Beiträge von music lover

    Lacht gern alle über mich, wahrscheinlich stehe ich gerade total auf dem Schlauch, aber das Motiv aus dem 5. Teil, das mit dem Text "Harre auf Gott!" gesungen wird, welches dann noch einmal prominent im 8. Teil wiederkehrt (erneut mit dem Text "Harre auf Gott!" sowie mit dem Text "Preis sei dem Herren, dem Gott Israels!"), kenne ich aus einem anderen Werk mit dem Text "God save the King". Welches andere Werk ist dies bloß nur?

    Ein Kenner wie Agravain schüttelt sich bestimmt gerade vor Lachen und ich nehme schon mal diese Haltung hier ein :versteck1:

    Habe jetzt die Corboz-Aufnahme gehört ...

    ... erinnert mich an die Mozatz-Diskussion für 35+ Jahren ... willst Du 'ne Mozartkugel oder spannende Musik?

    Ich habe die Corboz-Einspielung, mit der ich das Werk kennengelernt habe, bestimmt an die 15 Jahre, vielleicht sogar eher 20 Jahre nicht mehr gehört. Auch bei mir schleicht sich das Gefühl ein, dass dieses Musizieren des Jahres 1977 "mit heutigen Ohren gehört" ein wenig altbacken und "lahm" klingt. Was würden René Jacobs oder Thomas Hengelbrock aus diesem Werk machen? Diese Frage stellt sich mir doch ein wenig im Jahr 2024.

    Jedenfalls trage ich mich mit dem Gedanken, meine beiden Corboz-Alben (außer der Psalmen-CD besitze ich von ihm noch seine "Paulus"-Einspielung von 1986 mit demselben Orchester) auszusortieren und durch eine federndere, frischere Lesart zu ersetzen.

    Richard Strauss: Sinfonia domestica op. 53

    Chicago Symphony Orchestra
    Fritz Reiner

    rec. 5. November 1956

    Diese RCA Living Stereo-Einspielung ist nicht nur hinsichtlich der Interpretation großartig, sondern von der Aufnahmetechnik her geradezu unschlagbar. Wenn eine solche Klangqualität schon 1956 (!!!) möglich war, fragt man sich, warum zahlreiche Aufnahmen der darauf folgenden Jahrzehnte soviel schlechter klingen.

    Übrigens: Bei mir läuft die ganz normale CD, die 1997 erschien (digitally remastered), nicht etwa eine Hybrid SACD. Die Tonqualität ist einfach atemberaubend.

    Auf der Homepage des SWR lese ich folgendes über "Les Préludes" (ich zitiere aus urheberrechtlichen Gründen nur auszugsweise):

    Zitat von SWR

    "Was anderes ist unser Leben, als eine Reihenfolge von Präludien zu jenem unbekannten Gesang, dessen erste und feierliche Note der Tod anstimmt?" So beginnen die programmatischen Zeilen, die Franz Liszt der Orchesterpartitur von "Les Préludes" nach Worten von Alphonse de Lamartine hinzugefügt hat.

    Die Musik schildert verschiedene Lebensetappen: vom ersten Erwachen und Erwachsenwerden über schwärmerische Liebe, den Rückzug in die Natur und dem Ausbruch eines kämpferischen Willens, der am Ende zu einem überhöhten Triumph führt.

    (Quelle: https://www.swr.de/swr2/musik-kla…-woche-100.html)

    Nur weil diese Barbaren eines von Liszts Werken ausgesucht haben für ihre Lügenshows, soll es jetzt nicht mehr gespielt werden dürfen? :neenee1:

    Ich halte es wirklich für möglich, dass dies der Grund für die Programmänderung ist. Am 15. Februar beginnt die Berlinale, ein großes internationales Publikum strömt in die Stadt. Und dann wollte man bei den Philharmonikern wohl doch nicht ausgerechnet (böse Zungen würden unken: demonstrativ) ein (vielleicht sogar im Rundfunk übertragenes?) Konzert mit "Les Préludes" anfangen.

    Wie hirnrissig, da stimme ich Dir völlig zu, lieber FM. Aber so denken nun mal heutzutage irgendwelche "politisch korrekten" Entscheidungsträger in irgendwelchen Gremien.

    ..."Les Préludes"...

    Mit dem Hauptthema wurden zu Adolfs Zeiten die Berichte der Wehrmacht eingeleitet. Mir sträuben sich bei der Melodie immer die Haare....

