Beiträge von music lover

    Dave Douglas

    Als ich diese Dave Douglas-CD

    heute bei unserem Abendessen laufen hatte, hörte ich von meiner sonst nicht sonderlich jazzbegeisterten Freundin: "Wie toll ist das denn? Was ist das denn für eine geniale Musik!!!" Sie hat völlig Recht: diese Dave Douglas-CD ist phänomenal gut. Anlass genug für mich, in dieser Richtung weiterzumachen :D
     

    Furtwänglers zeitgeistige Lesart, die trotz aller sattsam bekannten "Schwächen", wenn man denn die Striche und Edelmann als solche ansehen mag, durchaus etwas für sich hat.


    Otto Edelmann sang in Karajans 1950er Aufnahme der Matthäus-Passion sogar noch schlechter. Nützt alles nichts: er wurde nun mal besetzt und man sollte sich diese Jahrhundertaufnahme Furtwänglers durch seinen Gesang nicht verleiden lassen. Zu den Strichen: diese beruhten nicht allein auf Furtwänglers Entscheidungen - einige Teile der MP, die auf der EMI-Doppel-CD fehlen, wurden damals von Furtwängler durchaus aufgeführt, nur entschied man sich aufgrund tontechnischer Mängel gegen eine Veröffentlichung der vorhandenen Tonbänder.


    hallo
    das cover bin ich der ansicht passt überhaupt nicht. nichts gegen alte menschen aber als bach cover :?: :?:


    Doch, das passt. Die "Bach Cantatas Pilgrimage"-Serie zeigt als Cover der jeweiligen Doppel-CDs eindrucksvolle Gesichter beiderlei Geschlechts, jeglichen Alters und jeglicher Ethnie, die an unterschiedlichsten Orten irgendwo auf der Welt fotografiert worden sind. Schöne weitere Beispiele für diesen Ansatz, der die Gültigkeit Bach'scher Kantaten über ihren eigentlichen Zweck als Gebrauchsmusik für den protestantischen Gottesdienst hinaus aufnimmt, sind dieses 1994 in Herat (Afghanistan) aufgenommene Foto (links) und dieses 1995 in Mandalay (Burma) entstandene Foto (rechts)
     
    Am allerbesten gefällt mir dieses Cover

    Einfach klasse. Und dass nicht nur Fotos junger, sondern auch sehr alter Menschen Eingang in die Reihe fanden, empfinde ich als folgerichtig. Zumal auch diese Fotos wunderschön sind. Wie zum Beispiel dieses hier:

    Auch von mir alles Gute für das bald kommende neue Lebensjahr, liebe Talestri! Feiere schön in Deinen Geburtstag hinein! Ich denke nachher um 0.00 Uhr an Dich. Versprochen :wink:

    Inspiriert von einem gerade besuchten Thread:

    (hab ich noch mit "Great Recordings"-Cover!)


    Das Radio-Symphonie-Orchester Berlin leuchtet unter George Szell in den herrlichsten Farben und kann Straussens Orchestrierungskünste voll ausspielen; leider konterkariert vom giftigen Tonfall der Schwarzkopf, die so angewidert singt, als ob es ihr auf die Nerven ginge, dass sie die Aufnahme machen muss. Die unverständliche Aussprache ist man von ihr ja gewöhnt ("van deinen Uft" statt "von deinem Duft"), dass sie aber bei den Melismen mehrfach die Vokalfärbung ändert ("von deinen Bo-a-ä-oi-män...") ist eine Unsitte, die ich ihr mit dem nassen Fetzen ausgetrieben hätte, wäre ich Legge gewesen.


    :klatsch: :klatsch: :klatsch: zu Deinem letzten Satz, lieber Areios!


    Auch ich höre, inspiriert durch den "Vier letzte Lieder"-Thread, gerade dieses magische Strauss-Werk, wenngleich in der Flagstad/Furtwängler-Version
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    Hallo Poztupimi und El Duderino,
    zunächst einmal: die Testament-Version habe ich nicht in meiner Sammlung, wohl aber diese hier:
    [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/21KKWE0NX2L._SL500_AA300_.jpg]
    Auf dieser CD-Veröffentlichung ist die Reihenfolge der vier Lieder: "Frühling"/"September"/"Beim Schlafengehen"/"Im Abendrot".


