Beiträge von Waldi

    Meine Lieben,

    Die italienische Firma AZZURRA MUSIC hat in ihrer Reihe THE GOLDEN CLASSICS COLLECTION eine Gesamtausgabe der Beethoven-Symphonien herausgebracht, die nicht nur billig, sondern auch erfreulich anzuhören ist. Es gibt auch Einzelausgaben, aber ob alle Symphonien derzeit separat zu bekommen sind, vermag ich nicht zu sagen.
    Die I.-VIII. hat der Italiener Walter Attanasi mit der Camerata Cassoviae aufgenommen, die IX. mit dem Slowakischen Rundfunksymphonieorchester (mit den Solisten Gustafson/Kulinova/Larin/Muraro). Die Kaschauer sind natürlich nicht mit den bekannten "großen" Orchestern zu vergleichen, aber ein sehr ambitionierter und nicht zu unterschätzender Klangkörper. Attanasis Interpretationen halten eine glückliche Mitte zwischen traditionellem und "leichtem" Beethoven. Kein Titanengrollen, eher spritzig und beschwingt; Pathos wird nicht vermieden, aber immer sehr fein dosiert. Ich höre bei Attanasi eher den Romantiker Beethoven als den Klassiker. Dabei strukturiert er sorgfältig und ist auf Klarheit bedacht. Mit den Wiener oder Berliner Philharmonikern oder vergleichbaren Orchestern müßte er eine ausgezeichnete Deutung schaffen, aber auch die hier ist sehr gut.

    Liebe Grüße

    Waldi

    Liebe Fairy,

    Du schollst nicht aufgeben! :troest:

    Und - falls doch noch weitere Interessenten einsteigen wollen - ein paar Hinweise:

    Nr.6 In der ursprünglichen Fassung des jüngeren Werks (und jetzt wieder) recht nordisch; das frühere Werk wurde von einem Komponisten geschaffen, der mehr durch einen gewissen Teufel bekannt geworden ist!

    Nr.3 Eisenhower war's nicht, aber...

    Nr.7 Der Komponist malte auch; sein Helfer in dieser Beziehung war ein bekannter österreichischer Expressionist, der aber auch mit der Frau des Komponisten etwas hatte.

    Dem Rätselsteller wie immer großen Dank und Bewunderung!

    Liebe Grüße
    Waldi

    Lieber Cherubino,

    Fairy hat völlig recht! Höre Dir einmal diese "Lucia" an, die Ferenc Fricsay 1953 einspielte, und die bei mehreren Labels zu haben ist:

       

    Trotz der deutschen Sprache eine großartige Einspielung mit einem wunderbaren Ensemble. Fischer-Dieskau legt den Enrico nicht eindimensional an, sondern spielt sehr raffiniert und beeindruckend auch den liebenden Bruder und erreicht eine Interpretation, die mich außerordentlich beeindruckt.

    Liebe Grüße
    Waldi

    Meine Lieben,

    Eine gewisse, auch bewußte Missionierungsabsicht möchte in manchen Belangen gar nicht abstreiten. Wenn ich mich zum Beispiel über klassische Operetten verbreitere, dann nicht, weil ich mich etwa als besonderer Experte fühle (höchstens in einigen Sparten als kennerischer Liebhaber), sondern weil es mir wichtig ist, daß das Interesse daran wach bleibt, weil ich den Verlust solcher Kenntnisse als fatal empfinden würde (weil er auch wahrscheinlich den Verlust an einschlägigen Konsummöglichkeiten nach sich zöge), und ich der Meinung bin, daß ich mich durch dauerndes Schweigen gleichsam mitschuldig am möglichen Aussterben machen würde. Also versuche ich, andere Leute aus der Reserve zu locken, Appetit zu wecken bzw. die vermutete Wissensbasis zu verbreitern (was natürlich recht großspurig klingt; meist bleibt es ja beim Aufzeigen: Hier ist jemand, der Operette schätzt, wer freut sich mit mir oder hilft mir, mich noch mehr zu freuen?). Schlimm wird es nur, wenn man den Missionierungserfolg mit r Gewalt herbeiführen will. Richtige Missionierung beläßt es bei einem - im Idealfall verführerischen - Angebot. Ob es Anklang findet oder nicht, bleibt den Adressaten überlassen. Jemanden zu einer auch für ihn schönen Erkenntnis hinzuführen, ist eine sehr befriedigende Erfahrung. Machtdenken mag da unterbewußt oft hineinspielen, deckt aber das Erlebnisspektrum natürlich bei weitem nicht ab. Aber ein guter Lehrer benötigt auch eine Portion Missionierungseifer, sonst könnte er es ja bei einem "Schau selber nach!" belassen. Wie bei allen guten Sachen, bleibt es eine Frage der Dosierung, ab wann das Positive sich zum Problem wandelt.