    Mit dieser Argumentation dürfte man auch nicht mehr den Trauermarsch aus Beethovens "Eroica" aufführen, denn dieser wurde vom Reichsfunk rauf und runter gesendet, nachdem der GröFaZ im Jahre 1945 "an vorderster Front gefallen ist".

    Mich hätte es gereizt, "Les Préludes" mal im Konzertsaal zu erleben. Und dann sogar von den Berlinern. Damit sage ich ja gar nicht, dass mir das Stück gefällt. Nur habe ich es live bisher noch nicht gehört.

    Mein nächstes Konzert:

    Berlin, Philharmonie Großer Saal
    15. Februar 2024, 20:00 Uhr

    Lisa Batiashvili, Violine
    Berliner Philharmoniker
    Kirill Petrenko

    Johannes Brahms
    Tragische Ouvertüre d-moll op. 81

    Karol Szymanowski
    Violinkonzert Nr. 1 op. 35

    Richard Strauss
    Sinfonia domestica op. 53

    Die ursprünglich als erster Programmpunkt angekündigte Sinfonische Dichtung "Les Préludes" von Liszt wurde ersetzt durch einen Programmpunkt, der mir zu sehr Standardrepertoire ist. Im Übrigen finde ich das Programm aber sehr reizvoll.

    SlippeDisc vermeldet heute, dass Sir Simon Rattle mit einer Vertragsdauer von fünf Jahren zum Ersten Gastdirigenten der Tschechischen Philharmonie ernannt worden sein soll.

    Chefdirigent bleibt natürlich Semyon Bychkov, aber auch der bisherige Erste Gastdirigent Jakub Hrůša soll angeblich weiterhin der Erste Gastdirigent bleiben. Kann jemand diese widersprüchliche Meldung aufklären? Auch SlippeDisc selbst spricht insoweit von "confusingly":

    Breaking: New job for Simon Rattle - Slippedisc
    The Czech Philharmonic today named Rattle its principal...
    slippedisc.com

    hier wird viel zu viel Nebensächliches und völlig Uninteressantes plattgewalzt. Ich habe den Eindruck, dass manche nur auf die registrierte Anzahl ihrer Posts schielen, um damit vielleicht schneller einen Rekord zu erzielen....

    Die Politik des Forums ist nun mal, dass jeder, und sei er noch so ahnungslos von der Materie, die Threads mit Nichtssagendem und Belanglosem vollmüllen darf, solange er sich nur an die Forenregeln hält. Was dabei herauskommt, sieht man ja. Aber ich freue mich zu lesen, dass sich noch jemand außer mir daran stört :cincinbier:

    Du bist selbst nach acht immer wieder für eine Überraschung gut.

    Nein, Agravain ist nicht "immer wieder für eine Überraschung gut". Jeder, der sich hier ein klein wenig auskennt, weiß, dass es sich bei Agravain um einen unglaublich fundierten Musikkenner handelt, dessen Meinungsäußerungen stets lesenswert sind. Ob das für jeden anderen gilt, der sich hier verbreitet, sei mal sehr dahingestellt.

    Spricht man mich auf William Youn an, kann ich mich regelmäßig kaum einkriegen vor Begeisterung über diesen einfach wunderbaren Pianisten.

    Seine neue Sony Classical-Doppel-CD hatte ich schon vor Monaten bei jpc vorbestellt. Sie wurde mir pünktlich am Tag des Erscheinens zugestellt. Und dies sogar mit einem von William Youn signierten Booklet.

    Heute erfolgt der dritte Hördurchgang dieser vom eingespielten Repertoire her geradezu einzigartig interessanten Produktion:

    Reynaldo Hahn: Klavierkonzert E-Dur (1930)
    Gabriel Fauré: Ballade für Klavier und Orchester Fis-Dur op. 19
    Reynaldo Hahn: A Chloris (arrangiert für Klavier solo von William Youn)
    Reynaldo Hahn: L'Heure exquise (arrangiert für Klavier solo von William Youn)
    Nadia Boulanger: Fantaisie variée für Klavier und Orchester (1912)
    Gabriel Fauré: Fantaisie für Klavier und Orchester op. 111
    Gabriel Fauré: Après un reve op. 7 Nr. 1 (arrangiert für Klavier solo von William Youn)

    William Youn, Klavier :verbeugung1::verbeugung1::verbeugung1:
    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
    Valentin Uryupin

    (rec. 2023)

    Die "Musikstück der Woche"-Gemeinde kann sich schon mal darauf einstellen, dass dann, wenn ich das nächste Mal an der Reihe bin, ein Werk von Boulanger, Fauré oder Hahn von mir vorgeschlagen wird...