    Dass es sich - bei welcher Flagstad/Furtwängler-Veröffentlichung auch immer - um einen Probenmitschnitt handelt, ist in der Furtwängler-Literatur gesichert. Herbert Haffner ("Furtwängler", Parthas Verlag 2006, S. 453) etwa listet die Aufnahme in seiner Diskografie ausdrücklich unter den Probenmitschnitten auf. Die Online-Seite
    "http://fischer.hosting.paran.com/music/Furtwangler/furtwangler-discography-3.htm#Strauss-r"
    von deren Qualitäten ich mich als geradezu fanatischer Furtwängler-Sammler immer wieder überzeugen konnte, vermerkt zu diesem Strauss-Werk exakt das, was als gesichert zu sein scheint, nämlich dass der BBC-Mitschnitt der Uraufführung verloren gegangen ist und dass nur dieser Acetatplatten-Mitschnitt der Abschlussprobe überlebt hat. Wenn irgendwelche CD-Editionen etwas anderes behaupten, glaube ich das nicht, solange nicht seriöse Furtwängler-Forscher bestätigen, dass endlich der verschollenene BBC-Mitschnitt irgendwo wieder aufgetaucht ist.

    1950 – da könnte man im englischsprachigen Raum vielleicht noch jemand auftreiben, der damals dabei war und sich erinnert ...

    Damit hast Du absolut Recht. Ich erstarre auch immer wieder in Ehrfurcht bei dem Gedanken, gelegentlich mal Menschen treffen zu können, die meinen Lieblingsdirigenten Furtwängler noch live erleben durften. Ich (Jahrgang 1960) durfte das leider nicht. Also daher mal die Frage in die Runde: kann jemand von der älteren Generation etwas zu dieser Thematik sagen?

    Und weiter geht es mit Shura Cherkassky

    Nachdem ich gestern abend 40er Jahre-Aufnahmen dieses Ausnahmepianisten hörte (siehe mein Posting #2360), sind heute seine ganz frühen Aufnahmen der Jahre 1923 bis 1935 dran. Besonders bemerkenswert ist die Sonate für Violoncello und Klavier g-moll op. 19 von Rachmaninow mit Marcel Hubert (rec. 1934/35) sowie die Eigenkomposition von Shura Cherkassky "Prélude pathétique" (rec. 1928)

    Shura Cherkassky

    Als Klavierliebhaber durch und durch bin ich mit meinen Lieblingspianisten nicht sonderlich originell: Swjatoslaw Richter zuallererst :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: und dann kommen Emil Gilels, Vladimir Horowitz, Arturo Benedetti Michelangeli, William Kapell, Clara Haskil, Rudolf Serkin, Wilhelm Kempff, Artur Rubinstein, Dinu Lipatti, Walter Gieseking, Solomon, Benno Moiseiwitsch... Nichts, was bei anderen Klavierliebhabern großartiges Erstaunen hervorruft. Nur einer unter meinen absoluten Lieblingspianisten löst stets eine Nachfrage aus: Shura Cherkassky. Warum nur? Dieser Mann war so dermaßen brilliant, so unvorstellbar gut, dass ich es nicht begreife, dass nicht jeder ihn unter die Top 5 einreiht. Das fragte sich auch das New Yorker Publikum, als er an seinem 80. Geburtstag ein umjubeltes Konzert in der Carnegie Hall gab (welches auch auf CD vorliegt): warum haben wir bloß noch nie zuvor etwas von diesem Klavierphänomen gehört?