    Liebe Grüße

    Waldi

    Gestern, am 16.September 2009, starb nach langem Leiden Ernst Märzendorfer im Alter von 88 Jahren, einer der bedeutendsten Dirigenten, den Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg aufzuweisen hatte. Kein glamouröser oder sensationsgeiler Pultstar, sondern jemand mit musikalischem Feinstgefühl und hoher Ehrfurcht vor dem Werk wie vor dem Publikum. Von seinen Einspielungen werden insbesondere die konzertanten "Hugenotten" und die "Nacht in Venedig" maßstäblich bleiben, woran weder die Kürzungen bei der Oper noch der (wegen seines übermäßigen Akzents) unzureichende Herzog der Operette etwas ändern dürften. Requiescat in pace!

    Waldi

    Meine Lieben,

    Ausnahmsweise soll heute einmal nicht von einer Gesamtaufnahme die Rede sein, sondern von einem Querschnitt, und zwar vom besten, den ich bisher vom "Zigeunerbaron" kenne. Dabei handelt es sich nicht um die übliche Zusammenstellung der bekanntesten Zugnummern, sondern um einen von vornherein sorgfältig komponierten Querschnitt mit verbindendem Text, der nicht nur für Einsteiger köstlich geeignet ist.

    Aufnahmedatum: 1966. 1999 von TELDEC mit Ausschnitten aus "Wiener Blut" und der "Nacht in Venedig" ergänzt und als CD herausgebracht.

    Den Kommentar verfaßte Kurt Feltz, der auch Regie führte, und damit bewies, daß er nicht nur mehr oder weniger seichte Schlagertexte zu fabrizieren wußte, sondern auch intelligenten Witz beherrschte. Besonders schön, daß man als Sprecher Fita Benkhoff und Karl Schönböck gewinnen konnte. Selbst Loriot hätte es wohl nicht besser machen können.

    Was mir besonders gefällt: Carl Michalski, der das Bayerische Rundfunkorchester dirigiert, verfügt über ein phänomenales Tempogefühl. Ohne die üblichen wienerischen Schleifer musiziert er einen unglaublich authentisch und richtig wirkenden Strauß voll Klarheit, Schwung und Sinn für Nuancen. Michalski, von dem ich sonst noch nichts gehört habe, übertrifft darin sogar einen Franz Marszalek klar, das will schon etwas heißen. Ein Glücksfall auch der Barinkay: Reinhold Bartel. Dieser international weniger bekannte Tenor war einer der besten Operettensänger dés vorigen Jahrhunderts. Mühelos die technischen Schwierigkeiten meisternd, ohne daß er je angestrengt wirkt, wunderbar deutlich artikulierend, demonstriert er die Kunst, sich sozusagen auf den Tönen zu wiegen. Die Elastizität der Stimme läßt vergessen, daß das Timbre nett, aber gar nicht so sensationell ist. Die dritte Spitzenleistung vollbringt Margarethe Bence als Czipra.
    Sehr gut die Saffi von Erika Köth, Mitreißend Kurt Böhme als Zsupan, der zwar seine bekannte Spaßtour des aufschneiderischen Schlitzohrs (ohne wienerische Gemütlichkeit) reitet, aber doch mehr musikalisches Gefühl spüren läßt als sonst in dieser Rolle. So wie alle anderen singt er angenehm ausgesprochen wortdeutlich und bleibt auf der musikalischen Linie. Rita Bartos singt die Arsena hübsch und hat nur ganz in der Höhe Probleme. Die übrige Besetzung läßt kaum Wünsche offen.

    Die beiden anderen "Querschnitte" , beide von 1962, verdienen diesen Namen eigentlich nicht; es sind nur Auszüge. Karl Loubé dirigiert das "Wiener Blut" stellenweise etwas zu zuckerwattig. Sonja Schöner als Gräfin wirkt nicht übel, aber gehört sicher nicht zur Gabrielen-Spitzengruppe. Donald Grobes schöner Tenor paßt für einen Pedrillo sehr gut, für den Grafen wirkt er zu leichtgewichtig. Für die "Nacht in Venedig" wählte man Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin und Richard Müller-Lampertz. Alle recht gut. Der Tenor Heinz Hoppe besitzt musikalisches Gefühl, aber keine bedeutende Stimme, das Ergebnis ist unterschiedlich. Sonja Knittel bzw. Sonja Schöner (das Booklet stiftet diesbezüglich totale Verwirrung) ist guter Durchschnitt.

    Doch der "Zigeunerbaron" ist wirklich sensationell.

