Beiträge von Mittelfranke

    Am Donnerstag, 20. Juni geht es in die Deutsche Oper Berlin:

    Puccini: Madama Butterfly

    Orchester der Deutschen Oper Berlin

    Musikalische Leitung: Yi-Chen Lin

    Cio-Cio-San: Asmik Grigorian

    Suzuki: Irene Roberts

    Kate Pinkerton: Meechot Marrero

    Benjamin Franklin Pinkerton: Joshua Guerrero

    Sharpless: Dong-Hwan Lee

    Goro: Gideon Poppe

    Yamadori: Jörg Schörner

    Onkel Bonze: Byung Gil Kim

    Der kaiserliche Kommissar: Christian Simmons

    Der Standesbeamte: Youngkwang Oh

    Cio-Cio-Sans Mutter: Seungeun Oh

    Cugina: Sin-Ae Choi

    Zia: Asahi Wada

    :wink:

    Jetzt geht’s wieder los:

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    :clap:

    Killers of the Flower Moon

    Im Kino wollte ich mir diesen Film nicht ansehen wegen der extraordinären Länge von fast dreieinhalb Stunden (*). Deswegen habe ich auf die DVD-Veröffentlichung gewartet. Allerdings ist die DVD aus unerfindlichen Gründen bis heute nicht in Deutschland erschienen, so dass ich mir die italienische BluRay bestellt habe.

    Der Film ist nicht schlecht, aber eindeutig viel zu lang. Meine Begeisterung hält sich daher in Grenzen. Die Produzenten wollten anscheinend den gesamten umfangreichen Stoff in einen Film hineinpacken. Vielleicht wäre ein Serienformat besser gewesen.

    Auf der BluRay sind nur die italienische Synchronfassung und die Originalfassung enthalten. Die Untertitel leider nur auf italienisch, was dazu geführt hat, dass meine Konzentration besonders im letzten Drittel stark nachgelassen hat. Wahrscheinlich werde ich mir den Film demnächst nochmals häppchenweise anschauen ...

    :wink:

    (*) Ja, ich weiß ... in der Oper sitzt man mitunter noch länger, aber da gibt es wenigstens Pausen ...

    Giulia Semenzato mit Arien aus Werken von Händel, Porpora u.a.

    Die italienische Sopranistin war mir bisher nicht geläufig. Dem war Abhilfe zu schaffen. Ein schönes und abwechslungsreiches Programm, aus meiner Sicht tadellos dargeboten und präsent und räumlich aufgenommen. Gefällt mir.
    :wink:

    einen dermaßenen Run auf Karten wie hier habe ich lange nicht mehr gesehen bei der Bayrischen Staatsoper.

    Ja, das ist hier in Berlin bei ihren Konzerthaus-Terminen auch so. Selbst das bisher einzige Programm (an zwei Terminen), bei dem ich war – Weill 2. Symphonie + 7 Todsünden, also nur für einen begrenzten Kreis attraktiv – war frühzeitig ausverkauft.

    Auch beim Konzert am vergangenen Samstag mit Mallwitz und Leonskaja war der große Saal des Konzerthauses ausverkauft. Vor dem Eingang standen noch zahlreiche Leute, die Karten gesucht haben. Zum Glück konnten wir noch rechtzeitig gute Plätze bekommen.
    Ich spiele bereits mit dem Gedanken, für die kommende Saison das Mallwitz-Abo zu buchen …

    :verbeugung1:

    Berlinale Panorama:

    Verbrannte Erde

    Deutschland 2024, Regie: Thomas Arslan

    Mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi u.a.

    Eine Einbrecherbande soll ein CDF-Gemälde aus einem Museum stehlen. Der Einbruch läuft reibungslos ab, aber der Auftraggeber will nicht zahlen …

    Mittelfranke vs. Kritikermeinung: Langweilige Heist-Geschichte in düsteren und dunklen Bildern. Hölzerne Dialoge. Hat man alles schon einmal besser gesehen. Für mich kein erhellend neuer Beitrag zum Genre.

    Meine Meinung: 😴😴😴

    Vorgestern und gestern zwei Beiträge aus Italien im Wettbewerbsprogramm der Berlinale gesehen:

    Another End

    Italien 2024, Regie: Piero Messina

    Mit Gael García Bernal, Renate Reinsve, Bérénice Bejo u. a.

    Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft. Sal trauert um seine Verlobte Zoe, die bei einem von Sal verschuldeten Autounfall tödlich verunglückt ist. Ein Technologiekonzern bietet hier Hilfe bei der Trauerarbeit. Für einen beschränkten Zeitraum werden die Erinnerungen und das Bewusstsein von Verstorbenen in die Körper anderer Menschen, die sich hierfür bezahlen lassen, eingepflanzt. Auf diesem Weg kommt Sal wieder für ein paar Tage mit Zoe zusammen, die sich nun im Körper der Prostituierten Ava befindet. Obwohl Sal weiß, dass die gemeinsame Zeit mit Zoe/Ava begrenzt ist, will er nicht loslassen …

    Ein solide gespieltes und inszeniertes Science-Fiction-Thriller-Drama, welches recht unterhaltsam ist, soweit man bereit ist, über manche abgrundtiefen Löcher in der Logik und der Plausibilität großzügig hinwegzusehen. Und die Schlusspointe kennen wir alle bereits aus dem Film The Sixth Sense. Kann man angucken.

    Meine Meinung: :herrje1::herrje1::herrje1:


    Gloria!

    Italien/Schweiz 2024, Regie: Margherita Vicario

    Mit Galatea Bellugi, Carlotta Gamba, Veronica Lucchesi u. a.

    Venedig um 1800 in einem jener kirchlichen Waisenhäuser, in denen junge Frauen zu professionellen Musikerinnen ausgebildet wurden. Der Leiter des Hauses Pater Perlina „beglückt“ seine Schülerinnen (und die Gemeinde) mit eigenen mittelmäßigen Kompositionen im bereits damals veralteten barocken Stil. Als sich ein Besuch des Papstes ankündigt, soll Perlina mit seinen Mädchen ein Kirchenkonzert zu Ehren des Pontifex veranstalten. Da übernehmen die jungen Frauen das Kommando und spielen eine für die damalige Zeit im wahrsten Sinne des Wortes unerhörte Musik, die einige der Anwesenden in Ohnmacht fallen lässt …

    Die Anfangssequenz ist genial und wäre eines Kurzfilmpreises würdig. Gezeigt wird die Arbeitsroutine im Waisenhaus: In einem Raum probt der Chor, in einem anderen üben die Instrumentalistinnen, dazwischen Geräusche aus der Küche, aus der Wäscherei, schlagende Türen, Tiergeräusche. Dies alles wird zu einem Musikstück verwoben, in dessen Rhythmus die Sequenz geschnitten ist. Das macht zunächst Lust und Laune.

    Leider verzettelt sich dann der Film unnötig in Nebenhandlungen und lässt auch kaum ein Klischee aus, das nicht bereits aus anderen Underdog-Geschichten bekannt ist.

    Laut Abspann ist der Film allen komponierenden Frauen gewidmet, denen es zu ihrer Zeit nicht möglich gewesen ist, mit ihrer Musik an die Öffentlichkeit zu treten, und deren Werke heute verschollen oder vergessen sind.

    Aber muss es ausgerechnet Jazz-Musik sein, die im finalen Konzert des Films zu Gehör gebracht wird?

    Meine Meinung: :callas1::callas1::/

    Gestern zwei Filme gesehen:

    Berlinale - Encounters

    Une Famille - A Family

    Frankreich 2024, Regie: Christine Angot

    Als Dokumentarfilm angekündigt war der Film der in Frankreich als Skandalnudel (so Wikipedia) bekannten Schriftstellerin Christine Angot. Im Alter von 13 Jahren wurde sie von ihrem eigenen Vater offenbar mehrfach vergewaltigt. In diesem Film beschäftigt sie sich mit der Aufarbeitung dieser Erlebnisse mittels „Interviews“ mit Familienangehörigen, Freunden, ehemaligen Nachbarn.

    Es ist wirklich schlimm, Opfer einer derart schrecklichen und verabscheuungswürdigen Straftat zu sein. Doch wie Angot ihre „Interviewpartner“ behandelt, geht gar nicht. Sie spielt sich eher als Anklägerin auf, überzieht die Betroffenen in aggressiver Weise mit Worttiraden und lässt sie nicht ausreden, wenn diese versuchen, eine vermittelnde oder kritische Haltung ihr gegenüber einzunehmen. Am Ende bleiben Sprachlosigkeit und Tränen. Angot fühlt sich stets als Siegerin, selbst wenn gerichtliche Schritte gegen die Veröffentlichung der „Interviews“ eingeleitet werden (Wie es der Film trotzdem geschafft hat, durch die Vorauswahl der Berlinale zu kommen und öffentlich gezeigt zu werden, bleibt mir ein Rätsel).

    Damit ist niemanden geholfen. Mir als Zuschauer brachte dieses Werk keine neuen Erkenntnisse, außer Fremdschämen. Aus meiner Sicht ein Ärgernis!

    Meine Meinung: :boese1::schimpf1::boese1:


    Anschließend ging es im gleichen Kino weiter mit

    Berlinale - Panorama

    Les Gens d’á Côté - My New Friends

    Frankreich 2024, Regie: André Téchiné

    Mit Isabelle Huppert, Nahuel Pérez Biscayart, Hafsia Herzi u.a.

    Lucie (dargestellt von Isabelle Huppert) ist eine Polizistin mit Leib und Seele, die ihren Beruf liebt. Seit dem Tod ihres Partners und Kollegen lebt sie zurückgezogen in ihrem Haus, bis eine junge Familie in der Nachbarschaft einzieht. Lucie freundet sich mit der sympathischen Familie an, findet jedoch heraus, dass der Vater der gewalttätigen Hooligan-Szene angehört und ein Anti-Polizei-Aktivist ist. Er ist einschlägig auf Bewährung vorbestraft und steht unter Hausarrest. Aufgrund der engen Freundschaft zu der Familie steht Lucie gerät selbst in den Mittelpunkt interner Ermittlungen …

    Ich rechne es dem Film sehr hoch an, dass er nicht einseitig für einen bestimmten Standpunkt wirbt. Selbst wenn sich äußerst extreme Haltungen und politische Auffassungen gegenüberstehen, sollte immer noch ein Dialog möglich sein, wenn nur die Bereitschaft hierfür vorhanden ist (also genau das Gegenteil zum vorher gesehenen Film). Aufgrund des offenen Endes gibt es auch keine Sieger. Die Darsteller, allen voran Isabelle Huppert, spielen großartig und überzeugend. Nicht so gefallen hat mir die an manchen Stellen übertrieben wacklige Handkamera, aber das ist eine Sache des persönlichen Geschmacks. Sehr zu empfehlen!

    Meine Meinung: :verbeugung1::verbeugung1::verbeugung1:

    Gestern im Berlinale - Panorama:

    Les Paradis de Diane - Paradises of Diane

    Schweiz 2024, Regie: Carmen Jaquier, Jan Gassmann

    Mit Dorothée de Koon, Aurore Clément u. a.

    Unmittelbar nach der Geburt ihres Babys flieht Diane aus dem Krankenhaus in Zürich und setzt sich in den nächsten Fernbus. Sie findet sich wieder im spanischen Benidorm, wo sie zunächst wie eine Obdachlose durch die Stadt streift. Diane begegnet mehreren Menschen, die sich ihr gegenüber als mehr oder weniger hilfreich erweisen. Aufgrund einer dummen Begebenheit wird Diane von der spanischen Polizei festgenommen und ihre Identität wird festgestellt. Daraufhin trifft ihr Ehemann ein und möchte sie zurück in die Schweiz bringen. Diane muss nun entscheiden, wie es in ihrem Leben weitergehen soll …

    Diane leidet an einer postnatalen Wochenbettdepression. Dabei ist es dem Film haushoch zugute zu halten, dass er auf irgendwelche medizinische oder psychologische Erklärungsversuchen verzichtet. Es geht vielmehr um die Darstellung der extremen Situation, in der sich die junge Frau befindet, was um sie herum passiert und wie sie dies aufnimmt. Das geschieht nicht mit ellenlangen Dialogen oder viel Gequassel, sondern allein durch die hervorragende Hauptdarstellerin und die ausdrucksstarke Bildsprache (Großes Lob für die Kameraführung). Ich mag diese Art des „Visual Storytelling“. Sehr gut!

    Meine Meinung: :clap::clap::clap:

    P.S: Der Ferienort Benidorm wird als graue Betonwüste im Dauerregen gezeigt und erscheint weniger als Urlaubsparadies, sondern eher wie die Stadt in Blade Runner. Ich war noch nie in Benidorm, doch nach diesen Film habe ich erst recht kein Verlangen, dort meinen Urlaub zu verbringen.

    Mein Problem ist, dass ich kein Fan von Christopher-Nolan-Filmen bin. Ich mag diesen extrem verschachtelten Erzählstil nicht. Gestern ging es für mich weiter im Panorama-Programm mit

    Pendant ce temps sur Terre - Meanwhile on Earth

    Frankreich 2024, Regie: Jérémy Clapin

    Mit Megan Northam, Catherine Salée u. a.

    Die erfolglose Comic-Zeichnerin Elsa arbeitet in einem Krankenhaus und betreut dort an Demenz erkrankte Patienten. Elsa trauert tief um ihren Bruder, der als Astronaut während einer Weltraummission auf unerklärliche Weise verschwunden ist und seitdem als verschollen gilt. Eines Tages treten Außerirdische auf telepathische Weise (oder so irgendwie) in Kontakt mit Elsa und versprechen ihr, den Bruder zurückzubringen. Im Gegenzug müsse Elsa vier Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld opfern. Dafür hat Elsa ja ihre Patienten ...

    Unausgegorene Mischung aus Sozialdrama, Horror, Science-Fiction und Cartoons. Ein galaktischer Riesenschmarrn!

    Meine Meinung: :neenee1::neenee1::neenee1:

    Small Things Like These

    Irland/Belgien 2024, Regie: Tim Mielants

    Mit Cilian Murphy, Emily Watson, Eileen Walsh, Michelle Fairley u.a.

    Einige ältere Herrschaften unter den hier Lesenden erinnern sich möglicherweise an den Skandal um die irischen Magdalenenheime, in denen bis in die 90er Jahre hinein „gefallene Mädchen“ wie in Gefängnissen untergebracht, zur Arbeit gezwungen, missbraucht und misshandelt worden sind. Das Thema wurde bereits im Film Die unbarmherzigen Schwestern (The Magdalene Sisters, Regie: Peter Mullan) aus dem Jahr 2002 behandelt. Im Film von 2002 wurden die Vorgänge in den Heimen explizit dargestellt und das Publikum musste zwei Stunden lang mit den Protagonistinnen leiden.

    Der neue Film Small Things Like These greift diesen Skandal wieder auf, jedoch aus einer anderen Sichtweise, diesmal von außen. Der Kohlenhändler Bill (hervorragend dargestellt von Cilian Murphy) beliefert eines dieser Heime regelmäßig und findet bei seiner Arbeit eines Tages die schwangere Sarah dort im Kohlenkeller eingesperrt. Aufgrund von Erlebnissen aus seiner eigenen schweren Kindheit beschließt er, etwas zu unternehmen …

    Wer nicht über den Skandal um die Magdalenenheime informiert ist, oder zumindest nicht Die unbarmherzigen Schwestern gesehen hat, wird mit Small Things Like These wohl wenig anfangen können. Denn die schlimmen Dinge, die den „Sünderinnen“ dort angetan wurden, treten im Film in den Hintergrund und werden lediglich angedeutet. Vielmehr geht es hier um Bills Gewissenskonflikt bei seiner Entscheidung, ob er angesichts des Unrechts einschreiten oder untätig bleiben soll. Streckenweise bleibt der Film eine Ein-Mann-Show für Cilian Murphy, während die übrigen Darstellerinnen oft nur als Stichwortgeber dienen (Ausnahme Emily Watson als Schwester Mary, die Oberin den Klosters).

    Höchstes Lob jedoch für Cilian Murphy, für Kamera, Regie und Bühnenbild. Trotzdem bleibt mir ein leicht zwiespältiger Gesamteindruck.

    Meine Meinung: :):):)

    PS: Ich werde mir doch noch irgendwann Oppenheimer ansehen müssen ...