    Heute abend höre ich ganz frühe Aufnahmen Cherkasskys


    Kirsten Flagstad / Philharmonia Orchestra / Wilhelm Furtwängler
    Flagstad sang "Frühling" in dem hier veröffentlichten Mitschnitt der Uraufführung im Jahr 1950 an dritter Stelle, weicht also sowohl von der komponierten (Nr. 2) als auch von der später veröffentlichten Reihenfolge (Nr. 1) ab.
    [font='Arial']Aufnahmetechnisch ist das Ganze leider nicht so prall, das Beiheft gibt keine Auskunft darüber, aus welchem Archiv Originale ("Transferred from acetates ...") stammen, denen wir diesen Mitschnitt verdanken.


    Es handelt sich bei diesem Mitschnitt aus der Royal Albert Hall vom 22. Mai 1950 nicht um den Mitschnitt der Uraufführung vom 22. Mai 1950. Vielmehr hat ein damals Anwesender die Abschlussprobe vor der Uraufführung auf Acetatplatten für den privaten Gebrauch aufgezeichnet. Von diesen Acetatplatten stammen sämtliche bisher erhältlichen LP- und CD-Versionen. Das abendliche Konzert, bei welchem die Uraufführung stattfand, wurde allerdings von der BBC im Rundfunk übertragen. Es soll auch einen Tonbandmitschnitt dieser Sendung im Archiv der BBC gegeben haben, der jedoch verloren gegangen und bisher nicht wieder aufgetaucht ist.


    Im Hinblick auf die von Dir angesprochene Reihenfolge der Lieder sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich um einen Probenmitschnitt handelt. Furtwängler mag bei der Probe durchaus erst dieses und dann jenes Lied dirigiert haben. Dass er dann bei der Uraufführung ebenfalls die Reihenfolge der Lieder verändert hat, darf man daraus nicht schließen.

    Benny Golson & his Orchestra: Walkin'

    Gibt es eine Zusammenarbeit von Bill Evans mit so illustren Leuten wie Wayne Shorter, Eric Dolphy, Curtis Fuller und Freddie Hubbard? Jawohl, es gibt sie: im Orchester von Benny Golson. Ich höre gerade eine CD dieser Formation mit dem Titel "Walkin'", in deren Booklet diese feine New Yorker Session auf November 1957 datiert ist (das wäre dann ja noch vor Bill Evans' Einstieg bei Miles Davis)

    In einer meiner Bill Evans-Biografien wird hingegen das Aufnahmedatum dieser Session mit April 1962 angegeben, wobei sich der Autor auf die LP-Veröffentlichung mit dem Titel "Just Jazz!" bezieht

    Mir soll's egal sein. Ich genieße jedenfalls die erstklassige von Bill angeführte Rhythmusgruppe (mit Ron Carter am Bass und Charlie Persip an den Drums auf allen Titeln mit Ausnahme von "Walkin'": dort heißt das Paar Paul Chambers und Jimmy Cobb - was vielleicht eher für eine zeitliche Nähe zumindest dieses Titels zu "Kind of Blue", also 1958 spricht) mit herausragenden Bläsersolisten. Ein echtes Highlight ist Parkers "Ornithology" mit Soli von Eric Dolphy und Bill Evans.

    Ich sammle vor allem bestimmte Interpreten! :yes:


    Du sprichst mir aus der Seele. Ich versuche zwar, bei Wilhelm Furtwängler, Jewgenij Mrawinsky, Swjatoslaw Richter, Emil Gilels, William Kapell, Vladimir Horowitz und Shura Cherkassky weitgehende Vollständigkeit im CD-Regal zu haben und bei Leonard Bernstein, Miles Davis, John Coltrane und Bill Evans zumindest das Wichtigste zu besitzen (das sind bei diesen Musikern pro Nase ja auch schon so zwischen 80 und 150 CDs, wobei selbst letzteres bei Bernstein sehr vorsichtig gerechnet ist). Aber von einem Werk wie z.B. von der oben erwähnten Sinfonie Nr. 9 "Aus der Neuen Welt" von Dvorák über 200 Aufnahmen anzuhäufen? Das erschiene mir persönlich nicht erstrebenswert. Ich besitze 10 Aufnahmen von dieser Sinfonie, und auch das ist mir an sich zuviel. Manchmal muss man aber leider eine weitere Einspielung eines solch vielgespielten und in der eigenen Sammlung bereits ausreichend repräsentierten Werks "mitkaufen", wenn man sich eine CD oder eine Box wegen eines anderen Werks kauft. Wie zum Beispiel im Falle dieser CD hier:

    Und wie lange hielt das? :D

    Wenn ich mich jetzt richtig an die damalige Zeit erinnere, gerade mal drei Monate :mlol:


    führt jedoch gelegentlich zu Konflikten mit meiner jetzigen Lady (mit erstklassigem Musikgeschmack!), die eine neue, besonders gute CD am liebsten erst mal mindestens 10 x hintereinanderhört - ein guter Grund für 2 Wohnungen.

    Oder wenigstens für eine ausreichend große Wohnung mit mehreren CD-Playern plus mehreren Kopfhörern :D

    Meine Vermeidungsstrategie ist ganz einfach und sie funktioniert seit vielen Jahren: verweigere Dich konsequent dem Radiohören. Im Radio werden nun mal bestimmte Popsongs so lange gedudelt, bis man sie irgendwann nicht mehr hören mag. Als es noch Jazzsender gab, war es dort ähnlich: spätestens ab dem 50. Mal "A Tisket, A Tasket" von Ella will man von ihr etwas anderes hören. Hört man aber nicht. Denn man hört, wenn Ella mal wieder dran ist, zum 51. Mal "A Tisket, A Tasket".


    Die Radiosender, die sich der Klassik annehmen, spielen ebenfalls überproportional viel "Die vier Jahreszeiten", "Die Moldau", "Eine kleine Nachtmusik", "Nessun dorma", das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowsky, die Sinfonie Nr. 5 von Beethoven, die "Jupiter"-Sinfonie von Mozart oder ähnliche "Hits" der Klassik. Es tritt beim Hörer der Effekt ein, dass man sich von diesen an sich großartigen Werken irgendwann geradezu verfolgt fühlt. Man will sie nicht mehr hören (müssen). Das ist ähnlich wie mit Straßenmusik. Wer in einer Fußgängerzone wohnt oder arbeitet, in welcher von Frühling bis Herbst tagtäglich dieselben Straßenmusiker immer dieselben Stücke spielen (sie können meistens nur ein oder zwei), der kann irgendwann einfach "Besame mucho", "El condor pasa" oder "Sous le ciel de Paris" nicht mehr ertragen. Deswegen gilt für mich die Devise: Fenster schließen, wenn die Straßenmusiker anrücken, und vor allem das Radio ausgeschaltet lassen bzw. am besten gleich wegschmeißen. Wenn man nämlich nur noch selbst auswählt, was man hört, kann es nicht dazu kommen, dass man etwas hört, was man an sich nicht (mehr) hören mag. Natürlich setzt das eine gewisse Auswahl von Tonträgern voraus (ich hatte übrigens in Jugendjahren mal eine Freundin, die besaß tatsächlich nur eine einzige LP: "Born in the USA" von Bruce Springsteen. Wenn ich bei ihr war, hatte ich in musikalischer Hinsicht die Wahl zwischen Pest und Cholera: entweder Radio hören oder zum 284. Mal "Born in the USA" ertragen müssen), aber da ich LP- und CD-mäßig ganz gut sortiert bin, habe ich keine Probleme, mir jederzeit selbst ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Hörprogramm zusammenstellen zu können. Werke, die ich mir "übergehört" habe, gibt es seitdem eigentlich nicht mehr für mich. Und sollte ich doch mal eine Tendenz in mir erkennen, dass es zuviel wird mit einem bestimmten Werk, lege ich es eben für fünf Jahre beiseite.

    Interessant dabei der Anteil von sog. atonaler Moderne. Bis Mitte der Sechziger schien Lenny in dieser Hinsicht sehr offen gewesen sein.


