Beiträge von music lover

Das Forum ist nun wieder online! Für Fragen und Probleme gibt es hier einen neuen Thread.
Neuregistrierungen sind vorübergehend nicht möglich!

    Hier eine zweite Version mit denselben Protagonisten, 2016 aufgenommen:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Vakhtang Kakhidze (*1959)

    Konzert für Klavier und Orchester (1980)

    Ein unglaubliches Klavierkonzert! Ich kenne es bisher nur in der Version mit Giorgi Mikadze am Klavier (zu diesem Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz https://de.wikipedia.org/wiki/Giorgi_Mikadze). Hier sein Live-Mitschnitt vom Herbstfestival Tbilisi 2011, es dirigiert der Komponist. Bei dem eigentlich einsätzigen Werk ist gleichwohl die dreisätzige Form deutlich zu erkennen. Wahnsinn, wie es im "3. Satz" abgeht. Und bemerkenswert, was man im "2. Satz" (wie zuvor auch schon bei der einleitenden Klavierpassage im "1. Satz") aus einer simplen C-Dur-Tonleiter machen kann.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Mich gelüstet es heute nach diesem Tim Whitehead-Album


    Großartige Originals des Leaders und seines Co-Leaders Giovanni Mirabassi (6 Titel)! Leider muss man bei 3 Titeln auch Altbekanntes von anderen Komponisten in Kauf nehmen, was im Falle von John Lennons "Imagine" einfach nur abgeschmackt wirkt. Es hätte nur noch gefehlt, dass jetzt noch "Summertime" gespielt wird. Aber immerhin: 6 Titel sind originales Material. Und diese Titel sind richtig, richtig gut!


    Tim Whitehead - ts

    Giovanni Mirabassi - p

    Oli Hayhurst - b

    Milo Fell - dr


    rec. 2006

    Lieber Knulp,
    an sich wollte ich mich an diesem Thread nicht mehr beteiligen, aber es wäre unhöflich Dir gegenüber, Deine Anmerkungen unbeantwortet zu lassen. Mein Respekt vor Dir und Deiner Meinung führt mich also wieder in diesen Thread zurück. Dem ich aber fortan, egal was da noch kommen mag, nun definitiv fernbleiben werde. Man mag schreiben, was man will, ich werde nicht mehr antworten.


    Ich habe am Beispiel der Chopin-Ballade weiter oben von fehlender pianistischer Souveränität bei Liu gesprochen. Ich vermisse bei ihm dieses meisterhafte Über-den-technischen Anforderungen-Schweben, welches wirklich große Pianistinnen und Pianisten auszeichnet. Als Beispiele, wie sich bei dieser Chopin-Ballade in meinen Ohren solche Meisterhaftigkeit anhört, habe ich die früheren Gewinner des Chopin-Wettbewerbs Seong-Jin Cho (2015) und Krystian Zimerman (1975) angeführt und die Meinung vertreten, dass Liu deren Klasse nicht hat.

    die eine falsch Note führt da womöglich auf die falsche Spur

    Diese eine falsche Note bei 6:22 min. des Videos war ja nur ein Beispiel. Da Symbol in seinem Beitrag #79 eine kurze Passage angeführt hat, die im Video von 6:19 bis 6:32 min. dauert, habe ich mir diese 13 Sekunden ein weiteres Mal angehört - und prompt höre ich einen kapitalen Fehlgriff. War dies sein einziger Fehlgriff bei ansonsten tadelloser Pianistik, wie es offenbar das Narrativ in diesem Thread ist (nur ich höre offenbar etwas anderes)? Gut, das wollte ich heute überprüfen. Die langsame Einleitung der Ballade bekomme selbst ich als Laie technisch unfallfrei hin: Bruce Liu demzufolge auch. Ernst wird es aber ab 2:10 min. des Liu-Videos. Und gerade mal 5 Sekunden später höre ich eine Unsauberkeit in der rechten Hand (beim Umsprung der Sekunde 2:14 auf Sekunde 2:15 des Videos). Und es reicht mir jetzt - weiter muss ich mir dieses Video nicht anhören.


