die Perfektion einer Studioproduktion haben. Man hört da schon den ein oder anderen leicht verwackelten Einsatz aber dafür merkt man diesen Aufnahmen eine große Spannung und Intensität an und ich habe das Gefühl, dass nicht nur die Musiker und der Dirigent, sondern auch die Konzertbesucher mit großem Engagement bei der Sache sind. Die Schirmer-Aufnahme steht meiner Meinung nach mit Blomstedts sehr guter Decca-Aufnahme auf gleicher Augenhöhe.

    Ich denke, dass diese Aufnahmen die Eindrücke, die man aus den verschiedenen Gesamtaufnahmen von den Werken bekommt, gut abrunden und ergänzen.

    Lionel

    Lionel

    Die Bläserkonzerte

    Gestern Abend hörte ich seit längerer Zeit mal wieder die Konzerte für Flöte und Klarinette von Carl Nielsen und zwar mit sehr großem Genuss in dieser Aufnahme:

    Carl Nielsen hatte vor, für jedes Soloinstrument des Orchesters ein Konzert zu komponieren. Leider konnte er von diesem Vorhaben nur die beiden Konzerte für Flöte und Klarinette realisieren. Beide Werke zählen zu Nielsens Spätwerken: Das Flötenkonzert entstand von 1925 - 1926 und das Klarinettenkonzert komponierte Nielsen im Jahr 1928 und er widmete diese Konzerte den Solisten des Dänischen Bläserquintetts (Holger Gilbert Jespersen, Flöte und Aage Oxenvad, Klarinette).

    Das Flötenkonzert hat 2 Sätze (I. Allegro moderato - II. Allegretto - Adagio ma non troppo - Allegretto - Tempo di Marcia). Aufgrund der kammermusikalischen Orchesterbesetzung entsteht ein sehr luftig-lockerer Klang. Die Solo-Flöte ist nicht der alleinige Star, sondern im ersten Satz gibt es immer wieder schöne Dialoge mit anderen Orchesterinstrumenten (Oboe und Klarinette), so dass man zeitweise den Eindruck von einer Sinfonia Concertante haben kann. Der zweite Satz beginnt heiter-unbeschwert aber nach 62 Takten folgt ein sehr poetisch-lyrischer langsamer Teil mit schönen kantablen Passagen des Soloinstruments. Erst zum Schluss läßt Nielsen volksliedhafte-burleske Elemente einfliessen und das Werk kommt zu einem rustikalen Schluss. Prägnant sind auch die Glissandi der Posaune, die man bereits aus dem zweiten Satz der 6. Sinfonie kennt.

    Das Klarinettenkonzert ist auf den ersten Blick einsätzig aber es gliedert sich in die Tempoabschnitte Allegretto un poco - Poco Adagio - Allegro non troppo - Allegro vivace, die alle attaca erfolgen. Im Gegensatz zum Flötenkonzert wirkt das Klarinettenkonzert dunkler, sarkastischer im Tonfall. Sehr starke Parallelen erkenne ich in dem Werk zur 5. Sinfonie und zwar liegt das an dem sehr virtuosen Part der kleinen Trommel, die fast zum gleichwertigen Partner zum Soloinstrument wird. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Klarinettenkonzert bei der Uraufführung auf Ablehnung stiess aber Carl Nielsen geht in diesem Werk konsequent den Weg weiter, den er in seinen letzten beiden Sinfonien eingeschlagen hat.

    Meiner Meinung nach sind Carl Nielsens Bläserkonzerte alles andere als nette "Alterssünden", sondern diese Werke haben es ganz schön in sich und man sollte sich diese Werke wegen ihres herben-spröden Charmes nicht entgehen lassen.

    Lionel

    Die Musik von Carl Nielsen musste ich mir, im Gegensatz zur Musik von Jean Sibelius, quasi "erarbeiten", d. h. der Funke sprang erst mal gar nicht über. Das lag vielleicht daran, dass ich als erstes Werk von Nielsen die 5. Sinfonie hörte und als damaliger Teenager hatte mich das "Schlagzeuggewitter" in diesem Werk erst mal überfordert was zur Folge hatte, dass ich um Nielsens Musik einige Jahre einen Bogen machte. Ein paar Jahre später hörte ich dann im Radio zufällig Nielsens Klarinettenkonzert und das war dann die Initialzündung und seit dem hatte ich mich über seine weiteren Orchesterwerke (Helios, Pan & Syrinx etc.) dann nach und nach auch zu den Sinfonien vorgetastet und inzwischen zählt Nielsen für mich zu den festen Säulen in der Musik.

    Bezüglich der Sinfonien schätze ich die hier schon erwähnte Aufnahme von Herbert Blomstedt (Decca) sowie die Aufnahmen von Esa-Pekka Salonen (Sony).

    Lionel

    Hallo,

    die Fa. Monke gehört zu den traditionellen deutschen Blech- und Blasinstrumenten-Manufakturen und die gibt es heute noch, siehe hier: "http://www.josefmonke.de/wir.htm"

    Ohne die Trompete zu sehen und daher ohne Kenntnisse über den Zustand, d. h. wie ist die Lackqualität (Beulen, Kratzer), wie gut lassen sich die Ventile betätigen und wie gut funktionieren die Stimmzüge, ist es schwierig, etwas über den finanziellen Aufwand einer Wiederherstellung zu sagen. Als ganz grobe Schätzung würde ich mal von Restaurierungskosten von ca. 300,- bis 600,- Euro ausgehen. Am besten würde ich mit dem Instrument zu einem Fachgeschäft gehen, die oft auch eine eigene Werkstatt haben und die fragen, ob sich eine Restaurierung lohnt und was das kosten würde. Oder vielleicht direkt mit der Fa. Monke Kontakt aufnehmen, die alte Instrumente auch warten und reparieren.

    Lionel

    Hallo,
    dieser möglicherweise sensationelle Fund wurde bereits an anderer Stelle hier im Forum über Sibelius Sinfonien kurz besprochen. Bei Codes flores ist zu lesen, dass das schwedische Label BIS im Rahmen seiner kompletten Sibelius-Edition bereits dran ist, dieses Material von insgesamt knapp 800 Seiten Noten aufzunehmen. Dazu ist allerdings noch die Zustimmung der Rechteinhaber an Sibelius' Musik nötig.

    Hier gibts weitere Infos zu diesem Thema:
    "http://www.codexflores.ch/nachrichten_ind2.php?art=8632"
    "http://www.hs.fi/english/articl…y/1135269867060"
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    Interessant ist das alles auf jeden Fall, selbst wenn sich herausstellt, dass da doch nichts von der 8. Sinfonie dabei ist und das aus anderen unvollendeten Werken von Sibelius stammt.

    Lionel