    Ich habe sogar Ligeti-Aufnahmen von ihm in meiner Sammlung

    Lennie war alles andere als der Moderne gegenüber nicht aufgeschlossen.


    teleton
    Die Box kostet, wenn Du sie direkt von den New Yorker Philharmonikern beziehst, 195 US-Dollar zzgl. 20 US-Dollar Versand (und 16,42 Euro Einfuhrzoll musste ich auch noch in Deutschland zahlen). Im Moment gibt es das Sonderangebot, dass Du einen Bernstein-Bildband gratis dazu bekommst:
    "http://nyphil.org/buy/estore/"
    Scrolle auf dieser Seite einfach runter bis "Special Offer! Free Leonard Bernstein Book with Purchase of CD Set" und dann auf "Add to cart" klicken.


    Man muss zum Preis vielleicht noch sagen, dass die Box überaus hochwertig gemacht ist. Es gibt zwei buchförmige Booklets mit je 246 Seiten (!). In diesen Booklets werden u.a. zahlreiche Fotos erstmals veröffentlicht (so steht es auf der kleinen Banderole, die um die Box herum war).


    Ich dachte, die Box aus dem Jahr 2000 sei durch die nirgends sonst zu bekommende Sechste von Bruckner in Sammlerkreisen bekannt (weil die Neunte von Bruckner mit Lennie und den Wiener Philharmonikern so dermaßen sagenhaft ist, lechzt man als Bruckner-Fan natürlich nach der einzigen Bruckner-Sinfonie, die Bernstein sonst noch dirigiert hat, und das ist die Sechste). Ich liebäugelte jedenfalls schon länger mit der Anschaffung. Im Amazon Marketplace werden übrigens Mondpreise für gebrauchte Exemplare verlangt. Ich vermute, die Box war zwischenzeitlich mal out of print.


    matthias
    Das wusste ich, dass einen Jazz-Fan wie Dich der Russo mit Maynard Ferguson reizen wird :thumbup: Eine andere Bernstein-Empfehlung hätte ich noch für Dich:

    Hammer! :juhu:

    Ich habe David Fray am 26. Mai dieses Jahres mit dem Sinfonieorchester des NDR unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen live in Hamburg gesehen: es gab das Klavierkonzert Nr. 20 d-moll KV 466 von Mozart. Mein Fazit: hier wird von der PR-Maschinerie viel Lärm um nichts gemacht. Fray spielte unaufregend, um nicht zu sagen langweilig (und das mit einem solchen Topdirigenten!). Von Exzentrik jedenfalls in musikalischer Hinsicht keine Spur. Als Marotte fiel allerdings auf, dass er gelegentlich sein linkes Bein unter dem Flügel ausstreckte und damit irgendwelche Bewegungen in der Luft machte. Das war für mich neu bei einem Pianisten. Sonst war aber gar nichts neu: dieser Mozart war so betulich, dass der in den Medien häufig angestellte Vergleich mit Glenn Gould neben der Sache liegt. Sagt Fray übrigens auch selbst: er sieht sich eher in der Wilhelm Kempff-Tradition.

    Die berühmte 10 CD-Box der New Yorker Philharmoniker (im Eigenverlag herausgegeben; zu beziehen unter http://nyphil.org) mit 13 Stunden unveröffentlichten Live-Aufnahmen Bernsteins ist heute bei mir eingetroffen, zusammen mit einer von mir gleichzeitig bestellten Einzel-CD, auf welcher Lennies Debütkonzert bei den New Yorker Philharmonikern vom 14. November 1943 drauf ist (er sprang damals äußerst kurzfristig für Bruno Walter ein, ohne eine einzige Probe stand er in einem landesweit im Rundfunk übertragenen Sonntagskonzert vor dem Orchester).