    Bis bald in anderen Threads! :wink:

    Ein Beispiel habe ich gerade in meinem Posting #80 genannt (von Dir offenbar überlesen).


    Hast Du mir nicht außerdem gerade erst geschrieben, dass Dir Deine Zeit für einen Meinungsaustausch mit mir zu schade ist?

    Man könnte darüber einen interessanten Meinungsaustausch führen, aber nicht mit jemandem, der nur aufs Cover schaut und außer Gehässigkeiten nichts beiträgt. Dazu ist mir meine Zeit wirklich zu schade.

    Angesichts dieser Äußerung von Dir bitte ich um Verständnis dafür, dass auch ich an einem Meinungsaustausch mit Dir über Bruce Liu nicht weiter interessiert bin.

    auf dem dramatischen Höhepunkt kurz vor Schluss zeigen beide Pianisten eine ziemlich ähnliche Pose - dies nur als Anmerkung, weil Du Dich an der vermeintlich einstudierten Körpersprache von Liu so gestört hast.

    Naja, dieselbe Pose ist es nun nicht, aber wir wollen ja auch nicht mehr über Äußerlichkeiten reden. Ich habe mir gerade die von Dir genannte Passage noch einmal mit Cho und mit Liu angesehen. Cho spielt wunderbar klar, Liu hingegen mit einem Fehlgriff bei 6.22 min. des Videos und auch sonst eher wischi-waschi gespielt. Diese Passage dokumentiert vielleicht sogar besonders gut, weshalb ich von fehlender pianistischer Souveränität bei Liu spreche, während Cho einfach meisterhaft spielt.

    Habe ich auch nicht behauptet.

    Eben. Dann höre Dir die früheren Gewinner des Chopin-Wettbewerbs Seong-Jin Cho (2015) und Krystian Zimerman (1975) mal mit dieser Ballade an. Dauert ja jeweils nur etwa 7 1/2 Minuten. Das ist Klavierspiel!! Dagegen ist Liu - vorsichtig gesagt - nicht komplett auf ihrer Höhe. Wie gesagt: Für einen Zweiten Preis möglicherweise ausreichend. Einen Wettbewerbssieg kann ich bei allem, was ich bisher von ihm gesehen und gehört habe, nicht nachvollziehen.

    Da ich dieses Video erst vor einer Minute gepostet habe, kannst Du es noch nicht gehört haben. Höre es Dir an, dann kannst Du vielleicht nachvollziehen, was ich meine. Und wenn Du es nicht hörst, was ich meine, ist es auch okay. Jedem seine Meinung. Ich bevorzuge jedenfalls Seong-Jin Cho. Von einem Krystian Zimerman - ebenfalls früherer Wettbewerbsgewinner - mal ganz zu schweigen:
    https://www.youtube.com/watch?v=Wslm1ZL9EI8


    Die Klasse dieser beiden hat Bruce Liu einfach nicht. Kyohei Sorita hat sie auch nicht, aber dann hätte man eben - wie ich es weiter oben bereits angemerkt habe - keinen Ersten Preis vergeben sollen. Ein geteilter Zweiter Preis für Bruce Liu und Kyohei Sorita bei Nichtvergabe eines Ersten Preises wäre vielleicht angemessen gewesen.

    Ja. Und Du?

    Darauf antworte ich mit einer Aufzeichnung derselben Ballade durch den Gewinner des Chopin-Wettbewerbs 2015 Seong-Jin Cho, ebenfalls beim Wettbewerb mitgeschnitten:
    https://www.youtube.com/watch?v=2l9Wpg_y45g


    Liegen da nicht Welten in der pianistischen Souveränität dazwischen?