    Liebe Grüße

    Waldi

    MASCAGNI: Cavalleria rusticana - Kommentierte Diskographie

    Meine Lieben,

    Am anderen Ufer wurde einmal in etwa bemerkt, daß das wahre Feuer der "Cavalleria" der Live-Atmosphäre bedürfe, nicht des Studios. Zwar würde ich das nicht so einfach unterschreiben, aber bedenkenswert ist diese Feststellung doch. Einen eigenen Reiz hat das direkte Bühnengeschehen schon, obwohl oder weil da auch Unebenheiten passieren und das künstliche Glätten entfällt, das bei manchen Studio-Aufnahmen sicher die Erregung dämpft. Ergo ein Hinweis auf einen Livemitschnitt aus Buenos Aires von 1968, erschienen 2004 bei MYTO:

    Die Tonqualität ist zwar nicht auf professionellem Niveau, aber doch besser als bei vielen illegalen Aufnahmen. Das absolute Erlebnis ist ein ausgezeichneter, bestens disponierter Carlo Bergonzi als Turiddu, der die Intensität voll spüren läßt (und erst zum Schluß ganz leichte Ermüdung zeigt). Schade, daß die junge Grace Bumbry da nicht richtig mithalten kann. Die Partie "sitzt" noch nicht vollkommen, gute Momente (besonders die dramatischen) wechseln mit etwas mühsamen, einige Schärfen stören - letztlich bei allem Talent eine durchwachsene Leistung.
    Wesentlich besser gefällt mir das Dirigat von Juan Emilio Martini, der auch bemüht ist, ein paar Mal durch langsamere Tempi den Sängern entgegenzukommen, aber im richtigen Moment aufdreht. Giampiero Mastromei (Alfio) beginnt eher schwach und wird dann besser, bleibt aber insgesamt durchschnittlich, während Gina Lotufo als Lola und Luisa Bartoletti als Lucia gute Repertoirequalität bieten.

    Nun offeriert der Markt eine Reihe sehr guter "Cavalleria"-Interpretationen und einige ganz hervorragende (z.B. Tullio Serafin, namentlich mit Callas und di Stefano), sodaß ich Einsteigern die besprochene Edition nicht primär ans Herz lege. Aber für fortgeschrittene Sammler ist sie sicher interessant (und nicht teuer obendrein).

    Liebe Grüße

    Waldi

    Nr.5 Es geht da irgendwie um Rache, hat allerdings weder etwas mit "Otello" noch der "Entführung" oder der "Zauberflöte" zu tun, denn es ist keine musikalische gemeint

    Nr.11 Ein sehr wichtiges Werk des Komponisten wurde von Richard Strauss bearbeitet und aktualisiert

    Nr.15 Der Sohn der beiden heißt genauso wie Violas Deckname in "Was ihr wollt" lautet (nur die Schreibweise differiert etwas)

    Nr.20 Das zweite der gesuchten Werke wurde von einem aus Deutschland stammenden Österreicher geschaffen und trägt im Titel den Namen eines Briten (auf den Alternativtitel kommt man mit Cavaradossis Äußerung, die zu seinem Todesurteil führt)

    LG
    Waldi

    + 1812 Wien
    Emanuel SCHIKANEDER, Theatermensch, Sänger (Bariton) und Librettist der "Zauberflöte" (auch der erste Papageno)


    * 1815 Schwerin an der Warthe
    Johann Gottfried PIEFKE, Militärmusiker und Komponist (Anmerkung eines Semi-Piefkes: Von ihm und seinem Bruder soll sich die von Österreichern so gern gebrauchte respektlose Bezeichnung herleiten)


    + 1960 Siarö
    Jussi BJÖRLING, Sänger (Tenor)

    Meine Lieben,

    Man tut, was man kann, in der übergangenen Mittagspause. Rideamus weiß zu gut, was von mir zu halten ist, und daß die Fliege Waldi dieser Leimrute nicht völlig fernbleiben kann, wollte sagen, daß der Forenhund wenigstens ein bisserl nach diesem Knochenbündel schnappen muß.

    Nr.1 Santa Maria, wer findet das Ei?

    Nr.2 Ob der Tote damals, es war im Jahr des Ringtheaterbrands, aber in einem ganz anderen Land, wirklich tot war, ist unter Historikern umstritten. Ein berühmter österreichisch-amerikanischer Regisseur weist mit seinem Vornamen auf die Lösung. 1,2,3 - frisch geraten!

    Nr.4 Der männliche Partner begann seine Herrschaft recht verheißungsvoll, entwickelte sich ein paar Jahre später aber ganz gegenteilig. Sein Feuergesang wurde ihm allerdings nur angedichtet.

    Nr.8 Umgebracht wurde damals ein berühmter Admiral, er und die fatale Nacht spielen auch in einer Novelle von Conrad Ferdinand Meyer wichtige Rollen.

    Nr.12 Der Komponist zählt - Hinweis für alte Taminoisten - zu Joschis (Don Basilios) Lieblingen und war nicht der einzige, der diesen schillernden Stoff veropert hat

    Nr.14 E.T.A.Hoffmann kam zur Welt und das Bolschoi-Theater wurde eröffnet; der Träger des gesuchten Vornamens überquerte am Weihnachtstag den Delaware (das Ereignis inspirierte so manchen Historienmaler)

    Nr.21 Wie heißt es doch bei Schiller: Die Axt im Haus erspart den ....

    Liebe Grüße
    Waldi