Beiträge von Waldi

    cpo 2018


    Die Ouverturen sehr gut dargeboten, beim Klavierkonzert könnte bei allem Können Frau Veljkovic für mein Gefühl manchmal etwas weniger hart in die Tasten schlagen, aber das ist natürlich rein subjektiv.

    Kurt Equiluz verfügte über eine wunderbar kultivierte Stimme und war im Grund weit mehr als ein Oratorien- und Buffospezialist. Seine Wandlungsfähigkeit stellte er in etlichen Operettenaufnahmen unter Beweis. Leider wurde er auf der Bühne oft nur in Nebenrollen eingesetzt, besaß aber alle Voraussetzungen für einen Spitzentenor. Mir tut sehr leid um ihn.

    Naxos 2016


    Aufgenommen schon 1996 bzw. 2013/14. Das Konzert Nr.7 wurde von Field immer wieder überarbeitet, bevor es 1832 seine endgültige Form erhielt. Nicht so reizvoll wie Nr.5 (was nur meinem persönlichen Geschmack geschuldet ist), aber durchaus ein Meisterwerk.

    Das Irish Concerto ist eine Überarbeitung des ersten Satzes von Konzert Nr.2.

    Am schönsten die Klaviersonate Nr.4.

    Nur schade, daß man als Coverbild die Constable-Linie verlassen und durch ein wenig passendes Foto ersetzt hat.

    Naxos 2002


    Eingespielt 1997 (und diesmal keineswegs unterkühlt). Für mein Gefühl hat Field mit diesen Werken die volle Reife erreicht, die Integration Klavier/Orchester ist perfekt und die dramatische Raffinesse des Gewitters im 5.Konzert steht Beethoven und Rossini nicht nach. Konzert Nr.6 ist technisch nicht weniger anspruchsvoll, enthält aber nicht die Attacke, die der Programmusik von "L'incendie par l'orage" naturgemäß innewohnt.

    Welch wunderbare Operettensängerin Renate Holm war, belegte unter anderem das Album "Vienna, Women and Song", das DECCA 1971 herausbrachte. Es enthielt Arien und Duette von Johann Strauss, Carl Millöcker, Franz von Suppé und Franz Lehár. Holms Partner war Werner Krenn /(auch er ein Ohrenschmaus!). Anton Paulik diriigierte das Orchester der Wiener Volksoper.


    2019 veröffentlichte Universal in der Reihe DECCA/Eloquence eine Box unter dem gleichen Titel, die alle diese Stücke nun auf CD bietet (einige minimale Steuerungsfehler kann man vernachlässigen), ergänzt um eine Highlight-Aufnahme der "Gräfin Mariza" von 1958 unter Anton Paulik mit Marika Németh und Peter Minich (leider ohne Renate Holm und mit etwas verhangener Tonqualität):


    Ach, das Timbre der Holm - das wirklich eine Jahrhundertstimme!

    Grins1 Volapük ist eine der Hervorbringungen des 19.Jahrhunderts, für die ich mich nie erwärmen konnte, ebensowenig wie für Esperanto. Inzwischen dürfte beides schon nahe dem Aussterben sein. Vermutlich sollte man in Zeiten wie unseren besser Chinesisch lernen - nur welchen Dialekt? Die Chinesen verstehen sich ja untereinander angeblich auch nicht. Ungarisch ist dagegen ja geradezu leicht. Auch wenn ich zu blöd bin, um es richtig zu lernen - immerhin kann ich einkaufen und ein paar Unanständigkeiten von mir geben. Leider nicht die ganz extremen (als wir einmal Katalin Pitti, eine Kusine meiner Frau, von der Volksoper nach einer Probe abholten, gab Kati, verärgert über ihren Partner, die ganze Zeit solche Vokabel von sich; meine Frau weigerte sich aber zu übersetzen...).

    Würde also eher zu Astrid Lindgrens B-Sprache raten. :pfeif:

    Mein lieber Wälti,

    Trotz aller Unterschiede überschneiden unsere Vorlieben einander vermutlich öfter als es scheint, ganz abgesehen davon, daß die Schweiz musikalisch sehr viel zu bieten hat.


    Herzlichst

    Waldi :wink:

    Decca/Eloquence 1992/2018


    Richard Bonynge und französisches Ballett erster Güte - eine Kombination mit Referenzqualität.

    Naxos 1999/2018


    Eingespielt 1996. Reifeprozeß und mehr Distanz zum Klassischen sind deutlich, aber auch, daß Field sich meist am wohlsten fühlt, wenn das Klavier vom Orchester nur sanft begleitet wird oder praktisch solo spielt. Philberts Argumente mit dem Orchester (Northern Sinfonia/David Haslam) kann ich hier, selbst ohne über Vergleiche zu verfügen, ganz gut nachvollziehen.

    Naxos 2018 (1997)


    Nr.1 sagt mir mehr zu, obwohl natürlich eine Spur anfängerhafter; den Anfang habe ich fast als ein bißchen mozartisch empfunden. Nr.3 demonstriert doch ein gehobenes Selbstbewußtsein ("hört zu, was ich alles kann"), was in Verbindung mit der Widmung an seinen Lehrer Clementi auch verständlich scheint. Alles selbstverständlich auf hohem Niveau.

    Aufgefallen ist mir die Lust an tänzerischen Passagen und die - mehr als deutlich über Clementi hinausgehende - Vorliebe für Kontraste: Intime Passagen wechseln mit geradezu repräsentativ-dramatischen Effekten und technischen Bravouren. Ich glaube jetzt, das "unterkühlt" ein wenig besser zu begreifen, auch wenn der Terminus vielleicht nicht ganz paßt.

    Kommentar von der Seitenlinie: Ich hatte mein ganzes Leben nie Probleme mit Schiller, weder mit seiner Sprache noch mit seiner Leidenschaft. Natürlich sind die "Räuber" "fetzig", aber sie sind mir zu pubertär. Ich ziehe die abgeklärtere Vielschichtigkeit der späteren Stücke vor. Sie alle vermitteln doch ein zeitloses Problembewußtsein und berühren Konflikte, die durchaus modern anmuten. Störend empfinde ich lediglich, wenn sich das Ego einer sogenannten Aktualisierung zwischen Original und Publikum drängt. Pathos ist eine Kunst, der viele nicht gewachsen sind und daher in Kitsch abdriften (oder vor lauter Angst, das zu tun, jegliches Pathos vermeiden und damit die Glut ersticken, bevor sie aufflammen kann). Klar, die Gefahr ist bei Schiller, daß das Feuer zu heiß brennt und sich rasch verzehrt, bei Goethe besteht dafür die Gefahr einer gewissen Blasiertheit, die manchmal hinter der olympischen Geste lauert.

    Die Klaviersoli von Frith hören sich an wie auf einem modernen Steinway-Flügel gespielt (zumindest für meine Laien-Ohren). Die Konzerte nehme ich mir in nächster Zeit vor, wenn nichts dazwischen kommt.

    Interessant, daß Ihr Frith etwas unterkühlt empfindet. Kann ich bis jetzt eigentlich nicht finden (z.B. Nocturnes Nr.1 und 10 sind da besonders geeignete Belege). Vielleicht weil ab und zu doch etwas von clementischer Bravour durchschlägt?