    Besitzt jemand die Aufnahme mit Taschner/Solti und den Berlinern?

    Ich habe sie und sie gefällt mir von meinen 6 Einspielungen am Besten.

    Beethoven: Violinkonzert D-Dur, op. 61

    Gerhard Taschner, Violine
    Berliner Philharmoniker, Sir Georg Solti

    Diese Interpretation ist für mich immer wieder eine Offenbarung. Wunderbar lyrisch und mit viel Wärme gespielt. Aufgenommen 1952 und hat eine gute Monoqualität.
    Die beste Scheibe, die ich habe.


    Bei dieser Aufnahme aus dem Gemeindesaal in Berlin-Dahlem vom 24. März 1952 handelt es sich um den Mitschnitt der Generalprobe vor dem Konzert der Berliner Philharmoniker im Titania-Palast am Abend desselben Tages. Ich stimme Dir zu: Das ist wirklich herausragend gut. Eine klitzekleine Korrektur hätte ich zu Deiner Interpretenangabe: Georg Solti war 1952 noch kein Sir ;)

    Ich habe neulich mal ziemlich aufgeräumt in meinen Regalen, was Einspielungen von Beethoven-Sinfonien und -Instrumentalkonzerten betrifft. Was das Violinkonzert angeht, flog etwa 20 % des Bestandes raus. Geblieben sind (in chronologischer Reihung):
    – Joseph Szigeti/British Symph. Orch., Bruno Walter (rec. 18.4.1932)
    – Fritz Kreisler/London Philharmonic Orch., John Barbirolli (rec. 1936)
    – Jascha Heifetz/NBC Symph. Orch., Arturo Toscanini (rec. 11.3.1940)
    – Erich Röhn/Berliner Philh., Wilhelm Furtwängler (rec. live Berlin 12.1.1944)
    – Yehudi Menuhin/Lucerne Festival Orch., Wilhelm Furtwängler (rec. Luzern 28.+29.8.1947)
    – Yehudi Menuhin/Berliner Philh., Wilhelm Furtwängler (rec. live Berlin 28.9.1947)
    – Ginette Neveu/Sinfonieorch. des SWF, Hans Rosbaud (rec. 1949)
    – Gerhard Taschner/Berliner Philh., Georg Solti (rec. Berlin 24.3.1952)
    – Yehudi Menuhin/Philharmonia Orch. London, Wilhelm Furtwängler (rec. London 7.+8.4.1953)
    – Wolfgang Schneiderhan/Berliner Philh., Wilhelm Furtwängler (rec. Berlin 18.5.1953)
    – Zino Francescatti/Concertgebouworkest Amsterdam, Eduard van Beinum (rec. 19.3.1958)
    – Pinchas Zukerman/Chicago Symphony Orch., Daniel Barenboim (rec. 1977)
    – Gidon Kremer/Academy of St. Martin-in-the-Fields, Neville Marriner (rec. 1982)

    Was die beiden letztgenannten Aufnahmen angeht, bin ich mit dem "Durchforsten" der Sammlung noch nicht fertig. Kann sein, dass die auch weg können. Allerdings: Kremer habe ich immerhin bei der Erstaufführung der Schnittke-Kadenzen live in der Hamburger Musikhalle gesehen, es spielte das Sinfonieorchester des NDR unter der Leitung seines damaligen Chefdirigenten Klaus Tennstedt. Da ging die Post ab! Als dann später die Philips-Studioaufnahme mit der Academy und Marriner herauskam, war ich eher enttäuscht (vom Orchester, nicht von Kremer). Na, und zu Zukerman/Barenboim fallen mir die Worte brav und verschnarcht ein. Wenn man das mal mit Taschner/Solti vergleicht! Aber einen Hördurchgang mit den beiden durchlaufe ich noch. Vielleicht entdecke ich ja noch irgendwelche Meriten an dieser Aufnahme.

    Jeweils zwei People of Color sind in die Landschaft hineingemalt.

    Das finde ich aber voll gemein und überhaupt nicht woke, dass nicht zusätzlich noch ein transgeschlechtlicher Mensch und ein Mensch, der unter Body Shaming zu leiden hat, in die Landschaft hineingemalt worden sind.

    Mal im Ernst: Was soll solch ein Quatsch? Danke, lieber Wolfram, für Deinen abschreckenden Bericht. Ich werde mir diese Caspar David Friedrich-Schau nicht ansehen, da sie offenbar vollkommen idiotisch aufgemacht worden ist.