    Ich kopiere mal einen Kommentar bei YouTube zu dieser Interpretation von Seong-Jin Cho beim Chopin-Wettbewerb 2015 in mein Posting hinein:

    Zitat

    As a pianist who has studied and performed this piece, I can say after hearing this performance that it seems I never really knew the piece. There are so many elements and fascinating possibilities of voicing in this performance that I have neither ever considered or heard in any recording. One of the best renditions of the piece in recent history surely.

    Hier ist - um die Diskussion mal zu versachlichen - ein knappe Stunde Unterricht von Bruce Liu bei Dang Thai Song im Juli 2021 zu sehen. Sie üben die Ballade Nr. 2 op. 38 von Chopin ein:
    https://www.youtube.com/watch?v=mdil14Fwwfs


    Und hier spielt er die mit Dang Thai Song einstudierte Ballade Nr. 2 op. 38 drei Monate später beim Chopin-Wettbewerb im Oktober 2021:
    https://www.youtube.com/watch?v=U2Xxku2Hwaw


    Findet Ihr diese Balladen-Interpretation gut?


    Zum Vergleich hier die Interpretation derselben Ballade durch den beim Chopin-Wettbewerb 2021 zweitplatzierten Kyohei Sorita:
    https://www.youtube.com/watch?v=Wslm1ZL9EI8

    Und "Für Elise" als Hauptprogramm? :D

    :megalol: :megalol: :megalol:


    Diese story kann jedenfalls so unbekannt nicht sein, denn als Christian Zacharias mal in Hamburg nach dem Schumann-Klavierkonzert die Aria aus den Goldberg-Variationen als Zugabe spielte, sagte ich ihm hinterher backstage, dass ich es für einen Moment für möglich hielt, dass er die kompletten Variationen spielt. Seine - lachende - Antwort war: "So wie damals Rudolf Serkin?"


    Beneidenswert! Und schade, dass ich Anfang der 90er für op. 109 bis 111 noch etwas zu grün hinter den Ohren war...

    Da hast Du echt was verpasst. Ein unglaublicher Klavierabend!

    Ich war vor Jahren mal in einem Konzert von Barenboim, Beethoven op. 109, 110 und 111.


    Der Beifall war frenetisch, doch Barenboim ging zum Klavier, klappte den Deckel zu und legte den Finger auf die Lippen (als wollte er ein "pssst" signalisieren). Soll heißen: er wollte ganz bewusst keine Zugabe spielen.


    Ich habe das seinerzeit als junger Kerl nicht verstanden. Seitdem habe ich die drei letzten Beethoven-Sonaten oft gehört und komme inzwischen zu der Schlussfolgerung, dass Barenboim recht hatte. Man sollte nach diesen drei Monumenten nichts mehr spielen.

    Mit dieser Sonatentrias habe ich Swjatoslaw Richter in den frühen 90er Jahren live in der Rellinger Kirche erlebt. Er wäre ebenfalls nicht auf die Idee gekommen, danach noch eine Zugabe zu spielen.


    Auch nach den Goldberg-Variationen oder der Kunst der Fuge bräuchte es m. E. keine Zugabe. Lass' die Musik verklingen, und gut isses.

    Der Klavierabend von Tatjana Nikolajewa vom 10. November 1986 in London ist auf dieser CD dokumentiert:

    Sie spielte nach den Goldberg-Variationen (die bei ihr 71 Minuten dauerten) folgende Zugaben: Den 1. Satz aus der Partita Nr. 5 G-Dur BWV 829 von Bach und "Jesus bleibet meine Freude" aus der Kantate BWV 147 von Bach in der bekannten Myra Hess-Transkription.


    "Jesus bleibet meine Freude" von Bach/Hess war auch die erklärte Lieblings-Zugabe von Alexis Weissenberg. Als er die Goldberg-Variationen abendfüllend - mit sämtlichen Wiederholungen - in der Hamburger Musikhalle aufführte, gab er ebenfalls diese eine Zugabe. Mehr allerdings nicht.


    Durchaus legitime Entscheidungen, finde ich. Aber "Für Elise" nach den Goldberg-Variationen - das ist fast schon Realsatire.