    Die 10 CD-Box verspricht ein Fest zu werden. Hier der Inhalt:


    DISC 1
    Strawinsky
    Song of the Nightingale
    1956

    Elgar
    Cockaigne Overture
    1963

    Rachmaninow
    Piano Concerto No. 3 (Lazar Berman)
    1977


    DISC 2
    Thomson
    The Seine at Night
    1961

    Mozart
    Piano Concerto No. 23 (Byron Janis)
    1960

    Webern
    Six Pieces for Orchestra
    1958

    Hindemith
    Symphony "Mathis der Maler"
    1956


    DISC 3
    Britten
    Spring Symphony (Jennifer Vyvyan, Regina Sarfaty, Richard Lewis)
    1963

    Schumann
    Cello Concerto (Jacqueline du Pré)
    1967

    Sibelius
    Songs (Phyllis Curtin)
    1965


    DISC 4
    Mozart
    The Magic Flute Overture
    1966

    Beethoven
    Piano Concerto No. 3 (Wilhelm Kempff)
    1966

    Foss
    Quintets for Orchestra
    1981

    Copland
    Dance Symphony
    1981


    DISC 5
    Prokofiew
    Piano Concerto No. 2 (Vladimir Ashkenazy)
    1958

    Markevitch
    Icare
    United States Premiere
    1958

    Varèse
    Arcana
    1958


    DISC 6
    Barber
    Second Essay
    1959

    Russo
    Symphony No. 2 (Maynard Ferguson)
    World Premiere
    1959

    Ruggles
    Men and Mountains
    1958

    Ives
    Symphony No. 2
    World Premiere
    1951


    DISC 7
    Shchedrin
    Mischievous Folk Ditties
    1967

    Strawinsky
    Capriccio (Seymour Lipkin)
    1962

    Henze
    Symphony No. 5
    World Premiere (Commissioned by the New York Philharmonic for the opening celebration of Lincoln Center)
    1963

    Beethoven
    Triple Concerto (Leonard Bernstein, John Corigliano, Laszlo Varga)
    1959


    DISC 8
    Bach
    Brandenburg Concerto No. 5 (Leonard Bernstein, Isaac Stern, John Wummer)
    1959

    Bruckner
    Symphony No. 6
    1976


    DISC 9
    Copland
    An Outdoor Overture
    1960

    Xenakis
    Pithoprakta
    United States Premiere
    1964

    Brant
    Antiphony One
    1960

    Boulez
    Improvisations sur Mallermé (Marni Nixon)
    United States Premiere
    1960

    Cage
    Atlas Eclipticalis
    1964


    DISC 10
    Wagner
    Götterdämmerung (Eileen Farrell, Jess Thomas) - Excerpts -
    1970



    Die Uraufführungen von Henzes Sinfonie Nr. 5, von Ives' Sinfonie Nr. 2 und von Russos Sinfonie Nr. 2 (mit Maynard Ferguson!) versprechen echte Highlights zu werden, desgleichen eine Bernstein-Rarität: Bruckners Sinfonie Nr. 6 (nirgends sonst in einer Bernstein-Interpretation zu bekommen!). Das Beethoven-Klavierkonzert Nr. 3 mit Wilhelm Kempff, das Prokofiew-Klavierkonzert Nr. 2 mit dem jungen Vladimir Ashkenazy (Aufnahme 1958), Beethovens Tripelkonzert mit Lennie am Klavier, das Rachmaninow-Klavierkonzert Nr. 3 mit Lazar Berman... Ich glaube, ich werde in den nächsten Wochen Hörfeste erleben :D

    Von dem Officium Hebdomadae Sanctae empfehle ich diese Aufnahme:

    Leider nirgends mehr lieferbar, aber wer irgendwo darauf stößt, sollte unbedingt zuschlagen: wunderschön!


    Bei amazon.com gibt es Hörschnipsel von dieser Box. Wirklich wunderschön - eine tolle Empfehlung von Dir, lieber Tamás!

    Ich habe gestern die King's Singers mit de Victorias Motette "Popule meus" aus der Sammlung "Officium Hebdomadae Sanctae" (1585)
     
    gehört. Seit Sir Simon Rattles Aufführung von Purcells "Funeral Musick for Queen Mary" (mit dem Rundfunkchor Berlin und den Berliner Philharmonikern; vor Mahlers Fünfter) hat mich in diesem Jahr noch kein Live-Erlebnis so angerührt. Also muss ich unbedingt bei de Victoria einsteigen.


    Diese CD hier klingt nach den Hörschnipseln auch ziemlich interessant: