Beiträge von Josquin Dufay

    Ich würde es mal so ausdrücken - das sind die Komponisten, die meiner Meinung nach wichtige Glanzpunkte in ihrer jeweiligen Zeit gesetzt haben:


    Leonin/Perotin (Notre-Dame-Schule) --> Machaut --> Dufay --> Ockeghem --> Desprez --> Palestrina/di Lasso --> Monteverdi --> Schütz --> Bach --> Beethoven --> Wagner --> Mahler --> Schönberg --> Stockhausen



    Das ist keine unbedingte Aussage über meine Lieblingskomponisten; die Liste sähe anders aus. Es fehlen viele wirklich tolle Komponisten, die Großartiges geleistet haben, aber diese halte ich für diejenigen, die ihre jeweiligen Folge-Generationen am Stärksten beeinflußt haben.



    jd :wink:

    Ich bin vor ein paar Tagen das erste Mal seit Januar wieder da gewesen. Alles im Keller des hinteren Haupthauses (Maybachstrasse) hineingequetscht - auf das "Minimum" reduziert. Nur dieses Minimum ist immer noch ergiebiger als das, was ich sonst so sehe. Die wichtigsten Bereiche wie Oper, Vokalmusik, Sinfonik und Kammermusik waren vorhanden, und selbst zu einigen Reihen Mittelalter/Renaissance hat's gereicht. Das Ganze sieht natürlich provisorisch aus, aber im Laufe des August soll das alte Haupthaus vorne endlich fertig sein (ich hatte nachgefragt). Mal sehen, ob der Termin so stehenbleibt... :tee:


    Wenn ich mir so ansehe, was für ein Luxus das ist - eine Klassik-Abteilung auf rund 500 m² (geschätzt), wie es zuvor war...das hat Seltenheitswert. Da gibt es nicht viele Läden dieser Größenordnung in ganz Deutschland.



    jd :wink:

    Sehr interessant finde ich auch die Musik der Übergangszeit zwischen Reneissance und Barock - allen voran Claudio Monteverdi (Marienvesper...) und Orlando di Lasso.


    Alles Komponisten, die wohl wichtige Ideengeber für den genialen musikhistorischen Meilenstein Johan Sebastian Bach darstellen.

    Ja, Ideengeber waren sie für Bach, aber genauso genial wie er in der Umsetzung; für die waren Ockeghem und Desprez die Ideengeber. - Eine kontinuierliche Kette von Inspirationen, Vereinnahmungen und Ausführungen... ;+)



    jd :tee:

    Wenn ich mich an meine Frühzeit zurückerinnere, als ich die ersten Klassik-CDs kaufte, so hatte ich immer den Eindruck, es gäbe außer Bach, Beethoven und Mozart nichts Weiteres. Natürlich Unsinn, aber das Überangebot dieser drei war gigantisch! Daran hat sich im Prinzip bis heute nicht viel verändert, wenn auch das Verhältnis zum Rest sich deutlich verschoben hat.


    Joseph Haydn schwamm in meiner Wahrnehmung immer irgendwie am Rande mit. Schon damals bekam man einiges von ihm, aber es war nie so "aufdringlich" angeboten worden. Und der arme Haydn schien auch generell diesem Ruf gerecht zu werden: außer "Die Schöpfung" und seiner Pariser/Londoner Symphonien schien es nichts Erwähnenswertes zu geben. Er galt als der Großvater der Klassik, und seine Erben waren Mozart und Beethoven.


    Wenn man seine Musik näher kennenlernt, begreift man erst, wie großartig Haydn war, aber es stimmt wohl: er hatte ein unspektakuläreres Leben als Mozart, und der "Geniekult" wie um Beethoven war noch nicht geboren worden. Er komponierte wie ein Handwerker, genau wie Bach, der ja jede Woche seine Kantate abzuliefern hatte.


    Das ist wohl das Vorurteil über ihn: er schrieb seine Werke runter, weil seine Vorgesetzten das so haben wollten. Da waren der eine oder andere Knaller dabei, aber sonst? Genau wie bei Telemann ein Schreiberling, sehr gut zwar, aber nicht so inspirierend wie Mozart...was für ein Quatsch! :cursing:


    Doch diese Sichtweise ist mir schon öfters aufgefallen: selbst an mir konnte ich das registrieren. Bis heute habe ich vier CD-Ausgaben: zweimal "Die Schöpfung", "Il Ritorni di Tobia" und die kompletten Symphonien. Selbst ich bin in diese Falle gelaufen, habe von Mozart und Beethoven Einiges angesammelt, aber von Haydn hatte ich bis vor einem Jahr nur einmal "Die Schöpfung".


    Eigentlich traurig, aber diese musikalischen Vorurteile treten immer wieder auf... ;(



    jd :cry:

    Irgendwo las ich, dass in Dufay-Ausgaben des 20. Jahrhunderts teilweise Vorzeichen hinzugefügt wurden, weil man davon ausgeht, dass deren Notwendigkeit sich aus der Stimmführung von selber ergibt - aber ist das wirklich belegt durch theoretische Schriften aus der Originalzeit, oder ist das eine Annahme, die sich letztlich aus heutigen Hörgewohnheiten ergibt? Könnte es also sein, dass diese Musik eigentlich dissonanter, schroffer klang, als sie heute aufgeführt wird? Und gibt es heute Aufnahmen, die sich nicht nur in Instrumentierung, Tempo und Stimmhöhe unterscheiden (was ich, beim genannten Beispiel "Nuper rosarum..." schon als sehr weitgehend empfand), sondern auch in der Melodieführung und in den Intervallen, je nachdem, ob Vorzeichen hinzugefügt wurden oder nicht?

    Die Schwierigkeit besteht darin, daß die Traktate theoretisch etwas erläutern, was auf eine mündliche Praxis basierte. Nichts war "wohltemperiert", die Tonhöhe A (oder welche auch immer) unterlag kleinen Unterschieden. Wenn damals verschiedene Sänger mit unterschiedlichem Hintergrund aus der selben Quelle musizierten, klang das sicherlich nicht exakt gleich, sondern nur annähernd gleich.



    Was die Melodieführung und die Intervalle betrifft, gibt es manchmal Unterschiede. Diese Einspielung hier:



    realisiert in der Machaut-Messe manche Intervalle des Kyrie I und des Kyrie II anders als zum Beispiel diese Einspielung:


    darin zu finden:


    Das könnte aber auch daran liegen, daß Lucien Kandel eine eigene Transkription angefertigt hat; insgesamt ist der Unterschied eher als punktuell zu bezeichnen, aber die Wirkung ist tatsächlich archaischer an diesen Stellen.



    Ich denke, daß solche Unterschiede in den Intervallen durchaus möglich waren. Es gibt eine Menge Musikwissenschaftler, die nehmen das an, Gérard Geay z.B., der sich mit der Kontrapunkttechnik und Harmonielehre des Mittelalters beschäftigt hat.


    Jedenfalls kann ich nicht sagen, daß ich bei gleichen Stücken unterschiedlichster Ensembles viele Einspielungen gehört hätte, die zueinander Intervallunterschiede in den Stimmen aufweisen. Sie haben größere Unterschiede im Tempo und der Besetzung. Das alles ist eher von den Machern der Musik abhängig als von den originalen Quellen bzw. deren Transkriptionen. Denn dieser Raum der Interpretationsmöglichkeit ist nunmal viel offener als die Musik der späteren Epochen.



    jd :wink:

    Messen der Renaissance - Teil 3: Ockeghems Missa "Pro defunctis"

    Die dritte Messe, die ich vorstellen möchte, ist die älteste uns erhaltene polyphone Totenmesse. Ockeghem schrieb sie irgendwann in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie ist eher ein Alterswerk und scheint möglicherweise für den Tod eines seiner Monarchen komponiert worden zu sein (eventuell Ludwig XI. von Frankreich, der im Jahre 1483 verstarb). Sie ist vierstimmig und besteht aus den Teilen: Introitus (Requiem aeternam dona eis; daher auch der Name "Requiem" für die Totenmesse), Kyrie, Graduale (Si ambulem in medio), Tractus (Sicut cervus desiderat) und Offertorium (Domine Jesu Christe). Man nimmt an, daß die Messe nicht komplett überliefert ist, weil nämlich die folgenden Teile Sanctus/Benedictus, Agnus Dei und Communio (Lux aeterna) fehlen, die ja noch zur Liturgie der Totenmesse dazugehören. Da die Messe nur in einer einzigen Quelle erhalten ist (dem sogenannten "Chigi Codex"), wo andere Messen ebenfalls nicht immer komplett verzeichnet sind, scheint diese Annahme eventuell zu stimmen. Man muß allerdings sagen, daß es auch möglich ist, daß Ockeghem diese Teile gar nicht vertont hatte.


    Die Totenmesse folgt der alten Liturgie mit dem alten Graduale und Tractus; die neuen Gesänge auf Requiem aeternam dona eis (Graduale) und Absolve, Domine (Tractus) wurden erst durch das Tridentinische Konzil 1545 ersetzt. Ockeghem greift auf die entsprechenden Gregorianischen Choräle zurück, die den Texten bereits unterlegt waren. Er verwendet sie behutsam, um ihre dem Anlaß entsprechende Zurückhaltung zu gewährleisten.


    Der Introitus und das Kyrie verwendet die Choralmelodien im Superius, während die anderen Stimmen im Fauxbourdon-Stil dazugesetzt sind. Im Graduale und Tractus wird die Wirkung des Textes vor allem durch den Wechsel von Zwei-, Drei, und Vierstimmigkeit unterstrichen, die in einem durchgägngig fließenden Strom miteinander harmonieren. Das Offertorium beginnt mit vier Stimmen in drei verschiedenen Metren, wodurch der letzte Teil der Messe zu einem komplexen Gebilde kontrapunktischen Denkens wird. Dabei verliert Ockeghem nicht das Ziel vor Augen, sondern bleibt seinem Stil treu, das Stimmengeflecht zu einem endlosen harmonischen sprudelnden Bach zu verbinden.


    Im 15. Jahrhundert war die polyphone Vertonung der Totenmesse noch äußerst selten; neben dieser hatte noch Guillaume Dufay eine Totenmesse komponiert, die aber leider verschollen ist. Man respektierte die Ruhe der Toten gerade dadurch, daß man sich auf die einstimmigen Gregorianischen Gesänge beschränkte. Doch brach auch in dieser Art Liturgie die Polyphonie ein und adaptierte sie wie alle anderen Texte und Gesänge zu einer eigenen Qualität. Im 16. Jahrhundert schuf fast jeder bedeutende Komponist auch eine Totenmesse. Ockeghem hatte den Anfang geschaffen - mit einer der besten Messen der Renaissance überhaupt.



    Von Ockeghems Totenmesse gibt es rund ein Dutzend Einspielungen. Ich stelle mal die wichtigsten vor:




      :juhu:


    Das Hilliard Ensemble hat 1984 eine sehr innige Interpretation in der üblichen technischen Brillianz realisiert. Die fehlenden Teile der Messe wurden mit Gregorianischen Chorälen "aufgefüllt". Sehr zu empfehlen!




      :juhu:


    Das Ensemble Organum unter Marcel Pérès hat 1992 eine ebenso brillante Einspielung geschaffen. Sie binden die Messe auch in eine komplette Liturgie ein.





    The Clerks' Group unter Edward Wickham haben 1996 nur die fünf Teile eingesungen. Ich kenne die Einspielung leider nicht.




    :juhu: :juhu:


    Die Josquin Capella unter Meinolf Brüser ist ein echter Geheimtip. Großartig musiziert mit tollen Klang. 2004 veröffentlicht.




    :thumbup:


    Pro Cantione Antiqua unter Bruno Turner - bereits 1973 veröffentlicht, aber immer noch eine tolle Aufnahme! Es gibt eine unaufdringliche Instrumentenbegleitung, aber die Stimmen bleiben immer im Vordergrund. Auf CD3 enthalten.




    :thumbup:


    Musica Ficta unter Bo Holten - auch eine sehr gute Einspielung, wenn auch größer besetzt. 1997 veröffentlicht.





    Schola Cantorum Stuttgart unter Clytus Gottwald - eine Einspielung aus den Jahr 1978: etwas betagt, sehr großer Chor und ein halliger Raum. Ganz ok, aber nicht mehr. Auf CD1 enthalten.





    Ensemble Métamorphoses de Paris / Ensemble Vocal Coeli et Terra unter Maurice Bourbon, 1990 entstanden - kenne ich auch nicht.





    Der Laudantes Consort unter Guy Janssens, 2007 veröffentlicht - kenne ich auch nicht.




    Ich persönlich bevorzuge die Josquin Capella, gefolgt vom Ensemble Organum; das Hilliard Ensemble ist bei mir auf Platz drei. Kurz: man wird definitiv sich eine gute Einspielung sichern können.



    jd :wink:




    Quelle:
    Vatikanbibliothek, Rom; Signatur: [Chigiana, C. VIII. 234]. Name: "Chigi Codex"; entstanden ca. 1498-1503


    Links:
    1. "http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Ockeghem"
    2. "http://en.wikipedia.org/wiki/Requiem_(Ockeghem)"
    3. "http://en.wikipedia.org/wiki/Chigi_Codex"
    4. "http://www.medieval.org/emfaq/composers/ockeghem.html"

    Ich denke, die größten Verständnisschwierigkeiten im Bezug mit Alter Musik (und speziell der Isorhythmie) treten deshalb auf, weil wir stets versuchen, es aus unserer Sichtweise zu erklären; Tschabrendeki hat das ja kurz angedeutet. Wir befinden uns in einem Tonsystem, welches auf Dur und moll konzipert wurde, doch das ist nicht das System, was Dufay & Co. verwendet haben; das kann man nicht oft genug betonen. Die Kirchentonarten (nennen wir sie System A) sind sehr genau definiert, was ihr Umfang und ihre Abfolge in Bezug der Intervalle betrifft. Unserer heutiges System (nennen wir es System B) entstand aus zwei Skalen der Kirchentonarten, und die anderen sechs Skalen wurden nicht übernommen.


    Im Grunde stimmt das natürlich auch nicht: alle Kirchentonarten sind z.B. in der C-Dur-Tonleiter vorhanden, weil sie ja dieselben Töne bezeichnen. Man erkennt sie nur nicht, das ist das Problem.


    Weshalb: weil es um eine konkrete Begrifflichkeit geht, die man aus System A nicht übernommen hat; dafür hat man eine eigene Begrifflichkeit im System B entwickelt. Die Definitionen der Kirchtonarten wurde weggelassen; sie bezog sich stets auf einen Tonumfang einer Oktave, beginnend mit einem jeweils anderen Grundton (Finalis genannt). Die Abfolge der Halbtonschritte in dieser Skale trat dadurch stets an einer anderen Stelle auf. Deshalb ist Dorisch ebenso in C-Dur vorhanden wie Hypolydisch.


    Der Witz ist: man erkennt die Skalen von System A konkret im System B wieder, wenn man die Skalen transponiert - und zwar so, daß sie alle mit denselben Grundton beginnen, sagen wir mal C. Aber erst dann erkennt man sie.


    System A ist im System B nur als Skala zu erklären, noch nicht mal als Tonart. Da steht ein ganz anderes Verständnis der Musikauffassung dahinter. Es ist eine Frage der Definition, nicht anderes.



    Ich habe irgendwann bemerkt, daß man Musik des Mittelalters und der Renaissance am Besten mit der Begrifflichkeit des Systems A betrachten sollte, weil sie darauf ausgelegt ist. Es mag anfangs schwer sein, aber man kommt wesentlich weiter damit. Diese Musik ist in dem Kontext entstanden und muß so auch beschrieben werden.


    Das zieht auch die "Tempoangaben" mit ein - besonders diese! Hinzu kommt die akkordische Auffassung, die eine Erfindung des Systems B ist. In System A gibt es eine Linearität einzelner Stimmen, die bei mehrstimmigen Werken in ein klar definiertes Intervall-Raster zueinander eingebettet sind; alle Harmonien und Disharmonien treten als Folge der Bearbeitungen der Stimmen auf. Natürlich sind die Längen der einzelnen Stimmen aufeinander abgestimmt, so daß es einen klanglichen Block bildet.


    Es gibt z.B. innerhalb der Isorhytmie eben die beiden Begriffe Color und Talea. Color steht für die Melodiefolge, Talea für die Rhythmusfolge. Diese beiden Begriffe sind bereits als Bearbeitungstools vorgesehen. In den Lied "Entchen klein" könnte die komplette Melodie als Color definiert sein und der komplette Rhythmus als Talea - das muß aber nicht so sein! Komponisten wie Dufay oder Machaut hätten z.B. aus der Melodie zwei Color gemacht: "Entchen klein ging allein" und "in die weite Welt hinein". Die Talea hätten sie vielleicht so aufgeteilt: "Entchen klein ging allein in die" und "weite Welt hinein". Und das hätten sie dann neu kombiniert. Dann wären Abschnitte möglich wie z.B. "Stock und Hut steht ihm gut" (Melodie) mit "weite Welt hinein" (Rhythmus). Hier wird die Einheit eines Motivs anders aufgefaßt: hier geht es nicht mehr um Motive harmonischer, rhythmischer oder harmonischer Art, wie im System B definiert, sondern um eine Tonhöhenfolge und eine Rhytmusfolge, die laufend neu kombiniert wird.



    Ohne Frage lassen sich viele Begriffe des Systems A übertragen auf System B, aber manchmal gehen doch gewisse Grundlagen verloren, die man nachher nur noch unzureichend erklären kann.




    Ich muß weg, mein Kaffee ist fertig... ;+)



    jd :wink:

    Ich besitze bereits fünf Einspielungen auf CD:




    :pfeif:


    Diese war meine erste: mir gefiel anfangs das Dirigat durchaus, aber beim letzten Hören (wo ich in der Zwischenzeit andere Interpretationen kennen gelernt habe) fand ich das Ganze etwas lahm musiziert. Lajos Kozma find ich doch recht blaß. Ich muß allerdings sagen, daß mir in der Titelrolle Baritone lieber sind als Tenore. Fazit: immer noch gut, aber es gibt bessere.


    Hier die Neu-Veröffentlichung:



    Sie hat aber leider nicht mehr die Texte im Booklet; die kann man sich online runterladen bei:
    "http://warnerclassics.com/sungtexts/0825646964581.pdf"




    Die zweite ist ebenfalls von Harnoncourt dirigiert:


    "http://www.amazon.de/LOrfeo-Ulisse-Poppea-Harnoncourt/dp/B00000E8OO/ref=sr_1_7?s=music&ie=UTF8&qid=1311419929&sr=1-7"
    :thumbup:


    Es sind die Zürcher Aufführungen aller drei Monteverdi-Opern. Hier singt Philippe Huttenlocher den Orfeo, und ich muß sagen, er gefällt mir außerordentlich gut. Er ist wesentlich dramatischer und emotionaler als Kozma. Auch klingt das Orchester lebendiger.




    Die nächste Einspielung fand ich zufällig auf dem Grabbeltisch:


    Cantus Classics (2006) :thumbup:


    Es ist die 1955er Einspielung von der Archiv Produktion unter August Wenzinger. Ich muß sagen, wenn Orfeo als Tenor, dann Helmut Krebs! Er klingt wunderbar. Wenzingers Interpretation mag heute überaltet klingen, aber damals war das die erste wirklich brauchbare Einspielung, die es bis dahin gegeben hatte (es war die insgesamt dritte Gesamteinspielung). Ich finde, daß sie immer noch ihre Qualitäten hat - vor allem bei den Sängern. Als 2. Hirte/1. Geist/Apollo hört man Fritz Wunderlich.


    Hier sind zwei alternative CD-Veröffentlichungen:


     


    Links die Erstausgabe von der Archiv Produktion selber, nur noch gebraucht zu bekommen. Rechts die Membran-Ausgabe, erst 2010 herausgekommen. - Die Cantus-Ausgabe ist klanglich einwandfrei, aber die Verpackung... :wut2:




    Die nächste ist die von Michel Corboz:


    :thumbup:


    Sie erschien erstmalig 1986. Sie ist wunderbar musiziert und mit herrlichen Stimmen besetzt. Gino Quilico (Bariton) singt den Orfeo, eine tolle Leistung! Interessant ist, wer sonst noch im Ensemble sitzt: als Chorleiter Philippe Herreweghe, als Konzertmeister John Eliot Gardiner und als Blockflötenspieler Michel Sanvoisin!




    Die ist die beste, die ich bisher gehört habe:


    :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


    Ganz ehrlich: so schwungvoll, elastisch und innig klingt diese Oper selten! Garrido hat Monteverdis Werk auf eine Art und Weise entschlackt, daß es eine wahre Freude ist. Victor Torres singt den Orfeo.




    Als DVD habe ich diese:


    :thumbup:


    Ich finde den Film sehr gut. Allerdings hätte ein digitales Remastering gutgetan.




    Ich bin von dieser Oper immer wieder berührt. Sie gehört für mich definitiv zu den Werken, die ich auf die berühmte Insel schleppen würde... 8+)




    jd ;+)